2003 gehts wieder aufwärts

Nun hat auch die Schweiz eine Werbemarktstudie

Nun hat auch die Schweiz eine WerbemarktstudieVon Markus Knöpfli Behalten die Auguren der Basler Prognos AG Recht, wird Mitte 2002 die Konjunktur wieder anziehen und der Werbemarkt Schweiz sich im Jahr 2003 erholen. In ihrer Studie «Werbemarkt Schweiz 2011» sehen sie zudem die Medien TV und Aussenwerbung sowie – auf viel tieferem Niveau – die Onlinewerbung als Gewinner. Print dagegen verliert weiter Marktanteile.
Bei ihren Prognosen gehen die renommierten Basler Zukunftsforscher davon aus, dass sich der Krieg in Afghanistan nicht zu einem Flächenbrand entwickeln wird und dass nach den Terrorattacken auf das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington DC vom 11. September alles zur «Normalität» zurückkehrt. «Zwar steht die Welt seit einiger Zeit Kopf, doch wir halten Konjunktur und Wirtschaft für wesentlich stabiler, als dies in der Öffentlichkeit den Anschein macht», sagte denn auch Josef Trappel bei der Präsentation der ersten Werbemarkt-Langzeitstudie für die Schweiz. Trappel ist bei Prognos Projektleiter der Studie.
Trotz seiner Gelassenheit geht Trappel davon aus, dass jetzt eine Art Trauerjahr folgt. Das Bruttoinlandprodukt (BIP) taucht weiter und wird erst in der zweiten Hälfte 2002 wieder zunehmen. «Ab 2003 holen die Leute den aufgeschobenen Konsum wieder nach», sagt Trappel. Über das ganze nächste Jahr verteilt beträgt das BIP-Wachstum aber real nur ein Prozent. Ähnlich verhält sich der Schweizer Werbemarkt, der erst 2003 wieder zulegt, dann aber gleich um beachtliche 7 Prozent. Und in der Folge wird er dann jeweils (wieder) stärker wachsen als das BIP.
Zwei klassische Werbeträger machen diesen Taucher nicht mit, TV und Plakat: Ihre jährlichen Zuwachsraten bleiben positiv. So wachsen die TV-Nettowerbeumsätze laut Prognos von 536 Millionen Franken (2001) auf 692 Millionen Franken (2005), um schliesslich im Jahr 2011 bei 881 Millionen Franken anzukommen. Plakat steigert sich von 610 (2001) auf 723 Millionen Franken (2005). Alle andern Werbeträger, inklusive Internet, fangen sich erst 2003 wieder, übertreffen dann aber sogar ihre Zahlen aus dem Superwerbejahr 2000.
Prognos hält an Voraussagen zur Internetwerbung fest
Zeitungen bleiben zwar der grösste Werbeträger, doch sinkt ihr Marktanteil von 46,3 Prozent (2001) auf 44,1 Prozent (2002). Print insgesamt wächst bis 2005 weniger stark als der gesamte Werbemarkt, Gleiches gilt für das Medium Radio, das im gleichen Zeitraum von 135 auf 153 Millionen Franken zunehmen soll.
Was Onlinewerbung betrifft, halten die Prognostiker erstaunlicherweise an früheren Voraussagen fest. Nur, sie verschieben den Wachstumsbeginn neu um zwei Jahre auf 2003. Dann aber steigt die Kurve parallel zu früheren Prognosen rasant an. Demnach kann sich die Onlinewerbung im Jahr 2003 plötzlich mehr als verdoppeln, kommt 2005 auf 90 Millionen Franken und verdoppelt sich bis 2011 noch einmal. Begründet wird dieser Optimismus primär mit neuen Onlinewerbeformen und -techniken, die ein günstigeres und kreativeres Produzieren zulassen. Als Beispiel wurde die Flash-Technik erwähnt, die es erlaubt, eine Kampagne für elektronische Bildmedien medienneutral zu produzieren (siehe auch S. 18).
Neue Dienstleistungen schaffen neuen Werbedruck
Sonst aber ist es mit dem Zusammenwachsen verschiedener Medien – Konvergenz genannt – noch nicht weit her, auch weil die dafür nötigen Breitbandzugänge fehlen. 2011 soll zwar laut Prognos rund die Hälfte aller Haushalte über einen solchen Zugang verfügen. Doch selbst wenn dadurch neue, interaktive TV-Formate entstehen, bezweifelt Trappel doch, ob auch die Zuschauer mit der Technik Schritt halten werden. «Wir sind da eher zurückhaltend», sagte er.
Zweifellos werden aber neue Unternehmen und Dienstleistungen entstehen, was den Werbedruck erhöht. Und darin sieht Trappel eine Chance für den Werbemarkt. Allerdings mit einer Einschränkung: «Die Werbevermarktung muss das erforderliche Know-how rechtzeitig erwerben», sagt er und weist auf bereits heute bestehende Defizite hin.
Auftraggeber und Sponsoren

