News: Perdiag wird in RMB integriert

Auf den 1. Juli wird die Perdiag AG ins europäische Netzwerk von RMB International integriert.

Auf den 1. Juli wird die Perdiag AG ins europäische Netzwerk von RMB International integriert.News Perdiag wird in RMB integriert
Die Produzentin von Dias für die Kinowerbung firmiert neu als RMB Perdiag AG und zieht in den Sitz von RMB Switzerland an der Zürcher Neugasse. Neu wird auch die Webadresse, ansonsten soll laut Mitteilung alles beim Alten bleiben.
«Robinson» kommt wieder auf tv 3 Eineinhalb Jahre nach der zweiten Staffel startet der Privatsender TV 3 ab Januar 2002 eine dritte Auflage der Überlebensshow «Expedition Robinson». Anfang Oktober brechen die 14 Expeditionsteilnehmenden mit Moderator Silvan Grütter nach Malaysia auf und kämpfen während 45 Tagen um Sieg und Preisgeld. Zweimal wöchentlich entscheiden sie, wer die Tropeninsel verlassen muss. Die Sendung wird erstmals von TV 3 selbst produziert. Für die ersten beiden Staffeln zeichnete die Produktionsfirma Lava TV verantwortlich.
NZZ und FAZ gründen Stellenkombi Die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) bildet zusammen mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) eine internationale Anzeigenkombination für Stelleninserate. Das neue Kombi soll laut Pressemitteilung «die optimale Voraussetzung für eine grenzüberschreitende Personalsuche im obersten Kadersegment» bieten. Dabei erscheinen die Inserate gleich wie bei einer Einzelbuchung im jeweiligen Stellenangebotsteil der beiden Zeitungen. Der Kunde erhält einen Kombinationsrabatt von 7 Prozent auf die Einzeltarife. Mit der Auftragsabwicklung in der Schweiz wurde die Leadermedia in Lausanne beauftragt.
aus für die Tribune Mont-Blanc Das Westschweizer Verlagshaus Edipresse hat die erst vor einem Jahr im französischen Grenzgebiet lancierte Wochenzeitung Tribune Mont-Blanc wieder eingestellt. Die letzte Nummer erschien am vergangenen Freitag. Begründet wurde der Schritt mit der schlechten Auflageentwicklung: Weniger als die Hälfte der geplanten 10000 Exemplare sei verkauft worden. Mit 3000 bis 5000 Exemplaren sei der Titel nicht rentabel gewesen, sagte der Verlagsdelegierte von Edipresse, Antoine Exchaquet, gegenüber Radio Suisse Romande. Die Idee ist jedoch keineswegs definitiv vom Tisch. «Es ist nicht ausgeschlossen, dass wir in den nächsten Jahren das Projekt in ehrgeizigerer Form wieder aufleben lassen», so Exchaquet. Die Tribune Mont-Blanc war im Herbst 2000 von der Edipresse-Tochter Presse Publications France lanciert worden. Beschäftigt wurden 20 Personen, darunter neun Journalisten. Sie sollen innerhalb der Gruppe eine neue Stelle finden oder vom Sozialplan profitieren.

Parodie auf harte Jungs

Alcopops und ihre Kampagnen geraten in den USA unter harte Kritik

Alcopops und ihre Kampagnen geraten in den USA unter harte KritikVon Thérèse Balduzzi Alcopops oder Malternatives überfluten den amerikanischen Markt. Die leicht alkoholhaltigen Fruchtstäfte sind so beliebt wie umstritten: Kritiker werfen den Herstellern vor, mit harmlos wirkenden Sodas Jugendliche zum Trinken zu verführen. Mitten in dieser Debatte greift Mike’s Hard Lemonade zu einer extremen Werbekampagne.
Die amerikanische Kampagne für das alkoholhaltige Fruchtgetränk Mike’s Hard Lemonade ist voll Slapstickhumor der derbsten Sorte: In einem Spot fällt ein Bauarbeiter 20 Stockwerke in die Tiefe und wird von einem Stahlträger durchbohrt, um danach in eine Bar zu gehen, als wäre eben (fast) gar nichts vorgefallen. Einziges Anzeichen dafür, dass er leicht beschädigt ist: Sein Kumpel öffnet die Flasche Hard Lemonade für ihn. In einem weiteren Spot sägt sich ein Holzfäller aus Versehen die Füsse ab. Seine einzige Klage betrifft die neuen Stiefel, die ihm seine Frau am Vortag gekauft hat. Einem weiteren Unfallkandidaten wird die Hand abgebissen, als er einen Delphin füttern will. Auch er übersteht die Verletzung kommentarlos und lässt sich von nichts davon abhalten, Mike’s Hard Lemonade zu trinken. «A hard Day calls for a hard Lemonade. Make it Mike’s» sagt ein Off-Stimme am Ende jedes Spots.
Alcopops gelten Kritikern als Einstiegsdroge
Mit den grotesken Szenen spielen die Spots von Cliff Freeman and Partners, New York, auf humorvolle Art auf die «harte» Seite der Hard Lemonade an und parodieren das «Tough Guy»-Image von Männern, die nichts umhauen kann und sich höchstens hin und wieder betrinken. So primitiv sie sein mögen, sie heben sich sympathisch von zahlreichen Bierspots und -kampagnen ab, in denen gegenwärtig Männlichkeitsmythen und Frauenfeindlichkeit zum Überdruss zelebriert werden.
Extreme Spots sind wohl auch nötig, um die gewünschte Wirkung zu erzielen: Für die Alcopops oder Malternatives – darunter auch Marken wie Rick’s Spike Lemonade, Hooper’s Hooch Lemon Brew und Doc Otis’ Hard Lemon – gelten nämlich strengere Werbebeschränkungen als für herkömmliche Biersorten, obwohl sie gleich viel Alkohol enthalten, nämlich um die 5 Prozent. Kritiker der alkoholhaltigen Limonaden befürchten indes, dass ihr harmloses Erscheinungsbild und ihr süsser Geschmack Jugendliche zum verbotenen Alkoholkonsum verführen.
Bereits letztes Jahr beklagte sich die Konsumentengruppe National Consumers League, Washington, bei der Federal Trade Commission (FTC), der nationalen Handelskommission, über die Alcopops. Ihr süsser Geschmack erleichtere es jungen Menschen, in kurzer Zeit grössere Mengen Alkohol zu trinken, womit sie ein ideales Einstiegsgetränk darstellten.
Dieses Jahr meckerte die Konsumentengruppe Center for Science in the public Interest beim FTC, weil Hersteller ihre Produkte gezielt an Jugendliche vermarkteten. Kampagnen für Alcopops werden deshalb von allen Seiten scharf beobachtet.

