Knapp positiv

Bruttowerbeaufwand im Mai rückläufig

Bruttowerbeaufwand im Mai rückläufigDie Bruttowerbeausgaben sind im Mai um 1,4 Prozent auf 371,362 Millionen Franken zurückgegangen. Damit waren die Werbeausgaben dieses Jahr bereits zum zweiten Mal im Krebsgang.Die Tageszeitungen schnitten um 4,8 Prozent schlechter ab als im Mai 2000. Publikumszeitschriften buchstabierten 1 Prozent zurück. Unter den Printmedien traf es die Fachzeitschriften mit minus 10 Prozent am härtesten.
Einen Schwächeanfall verzeichneten auch die elektronischen Medien. Sowohl beim Fernsehen als auch beim Radio ging der Bruttowerbeaufwand um je 3,5 Prozent zurück. Neben diesen negativen Entwicklungen gab es aber auch gegenläufige Tendenzen: Die Kinowerbung legte um 12,2 Prozent zu. Die Plakatwerbung machte mit einem Plus von 21,6 Prozent regelrechte Höhenflüge. Die Internetbannerwerbung war mit 11,8 Prozent im Vormarsch. Auch beim Teletext ging es mit 2,6 Prozent vorwärts.
Kumuliert für die ersten fünf Monate des laufenden Jahres liegt der Bruttowerbeaufwand mit einem Plus von 0,1 Prozent noch knapp im positiven Bereich. Sehr komfortabel steht die Plakatwerbung da, die für das laufende Jahr um 10,2 Prozent im Vorsprung ist. Die Internetbannerwerbung liegt sogar um 10,6 Prozent über dem Vorjahr. Und ebenfalls sind Fernsehen, Teletext und Kinowerbung nach wie vor auf der Gewinnerseite. Am meisten verloren haben seit Jahresbeginn die Tageszeitungen, die um 3,1 Prozent im Krebsgang waren. Und auch beim Radio fällt der Rückschritt mit minus 2,1 Prozent markant aus. Daniel Schifferle
Bruttowerbeaufwand nach Medien Mai 2000/2001 im Vergleich
in 1000 Fr. / 2000 in 1000 Fr. / 2001 +/– in %
Tageszeitungen 162823 154986 –4,8
Publikumszeitschriften 71439 70728 –1,0
Fachzeitschriften 24064 21648 –10,0
TV 64785 62544 –3,5
Radio 11583 11175 –3,5
Kino 2376 2667 12,2
Teletext 1865 1913 2,6
Plakat 36231 44057 21,6
Internetbanner 1470 1644 11,8
Gesamt 376636 371362 –1,4
Quelle: Media Focus

Tanner steigt bei Wirz aus

Vergangenen Juli holte Wirz Werbung, Zürich, den ehemaligen leitenden WHS-Kreativen Hans Tanner als stellvertretenden Vorsitzenden in die Geschäftsleitung.

Vergangenen Juli holte Wirz Werbung, Zürich, den ehemaligen leitenden WHS-Kreativen Hans Tanner als stellvertretenden Vorsitzenden in die Geschäftsleitung.Nach einer Übergangsphase von einem Jahr hätte Tanner von Hans Ulrich Schweizer den GL-Vorsitz übernehmen sollen. Dazu kommt es nicht: Auf Grund der «gegenwärtigen strukturellen Bedingungen» lehnt Hans Tanner die Funktion ab und verlässt die Agentur. (ew)

Eine vorzügliche Ehe

Die Kiosk AG verlängert vorzeitig den Vertrag mit Plakanda

Die Kiosk AG verlängert vorzeitig den Vertrag mit PlakandaVon Markus Knöpfli Der Aussenwerber Plakanda und die Kiosk AG haben ihren Vertrag für Plakate an Kioskverkaufsstellen verlängert. Der neue Vertrag ist bis 2004 gültig. In der Deutschschweiz und im Tessin hat Plakanda auch die meisten freien Kioske unter Vertrag.
Der bisherige Vertrag zwischen Plakanda und der Kiosk AG wäre an sich erst Ende Jahr ausgelaufen, dennoch wurde der neue Vertrag rückwirkend per 1. Januar 2001 in Kraft gesetzt. Gründe dafür wurden keine angegeben.
Gemäss Claudio Tozzini, Marketingleiter der Kiosk AG, hat Plakanda die Aufgabe, gemeinsam mit der Kiosk AG die an Kioskstellen gebräuchlichen Plakatgrössen B4, Baby-B4 (auch P40 genannt) und Baby-B12 zu vermarkten. Zweitens übernimmt Plakanda den ganzen Plakataushang.
Die Kiosk AG besitzt in der Deutschschweiz und im Tessin 1320 Verkaufsstellen, davon sind 700 mit Trios (drei Baby-B12 nebeneinander, die grösste Fläche an Kiosken), ausgerüstet, 150 mit B4-Flächen, 180 mit P40. Das Plakatnetz der Kiosk AG bezeichnet Beat Roeschlin, CEO von Plakanda, denn auch als «wichtige Bereicherung» für seine Firma. «Es bietet uns die Möglichkeit, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, um die Kioskkunden noch auf dem Gang zum Kaufakt zu beeinflussen.» Berichte, wonach der Vertrag mit der Kiosk AG umsatzmässig grösser als der Werbenutzungsvertrag des Flughafens Genf sein soll, wollte Roeschlin hingegen nicht bestätigen.
Eine Logistikaufgabe hätte die APG nicht interessiert
Der Vertrag zwischen Plakanda und Kiosk AG hat bereits Tradition. 1991, bei der Fusion der Kiosk AG Bern und der Schmidt-Agence zur Kiosk AG, brachte die Schmidt-Agence den Vertrag mit Plakanda in die Ehe mit. Seither wurde er ohne Unterbruch mehrmals verlängert. Diesmal allerdings führte die Kiosk AG auch Gespräche mit der APG. Tozzini dazu: «Wenn man mit dem bisherigen Partner in allen Bereichen zufrieden ist, gibt es keinen Grund zu wechseln.»
Etwas anders sieht es Affichage-CEO Christian Kauter: «Wir haben uns weder beworben noch eine Offerte vorgelegt, denn die Kiosk AG verkauft ihre Plakatflächen mehrheitlich selbst. Eine reine Logistikaufgabe war für uns nicht interessant.»
In der Deutschschweiz und im Tessin verfügt Plakanda praktisch über ein lückenloses Kioskplakatnetz (allerdings ohne Tankstellenshops), hat sie doch auch einen Vertrag mit dem Schweizerischen Kioskinhaber-Verband. Dort sind 350 freie
Kioske zusammengeschlossen, davon 40 in der Romandie und 20 im Tessin. In der Westschweiz hingegen vermarketet der Pressegrossist Naville mit rund 200 Verkaufsstellen die Plakatflächen selbst.