Die Studie Werbemarkt 2011 wurde von der Prognos AG im Auftrag von Sevenone Media Schweiz erstellt. Deren TV-Vermarktungspartner RMB Switzerland und IP Multimedia beteiligten sich als Sponsoren an den Kosten. Die Studie soll jährlich aktualisiert werden. Prognos erarbeitet bereits seit drei Jahren eine ähnliche Studie für Deutschland und seit einem Jahr eine für Österreich.
Prognose Netto-Werbeumsätze nach Mediengattung

in Mio. CHF 2000 2001 2002 2003 2004 2005
Zeitungen 2 250 2 179 2 132 2 261 2 332 2 394
Publikumszeitschriften 379 387 377 398 410 420
Fachpresse 404 403 397 422 436 449
Fernsehen (inkl. Sponsoring) 520 536 544 599 640 692
Radio (inkl. Sponsoring) 139 135 133 143 149 153
Aussenwerbung 592 610 627 687 725 763
Sonstige Werbeträger 436 438 428 449 460 470
Onlinewerbung 25 21 21 44 67 90
Gesamt 4 745 4 708 4 661 5 003 5 220 5 430
Inflationsrate in % 1,1 1,0 1,6 1,7 1,7Wachstum BIP nominal in % 2,7 2,0 3,4 3,5 3,5
BIP nominal in Mrd. CHF 404 415 424 438 454 470
Quelle: 2000 Wemf, Prognos AG
Prognose bis 2011

2005 2011 Veränderung 2005/2011
BIP nominal in Mrd. CHF 470 572 Ø Wachstum 3,3% p. a.
Inflationsrate Ø 1,7% p.a.
Netto-Werbeumsätze in Mrd. CHF 5,4 6,8 Ø Wachstum 3,9% p. a.
Fernsehwerbung in Mio. CHF 692 881 Ø Wachstum 4,1% p. a.
Marktanteil in % 12,7 12,9
Onlinewerbung in Mio. CHF 90 198 Ø Wachstum 14,0% p. a.
Marktanteil in % 1,6 2,9
Quelle: Prognos AG

Online-Marketing: Interhome

Ziel: Kommunikation des neuen Angebots von Tages-Anzeiger und Interhome AG, dass Ferienwohnungen online zu buchen sind.

Ziel: Kommunikation des neuen Angebots von Tages-Anzeiger und Interhome AG, dass Ferienwohnungen online zu buchen sind.Interhome Werbemittel: Internetauftritt. Einsatz: Seit Oktober bis auf weiteres.
Auftraggeber: Interhome AG, Zürich; Gesamtverantwortung: Carsten Jochem. Vermarktungsagentur: AdLink Internet Media AG, Zürich; Planung: Stephan Suter.

Online-Marketing: COS Distribution

Ziel: Lancierung und Bekanntmachung des neuen Onlineshops für Outletprodukte im Bereich IT und Hi-Fi sowie Generieren von Onlineeinkäufen.

