Ausbau auf dem Werkhof!

Bereits vor einigen Monaten wurde an dieser Stelle von der Einweihungsparty der Filmschmiede Das Werk in Zürich-Altstetten berichtet.

Bereits vor einigen Monaten wurde an dieser Stelle von der Einweihungsparty der Filmschmiede Das Werk in Zürich-Altstetten berichtet.Von Beat Fritsch Immer im Gespräch bleiben, sagten sich die Werkhoftätigen aus Altstetten und luden letzte Woche zur Einweihung und Vorführung ihres neu erworbenen Filmabtastgeräts Cintel-C-Reality ein. Übrigens in unserem Land das Einzige seiner Art, wie uns Nicole Schweitzer vom Werk Zürich versicherte. Und weil die Leute eh schon da waren, zeigte man auch gleich noch das eben fertig gestellte Tonstudio Philippemoritz von Philippe Schmid und Moritz Schneider.
Das Teil lässt jeden High-End-Freak vor Neid erblassen! Nicht allzu gross und deshalb schön übersichtlich, aber trotzdem vollgepfropft mit Technik vom Allerfeinsten. Die Jungs haben eben eine weitere Investitionsrunde hinter sich gebracht und stark aufgerüstet. Zwar tönten die Erklärungen für Laien etwas gar technisch, die Tondemo war dafür umso eindrücklicher. So ein Studio wäre auch für den Hausgebrauch zu erwägen. Sicher hätten die Nachbarn ihre helle Freude daran, wenn sie auch im obersten von sechs Stockwerken noch in den Genuss von satten und unverfälschten Bässen kämen.
Es war ein lauer Sommerabend, an dem die angekündigten Gewitter glücklicherweise ausblieben. Ideal fürs Barbecue auf der schönen Werk-Sonnenterrasse mit Blick auf Uto Kulm und ins Limmattal hinunter. Auch die Grilladen liessen nichts zu wünschen übrig, und der Grillmeister hatte alle Hände voll zu tun. An den langen Gartentischen wurden die letzten Infos ausgetauscht und die Erinnerungen an Cannes aufgewärmt. So berichtete Oliver Neubert von Primetime, dass er She-DJ Marysol aus Chile fürs Primetime-Fest Anfang September engagiert hat. Entdeckt hat er sie am Soundscape-Event am Werbefilmfestival. Da freuen wir uns schon jetzt auf eine (be)rauschende Party!
Fast am selben Abend erblickte übrigens noch ein weiteres Mitglied der Werk-Familie das Licht der Welt. Werk-Geschäftsführer Roger Koller musste nach einem Anruf ganz schnell nach Hause fahren. Fruchtblase geplatzt, Wehen eingesetzt! Rogers Ehefrau stand kurz vor der Geburt, und mittlerweile wissen wir, dass es sich beim jüngsten Werk-Spross um einen Jungen namens Finn handelt. Herzliche Gratulation an die glücklichen Eltern!
Beat Fritsch erinnerte sich an seine verpasste Musikerkarriere und stellte sich für ein kurzes Ständchen (Applaus!) hinters Mikrofon des Tonstudios Philippemoritz im Werk Zürich.

Wo sonst gefeiert wird, orten wir an den verschiedensten Veranstaltungen der Szene. Haben Sie schon jetzt etwas zu berichten? Greifen Sie zum Hörer (01 296 97 98) oder in die Tasten (info@werbewo che.ch).

Weder Plakat noch Bildschirm, aber Werbung

C-Line und Face lancieren Active Screens in Apotheken und In-Lokalen

C-Line und Face lancieren Active Screens in Apotheken und In-LokalenDer Begriff Active Screen wird für verschiedene Dinge gebraucht. Etwa für die elektronischen Riesenbildschirme. Den ersten in der Schweiz hat die APG im vergangenen Frühjahr im Zürcher Hauptbahnhof eingeweiht. Doch beim neuesten Active Screen, den die Wiler Agentur C-Line kürzlich vorstellte, handelt es sich um einen Screen im Format Baby B12 (zirka 90 x 42 cm). Er ist weder Leuchtplakat noch Bildschirm, sondern eine Mischung der beiden. Die darauf zu sehende Animation hat dabei in erster Linie die Aufgabe eines Eye Catcher. Erzeugt wird sie durch eine Präzisionslinse, hinter der im Zeitlupentempo ein Spezialdruck, bestehend aus drei Einzelbildern, hin- und herbewegt wird. Der Ablauf der ganzen Bildsequenz benötigt rund 10 Sekunden, das heisst, die gesamte Werbung ist «im Vorbeigehen» erfassbar.Der Active Screen von C-Line eignet sich vor allem für Werbeaktionen am POS oder Orten mit hoher Publikumsfrequenz. Bei den beiden ersten Einsätzen handelt es sich um ein Pilotprojekt. Mit dabei sind Procter & Gamble und Coca-Cola, die ab Juli als erste Werbeauftraggeber überhaupt Active Screens einsetzen. Procter & Gamble tut dies in rund 100 Topapotheken der Schweiz mit dem Produkt Metamucil. Coca-Cola wird in 20 Zürcher In-Lokalen präsent sein.
Die Firma C-Line AG in Wil SG, hat vor vier Jahren mit der Bodenplakatierung begonnen und ist in diesem Bereich bereits Marktleaderin. Als Partnerin für das neue Werbemedium hat sie die Frauenfelder Agentur Face AG ins Boot geholt. Sie ist ihrerseits Marktleaderin im Bereich Toilettenwerbung (Klommunikation). Daniel Schifferle

Die Sonnenmarke geht auf

Wirz positioniert Sunrise als Marke für menschliche Kommunikation

Wirz positioniert Sunrise als Marke für menschliche KommunikationEinerseits eignet sich die Positionierung «Communication is life» dazu, um Sunrise als Full-Service-Provider zu etablieren, andererseits hält in der Schweiz noch kein Mitbewerber dieses Feld besetzt. So begründet Wirz Werbung, die seit der Fusion von Sunrise mit Diax das Sunrise-Mandat betreut, die neue strategische Ausrichtung des Telecomanbieters.Die Zürcher Agentur stützt ihre Argumentation auf eine von ihr entwickelte und unter den vier grossen Telecommarken durchgeführte Brand-Focus-Studie. Sie ergab, dass die Identität der Sonnenmarke noch an keine fixe Vorstellung gebunden ist: Sunrise wird nicht wie Orange als abgehoben und elitär betrachtet, und Sunrise gilt nicht wie die Swisscom, deren technische Kompetenz und Abdeckung zwar gelobt wird, als unfreundlich, behäbig und arrogant.
«In allen 21 Imagedimensionen des Brand Focus, hat niemand etwas Schlechtes über Sunrise gesagt», so Simon Walter, Sunrise-Stratege bei Wirz.
Aus diesen Gründen siegte Sunrise nach der Fusion bei der Festsetzung des neuen Firmennamens über Diax. Das Image von Diax hatte vor allem auf Grund der schlechten Abdeckung bei den Verbrauchern Schaden genommen. Seite 6

Aufgefallen: Schon gewusst, dass man jetzt auch Damenbinden essen kann?

