Shortlist: Party(s)hopping vor Ostern

Frühling kommt! Freude herrscht! Ostern steht vor der Tür! Das ist die hohe Zeit der Kleinkultur in der Zürcher Werbeszene.

Frühling kommt! Freude herrscht! Ostern steht vor der Tür! Das ist die hohe Zeit der Kleinkultur in der Zürcher Werbeszene.Party(s)hopping vor Ostern Von Beat Fritsch
Agenturen, die nicht Publicis, Euro, Advico Young & Rubicam oder Osterei heissen, machen auf sich aufmerksam. Und bei genauerer Betrachtung stellt sich heraus, dass auch da altgediente Werbehasen dahinter stehen.
Bei Felber Kristofori & Pinzon (FK&P), wo das Partyhopping begann, ist Rudy Felber das F und somit einer der drei Mit-
inhaber. Felber amtete auch schon als Creative Director bei den Zürcher Ablegern der Ogilvy-Gruppe. Rudys Frau heisst Tina Felber und war Managing Director bei der mittlerweile wieder dicht gemachten Werbeagentur Bosch & Butz. Jetzt hat sie die Kommunikation von Siemens unter sich. Man kann der Familie also einen gewissen Einfluss auf die Zürcher Werbeszene nicht absprechen. Mit Nachwuchs tauchte Serge Riedener von Inhalt & Form auf – oder seine Kids Louis und Lea mit ihm? Da hatte man tatsächlich den Eindruck, dass die Kleinen den Vater im Griff haben statt umgekehrt. Soll vorkommen, sogar in den besten Werberfamilien.
Ganz in der Nähe von FK&P hat die Basler Agentur MRG von Michi Gerber und Marco Rosenberg ihre neuen Zelte aufgeschlagen. An der Forchstrasse (Nähe Kreuzplatz beziehungsweise Restaurant-Bar Bohemia) heissts jetzt MRG Zürich unter der Leitung von Esther Weber. Sie war vor diesem Engagement Beraterin bei Guye & Partner und Sponsoringverantwortliche beim Tages-Anzeiger. Viele Gäste wünschten der neuen Agentur alles Gute beim Abheben.
Auch Fotograf Patrick Stumm scheint in letzter Zeit auf Höhenflüge aus zu sein. Jedenfalls prangte sein Name auf der Einladung zur Möbelausstellung von Moritz Richter im Seefeld. Gäste waren unter anderen Mathias Schröder von Schroeder Partners Corporate Design Agency und die Künstlerin Garda Alexander.
Als letzte Station dieses Abends war die Eröffnung des Restaurants Osoba an der Kasernenstrasse angesagt. Gemäss Pressemitteilung das erste Lo-
kal mit Fusion-Küche, was der neueste Gastrotrend sein soll. Will heissen: Der Mann kriegt ein Entrecôte (sogar blutig) mit Sauce «Café de Paris», die Begleiterin ein kalorienarmes Chop-Suey. Ein ziemlich alter Hut, und vom Angebot wird man sich erst noch überzeugen müssen. Ein neues Angebot gibts auch bei Jana Nyvltova. Mediador heisst die neue, eigene Firma des beliebten Shortlistgastes, «Mobilizing People» ist der Claim. Wer also Aufträge im Bereich Promotion zu vergeben hat, könnte Jana ruhig mal für eine Offerte kontaktieren. Ist schliesslich vornehme Pflicht, Jungunternehmerinnen auf dem Weg nach oben zu unterstützen!
Promotion in eigener Sache machten auch noch – wir haben ja bald Ostern – einige Hasen-Gangs. Allen voran zwei mit Namen Angela und Claudia.
So rasch wird das Shortlistteam dieses Shooting wohl nicht vergessen! Ebenso wenig den Nachhauseweg! Da hoppelte uns doch tatsächlich eine Gruppe jugendlicher Hasen vom schwarzen Schoggi-Block randalierend über den Weg. Nach kurzer Diskussion entpuppten sie sich jedoch als harmlos. Wir hörten, dass sie genauso froh seien wie wir, wenn Ostern vorbei ist und sie ungefressen davonkommen!
Beat Fritsch hoppelte mal so kurz vor Ostern durch den Werber-Ausverkauf. So nennt sich eben eine Partywoche, wenn alle Einladungen am selben Tag, meist ist es
der Donnerstag, stattfinden. Wenigstens waren dieses Mal Anfangszeiten und Standorte gut gewählt. Im oberen Seefeld an der Minervastrasse bei FK&P gings um fünf los, dann konnte man auf sechs Uhr zu MRG an die Forchstrasse runtersteigen, um dann ab sieben bei Päde Stumm an der Seefeldstrasse zu landen. Von wo aus man noch ins neu eröffnete Restaurant Osoba pilgerte, wo der ganze Abend lang die Hölle los war.
Wer sich aus der Kommunikationsszene an welchen Partys blicken lässt oder sogar selbst welche veranstaltet, wird an den verschiedensten Events der Szene geortet. Haben Sie schon jetzt etwas zu berichten? Greifen Sie zum Hörer (01 296 97 98) oder in die Tasten (info@werbewo che.ch). Veranstaltungstipps wie auch weitere Shortlistbilder gibt es online unter www.werbewoche.ch