Ziel: Lancierung und Bekanntmachung des neuen Onlineshops für Outletprodukte im Bereich IT und Hi-Fi sowie Generieren von Onlineeinkäufen.COS Distribution Werbemittel: Banner, Button, Minibanner. Einsatz: Oktober/November.
Auftraggeber: COS Distribution AG; Verantwortung: Yves Busslinger. Agentur: Compugrafx, Charles Santl. Vermittlungsagentur: Publimedia Webadvertising AG, Zürich; Verantwortung: Conrad Surber.

Im Zeichen des Drachens

Lowe Lintas GGK siedelt Orange als Businessmarke in Hongkong an

Lowe Lintas GGK siedelt Orange als Businessmarke in Hongkong anDie Telecomgesellschaft Orange beginnt ihr Markenbild zu diversifizieren: Nach der Lancierung eines eigenständigen SMS-Auftritts sowie einer Kampagne für das Hotel Habbo (siehe WW 38/01) ist nun noch eine weitere Bereichskampagne angelaufen, die ihren Inhalt nicht im Packeis vor Grönland eingefroren hat.Mit dem neuen von der Agentur Lowe Lintas GGK, Zürich, konzipierten Auftritt steigt Orange ins Geschäft mit der mobilen Unternehmenskommunikation ein. Die stimmungsvollen Printanzeigen, die Orange insbesondere bei den KMUs als kompetenten Partner etablieren sollen, spielen in Hongkong, der Stadt der tausend kleinen und mittleren Unternehmen. Im Zentrum der Visuals, deren Atmosphäre die Markenwerte von Orange impliziert, steht die sprichwörtliche chinesische Geschäftstüchtigkeit. Seite 12

Schweizer sind Topwerber.

In der Schweiz werden im laufenden Jahr 395 Euro pro Kopf für Werbung in den klassischen Medien und im Internet ausgegeben.