AufgefallenSchon gewusst, dass man jetzt auch Damenbinden essen kann? Sagen Sie ruhig «Igitt!». War es denn wirklich nötig, im Always-ultra-light-Zeitalter diese Käseform zu kreieren und dann gleich noch so seiden zu präsentieren? Da kriegt

Aufgefallen Schon gewusst, dass man jetzt auch Damenbinden essen kann?
Sagen Sie ruhig «Igitt!». War es denn wirklich nötig, im Always-ultra-light-Zeitalter diese Käseform zu kreieren und dann gleich noch so seiden zu präsentieren? Da kriegt man ja keinen Bissen runter, auch wenn der Käse noch so léger ist. Und dann erst noch die Headline: Viel Geschmack. Wenig Fett. Wenig Fett ist klar, aber viel Geschmack? So ein Käse … Das ist einfach des Unzumutbaren zu viel für jede Bindenträgerin. Vorbei sind die Zeiten, in denen frau sich frei und sorgenlos bewegen konnte. Der Backlash hat auch in dieser intimen Zone gnadenlos zugeschlagen und den Frauen ein Stück mühsam erkämpfte Freiheit geraubt. Oder kann mir sonst jemand erklären, was der Vorteil oder der Geistesblitz bei der Entwicklung dieses Käses gewesen ist? Ansonsten ist man gezwungen zu glauben, dass die Always-ultra-Designer jetzt auch noch in der Migros-Käserei mitmischen. Dann wird wohl bald der erste Camembert mit «Flügeli» zu geniessen sein … En guätääääääää! Chandra Kurt
Kolumne Lesen Sie hier
Von Michael Barney
Das Schlimmste, was Werbung passieren kann, ist der Umstand, dass sie nicht beachtet wird. Glaubt man PMs und Marketingleuten, gibt es noch Schlimmeres. Dass man sie gar nicht versteht. Hinzu kommen noch die Responsefetische, die Angst um «Rückläufe» haben. Nimmt man dann noch ein Testverfahren hinzu, dann kann nichts mehr schief laufen mit Awareness, Benefit, USP und Response. Das Fürchterliche ist nur, wenn das alles klappen täte, wäre jede Werbebotschaft ein Volltreffer. Stimmt aber nicht. Stattdessen sehen Plakate, Anzeigen, TV-Spots oder Broschüren, denen man all das abverlangt hat, brutal dröge, stinklangweilig und uninteressant aus. Komisch? Wann kapiert man endlich, dass keiner sich freiwillig Plakate anguckt, beim Blättern innehält oder vorm Fernseher aufschreit: «He, toll, das hat mir gerade noch gefehlt, das muss ich partout haben/kaufen!» Auf das, was mit viel Geld angepriesen wird, wartet keiner. Weil ers schon hat, gar nicht braucht oder nimmer bezahlen kann. Aus rationalen Gründen will niemand Cola trinken. Durst wäre ein prima USP. Kein Camel-Plakat bringt jemanden an den Kiosk. Aber die Sucht. Tamponhersteller freuen sich einmal im Monat, dass es Frauen gibt. Wenn man dann die Briefings anhört, fragt man sich, wie so ein toller Spot entstehen konnte, der in Cannes gewann: Mädchen springt in Pool, steigt raus, Pool hat kein Wasser mehr. Generischer gehts nimmer. Aber: Der Spot ist verblüffend. Und einfach. Und auffällig. Und wird verstanden. Jetzt reut es mich, dass ich meine Kolumne auf Anraten von PMs, Marketingleuten und eines Testinstituts mit «Lesen Sie hier» betitelt habe. Man garantiert mir, dass alle Leserinnen und Leser dieses Blattes sie auch lesen würden. Pech gehabt, ausser Ilonka, Mark, Reto, Claude, Marianne, Anita, Lukas, Frank und der schönen Claudine hat der Rest – wie immer – was anderes gelesen. Und weitergeblättert.
Michael Barney ist Senior-Copywriter bei Lowe Lintas GGK, Zürich.
SprachbeobachterVon Airbag-Entferner bis Zahnarztbeisser
Nach den Warmduschern (Zentralverriegler und Duschgelvorwärmer erinnern sich) folgt nun rechtzeitig zu den Sommerferien die Bestenliste der Kaltduscher.
Airbag-EntfernerAn-Kadersitzung-Zeitung-Leser
Assembler-Programmierer
Ausschnittstarrer
Autobahn-SMS-Schreiber
Badehosen-Moscheebesucher
Batterie-mit-Zunge-Tester
Bei-Gewitter-Stabhochspringer
Beim-Sex-absichtlich-falschen-Namen-Haucher
Benzingriller
Bier-mit-Zähnen-Öffner
Blinddarmselbstoperierer
Bongwassertrinker
Brausetabletten-Runterschlucker
Cowboystiefelträger
Cumuluskartenfälscher
Den-Geschäftsführer-Verlanger
Domaingrabber
Drähte-in-Steckdose-Stecker
Dritte-Mahnung-Ignorierer
Dynamitfischer
Eichhörnchenquäler
Elektrozaunpinkler
E-Mail-.exe-Öffner
Ferrari-Zerkratzer
Feuerwerk-Handstarter
Filet-Mignon-mit-Ketchup-Besteller
Flugschaubesucher
Fräulein-zahle!-Rufer
Freundin-Schnalle-Nenner
Fussnagelkauer
Gegenwindkotzer
Gummipuppenprahler
Handy-am-Gürtel-Träger
Hängebrückenschaukler
Herzschrittmacherübertakter
Hooligan-Schubser
Hornissenärgerer
Hubschrauberschleudersitz-Benutzer
Hundehaufenkicker
Hund-in-der-Mikrowelle-Trockner
Igelstreichler
Im-Aufzug-Hüpfer
In-Disco-Walkman-Hörer
Ins-Gesicht-Niesser
Kaffeekassenräuber
Kaltduscher
Kampfhundstreichler
Kettensägenjongleur
Kinofurzer
Kirchenraucher
Kleingeldwegschmeisser
Lamabespucker
Lawinenboarder
Massenselbstmörder
Mehrmals-all-you-can-eat-Besteller
Mit-Feuerzeug-in-den-Tank-Leuchter
Molotowcocktail-Zurückwerfer
Müll-im-Wald-Entsorger
Niagara-Riverrafter
Nordpolcampierer
Parteispendensammler
Piercingselberstecher
Pillen-Vertauscher
PIN-auf-Karte-Schreiber
Pitbull-Zurückbeisser
Politessenanmacher
Rabattfreier
Relativitätstheorieanzweifler
Russenmafia-Bescheisser
Sackmesserrasierer
Saharawanderer
Sandburgenzerstörer
Schlangenwürger
Schnittwundenbostitcher
Shorts-und-Shirt-Töfffahrer
Sockenschnüffler
Tabasco-Trinker
Waldsterbenbefürworter
Wandtafel-mit-Fingernägel-Kratzer
Wannenföhner
Waschbeckenpinkler
Weihnachtsgans-aus-Schlosspark-Holer
Wühltischbelästiger
Wurst-mit-Hand-Wender
Zahnarztbeisser
Beat Gloor, www.textcontrol.ch

WerbeWoche macht Sommerpause

Was Fernsehstationen billig – ist der WerbeWoche recht:

Was Fernsehstationen billig – ist der WerbeWoche recht:Wir machen Sommerpause. Für die nächsten drei Wochen ist unsere Redaktion im Spezialeinsatz unterwegs auf Bildungsurlaub rund um die Welt. In neuer Frische präsentieren wir unsere nächste Ausgabe am 9. August. Über das tagesaktuelle Geschehen informiert Sie aber auch in der Sommerpause unsere Newsmail auf www.wer bewoche.ch/newsmail

