18 Parlamentarier beschweren sich beim Presserat

18 Bundesparlamentarier aus fast allen Fraktionen haben beim Presserat eine Beschwerde gegen die Berichterstattung der Zeitung Schweiz am Sonntag zur Nacktselfie-Affäre von Geri Müller eingereicht.

Sie sind der Meinung, dass die Privat- und Intimsphäre der Politiker wie diejenige anderer Menschen geschützt sei. Dieser Anspruch sei bei Geri Müller in krasser Weise verletzt worden. Elementare Regeln der journalistischen Sorgfaltspflicht seien missachtet worden, heisst es in einer Mitteilung der 18 National- und Ständeräte vom Freitag. Es habe in keiner Weise ein journalistisch vertretbarer Grund bestanden, die Privat- und Intimsphäre dieses Politikers derart gering zu achten. Der Artikel stelle eine neue Qualität der Missachtung der Intimsphäre einer öffentlichen Person dar.

Dies dürfe nicht die Zukunft der Medienfreiheit sein, meinen die Unterzeichner der Beschwerde. Unter ihnen befinden sich Ständerat Hans Altherr (FDP/AR), CVP-Präsident und Nationalrat Christophe Darbellay (CVP/VS), Ständerat Claude Janiak (SP/BL) sowie einige Parteigänger von Geri Müller (Grüne/AG). Erstunterzeichner sind die Grünen-Nationalräte Louis Schelbert (LU) und Daniel Vischer (ZH). Nicht zu den Unterzeichnerinnen gehören die beiden Grünen-Co-Präsidentinnen und Nationalrätinnen Regula Rytz und Adèle Thorens. Seit der Aufdeckung der Nacktselfie-Geschichte des Grünen-Nationalrates und Badener Stadtammanns Geri Müller ist inzwischen genau ein halbes Jahr vergangen. Müller selber hat diverse Anzeigen eingereicht, darunter auch gegen den Chefredaktor der Schweiz am Sonntag. (SDA)

Manfred Papst erhält Alfred-Kerr-Preis

Manfred Papst, Redaktor der NZZ am Sonntag, wird für seine herausragende Leistung im Bereich der Literaturkritik mit dem Alfred-Kerr-Preis ausgezeichnet. Der renommierte Preis geht zum ersten Mal an einen Schweizer Journalisten.

Der Alfred-Kerr-Preis würdigt die Arbeit von Manfred Papst, der das Ressort Kultur der «NZZ am Sonntag» nach Ansicht der Jury seit vielen Jahren unbeirrbar von Modeerscheinungen in der Zeitungslandschaft leitet. In der Begründung der Jury heisst es: «Ihn interessieren die Werke und die Menschen des kulturellen Lebens, sowohl in der Hoch- als auch in der Populärkultur. Ob auf der langen Strecke eines Essays oder im Sprint der pointierten Kurzform, Papst gelingen regelmässig sehr klug durchdachte, massstabsetzende Texte, wie sie heute selten geworden sind.»

Manfred Papst ist Gründungsmitglied der NZZ am Sonntag. Bekannt wurde er durch Artikel zu Geistesgeschichte und Populärkultur sowie durch seine wöchentliche Kolumne «Zugabe». Für sein publizistisches Werk wurde er mehrfach ausgezeichnet. Unter anderem erhielt er 2005 den Zürcher Journalistenpreis in der Kategorie Alltagsjournalismus.

Der vom Börsenblatt gestiftete Alfred-Kerr-Preis wird Manfred Papst am 12. März 2015 auf der Leipziger Buchmesse verliehen.

SRG: Mehr Leistungen für Hör- und Sehbehinderte

Fast die Hälfte der Sendezeit aller SRG-Fernsehkanäle, insgesamt 28'371 Stunden, sind im vergangenen Jahr untertitelt worden. Für sehbehinderte Menschen wurden 112 Sendungen mit Audiodeskriptionen versehen – 11 mehr als im Vorjahr.

