Service: Ad Spot sucht beste Billigwerbung

Zum 12. Mal zeichnet der Ad Spot Award die besten Low-Budget- und Non-Profit-Werbespots aus.

Zum 12. Mal zeichnet der Ad Spot Award die besten Low-Budget- und Non-Profit-Werbespots aus.Ad Spot sucht beste Billigwerbung Eingereicht werden können Arbeiten, die nach dem 1. Januar 2001 produziert wurden. Als Obergrenze für die Low-Budget-Kategorie ist ein Produktionsetat von 100000 Dollar festgelegt. Am 22. März ist Einsendeschluss; am 24./25. Mai werden die Preise in Rom verliehen. Informationen gibt die italienische Veranstalterin ADEE unter [email protected] oder Tel. 0039 055 450 240.
ASW präsentiert neue Website Die Allianz Schweizer Werbeagenturen (ASW) hat die Website www.werbeleistungs vertrag.ch neu gestaltet und stark erweitert. Seit Ende Februar können einzelne Musterdateien des Mustervertragswerks und eine Übersichtsgrafik heruntergeladen werden. Per E-Mail können Fragen zum Werbeleistungsvertrag gestellt werden, die einige Tage später auf der Website beantwortet werden. Links zu relevanten Gesetzessammlungen und ein Online-Bestellformular für den gesamten Vertrag runden das Angebot ab.
Cresta Awards sucht arbeiten Zum zehnten Mal wird heuer der internationale Kreativwettbewerb Cresta Awards durchgeführt. Bis zum 12. April können Arbeiten eingereicht werden. Weitere Infos gibts auf der Website oder direkt bei Nancy Ross, info@
crestaawards.com. In der Cresta Grand Jury 2002 ist die Schweiz mit Jean Etienne Aebi vertreten. Ebenfalls Einsitz nimmt Jean-Remy von Matt, Jung von Matt.
Expo NormExpand International, weltweit tätiger Displayhersteller aus Schweden, verstärkt die Zusammenarbeit mit Expo Norm AG in St.Gallen. Die Anforderungen von Expand International verlangten in St.Gallen eine eigene Produktionsanlage für den Service von Printbahnen für Expand-faltdisplays oder Quick- Screen-Rolldisplays. Weitere Infos finden sich auf www. exponorm.ch

News: Tamedia-Ertrag sinkt um 8 Prozent

Im Jahr 2001 ging der Betriebsertrag des Zürcher Medienkonzerns Tamedia um 8 Prozent auf 754 Millionen Franken zurück.

Im Jahr 2001 ging der Betriebsertrag des Zürcher Medienkonzerns Tamedia um 8 Prozent auf 754 Millionen Franken zurück.News Tamedia-Ertrag sinkt um 8 Prozent
Das Geschäftsfeld Printmedien erlitt einen Umsatzrückgang von 9 Prozent auf 647 Millionen Franken. Mit einem Minus von 4 Prozent fiel der Rückgang im Bereich Services etwas geringer aus, wo Tamedia 79 Millionen Franken umsetzte. Ein Wachstum von 19 Prozent verzeichneten die elektronischen Medien: Hier stieg der Ertrag von 23 Millionen auf 28 Millionen Franken. Der Hauptgrund für den Rück-gang im Printbereich liege bei rückläufigen Stellenanzeigen, teilte Tamedia mit. Aber auch die Aufträge für kommerzielle Inserate hätten im Jahr 2001 abgenommen. Bei den elektronischen Medien sorgte die Akquisition der Belcom-Gruppe für die markante Umsatzzunahme. Im Geschäftsbereich Services nahm der Druckertrag ab; die Akquisition des Bücherdienstes wirkte sich positiv aus. Detaillierte Angaben zum Geschäftsjahr 2001 werden am 23. April bekannt gegeben.
Zoff in Neuchâtel Die Minderheitsaktionäre der Neuenburger Tageszeitungen L’Impartial und L’Express, PubliGroupe und Verleger Marc Gassmann, wollen gegen den von Mehrheitsaktionär Fabien Wolfrath geplanten Verkauf der Zeitungen an den französischen Verlag Hersant gerichtlich vorgehen. Wolfrath weigert sich, ihnen das Vorkaufsrecht zu gewähren. An einer Sitzung der beiden Aktionärsgruppen habe keine Einigung erzielt werden können, sagte Georges von Csernatony, Planungsdirektor der Publi-Groupe, der SDA. Publi-Groupe und Gassmann wollen nun «so schnell wie möglich» an das Gericht gelangen.

Anpfiff. Rotblau heisst das 68 Seiten dicke Heft, das sich auf professioneller Basis kommerziell und inhaltlich nur an einem Verein orientiert – am FC Basel.

Das attraktiv gestaltete Magazin wird herausgegeben vom Basler Friedrich Reinhardt Verlag. Für die Redaktion zeichnet Walter Krucker verantwortlich. Rotblau ersetzt das bisherige FCB-Clubmagazin Hattrick und soll «zu einer ambitionierten Monatsillus