News: Clear Channel für Carrefour

Der französische Detailhandelsriese Carrefour hat Clear Channel beauftragt, Plakatwände auf den Parkplätzen seiner Geschäfte zu installieren und zu vermarkten

Der französische Detailhandelsriese Carrefour hat Clear Channel beauftragt, Plakatwände auf den Parkplätzen seiner Geschäfte zu installieren und zu vermarktenClear Channel für Carrefour. Der amerikanische Aussenwerbekonzern gewann den Auftrag, der ein Volumen von einer Milliarde Euro umfasst, gegen die Konkurrenz von Viacom und JCDecaux. Die Laufzeit des europaweit geltenden Vertrags beträgt zehn Jahre.
20 Minuten Köln wird eingestelltDie Kölner Ausgabe der Pendlerzeitung 20 Minuten wird eingestellt. Die letzte Nummer erschien am 11. Juli. Ein Marktauftritt in Deutschland könne nach Einschätzung der 20 Min Holding nur auf nationaler Ebene Erfolg haben, hiess es zur Begründung. Dazu brauche es einen Ansatz, der den Widerstand der etablierten Medien überwinde. Dieser sei bisher nicht gefunden, weshalb man sich auf Projekte in andern Ländern konzentriere.
20 Minuten Köln hatte seit der Lancierung Ende 1999 mit Gerichtsklagen der Verlage Springer und DuMont zu kämpfen.
Scholz & Friends gewinnt WSJWall Street Journal Europe wird künftig vom Londoner Ableger der deutschen Werbeagentur Scholz & Friends (S&F) beworben. S&F setzte sich gegen Select Communications, ebenfalls eine deutsche Agentur, sowie Strawberryfrog aus Amsterdam und Goodby Silverstein aus den USA durch. Das 15 Millionen Franken schwere Europabudget befand sich zuvor bei der Agentur BBDO Düsseldorf.
Österreich erlaubt terrestrisches Privat-TV Österreich erlaubt erstmals die terrestrische Verbreitung von Privatfernsehen. Ein entsprechendes Gesetz verabschiedete der Nationalrat am 5. Juli in Wien. Bisher durften private Stationen in Österreich nur über Kabel oder Satellit senden. Das erste landesweite Privat-TV im Äther soll im Frühling nächsten Jahres die Sendelizenz erhalten. Weitere drei Privatsender soll es in den Ballungsräumen Wien, Linz und Salzburg geben.

Etat-News: WPS-RCM wirbt für Baumeler

Die Geroldswiler Werbeagentur WPS-RCM gewinnt das Baumeler-Budget.

Die Geroldswiler Werbeagentur WPS-RCM gewinnt das Baumeler-Budget.WPS-RCM wirbt für Baumeler Für den Reisespezialisten soll WPS-RCM im Print-, im Messe- und im Internetbereich tätig sein. Der Auftritt der verschiedenen Kataloge soll mit einer neuen Konzeption aktualisiert und einheitlich werden.
Bunt bewirbt E-Mail-Dienste Die Zolliker Werbeagentur Bunt wurde nach einem Pitch von der schweizerischen Post mit dem Budget für ihre E-Mail-Services betraut. Die Kampagne stehe bereits, sagte Geschäftsleiterin Isabelle Lieger der WerbeWoche. Durch die angekündigte Neuausrichtung des Postportals Yellowworld befände sich aber einiges in Bewegung, sodass die definitiven Namen der Angebote erst in einigen Wochen bekannt sein werden. Zu den Services der Post gehören unter anderem ein Gratis-Mail-Account, Securemail und ein E-Adressverzeichnis.
Wunderman wirbt für Onspirix Die Zürcher Marketingagentur Wunderman Impiric hat das Kommunikationsbudget von Onspirix gewonnen. Onspirix, Nyon, will demnächst ein Breitbandnetzangebot für KMUs lancieren. Wunderman konzipiert und realisiert sämtliche Brand-Building-Aktivitäten für den Launch sowie verschiedene Events und Sales-Support-Massnahmen. Die Wunderman-Tochter Futurecom Interactive gestaltet die neue Website von Onspirix. Eine erste Einführungskampagne für das Unternehmen hatte im Frühling Saatchi & Saatchi aus Nyon realisiert.
Et&H gewinnt zwei pitches Die Rorschacher Werbeagentur Erat Thoma & Herzog wird für den Säntispark, Abtwil, den Gesamtetat betreuen, für die Informationsstelle AHV/ IV, Zürich, den Aufbau des Kommunikationssystems für die Schulungstätigkeit leisten. Auf Grund einer Evaluation kommt die Agentur ausserdem beim Schweizerischen Verband der Arbeitslosenkassen der Privatindustrie für den Gesamtauftritt zum Zug.

«Forschen und Krimischreiben liegen nahe beieinander»

SRG-Forscher Matthias Steinmann lanciert Radiocontrol und hat Stoff für weitere Krimis