Radiopools vor Schicksalsfrage

Pool 2000 und City-Pool bleiben vorerst noch – doch die neuen Daten von Radiocontrol könnten das ändern

Pool 2000 und City-Pool bleiben vorerst noch – doch die neuen Daten von Radiocontrol könnten das ändernVon Markus Knöpfli Die grossen Radiowerbe-Kombinationen City-Pool (Basilisk, Pilatus, ExtraBern) und Pool 2000 (Z, Argovia, BE1, Edelweiss, Regenbogen, Sunshine, BeO, Canal 3) bestehen vorläufig wie bisher weiter. Nicht auszuschliessen ist allerdings, dass die Radiocontrol-Daten bis spätestens in einem Jahr neue Seilschaften entstehen lassen.
City-Pool und Pool 2000 beschlossen an separat geführten Sitzungen, sich nicht zu trennen. Allfällige Kündigungen per Ende Jahr hätten in beiden Pools bis zum 30. Juni erfolgen müssen. «Wir können mit dieser Situation leben», sagt denn auch Felix Kilchsperger, Verkaufsleiter Radio beim Vermarkter Radiotele.
Die grösste Veränderung ergab sich beim Pool 2000: BeO-Sendeleiter Martin Muerner wurde einstimmig als neuer Pool-Geschäftsleiter gewählt (bleibt aber bei BeO). Er tritt die Nachfolge von Pool-Gründer Christian Stärkle an. Stärkle hat vor zwei Monaten als Geschäftsführer von Radio Argovia und Tele M1 zur Vermarkterin Belcom (Radio 24, Tele 24, Tele Züri) gewechselt und ist damit aus dem Pool 2000 ausgeschieden.
Dass die beiden Pool-Konstellationen unverändert blieben, ist dennoch nicht ganz selbstverständlich. Zum einen darum, weil der City-Pool «eine umworbene Braut» sei, wie sowohl Monique Stauffer, Verkaufsleiterin bei Radio Basilisk, als auch Joachim Freiberg, Geschäftsleiter von Radio Pilatus, betonen.
Beide gaben jedoch keine Auskunft darüber, aus welcher Ecke die Avancen angetragen wurden. Nur soviel: Ex-Mitglied Radio 24 und Radio Aktuell gehören nicht zu den Freiern. Und andere ungebundene Radios kämen für den City-Pool wohl ohnehin nicht in Frage. Und überhaupt, so Stauffer, mache man sich über eine Poolerweiterung erst wieder ernsthafte Gedanken, wenn die Radiocontrol-Zahlen auf dem Tisch lägen.
Offensichtlich hatte man beim City-Pool aber auch mit einem Auseinanderbrechen des Pool 2000 gerechnet. Eine solche Bewegung anzunehmen, das war nicht ganz abwegig. Denn ausgerechnet Christian Stärkle hatte dort offenbar versucht, das nun von ihm umsorgte Radio 24 an die Stelle von Radio Z einzubringen.
Ein offizieller Antrag ging allerdings bei Pool 2000 nicht ein, wie Muerner auf Anfrage sagte, und auf der Tagesordnung sei dieses Thema auch nicht gestanden. Dennoch wurde dieser Punkt diskutiert – unter der Frage: Wie weiter mit dem Pool 2000? Muerner bestätigt auch, dass es «harte Diskussionen» gegeben habe, weist aber darauf hin, dass die dafür nötige Pool-Kündigung nie erwogen wurde.
Am meisten ärgern sich die Sender über Preisdumping
Unter dem erwähnten Traktandum wurde auch die (mangelnde) Tariftreue einzelner Poolmitglieder gerügt. Dem Vernehmen nach scheint primär Radio Z im Preisbereich das schwarze Schaf zu sein. Das könnte auch der Grund sein, weshalb manche Pool-Mitglieder halblaut über einen Tausch «Radio 24 gegen Z» nachgedacht haben. «No comment», sagt dazu der gute Hirte Muerner. Nur soviel: Preisdumping sei in der ganzen Szene immer wieder ein Thema.
Michael Frank, Geschäftsführer des Radio Z-Vermarkters IP Multimedia, kann über den Dumping-Vorwurf «nur lachen». «Wir machen keine Dumpingpreise, aber wir müssen uns natürlich mit Radio 24 quervergleichen», sagt er. Und mit Verweis auf die neuen Radiocontrol-Zahlen stellt er die Frage, weshalb wohl Radio 24 wieder nach einem Pool Ausschau halte. Recht hat er – doch die Frage bleibt unbeantwortet, denn von Radio 24 waren weder Stärkle noch Richi Gasser für eine Stellungnahme erreichbar.
Fest steht nur soviel: Beim Pool 2000 bleibt weiterhin alles beim Alten. Muerners Begründung zu dieser Feststellung: «Wenn das Boot einigermassen gut schwimmt, wäre es dumm, den Pool und seinen Namen zu gefährden.» Zudem hätten die Radios vereinbart, einander die neuen Radiocontrol-Zahlen erst am Radio-Day am 30. August zu präsentieren. Ohne die Facts, sprich: Verlierer und Gewinner zu kennen, wäre deshalb eine Neuzusammensetzung «eine schlechte Voraussetzung für einen Wirbel in der Szene», sagte Muerner.
Radiocontrol und Tarifpolitik Am 3. Juli fand auf Einladung von Martin Muerner, Vorstandsmitglied im Verband Schweizer Privatradios (VSP) eine Tagung zum Thema «Radiocontrol und Tarifpolitik» statt. Neben Publica Data und Radiotele waren alle (!) Deutschschweizer Privatradios anwesend, ebenso mehrere Vertreter des welschen Privatradio-Verbandes RRR. Hauptfrage war, wie sich die neue Radiowährung auf die Tarifgestaltung auswirken wird und wie die Radiocontrol-Daten künftig dem Markt angeboten werden sollen. Über die Ergebnisse wurde zwar Stillschweigen vereinbart, doch Muerner teilte mit, dass man sich in den Grundzügen einig war. So wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, die nun Details ausarbeiten soll. Möglicherweise folgt Anfang August ein zweites Treffen. Auf jeden Fall sollen aber bis zum Radio-Day definitive Resultate vorliegen.

