Vom Druck aufs Gaspedal
Zwei Sonderevents gabs vergangene Woche für die Zunft der Kommunikatoren. Im Zürcher Museum für Gestaltung fand die Buchvernissage eines unerlässlichen Druckwerks statt.
Jürg Trösch, Miteigentümer mehrerer produktionstechnischer Unternehmen als Hauptautor, sowie Max Baltis, Werbeagenturinhaber, und Jürg Neuenschwander, Inhaber der Laika Grafic Media Factory als Ko-Autoren, heissen die Urheber des neuen Printproduktionsratgebers. Der ehemals unter dem Titel «Gut zum Druck» bekannte Leitfaden aus dem Werd Verlag nennt sich jetzt «Communicating in Print». Das Werk wurde von Grund auf überarbeitet und trägt Veränderungen durch Computing und Electronic-Workflow im Printbereich Rechnung.
So können Werbeyoungsters auch in Zukunft nach der Lektüre unbelastet zur Prüfung zum Planer Marketingkommunikation antreten. Man nannte den Schmöker schon früher salopp den Assi-Schreck, da er fürs Fach Produktion zum Rüstzeug gehört. Das Buch ist auch für bereits gestandene Produktionsprofis nützlich.
Da es sich bei der Vernissage um eine berufsspezifische Angelegenheit handelte, gabs für einmal nicht das übliche Partyvolk zu sehen. Es reagierten denn auch vereinzelt Besucher eher verunsichert oder irritiert, als sie von unserem Fotografen für Shortlistbilder angegangen wurden. Die Produktiönler sind nicht unbedingt kameragewohnte Partylöwen. Interessant wars dennoch, weil für einmal nicht über die sonst an den Werberevents vorherrschenden Modethemen gesprochen wurde.
«Mit Vollgas in die Kurve»
war am Freitag auf der Kartbahn Spreitenbach angesagt. Unter Rennmanager und Touring-Marketingleiter Reto Kammermann durften sich Gäste in kleinen und ziemlich schnellen Mini-Boliden auf der Rennstrecke messen.
Selbstverständlich gabs neben der ganzen Raserei auch ein Rahmenprogramm. Die aus verschiedenen Interpreten zum Quartett zusammengemixte Band begeisterte die Leute. Die Sängerinnen Susan Orus und Miriam Dee, sonst als Solokünstlerinnen unterwegs, standen mit Tastenkünstler und Tonstudioinhaber Gino Todesco – Spitzname «lebende Jukebox» – und Gitarrist Jim Duncombe von der R&R-Band Jimmy and the Rackets auf der Bühne. Zwischendurch gabs auf der Kartbahn auch Showeinlagen von Fahrern, die ihr Fach beherrschen, wie beispielsweise Riccardo Gafner, Betriebsleiter der Kartbahn Spreitenbach. Er nahm den tollkühnen Werbern in ihren Elektrokisten gleich nochmals einige Sekunden ab. Und Sekunden sind auch im Kartsport Welten. Ziemlich rassig unterwegs war Mariza Trachsel, 1996 Miss-Teenie-Titelträgerin. Sie ist ein riesiger Kartfan. Als IC-A-Fahrerin (internationale Kategorie!) belegte sie schon Rang 4. Mittlerweile ist sie auf Platz 28 abgerutscht. Nicht etwa, weil sie das Kartfahren plötzlich verlernt hätte, sondern, weil keine Sponsoren zu finden waren. Wir liessen uns sagen, dass schon eine einzige Saison in der Schweiz ins Tuch geht. Alles in allem kostet der Spass rund 100000 Franken, wenn man in Michael Schumachers Pneuspuren treten will.
Geschafft haben das an diesem Abend Silvia Steinegger von Factum und David Meyner von der PR-Agentur Karl F. Schneider. Sie standen bei Rennende auf dem Siegerpodest zuoberst, weil sie die schnellsten Runden des Abends hinlegten. Wie man hörte, sollen sich alle Besucher, die mit dem Auto unterwegs waren, auf dem Nachhauseweg wieder ganz gesittet benommen haben.
Beat Fritsch
berichtet diese Woche über zwei Events der selteneren Art. Mit der Vernissage des neuen Produktionshandbuchs «Communicating in Print» stand ein berufsbezogener, mit dem Kart-Rennevent des Touring Clubs ein kurvenreicher Anlass in der Agenda.
Wer sich in der Werbeszene sonst in die Kurve legt oder kluge Bücher veröffentlicht, orten wir an den verschiedensten Veranstaltungen der Branche. Haben Sie schon jetzt etwas zu berichten? Greifen Sie zum Hörer (01 296 97 98) oder in die Tasten ([email protected]). Veranstaltungstipps wie auch weitere Shortlistbilder gibt es online unter www.werbewoche.ch