SRG-Forscher Matthias Steinmann lanciert Radiocontrol und hat Stoff für weitere Krimis«Forschen und Krimischreiben liegen nahe beieinander»
Seine Vielseitigkeit ist sagenhaft: Matthias Steinmann ist nicht nur Leiter des SRG-Forschungsdienstes, sondern auch Uni-Professor und Pilot. Mit der neuesten Entwicklung Radiocontrol scheint ihm zu gelingen, was Telecontrol versagt blieb: die weltweite Vermarktung. Aber die eigentliche Vision geht noch weiter. Steinmann will Radiocontrol als multimediales und intermediales Forschungstool etablieren.
Dieses Jahr sind zwei besonders Aufmerksamkeit erregende Dinge von Ihnen auf den Markt gekommen: Radiocontrol und ein Kriminalroman, der von Betrug und Mord in der Medienszene handelt. Werden Sie bald vor allem in Ihrem Schloss sitzen und Krimis schreiben?
Matthias Steinmann: Nein, so weit wird es kaum kommen. Forschen ist eine Leidenschaft, die zu mir gehört. Ich bin überzeugt: Wer die Neugierde verliert, verliert einen wesentlichen Teil seiner Vitalenergie. In diesem Sinne sehe ich auch meine schriftstellerischen Aktivitäten. Einen Kriminalroman schreiben heisst ja nichts anderes, als ein Umfeld, eine gesellschaftliche Situation zu erforschen und fiktiv zu gestalten. Forschung hat viele Gesichter.
Aber Radiocontrol ist gebaut, Telecontrol ist es längst. Die ganz grosse Spannung ist weg.
Steinmann: Nein, überhaupt nicht. Radiocontrol wird mich noch auf Jahre hinaus beschäftigen. Was wir jetzt beim Start damit machen, ist erst der Anfang. Dieses System hat ein grosses Potenzial, das weit über das Messen von Radiohörerschaften hinausgeht. Und Telecontrol ist ebenfalls längst nicht fertig gebaut: Die rasante technologische Entwicklung bei TV- und Videogeräten sowie bei den Übertragungstechniken macht immer wieder neue, noch ausgeklügeltere Versionen notwendig.
Wie viele Länder sind neben der Schweiz an Radiocontrol interessiert?
Steinmann: Wir sind zurzeit mit gegen zwei Dutzend Ländern im Gespräch. Mehrere von ihnen stehen kurz vor Tests. So zum Beispiel Frankreich und Holland. In Deutschland haben wir einen Testvertrag mit der GfK für verschiedene europäische Länder. Wir haben einen Vertrag mit Norwegen und führen Testverhandlungen für Grossbritannien. Es gibt Anfragen aus den USA, aus Mexiko, Brasilien, Südafrika und den Golfstaaten sowie aus Griechenland. Für den Raum Asien, Australien, Neuseeland wird soeben ein Optionsvertrag unterzeichnet. Es ist erstaunlich: Alle wollen vorerst Tests machen. Radiocontrol ist ein eigentlicher Paradigmenwechsel. Das stösst natürlich auf grosses Interesse, aber auch etwas auf Unsicherheit darüber, wie die Änderungen ausfallen.
Radiocontrol wird demnach auch ein voller kommerzieller Erfolg für Sie?
Steinmann: An Radiocontrol verdient im Moment noch gar niemand etwas. Hinter dem System stecken zehn Jahre Entwicklungsarbeit und Investitionen von rund sieben Millionen Franken. Geld verdient die Telecontrol-Gruppe erst ab zirka 20000 verkauften Geräten. Bis jetzt sind wir erst bei etwa 2700. Das Ziel bis zum Geldverdienen ist also noch zwei, drei Jahre entfernt.
Die Nachfrage nach Radiocontrol ist viel grösser als nach Telecontrol. Letzteres konnten Sie lediglich in Europa und Südamerika weiterverkaufen. Warum kommt Telecontrol nicht über diese Länder hinaus?
Steinmann: Die Märkte in Nordamerika und Asien sind von anderen grossen Marktforschungsinstituten besetzt. Die TV-Forschung umfasst die grössten Forschungsaufträge, die es in der Marktforschung überhaupt gibt. Entsprechend ist dieser sehr lukrative Markt hart umkämpft. Als ich in den Sechziger- und Achtzigerjahren anfing, gab es erst zwei grosse Forschungsinstitute, die TV-Forschung betrieben und die Märkte unter sich aufteilten.
Wie sind Sie trotzdem in diese, wie Sie sagen, abgeschotteten Märkte reingekommen?
Steinmann: In Europa ist es mir damals gelungen, grosse Marktforschungsinstitute für uns zu gewinnen. Institute, die eine Alternative suchten, um gegen die grossen internationalen Player zu bestehen, die bis zur Lancierung von Telecontrol alleine über die entsprechenden TV-Forschungstechnologien verfügt hatten. Mein Marketing bestand darin, das Telecontrol-System, das ich Mitte der Achtzigerjahre gerade für die SRG entwickelt hatte, diesen europäischen Instituten zur Verfügung zu stellen. Mit dieser Strategie ist es gelungen, im Bereich TV-Forschung in Europa als Technologielieferant Marktführer zu werden. Gegen internationale Grossunternehmen notabene, für mich ein kleines Wunder.
Aber über Europa und Südamerika hinaus sind Sie dennoch nicht gekommen. Nordamerika und Asien sind riesige und finanziell attraktive Märkte. Weshalb haben Sie dort den Fuss nicht reinbekommen?
Steinmann: Mit Technologie und Software allein kann man diese Länder nicht erobern. Dafür bräuchte es zusätzlich eine enorme Finanzkraft. Aber wir sind ein vergleichsweise kleines Unternehmen. Letztes Jahr machten wir 18 Millionen Franken Umsatz, plus noch etwas Lizenzerträge. Hinzu kommt, dass es in der Zwischenzeit weltweit nicht mehr drei, sondern fünf oder sechs grosse Anbieter für TV-Forschung gibt. Das limitiert natürlich den Markt des Einzelnen.
Die Verflechtungen zwischen dem SRG-Forschungsdienst und Ihren eigenen Firmen scheinen extrem kompliziert und geben der Gerüchteküche immer wieder Stoff. Wer verdient eigentlich an Radio- und Telecontrol, wem gehört was?
Steinmann: Das ist tatsächlich keine so ganz einfache Angelegenheit, die sich mit zwei Sätzen erklären liesse. Aber alles ist klar und sauber zwischen den beteiligten Gruppen geregelt und in einem umfassenden Vertrag festgehalten. Man muss zwischen Telecontrol und Radiocontrol unterscheiden. Bei Telecontrol, dessen Entwicklung von Anfang an von der SRG mitfinanziert wurde, gehören sämtliche Namen- und Patentrechte der SRG. Sie erhält dafür fünf Prozent der Auslandumsätze aus der Hardwarelizenz und ein Drittel aus den Softwarelizenzeinnahmen. Übrigens wurden die Beteiligungsverhältnisse vor zwei Jahren durch eine Kommission untersucht. Sie kam zum Schluss, dass sich Telecontrol für die SRG gelohnt habe. Auch weil das Schweizer System deutlich billiger ist als vergleichbare Auslandsysteme.
Bei Radiocontrol hingegen sind Sie selber der Hauptnutzniesser?
Steinmann: In Radiocontrol stecken zehn Jahre Entwicklungsarbeit, da konnte man von der SRG natürlich nicht erwarten, dass sie diese finanziert. Wir haben es so geregelt, dass die SRG von Radiocontrol die Namenslizenz und einen Teil der Softwarelizenz erhält. Hingegen gehören die Patente der Telecontrol-Gruppe, welche die sieben Millionen Franken Entwicklungskosten finanziert hat – und auch die an der Entwicklung beteiligten 13 Firmen und 5 Universitätsinstitute bezahlte.
Wie sind die Besitzverhältnisse bei der Telecontrol-Gruppe?
Steinmann: Die Telecontrol-Gruppe gehört zurzeit zu 51 Prozent der Firma Eiphos AG, die ich kontrolliere, und zu 49 Prozent dem deutschen Marktforschungsunternehmen IH/GfK. Bei meinen Aktivitäten muss man zwischen drei Bereichen unterscheiden: Der erste ist die Schweiz. Hier bin ich Leiter des SRG-Forschungsdienstes und vertrete alleine die Interessen der SRG. Beispielsweise beim neuen Servicevertrag mit der Liechti AG, welche die Hardwarekomponenten herstellt, trat ich in den Ausstand. Das zweite Tätigkeitsgebiet ist Europa, mein eigentlicher Home-Jagdmarkt. Hier kümmere ich mich persönlich um die einzelnen Länder. Der dritte Bereich umfasst die USA, Asien und die übrige Welt. Hier habe ich Allianzen mit Partnern, die sich um die Vermarktung unserer Messsysteme kümmern.
Welches ist Ihre Vision mit Radiocontrol?
Steinmann: Zunächst hat Radiocontrol jetzt die Vermarktung im Radiobereich vor sich. Und dies, wie bereits gesagt, weltweit. Zweitens lässt sich Radiocontrol für das Messen von TV-Programmen einsetzen, bei denen Telecontrol ergänzt werden kann. Wir erfassen in der Schweiz mit Radiocontrol ja nicht nur 128 Radiostationen, sondern auch 59 TV-Sender. Das Ergebnis ist frappant: Radiocontrol liefert genau die gleichen Werte wie Telecontrol. So eignet es sich beispielsweise zum Messen von TV-Sendern, deren Publika dermassen klein sind, dass man sie auch mit einem noch so grossen Telecontrol-Panel nicht erfassen kann.
Welche Perspektiven hat Radiocontrol für die Out-of-Home-Nutzung?
Steinmann: Radiocontrol ist ein ideales Messsystem für jede Form von Out-of-Home-Nutzung, etwa für das terrestrische digitale Fernsehen. Dessen rasche Einführung ist in Deutschland und Frankreich eine beschlossene Sache, und ich bin überzeugt, dass es auch schnell und sehr bald in die Schweiz kommen wird. Und darauf sind wir bestens vorbereitet. Wir unterhalten in unserem Land bereits heute ein Radiocontrolpanel mit 22000 Personen, welche die Uhr zweimal im Jahr während einer Woche tragen. Meine ganz grosse Vision ist jedoch, Radiocontrol als multimediales und intermediales Erhebungstool zu etablieren.
Können Sie in Bezug auf diese Vision etwas genauer werden?
Steinmann: Die Radiocontrol-Uhr kann ja nicht nur Radio- und TV-Programme sowie Umgebungsgeräusche komprimieren und digitalisieren, sondern auch bestimmte Texte, die der Träger oder die Trägerin spricht, zum Beispiel Printtitel. Dank dieser Eigenschaft könnte man die Uhr auch für die Printforschung einsetzen. Etwa so: Liest der Uhrträger eine Zeitung oder eine Zeitschrift, spricht er jeweils kurz den Titel des entsprechenden Blattes in die Uhr. Das heisst, mit demselben Gerät lassen sich Print, Radio und TV erfassen. Aber es geht noch weiter: Man kann die Radiocontrol-Uhr auch als Mediaergänzung in jedem beliebigen Konsumpanel einsetzen.
Wollen Sie ein Printpanel einrichten, als Konkurrenz zur Wemf?
Steinmann: Sicher nicht. Was die Multimedianutzung betrifft, habe ich im Moment überhaupt nicht die Schweiz im Visier. Ich denke auch da mal «global». Es geht vor allem darum, Radiocontrol kostenmässig attraktiver zu machen, denn das neue System verdoppelt die Kosten für die Radioforschung. Die Radiomärkte reichen alleine nicht aus, um ein solches System voll auszuschöpfen. Jemand, der Radiocontrol einführt, muss sich auch fragen, wie er das System zusätzlich vermarkten kann.
Radio- und Telecontrol zeichnen sich ja beide durch hohe Messgenauigkeit aus. Trotzdem ist die Messgenauigkeit in einem anderen Forschungsbereich, an dem Sie ebenfalls beteiligt sind, auch wieder in Frage gestellt: Der SRG-Forschungsdienst erhebt ja die Daten für das Internetpanel von MMXI. Nun wiesen aber die beiden praktisch identischen Internetpanels von MMXI und ACNielsen für April höchst unterschiedliche Resultate aus: Bei ACNielsen resultierte eine halbe Stunde mehr Nutzungszeit als bei MMXI, Letzteres eruierte dafür aber 600000 mehr aktive Internetuser. Das sind dramatische Unterschiede.
Steinmann: Ja, das ist so.
Das ist aber schlecht für das Image der Marktforschung. Wie kommt sie da wieder raus?
Steinmann: Ich kann nur für uns reden. Für die Überprüfung der Messmethode haben wir weder Kosten noch Aufwand gescheut. Wir führten eine Basisstudie mit 43000 Interviews zur Repräsentanz unseres Panels durch. Die Daten von MMXI sind nirgendwo anders in der Welt so gut kontrolliert wie in der Schweiz. Wir arbeiten auf sehr hohem wissenschaftlichem Niveau und lassen alle unsere Instrumente durch die Medienwissenschaftliche Kontrollkommission kontrollieren. So auch die MMXI. Wenn aber jemand feststellt, dass unsere Methode einen Fehler hat, bin ich der Erste, der eingreifen wird. Das ist doch selbstverständlich. Wir wollen richtige Forschung, das ist immer das Hauptziel.
Wann kommt die nächste Generation von Telecontrol auf den Schweizer Markt?
Steinmann: Telecontrol VIII dürfte in etwa einem Jahr marktreif sein. Es ist auf die künftige Entwicklung wie das digitale Fernsehen und die digitalen Aufnahmemöglichkeiten ausgerichtet, die eine Anpassung der Messgeräte erfordern. Wir werden in Zukunft zwischen zwei Haushalttypen unterscheiden: zwischen den «high-sophisticated households», welche die digitale Technik voll nutzen, und den «low-sophisticated-households», die weniger auf die neuen Möglichkeiten setzen werden. Diese beiden unterschiedlichen Haushalttypen benötigen nicht dasselbe Telecontrol-Gerät.
Das heisst, ab dem nächsten Sommer haben wir bei den Schweizer TV-Haushalten ein Zweiklassensystem?
Steinmann: Das hat mit den hohen Kosten zu tun. Jenes Gerät, das insbesondere im Umgang mit digitalen Sendern alles kann, kostet rund doppelt so viel wie das einfachere Gerät. Würden wir alle Haushalte damit ausrüsten, würden die Panels zu teuer.
Wie heisst Ihr nächster Krimititel? Wird er wieder in der Medienszene handeln?
Steinmann: Die «Weynzeichen-Recherche» war sicher nicht mein letzter Krimi. Aber der nächste wird wohl in einem anderen Milieu stattfinden. Man muss sich in einem Bereich sehr gut auskennen, damit man darin einen Roman stattfinden lassen kann. Bei der «Weynzeichen-Recherche» ist der Kommerz der Medien Thema, das kenne ich aus eigener Erfahrung. Es gibt noch einige weitere Bereiche, wo ich mich ebenfalls zu Hause fühle: die Forschung, die Fliegerei und die Universität. Das sind nahe liegende Milieus für einen nächsten Krimi. Interview: Daniel Schifferle
”Was wir mit Radiocontrol jetzt bei dessen Start machen, ist erst der Anfang.”

