Anzeigen bringen auch PR

US-Filmstars entdecken Werbung als subtile Form der Imagepflege

US-Filmstars entdecken Werbung als subtile Form der ImagepflegeVon Thérèse Balduzzi Pop- und Filmstars haben sich in Amerika wie anderswo schon immer für Werbung verkauft. Doch bisher wurde dies in Amerika eher für geschmacklos gehalten und war mit dem Stigma des Misserfolgs behaftet. Jüngste Kampagnen legen den Beweis vor, dass sich diese Wahrnehmung geändert hat.
Schauspieler Jeremy Irons und das zur Schauspielerin avancierte Model Milla Jovovich räkeln sich auf Zeitschriftenseiten in Kleidern von Donna Karan. Penelope Cruz führt Ralph Laurens Röcke spazieren, und Matt Dillon stand für die Schuhe Marke Sketchers vor der Kamera. Ein ganzes Staraufgebot liess sich für die Mandarin Oriental Hotel Group ablichten: Unter dem Titel «He (oder «she») is a Fan» sind in abwechselnden Anzeigen zu sehen: Dame Edna und Barry Humphris, die Violonistin Vanessa Mae, TV-Star Jane Seymour aus der Serie «Medicine Woman» und Martin Sheen, der in der TV-Serie «West Wing» den Präsidenten spielt.
Kaum anders sieht es in der Kosmetiklandschaft aus: Jennifer Lowe Hewitt wirbt für Neutrogena, Heather Locklear für L’Oréal. Sängerin Faith Hill ist in Anzeigen für Cover Girl zu sehen und Jessica Simpson in solchen für Haarprodukte von Redken Fifth Avenue. Sarah Jessica Parker, die mit ihrer Hauptrolle in der Hitserie «Sex and the City» zu neuem Ruhm gekommen ist, wirbt für Pflegemittel von Nutrisse, und Uma Thurman ist das neue Gesicht für Lancôme.
Werbung ist zuweilen gut für die eigene Imagepflege
Bisher waren Stars eher bereit, sich für Kampagnen in Europa und Japan fotografieren zu lassen. In den USA, fürchteten sie, würde Werbung ihrem Status eher schaden, weil ihre künstlerische Integrität angezweifelt oder das Publikum vermuten würde, ein Mangel an Aufträgen sei der Anfang aller Kampagnen.
Vor allem Stars, die den Zenit ihrer Karriere überschritten hatten, gaben sich für Werbung hin, wie etwa William Shatner («Raumschiff Enterprise») oder ehemalige Sportgrössen, und untermauerten damit das Vorurteil.
Diese Befürchtungen scheinen verflogen zu sein: Uma Thurman und Matt Dillon gehören zur absoluten Hollywood A-List. Und Martin Sheen und Sarah Jessica Parker sind dank ihrer Hitserien so erfolgreich wie nie zuvor. Den Wandel erklären die einen damit, dass Pop- und Filmstars zurzeit die grössten Vorbilder darstellen. Seit Modedesigner die Filmstars umwerben und beispielsweise die Oscar-Awardshow als inoffizielle Modeschau benutzen, haben Filmschauspielerinnen zudem die Supermodels als Modepräsentantinnen längst abgelöst.
Auf der anderen Seite haben die Stars erkannt, dass sie gut ausgewählte Einsätze in der Werbung für ihre Imagepflege einsetzen können. Durch Kampagnen für Luxusprodukte etwa verleihen sie sich selber einen Anstrich von Glamour und Luxus. «Es ist PR auf eine elegante Weise», sagt Liz Dalling von der Agentur Special Artists aus Los Angeles, die Stars für Werbefeldzüge vermittelt. Werbung bietet Stars auch die Möglichkeit, sich von einer weniger bekannten Seite zu zeigen.
Doch auch diese Welle bleibt nicht ohne ihre Kritiker: Die Agentur Kirshenbaum Bond & Partners aus New York hat beispielsweise in ihrer neuen Kampagne für Revlon die gegenteilige Route eingeschlagen und statt Stars unbekannte Schauspielerinnen angeheuert. Damit soll das Schönheitsideal für die Konsumentinnen in eine etwas nähere Reichweite gerückt werden. Auch die auf Konsumentenumfragen spezialisierte Firma L Report aus Los Angeles stellt fest, dass bei Jugendlichen unter 30 Jahren Kampagnen mit Stars eher Misstrauen als Vertrauen auslösen.