«Massgeschneiderte» Mediaplanung

Der Mediaspezialist Urs Schneider (51) hat seine eigene Agentur, die Mediaschneider AG, gegründet.

Der Mediaspezialist Urs Schneider (51) hat seine eigene Agentur, die Mediaschneider AG, gegründet.Im Zürcher Seefeld startet er am 9. Juli mit seinem Team. Der langjährige ehemalige Geschäftsführer der m & m Mediaagentur will sein Know-how künftig für persönliche, individuelle Media- und Marketingberatung nutzen.Diese Beratung umfasst laut Schneider alle klassischen und neuen Medien bis hin zu Sonderwerbeformen. Die Leistungen der neu gegründeten Agentur decken die Bereiche Strategie, Planung und Service ab, die je nach Bedürfnis einzeln oder als Fullservice von Kunden oder Werbeagenturen genutzt werden können.
Im Zentrum stehen für Urs Schneider «immer die Werbewirkung, die Erwartungen und die Ziele, nach denen Werbeinvestitionen getätigt werden». Das Fundament für den Erfolg sieht er deshalb in der strategischen Beratung, die den Schwerpunkt seiner Tätigkeit bilden wird.
Schneider hat sich in Räumlichkeiten der Mediaagentur Robert C. Baier an der Seefeldstrasse 108 in Zürich eingemietet. Diese waren nach der Redimensionierung von Baiers Mediaagentur im vergangenen Frühjahr frei geworden (WW 19/01 und 23/01). Beide Mediaagenturen sind laut Schneider aber vollständig unabhängig voneinander; lediglich die Infrastruktur werde gemeinsam genutzt.
Schneider startet seine Agentur zusammen mit zwei weiteren Mitarbeitenden. «Beides Personen, die ein breites Wissen und langjährige Erfahrung in der Medienbranche, im Marketing und in der Werbung mitbringen», sagt Schneider. Auch Kunden seien bereits vorhanden, versichert er, will diese aber zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht nennen.
Vor allem im Bereich TV-Planung und -Optimierung will seine Agentur «neue Möglichkeiten» anbieten. Zum Service gehören neben Mediaeinkauf und Abwicklung auch ein umfassendes Mediakontrollsystem, das neue Aspekte der Erfolgskontrolle beinhalte. Schneider: «Durch kompetente Beratung und gezielten Service wollen wir die Zusammenarbeit im Sinne einer echten Partnerschaft vertiefen und die Resultate der Medieninvestitionen transparenter machen.» (dse)

News: Geo neu mit Schweiz-Redaktion

Gruner und Jahr wertet seine Schweizer Ausgabe des Magazins Geo mit einer eigenen Redaktion auf.

Gruner und Jahr wertet seine Schweizer Ausgabe des Magazins Geo mit einer eigenen Redaktion auf.NewsGeo neu mit Schweiz-Redaktion
Die Leitung liegt bei Alex Baur. Bei der Umsetzung der Reportagen steht ihm Brigitte Hürlimann zur Seite. Sie hat sich vor allem
mit Reportagen in den NZZ-
Wochenendbeilagen einen Namen gemacht. Ab der Juli-Nummer wird Geo Schweiz regelmässig mit Schweizer Themen aufwarten. Zehn Bereiche wurden abgesteckt, die alternierend behandelt werden: Forschung, nationale Projekte, Architektur, Porträts, urbanes Leben, ländliche Regionen, Brauchtum, Gesellschaft, Events und Kultur. Das erste Geo Schweiz erscheint am 23. Juli. Inserenten profitieren von der Platzierung der Schweizinhalte zuvorderst im Heft.
TV 3 relauncht Website Die Website des Privatfernsehsenders TV 3 präsentiert sich in neuer Aufmachung. Das bisherige düstere Schwarz ist wechselnden Farben gewichen, die Navigation wurde verbessert, und die rechte Fensterseite steht nun für ein Skyscraper-Banner zur Verfügung. Inhaltlich sind besonders Community-Angebote dazu gekommen: Im «Millionärs»-Trainingscamp testen Besucher, wie gut sie in der Quizshow abschneiden würden. Weitere Quizes und Onlinegames stehen ebenso zur Verfügung wie Foren zu ausgewählten Sendungen. Realisiert wurde die Site von den Agenturen Pixelpost (Design) und Gate 49 (Programmierung).