Aus zwei macht Zürich bald eins

Zürich Tourismus lässt um die so genannten «Schlüsselbüchlein» pitchen und will nur noch ein Imprimat

Zürich Tourismus lässt um die so genannten «Schlüsselbüchlein» pitchen und will nur noch ein ImprimatVon Carlo Bernasconi Zwei Imprimate buhlen um die Gunst der Zürcher Hoteliers und Gäste. Das ist einer zu viel, meint Zürich Tourismus. Und hat den Vertrag mit dem Jean-Frey-Fachmedium Zürich News gekündigt. Mitte August wollen die Tourismusförderer entscheiden, wer künftig offiziell die Gäste in Downtown Switzerland informieren darf.
Maurus Lauber, Marketingdirektor von Zürich Tourismus, ist entschlossen, reinen Tisch zu machen. Erst kündigte er den Jean-Frey-Fachmedien den Vertrag mit Zürich News, die noch bis Ende Jahr alle 14 Tage ein «offizielles Bulletin von Zürich Tourismus» veröffentlichen. Dann befragte er 150 Hoteliers in Zürich und Umgebung. Fazit: «Die Hotels wünschen die Reduktion auf ein Imprimat», sagte Lauber der WerbeWoche. Ausserdem soll es alle 14 Tage neu erscheinen.
In den Pitch um die Zusammenarbeit mit Downtown Switzerland ist auch Ursin Mirers Verlag Tourismus AG gestiegen. Er gab dem Infoguide Zürich – Auflage jährlich 400000 Exemplare – ein neues Gesicht. Mirer schwebt ein Eventguide vor, der im 14-täglichen oder wöchentlichen Rhythmus die Gäste informiert. Der quirlige Bündner, der auch den Restaurationsbetrieb Giesserei Oerlikon führt, tut dies bereits als offizieller Partner der Verkehrsvereine von St.Moritz und Pontresina. Gegenwärtig ist er auf der Suche nach einem Verlagspartner für einen wöchentlichen oder 14-täglichen Zürcher Eventguide. Für Mirer ist alles eine Frage des Contentmanagements: «Bis dahin wurde keine saubere Eventerfassung geleistet», sagt Mirer. Er kann sich vorstellen, dies auch für andere Städte leisten zu wollen. Für Zürich käme die Auflage auf 25000 bis 30000 Exemplare zu liegen.
Rudolf Brosi, Verlagsleiter von Zürich News, «steht mit beiden Füssen im Werbemarkt». Deshalb nimmt er den Ausgang des Pitches mit Gelassenheit. Eine ganzseitige Anzeige kostet in Zürich News 1770 Franken bei einer Auflage von 30000 Exemplaren. Mirer kassiert für den noch halbjährlich erscheinenden Infoguide (pro Semester 200000 Exemplare) einen Seitenpreis von 5000 Franken.
Natürlich würde Brosi weiterhin die Zürich News herausgeben, auch wenn er nicht mehr offizieller Zürich-Tourismus-Partner wäre – obschon: «Reich wird man dabei nicht», meint er. Das sieht Mirer anders. Seine Infoguides hat er jetzt unter dem Label www .helloVisitors.com auf den Markt gebracht und trendig aufgepeppt. Von seinem Konzept – eine unabhängige Redaktion liefert den Content – ist er überzeugt: «In der Schweiz gibt es 1800 Imprimate von 360 Verkehrsvereinen.» Arbeit in Hülle und Fülle.
Maurus Lauber geht davon aus, dass keiner der beiden Anbieter das Feld kampflos räumt. «Ein Verdrängungskampf würde von uns aber unterstützt, denn wir würden den Hotels klar empfehlen, nur noch das offizielle Imprimat abzugeben.»