Das attraktiv gestaltete Magazin wird herausgegeben vom Basler Friedrich Reinhardt Verlag. Für die Redaktion zeichnet Walter Krucker verantwortlich. Rotblau ersetzt das bisherige FCB-Clubmagazin Hattrick und soll «zu einer ambitionierten Monatsillustrierten ausgebaut werden», sagt Josef Zindel, Leiter Öffentlichkeitsarbeit beim FCB.Bessere Werbung. «Wir glauben, dass der grösste Engpass für bessere Werbung an der Schnittstelle zwischen Auftraggeber und Werbeagentur liegt», meinen Holger Jung und Jean-Remy von Matt in ihrem Buch «Momentum – Die Kraft, die Werbung heute braucht» (Lardon Media AG, Berlin. ISBN 3-89769-031-4). Die Autoren haben nach zehn Jahren Jung von Matt beschlossen, «das Gelernte aufzuschreiben und weiterzugeben». Viele Wochenenden und Urlaubstage mussten für dieses Buch (350 Seiten mit vielen Illustrationen) dran glauben. Sie widmen es deshalb ihren Familien – und auch Botschafter Thomas Borer, einem treuen Auftraggeber, in des-
sen Berliner Residenz es vorgestellt wurde.
Poolfieber. Fünf neue Radiopool-Kombis aus der Romandie sind in der Radiotele-Dok aufgeführt. Verwirrend: Der bisher gefragteste Pool Top Romandie (NRJ, Nostalgie, Framboise, Lac, One FM und Lausanne FM) heisst neu Top Romandie I, der Name Top Romandie gilt aber weiter für die ersten vier Radios. Jeunes und Adultes, die beiden Zielgruppenmodule, gibt es auch nicht mehr, neu werden der Genève-Pool (Lac, Nostalgie, NRJ), der Vaud-Pool (Framboise, Nostalgie, NRJ) und ein Pool Lausanne FM/One FM angeboten. Die Neukonstellationen basieren weder auf Kundenbedürfnissen noch auf strategischen Kämpfen zwischen den Clear-Channel-Radios Lausanne FM und One FM und den übrigen. Der Grund ist laut Infos aus der Branche ein persönlicher Zwist zwischen zwei Radioexponenten.
Shopping and Sex. Die britische Werbeagentur M&C Saatchi lüftet jetzt das Geheimnis der Frauenhandtasche. Mit der purpurroten Purse wirbt die Agentur für Werbung im Lifestylemagazin Cosmopolitan. Das Heft soll nach 30 Jahren im Markt immer noch die Nummer 1 sein. Genau wie das Thema, über das im Blatt am meisten Tinte vergossen wird.
Stilecht zum Unterricht. Die Snowboard- Fahrschule Flims Laax Falera, seit über 15 Jahren im Geschäft, ist die grösste Schule dieser Art in der Schweiz. Passend zum bunten und vor allem jugendlichen Zielpublikum überzeugt die Snowboard-Fahrschule auch durch ein breites Angebot an verschiedensten Kursen für Snöber. Seit kurzem ist es Zöglingen der Snowboard-Fahrschule nun auch möglich, sich stilecht zum Unterricht transportieren zu lassen. Dank der von Publicis beschrifteten Bergbahngondel, die aussieht wie ein amerikanischer Schulbus. Mit diesem Werbestreich annektiert die Snowboard-Fahrschule quasi die ganze Laaxer Infrastruktur, denn der «School Bus» verkehrt direkt vor der Haustür der Snowboard-Fahrschule, deren Hauptquartier sich nämlich in der Talstation der Bergbahnen Crap Sogn Gion befindet.
Kreative Langeweile. Mit «einer gesunden Portion Selbstvertrauen und Humor» entstand bei Bolzern Kommunikation in Luzern diese Kampagne, welche schlummernde Probleme rund um «die natürlichste Sache der Welt» mit Freude und Humor kommunizieren soll. Die Ideen wurden dem Bundesamt für Gesundheit zugespielt, wo sie «sehr gefallen» haben. Nur hätte man «im Moment leider keine Verwendung» dafür. Nun sind die Sujets doch noch im Card-for-free-System bei Timbuktu in Luzern veröffentlicht worden. AD: Kim Sokola. Konzept: Erich Rava. Foto: Simon Bolzern.
Powerpool gestartet. In der Dokumentation 2002 von Radiotele ist der Powerpool zwischen den Radios 24 und Zürisee zwar mit dem Zusatz «in Gründung» aufgeführt. Doch Belcom-Leiter Christian Stärkle bestätigt, dass der Pool bereits offiziell angeboten wird. Der Haken: Radio Zürisee ist mit Top und Grischa bereits Mitglied beim Leaderpool und dürfte sich derzeit keinem anderen Pool anschliessen. Top und Grischa erwägen deshalb rechtliche Schritte. Auch die Wettbewerbskommission (Weko) überprüft derzeit den Powerpool – aus Sorge, Belcom-Besitzerin Tamedia könnte in Zürich marktbeherrschend werden. Das wollte die Weko aber verhindern, als sie von der Tamedia den Verkauf der Zürisee-Anteile verlangte.
Editorial

Abschied vom Schmuddelimage
«Sie haben gewonnen – öffnen Sie sofort diesen Brief.» Aufdringlichkeiten wie diesen hat das Direct Marketing (DM) sein Schmuddelimage zu verdanken. Leider gebe es in diesem Gewerbe zu viele «falsche Pfarrer», warnte David Ogilvy schon in den Siebzigerjahren. Aber es war auch Ogilvy, der das Werbeestablishment später davon überzeugen wollte, Direktwerbung ernster zu nehmen und ihre Vertreter nicht nur als Handlanger zu behandeln. «Direct Response – meine erste Liebe und meine Geheimwaffe» lautete der Titel seiner Streitschrift wider den Standesdünkel der Werbezunft. Wie niemandem sonst gelang es dem amerikanischen Werbeguru, in jedem Zweig der Kommunikationsbranche neue Standards in Bezug auf Geschäftsgebaren und Professionalität zu setzen. Kein Wunder also, kam er sich damals als einsamer DM-Rufer in der Wüste vor…
Unvoreingenommen betrachtet ergänzen sich DM und klassische Werbung ideal. In Zeiten integrierten Denkens darf sich keine Seite mehr als «Königsdisziplin» bezeichnen. Direktmassnahmen gehören im Werbealltag mittlerweile ins Kampagnenbriefing. Und selbst auf Verbandsebene hat ein Umdenken stattgefunden: Vor kurzem hat sich der Branchenverband der Schweizer Werbeagenturen (BSW) durchgerungen, die ungeliebte Konkurrenz in seine Reihen aufzunehmen. Dass «Couponbastler» durchaus für höhere Werbeweihen bestimmt sein können, beweist auch Lester Wunderman, Vater des DM, der kürzlich in die Advertising Hall of Fame aufgenommen wurde. Mehr über den Siegeszug der DM-Branche auf den Seiten 12 und 13.
Samuel Helbling, Chefredaktor

News: Netloop liquidiert

Netloop AG, die Webagentur der Basler Mediengruppe (BM), wird geschlossen.