Aus dem Geist des Klassenkampfs

Die Unternehmerzeitschrift A Propos wird von welschen Patrons ihren Mitarbeitenden gratis abgegeben

Die Unternehmerzeitschrift A Propos wird von welschen Patrons ihren Mitarbeitenden gratis abgegebenVon Christophe BüchiUnter dem Titel A Propos erscheint in der Westschweiz neu eine Zeitung mit eigenwilligem Marketingkonzept. Die Monatszeitschrift wird von einer Gruppe von Unternehmen gratis an ihre Mitarbeiter verteilt – die Firma kostet das Heft nur zehn Franken pro Abo.
Aus der welschen Wirtschaftspresse kommen zurzeit gegensätzliche Signale. Während gewisse Herausgeber leiden und teilweise sogar ans Aufhören denken – vor einigen Tagen gab die Agefi-Gruppe die Einstellung des E-Economy-Magazins Future(s) bekannt –, sind andere voller Optimismus und Zukunftspläne. Zu ihnen gehören die Verleger des Wirtschaftsmagazins A Propos, das vergangenes Jahr relaunched wurde und bereits neun Ausgaben vorweisen kann.
A Propos will weder elitär noch seicht sein
Die Zeitschrift, die zehnmal jährlich erscheint, ist ein Zwitter zwischen einer Gratiszeitung und einer abonnierten Publikation. Sie wird von einer Genossenschaft herausgegeben, der welsche Unternehmen und Arbeitgeberverbände angehören. Die Zeitschrift wendet sich an Unternehmen und wird über Kollektivabonnements abgesetzt. Sie will über politische und wirtschaftliche Themen informieren, die die Privatwirtschaft direkt berühren. Daneben ist die Zeitschrift aber auch als ein breit gefächertes Magazin gedacht, das einen Unterhaltungswert haben soll.
Cynthia de Araujo, Präsidentin der Herausgeberrats, formuliert die Zielsetzung so: «A Propos möchte populär und allgemein verständlich sein, aber auf einem guten Niveau. Das Blatt soll also weder elitär noch seicht daher kommen. Es will engagierte Analysen bieten und somit einen Kontrapunkt setzen zur Beliebigkeit der Boulevardmedien.»
Um diesem Ziel näher zu kommen, wurde die Redaktion einem bestandenen Profi anvertraut, dem Walliser Jean-Jacques Zuber, Inhaber eines Kommunikationsbüros in Monthey. Der Sekretär der Arbeitgeberverbands der Uhrenindustrie, François Matile, der ebenfalls aus dem Journalismus kommt, zeichnet als Directeur de publication. Daneben werden freischaffende Journalisten eingesetzt. Diese hoch karätige Herausgeberschaft soll für ein gutes Niveau, aber auch für eine professionell angenehme Machtart bürgen.
Die Zeitschrift wirkt tatsächlich gepflegt, auffallend unprätenziös und doch optisch reizvoll. Gedruckt wird auf einem mittelschweren Papier, das aber ohne Hochglanz auskommt. Der Text hat eindeutig Vorrang, doch wurden grosse Anstrengungen gemacht, um die Textfläche mit Bildern grosszügig aufzulockern. Gediegene grasgrüne Titel setzen optische Lesetupfer. Fotos, Kreuzworträtsel und andere Illustrationselemente werden gezielt eingesetzt. Und der welsche Karikaturist Mix et Remix, aufsteigender Star der welschen Comicsszene, steuert zu jeder Nummer einen Cartoon bei.
Ein Erbe des Klassenkampfes aus den Vorkriegsjahren
A Propos ist die Neuauflage einer alten guten Idee. Denn die «Grossmutter» des Medienbabys wurde bereits im Krisenjahr 1933 gegründet, unter dem sehr seriösen Namen Industrie et Travail. Pate stand der Verband der Schweizer Maschinenindustrie. Die Idee war, den Arbeitnehmern die patronale Sicht näher zu bringen und dabei ein Gegengewicht zu den Gewerkschaftszeitungen zu bilden.
Die Idee schlug ein. Die Zeitung gedieh und wurde bald auch in die deutsche und italienische Schweiz exportiert, wo sie Werkzeitung und Industria e Lavoro hiess. Während 40 Jahren ging das alles sehr gut. Doch in den kriselnden Siebzigerjahren kam die Zeitschrift ins Schlingern. Angesichts der audiovisuellen Medien sah das Blatt plötzlich alt aus. 1983 kam es zu einem Relaunch, wobei die Zeitschrift in Opinions umgetauft wurde. Aber auch dies brachte keine richtige Wende.
So entschied man sich letztes Jahr zu einem richtigen Neuanfang. Das Resultat? 11600 Abonnemente werden zurzeit abgesetzt. Das lässt sich durchaus sehen. A Propos möchte Unternehmen und ihr Personal über politische und wirtschaftliche Themen informieren, die sie angehen – «former et informer» formuliert es de Araujo. Aber: Sind Unternehmen noch bereit, etwas Geld für eine Zeitschrift auszugeben, auch wenn diese nicht direkt PR für das einzelne Unternehmen betreibt? Im Zeitalter des kurzfristigen Return on Investment ist dies die grosse Frage.
Auf zur NZZMit diesem Artikel verabschiedet sich unser langjähriger Westschweizer Korrespondent Christophe Büchi von der WerbeWoche. Büchi wechselt zur Neuen Zürcher Zeitung, deren Leser er künftig über politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen in der Romandie auf dem Laufenden halten wird. Die WerbeWoche wünscht ihm Freude und Befriedigung in seiner neuen Herausforderung.