In der Schweiz werden im laufenden Jahr 395 Euro pro Kopf für Werbung in den klassischen Medien und im Internet ausgegeben. Damit führt die Schweiz die Rangliste der europäischen Länder an, die im Status Report des TV-Vermarkters IP Deutschland nachzulesen ist. Deutlich zurück auf Platz 2 und 3 liegen Norwegen (339 Euro) und Österreich (259 Euro). Am geringsten ist der Werbedruck in Griechenland mit 58 Euro pro Kopf. Swissair-Aktion von Jobwinner. Vor dem Hintergrund der grössten Entlassungswelle der Schweizer Wirtschaftsgeschichte hat sich Jobwinner.ch spontan entschieden, Swissair-Angestellte bei der Jobsuche zu unterstützen. Die Stellenplattform gewährt Arbeitgebern bis Jahresende gratis Zugang zu den hinterlegten Profilen. Publik gemacht wird die Aktion von Guye Benker. Die Werbeagentur hat dazu auf überzeugend plakative Art und Weise das Swissair-Logo mit dem Ausdruck «Solidarität» verschmelzen lassen. Mit Erfolg, denn bereits haben sich über 350 Firmen mit einem Jobangebot für entlassene Swissair-Angestellte gemeldet. Umgekehrt sind auf dem Portal total 3500 Jobsuchende porträtiert, wovon bis Redaktionsschluss der WerbeWoche 600 stellensuchende Swissair-Leute auf Grund der Solidaritätsaktion zu Jobwinner gekommen sind.
Der Schecken des Steuervampirs. «Need to have», nicht «nice to have» lautet seit Sommer der Strategiesatz, auf dem Umsetzungen der Bilanz-Kampagne ruhen. Der von Publicis, Zürich, konzipierte Auftritt dramatisiert jeweils das Hauptthema einer Ausgabe. Die Anzeige fürs Novemberheft zeigt einen Bilanz-Leser, der dem Steuervampir ein Kreuz entgegenhält, das er aus zwei Heften geformt hat. Gestaltet wurde das Motiv von Jean Etienne Aebi (CD), Daniel Krieg (Text), Luigi Del Medico (AD) und Raul Serrat (Grafik).
WHS-knatsch mit Berliner Partner. Die Kooperation von Weber Hodel Schmid (WHS) mit der Berliner Agentur Melle Pufe könnte bald zu Ende sein. Nachdem Hendrik Melle in W&V verkündete, die beiden «verlobten Agenturen» müssten demnächst über eine Hochzeit oder freundschaftliche Trennung entscheiden, zeigte sich WHS-Miteigentümer Reinhold Weber verärgert. WHS selbst habe von der Partnerschaft kaum profitiert. «Ich nehme an, dass wir das jetzt selbst bereinigen», meinte Weber, «ich nehme ihm die Marke wieder ab.»
Formel-Plakat in Bern. Das Bernische Historische Museum konnte im Vorfeld eines Nostalgierennens zum 50-Jahr-Jubiläum des Grand Prix Bern 1951 das Plakat zum schon legendär gewordenen Formel-1-Lauf – damals auf der Rundstrecke im Bremgar-tenwald – ersteigern. Grosszügig unterstützt wurde das Museum beim Bieten von der Allgemeinen Plakatgesellschaft (APG), welche die Patenschaft für das markante Zeitdokument übernahm. Auch die Versteigerung im Auktionshaus Stuker geriet zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen, bei dem das Museum schliesslich für 13000 Franken den Zuschlag für das Plakat erhalten hat. Jetzt ist anlässlich einer Vernissage im Bernischen Museum die Übergabe durch die APG offiziell geworden. Das Werk von Ernst Rupprecht wird in der Dauerausstellung «Wandel im Alltag» zu sehen sein.
FAZ gratuliert Jost Wirz. Jost Wirz, VR-Präsident und Leiter der Werbegruppe Wirz Partner Holding, wurde am 25. Oktober 60 Jahre alt. Unter die Gratulanten reihte sich auch die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ). Sie würdigte Jost Wirz mit einem kurzen Porträt in der Mittwochsausgabe. «Obwohl Jost Wirz alles andere als ein schriller Mensch ist, wurde er keineswegs zur unscheinbaren Figur in der Schweizer Werbeszene», schreibt die FAZ. Wirz habe sich stets um eine solide und intellektuell anspruchsvolle Kommunikation bemüht.
Spass am Leben. Die WoZ will mit einer Reihe von Neuerungen die linke Wochenzeitung vermehrt auch für die jungen Leser und Leserinnen zum trendigen Pflichtstoff machen. Eine eigene Sportseite, alle zwei Wochen eine Wissenschaftsseite oder regelmässige kritische Blicke auf die Medien sollen aus der ehemals revolutionären Politpostille eine renovierte Publikumszeitung mit einem zeitgemäss offenen Journalismus machen. Damit dieses Facelifting ohne Gesichtsverlust über die Medienbühne gehen kann, hat jetzt Seiler DDB eine Plakatkampagne gestaltet, die ebenfalls «neue Akzente setzen» will. Die WoZ schreibt genauso wie alle andern, aber ein bisschen anders.
Editorial

Vom Kairos in der MediaplanungDie Philosophen der griechischen Antike unterschieden genauer als wir zwischen drei Zeitbegriffen: Chronos, Kairos, Äon. Chronos ist die stets gleichförmig dahinfliessende Zeit. Äon ist die Ewigkeit in der Zeit. Und Kairos ist der richtige, von den Göttern geschenkte Augenblick, den wir nutzen – oder auch ungenutzt verstreichen lassen können. Kein Zweifel: Die Zeit ist nicht nur die grosse Schicksalsfrage der Philosophie, sie ist auch eine «Schicksalsfrage» der Mediaplanung: Beim Werbeträgereinsatz geht es um Kairos – um den richtigen Zeitpunkt für die Platzierung von Werbebotschaften im Markt zu finden. Um diese Frage beantworten zu können, entstand in den USA das Recency Planning. Es verspricht zeitliche Nähe zum Kaufentscheid und soll alle zentralen Begriffe der klassischen Mediaforschung – vor allem den Mythos der wirksamen Kontaktdosis – ersetzen, die in Europa noch immer die Vorstellung über Werbewirkung beherrschen. Recency ist in der Mediaplanung das, was Kairos in der griechischen Philosophie war. Dabei ist die zeitliche, räumliche und emotionale Nähe des Werbekontaktes zum Kaufakt der entscheidende Faktor in der Kaufwirkung von Werbung. In den USA erfreut sich dieser Planungsansatz, der die Werbewirkungsforschung revolutioniert hat, grösster Beliebtheit.
Ende September veranstaltete Publimedia in Zürich ein Forum zum Thema Recency Planning. Erwin Ephron, Erfinder dieser Mediastrategie, musste leider kurzfristig absagen. Über die Stärken und Schwächen von Recency Planning hat sich Wolfgang J. Koschnick mit dem amerikanischen Mediaguru unterhalten. Das Interview lesen Sie auf Seite 37. Samuel Helbling