Netloop AG, die Webagentur der Basler Mediengruppe (BM), wird geschlossen.News Netloop liquidiert
Laut Netzticker soll die Liquidation des Unternehmens bis zum 31. Juli abgeschlossen sein. Andreas Zipfel, technischer Projektleiter bei Netloop, begründete das Aus gegenüber dem Netzticker mit den jüngsten Entwicklungen bei der BM. Für die Online-Auftritte der verbleibenden BM-Titel werden nun gemäss Zipfel zwei Mitarbeiter bei BaZ Online verantwortlich sein.
«Facts-Talk» auf Tele Züri Mitte April lanciert der Tamedia-Lokalsender Tele Züri die halbstündige Diskussionssendung «Facts-Talk». Sie wird jeweils am Donnerstag anstelle von «Talk Täglich» ausgestrahlt, wie Tele Züri und das Newsmagazin Facts mitteilten. Moderiert wird «Facts-Talk» von Facts-Redaktorin Eva Nietlisbach Jaeger.
RSR legt zu Die Programme des Westschweizer Radios RSR haben im Jahr 2001 in der Romandie einen Marktanteil (MA) von insgesamt 59,2 Prozent erobert, 2,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Hörerzahlen wurden erstmals mit dem Messsystem Radiocontrol ermittelt. Das erste Programm von Radio Suisse Romande (RSR) erreicht einen MA von 35,7 Prozent und ist Spitze. Die Programme Espace 2 und Couleur 3 kommen auf 4,1 respektive 4,5 Prozent MA. Die Rangliste der privaten Radiostationen führt der französische Sender Nostalgie mit 4,1 Prozent MA an.
Pressetext Schweiz wird dicht gemacht
Die Schweizer Filiale des Nachrichten- und PR-Services Pressetext Europa (PTE) wird aufgelöst. Das Schweizer Management, die Mitgründer Pascale Sigrist und Andreas Gloor, verlassen PTE, nachdem ihr Ziel eines Management-Buyouts gescheitert ist. Pressetext Schweiz wird in die Pressetext-Gruppe integriert. Die Internetplattformen Pressetext.ch, Presse text.de und Pressetext.at werden künftig von Wien aus verwaltet und gesteuert. Pressetext-Gründer und Vorstand Wilfried Seywald begründete die Schliessung des Standorts Zürich mit hohen Kosten.

Connecting Libanon

Der designierte IAA-Präsident wirbt für den Weltkongress in Beirut

Der designierte IAA-Präsident wirbt für den Weltkongress in BeirutVom 21. bis zum 24. Mai wird in Beirut der 38. Weltkongress der International Advertising Association (IAA) stattfinden. Der Libanese Jean Claude Boulos, der in zwei Monaten zum Executive President der IAA gewählt wird, machte auf der Stippvisite in Zürich Appetit auf sein Heimatland. Am 4. März präsentierte er dem Swiss Chapter der IAA das Programm und die prominent besetzte Rednerliste des Weltkongresses.Diese liest sich nicht nur wie ein Who ’s who der internationalen Werber- und Medienwelt, sondern wartet auch mit politischen Grössen des mittleren Ostens auf. Neben dem libanesischen Premierminister Rafik Hariri, den Boulos scherzhaft den Silvio Berlusconi des Libanon nennt, werden der Kronprinz von Jordanien, der libanesische Wirtschaftsminister sowie die Informationsminister von Kuwait und der Vereinigten Arabischen Emirate erwartet. Zur Diskussion stehen Rezepte zur Überwindung der Krise nach dem 11. September 2001.
Unter seiner Präsidentschaft will Boulos die IAA weltweit als Institution zur Selbstregulierung der Werbung etablieren, die so vor gesetzlichen Einschränkungen geschützt werden soll. Gerade im Libanon misst er der Vereinigung diesbezüglich einen hohen Stellenwert zu. Bruno Amstutz

«Reich gedeckt sollte der Frühstückstisch sein»

Auslandsschweizer und ein deutscher Kollege heissen die NZZ am Sonntag willkommen

