Der Aussenwerber Plakanda steigt per Joint Venture mit Impact Peter Furrer AG in einen neuen Aussenwerbebereich ein: Seit Anfang Juni bietet die neu gegründete Firma Plakanda Impact AG Spezialwerbeflächen auf Lastwagen, Bussen und PW, Bodenwerbung, Ticketwerbung, Ambient-Media an Flughäfen, Promotionen und anderes an. Plakanda hält laut CEO Beat Roeschlin «eine klare Mehrheit» an Plakanda Impact. Geschäftsführer ist Peter Furrer, der auf die Vermittlung von Werbekunden und das Management von Anzeigenleitungen von Medien spezialisiert ist.Abschied nehmen ist nicht leicht. Nicht schlecht staunte, wer am 1. Juli an der offiziellen Eröffnung der Kreativagentur Ruf Lanz deren neue Homepage anklickte. War dort nämlich die überraschende Botschaft zu lesen, dass Markus Ruf und Danielle Lanz sich trennen. Erst nach etlichen Sekunden ungläubigen Staunens folgte die Auflösung der vermeintlichen Hiobsbotschaft: von ihrer Cinécard, von ihrem Generalabo für die Badeanstalt. Denn, so die nachgereichte Erklärung, in nächster Zeit möchten sich die Agenturinhaber ganz auf die Werbung konzentrieren.
Genesis der tödlichen Begierde. Kein Blatt nimmt das jüngste Sujet der Condomeria vor den Mund, das Frank Bodin, CEO von Euro RSCG, Schweiz, und Alvaro Maggini, AD bei AY&R, konzipiert haben. Das Kind zweier Väter führt den Betrachter geradewegs zum Baum der Erkenntnis: Durch das Bild des Sündenfalls des Malers Peter Paul Rubens und die Zeile «Schützt nicht vor Sünden. Aber vor Todsünden» macht es die mögliche Folge des ungeschützten, promiskuitiven Liebeslebens und des grobfahrlässigen Spontanverkehrs bewusst. Die Angst mag eine schlechte Werberin sein. Doch hat die Libido den Verstand erst einmal in die Hose geführt, holt ihn da nur die Kunst noch einmal nach oben.
Olympisches Feuer. Mit seiner legendären Kreuz-Kampagne hat Frank Bodin bereits viel Beachtung für die Probleme rund um die chinesische Besetzung Tibets erreicht. Die Idee wurde später unterstützt von Richard Gere über Oliver Stone und Naomi Campbell bis zum Dalai Lama. Jetzt will Bodin nachdoppeln. Am 13. Juli wird in Moskau über den Austragungsort der Olympischen Spiele 2008 entschieden. «Die Spiele von Peking. Mit Tibet» fordert dazu Bodin und hat einen eindrücklichen Spot realisiert. Fünf peitschende Schüsse hinterlassen mit ihren Einschusslöchern ein beklemmendes Olympiasignet. Zielgruppe sind die 123 Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees. Der Spot dürfte erneut eine Aufklärungsreise in die ganze Welt antreten.
Zeitgemässe Werbung. Ein ganzseitiges Interview in einer grossen Qualitätszeitung: Mit dieser Ehre lassen sich Staatsmänner oder Olympiasieger gerne feiern. Werber dürfen sich in der Zeitung vor allem in Form von Anzeigen entdecken. Diese können aber journalistisch reizvoll sein, wie eine Anzeige mit Jean-Rémy von Matt als Sujet in der Wochenzeitung Die Zeit beweist. Über eine Seite darf der Mitbegründer der Agentur von Matt dort über seine Erfolge, seine kreative Potenz und andere Sachen Auskunft geben. Illustriert ist das Interview mit Jean-Rémy von Matt als Mönch. Schliesslich war er früher Klosterschüler. Gestaltet wurde das «Interview» von Baader Hermes/Y&R. In einer Serie mit namhaften Köpfen aus verschiedenen Werbeagenturen betreibt diese Kreativschmiede Eigenwerbung für Die Zeit.
Rechtepoker eröffnet. Die Europäische Fussballunion (Uefa) hat den Agenturvertrag mit der Luzerner Team Football Marketing AG über die Vermarktung der Rechte an der Champions League vertragsgemäss auf den 30. Juni 2003 gekündigt und schreibt die Rechte neu aus, wobei sich Team Football wiederum bewerben will. Die Fortsetzung der Zusammenarbeit mit der Uefa auch nach 2003 habe für das Unternehmen Priorität. Team Football Marketing AG ist eine Tochterfirma der Highlight Communications AG in Pfäffikon SZ.
Die Markenseele der Swissair
Es ist immer wieder amüsant zu beobachten, wenn sich Werber, Berater, PR- und Medialeute auf Podien darüber streiten, wer nun den grössten Einfluss auf die Führung einer grossen Marke hat. Wie auf einem Bazar hebt jeder Teilnehmer seine Vorzüge hervor, die ihn befähigen, die Führung zu übernehmen. Tatsache ist, dass die meisten Berater, Manager, Werbe- und Marketingleiter eine Marke nur wenige Jahre begleiten, um sich dann für Höheres zu empfehlen. Ihr Engagement ist nicht auf Dauer angelegt, doch gerade diese ist für die Markenführung entscheidend. Marken wollen geliebt und gepflegt sein.
Einst war die Swissair identitätstiftendes Nationalheiligtum der Schweizer, nun liegt sie nach mutwilliger Namensänderung, Strategie- und Managementwechseln darnieder. 1995 gewann Advico Young & Rubicam das prestigeträchtige Swissair-Budget unter Reutlinger, dann kamen Bruggisser, Katz, Schär, Suter. CEOs, Manager und Berater, die sich strategisch verspekuliert hatten, flogen die Airline fast in den Bankrott. Der Börsenkurs ist am Boden, das Vertrauen der Investoren erschüttert, doch die Leute fliegen nach wie vor mit Swissair. Sie lieben «ihre» Swissair und vertrauen ihrer «Seele» mehr als den Managern.
Glücklich die Marke, die in solch turbulenten Zeiten eine Agentur hinter sich weiss, die für Zuverlässigkeit und Kontinuität in der Markenkommunikation sorgt. Trotz katastrophaler Fehler geniesst die Swissair nach wie vor eine hohe Markenloyalität und Sympathie. Diese bilden die Voraussetzung, dass eine
Marke den Kunden «gehört». Wie die Gockhauser Agentur die von Turbulenzen geplagte Airline neu positionieren will, lesen Sie auf Seite 6. Samuel Helbling