«Eine kleine, aber feine Kommunikationsagentur» Thomas C. Maurer zur Eröffnung seiner Kommunikationsagentur in Bern

«Eine kleine, aber feine Kommunikationsagentur» Thomas C. Maurer zur Eröffnung seiner Kommunikationsagentur in Bern Der ehemalige Partner und Geschäftsführer der Trimedia Communications, Thomas C. Maurer, hat sich als Kommunikationsberater se

«Eine kleine, aber feine Kommunikationsagentur» Thomas C. Maurer zur Eröffnung seiner Kommunikationsagentur in Bern
Der ehemalige Partner und Geschäftsführer der Trimedia Communications, Thomas C. Maurer, hat sich als Kommunikationsberater selbstständig gemacht. Am 1. August eröffnet er in Bern «auf einer gemeinsamen Plattform mit Medienjurist Franz A. Zölch» seine eigene Agentur.
Was hat Sie dazu bewogen, sich selbstständig zu machen?
Thomas C. Maurer: Die Herausforderung und die Lust, etwas Neues und Eigenes zu machen. Und mich wieder verstärkt meinem angestammten Gebiet, der Beratung, zu widmen. Das Honorarvolumen von Trimedia ist während meiner vier Jahre bei der Agentur um rund 70 Prozent gewachsen und hat eine Grösse erreicht, die logischerweise eine Verlagerung auf Akquisition und Personalrekrutierung mit sich brachte. In Zukunft will ich die Qualität mehr in den Vordergrund stellen als die Quantität und mich seriöser um meine selbst gewählten Mandate kümmern. Das hat mit Spass an der Arbeit zu tun – und ist letztlich auch im Interesse der Kunden.
Haben Sie in Bern ein Beratungsmanko festgestellt, dass Sie gerade die Bundeshauptstadt als Domizil für Ihre Kommunikationsagentur auswählten?
Maurer: Zunächst denke ich, dass es immer weniger von Bedeutung ist, wo man selbst physisch sitzt. Ich bin immer überall und nirgends. Mit den Kunden können wir uns zum Beispiel auf gemeinsamen elektronischen Plattformen treffen. Schon bis anhin war ich zuständig für das Trimedia-Büro Bern und in der Geschäftsleitung der Standorte Zürich und Lugano. Dadurch war ich etwa gleich häufig in Bern wie in Zürich. Aus persönlichen Gründen und weil meine Familie hier wohnt, habe ich mich für Bern entschieden. Natürlich sehe ich ein gewisses Potenzial in Bezug auf politische PR-Mandate von Seiten des Bundes. Da ich mich in diesem Bereich recht gut auskenne und für Trimedia auch schon Mandate etwa vom EJPD, dem EDA und dem BAG betreut habe, werde ich das sicher auch in Zukunft machen.
Wer beteiligt sich ausser Ihnen an der neuen Kommunikationsagentur, und mit wie vielen Angestellten legen Sie los?
Maurer: Ich bin alleiniger Inhaber und starte lediglich mit einer Assistentin. Mit weiteren Leuten bin ich im Gespräch. Aber weil mein Unternehmen in einen Pool integriert ist, bin ich nicht ganz alleine. Dort habe ich die Möglichkeit, Ressourcen und Unterstützung zu erhalten.
Sie sprechen die gemeinsame Plattform mit dem Medienrechtler Franz A. Zölch an. Welche Bereiche wird er betreuen?
Maurer: Zunächst einmal ist das eine Lokal- und Infrastrukturplattform. Wir werden uns in der Akquisition und Vermittlung von Mandaten unterstützen, wobei er den juristischen Teil und ich den Kommunikationsteil betreue. So gesehen ergänzt sich unser Angebot. Ausserdem darf man nicht vergessen, dass viele auf juristischer Ebene ausgetragene Auseinandersetzungen ja letztlich Kommunikationsprobleme sind.
Welche Synergien werden sich bei dieser engen Zusammenarbeit sonst noch ergeben?
Maurer: Nebst der Verbindung der beiden persönlichen grossen Netzwerke lässt sich vor allem im Brainstorming- sowie im Kreativitätsbereich zusätzliches Potenzial erzielen.
Welche Schnittstelle werden Sie nebst den politischen Institutionen bedienen?
Maurer: Was ich jetzt schon sagen kann, ist, dass ich weiterhin für die Basler Chemische Industrie (BCI) Issues Management und Strategieberatung in Zusammenhang mit der immer wichtiger werdenden Altlastenproblematik mache.
Werden Sie auch private Gesellschaften ins Portefeuille aufnehmen?
Maurer: Bestimmt. Ich bin etwa über First Tuesday gut in der E-Business-Szene verankert. Firmen aus den Bereichen IT und Telekommunikation bleiben zusammen mit dem Gesundheitsbereich ein Thema.
Thomas C. Maurer & Partner will sich auf strategische Beratung und die Positionierung von Unternehmen und Organisationen konzentrieren. Die Vernetzung von Erfahrung, Kompetenz und Kreativität ist dafür unabdingbar. Woher beziehen Sie das nötige Know-how?
Maurer: Ich vertraue da schon ein wenig auf mich selbst. Ich habe grosse Erfahrung und einen gewissen Namen auf diesem Gebiet. Und wenn man nicht die Ambition hat, innerhalb von drei Jahren eine Agentur mit 30 Leuten aufzubauen, was ich nicht habe, glaube ich schon, dass das ausreicht. Ich bin überzeugt, dass Bedarf und Platz für eine diskrete, kleine, aber feine Kommunikationsagentur besteht.
Sie betonen die besonderen Beziehungen, die Ihre Agentur in der Bundeshauptstadt und der Bundespolitik hat. Können Sie diese konkreter umschreiben?
Maurer: Als ehemaliger Bundesbeamter und Leiter der Filmförderung, später als politischer Fernsehjournalist und danach auch als Betreuer von Mandaten aus verschiedenen Departementen bin ich mit dem Milieu vertraut und kenne viele Leute aus Verwaltung und Parlament.
Als Markenzeichen nennen Sie nebst der individuellen Beratung und persönlichen Betreuung auch Diskretion. Sind das nicht USPs, mit denen sich praktisch alle PR-Büros schmücken?
Maurer: Ja. Aber sobald eine Agentur eine gewisse Grösse erreicht, hapert es oft in der persönlichen Beratung. Das spiegelt sich in den permanenten Klagen über unsere Branche. Bei der Akquisition und den tollen Präsentationen sieht man die grossen Cracks, und bald taucht beim Kunden nur noch die zweite oder dritte Garnitur auf. Und das will ich ganz klar vermeiden, weil dies nicht zu einer weitsichtigen, nachhaltigen Geschäftspolitik führt.
Elisabeth Zölch verfügt als Regierungsrätin und Volkswirtschaftsdirektorin über ein exzellentes Netzwerk. Eine potenzielle Quelle für Ihre Kommunikationsagentur?
Maurer: Frau Zölch gehört natürlich zu meinem persönlichen Bekanntenkreis. Das wird aber im Zusammenhang mit der Akquisitionstätigkeit der Agentur überhaupt keine Rolle spielen. Wohl eher im Gegenteil: Hier muss man absolut korrekt sein – in gegenseitigem Interesse. Es ist aber selbstverständlich nützlich, solche Leute zu kennen. Man kann so beispielsweise für bestehende Kunden einfacher und direkter Kontakte herstellen. Etwa wenn es um Investitionsentscheide geht. Aber letztlich wird immer die Qualität im Vordergrund stehen. Die Qualität des Produktes. Und ebenso jene der Kommunikation. Interview: Luca Aloisi