Best of North-West (2001)

Affinität der Anzeigen bei den Supportern im «Yuppieland»

Affinität der Anzeigen bei den Supportern im «Yuppieland»Best of Print Advertising 2001 Die Anzeigenhits 2001 aus dem Advertising-Index des Marktforschungsinstituts Demoscope
In Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Demoscope präsentiert Publimedia den Leserinnen und Lesern der WerbeWoche fünfmal pro Jahr einen Auszug der Resultate aus dem Advertising-Index (AX Print). Dieser Index (siehe Kasten) ist ein Modul des Market Radar und misst die Beliebtheit von Anzeigensujets. In den oberen beiden Reihen befinden sich diejenigen Sujets, die in der betreffenden psychografischen Zielgruppe (siehe Windrose) die grösste Akzeptanz erzielten. Die drei Sujets, die bei der gesamten Stichprobe, also bei allen vier Zielgruppen, im vergangenen Jahr am besten abschnitten, werden unter dem Titel «Top three» gezeigt.
Advertising-Index Für die Anzeigentests des Advertising-Index wird in 8 Befragungswellen ein repräsentatives Sample von zirka 800 Personen befragt. Die befragte Person absolviert zuerst einen psychologischen Test (50-Items-Test) und blättert anschliessend ein Zeigeheft mit 45 Anzeigen durch. Wie beim Lesen einer Zeitschrift steht es ihr auch im Test frei, bei jeder Anzeige so lange zu verweilen, wie sie will. Vor dem Weiterblättern bewertet sie die Anzeige anhand einer Notenskala von 5 («spricht mich sehr an») bis 1 («spricht mich überhaupt nicht an»). Als «Supporter» werden Personen bezeichnet, die durch eine Anzeige «sehr» oder «ziemlich» angesprochen werden. Die auf diese Weise ermittelte Akzeptanz der Werbung korreliert stark mit andern Funktionen der Werbewirkung und eignet sich deshalb fürs Benchmarking.
Für die Segmentierung des Samples nach Zielgruppen benutzt der Market Radar einen psychografischen Test, den so genannten 50-Items-Test. Mit Hilfe dieses Tests werden die Wertvorstellungen der befragten Person ermittelt und einem der Psychogrammfelder zugeordnet (siehe Windrose). Die Wertorientierungen reichen von Süd (konservativ) nach Nord (progressiv) und von West (aussengerichtet, materialistisch) nach Ost (innengerichtet, idealistisch).
Weitere Informationen zum Advertising-Index und zum Market Radar sind bei Demoscope erhältlich. Planungsunterstützung mit dem Advertising-Index, dem Radar und neu mit dem Print-Advertising-Monitor (PAM) vermittelt die Publimedia.