Auslandsschweizer und ein deutscher Kollege heissen die NZZ am Sonntag willkommenWenngleich sie dort vorerst nicht zu haben ist, wird die NZZ am Sonntag auch im deutschsprachigen Ausland mit Spannung erwartet – zumal von Heimwehschweizern und Branchenkollegen. Ein Stimmungsbild aus nachbarschaftlicher Perspektive.Geri Aebi: Das Wochenende hat sich nach vorne verschoben, die Leute beginnen es schon am Freitagnachmittag. Dafür markiert der Sonntag bereits den Auftakt zur neuen Woche. Diesem neuen gesellschaftlichen Zeitgefühl müssen nach den Detailhändlern jetzt auch die Verlage Rechnung tragen. Die FAZ tut dies mit wachsendem Erfolg seit letztem Oktober, die NZZ zieht nun nach, und sogar der Spiegel testet die Umstellung auf den Sonntag. Nur in Österreich bleibt auch hier alles beim Alten. Ein Grund mehr, sich wieder Richtung Heimat zu orientieren. Kurz: Ich freue mich auf das Sonntagsblatt von der Falkenstrasse – und darüber, dass die Zürcher Zeitungsmacher ihren Wiener Kollegen in Sachen Zeitgenossenschaft um Längen voraus sind.
Urs Rohner: Wer es heutzutage wagt, ein Sonntagsblatt aus der Taufe zu heben, muss entweder besonders intelligent, ausgesprochen ambitioniert oder im höchsten Masse von sich überzeugt sein. Die Macher der NZZ am Sonntag sind alles zugleich, und das zu Recht. Keine andere Zeitung hätte mehr Grund zu glauben, sich auch im Schweizer Sonntagsmarkt durchsetzen zu können. Kein anderer Verlag wäre in diesen schwierigen Zeiten so ehrgeizig gewesen, und keine andere neue Zeitung könnte ihren Lesern so viele intelligente Seiten bieten, wie es uns die NZZ am Sonntag verspricht. Ich freue mich darauf.
Jean-Remy von Matt: Da ich seit bald drei Jahrzehnten Auslandschweizer bin, beruht meine Wahrnehmung der Schweizer Medienlandschaft weitgehend auf Kindheitserinnerungen. Damals bekam mein Vater die NZZ dreimal täglich, morgens, mittags und abends zugestellt. Drei Zeitungsausgaben pro Tag waren als Kind für mich eine Selbstverständlichkeit. So habe ich den Rückzug auf zwei und später auf nur mehr eine Ausgabe als Misserfolg interpretiert und schon damit gerechnet, dass die NZZ eines Tages gar nicht mehr erscheinen würde. Umso schöner zu hören, dass es jetzt wieder mutig vorwärts geht und bald wieder sieben Ausgaben gibt – wenn auch nicht pro Tag, sondern pro Woche.
Thomas Garms: Den Kollegen in Zürich wünsche ich einen guten Start in ein überaus spannendes Segment. Für einen Journalisten gibt es kaum eine schönere Aufgabe, als eine Zeitung für den Sonntag zu machen. Denn alle Stilmittel stehen zur Verfügung, und man erreicht den Leser in einer Situation, in der er ausgeschlafen und gut gelaunt ist. Kopf und Bauch haben Lust auf und Platz für intelligente, sinnliche Verführung. Gerade die, bei denen unter der Woche häufig nur Kurzfutter drin liegt, wollen in Sonntagsruhe kluge Gedanken, spannende Bilder und hintergründige Geschichten geniessen. Entsprechend reich gedeckt sollte der journalistische Frühstückstisch sein: anregend wie eine Tasse Kaffee, frisch wie ein knuspriges Brötchen, farbig und geschmackvoll wie eine schöne Auswahl selbst gemachter Konfitüre. Umfrage: Oliver Classen

Beim Wort genommen

FCBLK inszeniert die Stärken des SonntagsBlicks auf der Bühne des Lesens

FCBLK inszeniert die Stärken des SonntagsBlicks auf der Bühne des LesensDie Walliseller Agentur FCB Leutenegger Krüll (FCBLK) schlägt für den SonntagsBlick (SoBli) ein neues Werbekapitel auf. Der aktuelle Auftritt geht von den Zeitungstexten aus. «Schaut man den Inhalt losgelöst vom Image des SoBli an, sind es die besten Texte, die man am Sonntag lesen kann», sagt Peter Leutenegger. Der laut Mike Krüll mit Blick auf die Lancierung der NZZ am Sonntag entstandene Auftritt soll Leute, die das meistgelesene Sonntagsblatt der Schweiz unterschätzen, eines Besseren belehren: In der Spotkampagne, die im Kino und am Fernsehen zu sehen ist, tragen bekannte Schauspieler Textstellen aus der Zeitung vor, als stünden diese in einem Buch. Genauso nahe an der geschriebenen Sprache bewegen sich die auffallenden Anzeigen und Plakate, mit denen FCBLK ein kreatives (Satz-)Zeichen setzt. Seite 6

Kampfzone Kioskauslage

Studie der Kiosk AG: Keine Nachteile durch Pendlerzeitungen

Studie der Kiosk AG: Keine Nachteile durch PendlerzeitungenDie Gratis-Pendlerzeitungen an den Kiosken brachten der Kiosk AG keine Nachteile; die Kundenbesuche nahmen sogar zu. Dies ergab ein Studie der Kiosk AG. Trotzdem hat sie 20 Minuten von den Kiosken verbannt (WW 09/02). Angeblich mangels Vorteilen.Aus den Unterlagen der zur Valora-Gruppe gehörenden Kiosk AG geht hervor: Im ersten Jahr ihrer Existenz verursachten die beiden Gratiszeitungen dem Pressegrossisten einen Umsatzrückgang von 4,4 Millionen Franken. Diesen Verlust konnte die Kiosk AG bisher nicht wettmachen. Auch die 13-monatige Abgabe von 20 Minuten und zu Anfang auch von Metropol an 200 ausgewählten Kiosken hielt den Umsatz lediglich auf tieferem Niveau stabil.
Allerdings hatte die Kiosk AG laut eigener Studie mit dem Versuch keine weiteren Nachteile zu gewärtigen, nicht einmal beim Verkauf von Printtiteln. Ob an einem Kiosk Gratiszeitungen auflagen oder ob solche in der Nähe von Kolporteuren oder Boxen angeboten wurden – auf den Verkauf von Zeitschriften und Zeitungen am Kiosk hatte dies laut Studie «keinen negativen Einfluss». Im Gegenteil: «Die Distribution von Pendlerzeitungen am POS steigert die Kundenfrequenz und generiert Koppelkäufe.» 31 Prozent der Personen, die am Kiosk 20 Minuten bezogen, kauften noch eine Zeitung, 8 Prozent eine Zeitschrift.
Valora-Sprecherin Stefania Misteli relativiert die Aussage der Studie: Fest stehe, dass es Koppelkäufe gegeben habe, sagt sie. Ob diese aber von 20 Minuten «generiert» wurden oder ob sie ohnehin getätigt worden wären, sei trotz Befragungen unklar.
20 Minuten bleibt vorerst von den Kiosken verbannt – «aus wirtschaftlichen Überlegungen», sagt Misteli. «Der Platz am Kiosk ist ein rares Gut, das sich mit anderen Produkten besser belegen lässt.» Welche das sind, steht in den Unterlagen: Gratisprospekte und Kataloge, nicht aber Pendlerzeitungen und andere Blätter, «welche Titel konkurrenzieren, die verkauft werden». Wie bitte? Diese der Studie widersprechende Aussage lässt einen Druckversuch vermuten. Misteli winkt ab: Dem überraschenden Entscheid liege keinerlei Druck auf die Kiosk AG zu Grunde, auch seitens Ringiers nicht. Markus Knöpfli