MediaMountain wirbt in den Bergen

Die holländische MediaMountain hat im Winterparadies Schweiz eine neue Niederlassung gegründet.

Die holländische MediaMountain hat im Winterparadies Schweiz eine neue Niederlassung gegründet.Die holländische MediaMountain hat im Winterparadies Schweiz eine neue Niederlassung gegründet. MediaMountain Schweiz GmbH will ganzheitliche Marketingkonzepte für die europäischen Skigebiete realisieren. Die Geschäftsführung in Zollikon hat Miriam Frisenda übernommen. Die Agentur kombiniert die Platzierung laminierter Werbeposter in A2-Rahmen an den Skiliftstützen mit einem Freeskicard-Netz zum Beispiel in Discos oder Après-Ski-Bars und vermittelt Werbeflächen an den strategisch platzierten LED-Displays. Das ständig wachsende Partnernetz von MediaMountain umfasst Österreich, die Schweiz Slowenien, Deutschland, Frankreich und bald auch Italien.
Nach der Aufbauphase wurden letzten Winter erste Pilotkampagnen mit Nike, UPC, Toyota und der Rentenanstalt geschaltet. Das Konzept spricht junge, sportliche Konsumenten an. In Tourismusorten werden aber auch Familien, Geschäftsleute und Senioren erreicht: «Alle, die entspannt den Skiurlaub geniessen und Zeit haben, sich von Werbebotschaften einnehmen zu lassen», ist Miriam Frisenda überzeugt.
Die Kenntnis verschiedenster Gebiete und Skilifte ermöglicht ein massgeschneidertes Paket für Zielgruppenwünsche der Media-Mountain-Kunden. Gemäss Statistik sehen mehr als 65 Millionen Menschen europaweit die so platzierte Werbebotschaft eine ganze Wintersaison lang. (pan)

Per Mausclick 200 Stimmen hören

Die Schweizer Castingagentur Rent-a-Voice ist jetzt auch online erreichbar.