Fredy Collioud springt in die Optimedia-Lücke

Publicis-Chef Fredy Collioud leitet interimistisch auch die netzwerkeigene Mediaagentur Optimedia.

Publicis-Chef Fredy Collioud leitet interimistisch auch die netzwerkeigene Mediaagentur Optimedia.Er betont, dass er sich dabei vollumfänglich auf die erfahrenen Mediadirectors verlässt, die das Tagesgeschäft mit den Kunden von Optimedia abwickeln. Der bisherige Geschäftsführer Andy Lehmann, der per 1. Oktober mit seiner eigenen Mediaagentur startet (siehe auch Seite 5), ist zwar noch bis Ende September bei Optimedia angestellt. Um Interessenskonflikten vorzubeugen, verantwortet er jedoch das tägliche Geschäft per sofort nicht mehr. Bis zu seinem definitiven Ausscheiden wird er von Optimedia lediglich noch für Projekte und Spezialaufgaben eingesetzt werden.
Collioud und Lehmann betonen, man trenne sich nicht im Krach. Collioud zur schnellen Ablösung von Lehmann: «Die Confidentiality ist nicht mehr gewährleistet. Deshalb kann Lehmann auch nicht mehr in die strategischen Entwicklungen unserer Kunden einbezogen werden.»
Die Nachfolgeregelung für Lehmann wird laut Collioud sofort angegangen. Bis Ende Juli werde man in der Lage sein, aufzuzeigen, wie es weitergeht. (dse)

«Mediahaus Seefeld startet mit einer offenen Struktur»

