Anlässlich des Coming Out Day schaltete Network, das Netzwerk für schwule Führungskräfte (www. gaymanager.ch) dieses ganzseitige Inserat in der NZZ. Geworben wurde für die Akzeptanz von Schwulen und Lesben am Arbeitsplatz, indem sich 53 Network-Mitglieder samt Job-Bezeichnung auf der Anzeige outeten. Hut ab! Für den Mut, die Öffentlichkeit nicht zu scheuen. Und merci für die Kraft, die solche Sujets Diskriminierte erfahren lassen. Es gibt ja nicht nur verschiedene Formen der Diskriminierung, es gibt auch diverse Methoden, ihr entgegenzutreten. Eine davon ist die Entmystifizierung eines Tabus. Eine andere wäre der Einbezug in TV-Sendungen wie etwa «Big Brother» oder jetzt «Die Bar» auf TV 3. Zumal in diesen Sendungen viele Vouyeurismusgelüste befriedigt werden, sodass etwas rosa Pfeffer das Rezept nur aufwerten würde. Und wie man auf der Chandon-Anzeige erkennt, könnte der kalifornische Schaumweinproduzent sofort zwei Kandidaten liefern. Chandra KurtKolumne
Andata e ritorno
Von Carmelo A. Buffoli
Meine Muttersubstanzen wanderten aus Italien in die Schweiz aus. Ich wuchs folglich hier im Land auf. Hier war ich immer ein Italiener. In Italien immer lo Svizzero! Rückblickend sehe ich die Zeit in einer Mischung von Freude, habe die Schweizer von uns Italiener erwartet Italiener zu sein und die Schweizer haben sich sofort und mit uns zusammen geschliessen.
In Italien mit meinem Verwandten, alle sahen in mir den absoluten Schweizer und noch heute wenn ich in Italien auf Anwesenheit bin, fast jeden Monat, wird die Mahlzeit mit der gleichen Meldung vorgebracht: «Tu sei uno Svizzero!»
Nach der Schule fanden wir zu einem beruflichen Berater ein. Ich sass in Praxis, fragte er mich, was ich zu Werden wünschte! Ich beantwortete Gebrauchsgrafiker. Er mir bedeutete, daß er einen sehr guten Trainingsplatz als Drucker hatte. Erklärte er mir weiter, dass Druckerei auch mit Farben zu tun hat wie alle Gebrauchsgrafiker! Ich ging nach Hause und erklärte meiner Mutter vom Trainingsplatz. Sie hatte grosse Freude und ich solle erlernen eine gute und ehrliche Beschäftigung und werden Drucker.
Ich ging dennoch noch zur Reklame. Ich mag das Werbungsfeld gut, habe vieles erlernt! Das Erlernte will ich gebrauchen zur guter Verwendung für uns Italiener, dass es viel zu tun für wir Italiener gibt. Manchmal werden wir Secondos angerufen und von Zeit zu Zeit gleichmässig Mafiosi. Für unser Bild sind wir selber schuld! Das kann man ändern, die schweizer Leute sollten wissen, dass wir besser als im Allgemeinen angenommen sind! Offenbar besteht unsere Welt aus Pasta, Calcio, rotem Sportautomobil und Berlusconi. So steht es viel in Medien! Aber wir wollen wechseln denn das kann nicht die richtige Strass sein, und ich hoffe dass einiges von Ihnen haben geändert ein wenig ihre Meinung von Italien!
[email protected]
Carmelo A. Buffoli ist Inhaber der Buffoli und Partner GmbH und Kommunikationsverantwortlicher der ASW.
Sprachbeobachter
Blindtext III: Was darfs denn sein?
Ein tolles Buch für Blindtexte ist «Wenn ein Reisender in einer Winternacht» von Italo Calvino: «Der Roman beginnt auf einem Bahnhof, eine Lokomotive faucht, Kolbendampf zischt über den Anfang des Kapitels, Rauch verhüllt einen Teil des ersten Absatzes…» – Und er endet: «Ludmilla klappt ihr Buch zu, macht das Licht aus, legt ihren Kopf auf das Kissen, sagt: – Und du: »
Sie hätten lieber etwas Internationales? O. K. – «I am a dummy copy. And I’ve been a dummy copy since my birth. It took me a long time to realize what it means to be a dummy copy: you make no sense. Often you aren’t even read at all. Does that make you a bad copy? I know that I’ll never stand a chance to appear in the Economist. But does that make me any less important? I may be a dummy. But I enjoy being a copy. And should you still be reading and decide to carry on reading me to the end, I’ll have managed to achieve something most normal copies don’t.»
Oder wie wärs mit was Klassischem? – «Hinter den Wortbergen, jenseits von Vokalien und Konsonantien, lebten die Blindtexte in Buchstabenhausen. Eines Tages beschloss ein Zeilchen namens Lorem ipsum, hinauszugehen in die grosse weite Medienwelt. Der weise Gutenberg warnte es vor den Appositionskämpfern in Apostrophistan, den Genitivschlingen im Satzlianenwald und dem Treibsand von Grafia, doch Lorem ipsum hörte nicht, packte seine zehn Buchstaben zusammen und ging los. In den Hügeln des Kursivgebirges traf es eine Copy, die erzählte, wo sie herkäme, sei sie x-mal umgeschrieben worden und alles, was von ihr noch übrig wäre, sei das Wörtchen und.
Doch alles Zureden half nichts, und es kam, wie es kommen musste. Heimtückische Werbetexter lauerten Lorem ipsum auf, versprachen ihm das Graue vom Himmel und brachten es in ihre Agentur, wo sie es wieder und wieder für ihre Präsentationen missbrauchten. Und wenn es noch nicht umgeschrieben ist, lesen Sie es noch heute.»
Künstlerisch wertvoll ist der Perpetuum-mobile-Text: «Blindtext gibt es nicht. Es gibt keinen blinden Text. Texte sind nicht blind. Höchstens die, die sie lesen. Oder eben nicht. Ein blinder Text wäre einer, den keiner sieht. Blindtext wird aber gesehen. Sonst würde er nicht verwendet. Er wird sogar gelesen. Woraus folgt: Blindtext gibt es nicht. Es gibt keinen blinden Text…»
Beat Gloor, www.textcontrol.ch
Vorerst steht hier noch ein beliebiger und nichts sagender Text. Selbstverständlich ist die hier abgebildete Zeichenkette nur dazu geeignet, einen allgemeinen visuellen Eindruck zu vermitteln. Der Inhalt ist in diesem Moment noch nebensächlich. Später allerdings wird er sehr ausführlich über das Thema und die Inhalte informieren. Vorerst kommt ihm jedoch nur eine reine Platzhalterfunktion zu, obwohl Schriftart, Schriftgrösse, Zeilenabstand und Laufweite bereits einen verbindlichen Eindruck über das Erscheinungsbild vermitteln sollen. Das ist wichtig, weil auch die Gestaltung bei einer Kaufentscheidung sehr wichtig ist. Das Blindtextbuch. Rosebud No 3. ISBN 3-931126-54-4