«Viel Gewinn mit wenig Kunden»

Fuhrer und Partner analysiert mit der Studie Marktbearbeitung 2001 die Schweizer Händler und Hersteller

Fuhrer und Partner analysiert mit der Studie Marktbearbeitung 2001 die Schweizer Händler und HerstellerDas Schweizerische Verkaufsförderungsforum präsentierte am Seminar Promo-Power 2001 die Studie Marktbearbeitung 2001. Sie befasst sich mit den Konflikten zwischen Verkaufsförderung am POS und klassischer Werbung sowie der Konkurrenz zwischen Eigen- und Herstellermarken. Martin Hotz ist Mitinhaber der Marketingagentur Fuhrer und Partner, die die Studie durchgeführt hat.Welches sind die wichtigsten Ergebnisse Ihrer Studie?
Martin Hotz: Beeindruckend ist der hohe Stellenwert der Verkaufsförderung. Sie wird – verstanden als Investitionen in den Handel – in Zukunft noch stark an Bedeutung gewinnen.
Verliert also die klassische Produktwerbung an Bedeutung?
Hotz: Experten prognostizieren die Stagnation der klassischen Werbung. Händler und Hersteller suchen nach Mitteln und Massnahmen, die zum sofortigen Verkaufserfolg führen. Schweizer Unternehmen sind gezwungen, ihre finanziellen und personellen Ressourcen vermehrt am Handel zu orientieren. Dieser hat die Verfügungsmacht über den POS. Dort wird letztlich ein Grossteil der Kaufentscheide getroffen.
Welche Tipps hält die Studie für den Handel bereit?
Hotz: Die Positionierung über den Preis ist im Handel allgegenwärtig, im Food- wie im Nonfoodbereich. Alternative Ansätze wie Service, Kundenorientierung und Convenience haben dagegen noch immer eine untergeordnete Bedeutung. Hier liegt ein grosses Potenzial brach. Tiefe Preise können zwar Umsatzvolumen und Marktanteile generieren, fördern aber nicht zwingend die Rentabilität.
Wo liegt das Potenzial des Schweizer Handels?
Hotz: Das Wissen über den Kunden und sein Verhalten ist das Erfolgselement der Zukunft. Dort liegt eine grosse Schwachstelle des Schweizer Handels. Die Eier legende Wollmilchsau, also das Geschäft, das alles für alle anbietet, können sich nur wenige leisten. Alle anderen müssen eine Nischenpolitik anstreben. Daher sollte ein Detailhändler genau wissen, auf wen er sich konzentrieren will.
Doch Kundenbindungsprogramme sind nicht das Gelbe vom Ei.
Hotz: Kundenbindungsmassnahmen sind oft die elektronische Form des Rabattmarkensammelns. Davon profitieren schliesslich nur die Schnäppchenjäger. Die treuen Kunden dagegen sind die rentablen Kunden. Als Detailhändler muss ich mich eher darauf konzentrieren, mit weniger Kunden viel Gewinn zu machen als mit vielen Kunden wenig Gewinn. Um dies zu erreichen, muss man sich ganz klar positionieren.
Sollen sich Detailhändler weniger auf die Preisführerschaft kaprizieren?
Hotz: Genau. Heute sind die Schweinebauchanzeigen, die eine Preisverbilligung ankündigen, sehr dominant. Mit ihnen lässt sich keine relevante Differenzierung erzielen. Wer sich von der Konkurrenz abheben will, sollte nicht so sehr den Preis in den Vordergrund stellen. Erfolgreiche internationale Unternehmen wie beispielsweise Ikea, H&M oder auch Fielmann transportieren neben dem Preisargument immer auch emotionale Lifestyle-Elemente.
Ist die Zeit der Universalhändler abgelaufen?
Hotz: Es gibt heute keine Sparte mehr, in der es nicht genügend oder zu viele Anbieter gibt. Wer als Händler überleben will, muss sich spezialisieren. Sonst wird er austauschbar.
Welche Forderungen richtet die Studie an die Hersteller?
Hotz: Das Kräfteverhältnis zwischen Herstellermarken und Händlermarken verschiebt sich zu Gunsten der Händlermarken. Hersteller müssen sich mit dem Thema Category Management auseinander setzen und den Handel in ihrem Fachgebiet kompetent beraten können. Sie müssen sich verstärkt in die Bedürfnisse des Handels hineindenken, der letztlich als Gatekeeper funktioniert.
Da wäre es doch sinnvoll, wenn Handel und Industrie ihre Kommunikationsmassnahmen zusammen entwickeln würden.
Hotz: Das wäre der Idealfall. Der Handel will möglichst früh einbezogen werden, vor allem, wenn es um Neueinführungen geht. Sonst kommt es immer wieder vor, dass ein Händler eine Eigenmarke produziert, bevor der Markenartikelhersteller ein neues Produkt auf den Markt bringt.
Die von Ihnen geforderte integrierte Kommunikation ist alles andere als originell.
Hotz: Das Schlagwort hat nichts an Aktualität eingebüsst. Am POS herrscht ein Interessenskonflikt zwischen Hersteller und Händler: Der Hersteller will die Platzierung im Regal verbessern, der Händler setzt seinen Retailbrand in den Vordergrund und will den Kassencouponwert maximieren. Wenn die Konkurrenz dasselbe Produkt in der gleichen Präsentationsform verkauft, kann sich der Händler nicht profilieren. So leiden am POS oft die Key Visuals von Herstellermarken.
Schwer tut sich der Handel mit dem Servicegedanken. Von Konsumentenseite wird immer wieder die Servicewüste Schweiz moniert.
Hotz: Dies kommt daher, dass die Kunden oft servicebezogene Faktoren als Grund angeben auf die Frage, warum sie einen bestimmten Laden nicht mehr aufsuchen. Der Kunde von heute weiss, dass es nur ein einziges knappes Gut gibt, nämlich seine Aufmerksamkeit. Im Vergleich mit den USA könnte man im Tagesgeschäft sicher noch einige Verbesserungen vornehmen.
Gibt es dafür gültige Regeln?
Hotz: Service gibt es grundsätzlich nie genug. Aber man muss sich überlegen, welcher Service zu seinem Retailkonzept passt und wie viel davon man bieten kann. Bei Ikea akzeptieren die Kunden, dass sie die Möbel selber zusammensetzen müssen. Im Lebensmittelhandel mussten Zwangsabläufe wie bei Ikea wieder abgeschafft werden.
Die Studie sagt einerseits aus, dass der POS emotionaler werden solle, andererseits müsse die Komplexität der Eindrücke reduziert werden. Wie passen diese Forderungen unter einen Hut?
Hotz: Händler müssen möglichst viel Kundenfrequenz generieren und den Kassencouponwert steigern. Die Fernkommunikation muss Kunden in den Laden locken, der POS muss sie begeistern und überraschen. Der Promotionsrhythmus am POS hat aber zu Informationsüberflutung geführt. Interview: Bruno Amstutz
Marktbearbeitung 2001