Top three (2001)

Best of Print Advertising 2001 Die Anzeigenhits 2001 aus dem Advertising-Index des Marktforschungsinstituts Demoscope In Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Demoscope präsentiert Publimedia den Leserinnen und Lesern der WerbeWoche

Best of Print Advertising 2001 Die Anzeigenhits 2001 aus dem Advertising-Index des Marktforschungsinstituts Demoscope
In Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Demoscope präsentiert Publimedia den Leserinnen und Lesern der WerbeWoche fünfmal pro Jahr einen Auszug der Resultate aus dem Advertising-Index (AX Print). Dieser Index (siehe Kasten) ist ein Modul des Market Radar und misst die Beliebtheit von Anzeigensujets. In den oberen beiden Reihen befinden sich diejenigen Sujets, die in der betreffenden psychografischen Zielgruppe (siehe Windrose) die grösste Akzeptanz erzielten. Die drei Sujets, die bei der gesamten Stichprobe, also bei allen vier Zielgruppen, im vergangenen Jahr am besten abschnitten, werden unter dem Titel «Top three» gezeigt.
Advertising-Index Für die Anzeigentests des Advertising-Index wird in 8 Befragungswellen ein repräsentatives Sample von zirka 800 Personen befragt. Die befragte Person absolviert zuerst einen psychologischen Test (50-Items-Test) und blättert anschliessend ein Zeigeheft mit 45 Anzeigen durch. Wie beim Lesen einer Zeitschrift steht es ihr auch im Test frei, bei jeder Anzeige so lange zu verweilen, wie sie will. Vor dem Weiterblättern bewertet sie die Anzeige anhand einer Notenskala von 5 («spricht mich sehr an») bis 1 («spricht mich überhaupt nicht an»). Als «Supporter» werden Personen bezeichnet, die durch eine Anzeige «sehr» oder «ziemlich» angesprochen werden. Die auf diese Weise ermittelte Akzeptanz der Werbung korreliert stark mit andern Funktionen der Werbewirkung und eignet sich deshalb fürs Benchmarking.
Für die Segmentierung des Samples nach Zielgruppen benutzt der Market Radar einen psychografischen Test, den so genannten 50-Items-Test. Mit Hilfe dieses Tests werden die Wertvorstellungen der befragten Person ermittelt und einem der Psychogrammfelder zugeordnet (siehe Windrose). Die Wertorientierungen reichen von Süd (konservativ) nach Nord (progressiv) und von West (aussengerichtet, materialistisch) nach Ost (innengerichtet, idealistisch).
Weitere Informationen zum Advertising-Index und zum Market Radar sind bei Demoscope erhältlich. Planungsunterstützung mit dem Advertising-Index, dem Radar und neu mit dem Print-Advertising-Monitor (PAM) vermittelt die Publimedia.

Auf der Seite der Stars

Wirz verankert die Positionierung der SI als Prominentenspiegel

Wirz verankert die Positionierung der SI als ProminentenspiegelDie Schweizer Illustrierte (SI) steht auf so gutem Fuss mit der helvetischen Prominenz, dass sie in ihrer Werbung bereits das zweite Jahr konsequent auf dieses Faktum setzt. In einer ersten von Wirz, Zürich, konzipierten Kampagne grenzte sich die SI gegen die Jagdszenen der Paparazzi ab. Davon hat sich der Schweizer Prominentenspiegel verabschiedet. Ein wieder von Wirz gestalteter Auftritt transponiert dieselbe Positionierung als authentische Selbstdarstellung: Die neuen Plakat- und Inseratmotive zeigen SI-Reporter, die sich synchron mit jener Person bewegen, die sie porträtieren. Aufgelöst wird auch der neue Auftritt vom «alten» Slogan «Näher bei den Stars». Seite 12

«Existenzielle Dinge»