Andy Lehmann gründet zum 1. Oktober seine eigene Mediaagentur

Andy Lehmann gründet zum 1. Oktober seine eigene MediaagenturUnabhängigkeit heisst der USP, mit dem Andy Lehmann seine neue, eigene Mediaagentur zum Erfolg führen will. Die Firma mit dem Projektnamen Mediahaus Seefeld ist offen für den Zukauf anderer Agenturen und für Kooperationen. Der Beginn der Geschäftstätigkeit ist auf den 1. Oktober geplant – die Geschäftsleitung bei Optimedia gibt Lehmann per sofort ab (siehe Seite 1).
Was ist die zündende Idee ihrer geplanten neuen Mediaagentur?
Andy Lehmann: Die Unabhängigkeit. Das tönt jetzt ein bisschen banal. Aber ich spüre, dass es in der Schweiz sehr viele Kunden gibt, für welche dies immer wichtiger wird. Unabhängigkeit aber wirklich konsequent gemeint: Unabhängig von Kreativagenturen, unabhängig auch von Medien und unabhängig von Netzwerken. Das scheint mir heute der Key zu sein. Und es
ist auch meine Hauptmotivation für die Agenturgründung.
Haben sich denn die von Ihnen genannten Abhängigkeiten in den vergangenen Jahren zugespitzt?
Lehmann: In der Schweiz fehlt zunehmend die Wahlmöglichkeit, das ist das Problem. Die gute, unabhängige und inhabergeführte schweizerische Mediaagentur gibt es nicht mehr. In diesem Sinne hat sich die Situation verschärft.
Sie wollen die klassische Mediaagentur wieder auferstehen lassen?
Lehmann: Ja, genau. Das ist mein Ziel.
Was subsumieren Sie alles unter der klassischen Mediaagentur?
Lehmann: Der klassische Mediaberatungsprozess beginnt mit der Strategie und hört beim Controlling auf. Heute haben wir das Bits-und-Pieces-System, bei der eine Stelle die strategische Beratung macht, eine andere den Einkauf, und eine dritte das Controlling. Ich will diesen Prozess wieder von einer Hand gestaltet wissen. Andererseits wollen wir nicht einfach nur eine Mediaagentur sein. Es kann auch mehr dazu kommen. Wir starten ganz bewusst mit einer möglichst offenen Struktur und sind offen für gute Ideen. Möglich ist ebenfalls, dass wir andere Agenturen kaufen oder mit ihnen kooperieren. Auch in diese Richtung sind wir offen.
Andere Agenturen kaufen oder mit ihnen kooperieren – ist da schon bald etwas unterschriftsreif?
Lehmann: Nein, es ist auch nicht zwingend. Wir werden auch sonst starten. Aber es ist eine Option, die wir uns offen lassen wollen.
Wem wird die neue Mediaagentur gehören?
Lehmann: Den privaten Investoren und mir.
Werden Sie persönlich die Mehrheit daran haben?
Lehmann: Ich bin der Kopf, der vorne hin steht. Das ist der entscheidende Punkt.
Wer steckt eigentlich hinter den Investoren, welche die Agenturgründung finanziell möglich machen? Können Sie das Geheimnis etwas lüften?
Lehmann: Nein, das kann ich nicht. Denn die Investoren wollen nicht genannt sein. Nur so viel: Es sind Privatpersonen, die weder Verbindungen zu einzelnen Medien noch zu Medienhäusern noch zu Medienpartnern haben. Es handelt sich um Leute, welche die Medienbranche interessant finden. Diese Branche gilt für viele Investoren nach wie vor als eine der attraktivsten.
Wann legen Sie los? Erst 2002 oder schon vorher? Die Termine sind etwas schwammig kommuniziert worden.
Lehmann: Ich werde noch bis Ende September bei Optimedia bleiben, werde jedoch das tägliche Geschäft nicht mehr verantworten, sondern für Projekte und Spezialaufgaben eingesetzt werden. Ich werde jedoch während dieser Zeit die Vorbereitungsarbeiten für meine neue Agentur bereits vorantreiben können. Der Starttag der neuen Agentur ist der 1. Oktober.
Wenn man Ihren umfassenden Leistungsanspruch hört, muss man wohl davon ausgehen, dass die neue Agentur zahlreiche Mitarbeitende benötigen wird. Wo holen Sie im ausgetrockneten Arbeitsmarkt all die notwendigen Leute her?
Lehmann: Man findet Leute, diese Erfahrung habe ich auch in den letzten Jahren gemacht. Zudem ist es faszinierend und eine ganz besonders attraktive Herausforderung, bei der Gründung einer neuen Mediaagentur dabei zu sein.
Andere Mediaagenturen werden in nächster Zeit ganz besonders auf ihre Mitarbeitenden Acht geben müssen, damit Sie sie ihnen nicht abwerben. Wie viele Leute werden Sie von Optimedia mitnehmen?
Lehmann: Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter «mitnehmen» kann man nicht. Jede Mediaplanerin und jeder Mediaplaner von Optimedia oder einer anderen Agentur entscheidet selbstständig über die Wahl des Arbeitsplatzes. Da kann ich keinen Einfluss nehmen. Aber wie bereits gesagt: Ich mache mir keine Sorgen, die rechten Mitarbeiter zu finden. Das Zürcher Seefeld hat ja auch den Vorteil, ein sehr attraktiver Arbeitsort zu sein.
Ist das Zürcher Seefeld als definitiver Standort gesetzt?
Lehmann: Wir starten in vorläufig temporären Büroräumlichkeiten im Seefeld. Wir sind aber auch in Verhandlungen über andere attraktive Standorte. Aber sicher ist, wir werden uns auf jeden Fall im Seefeld oder seiner direktesten Umgebung installieren. Schliesslich wollen wir mit dem Standort auch dem Projektnamen unserer Agentur – Mediahaus Seefeld – zum Durchbruch verhelfen.
Das konjunkturelle Umfeld ist ja im Moment nicht so, wie man sich das für den Start einer neuen Agentur wünschen würde: Die Konjunktur stottert, die Werbeinvestitionen gehen zurück. Ist ein schrumpfender Markt das geeignete Umfeld für die Lancierung einer neuen Agentur?
Lehmann: Es ist sicher kein schlechtes Umfeld. Gerade dann, wenn man mit dem Geld sorgfältiger umgehen muss, ist auch vermehrt Qualität gefragt. Natürlich ist es schön in einem boomenden Markt. Aber in einem boomenden Markt kann man auch die halbfaulen Aprikosen noch verkaufen. Wenn der Markt härter ist, muss man sich mehr Mühe geben. Deshalb glaube ich, dass gerade jetzt ein guter Zeitpunkt für die Agenturgründung ist.
Werden Sie denn auch Kunden von Optimedia mitnehmen?
Lehmann: Das ist wie mit den Mitarbeitenden: Kunden entscheiden selbstständig, mit welcher Agentur sie arbeiten wollen. Wir machen eine Agentur auf, weil wir dem Markt ein Angebot machen wollen. Interview: Daniel Schifferle

Joint Venture zwischen Plakanda und Impact Furrer AG.

Der Aussenwerber Plakanda steigt per Joint Venture mit Impact Peter Furrer AG in einen neuen Aussenwerbebereich ein:

Der Aussenwerber Plakanda steigt per Joint Venture mit Impact Peter Furrer AG in einen neuen Aussenwerbebereich ein: Seit Anfang Juni bietet die neu gegründete Firma Plakanda Impact AG Spezialwerbeflächen auf Lastwagen, Bussen und PW, Bodenwerbung, Ticketwerbung, Ambient-Media an Flughäfen, Promotionen und anderes an. Plakanda hält laut CEO Beat Roeschlin «eine klare Mehrheit» an Plakanda Impact. Geschäftsführer ist Peter Furrer, der auf die Vermittlung von Werbekunden und das Management von Anzeigenleitungen von Medien spezialisiert ist.Abschied nehmen ist nicht leicht. Nicht schlecht staunte, wer am 1. Juli an der offiziellen Eröffnung der Kreativagentur Ruf Lanz deren neue Homepage anklickte. War dort nämlich die überraschende Botschaft zu lesen, dass Markus Ruf und Danielle Lanz sich trennen. Erst nach etlichen Sekunden ungläubigen Staunens folgte die Auflösung der vermeintlichen Hiobsbotschaft: von ihrer Cinécard, von ihrem Generalabo für die Badeanstalt. Denn, so die nachgereichte Erklärung, in nächster Zeit möchten sich die Agenturinhaber ganz auf die Werbung konzentrieren.
Genesis der tödlichen Begierde. Kein Blatt nimmt das jüngste Sujet der Condomeria vor den Mund, das Frank Bodin, CEO von Euro RSCG, Schweiz, und Alvaro Maggini, AD bei AY&R, konzipiert haben. Das Kind zweier Väter führt den Betrachter geradewegs zum Baum der Erkenntnis: Durch das Bild des Sündenfalls des Malers Peter Paul Rubens und die Zeile «Schützt nicht vor Sünden. Aber vor Todsünden» macht es die mögliche Folge des ungeschützten, promiskuitiven Liebeslebens und des grobfahrlässigen Spontanverkehrs bewusst. Die Angst mag eine schlechte Werberin sein. Doch hat die Libido den Verstand erst einmal in die Hose geführt, holt ihn da nur die Kunst noch einmal nach oben.
Olympisches Feuer. Mit seiner legendären Kreuz-Kampagne hat Frank Bodin bereits viel Beachtung für die Probleme rund um die chinesische Besetzung Tibets erreicht. Die Idee wurde später unterstützt von Richard Gere über Oliver Stone und Naomi Campbell bis zum Dalai Lama. Jetzt will Bodin nachdoppeln. Am 13. Juli wird in Moskau über den Austragungsort der Olympischen Spiele 2008 entschieden. «Die Spiele von Peking. Mit Tibet» fordert dazu Bodin und hat einen eindrücklichen Spot realisiert. Fünf peitschende Schüsse hinterlassen mit ihren Einschusslöchern ein beklemmendes Olympiasignet. Zielgruppe sind die 123 Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees. Der Spot dürfte erneut eine Aufklärungsreise in die ganze Welt antreten.
Zeitgemässe Werbung. Ein ganzseitiges Interview in einer grossen Qualitätszeitung: Mit dieser Ehre lassen sich Staatsmänner oder Olympiasieger gerne feiern. Werber dürfen sich in der Zeitung vor allem in Form von Anzeigen entdecken. Diese können aber journalistisch reizvoll sein, wie eine Anzeige mit Jean-Rémy von Matt als Sujet in der Wochenzeitung Die Zeit beweist. Über eine Seite darf der Mitbegründer der Agentur von Matt dort über seine Erfolge, seine kreative Potenz und andere Sachen Auskunft geben. Illustriert ist das Interview mit Jean-Rémy von Matt als Mönch. Schliesslich war er früher Klosterschüler. Gestaltet wurde das «Interview» von Baader Hermes/Y&R. In einer Serie mit namhaften Köpfen aus verschiedenen Werbeagenturen betreibt diese Kreativschmiede Eigenwerbung für Die Zeit.
Rechtepoker eröffnet. Die Europäische Fussballunion (Uefa) hat den Agenturvertrag mit der Luzerner Team Football Marketing AG über die Vermarktung der Rechte an der Champions League vertragsgemäss auf den 30. Juni 2003 gekündigt und schreibt die Rechte neu aus, wobei sich Team Football wiederum bewerben will. Die Fortsetzung der Zusammenarbeit mit der Uefa auch nach 2003 habe für das Unternehmen Priorität. Team Football Marketing AG ist eine Tochterfirma der Highlight Communications AG in Pfäffikon SZ.
Die Markenseele der Swissair

Es ist immer wieder amüsant zu beobachten, wenn sich Werber, Berater, PR- und Medialeute auf Podien darüber streiten, wer nun den grössten Einfluss auf die Führung einer grossen Marke hat. Wie auf einem Bazar hebt jeder Teilnehmer seine Vorzüge hervor, die ihn befähigen, die Führung zu übernehmen. Tatsache ist, dass die meisten Berater, Manager, Werbe- und Marketingleiter eine Marke nur wenige Jahre begleiten, um sich dann für Höheres zu empfehlen. Ihr Engagement ist nicht auf Dauer angelegt, doch gerade diese ist für die Markenführung entscheidend. Marken wollen geliebt und gepflegt sein.
Einst war die Swissair identitätstiftendes Nationalheiligtum der Schweizer, nun liegt sie nach mutwilliger Namensänderung, Strategie- und Managementwechseln darnieder. 1995 gewann Advico Young & Rubicam das prestigeträchtige Swissair-Budget unter Reutlinger, dann kamen Bruggisser, Katz, Schär, Suter. CEOs, Manager und Berater, die sich strategisch verspekuliert hatten, flogen die Airline fast in den Bankrott. Der Börsenkurs ist am Boden, das Vertrauen der Investoren erschüttert, doch die Leute fliegen nach wie vor mit Swissair. Sie lieben «ihre» Swissair und vertrauen ihrer «Seele» mehr als den Managern.
Glücklich die Marke, die in solch turbulenten Zeiten eine Agentur hinter sich weiss, die für Zuverlässigkeit und Kontinuität in der Markenkommunikation sorgt. Trotz katastrophaler Fehler geniesst die Swissair nach wie vor eine hohe Markenloyalität und Sympathie. Diese bilden die Voraussetzung, dass eine
Marke den Kunden «gehört». Wie die Gockhauser Agentur die von Turbulenzen geplagte Airline neu positionieren will, lesen Sie auf Seite 6. Samuel Helbling