Die eben erschienene dritte Auflage der Studie Marktbearbeitung Schweiz 2001 bietet eine umfassende Übersicht über Fakten, Analysen, Trends und Benchmarks in Bezug auf die Gestaltung und den Einsatz der verschiedenen Kommunikationsdisziplinen. Das Werk (136 Seiten) basiert auf einer empirischen Untersuchung und kann zum Preis von Fr. 850.– bezogen werden unter Tel. 01 716 13 73, E-Mail [email protected]

Rufschädigendes Gerücht um IP Multimedia

Das DreiMediaTeam in Zug soll in Besitz von IPM-Kundendaten gelangt sein

Das DreiMediaTeam in Zug soll in Besitz von IPM-Kundendaten gelangt seinGibt der TV-Vermarkter IP Multimedia (IPM) heikle Kundendaten an die Zuger Mediaagentur DreiMediaTeam weiter, weil IPM die Daten selbst nicht auswerten kann? Seit Wochen hält sich ein entsprechendes Gerücht hartnäckig. IPM und das DreiMediaTeam weisen dieses jedoch empört von sich.Wer bei einem TV-Sender Spots bucht, will wissen, wie viele Personen seines Zielpublikums ihn sehen. Dazu führen TV-Vermarkter nach der Ausstrahlung für Kunden eine Auswertung mit von Telecontrol ausgewiesenen Daten durch. Zu diesem Zweck wird ein Tool namens TC 2000 benötigt.
Dieses Tool, so geht das Gerücht, funktioniere bei IPM seit zwei Monaten nicht, weshalb der Schweizer Vermarkter von Pro 7, RTL, RTL 2 und Kabel 1 das Controlling an das DreiMediaTeam vergeben habe. Dieses sei so in den Besitz heikler Kundendaten sowie Mediastrategien von Konkurrenzagenturen gekommen.
Karin Steiner vom DreiMediaTeam verwahrt sich gegen eine solche Zusammenarbeit mit IPM. Controllingaufgaben habe man nie übernommen, sagt sie. Empört reagiert auch IPM-Geschäftsführer Michael Frank. «Wir haben doch kein Interesse daran, diese Daten aus der Hand zu geben», sagt er.
Marcel Zwahlen, IPM-Bereichsleiter TV Deutschschweiz, glaubt zu wissen, wie das Gerücht entstanden sein könnte: Zum einen seien IPM und das DreiMediaTeam freundschaftlich miteinander verbunden, auch habe das DreiMediaTeam kürzlich bei der IPM eine interne Schulung am TC 2000 durchgeführt. Zweitens habe das TC 2000 nach dem Umzug nach Goldbach bei der IPM während mehrerer Wochen nur noch auf einem Computer funktioniert. «Das Controlling haben wir aber nie ausser Haus gegeben», sagt Zwahlen.
André Funk von der Media Services Organisation in Bern bucht weiter die TV-Spots von IPM. Michael Frank habe ihm versichert, dass das Gerücht nicht stimme. «Das reicht mir», sagt Funk. Markus Knöpfli

Noch nicht das Gelbe vom Ei

Yellowworld.ch will künftig vor allem ein zentrales Postportal sein und darum postfremde Dienste reduzieren