Die Schweizer Castingagentur Rent-a-Voice ist jetzt auch online erreichbar.Auf der Sprecherplattform www.rentavoice.ch sind 20 exklusive und 70 von 200 freien Sprecherinnen und Sprechern in vier Sprachen zu hören. Realisiert hat die Idee Geschäftsführerin Manuela Caranci. «In der Postproduction Schweiz hat sich in den letzten Jahren Bedarf nach einer freien, organisierten Castingagentur als Konkurrenz zum bestehenden Angebot abgezeichnet», sagt sie.Caranci hat in den letzten 18 Monaten ein eigenes Casting aufgebaut und rund 200 freie, unabhängige Stimmen aus dem In- und Ausland akquiriert. Wie die Referenzliste zeigt, bucht bereits heute eine grosse Anzahl der Werbeagenturen und Produzenten ihre Sprecher über Rent-a-Voice. Seit Anfang Juli können die gewünschten Stimmen per Mausclick ausgewählt werden. (pan)

Eine Logistik für alle

Mit Gebietsabsprachen drücken Direktwerber die Konkurrenz aus dem Markt

Mit Gebietsabsprachen drücken Direktwerber die Konkurrenz aus dem MarktVon Markus Knöpfli Der anhaltende Kostendruck im Directmail-Business führt Direct Mail Company, Epsilon und Swissmail zu einer Kooperation. Die drei Firmen, die schweizweit unadressierte Werbung verteilen, haben sich ihre Gebiete so gut aufgeteilt, dass per 2002 eine gemeinsame landesweite Logistik mit 18 Partnern entstehen könnte.
Die Post, SwissMail (SM), ein aus 16 Verteilorganisationen bestehender Verbund, und die 50-prozentige Post-Tochter Direct Mail Company (DMC) samt ihrer welschen Schwester Epsilon, an der der gelbe Riese zu 66 Prozent beteiligt ist, verteilen unadressierte Werbung.
Seit drei Jahren sind nun DMC, Epsilon und die SM-Mitglieder daran, Gebiete mit geringer Streudichte aus Kostengründen aufzuteilen, sodass dort jeweils nur noch eine Verteilfirma tätig ist und dann auch Aufträge von der Konkurrenz übernimmt.
Seit einem Jahr haben diese «Gebietsbereinigungen» aber noch eine weiter gehende Dimension: Neben der Post soll nur noch eine weitere «Verteilorganisation» schweizweit tätig sein. Eine gemeinsame Firma, an der neben den Post-Töchtern und den SM-Mitgliedern auch die Post selbst direkt beteiligt wäre (WW 46/00), kam letztes Jahr auf den Tisch. Dieses erste Modell stiess aber bei der Wettbewerbskommission (Weko) auf Ablehnung.
Nur Basel und Genf sind noch «nicht bereinigte» Gebiete
Nun liegt ein zweites Modell ohne direkte Post-Beteiligung auf dem Tisch. Demnach sollen die angefangenen Gebietsbereinigungen forciert werden, um wenigstens eine gemeinsame Logistik von SM, DMC und Epsilon zu realisieren – angeblich auch mit Preisabsprachen. Insbesondere gegen Gebietsabsprachen gab es aber bisher schon Widerstand aus den Reihen jener SM-Mitglieder, die als Verleger ihre Organisation für den Vertrieb der eigenen Zeitung benötigen und bestimmte Gebiete nicht abtreten wollten.
Auf SM-Seite gibt es jedoch auch eine treibende Kraft: René Bill, Geschäftsführer der AWZ Bern und gleichzeitig Präsident der AWZ-Gruppe, die mit sechs Mitgliedern innerhalb der SM eine Art Staat im Staate ist. Dem Vernehmen nach hat er einige widerspenstige SM-Mitglieder in den letzten Monaten vor die Wahl gestellt: Rauswurf oder «Gebietsbereinigungen».
Das brachte zähneknirschenden Erfolg. Offenbar sind derzeit nur noch zwei Gebiete «unbereinigt»: Basel und Genf. In Basel sucht die Basler Mediengruppe (BMG) für ihre Baslerstab-Vertreiberin Distriba eine Lösung, die laut BMG-Verwaltungsrätin Ruth Ludwig aber kurz bevorsteht. In Genf dürfte es länger dauern, weil die AWZ Genève angeblich finanziell in Nöten steckt und zudem in rechtliche Probleme mit Epsilon verstrickt ist. René Bill will davon allerdings nichts wissen, bei Epsilon war der Direktor nicht erreichbar.
Bills Peitsche hat somit die grössten Widerstände gebrochen. An der SM-Generalversammlung vom 22. Juni im Wallis soll der weiter gehenden Kooperation mit DMC und Epsilon der Boden geebnet worden sein. Bis 30. Juni hatte die DMC zudem offenbar Zeit, entsprechende Verträge zu unterschreiben. Ob dies geschehen ist, ist unklar. DMC-Direktor Markus F. Hof wollte sich nicht äussern, und Bill will einmal mehr davon nichts wissen. Er sagt, die Kooperation mit DMC und Epsilon sei an der GV kein Thema gewesen und über die «Gebietsbereinigungen» hinaus gebe es kein Kooperationsmodell. Preisabsprachen weist er besonders weit von sich. Nur: Bill hatte vor einem halben Jahr auch nichts vom ersten Kooperationsmodell gewusst, bestätigt jetzt aber, dass ein solches damals vorlag.
Fest steht: Zumindest für eine gemeinsame Logistik der 16 SM-Mitglieder und der beiden Post-Töchter auf Anfang 2002 gibt es fast keine Hindernisse mehr. Offen ist noch, wie diese organisiert wird. Und was die Weko dazu sagt. Gebietsabsprachen seien aber nicht a priori unzulässig, liess Patrik Ducrey, stellvertretender Weko-Direktor, verlauten. Kommt das Okay aus Bern, dürfte es bis zu einer SM-Mitgliedschaft von DMC und Epsilon nur noch ein kleiner Schritt sein. DMC war jedenfalls schon mal bei der Vorgängerorganisation dabei – bis die Post bei DMC einstieg. Doch Zeit und Kostendruck ermöglichen manches.