«Faust», Fun und Fritten

Matter & Partner inszeniert für das Theater Spektakel eine lyrische Landiwiese

Matter & Partner inszeniert für das Theater Spektakel eine lyrische LandiwieseEin guter Mensch in seinem dunklen Drange ist sich des rechten Weges wohl bewusst» und wird auch heuer auf der Landiwiese nach Höhenflügen Ausschau halten. Erspäht er in seinem Sturm und Drang die theatralischen und poetischen Hinweise auf Abfallkübeln, Strommast- oder Parkverbotstafeln, dann dürfte er am Ziel seines Spaziergangs angelangt sein: am 22. Zürcher Theater Spektakel.So empfiehlt sich nämlich die neueste Ausgabe des längst über die Stadtgrenzen hinaus bekannten und beliebten Festivals: Mit Zitaten aus Goethes «Faust – der Tragödie zweiter Teil» entstellten die Kreativen von Matter & Partner Gegenstände, die den Austragungsort pointiert charakterisieren, und verleihen diesen einen mystischen Hauch. Die Besucher der Bretter, die die Welt bedeuten, tauchen so schon vor der Vorstellung in einen ironisch mitsommernächtlichen Traum hinein. Symbolisch für das ganze Programm repräsentieren drei Zitatsujets der Charaktertragödie den Schauplatz des bunten Festivals. Seite 10

Muse & Musse: Michael Kathe

Muse & Musse Michael Kathe Welche kulturelle Veranstaltung haben Sie zuletzt besucht?Michael Kathe: Das «Festival des indigenen Films» im Kino Xenix. Eine Art Ergänzung zur Cannes-Goldkampagne von Diesel.Was lesen Sie gerade?Kathe

Muse & Musse Michael Kathe
Welche kulturelle Veranstaltung haben Sie zuletzt besucht?
Michael Kathe: Das «Festival des indigenen Films» im Kino Xenix. Eine Art Ergänzung zur Cannes-Goldkampagne von Diesel.
Was lesen Sie gerade?
Kathe: «Lacan in Hollywood» von Slavoj Zizek und «Pornographie. Die Macht der Darstellung» von Susanne Kappeler. Aus Liebe zum Kino.
Welche CD hören Sie zurzeit mit Vorliebe?
Kathe: «Hawaii Blue» von Christian Morgenstern, «The Optimist» von Turin Brakes, «Origin of Symmetry» von Muse.
Welchen Kinofilm würden Sie am liebsten nochmals sehen?
Kathe: «Body Double» von Brian de Palma. Zwar schon unzählige Male auf Video gesehen, aber noch nie im Kino.
Bei welcher TV-Sendung sind Sie neulich eingeschlafen?
Kathe: Passiert mir nie.
Welche ist Ihre neueste Entdeckung im Internet?
Kathe: www.lukeford.com (Wiederentdeckung).
Worauf könnten Sie niemals verzichten?
Kathe: Aufs Schreiben, Ausgehen.
Was machen Sie in einer freien Minute?
Kathe: Den Haushalt, schreiben und ausgehen.
Liebe ist…?
Kathe: …geil.

Kopf der Woche: «Die Wissenschaft allein ist mir zu eindimensional»

Conrad Meyer ist seit Anfang Mai Verwaltungsratspräsident der Neuen Zürcher Zeitung