Yellowworld.ch will künftig vor allem ein zentrales Postportal sein und darum postfremde Dienste reduzierenVon Clemens Hörler Bei Yellowworld ging die Post bisher nicht wie gewünscht ab. Ihre Besitzerin, die Schweizerische Post, ging deshalb über die Bücher: Yellowworld soll sich künftig stärker auf postspezifische Angebote konzentrieren und ein zentrales Postportal werden.
Die Schweizerische Post hat beschlossen, ihr Internetportal Yellowworld.ch stärker auf Dienstleistungen und Informationen rund um Postprodukte zu konzentrieren. Yellowworld soll zum zentralen Postportal werden. Ein wichtiger Bestandteil wird das virtuelle Postamt sein mit Finanzdienstleistungen der Postfinance und einem grossen Informationsbereich. Doch auch neue Angebote, bei denen die Post ihre Kernkompetenzen (Zahlungsverkehr, Logistik usw.) ausspielen kann, sollen lanciert werden. Für Geschäftskunden wird eine breite Palette mit Marketing Services, Fulfillment Services (Finanzen und Logistik) und speziellen Branchenlösungen angeboten werden. Im B2B-Bereich arbeitet die Yellowworld AG gemäss Gerhard Schwab, CEO dieses Internetportals, schon heute mit schwarzen Zahlen.
Die Neuausrichtung von Yellowworld ist eine Folge des unbefriedigenden Geschäftsgangs mit dem bisherigen Portal. Dort hatte Yellowworld vor allem auf ein breites Angebot von News, Einkaufsmöglichkeiten, Spielen und E-Mail-Diensten gesetzt. Die Ertragssituation im Portalgeschäft hätte allerdings weit unter den Erwartungen gelegen und sei nicht im zeitlichen Rahmen eingetroffen, musste die Post nun eingestehen. Beim Start von Yellowworld im September 2000 war von Investitionen in der Höhe von 350 Millionen Franken und Einnahmen von 150 Millionen Franken in den ersten drei Jahren die Rede. Diese Zahlen wurden inzwischen deutlich nach unten korrigiert. Stellen sollen bei Yellowworld allerdings keine abgebaut werden.
Ein Retortenportal hats im Internet alles andere als leicht
Dass Yellowworld.ch mit der bisherigen Ausrichtung bei den Konsumenten nicht zu den Topwebadressen gehört, liegt nicht unbedingt an der Qualität des Inhalts. Die Frage ist, ob Content an sich ein hinreichender Grund ist, ein horizontales Portal zu besuchen oder ob die User dafür nicht lieber direkt die Website ihrer Tageszeitung ansteuern. Kommt hinzu, dass Yellowworld ein Retortenportal ist. Als solches wurde es nicht um einen zentralen, bekannten Service wie zum Beispiel eine Suchmaschine oder den Internetzugang herum aufgebaut, sondern mehr oder weniger aus dem Boden gestampft. Darin vor allem unterscheidet sich Yellowworld von SwissOnline oder Bluewin. Auch dessen Benützer klicken nicht primär das Portal an, um tagesaktuelle News zu lesen. Aber immerhin haben diese Portale die Möglichkeit, die User mit geschickt platzierten Schlagzeilen gleich nach dem Einwählen oder mit der Benützung eines anderen Dienstes zu ködern und zum Verweilen anzuregen.
Yellowworld tut also gut daran, das Portal stärker an neue Postangebote anzubinden. Diese sind nämlich auch im Web durchaus gefragt. Laut Digital Media Audience Ratings Report von MMXI Europe zählen die Websites der Post zu den Top-20-Properties bei den Schweizer Heimnutzern, wofür vor allem Yellownet.ch verantwortlich ist.
In Zukunft sollen die Besucher, die auf ihrer Tastatur die Adresse www.post.ch eintippen, auf Yellowworld umgeleitet werden. Auch die anderen Postangebote im Internet werden gemäss Schwab integriert. Mit den Websites von Post Finance (zum Beispiel Yellownet.ch) soll das Postportal nun zumindest enger verbunden werden.
Swisscontent bleibt Content-partner des Postportals
Die inhaltliche Neuausrichtung vom multimedialen News- und Lifestyleportal zum Postportal hat logischerweise auch Konsequenzen für den Contentpartner von Yellowworld, die SwisscontentCorp. Post-Mediensprecher Hubert Staffelbach sagte, dass die Inhalte auf dem Portal weiterhin von Swisscontent geliefert würden. Art und Umfang des Volumens hingen jedoch von den künftigen Bedürfnissen ab. «Einsparungen wird es in den horizontalen Contents geben, ebenso bei nichtrentablen, postfernen Angeboten», präzisierte Schwab. Verzichtet werden soll auch auf multimediale Inhalte.
Gänzlich freie Hand bei den Sparübungen hat Yellowworld aber nicht, denn die Post muss die bestehenden längerfristigen Verträge mit Swisscontent berücksichtigen. Bendicht Luginbühl, CEO von Swisscontent, zeigte sich offen für Marktanpassungen, solange diese im Rahmen der gemeinsam entwickelten Contentstrategie blieben.
Yellowworld ist bei der Neuausrichtung in guter Gesellschaft
Yellowworld ist nicht das einzige Schweizer Portal, das in den letzten Monaten über die Bücher gehen musste. Wie bereits in der WerbeWoche berichtet, sah sich Marktführer Bluewin ebenfalls gezwungen, seine Portalstrategie zu überarbeiten, und priorisierte die diversen Angebote des Portals neu. Der Grund: die nicht befriedigende Ertragssituation im Portalgeschäft.
Vor einigen Wochen kündigte auch Cablecom an, dass SwissOnline den Gürtel enger schnallen müsse. Alle Geschäftsfelder und Projekte der «besseren Welt» werden auf ihre Rentabilität beziehungsweise ihr Kosten-Nutzen-Verhältnis geprüft. Anders als bei Yellowworld führt die Neustrukturierung bei Bluewin und SwissOnline auch zu einem Stellenabbau.
Die Sparbemühungen und Neuausrichtungen der grossen Schweizer Portale zeigen, dass sich viele Player vor allem beim Content etwas zu viel zugemutet und dabei die Werbeeinnahmen etwas gar optimistisch kalkuliert haben. Die Herausforderung besteht für sie gegenwärtig darin, neue Einnahmequellen zu erschliessen und sich auf jene Bereiche zu konzentrieren, die von den Benützern im kleinen Schweizer Markt wirklich gefragt werden und die sich auch vernünftig finanzieren lassen.