«Wir können nur schnell sein, wenn die Grundlagen stimmen»

Otto Belz, Geschäftsführer der perSens AG, über den Sinn von Fachseminaren

Otto Belz, Geschäftsführer der perSens AG, über den Sinn von FachseminarenVom 20. bis 22. März findet in Interlaken zum 23. Mal die schweizerische Marketing- und Verkaufsleitertagung statt. Der Verkauf und wie dieser durch die Globalisierung und die neuen Technologien beeinflusst wird, steht dieses Jahr im Mittelpunkt. Für Otto Belz hat dieses Seminar dank der unterschiedlichsten Referenten Modellcharakter.Wie viele Teilnehmer erwarten Sie für die diesjährige schweizerische Marketing- und Verkaufsleitertagung?
Otto Belz: Wir rechnen jeweils mit 200 Teilnehmern. Da sich bis Anfang Februar schon rund 150 Personen angemeldet haben, dürften wir auch dieses Jahr wieder auf die gleiche Zahl Besucher kommen.
Wen sprechen Sie an?
Belz: Marktorientierte Führungskräfte, also Persönlichkeiten, die sich intensiv mit Fragen des Marketings und Verkaufs auseinandersetzen. Immer mehr kommen auch Geschäftsführer von KMU, die sich für diese Fragen interessieren. Spannend ist auch, dass vermehrt mehrere Mitarbeiter aus demselben Unternehmen teilnehmen, um die erworbenen Lernerfolge anschliessend zu diskutieren und gemeinsam umzusetzen.
Ist es überhaupt noch zeitgemäss, ein drei Tage dauerndes Fortbildungsseminar abzuhalten, wenn sich jedermann Informationen rund um die Welt via Internet abholen kann?
Belz: Nach Interlaken kommt man, um sich mit einem Schlüsselthema des Marketings intensiv und trotzdem auf angenehme Art und Weise auseinandersetzen zu können. Dieses Jahr steht der Verkauf im Zentrum. Rund 30 Referenten werden in ihren Schwerpunktreferaten, Impuls-Workshops oder auch Intensivseminaren einzelne Aspekte dieses Generalthemas aufgreifen und beleuchten. Diese Fülle von Anregungen in einer entspannenden Atmosphäre kann kein virtuelles Seminar bieten.
Sie haben so unterschiedliche Referenten wie unter anderem Shawne Borer Fielding oder den Journalisten und Sachbuchautor Wolf Schneider aufgeboten. Nach welchen Kriterien werden die Referenten ausgesucht?
Belz: Wir versuchen, Referenten zu engagieren, die in ihrem Gebiet höchste Professionalität bewiesen haben und gleichzeitig mit Leib und Seele für das einstehen, was sie tun. Jeder von ihnen ist ein Teil der Botschaft, auch wenn einige von ihnen etwas berühmter sind als andere. Eine wesentliche Stärke der Veranstaltung liegt in der Unterschiedlichkeit der Referenten. Neue Impulse holt man sich nur bei Leuten, mit denen man sonst nichts zu tun hat und nicht bei jenen, die dieselben Seminare besuchen.
Was hat sich in den vergangenen Jahren geändert bezüglich der Spielregeln im Marketing und an der Verkaufsfront?
Belz: Einige vordergründige Entwicklungen verändern die Spielregeln: Die zunehmende Globalisierung, neue Technologien und in vielen Branchen auch ein verändertes Kundenverhalten beeinflussen die Verkaufstätigkeit enorm. Etwas grundsätzlicher scheint mir die Erkenntnis, dass wir nach Zeiten grosser Hektik erkennen, wie bedeutend solide und gut durchdachte Konzepte sein können. Wir können nur schnell sein, wenn die Grundlagen stimmen, Nachhaltigkeit gewinnt an Bedeutung. Eine andere Veränderung zeichnet sich ab, indem Einzigartigkeit wichtiger wird. Man versucht nicht mehr, Lösungen für Branchen zu entwickeln, sondern nur noch für das einzelne Unternehmen. Nicht mehr die Frage «Was kann man tun, um diese oder jene Branche zu retten?» ist wichtig, sondern nur noch die, was der Einzelne für sein eigenes Unternehmen tun kann. Entsprechend sucht man auch Lösungen in einer anderen Richtung.
Das Branding wird auch für Schweizer Unternehmen immer wichtiger. Wie weit wird diese Tatsache in Ihrem Seminarprogramm berücksichtigt?
Belz: Gemäss dem Schlüsselthema nehmen Marken und Markenführung dieses Jahr einen weniger grossen Platz ein, als das im Vorjahr der Fall gewesen ist. Trotzdem wird der aufmerksame Markenspezialist natürlich eine ganze Reihe von Anregungen für die Markenführung erhalten.
Im Vorwort zum Tagungsprogramm schreiben Sie: «Die Regeln für den Erfolg im Verkauf werden in den kommenden Monaten neu geschrieben oder als vergessene Wahrheiten neu entdeckt.» Was verstehen Sie darunter?
Belz: Die Aufgaben und die Rolle des Verkaufs sind in einem
Multi-Channel-Marketing neu zu überdenken. Die Erfolg versprechenden Märkte in Asien und in Osteuropa verlangen neue Vorgehensweisen, veränderte Kundenerwartungen fordern neue Formen der Zusammenarbeit, und nicht zuletzt müssen die alten Fragen der Leistungsbeurteilung und Entlöhnung neu gelöst werden.
In einem Untertitel zum Tagungsthema ist von der Hassliebe im Verkauf die Rede. Welche Hassliebe ist damit gemeint?
Belz: Ich erlebe in vielen Unternehmen, wie der Verkauf in den Himmel gehoben wird, von allen Strukturveränderungen und Sparmassnahmen verschont bleibt, sich mit Erfolg gegen jede neue Ausrichtung zu Wehr setzt. Genauso wird der Verkauf oft für Umsatzrückgänge, die er gar nicht beeinflussen kann, verantwortlich gemacht, unter Druck gesetzt und oft damit bedroht, liquidiert zu werden. Entscheidend dabei ist: Die Phasen folgen kurz hintereinander, das Klima kann sich sehr schnell ändern.
Was wird den Teilnehmern an den Intensivseminaren geboten?
Belz: An diesem Tag wird nur an einem Thema gearbeitet. Entsprechend erhalten die Teilnehmer wesentlich mehr Umsetzungshilfen. Interview: Anita Vaucher
Auch Psychologie verkauft