Conrad Meyer ist seit Anfang Mai Verwaltungsratspräsident der Neuen Zürcher ZeitungKopf der Woche «Die Wissenschaft allein ist mir zu eindimensional»
Er sagt von sich, er sei «ein Glückspilz» und ist wohl auch einer: Conrad Meyer, Professor für Betriebswirtschaft, Direktor des Instituts für Rechnungswesen und Controlling und Prorektor Planung an der Universität Zürich, ist vieles im Leben in den Schoss gefallen. So auch das Verwaltungsratspräsidium der NZZ, das er seit Anfang Mai führt. Dass sich gerade ihm diese Chance bot, da Vorgänger Eric Honegger auf Grund der Swissair-Turbulenzen auf die Wiederwahl verzichtete, nimmt Meyer gelassen: «Für mich war es ein glücklicher Zufall, für den Verwaltungsrat eine logische Weiterentwicklung der Ereignisse.» Nun packe er die Aufgabe an und blicke nach vorn.
Dies tut er konsequent: Um einerseits seinem neuesten Mandat, andererseits seiner Professur wieder Freiraum zu schaffen, gibt der 51-Jährige das Prorektorat an der Universität per Ende Februar 2002 ab. Meyer will seine Aufgaben «recht» angehen können, halbe Sachen mag er nicht.
So präsentiert sich denn auch sein Curriculum: Nach der Matura nahm Meyer in Zürich ein Ökonomiestudium in Angriff. Für eine akademische Laufbahn entschied er sich jedoch erst während seiner Doktorarbeit. Natürlich habe er auch immer wieder mit dem Wechsel in die Privatwirtschaft geliebäugelt. So auch während seines Aufstiegs zum Institutsleiter, zum Prorektor und Leiter des Reformprojekts «uni 2000» sowie später zum Prorektor Planung. Tanzt er in Universitätskreisen deswegen aus der Reihe? «Typischer ist schon, dass sich Wissenschaftler nicht unbedingt für die Privatwirtschaft interessieren – in meinem Bereich jedoch ist die Kombination von Theorie und Praxis unabdingbar. Die Wissenschaft allein ist mir zu eindimensional».
Meyer ist von beiden Welten fasziniert: An seiner wissenschaftlichen Tätigkeit schätzt der engagierte Professor, mit jungen Leuten zusammenzuarbeiten, sie zu motivieren. «Zudem schreibe und publiziere ich sehr gerne», führt er an. Die Besetzung von Verwaltungsratsmandaten indes erlaube ihm, Strategien praktisch anzuwenden und zu optimieren. Dabei sei er darauf bedacht, dass jede unternehmerische Handlung zukunftsorientiert gewertet werde.
Offenbar bringt Meyer so manches gleichzeitig unter einen Hut. Bleibt dabei noch Zeit für Familie und Hobbys? «Natürlich, das Familienleben und das Biken oder Motorradfahren brauche ich zum Ausgleich.» Irgendwann einmal wolle er auf seiner Harley durch die Staaten reisen, inklusive Ehefrau und Tochter versteht sich.
Bis es so weit ist, steht beim Verwaltungsratspräsidenten noch anderes an – so momentan das Projekt NZZ am Sonntag. «Sie wird keine siebente Ausgabe der NZZ, sondern ein neues Blatt, mit eigenständiger Redaktion und originärem Design.» Carole Koch

Gratisinserate zählt man, zählt sie nicht

Nach Erscheinen des Beitrags «Der Kampf um die Pendler» in der WW 25/01 sind Fragen aufgetaucht, die zu klären sind:

Nach Erscheinen des Beitrags «Der Kampf um die Pendler» in der WW 25/01 sind Fragen aufgetaucht, die zu klären sind:In Zürich gesteht Metropol den SBB, 20 Minuten diversen Verkehrsbetrieben Gratisinserate zu, da die beiden Zeitungen mit diesen ÖV-Partnern Boxenverträge abgeschlossen haben. Es stellt sich deshalb die Frage, ob und allenfalls wie sich diese Inserate auf die VSW-Statistik und die Daten von Media Focus niederschlagen.Gemäss Carmela Wittmer, Projektleiterin VSW-Statistik bei der Wemf, dürfen Pendlerzeitungen die Inserate ihrer ÖV-Partner nicht zählen. Das hätten sie auch nicht, versichern Metropol-Verlagsleiter Manuel Loureiro und Rolf Bollmann, Geschäftsführer von 20 Minuten. Demnach sind die WW-Grafiken gemäss VSW-Statistik korrekt.
Bei den Daten von Media Focus (MF) hingegen ist zu präzisieren, dass Eigen- und Gratisinserate, nicht aber PR-Texte mitgezählt werden. Gemäss Stephan Wyss, stellvertretender MF-Geschäftsführer, wurden somit bei 20 Minuten zwischen Juli 2000 und April 2001 insgesamt 130 Inserate der Verkehrsbetriebe Zürich gezählt, die einen Bruttoertrag von 1,184 Millionen Franken ergeben. Dazu kommen die Inserate weiterer ÖV-Partner. Bei Metropol hat MF in der gleichen Periode nur ein SBB-Inserat gezählt, andere SBB-Seiten wurden als PR-Texte gewertet und nicht erhoben. (mk)

627 neue Marketingplaner

Marketingplaner zu werden ist schwer, Marketingplaner zu sein aber begehrenswert.

Marketingplaner zu werden ist schwer, Marketingplaner zu sein aber begehrenswert.An der vom Schweizerischen Marketing-Club, der Gesellschaft für Marketing, dem Schweizerischen Kaufmännischen Verband und dem Schweizerischen Arbeitgeberverband zum 19. Mal ausgeschriebenen Prüfung haben nämlich in diesem Jahr 1106 Kandidaten teilgenommen, darunter (neuer Rekord) 462 Frauen. Insgesamt 627 Absolventen haben die Prüfung bestanden. Die jüngste Teilnehmerin war 22, der älteste Absolvent 55 Jahre alt. Fünf Topshots haben mit Note 5,0 und höher bestanden. (pan)