Möglich wurde dies dank einem verstärken Austausch mit Sendern aus den deutschsprachigen Nachbarländern, wie die SRG am Freitag mitteilte. In der Westschweiz erhöhte sich die Zahl der Sendungen mit Kommentar für Blinde von 45 auf 52. Im Tessin wurden wie im vergangenen Jahr 77 Sendungen kommentiert. Für hörbehinderte Menschen wurde 49,1 Prozent der Sendezeit untertitelt – 5,8 Prozent mehr als 2013. Neu sind Untertitel auch im im Internet abrufbar. In der Deutschschweiz übersetzt SRF für Gehörlose täglich die Hauptausgabe der Tagesschau parallel in Gebärdensprache auf SRF info. Auch die Ansprachen der Bundesrätinnen und Bundesräte sowie der Kassensturz gehen in Gebärdensprache über den Sender.

In der Westschweiz strahlt RTS die Tagesschau-Hauptausgabe parallel in Gebärdensprache auf RTS Deux aus. Diese Sendung wurde auch in den Wiederholungen während der Nacht mit Gebärdensprache gezeigt. Im Tessin versieht RSI das tägliche Telegiornale flash um 18 Uhr mit Gebärdensprache. In der Schweiz bietet diesen Service für sinnesbehinderte Menschen einzig die SRG an. «Diese Leistungen sind nur dank der Finanzierung über die Radio- und Fernsehgebühren möglich», teilte die SRG weiter mit. Mit ihrem Angebot setzt die SRG eine Vereinbarung um, die sie 2012 mit den Verbänden der Sinnesbehinderten getroffen hatte. (SDA)

 

Leistungen Untertitelung im Jahr 2014
       
  Stunden Quote % Steigerung %
SRF1 4'131 51,8 2,1
SRF zwei 4'034 49,0 0,1
SRF info 4'095 50,2 3,7
Deutschschweiz 12'260 50,1 2,0
RTS Un 4'331 53,2 2,6
RTS Deux 3'688 44,1 7,0
Suisse romande 8'019 48,4 4,6
RSI LA 1 4'684 55,9 15,3
RSI LA 2 3'408 39,9 10,9
Svizzera italiana 8'092 48,1 13,4

Axel Springer Schweiz startet neues Trading-Desk

Ab sofort bietet das «Schweizer Wirtschaftsnetz», bestehend aus den Portalen Bilanz.ch, Handelszeitung.ch und Finanzen.ch, einen neuartigen Trading-Desk für die Online-Vermögensverwaltung.

Die Echtzeit-Börsensoftware wurde von Axel Springer Schweiz in Zusammenarbeit mit Traderfox und finanzen.net realisiert. Der Trading-Desk kombiniert Real-Time-Kurse, Chartsignale und Chartsignalerkennung mit einem interaktiven Desktop. Damit können Nutzer über 8'000 Einzelwerte wie Aktien, Devisen, Indizes und Rohstoffe automatisch unter chart- und markttechnischen sowie fundamentalen Gesichtspunkten in Echtzeit überprüfen. Zudem ermöglicht die Plattform, Handelssignale bereits vor ihrem Entstehen zu erkennen und den «Trader Wingman» einzusetzen – ein digitales Werkzeug, um neue Trading-Chancen zu identifizieren. Mittelfristig sollen Anleger Kurse von über 100 Börsenplätzen aus über 50 Ländern teilweise in Echtzeit analysieren können. Für Frühjahr 2015 ist der Start des Zusatz-Angebots Trading Desk PRO geplant. Diese kostenpflichtige Anwendung bietet Anlegern die Möglichkeit, Märkte auf Experten-Niveau zu analysieren und darüber hinaus vom Knowhow erfahrener Profi-Trader mit erfolgreichen Musterdepots zu profitieren.

Verantwortlich für das neue Angebot sind Stefan Eiselin, Chefredaktor «Schweizer Wirtschaftsnetz», und Katja Reck, Leiterin Product & Technology Wirtschaftsmedien Digital bei
Axel Springer Schweiz.