Marketing für Kunst und Kultur

Die Marketing- und PR-Agentur Culture & Art Communications GmbH feiert dieses Jahr ihr siebenjähriges Bestehen.

Die Marketing- und PR-Agentur Culture & Art Communications GmbH feiert dieses Jahr ihr siebenjähriges Bestehen.Mit dem Umzug von Basel nach Zürich im letzten September hat sich das Kleinunternehmen neu ausgerichtet und auf PR und Marketing kultureller Projekte sowie Fundraising spezialisiert. Den Standortwechsel der Agentur sieht Inhaberin und Geschäftsführerin Françoise Binet als Marketing in eigener Sache, da Zürich in der internationalen Kulturwelt einen klingenderen Namen trage als Basel. Am Rheinknie hatte die Agentur vor allem Sponsorenvermittlung im Sportbereich betrieben.«Im Kulturbereich sind Beziehungsnetze viel wichtiger als im Sport», so Binet. «Bei Kultur geht es im Gegensatz zum Sport nicht nur um die klassische Vermarktung, sondern um Beziehungspflege und Mäzenatentum.» Im Kulturmarketing entdeckte Binet auch eine Marktlücke, da dieser Bereich noch viel weniger stark organisiert sei als der Sportsektor.
Die Agentur beschäftigt vier Mitarbeitende und will diese Grösse vorläufig beibehalten. Culture & Art Communications betreut unter anderem den Relaunch der Heinrich-Neuhaus-Stiftung, The International Piano Art Center in Zürich und das Auslandmanagement des Ballettchoreografen Valery Panov. (ba)

Senger Media geht, Edipub kommt

Die junge Edipresse-Tochter verkauft nur noch Edipresse-Zeitschriften

Die junge Edipresse-Tochter verkauft nur noch Edipresse-ZeitschriftenSenger Media AG, die An-fang Jahr von der Edipresse-Gruppe übernommen wurde, heisst jetzt Edipub SA und hat eine klare Aufgabe: Sie betreut sämtliche Zeitschriften der Westschweizer Verlagsgruppe.Bisher hatte die Edipresse-Gruppe die Anzeigenakquisition ihrer Zeitschriften an drei verschiedene Firmen vergeben: Senger Media betreute Bilan, Femina und den kürzlich verkauften Animan, SCD Communication & Partenaires (SCD) besorgte Optima und Optipharm, und die Publimag kümmerte sich um Télé Top Matin und TVguide.
Anfang Jahr hat die Westschweizer Verlagsgruppe Senger Media zu 100 Prozent übernommen, mit der Absicht, sie in eine Inhouse-Anzeigenakquisition für die eigenen Zeitschriften umzuwandeln. Mittlerweile sind die Umstrukturierung und die Neuausrichtung unter der Leitung von Marcel Siegenthaler abgeschlossen: Alle Edipresse-fremden Titel – etwa Welt am Sonntag, Galatea oder Gas + Wasser – wurden bis 30. Juni an verschiedene Mediavermittler abgetreten und im Gegenzug die acht eigenen Zeitschriften übernommen. Das Edipub-Team setzt sich nun aus Siegenthaler als CEO, Fabiana De Cassan als Chief Marketing Officer (CMO) und Frédéric Zamofing als Chief Operating Officer (COO) zusammen. Ab sofort beginnt das Team mit dem Verkaufen und Akquirieren von Anzeigenseiten.
Dennoch betreuen SCD und Publimag die jeweiligen Zeitschriften noch eine Zeitlang weiter. Gemäss Siegenthaler hat SCD den Vertrag per Ende Jahr gekündigt, weil es Optima und Optipharm nicht mehr exklusiv betreuen kann. Der Vertrag mit der Publimag hingegen lief per 30. Juni aus, mindestens die laufenden Abschlüsse werden noch ein Jahr lang über die Publimag abgewickelt. «Danach herrscht freier Markt», sagt Siegenthaler, der im Weiteren von «sehr harmonischen, wohlwollenden Übergangsregelungen» spricht. Stefan Staub, Unternehmensleiter bei der Publimag, hält seinerseits fest, dass die Edipresse-Gruppe, an der die PubliGroupe übrigens zu 25 Prozent beteiligt ist, die Umstrukturierung aus strategischen Gründen durchgeführt habe. «Das hat nichts mit unseren Leistungen zu tun.» Und fast bedauernd erinnert er daran, dass die Publimag die beiden TV-Programmtitel von Edipresse von Anfang an betreut hat. Markus Knöpfli
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