Ohne eine opulente Portion Psychologie bleibt der Erfolg im Verkauf aus. Dies dokumentiert die Referentenliste zur 23. Marketing- und Verkaufsleitertagung in Interlaken. So wird Horst Lange-Prollus etwa den «genetischen Code» des modernen Verkaufs aufschlüsseln und Hans A. Wüthrich erklären, welche Chancen «närrisches Marketing» im Verkauf besitzt. In daran anschliessenden Impuls-Workshops werden die Referate teils in Case Studies (Tabou, Hilti) vertieft. Am Ende sollten die Teilnehmer aber auch die Erkenntnis gewonnen haben, dass die Persönlichkeit des Einzelnen den Schlüssel zur erfolgreichen Kommunikation darstellt. Diese These vertritt Shawne Borer Fielding, Texanerin und Schauspielerin. Weitere Einzelheiten zur Tagung (Anmeldung und Preise) auf Seite 25 oder unter www.marktmanagement.ch

Vor dem Sonntagssturm

Die NZZ am Sonntag geht mit massiv ausgebautem Verkaufsstellennetz an den Start

Die NZZ am Sonntag geht mit massiv ausgebautem Verkaufsstellennetz an den StartVon Daniel Schifferle Die letzten Vorbereitungen zum Start der NZZ am Sonntag laufen auf Hochtouren. Damit die Zeitung reibungslos zum Publikum findet, wurde das Distributionsnetz massiv ausgebaut: Weit über 1000 zusätzliche Verkaufspunkte stehen beim Start zur Verfügung.
Die Werbeplakate hängen, die Kommunikationsmaschine läuft auf Hochtouren. Als eines der letzten Glieder im komplexen Aufbauprozess der NZZ am Sonntag wurde die Distribution auf den benötigten Stand hochgefahren. Dazu gehören 500 neue blaue Boxen, welche die Deutschschweiz in den vergangenen Wochen und Tagen regelrecht überschwemmten. Sie füllen jene Lücken im Vertriebsnetz, wo Verkaufsstellen fehlen.
Zusammen mit den gut 200 normalen Boxen der Werkstagsausgabe, die sonntags ebenfalls die NZZ am Sonntag ausspucken werden, stehen damit total über 700 Zeitungsautomaten zur Verfügung. Damit aber noch nicht genug. Zusätzlich kommt ein Netz weiterer alternativer Verkaufsstellen hinzu, wie etwa sonntags geöffnete Bäckereien. Zu diesem Zweck wurden laut Tobias Trevisan, Verlagsleiter der NZZ am Sonntag, rund 1300 Adressen evaluiert. «Etwa die Hälfte davon wählen wir als weitere Vertriebsstandorte aus.»
Diese Auswahl erfolgte zusammen mit Ringier-Tochterfirma Mediamat, die auch für die Bewirtschaftung sämtlicher Zeitungsboxen der NZZ am Sonntag zuständig ist. Das Schäumchen auf dem Kaffee bildet schliesslich ein Team von rund 20 Kolporteuren. Sie werden an Passantenlagen in den grösseren Städten persönlich dafür sorgen, dass die neue Zeitung an die Leserin und an den Leser kommt. Laut Trevisan werden von der ersten Ausgabe zwischen 220000 und 230000 Exemplare gedruckt. Davon gehen allerdings über 156000 an die Abonnenten der NZZ.
Trevisan ist überzeugt, dass der Start der Sonntagsausgabe keine Zitterpartie wird. «Wir haben alles im Griff.» Nicht ganz ohne Zitterpartie dürfte es indessen für die Konkurrenz abgehen. Bei der SonntagsZeitung (SoZ) macht man sich auf Verluste gefasst. «Die Einnahmen aus dem Lesermarkt werden schrumpfen, das ist allen klar», sagt SoZ-Verlagsleiterin Sandra Geiger. Was die Inseratebuchungen betrifft, stehen die Zeichen aber nicht auf Sturm. Mit Ausnahme der Oster-Ausgabe vom 31. März werde man die Planwerte erreichen.
Definitive Auswirkungen erst im nächsten Jahr sichtbar
Dass die Inseratebuchungen im März generell schwach sind, hat aber weder mit dem neuen Sonntagsblatt noch mit dem Sonntagsmarkt an sich etwas zu tun. «Auch bei den anderen Titeln ist der März nicht der stärkste Monat», sagt Geiger. Keine Auskunft über die Entwicklung der Inseratebuchungen war vom SonntagsBlick erhältlich.
Bereits jetzt von definitiven Auswirkungen im Leser- und Inserentenmarkt zu sprechen, wäre aber ohnehin verfrüht. Bis diese sichtbar werden, wird viel Zeit vergehen. «Erst wenn die Einführungsrabatte vorbei sind und die Empfänger der NZZ am Sonntag für ihr Exemplar auch etwas bezahlen müssen, wird man sehen, was wirklich passiert», wendet Geiger ein. Das wird frühestens ab Anfang nächsten Jahres der Fall sein.
In einer komfortablen Situation in Sachen Werbebuchungen ist freilich die NZZ am Sonntag. Die ersten vier oder fünf Ausgaben sind laut Trevisan aus gebucht. Das ist aber auch nicht verwunderlich. Der ganze Rummel, der Neuheitswert, die zusätzliche Aufmerksamkeit, der Preisvorteil – eine Fülle von Argumenten, die für Buchungen in der NZZ am Sonntag sprechen.