Jürg Schaffhuser über seine Wanderungen

Jürg Schaffhuser über seine WanderungenJedes Jahr von Anfang bis gegen Ende Oktober springt der Luzerner Grafiker Jürg Schaffhuser vom Trittbrett des Tempos der Zeit. In der Gegenwelt, in der er landet, gibt es nur ein Fortbewegungsmittel: die eigenen Füsse. Weshalb ist Wandern Ihre Lust?
Jürg Schaffhuser: Ich wandere seit 12 Jahren und lege jährlich zwischen 500 und 1000 Kilometer zurück. Das Wandern ist für mich eine Gegenwelt zum Tempo meines Werberjobs, die ich zum Ausgleich brauche.
Was haben Sie vom Wandern ausser Blasen an den Füssen?
Schaffhuser: Der Reiz des Wanderns besteht etwa darin, dass man beim Gehen besser denken kann und dass sämtliche Sinne offen sind. Beim Wandern merke ich erst wieder, was etwa Riechen oder Bodenbeschaffenheit heisst. Wandern macht mich glücklich.
Wie erging es Ihnen auf der Spanienwanderung?
Schaffhuser: Faszinierend an diesem Projekt war die Tatsache, jeweils während einer Woche Tag und Nacht mit einer wildfremden Person zusammen zu sein. Dies in einer Umgebung, in der man sich nicht zurückziehen kann. Beim Wandern geht es fast um existenzielle Dinge. Da man auch körperlich an seine Grenzen kommt, ist man dauernd aufeinander angewiesen. Nach einer Woche hatte man wirklich eine freundschaftliche Beziehung zueinander. Wenn man länger zusammen unterwegs ist, kommen einem viele Dinge aus der Kindheit in den Sinn. Ausgelöst werden diese Erinnerungen durch einen Geruch, den man plötzlich in der Nase hat, oder durch eine Bewegung, die man unversehens macht.
Dort kommt Ihnen niemand zu Hilfe, wenn Sie ein Bein brechen oder eine Giftschlange Sie beisst.
Schaffhuser: Die eigentliche Gefahr, in die ich geriet, hatte mit Wassermangel zu tun. Im Hochsommer in den Cevennen habe ich wirklich zwei-, dreimal eher heikle Situationen erlebt, weil ich zu wenig Wasser dabei hatte.
Sind Sie ein Einzelgänger?
Schaffhuser: Im Leben bin ich eigentlich ein teamorientierter Mensch. Auf den Wanderungen bin ich eher ein Einzelgänger.
Wohin führt Sie Ihre nächste Wanderung?
Schaffhuser: Ich habe eine ganz grosse Wanderung vor, will aber noch nichts darüber sagen. Pläne dieser Art darf man nicht verschreien, sonst unterlässt man es am Ende womöglich noch, sie auch tatsächlich durchzuführen. Interview: Ernst Weber

Muse & Musse: Harry Zogg

Muse & Musse Harry Zogg Welche kulturelle Veranstaltung haben Sie zuletzt besucht?Harry Zogg: Die Kitsch-Party im Volkshaus. Weils so schön bunt war und ich endlich als wandelnde Discokugel ausgehen konnte.Was lesen Sie gerade?Zog

Muse & Musse Harry Zogg
Welche kulturelle Veranstaltung haben Sie zuletzt besucht?
Harry Zogg: Die Kitsch-Party im Volkshaus. Weils so schön bunt war und ich endlich als wandelnde Discokugel ausgehen konnte.
Was lesen Sie gerade?
Zogg: Die wirklich komplizierte Bedienungsanleitung meines neusten Hi-Fi-Gerätes. Ohne diese könnt ich dieses nicht bedienen. Leider musste ich feststellen, dass es auch mit nicht geht…
Welche CD hören Sie zurzeit mit Vorliebe?
Zogg: «4 Seasons – 4 Loves» von Red Fish. Bei «Flowers on Mars» könnt ich abheben.
Welchen Kinofilm würden Sie am liebsten nochmals sehen?
Zogg: «Strange Days». Weil er immer wieder so faszinierend ist und trotz Sciencefiction beängstigend nahe an die Realität kommt.
Bei welcher TV-Sendung sind Sie neulich eingeschlafen?
Zogg: Kommt immer wieder vor. Woran liegt das?
Welches ist Ihre neueste Entdeckung im Internet?
Zogg: www.igros.ch. Und wenns nicht geht, liegts daran, dass das «M» an der Expo ist.
Worauf könnten Sie nie verzichten?
Zogg: Auf meine wirklich liebenswerten Freunde.
Was machen Sie in einer freien Minute?
Zogg: Geniessen. Egal was. Spannend, nicht?
Liebe ist…?
Zogg: …die beste Ausgangslage zur kompromisslosen Lebensfreude.