”Die TV-Forschung umfasst die grössten Forschungsaufträge, die es in der Marktforschung überhaupt gibt.”
Matthias SteinmannGeboren 27. Mai 1942
Wohnort Ursellen
Zivilstand Verheiratet. Zwei Töchter im Alter von 9 und 17 Jahren.
Werdegang Nach dem Lizenziat an der Universität Bern (rer. pol.) im Jahre 1967 während fünf Jahren stellvertretender Geschäftsleiter bei der AG für das Werbefernsehen. Dazwischen Doktorat zum Thema
«Radiowerbung in der Schweiz», Habilitationsschrift «Massenmedien und Werbung». Ab 1973 Delegierter für Publikumsforschung der SRG. 1983: Gründung der Radio ExtraBern AG (50 Prozent), ein Jahr später Verkauf des Anteils an die heutige Espace Media Groupe. 1984: Honorarprofessor für Medienwissenschaft an der Uni Bern. 1985: Einführung des Telecontrol-Systems. 1986: Übernahme der Liechti AG (51 Prozent) und Gründung der Telecontrol-Gruppe. 1989: Nebenamtlicher
ausserordentlicher Professor und Kodirektor des Instituts für Medienwissenschaft an der Uni Bern. 1993: Gründung der Publica Data AG (100 Prozent SRG). 2000: Radiocontrol wird als Messsystem eingesetzt und erhält den Technologiestandort-Schweiz-Preis 99. Lancierung der Internetforschung MMXI.
Lebensqualität «Je mehr Inhalte man selber gestalten kann, je weniger fremdbestimmt man ist, desto mehr Lebensqualität entsteht – vorausgesetzt, man ist gesund. Dabei spielt es für mich weniger eine Rolle, wie viel man tut, und auch nicht, wie viel Unterschiedliches man tut.»
Berufspilot «Die Bezeichnung betrifft natürlich nur meine B/JFR-Lizenz auf Turboprops. Es gab aber eine Zeit, da hatte ich an den Wochenenden auch mal als Pilot gearbeitet. Heute bin ich nur noch , wenn ich beruflich nach Berlin zu meiner Firma Modata muss. Dann fliege ich jeweils selber.»