Muse & Musse: Simon Walter

Welche kulturelle Veranstaltung haben Sie zuletzt besucht?

Welche kulturelle Veranstaltung haben Sie zuletzt besucht?Muse & Musse Simon Walter
Simon Walter: Den Zirkus, weil ich die Prinzessin sehen wollte.
Was lesen Sie gerade?
Walter: Sibylle Berg, «Manche Leute suchen das Glück und lachen sich tot». Verzweiflung, Wahnsinn und Schizophrenie in kleinen, verdaubaren Häppchen.
Welche CD hören Sie zurzeit mit Vorliebe?
Walter: «The Atomic Café».
Welchen Kinofilm würden Sie am liebsten nochmals sehen?
Walter: «Les rivières pourpres». In der Hoffnung, den Film vielleicht beim zweiten Mal zu verstehen.
Bei welcher TV-Sendung sind Sie neulich eingeschlafen?
Walter: Beim «Sandmännchen».
Welches ist Ihre neuste Entdeckung im Internet?
Walter: www.fjallfil.com. Ist nicht unbedingt neu, dafür aber immer wieder lustig.
Worauf könnten Sie nie verzichten?
Walter: Sauerstoff?
Was machen Sie in einer freien Minute?
Walter: Keine weiteren Fragen beantworten.
Liebe ist…?
Walter: …hervorragend, ganz fantastisch.

Ausserdem: Conrad Engler ist als neuer Partner zur Basler Kommunikations- und Beratungsagentur Brauchbar Büchel und Partner (BBP) gestossen.

Ausserdem Conrad Engler ist als neuer Partner zur Basler Kommunikations- und Beratungsagentur Brauchbar Büchel und Partner (BBP) gestossen. Martin Somogyi, Marketingleiter CS Group Zürich, und Christian K. Schneider, Geschäftsführer

Ausserdem Conrad Engler ist als neuer Partner zur Basler Kommunikations- und Beratungsagentur Brauchbar Büchel und Partner (BBP) gestossen.
Martin Somogyi, Marketingleiter CS Group Zürich, und Christian K. Schneider, Geschäftsführer Karl F. Schneider AG, sind neu im Vorstand des Zürcher Werbeclubs.
Ab 1. August wird Philipp Skrabal, seit 1997 AD bei Matter & Partner, stellvertretender CD.
Der VR von Radio Emme hat den bisherigen Vizepräsidenten Jürg Schürch zum neuen Präsidenten gewählt. Er tritt die Nachfolge von Fredy Ruf an.
Die Schweizerische Depeschenagentur (SDA) verliert ihren Marketingleiter Noël Scheiwiller, der auf Anfang August zu einem Berner Medienunternehmen wechselt. Ad interim übernimmt seine Stellvertreterin Grazia Siliberti die Leitung des Marketingteams.
Der bisherige Programmleiter von Radio Basilisk, André Moesch, wird neuer Geschäftsführer des St.Galler Privatsenders Radio Aktuell. Moesch tritt am 1. Oktober die Nachfolge von Herbert Bosshart an.
Zum neuen Geschäftsleiter der Tevag AG Basel und somit zum Verlagsleiter von TR7 ist Sandro Rüegger berufen worden. Er ersetzt Karin Schwarz. Rüeggers Nachfolger als Leiter Marketing des Wirtschaftsmagazins Bilanz wird Martin Coninx.
Brigitte Schatzmann (43), Verlagsleiterin Glückspost, verlässt Ringier «auf Grund unterschiedlicher Auffassungen über die Ausrichtung» des Wochentitels, schreibt Ringier. Ihre Aufgabe übernimmt ad interim Silvia Lepiarczyk, Leiterin Ringier Zeitschriften Deutschschweiz.