In Flagranti wird zur Agenturgruppe

Um Kunden im digitalen Zeitalter noch bedürfnisgerechter und innovativer zu begleiten, wird In Flagranti zur Agenturgruppe mit direktem Zugang zu drei spezialisierten und agilen Unternehmen für Communication, Design, Digital und Marketing Technology Services.

Aus der bisherigen In Flagranti wird In Flagranti Communication. Sie ist weiterhin inhabergeführt und entwickelt unter der Leitung von Michael Hählen und Lorenz Schmid Lösungen für erfolgreiche Markenführung und Kommunikation.

Für Corporate Design, Interior & POS, Signaletik, Verpackungen und Grafikdesign ist unter der Leitung von Marcel Wälti die In Flagranti Design entstanden. Und mit Thomas Röthlisberger und Christoph Camenisch stossen am 1. März 2015 zwei Spezialisten aus der digitalen Welt zur Agenturgruppe. Zusammen mit Reto Kneubühl eröffnen sie unter 55 weeks neue Perspektiven für Brand Management, Content Marketing, digitales Marketing und Produktion – unter anderem mit der integrierten IT-Lösung Censhare.

Thomas Röthlisberger und Christoph Camenisch sind unsere «Köpfe der Woche». Das Porträt über die beiden Digitalspezialisten der neuen Agentur 55 weeks finden Sie in der aktuellen Print-Ausgabe der Werbewoche.

Der Motz von Butz: D’Migros postet jetzt an äne a dr Gränze

Da muss man lesen, warum die letzten guten Mohikaner der Werbung das Handtuch werfen müssen.

Unbenannt-18_24

Ein Dolchstoss in die Schweizer Werbeszene hat sich die Migros-Tochter Interio mit der Kündigung des Etats bei der Neuen LGK und der Vergabe der Werbeaufgaben an die Münchner Agentur Fashioncom geleistet. Mir bleibt die Spucke weg. Da beklagt sich der Detailhandel, dass die Konsumenten ihre Einkäufe im nahe gelegenen Ausland tätigen. Es soll sich dabei um Milliardenbeträge handeln, die der Migros, dem Coop und dem übrigen Rest entgehen.

Die Neue LGK, eine klassische Werbeagentur, die aus den guten Agenturen Y&R oder WHS herausgewachsen ist und der Interio in den letzten Jahren einen hervorragenden Werbejob geboten hat. Irgendwo habe ich doch gelesen: «Die Interio-Jubiläums- Kampagne verdoppelt die Frequenz am POS.» Es soll jedenfalls ein voller Erfolg gewesen sein. Sogar der Migros-Chef Bolliger antwortete in einem Interview der SonntagsZeitung vom 1. Februar zum Thema «Einkaufstourismus hat nichts mit Patriotismus zu tun» auf die Frage, ob das Sorgenkind Interio endlich wieder Gewinne erziele. «Nun gewinnt Interio deutlich Marktanteile. Der Umsatz wurde in einem leicht schrumpfenden Gesamtmarkt um zehn Prozent gesteigert.» Aber trotzdem, die Agenturinhaber sind nun gezwungen, nach 21 Jahren 15 Mitarbeiter zu entlassen und die Agentur zu schliessen.

Meine Theorie: Das grafische Gewerbe der Schweiz ist weltberühmt und deren Wurzeln sind heute noch spürbar. International geniesst die Schweizer Werbeszene im Grössenverhältnis einen hervorragenden Palmarès (siehe Cannes). Sechs Jahre war ich in Deutschland in der Werbung tätig. Einem Land, zehnmal so gross wie die Schweiz, aber nur etwa gleich kreativ wie die Schweizer. Warum sich Interio, ein ausschliessliches Einrichtungshaus ohne Modeartikel, für eine Agentur, deren Kerngeschäft im Fashion Business liegt, eingelassen hat, versteht eigentlich niemand. Gar niemand der Werbebranche versteht vor allem, dass das Interio- Budget jetzt von Bayern betreut wird und das Honorar ins Ausland geht.