Hoffen auf ein dynamisches zweites Semester

Kommerzielle Inserate und Stellenanzeigen bei den meisten Printmedien im Krebsgang

Kommerzielle Inserate und Stellenanzeigen bei den meisten Printmedien im KrebsgangKommerzielle als auch Stelleninserate der meisten Schweizer Printmedien gerieten im Mai ins Minus. Allerdings erwartet die Publicitas bereits für das zweite Semester des laufenden Jahres eine erneute Dynamisierung der Werbemärkte.Der bereits im April zu beobachtende Negativtrend sowohl bei den kommerziellen Inseraten als auch bei den Stellen setzte sich im Mai fort. Der Krebsgang hat sich sogar noch etwas beschleunigt. Und zwar bei praktisch allen Titelkategorien sowie in allen drei Landesteilen. Die Zeitungen insgesamt büssten laut VSW-Flächenstatistik 7,5 Prozent Inserateseiten ein. Bei den kommerziellen Anzeigen gings gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres um 7,8 Prozent rückwärts. Der Rückschlag bei den Stelleninseraten war mit minus 6,4 Prozent erst das zweite und zugleich das höchste Negativresultat in dieser Inseratekategorie seit Jahren. Ans Lebendige gings dabei den Deutschschweizer Wochenzeitungen, deren Stellenmarkt (Kombi Executive plus) um 43,1 Prozent einbrach.
Die wenigen Ausnahmen vom Negativtrend finden sich lediglich im Tessin und der Romandie, deren Wochenzeitungen zulegen konnten. Bei den Zeitschriften gabs gesamtschweizerisch einen Verlust von 3,7 Prozent, wobei die Deutschschweiz mit minus 1,5 Prozent noch am besten wegkam.
Bei diesen durchwegs negativen Entwicklungen darf man aber nicht vergessen, dass sich nach jahrelanger Kletterpartie die Inseratevolumina jetzt auf sehr hohem Niveau befinden. Das gilt immer noch, auch wenn die Entwicklung jetzt etwas in den Krebsgang geraten ist.
Der Publicitas-Index spiegelt die Schieflage im Mai mit einem Rückgang um 0,8 Punkte. Die Abnahme sei vor allem auf die Zurückhaltung wichtiger Branchen (Grossverteiler, Telekommunikationsfirmen) zurückzuführen, schreibt die Publicitas.
Schmerzen tut der Rückgang des Stelleninserateindex, der um 1,5 Punkte sank: Erstmals seit Juni 1997 überhaupt ist ein Negativergebnis zu verzeichnen, von da an war der Index bis April dieses Jahres nur noch geklettert.
Die Publicitas warnt aber vor Depressionsängsten, was die künftige Entwicklung anbetrifft, zumal die wichtigsten Wirtschaftsindikatoren weiter nach oben zeigen. Daniel Schifferle

Love, Peace – and Community

Der Verein Street Parade setzt mit der Neulancierung seiner Website auf ursprüngliche Kerninhalte des Events

Der Verein Street Parade setzt mit der Neulancierung seiner Website auf ursprüngliche Kerninhalte des EventsVon Alessandro Monachesi Der grösste Zürcher Technoevent hat seine Webpräsenz umgebaut: Zur zehnten Ausgabe der Street Parade im August erhält die Site Verstärkung durch einen Communityteil. Trotz erwartetem Massenansturm setzt der Verein Street Parade auf eine sanfte Vermarktung des Internetauftritts.
Jedes Jahr im Hochsommer verwandelt sich das als prüde Zwinglistadt verschriene Zürich in einen Hexenkessel. Hunderttausende werden auch an diesem 11. August wieder halbnackt in der Innenstadt tanzen, während sich die Love Mobiles durch die Menschenmassen pflügen. Die Street Parade ist längst zu dem Event des sommerlichen Zürich geworden. 750000 Raver haben die Veranstalter letztes Jahr gezählt, heuer werden es nicht weniger sein.
Ein solcher Grossanlass verlangt nach einer adäquaten Website, einerseits, um die Massen zu informieren, andererseits aber auch, um sie auf den Event einzustimmen. Mit dem Neudesign von streetparade.ch hat die Zürcher Webagentur Netvertising beide Vorgaben umgesetzt.
So sehr das Street-Parade-Komitee versucht, die Strassenparade als politische Demonstration zu verkaufen, geht es bei der Street Parade im Grunde nur um zwei Dinge: Musik und Gemeinschaft. Diese beiden lebensbereichernden Komponenten bilden denn auch die Grundlagen von www.streetparade.ch.
Der Besucher kann sich auf der Site eine so genannte E-Card erstellen. Mit dieser hat er Zugriff auf alle Communityfunktionen der Site. Er kann zum Beispiel ein eigenes Soundprofil kreieren, das bei jedem Besuch im Hintergrund ertönt, ein Icon entwerfen, das
ihn identifiziert, aus Baukasten mit beschränktem Wortschatz ein persönliches Motto erstellen, das an der Street Parade auf Leinwände projiziert wird, oder er kann Kontakt zu anderen registrierten Benutzerinnen und Benutzern aufnehmen. Einziges Manko: Mac-User mit Internet-Explorer haben nur Zugriff auf eine abgespeckte HTML-Version.
Das Redesign ist ein schöner Glücksfall für Netzgestalter
«Für uns ist der Auftrag zum Design der Street-Parade-Website ein Glücksfall», frohlockt Balz Lendorff, Firmeninhaber und Projektleiter bei Netvertising. «Da die Site keinerlei kommerzielle Ziele verfolgt, sind wir sehr frei in der Umsetzung.» Auch die Sponsoren konnte Netvertising davon überzeugen, auf allzu grosse Logos zu verzichten, da sie sonst eh an Wert verlieren würden.
Ohne erklärte kommerzielle Ziele verzichtet www.streetparade.ch auch weit gehend auf das Sammeln von Userdaten. Einzig für den Newsletter und für das geplante Onlinegame wird die E-Mail-Adresse erfragt. «Geben und Nehmen zwischen Anbieter und User einer Website müssen im Gleichgewicht bleiben, sonst funktioniert die Site nicht», erklärt Lendorff.
Mit dem eigentlichen Ansturm auf die Street-Parade-Site rechnet Dominik Kaiser, der beim Verein Street Parade für die Bereiche Internet und Tonträger zuständig ist, Anfang August: «Dann werden wir bis zu zwei Millionen Pageviews pro Tag generieren.» Dass genügend Surferinnen und Surfer auf der Site vorbeischauen, dafür sorgen die Hinweise auf Event Flyers, Plakaten und in Booklets, die in Bahnhöfen aufliegen. Zusätzlich rühren auch die Medienpartner, darunter Viva und NRJ, die Werbetrommel.
Viele Sponsoren haben kalte Füsse gekriegt
Doch auch nach dem Megaevent wird die Site nicht einfach als Webraumschrott im Internet brachliegen: «Nach der letzten Street Parade haben übers ganze Jahr hinweg noch etwa 500 User pro Tag die Website besucht», berichtet Kaiser, «vornehmlich am Nachmittag zu Bürozeiten.»
Da die Website vor allem die eigenen Kosten decken soll und mehr nicht, verzichtet der Verein Street Parade auf eine flächendeckende Vermarktung. Die an anderen Orten üblichen Bannerschaltungen kommen nicht in Frage. Der Verein setzt dafür auf das Sponsoring einzelner Angebote wie zum Beispiel des Newsletters.
Die Aufgabe der «sanften» Vermarktung von streetparade.ch hat der Onlinevermarkter Banner.ch aus Küsnacht übernommen. Trotz klar definierter Zielgruppe und dem erwarteten grossen Ansturm auf die Site dürfte dies allerdings kein Kinderspiel werden: Letzten Herbst seien noch mehrere Internetfirmen mit riesigen Beiträgen am Sponsoring interessiert gewesen, weiss Kaiser zu berichten. «Heute ist davon kaum noch etwas zu spüren», berichtet Kaiser.