Kopf der Woche: «Meine grösste Stärke ist meine Vielseitigkeit»

HEIER LÄMMLER macht den Sommer zur Jahreszeit der Events mit seiner Pro & Motion

HEIER LÄMMLER macht den Sommer zur Jahreszeit der Events mit seiner Pro & Motion«Meine grösste Stärke ist meine Vielseitigkeit»
McDonald’s statt Mallorca, das sei als Ferienziel echt «cool», freute sich der sechsjährige Sohn, als Vater Heier Lämmler ihm versprach, dass die ganze Familie bald das «Family Adventure Weekend» im McDonald’s Golden Arch Hotel testen wollte. «Die Reaktion des Buben zeigte mir, dass meine Überlegungen richtig sind», meint Lämmler.
Ab Mitte September wird eine vierköpfige Familie für 390 Franken zwei Nächte und zwei Tage im McDonald’s-Erstklasshotel beim Zürcher Flughafen residieren, inklusive diverser Aktions-Eintritte von Alpamare bis Zoo. «Der Kanton Zürich ist doch ein riesiger Freizeitpark», begründet der schon lange mit unkonventionellen Gastroideen verblüffende Lämmler sein Konzept. Damit hat er bei McDonald’s-Chef Urs Hammer den Auftrag «sofort umsetzen!» erhalten.
Mehr als eine Million Trayliners und Flyers in sämtlichen McDonald’s in der Schweiz sollen die Aktion bekannt machen. Eine Blitzaktion war auch die Party zum Fünfjahrjubiläum des «AlpenRock House». Und für die Neupositionierung von Churrasco serviert Lämmler im August einen Eröffnungsevent als Topper der Softopenings von zwei Churrasco- Lokalen im Steinfels-Areal und am Bahnhof Winterthur.
Pro & Motion AG nennt sich die Zürcher Agentur, mit der sich Lämmler, er wird in diesem Jahr 50, als «Outlaw Werber» an der Zollikerstrasse zur zuverlässigen Adresse für Gastrowerbung und Events entwickelt hat.
Die Bürogemeinschaft mit Impact Music von Hans Walter Huggler, dem Manager von Andreas Vollenweider, bezeichnet Lämmler als «BG im Sinne einer WG wie damals bei den 68ern». Der kollektiv kreative Geist weht spürbar sympathisch durch die Büros. «Spielerisch» sollen die Aufgaben in dieser Kleinagentur angegangen werden, wo neben Ehefrau Kitty für die Buchhaltung auch noch Julien Witt und seit März Ex-Miss-Schweiz Stéphanie Berger ihre besonderen Marketing- und Eventerfahrungen einbringen.
«Heute liegen wir als flexibel agierende Kleinagentur voll im Trend», zeigt sich Heier Lämmler mit seiner Pro & Motion glücklich, «denn meine grösste Stärke ist meine Vielseitigkeit». Eine
Eigenschaft, die er vor allem zuerst mit Showbiz-Kunden von Freddy Burger erprobt hat.
KV-Lehre in einer Werbe- & Public-Relations-Agentur. Während vier Jahren Orchestersekretär von Hazy Osterwald. Vier Jahre Produktionsleiter der Jugendzeitschrift Pop von Jürg Marquard. Je drei Jahre Moderator bei Radio Zürisee und danach Radio 24: Das sind die Stationen, dank denen Allrounder Lämmler heute überzeugt sagen kann: «Nicht nur Jugend, auch Erfahrung ist in der Werbung ein wertvolles Gut.» Andreas Panzeri

Ferien? Was ist das?