Ein Millionär ist ein Küng

Einmal mehr sagte man in der Giesserei zu Zürich-Oerlikon Folgendes an: «Place your bets!» und «Rien ne va plus!».

Einmal mehr sagte man in der Giesserei zu Zürich-Oerlikon Folgendes an: «Place your bets!» und «Rien ne va plus!».Von Beat Fritsch Denn die SonntagsZeitung lud zur Gambling Night, die schon Tradition geworden ist.
Die Regeln sind bekannt: Jeder geladene Gast erhält ein nicht unerhebliches Startkapital und darf am Spieltisch gegen die Kaderleute der SonntagsZeitung antreten. Das heisst, Verlagsleiterin Sandra Geiger oder Daniel Pauletto sitzen einem beim Black Jack als Croupiers gegenüber und zocken ab. Wie im täglichen Leben, oder? Und wer am Schluss am meisten Geld hat, gewinnt – aber kein Geld. Sondern einen Wochenendausflug in ein grenznahes Kasino. Was ja im Moment auch noch einen tieferen Sinn hat, werden wir auf Grund des bundesrätlichen Kasino-Entscheids in den nächsten Jahrzehnten in Zürich wohl niemals einen echten Spieltempel zu sehen bekommen.
Der beste Gambling-Night-Spieler hiess dieses Jahr Stephan Küng. Er gewann eine exorbitant hohe Siegessumme im Bereich von über drei Millionen Lucky Dollar. Endlich mal wieder ein richtiger Kunde, konstatierte die SonntagsZeitungs-Crew erleichtert. Letztes Jahr holte sich nämlich ein Werbeleiter und vorletztes Jahr ein Werbeagenturinhaber den ersten Preis. Küng hingegen ist CEO bei der Mediaagentur Initiative Media und dürfte sicher so viel Umsatz bei der SonntagsZeitung buchen, wie er Punkte erspielt hat. Den zweiten Platz belegte heuer Urs Arnold von der Allianz-Gruppe. Dritte wurde Myrtha Hafner, die bei Andy Lehmann im neu gegründeten Mediahaus Seefeld arbeitet.
Für die Organisation der Spielnacht zeichnete wiederum das Team von Unisono um Monica Peter und Simon Schweingruber verantwortlich. Ronnie Scholom von ShowConnection besorgte wie immer die Spieltische und die gezinkten Karten für die Croupiers der SonntagsZeitung. Sie alle geniessen das vollste Vertrauen von Sandra Geiger, die es übrigens zurzeit ziemlich streng hat. Nach der Spielnacht drückt sie nun für einige Tage die Schulbank. Sie verzog sich am Montag für ein Weiterbildungsprogramm in die Vereinigten Staaten. Aber erst, nachdem sie bereits am frühen Morgen nach der Gambling Night ihre ersten Termine wahrgenommen hatte.
Reto Kammermann, der seine Kunden nächste Woche zur Touring-Rock-and-Rave-Night einlädt, hielt sich beim Spiel an Claudia Eggenschwiler und Siegrun Meier. Allerdings hatten sie keine Chancen gegen Starspieler Küng, obschon sie ihre Einsätze zusammengelegt hatten. Glücklos agierten auch Peter Döbeli oder Pick-Pay-Werbeleiterin Sandra Ulrich. Und auch die WerbeWoche. Der Shortlistautor verfünffachte zwar in den ersten 15 Spielminuten sein Vermögen, dann gings eine Weile geradeaus und am Schluss in nur zwei Minuten auf null hinunter.
Andere Gäste verspielten den Einsatz gleich zu Beginn auf so leichtfertige Weise, um sich dafür subito an Buffet und Bar schadlos zu halten. Das liquide Angebot war generös, ebenso wurden immer wieder Platten mit feinen Snacks vorbeigetragen.
So wundert es nicht, dass man einigen Besuchern sogar die vorhandenen Lucky Dollars abschwatzen konnte. Tatsächlich nutzten einige Gäste den Event ganz einfach dazu, mal wieder mit Kollegen ein Schwätzchen zu halten, ohne sich um das pekuniäre Geschehen am Spieltisch zu kümmern. Und wie nach jeder Gambling Night ging wohl jeder, ob Spieler oder Nichtspieler, zufrieden nach Hause.
Beat Fritsch