Die Migros, Interio, Globus, Denner und was auch immer noch zu diesem Giganten gehört, lebt von einer Kundschaft, die ausschliesslich in der Schweiz zu Hause ist. Alle diese Sohn- und Tochterfirmen sind zu 100 Prozent reine schweizerische Unternehmen. Warum sollten denn jetzt Münchner für Interio bessere Werbung generieren? Vielleicht machen die das ja einfach nur günstiger.

Wer zu meinen regelmässigen Motz-Lesern zählt, weiss, dass derjenige, der bei der Kreation der Werbung Geld spart, schon auf verlorenem Posten ist. Ich werde mir die Werbefortsetzung für Interio als Motz-Kolumnist scharf unter die Lupe nehmen. Dass ich künftig anstatt im Globus Bellevue meine Einkäufe in Weil am Rhein tätigen werde, ziehe ich aus ökologischen Gründen noch nicht in Erwägung. Mein Aufsteller siehe Chapeau.

Unbenannt-19d
Interio, eine Migros-Tochter, beide Unternehmen ausschliesslich auf dem Markt Schweiz tätig, leben von Kunden in der Schweiz. Sie selber aber kaufen die Werbung in Deutschland ein. Es trifft überhaupt nicht der Fall zu, dass diese Agentur Fashioncom etwas kann, was hier niemand könnte.

Chapeau!
Für das Super-Bowl-Spektakel in den USA, wo die höchsten Einschaltpreise bezahlt werden, hat Fiat für den 500X einen originellen Spot mit viel Italianità und einer treffenden Pointe zum Produktvorteil realisiert. Werbung, wie sie sein sollte:
 

https://www.youtube.com/watch?v=YAcLViTHDOo

Theophil Butz, Grafiker, Werbeagentur-Inhaber, Inspirator und seit mehr als drei Jahren auch noch Motzer für die Werbewoche- Leser. Sachdienliche Hinweise bitte an [email protected].

Eine neue Smoothie-Liebe

Metzger Rottmann Bürge hat für die nachhaltig produzierten Biotta Veggies ein weiteres Kampagnensujet entworfen.

In einer ersten Phase hatte Metzger Rottmann Bürge die Smoothie-Liebesbeziehungen zwischen Frucht und Gemüse (Himbeere & Rüebli, Birne & Rüebli, Mango & Rüebli) mit einer gross angelegten Kampagne schweizweit lanciert (Werbewoche.ch berichtete).

Mit dem kürzlich erfolgten Einzug ins feste Sortimente im Biofachhandel und bei den Grossverteilern führt die Fortsetzung der Kampagne eine neue Geschmacksrichtung ins Feld. Das neue Motiv «Kale & Apfel» verbindet das Trendgemüse Federkohl mit guten Schweizer Äpfeln.

Weitere überraschende Smoothie-Liebespaare werden folgen, wie eine Mitteilung vom Donnerstag ankündigt. Und Metzger Rottmann Bürge wird auch die nächsten Biotta Veggies in allen Kanälen gewinnbringend zusammenzubringen.

Verantwortlich bei Biotta: Clemens Rüttimann (Geschäftsführer), José Manuel Puente (Marketing). Verantwortlich bei Metzger Rottmann Bürge: Michael Rottmann, Patrick Meyer, Janine Aebischer, Vasco Bickel (Kreation), Silvan Metzger, Karin Schweizer (Beratung), Bruno Breitenmoser, Ursula Trottmann (Produktion), Patrick Rohner (Fotografie).

kaleapfel

 

Typische Fehler beim Re-launch einer Website

Auf Benutzeranforderungen, Informationsarchitektur, Design und Inhalt wird beim Re-launch einer Website viel Wert gelegt. Leider gehen im Relaunch-Eifer wichtige Aspekte mit hohem Einfluss auf den Vertriebsund Marketingerfolg gern vergessen.