Der Preis war heiss!

Vergangene Woche strömten die nimmermüden Partygänger und andere Neugierige aus der Kommunikationsszene in die Toni-Molkerei-Lounge im Westend – zurzeit einer der angesagtesten Zürcher Clubs

Vergangene Woche strömten die nimmermüden Partygänger und andere Neugierige aus der Kommunikationsszene in die Toni-Molkerei-Lounge im Westend – zurzeit einer der angesagtesten Zürcher ClubsVon Beat Fritsch , wo man für den Einlass normalerweise satte 35 Franken hinlegt. Angesagt war die erste Verleihung des Xaver, so heisst der Award, mit dem unter der Ägide des Verbands Swiss Expo and Eventmakers besonders gelungene Events und Messeauftritte ausgezeichnet werden.
Wenn ein Event ansteht, an dem andere Events prämiert werden, tauchen die Eventmaker aus den diversen Agenturen in corpore auf. Und dann wird auch der stattfindende Anlass selbst gnadenlos durchleuchtet und weder mit Kritik noch Häme gespart, wenn etwas nicht sofort funktioniert oder gar schief läuft. Die liebe Branche – keinem kann mans recht machen!
Öl wurde gleich zu Beginn ins Feuer gegossen. Der Einlassbereich war etwas eng, sodass sich die Massen nur schleppend hinein bewegten, und auch eine Stunde nach Türöffnung warteten noch viele Gäste vor der Tür. Was wiederum zur Folge hatte, dass die eigentliche Verleihung erst mit einiger Verspätung losging. Mit der Konsequenz, dass sich diejenigen, die bereits drin waren, an der Bar zwecks Überbrückung der Wartezeit sehr konsequent bedienten. Was natürlich darin mündete, dass während der Verleihung im barnahen Teil des Raums der Geräuschpegel derart hoch war, dass man vom Bühnengeschehen wenig mitbekam. Die Werber zeigten sich mal wieder von ihrer unanständigsten Seite und quasselten sich untereinander die Ohren voll, statt diese
Viva-Starmoderator Mola Adebisi zu leihen. Den Geräuschpegel hielten sie so hoch, dass sich die PA- und Mikrofonanlage einfach als zu schwachbrüstig erwies.
Die gereichten Alkoholika aller Stärkestufen, vom gespritzten Weissen bis zum dreifachen Wodkamix, gereichten hingegen allen sehr zur Freude und waren ein Highlight, das die Negativpunkte locker wieder aufhob. Für viel Spass sorgten gleich von Beginn weg auch die überall im Saal aufgehängten Monitore – ein echter Hammer. Die Tickets für den Event wurden übers Internet verschickt – der personalisierte Strichcode zauberte dann bei der Einlasskontrolle den Namen des Billettempfängers auf alle Monitore, so dass jeder im Saal wusste, dass jetzt auch der- oder diejenige eingetroffen ist. «Aber, aber», monierte denn auch ein kompetenter Eventspezialist an der Bar, «wo bleibt denn da der Persönlichkeitsschutz? Wenn schon so eine Übung, dann gleich auch mit Livekameraschaltung vom roten Teppich aus!»
Catering gabs auch noch. Es war zwar gut, kam aber reichlich spät auf den Tisch bzw. unter die Leute. Zu der Zeit hatten sich nämlich die meisten schon an den Getränken so gütlich getan, dass sämtliche Hungergefühle unterdrückt waren.
Fazit, und trotz aller Kritik: Ein Riesengedränge – alle waren da, Drinks und gute Stimmung schaukelten sich gegenseitig hoch, und: Die Macher des Xaver-Awards dürften es geschafft haben, einen neuen Preis für Kommunikationsleistungen zu kreieren, dem in Zukunft sein fester Platz in der Branche gehören wird. Die Jury war kompetent besetzt und die prämierten Arbeiten haben die Auszeichnungen verdient. Das Fest dazu war auch nicht ohne, sondern genau die Art von Sause, wie es dem Gusto der Branche entspricht.
Beat Fritsch