AY&R sagt Kuoni-Reisenden nach der Rückkehr weiterhin, wos langgeht

AY&R sagt Kuoni-Reisenden nach der Rückkehr weiterhin, wos langgehtEs gibt leichtere Bürden, als eine ADC-Gold-Kampagne wie die für Kuoni mit ebenbürtiger Qualität und gleich hohem Überraschungseffekt fortzusetzen. Im kollektiven Gedächtnis verhielt sich der wegweisende Auftritt – «Ferien, in denen Sie alles vergessen» – nämlich diametral entgegengesetzt den verblüffenden Anfällen geistiger Absenz der heimgekehrten Kuoni-Reisenden. Damit gelang es der im Dezember 1999 gelaunchten Kampagne innert kurzer Zeit, die Vitalität und Beliebtheit der Marke und ihren Differenzierungsgrad stark zu heben. Aus heiterem Himmel wurde vor wenigen Wochen das erstarkte Image jedoch durch das hochgradig rufschädigende Schmierentheater in Kuonis Verwaltungsrat torpediert und zum Teil zerstört. Gleich doppelt dürfte deshalb der Druck auf den Schultern der Werber gelastet haben.
«Der Erwartungshaltung waren wir uns bewusst», sagen die beiden AY&R-ADs Hélène Forster und Christian Bobst. Mit ihrer Strategie, die klassischen Medien nicht zusätzlich zu forcieren, sondern mittels neuer Werbeträger die Botschaft zugespitzt zu vertiefen, haben sie wohl das Ziel erreicht.
Beispielsweise drehen liegen gelassene Koffer auf Gepäckbändern des Flughafens Zürich ihre Runden und werben mit unvergesslicher Message. Nicht weniger ausgefallen ist der Aufdruck in Schachteln zweier Pizzakuriere. Damit Hungrige nicht irrtümlich in den Karton beissen, werden sie gewarnt.
Selbst im Programmheft des Schauspielhauses, das erstmals als Hörspiel von Marthalers Truppe auf CD gebrannt wurde, wirbt Kuoni: Subtil zielen die Schauspieler, die ihren Part nach den Kuoni-Ferien vergessen haben, auf die Lachmuskeln der Zuhörer. Nicht einmal mehr an den Namen seiner angebeteten Ju … Jutta … ähm, Mama? kann sich Romeo erinnern. Luca Aloisi

Gestern Coupons, heute SMS

Die Mobile Solutions AG in Dübendorf will mit SMS-Codes ein neues Direktmarketingzeitalter einläuten

Die Mobile Solutions AG in Dübendorf will mit SMS-Codes ein neues Direktmarketingzeitalter einläutenMit MoCode lanciert die Dübendorfer Mobile Solutions AG eine neue Direktmarketingalternative zu Coupons, Antwortkarten und 0800er-Servicenummern. Ähnlich den mobilen Bestellmöglichkeiten für CDs oder DVDs via SMS – auch wenn M-Commerce vorerst nur eine marginale Rolle spielen wird – will die Technologiefirma ein kundenfreundlicheres Zeitalter im Direktmarketing einläuten. Dank der neuen Technologie entfällt das Zeit raubende Ausfüllen, Ausschneiden und Einsenden der Coupons sowie das kostspielige Erfassen und Bearbeiten der Daten, so Daniel Aregger, Marketing und Content Director von Mobile Solutions. Seine Lösung sieht Zahlencodes auf allen möglichen Werbeträgern und Produkten vor. Anhand dieser Codes kann der Verbraucher weitere Unterlagen anfordern, indem er einfach den Code via SMS an die MoCode-Zentrale übermittelt.
Spaming ist out – Permission Marketing ist in Angesichts der hohen Handydichte und der erleichterten Kontaktaufnahme mit dem Logistikzentrum ist sich der Anbieter sicher, dass selbst bei Promotionen der Rücklauf deutlich gesteigert wird. Probleme mit dem Datenschutz gebe es keine, ist man bei Mobile Solutions überzeugt.
«Es gibt in der Schweiz zwar nur 300000 Leute, die sich mit ihrer Natelnummer und Adresse registriert haben», sagt Aregger. Wer nicht in dieser Datenbank figuriert, wird vom Call Center angerufen und nach den nötigen Daten gefragt. Vom MoCode-SMS bis zum Rückruf dauert es knapp zwei Minuten. Die gesammelten Daten werden nicht weiter bearbeitet oder vertrieben, sondern je nach Package dem Kunden – jedoch nie mit den Handynummern – übergeben. Kontraproduktives Spaming oder Handel mit den gesammelten Daten werde so verhindert.
Nebst der Tatsache, dass so der potenzielle Interessent jederzeit und überall erreichbar wird, sieht Aregger in den geförderten Spontanreaktionen und in der tieferen Hemmschwelle weitere Vorteile. Obwohl erst im Akquisitionsstadium, stehe man mit Samsung, Nokia, Siemens und Calanda schon in Verhandlungen. Luca Aloisi

Das EDI hat für Edi die Jury bereits bestellt

Am 8. November wird bereits zum zweiten Mal der Edi, der begehrte Preis für Auftragsfilme und Werbespots, über die Bühne gehen.