Es wird oft genug darauf hingewiesen, dass die Suchmaschinen die Gatekeeper des Webs sind und sie damit die entsprechende Aufmerksamkeit verdienen. Sind die Anforderungen an die Suchmaschinenoptimierung (SEO) nicht erfüllt, kommt es zu einem signifikanten Besucherverlust. Darum ist vor dem Relaunch zu prüfen, ob die Anforderungen der Suchmaschinen erfüllt sind. Hilfestellung bietet die Website von Google. Websites sind mehrheitlich auf eine Besucher- Interaktion ausgerichtet: generieren von Downloads, Offertanfragen oder Bestellungen. Sind diese Interaktionspunkte nicht optimal eingebettet und geprüft, geht Geschäft verloren. Trotz ihrer Relevanz werden diese Aspekte gar nicht oder erst beachtet, wann der Schaden bereits angerichtet ist. Web-Analytics-Instrumente, Google Webmaster-Tool sowie SEO-Kontrollinstrumente ermöglichen zu prüfen, ob sich die Werte für die Besucherquellen, die Conversion sowie der Besucherfluss verändert haben. Massive Abweichungen sind ein Warnsignal, dass beim Relaunch nicht alle wichtigen Faktoren beachtet wurden.

Ein sanfter Relaunch schafft Freiraum

Es ist empfehlenswert, den Relaunch nicht unmittelbar nach dem GoLive an die grosse Glocke zu hängen, sondern zuzuwarten, bis Sicherheit besteht, dass die Interaktionen auf der Website einwandfrei funktionieren und die Sichtbarkeit in den Suchresultaten gewährleistet ist. Diese Sicherheit, ob der Relaunch zum Erfolg wird oder ob Probleme dem Erfolg im Weg stehen, liefern u.a. Antworten auf die untenstehenden Fragen, welche mithilfe von Statistiken und Instrumenten (Web-Analytics-Tool, Google-Webmaster-Tools, Ranking-Report) beantwortet werden können:

– Hat sich die Sichtbarkeit der Website in den Suchresultaten verbessert?
– Sind alle Pages im Google-Index zu finden?
– Entsprechen die Ladezeiten der Pages der Website den Vorgaben der Suchmaschinen?
– Wird die Programmierung vom W3C-Markup-Validation-Service positiv beurteilt?
– Haben sich die Werte für die Absprungrate, Besuchszeiten, Anzahl Seitenaufrufe pro Besuch und Zielerreichung verbessert?
– Sind auf der Website ungültige Links vorhanden?
– Was kann Google von der Website indexieren («Abruf wie durch Google» im Webmaster-Tool)?
– Kommen die versandten Formulare beim Adressaten an?

Sind all diese Tests positiv ausgefallen, kann der Launch der neuen Website ohne Stress kommuniziert werden, da die Sicherheit besteht, dass alle Fehlerquellen ausgeschlossen sind.

Imre Sinka
 

Ferris Bühler holte Las Vegas nach Zürich

Für die Las Vegas Convention and Visitors Authority (LVCVA) und Edelweiss inszenierte Ferris Bühler am Wochenende den Medien- und VIP-Event «One Night in Las Vegas».

Rund 200 geladene Persönlichkeiten aus der Reiseindustrie und dem Showbiz kamen ins Zürcher Aura, um dort Las Vegas und die Edelweiss-Direktverbindung näher kennen zu lernen, heisst es in einer Mitteilung vom Donnerstag. Die bekannte Silhouette der Glitzermetropole wurde in Zürich mit 360-Grad-Animationen zum Leben erweckt. Neben Showgirls und verschiedenen Überraschungen bot Las Vegas-Showstar Frankie Moreno den Gästen ein exklusives Live-Konzert.

Im Vorfeld des Events organisierte die Agentur eine Social Media Challenge: Über klassische Medien und online wurde die Bevölkerung zur grossen Schatzsuche in der Zürcher Innenstadt eingeladen. Über hundert Personen trotzten laut Mitteilung der eisigen Kälte und suchten nach Mini-Las Vegas-Ortsschildern. Trotz Minustemperaturen stiegen die Teilnehmer in Brunnen, krochen in Gebüsche, durchsuchten gar Mülleimer und kletterten auf Dächer, um sich am Schluss über Gratisflüge nach Las Vegas inklusive Hotelgutscheine zu freuen.