gab sich an der Gambling Night der SonntagsZeitung erneut grenzenlosem Genuss hin. Dieser Event lohnt sich immer wieder. Wo sonst kann man mit geschenktem Geld dem Spielteufel verfallen (und das ist der Shortlistautor sowieso)? Wo sonst gibts frischest gerollte Puros von Meister Jesus Dinerad aus Honduras, der immer die besten Tabakblätter im Gepäck hat?
Wer sich in der Kommunikationsbranche als Homo ludens beim Spiel misst oder sonst an Veranstaltungen gesehen wird, orten wir wie immer wöchentlich. Haben Sie schon jetzt etwas zu berichten? Greifen Sie zum Hörer (01 296 97 98) oder in die Tasten ([email protected]). Veranstaltungstipps wie auch weitere Shortlistbilder gibt es online unter www.werbewoche.ch.

Online-Marketing: Swisscom Mobile

Ziel: Bekanntmachung des neuen Produktes «Natel easy kid» sowie Vermittlung von Produktinformationen durch verschiedene Werbemittel.

Ziel: Bekanntmachung des neuen Produktes «Natel easy kid» sowie Vermittlung von Produktinformationen durch verschiedene Werbemittel.Swisscom Mobile Werbemittel: Full Banner, Skyscraper, D-HTML. Einsatz: November/Dezember.
Auftraggeber: Swisscom Mobile AG, Bern. Vermarktungsagentur: Publimedia Webadvertising AG, Zürich; Verantwortung: Tiziano Obrecht.

News: Streit um Journalistenlöhne

Verleger und Journalisten streiten um Lohnerhöhungen.

Verleger und Journalisten streiten um Lohnerhöhungen.News Streit um Journalistenlöhne
Während die Comedia und der Schweizer Verband der Journalistinnen und Journalisten (SVJ) eine Erhöhung der Minimallöhne um 1,5 Prozent und eine generelle Teuerungszulage von 3,5 Prozent verlangen, hat der Verband Schweizer Presse (VSP) nur eine Nullrunde angeboten. Mitte November wird erneut verhandelt.
Sat 1 Schweiz baut Sportangebot aus Im Dezember startet Sat 1 Schweiz ein neues wöchentliches Sportmagazin. «Powderhausen-TV» bietet neben Beiträgen aus der Snowboardszene auch Informationen über Trendsportarten aus aller Welt. Im Rahmen der Fussball-WM vom 31. Mai bis 30. Juni 2002 produziert Sat 1 speziell für die Schweiz ein tägliches WM-Magazin.
RMB senkt Preise für Sat 1 Der TV-Vermarkter RMB Switzerland senkt die Tarife des Sat-1-Programmfensters per 2002 um rund neun Prozent. «Im vergangenen Jahr haben wir uns von allzu euphorischen Vorgaben blenden lassen», erklärt Tarkan Özküp, Chief Sales Officer der RMB Switzerland. Der durchschnittliche Tausenderkontaktpreis liege neu bei 70 Franken.
Kein Thurgauer TagblattIn den kommenden fünf bis zehn Jahren trägt im Thurgau keine Zeitung den Titel Thurgauer Tagblatt. Darauf haben sich die Thurgauer Medien AG und die St. Galler Tagblatt AG aussergerichtlich geeinigt.