Am 8. November wird bereits zum zweiten Mal der Edi, der begehrte Preis für Auftragsfilme und Werbespots, über die Bühne gehen.Am 8. November wird bereits zum zweiten Mal der Edi, der begehrte Preis für Auftragsfilme und Werbespots, über die Bühne gehen. Nach der letztjährigen Premiere im für teures Geld umgebauten Zürcher Schiffbau ist in diesem Jahr die Award Night im neu gestylten und ebenfalls für viel teures Geld umgebauten Lake Side – dem früheren Casino Zürichhorn – geplant. Das Programm wird auch diesmal von Filmshows und von einem mit hochkarätigen Teilnehmern besetzten Podiumsgespräch umrahmt. Bereits wurde von der Vorsteherin des Eidgenössischen Departements des Innern (EDI), Bundesrätin Ruth Dreifuss, die Liste mit den Teilnehmern der Wettbewerbs-Jury abgesegnet. Verraten werden darf bis heute so viel, dass aus der Werbebranche Peter Brönnimann von Advico Young & Rubicam, Gockhausen, sowie Danielle Lanz von Ruf Lanz, Zürich, dabei sein werden. Mehr Details folgen dazu in der WerbeWoche vom 9. August. In jener Ausgabe wird auch die offizielle Ausschreibung des Wettbewerbs publiziert. (pan)

20 Minuten in 15 Minuten gelesen

Gleich in zwei Studien schneidet 20 Minuten gegenüber den anderen Pendlerzeitungen gut ab

Gleich in zwei Studien schneidet 20 Minuten gegenüber den anderen Pendlerzeitungen gut abVon Markus Knöpfli Eine Studie der Wemf und eine Studie von drei Studierenden der Universität Zürich attestieren
20 Minuten gute Werte bei jüngeren Leserinnen und Lesern.
Von Januar bis März 2001 wies die Pendlerzeitung 20 Minuten in der Deutschschweiz eine Reichweite (LpA) von 497000 Lesern oder 12,3 Prozent aus. Dies geht aus der Sonderstudie «Media-Analyse 20 Minuten 2001» hervor. Sie wurde von der AG für Werbemedienforschung (Wemf) im Auftrag von 20 Minuten Schweiz erstellt. Darin wurden keine anderen Titel mit erhoben, sodass Vergleiche hinken. Ein echter Vergleich wird erst mit der Mach Basic 2002 möglich sein. Sollten sich die Werte bis dahin bestätigen, käme 20 Minuten wohl auf Rang drei der Schweizer Tageszeitungen.
Gemäss der vorliegenden Studie sind 52 Prozent der 20-Minuten-Leser zwischen 14 und 34 Jahre alt – ein Wert, den derzeit kein anderer Titel bei dieser Zielgruppe erreicht. 56 Prozent sind Männer, 53 Prozent weisen ein mittleres und 22 Prozent ein gehobenes Bildungsniveau auf, 58 Prozent sind voll erwerbstätig, während 35 Prozent in Ausbildung oder nicht erwerbstätig sind. 39 Prozent verfügen über ein Einkommen zwischen 4000 und 8000 Franken pro Monat,
33 Prozent verdienen mehr als 8000 Franken monatlich. Gemäss Rolf Bollmann, Geschäftsführer von 20 Minuten, wurden im fraglichen Zeitraum täglich rund 275 000 Exemplare von 20 Minuten verteilt, sodass der Titel auf 1,8 Leser pro Exemplar kommt.
24 Prozent lesen «fast täglich» 20 Minuten
Eine weitere Studie zum Thema Medienverhalten der Zürcher führten drei Studierende der Uni Zürich durch. Die Studie beschränkt sich auf den Raum Zürich und beruht auf gestreuten Fragebogen, von denen 842 zurückgeschickt wurden. Die Studie ist nicht repräsentativ, so war unter den Antwortenden ein Überhang an jüngeren Personen: Mehr als 50 Prozent waren unter 35 Jahre alt. Die Geschlechter waren fast ausgeglichen verteilt. Somit vermag die Studie immerhin Interessantes über die Mediennutzung junger Zürcherinnen und Zürcher auszusagen.
Printmedien werden von 77 Prozent der Antwortenden, Internet von 60 Prozent, Radio von 58 Prozent und TV von 52 Prozent «fast täglich» benutzt.
36 Prozent der Antwortenden lesen den Tages-Anzeiger «täglich», ebenfalls 36 Prozent lesen eine Gratiszeitung, 17 Prozent die NZZ und 3 Prozent den Blick.
Unter den Gratiszeitungen wird 20 Minuten von 24 Prozent «fast täglich» gelesen, der ZürichExpress (ZE) von 18 Prozent und Metropol von 13 Prozent. Dabei nutzen 70 Prozent der Antwortenden die Gratiszeitungen maximal 15 Minuten lang. Zum Vergleich: Die gekauften Titel werden von 60 Prozent länger als 20 Minuten genutzt.
Eisenhut ist neuer ChefredaktorMarkus Eisenhut (38) ist vom VR der 20 Minuten (Schweiz) AG zum neuen Chefredaktor von 20 Minuten gewählt worden. Zurzeit arbeitet er noch als stellvertretender Dienstchef beim Tages-Anzeiger. Zuvor war Eisenhut Nachrichtenchef bei der SonntagsZeitung sowie bei Blick und SonntagsBlick Sportchef gewesen.
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