Ferris Bühler realisierte seit dem Erstflug von Edelweiss nach Las Vegas im Mai 2014 regelmässig PR-Aktivitäten in der Schweiz und den USA, um die Destination in den verschiedensten Medien zu platzieren. 

vegas1
Showgirls

vegas2
Bachelor mit Kandidatinnen

vegas3
Frankie Moreno mit DJ Tap Tap
 

Digitale Disruption, permanente Revolution

Denkanregungen von einer Tagung zur «Neuerfindung» des Journalismus und der Medienforschung.

Für einen «neuen Mindset» sowohl in den Redaktionen als auch in der Medienforschung plädierten Jane Singer, die an der City University in London lehrt, und Wolfgang Blau, der beim Guardian den Online-Journalismus verantwortet, letzte Woche an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Winterthur. «Diverge and conquer!» gab Singer als Losung aus – Medienmacher und Journalismusforscher sollen siegen, indem sie sich von anderen unterscheiden und so die Folgen der digitalen Revolution bewältigen.

Um den Journalismus neu zu erfinden («Re-Inventing Journalism» war das anspruchsvolle Tagungsthema), waren viel Prominenz aus Medienforschung und -praxis, aber auch zahlreiche Nachwuchsforscher aus vielen Ecken der Welt angereist. Singer spürte erst einmal den Gründen nach, weshalb sich Journalisten und Medienmanager im Umgang mit dem digitalen Umbruch so schwertun, und rief typische Abwehrreaktionen in Erinnerung, die in vielen Redaktionen anfänglich den Umgang mit der Digitalisierung erschwert hätten.

Als positive Entwicklungen nannte Singer Schritte in Richtung Community-Building, wie sie der Guardian mit seinen Memberships unternimmt (als Beispiele im deutschen Raum liessen sich die taz, aber auch die jüngst gestartete österreichische Online- Variante der Neuen Zürcher Zeitung, NZZ.at hinzufügen), Event-Hosting, in dessen Rahmen etwa die Texas Tribune 60 bis 70 einträgliche Veranstaltungen – vom Podiumsgespräch über Empfänge und Symposien bis hin zum jährlichen «Texas Tribune Festival» organisiert, aber auch neue Formen des Crowdfunding, mit dem sich inzwischen im angelsächsischen Raum offenbar auch etablierte Redaktionen gezielt um die Kofinanzierung einzelner Recherchen oder Ressorts beim Publikum bemühen.
 
Nach einem Tag mit sehr spannenden Beiträgen aus der Medienforschung knüpfte Wolfgang Blau in einer zweiten Keynote nahtlos an Singer an: Er lud die Medienforscher ein, sich intensiver mit den Folgen der Digitalisierung und der mobilen Kommunikation für die Verlagshäuser zu beschäftigen und ihnen dabei zu helfen, mit «mehr Elastizität» auf die Veränderungen zu reagieren. Diese und die Journalisten sollten Internetgiganten wie Apple, Google und Facebook weder als «Freunde» noch als «Feinde» betrachten, sondern als Gegebenheiten, mit denen man sich kreativ auseinanderzusetzen habe. Die Forscher forderte er auf, jenseits der üblichen, kommerziellen Metriken, die letztlich nur Klicks, Shares und Session-Time messen würden, Messmethoden zu entwickeln, die den Wert von Qualitätsjournalismus realistischer erfassten und zum Beispiel Spillover- Effekte nachspürten, die dieser erzeugt, wenn er zum Nachdenken anregt, irritiert oder neue Kommunikation in der Gesellschaft anstösst. In Anlehnung an den Web-2.0-Guru Clay Shirky prognostizierte Blau zu guter Letzt eine «permanente Revolution» – einfach, weil die Kosten des Experimentierens im Netz so gering seien, dass mit neuen Durchbrüchen à la Facebook, Twitter oder Instagram jederzeit wieder zu rechnen sei. Highlights wie die Veranstaltung in Winterthur sind im überbordenden Veranstaltungsreigen zur Medienzukunft rar, obschon dieser längst auch zum einträglichen Kongressgeschäft mutiert ist. Mit vergleichbaren Events, auch mit dem Journalismus- Tag, der jeweils im Herbst stattfindet, ist die ZHAW inzwischen in der Schweiz zu einer Drehscheibe für den internationalen Erkenntnisaustausch in der Medien- und Journalismusforschung geworden. Sie ist zugleich ein Platz, der für Dialog zwischen Medienpraktikern und -forschern steht.