Brasiliens Werber im Awardregen

Am Festival Mundial de Publicidade in Brasilien gingen die US-Werber für einmal leer aus

Am Festival Mundial de Publicidade in Brasilien gingen die US-Werber für einmal leer ausVon Stefan Hofmann* Vom 13. bis 16. Juni ging im brasilianischen Gramado das 13. Festival Mundial de Publicidade über die Bühne. Es findet im Zweijahresrhythmus statt und gilt als wichtigster Event der Kommunikationsbranche im lateinamerikanischen Sprachraum.
Erstaunlich ist der provinziell anmutende Austragungsort, weitab von den grossen Ballungszentren und Werbehochburgen São Paulo, Rio de Janeiro und Brasilia. Gramado liegt in Rio Grande do Sul, dem südlichsten Staat Brasiliens, auf einer Hochebene, zwei Stunden von Porto Alegre entfernt. Wenngleich brasilianische Werber grössere Distanzen gewohnt sind – für eine Präsentation fliegt man hier schnell mal drei bis vier Stunden –, scheint die recht komplizierte Anreise zum Festival doch etwas auf die Besucherzahlen zu drücken.
Luiz Coronel, Präsident der durchführenden Organisation Latin American Association of Advertising Agencies (ALAP), zeigt sich jedoch mit den 3500 Besuchern aus 30 Ländern zufrieden, insbesondere angesichts der derzeit über Brasilien verhängten Stromrationierung. Ausser beim Marktleader für Energiesparlampen, der seinen Umsatz in Brasilien innerhalb von drei Wochen um rund zehn Millionen Reais (9,5 Millionen Franken) oder 35 Prozent steigern konnte, wirkt sich nämlich die Massnahme insgesamt dämpfend auf die Wirtschaft und damit auch auf die Reisebereitschaft aus.
Zum Gramado-Festival waren Arbeiten in portugiesischer, spanischer und englischer Sprache zugelassen. Eingereicht wurden heuer insgesamt 1768 Kampagnen von 179 Agenturen aus 12 meist südamerikanischen Ländern. Die Abstinenz der übrigen führenden Werbeländer erklärt sich mit einer Terminkollision: Das Gramado-Festival, es ist vorwiegend im lateinamerikanischen Sprachraum von Bedeutung, wurde kurz vor dem Cannes-Festival durchgeführt.
Im eigenen Kontinent räumen die Brasilianer Awards ab
Trotz der unbestrittenen Dominanz der Fernsehwerbung im lateinamerikanischen Medienmix sind lediglich 476 TV-Spots eingereicht worden – ihnen stehen 708 Anzeigenkampagnen gegenüber. Markant tiefer liegen die Einreichungen bei den Grafischen Publikationen mit 260, den Radiospots mit 191 und der Aussenwerbung mit 141 Arbeiten.
Ganz im Gegensatz zum provinziellen Veranstaltungsort war die Festivaljury international besetzt. Nebst Persönlichkeiten aus den Mitgliedstaaten der ALAP wurden Kommunikationsspezialisten aus Europa, den USA und aus Asien in die Jury bestellt.
Die Stellung als eines der führenden Länder für kreative Werbung, die Brasilien bei internationalen Wettbewerben wie New York, Cannes oder London im Laufe der letzten Jahre regelmässig einnimmt, bestätigte sich auch am Gramado-Festival. So gingen 19 von 27 Gold-Awards, 28 von 47 Silber-Awards und 33 von 57 Bronze-Awards sowie 4 von 5 Grands Prix an brasilianische Agenturen. Auch der Sonderpreis für das bestgenutzte Medium ging für eine Aussenwerbekampagne an Brasilien. Den Amazonas-Sonderpreis für die beste Ökokampagne holte sich dagegen eine Agentur aus Portugal. Argentinien belegte im Länder-Ranking nach Brasilien den zweiten Platz, gefolgt von Portugal, Uruguay, Mexiko, Kolumbien, Japan und Moçambique. Kuba, die USA und Ecuador gingen leer aus.
Das Gewicht, das TV-Werbung in südamerikanischen Ländern, vor allem aber in Brasilien besitzt, zeigte sich auch in der Qualität der Arbeiten. Während wirklich herausragende Kampagnen in den meisten Kategorien eher dünn gesät waren, lag das Niveau bei den TV-Spots aus Brasilien deutlich höher.
Gut belegt waren die als Rahmenveranstaltungen des Festivals geführten Themenevents und Workshops. In seiner Show «The design and control of digital communication» plädierte der englische Werbefilmer und Digital-Designer Tony Kaye für einen ganzheitlicheren und differenzierteren Umgang mit elektronischen Medien in Bezug auf die Wertvorstellungen der Anwender.
Luis Bassat, Präsident von Ogilvy & Mather, Spanien, und Luis Augusto Cama, Vizepräsident von Ogilvy & Mather, São Paulo, zeigten und analysierten die erfolgreichsten TV-Spots der letzten Jahre.
Im Umfeld des Festivals lud die Latin American Association of Advertising Agencies Vertreter aus Politik und Kommunikation zu einem Businesslunch, der den Gedankenaustausch zu Themen der kommerziellen Kommunikation bot. In diesem Rahmen unterhielten sich Paulo Renato de Souza, der brasilianische Minister für Bildung, und der Autor dieser Zeilen über allfällige Möglichkeiten zum Austausch von jungen Berufsleuten zwischen der Schweiz und Brasilien im Sinne von Stages und vereinbarten ein weiteres Gespräch zum gegebenen Zeitpunkt.
*Stefan Hofmann war bis vor kurzem Client Service Director von BDWHS, Baden, und ASW-Präsident. Er wirkte am Festival Mundial de Publicidade in Gramado als Mitglied der TV-Jury.
Top Twenties Mit einem Grand Prix, 3 Gold-, 2 Silber- und 4 Bronze-Awards war Carillo Pastore EURO RSCG (Brasilien) beste Agentur. Unter den Top Twenties platzierten sich zudem Click (Brasilien), Savaglio TBWA (Argentinien), Master (Brasilien), Upper (Brasilien), DZP (Brasilien), McCann-Erickson (Portugal), Doctor Propaganda (Brasilien), Competence + MKT (Brasilien), ADN (Uruguay), Martins + Andrade (Brasilien), V&S (Brasilien), McCann-Erickson (Argentinien), Comunicação Carioca (Brasilien), Pejota (Brasilien), Escala + MKT (Brasilien), Edson, Augusto, Handler, Costa (Brasilien), Strat (Portugal), Clemente Camara (Mexiko), Sancho BBDO (Kolumbien).