am «Event for Events», denn so muss man wohl eine Verleihung eines Awards für Events bezeichnen. Xaver heisst der Preis, der letzte Woche in Zürich vergeben wurde, und an die Xaver-Party – der erste Grossanlass nach einer längeren Pause im Februar – kam so ziemlich alles, was Rang und Namen hat in der Event- und Partyszene. Ein zwar recht trinkfreudiges, aber auch ungnädiges Publikum, wenn es darum geht, die Leistungen der Konkurrenz zu beurteilen.
Wer an zukünftigen preiswürdigen oder branchenunwürdigen Events gesehen wird, orten wir an den verschiedensten Veranstaltungen der Szene. Haben Sie schon jetzt etwas zu berichten? Greifen Sie zum Hörer (01 296 97 98) oder in die Tasten ([email protected]). Veranstaltungstipps wie auch weitere Shortlistbilder gibt es online unter www.werbewoche.ch

Noch ohne Gesicht

Die Weltwoche lüftet den Schleier erst im April – der 8. Mai ist Stichtag fürs Magazin

Die Weltwoche lüftet den Schleier erst im April – der 8. Mai ist Stichtag fürs MagazinVon Daniel Schifferle Zwar steht jetzt der 8. Mai als Lancierungstermin für die neue Weltwoche im Magazinformat fest. Der Schleier bleibt aber ungelüftet, denn erst im April soll eine Nullnummer vorliegen. Die gute Nachricht: Trotz anders lautender Gerüchte wird die Weltwoche auf dem Vorjahresniveau beglaubigen.
Zumindest eine Ungewissheit ist beseitigt: Der Startschuss für die neue Weltwoche im Magazinformat ist definitiv auf Mittwoch, den 8. Mai, festgelegt worden. Normaler Erscheinungstag bleibt aber der Donnerstag, lediglich die erste Ausgabe fällt wegen eines Feiertags auf einen Mittwoch. Auch was die Gestaltung betrifft, hat das ursprüngliche Projekt (WW 39/01) nur noch minime Änderungen verpasst bekommen. Unter der Federführung von Wendelin Hess, dem ehemaligen AD des Magazins, wurde das Layout nochmals überarbeitet. «Der im Dezember auf Eis gelegte Gestaltungsprozess wird derzeit weitergeführt. Die Weltwoche ist auch als Magazin ein Klassiker, und so muss sie aussehen. Sie ist weder mit Spiegel, Facts oder Tages-Anzeiger-Magazin vergleichbar», verrät Weltwoche-Verlagsleiterin Uli Rubner.
Das heisst, es bleibt beim leichten Überformat von 300 mal 230 Millimetern. Der angekündigte Umfang ist mit 96 bis 104 Seiten rund ein Drittel dünner als jener von Facts. Und beim verwendeten matten Papier, das für ermüdungsfreieres Lesen steht, macht man es dem Schwestermagazin Bilanz nach.
Ebenfalls fest stehen jetzt die Konditionen für die Inserenten. Die ganze Seite gibts zum Einheitstarif von 13728 Franken (s/w oder vierfarbig). Damit wird der Tausendkontaktpreis (TKP) der Weltwoche rund 10 Prozent teurer sein als jener von Facts. Rubner ergänzt dazu: «Wir sind höher positioniert als Facts und haben ein leicht grösseres Seitenformat, von dem die Inserenten profitieren. Zudem werden wir durch die Umstellung auf das Magazin und die erhöhten Promotionsmassnahmen die Reichweite stark steigern, so dass viel höhere Kontaktzahlen resultierren als die aus den letzten Forschungsergebnissen bekannten.»
Eine kleine Überraschung hält Rubner bereit, was die aktuelle Auflage der Weltwoche betrifft. Nach den Ungewissheiten im Zusammenhang mit der neuen Chefredaktion und dem Verkauf der Jean Frey AG wurde ein weiteres Schrumpfen vermutet. So wollte die WochenZeitung in der Ausgabe vom 7. März sogar wissen, dass die verkaufte Auflage mittlerweile unter 70000 gesunken sei. Dem widerspricht Rubner: «Wir werden am kommenden 1. April höchstwahrscheinlich sogar leicht über den 84206 Exemplaren des Vorjahres beglaubigen.»
Mittwoch weiterhin Option als künftiger Erscheinungstag
Trotz dieses Lichtblicks ist Rubner nicht ganz sicher, ob die vergangenen Wochen nicht doch Spuren hinterlassen haben. Aus Rücksicht auf die Stammleser habe man den Donnerstag als Erscheinungstag beibehalten. Eine Vorverschiebung um einen Tag sei allerdings ebenfalls intensiv diskutiert worden. «Dank des Mittwochlottos ist der Mittwoch ein ausgezeichneter Kiosktag», erklärt Rubner. Es sei deshalb gut möglich, dass man zu einem späteren Zeitpunkt auf den Mittwoch zurück-kommen werde.
Emissionsstart und neue Misstöne

Die Swissfirst Bank AG hat den Emissionsprospekt für die Platzierung von 2 Millionen Aktien der Jean Frey AG zum Preis von 51 Franken am Montag fertiggestellt. Doch wird der Emissionsstart bereits von neuen Misstönen begleitet. Die Mittelland Zeitung schrieb am Dienstag, praktisch die gesamte Redaktion des Beobachters habe sich bereits am 4. März schriftlich gegen den von Swissfirst aufgegleisten Deal und für eine Lösung ausgesprochen, wie sie sich vorher mit Ringier abgezeichnet hatte. Die Antwort von Michael Ringier: Er kann sich gut vorstellen, den Beobachter auch isoliert zu übernehmen oder zusammen mit der Beobachter-Crew einen neuen Beobachter zu lancieren. (dse)

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