Auch kreative Formen des Wissenschaftstransfers in die Medienpraxis hinein wurden letzte Woche in Winterthur ausgetestet. Zwei Kostproben: In «High Density Workshops» stellten die beteiligten Forscher in einer Art «Pitch» ihre Forschungsergebnisse in fünf Minuten vor, um sie einem kleineren Kreis von Interessenten dann im Anschluss in einer Poster-Session genauer zu erläutern. In einem Workshop zur Zukunft der Journalistenausbildung inspirierte Marlis Prinzing (Macromedia Hochschule, Köln) die Teilnehmer nach der «World Cafe»- Methode zum Mitmachen. Statt langer Vorträge gab es angeleitete Kleingruppendiskussionen in wechselnder Besetzung, die fast schon an ein Speed-Dating erinnerten. Zwar wurden in Winterthur weder Journalismus noch Medienforschung oder Journalistenausbildung neu erfunden. Die Tagungsgestaltung enthielt indes implizit auch eine klare Botschaft: Nicht nur der Journalismus, auch die Medienforschung muss «interaktiv» werden, wenn es gelingen soll, im Grenzbereich zwischen Forschung und Praxis Kommunikation zu stiften – also dort, wo bisher sonst meist Skepsis und wechselseitig gepflegte Vorurteile den Austausch blockieren.

Stephan Russ-Mohl leitet das Europäische Journalismus-Observatorium an der Universität Lugano.

Beatrice Egli bekommt eigene SRF-Show

«Die grosse Show der Träume» heisst Beatrice Eglis erste eigene Sendung im Schweizer Fernsehen, die im Sommer 2015 ausgestrahlt wird.

Sie ist DSDS-Gewinnerin, erfolgreiche Sängerin und vor allem eines: lebensfroh. Beatrice Egli ist ein Garant für gute Stimmung. Kein Herz hat je länger gebrannt. Ihr fröhliches Wesen erfreute uns bislang jedoch nur musikalisch, auf der Konzertbühne oder in Musikvideos. Diese Zeiten sind im Sommer 2015 vorbei: Die 26-Jährige bekommt eine eigene Fernsehshow im Schweizer Fernsehen, wie eine Mitteilung vom Donnerstag bekannt gibt.

Geschichten und grosse Gefühle

Noch bleibt das Sendekonzept von «Die grosse Show der Träume» etwas geheimnisvoll: Die Sängerin wird «nationale und internationale Stargäste sowie Talente aller Art aus verschiedenen Genres begrüssen», heisst es in der Medienmitteilung des SRF. Auch aus ihrem Leben wird Beatrice erzählen. Ihre Geschichten werden in Einspielern und Talks gezeigt.

Am Freitag, dem 19. Juni wird die Show, die in Kooperation mit dem Bayerischen Rundfunk und dem SRF produziert wird, in München aufgezeichnet. 

Wer gewann den Social-Media-Bowl 2015?

Die New England Patriots im Finale gegen die Seattle Seahawks: Vor ein paar Wochen spielte sich das amerikanische Sport-Highlight des Jahres bereits zum 49. Mal ab. Der Superbowl 2015 erreichte wie jedes Jahr weltweit über 100 Millionen von Zuschauern (wie jedes Jahr machte ich auch diese Nacht durch). Denn was für uns Europäer das Champions-League-Finale ist, ist für den Amerikaner das Finale des Superbowl.