News: Panel verweigert WPP Rückzieher

Das Übernahmepanel der Londoner Börse erlaubt der Werbeholding WPP nicht, ihr Kaufangebot für die Tempus-Gruppe zurückzuziehen.

Das Übernahmepanel der Londoner Börse erlaubt der Werbeholding WPP nicht, ihr Kaufangebot für die Tempus-Gruppe zurückzuziehen.News Panel verweigert WPP Rückzieher Die Behörde betrachtet die Bedingungen für die Rückzugsklausel – substanzielle wirtschaftliche Verschlechterung beim Übernahmeziel – als nicht erfüllt. WPP hat dagegen Berufung eingelegt. Zwei Tage vor dem Entscheid meldete WPP, sie verfüge über neue Informationen zur Finanzlage von Tempus, die ihre Argumentation stärken würden.
Die neue: Zenith Optimedia Group Die gemeinsame Mediaholding von Publicis und Cordiant trägt den Namen Zenith Optimedia Group. Unter diesem Dach siedeln die beiden Unternehmen ihre Medianetzwerke Optimedia (bisher im Alleinbesitz von Publicis) und Zenith Media (je zur Hälfte bei Cordiant und Publicis-Tochter Saatchi & Saatchi) an. Optimedia und Zenith bleiben unabhängig von einander tätig. Publicis besitzt 75 Prozent der Dachholding.
Dentsu wirbt aus dem Weltall Für den TV-Spot eines Softdrinks suchte sich die japanische Agentur Dentsu eine nicht ganz schwindelfreie Location aus: die Internationale Weltraumstation ISS. Der Spot wurde im russischen Modul der Station gefilmt, von eigens dafür ausgebildeten Kosmonauten. Schon Anfang Mai drehte die russische ISS-Besatzung Spots für Lego, Pizza Hut, Radio Shack und Popular Mechanics.
Lintas droht das Aus Die Werbeagentur Lowe Lintas streicht offenbar den zweiten Teil ihres Namens. Künftig werde sie weltweit nur noch unter dem Namen Lowe auftreten, meldet Advertising Age unter Berufung auf Insider. Lowe Lintas war Anfang 2000 aus der Fusion von Lowe mit Ammirati Puris Lintas entstanden. Durch die Umbenennung verschwände ein Traditionsname: Lintas (kurz für Lever International Advertising Service) wurde 1929 als Hausagentur des Lever-Konzerns gegründet.

Sorgenkind Bannerwerbung

Media Focus meldet schwere Einbussen der Bruttowerbeaufwendungen sämtlicher Medien

Media Focus meldet schwere Einbussen der Bruttowerbeaufwendungen sämtlicher MedienMedia Focus erfreut mit den Zahlen zum Bruttowerbeaufwand im September nur wenige. Alle Medien zusammen weisen einen Rückgang von 9,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat auf. Das entspricht minus 35,6 Mio. Franken – bisher der grösste Verlust im 2001.Die Bruttowerbeaufwendungen für Internetbanner schrumpften um 73,9 Prozent gegenüber September 2000. Nach einem bereits markanten Einbruch von minus 57,2 Prozent im August hat sich die Lage noch dramatisiert: Gegenüber dem Vorjahr beläuft sich hier der Verlust in den ersten neun Monaten 2001 bereits auf minus 26,4 Prozent.
Auch die Tageszeitungen steckten die bisher grössten Rückschläge dieses Jahres ein: 15,3 Prozent verloren sie auf den Vorjahresmonat. Ihr kumuliertes Defizit beträgt zurzeit minus 6,8 Prozent. 23,3 Prozent weniger Werbegelder flossen in die Radiowerbung. Damit hat sich für dieses Medium der seit Juli anhaltende Abwärtstrend nochmals verstärkt.
Gute Ergebnisse liefern dagegen die Fernsehstationen; die Steigerung ihrer Werbeeinnahmen um 10,4 Prozent ist zufrieden stellend. Die restlichen Medien verloren gegenüber dem Vorjahresmonat zwischen 2,0 Prozent (Plakat) und 12,5 Prozent (Fachzeitschriften).
Nach den ersten drei Quartalen 2001 hält sich der kumulierte Verlust aller Medien mit minus 1,7 Prozent gegenüber 2000 bisher in Grenzen, doch Media Focus befürchtet, dass die Durststrecke in der Schweiz erst beginnt. Bruno Amstutz
Bruttowerbeaufwand nach Medien