Vitamin-B-Mangel bei Pharmalobby

Keine wesentlichen Lockerungen bei den neuen Werbevorschriften für Arzneimittel

Keine wesentlichen Lockerungen bei den neuen Werbevorschriften für ArzneimittelVon Andreas Panzeri Der Verband Schweizer Werbung lud zu einem Workshop über neue Werbevorschriften für Arzneimittel. «Ein Killer für kreative Werbung?» stand provokant als Frage über der Diskussion. Die Antworten tendierten zu einem Ja, denn Pharmawerbung bleibt in der Schweiz auch mit dem neuen Bundesgesetz stark reglementiert.
«Dies ist eine Heilmittelwerbung. Lassen Sie sich von einer Fachperson bei der IKS beraten und lesen Sie die Werberichtlinien!» Dieser leicht abgeänderte Pflichthinweis könnte abgegeben werden, wenn eine Agentur künftig Werbung für Arzneimittel machen will. Zwar haben die Pharmawerber auf den 1. Juli 2001 das Inkrafttreten eines neuen Gesetzes erwartet. Bereits im Dezember 2000 haben die Räte in Bern das neue Heilmittelgesetz verabschiedet, das die Richtlinien der Interkantonalen Kontrollstelle für Heilmittel (IKS) ersetzen soll. Weil die dazu nötigen Verordnungen aber noch nicht ausgearbeitet sind und am 2. Juli eine zweite Ämterkonsultation begonnen hat, wird die mit Spannung erwartete Verordnung erst ab Januar 2002 ihre neue Gültigkeit haben. Was wird sie uns bringen?
Alfred Jost, stellvertretender Direktor der IKS, fasste die Rahmenbedingungen für Arzneimittelwerbung zusammen und zeigte, dass mit dem neuen Gesetz kaum grössere Freiheiten seit der Liberalisierung im Jahr 1995 möglich geworden sind. Grundsätzlich bleibt die Liste mit den 17 «unzulässigen Werbeelementen» bestehen. Auch der Pflichthinweis «Dies ist ein Heilmittel…» wird nach wie vor obligatorisch sein.
Preisvergleiche dürften in der neuen Verordnung aber möglich werden. Dies jedoch nur bei der Fachwerbung, die sich an medizinisches Fachpersonal wendet. Dazu hat die Landesregierung in ihrem Bericht festgehalten, dass «Arzneimittel ein besonderes Gut mit beträchtlichem Miss- und Fehlgebrauchspotenzial sind». Publikumswerbung ist deshalb auch weiterhin nur für nicht rezeptpflichtige Arzneimittel zulässig.
Nebenwirkungen der PR dürfen nicht unterschätzt werden
Werbung darf auch «zu keinem übermässigen, missbräuchlichen oder unzweckmässigen Einsatz von Arzneimitteln verhelfen». Konkret: Eine Aktion «3 für 2» oder Packungen mit Mehrwert bleiben für die Endverbraucher unzulässig. Neu dürfen aber auch Patienten mit Treueprämien belohnt werden, so, wie sie ein Arzt oder Apotheker Ende Jahr vom Pharmalieferanten erhält.
Laut Jost ist allerdings «die Befürchtung falsch», dass Werbung den Konsumenten zu vermehrtem Kauf verleitet, denn gemäss Studien würden bei solcher Werbung «nur Marktanteile verschoben, ausser vielleicht bei Viagra».
Früher hat jede Kommunikation nur zweistufig mit dem ebenso zensurierend wie beratend dazwischengeschalteten Arzt oder Apotheker ablaufen können. Heute kann sich ein Patient auch persönlich über neue Medikamente informieren. Eine am Workshop offen gelassene Frage war daher, ob und wie die Nebenwirkungen von der PR in Zukunft mit entsprechenden Packungsbeilagen zum neuen Arzneimittelgesetz unter Kontrolle gehalten werden können.
Machtlos ist das neue Gesetz gegen international verbreitete Informationen im Internet, auch wenn hier klare Regeln zumindest für die aus der Schweiz aufgeschalteten Homepages bestehen, wie Sylvia Schüpbach vom Rechtsdienst der IKS wusste.
Kreativ sein heisst, die Grenzen des Machbaren ausschöpfen
Wie unter solchen Voraussetzungen kreative Werbung nach wie vor möglich – oder eben aus der Werbersicht unmöglich – ist, versuchte Simon Frey aufzuzeigen. Der Apotheker ist Advertisement Assessor IKS und muss die ihm vorgelegten Werbemittel bei Beanstandungen oder bei Anfrage auch schon mal vorab beurteilen.
Seine Grundregeln: Arzneimittelwerbung muss sachlich bleiben, darf nicht mit werbewirksamen Emotionen arbeiten. Stimulierende Musik in einem Spot ist genauso verpönt wie suggestive Illustrationen in einem Inserat.
Verboten ist es, mehr als eine Tagesdosis abzubilden, damit die Einnahme nicht als unbedenklich interpretiert werden könnte. Auch dürfen keine übertriebenen Hoffnungen gemacht werden wie etwa der Slogan «In 5 Minuten gesund». Ebenso gibt es kein einziges Mittel «völlig ohne Nebenwirkungen», wie Felix Schwarzenbach, Arzt und Sekretär des Pharma-Fachwerbungs-Kodex für die chemische Industrie, erklärte.
«Kreativ an der Grenze des Möglichen surfen» heisst somit das Rezept. Die neuen Vorschriften wurden auch als «Leitplanken» bezeichnet. Wer allerdings dagegen fährt, muss sich in Zukunft von Bundesbeamten beurteilen lassen, denn das Personal der IKS wird mit dem neuen Gesetz von einem rechtlich für alle Seiten verbindlicher greifbaren neuen Bundes-Heilmittelinstitut übernommen.
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