Werbung auf Vorlesungsskripts.

Die auf Hochschulwerbung spezialisierte Mediaagentur Go Uni Werbung bietet neu Inserateflächen auf den Vorlesungsunterlagen der Universität St. Gallen (HSG) an.

Die auf Hochschulwerbung spezialisierte Mediaagentur Go Uni Werbung bietet neu Inserateflächen auf den Vorlesungsunterlagen der Universität St. Gallen (HSG) an. Interessenten sollen dabei gleich ganze Studienrichtungen buchen, für mindestens ein Semester. Die Zielgruppe – junge Studierende der Betriebswirtschaft – lässt sich durch Semesterzahl und Studienrichtung noch genauer unterteilen. Pro Skript ist jeweils eine Firma auf den Umschlagseiten präsent.Tafelnde Autoringe. Wenn Maggi, Nutella, Coca-Cola oder Philadelphia (Käse) ein Kochbuch zur Markenerinnerung beim Buchkäufer in Auftrag geben, redet man von Synergien. Wovon ist aber die Rede, wenn ein Autohersteller ein Kochbuch zur Welt bringt? Natürlich, vom «Vorsprung durch Technik». Das passt zu Rädern und Ringen (vier für Audi!). Also fotografiert man die von Rico Zandonella, Chef de cuisine in Petermann’s Kunststuben komponierten Teller wie Autoreifen. Und wo sind die Synergien? Markenleiter Audi bei Importeur Amag, Ernesto Larghi, weiss es genau: «Auf dem Teller und beim Autobau sind höchste Qualität gefragt.» Kein Buch für Fussgänger also. Kaufen können sie es trotzdem: für 59 Franken in Amag-Boutiquen und beim Audi-Vertreter. Dort kann man Autos probefahren, aber leider (noch) keine Zandonella-Gerichte probeessen…
Brennende Kerze für Camel. McCann-Erickson lässt sich nicht lumpen: Zum dreissigjährigen Bestehen des Produktionsstandorts Schweiz schenkte die Werbeagentur dem Zigarettenriesen Camel ein Plakat. Sujet des Plakats: eine Hand in typischer Zigarettenhaltung mit einer brennenden…Kerze. Verantwortlich für das Plakat waren: Claude Catsky (Konzept/Idee) und Daniel Comte (Art). Catsky dazu: «Ist es nicht schön zu sehen, wie sich eine grosse Agentur auch bei kleinen Dingen wie diesem Geburtstagsplakat ganz viel Mühe geben kann?» Die Camel-Verantwortlichen bei JT International fanden den Scherz mit der rauchenden Geburtstagskerze übrigens sehr gelungen.
DIE LUST AM SKATEN POTENZIERT. Zürich sei vielleicht nicht der Nabel der Welt, aber definitiv das Zentrum der Asphaltsurferszene, schreibt die Schwingboard Connection in einer Pressemitteilung. Der Verein zur Förderung des Old-School-Skatings plant, seinen an der Josefstrasse 73 in Zürich domizilierten Rollladen als Treffpunkt der offenbar über 3000 Boarder zählenden Szene zu etablieren. Dabei kann der auf Slalomskateboards und Longboards spezialisierte Skatershop auf die werbliche Unterstützung von Wirz Werbung, Zürich, zählen, wo der Präsident der Schwingboard Connection, Roger Grolimund, als Berater tätig ist. Bildlich und farblich setzt ein witziges Plakat das Feeling um, das den Asphaltsurfer stimuliert, wenn er auf einem X-Large-Skateboard steile Strassen hinunterjagt.
ABSTIMMUNGSPLAKATE IN DER NATIONALBANK. Abstimmungsplakate sind gleichsam die letzten Paukenschläge, bevor ein Abstimmungskampf seinem Höhepunkt zustrebt. Dabei werden die Anliegen auf das Entscheidende zugespitzt, denn an der Urne gilt einzig Ja! oder Nein! Beide Worte stehen deshalb als Titel über einer Ausstellung mit Schweizer Abstimmungsplakaten aus den Jahren 1918– 1958. Die Plakatsammlung des Zürcher Museums für Gestaltung ist damit zu Gast bei der Schweizerischen Nationalbank, wo die Plakate in den Schaufenstern des frisch renovierten Gebäudes an der Fraumünsterstrasse/Stadthausquai gegenüber dem Bauschänzli ausgestellt sind.
APG weiterhin im Aufwind. Die Allgemeine Plakatgesellschaft (APG), eine Affichage-Tochter, erhöhte die Nettoumsätze im ersten Semester gegenüber der Vorjahresperiode um 12,4 Prozent. Trotz abflachender Konjunktur konnte das Plakat damit im Vergleich zum Gesamtwerbemarkt erneut einen Zuwachs verzeichnen. Für das zweite Halbjahr rechnet die APG weiterhin mit einem eher abgeschwächten Umsatzplus gegenüber dem Vorjahr. Sie stellt zudem eine anhaltende Tendenz zu kurzfristigen Reservationen fest.
Editorial

Böse neue Markenwelt
Schlecht ist die Welt, und schön ist es, ein wenig mitzureiten auf dem Medienkarussell. Nach dieser Devise tingelt der Ex-Werber Frédéric Beigbeder durch die Lande. In seinem Roman «39,90» beschreibt er die Welt der Werbung als ein Pandämonium. Die kulturrevolutionäre Kampfschrift «No Logo!» der Kanadierin Naomi Klein ist Kult geworden. Und auch in der Schweiz findet die Antimarkenbewegung immer stärkere Resonanz.
Erstaunlicherweise ist diese Kritik aber nicht neu. Wieder stehen die «geheimen Verführer» und der «Reklamecharakter der Kultur» (Adorno) am Pranger. Neu ist dagegen der Tonfall: Die neue Marken- und Werbekritik gibt sich eigentümlich unironisch. Der Scheinwelt der Marken wird Wirklichkeit und Moral entgegengehalten. Dabei ist absehbar, dass die Welt hinter der Markenwelt nicht wirklicher ist als die Markenwelt selber.
Die Antimarken-Partisanen sind blind für die Tatsache, dass der Antrieb, der den Entfremdungsmechanismus der Markenbildung in Gang bringt, derselbe ist wie ihr eigener Antrieb: das Verlangen, etwas «Wahres» ausserhalb des Markensystems zu bannen.
Mit dem «Skandal» einer nicht aufzubrechenden Immanenz müssen wir leben. Bleibt die spielerische Gelassenheit der aufgeklärten Welt, dass man sich eben nur zwischen Marken entscheiden kann, weil auch die Nicht-Marke schon eine ist.
Vom 12. bis 13. September führt das GDI in Rüschlikon seine 51. Internationale Handelstagung durch. Eingeladen ist auch Kalle Lasn, Gründer und Herausgeber von Adbuster, der einen unbestechlichen Ruf für seine gewitzte Kritik am Branding erworben hat. Für Auseinandersetzung auch hierzulande ist gesorgt. Samuel Helbling

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