Doch nicht nur das Spiel, auch die Werbungen während der Pausen werden jedes Mal mit Spannung erwartet. Stolze 4,5 Millionen Dollar kostet so ein 30-Sekunden-Spot. Grosskonzerne wie Mercedes Benz, Snickers oder Victoria’s Secret bezahlen dies gerne, engagieren reihenweise Superstars und übertreffen sich gegenseitig mit lustigen und kreativen Spots. Von niedlichem Katzenvideo bis rennender Pac-Man, bei der diesjährigen Ausgabe war wieder so ziemlich alles vertreten. Ja, die finanziellen Ausgaben für den Superbowl sind gross. Das Internet jedoch bekanntlich noch viel grösser. Da diskutierten nämlich bereits im Voraus Millionen von Menschen über die innovativsten, erstaunlichsten und schlechtesten Superbowl-Commercials von diesem Jahr. Heutzutage binden Unternehmen immer öfters verstärkt die sozialen Medien in ihre Werbe- und Kommunikationsstrategien ein. Dies liessen sich auch die Commercials beim Superbowl nicht entgehen. Mich interessiert daher viel mehr, welche Brands es geschafft haben, Social Media in ihre Werbung einzubinden, um online einen viralen Hit zu erreichen.

Heisses für Männer

Beginnen wir mit den Victoria’s-Secret-Engeln, die seit 2008 jedes Mal mit dabei sind: Candice Swanepoel, Alessandra Ambrosio, Adriana Lima, und wie sie alle heissen mögen, zeigten sich in anzüglichen Dessous an Orten in allen Ecken der Welt, während Brenda Lee «I’m in the Mood for Love» singt. Dieser Spot erwärmte natürlich blitzschnell die Männerherzen und liess sie auf Ideen für das nächste Valentinstagsgeschenk bringen. Auch auf Twitter wurde der Clip, jedoch nicht nur von Männern, heiss diskutiert.

Die Internetwelt kann trostlos und traurig sein, aber auch Spass und Freude bereiten. Dies zeigte der Spot von Coca-Cola: Ein Techniker verschüttet in einem Rechenzentrum eine Flasche Coca-Cola – die Flüssigkeit verbreitet sich nicht nur über den Servern, sondern versendet an alle Online-Nutzer eine glückliche Botschaft. Die tristen Szenen verwandeln sich und zeichnen allen ein Lächeln ins Gesicht. Der Spot endete mit dem Claim: «The world is what we make it.» Eine klare Antwort auf Cybermobbing und bösen Online-Kommentaren. Innert Sekunden verbreitete sich der Hashtag #MakeItHappy im Netz und dies deutlich positiv. «Ich schliesse mich Coca- Cola an und bin gegen Internet-Hass.» Oder: «So viel Negativität auf Twitter, das muss nicht sein – danke Coca-Cola!». Coca-Cola setzt somit ein deutliches Zeichen gegen Hass und Wut im Internet und gibt den Usern einen nachhaltigen Impuls, das Internet wieder in ein positives Medium zu verwandeln.

Ein Spot wurde aber speziell diskutiert: Der deprimierende Werbeclip der Versicherungsgesellschaft Nationwide sorgte im Netz für heftige Kritik. Gezeigt wird ein Junge, der erzählt, was er alles im Leben verpassen wird, weil er frühzeitig sterben wird. Am Ende wird darauf hingewiesen, wie viele Kinder bei Unfällen zu Hause sterben. Diese traurige Message schien der Online-Community gar nicht zu gefallen. Unter dem offiziellen Hashtag der Werbung #MakeSafeHappen beklagten sich die User: «Wie deprimierend ist das denn? Passt überhaupt nicht!».

Was schliessen wir daraus? Vor allem witzig und echt müssen sie sein, die Superbowl-Commercials, denn sonst kennt das Netz keine Gnade.

Manuel P. Nappo, Studienleiter CAS Social Media Management HWZ (Hochschule für Wirtschaft Zürich). www.fh-hwz.ch/smm

get_footer();