September 2000 / September 2001 im Vergleich
in 1000 Fr. 2000 in 1000 Fr. 2001 +/– %
Tageszeitungen 177 109 150 034 – 15,3
Publikumszeitschriften 68 346 63 684 –  6,8
Fachzeitschriften 27 643 24 198 – 12,5
TV 62 003 68 454 10,4
Radio 13 766 10 556 – 23,3
Kino 3 196 3 047 –  4,7
Teletext 1 987 2 039 2,6
Plakat 35 762 35 047 –  2,0
Internetbanner 3 914 1 021 – 73,9
Gesamt 393 726 358 080 –  9,1
Quelle: Media Focus

Hommage ans Weltformat

Die Berliner Kunstbibliothek zeigt ein Jahrhundert Schweizer Plakatschaffen

Die Berliner Kunstbibliothek zeigt ein Jahrhundert Schweizer PlakatschaffenDer Schweizer Aussenminister Joseph Deiss eröffnet am 1. November die Ausstellung «Ein Jahrhundert im Weltformat – Schweizer Plakate von 1900 bis zur Gegenwart» in der Berliner Kunstbibliothek. Die Exponate stammen aus dem Bestand dieser Bibliothek und werden erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. «Seit wir die Sammlung des Schweizers Bruno Margadant 1988 gekauft haben, wollen wir eine grössere Ausstellung Schweizer Plakate einrichten», erklärt Anita Kühnel, Kuratorin der Ausstellung. Im Mittelpunkt stehen die Bildsprachen, die für das Schweizer Plakat besonders prägend waren und dessen internationalen Ruf begründeten.
Ausgestellt werden nicht nur Kreationen im Weltformat, wie der Titel vermuten lassen könnte. Er soll im technischen Sinn auf das nur in der Schweiz verwendete Weltformat hinweisen, das in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg bis Ende der Achtzigerjahre eingesetzt wurde und ursprünglich als europäisches Standardformat geplant gewesen war.
Andererseits steht das Weltformat für das Niveau Schweizer Plakatschaffens. «Während in vielen Ländern nach einer ersten Blüte eine Trivialisierung der Plakatsprache einsetzte, war in der Schweiz der Anspruch, das Plakat als Kunstform öffentlich ins Gespräch zu bringen, stets gegenwärtig», kommentiert Kühnel die Qualität helvetischer Exponate. Dabei spielte und spiele die APG eine wichtige Rolle, meint sie weiter und bezeichnet sie als Anwältin von Grafikern, Auftraggebern und Öffentlichkeit.
Das Plakat für die Ausstellung wurde von Niklaus Troxler geschaffen, der selbst neben Zeitgenossen wie Schraivogel oder Staehelin das Plakatschaffen in der Ausstellung repräsentiert. Aus den Anfängen stammen Arbeiten von Emil Cardinaux, Fritz Burger, Burkhard Mangold und Walter Koch. Simone Keller

Online-Marketing: Schweizerische Mobiliar

Ziel: Bekanntmachung des Bereiches Mobile Life der Unternehmung Schweizerische Mobiliar.

Ziel: Bekanntmachung des Bereiches Mobile Life der Unternehmung Schweizerische Mobiliar.Schweizerische Mobiliar Werbemittel: Banner, Half Skyscraper. Einsatz: November/ Dezember.
Auftraggeber: Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft, Bern. Vermittlungsagentur: Publimedia Webadvertising AG, Zürich; Verantwortung: Tiziano Obrecht.
get_footer();