Robinson lebt

Comeback von Sendungen aus dem Nachlass von TV 3 und Tele 24

Comeback von Sendungen aus dem Nachlass von TV 3 und Tele 24Von Bruno Amstutz Mit dem Ende der nationalen Privatfernsehsender verschwanden auch beliebte Formate von den Bildschirmen. Einige davon steigen bald aus der Asche: «Expedition Robinson», «Joya rennt» sowie die «Mister-Schweiz-Wahl» werden von Sendern des TeleNewsCombi (TNC) ausgestrahlt.
Nach der Schliessung von Tele 24 und TV 3 standen viele Sendungen ohne Ausstrahlungsmöglichkeit da, obwohl sie ansprechende Zuschauerzahlen hatten. Einige dieser Rosinen hat sich das TNC unter der Ägide von Christian Stärkle herausgepickt.
Bereits im Dezember 2001 stand fest, dass die von Jugendlichen produzierte Sendung «Videogang» sowie Patty Boser’s «Lifestyle» auf anderen Kanälen ausgestrahlt würden, namentlich Tele Top, Tele Bärn und Tele Ostschweiz. Auch «Swissdate» und «Tierisch» haben den Sprung zu anderen Sendern geschafft.
Noch im laufenden Jahr soll «Expedition Robinson» wieder auf die einsame Insel geschickt werden, Joya darf wieder rennen, und Mister Schweiz stellt sich auf regionalen Stationen zur Schau. Diese Formate werden auf allen Sendern des TNC zum Zug kommen.
Stärkle interessiert sich weiter für erschwingliche Quotenheber, die die Stundenschlaufe der Sender nicht gefährden. «Für die meisten Sendungen wird es eine Testphase geben», sagt er, «falls sie nicht genügend Resonanz erzeugen, setzen wir sie wieder ab.» Einzig der Inselspass «Robinson» wird auf Risiko vollständig durchgezogen.
Vor einem negativen Imagetransfer vom gescheiterten Sender TV 3 fürchtet sich Stärkle nicht. Ausschlaggebend ist für ihn der Erfolg der einzelnen Formate: «Wenn bei TV 3 alle Sendungen prozentual zur Zielgruppe so gut gelaufen wären wie zum Beispiel ‹Joya rennt›, hätte der Sender eher überlebt.»
Die Überlebenshilfen finden zwar nach und nach einen neuen Hafen. Beliebig grosse Rosinen kann aber auch das TNC nicht picken. Die gewünschte Übernahme der «Millionärsshow» scheiterte an zu hohen Preisen.

«Bis zum nächsten al»

Publicis schickt den Kopf der Marke Migros an die Expo.02

Publicis schickt den Kopf der Marke Migros an die Expo.02Mit einer Sprachverbrüderung zwischen Absender und Betrachter wirbt der Einzelhandelsriese in einer von Publicis konzipierten Kampagne für den eigenen Pavillon an der Expo.02. In Sprache umgesetzt, verliert die Kampagne das Signet der Migros, ihr leuchtend orangefarbenes M. Dieses nämlich «ist an der Expo.02», wie der Slogan verspricht. Das Spiel mit dem fehlenden Konsonanten macht ganz nebenbei deutlich, wie breit die Migros mittlerweile im Bewusstsein der Konsumenten verankert ist. Seite 6

Aufgefallen: Als die Welt noch in Ordnung war, schlief Schneewittchen ihren Verdauungsschlaf und wartete auf des Prinzen Kuss.

AufgefallenAls die Welt noch in Ordnung war, schlief Schneewittchen ihren Verdauungsschlaf und wartete auf des Prinzen Kuss. Doch der suchte das Weite, und Schneewittchen wachte nach mehrjährigem Verjüngungsschlaf wieder auf – und mit ihr die si

Aufgefallen Als die Welt noch in Ordnung war, schlief Schneewittchen ihren Verdauungsschlaf und wartete auf des Prinzen Kuss. Doch der suchte das Weite, und Schneewittchen wachte nach mehrjährigem Verjüngungsschlaf wieder auf – und mit ihr die sieben Zwerge, die ebenfalls in den Genuss des Apfelserums gelangt sind. Angeregt durch die Wirkung des Elixiers, macht sich Schneewittchen jetzt auf den Weg in die Laboratoires Garnier, um dort das wunderwirksame Mittel auf den Markt zu bringen. Glück- licherweise können im handlichen Gepäck von Louis Vuitton Hexe und Apfelvorrat gleich mitgeschleppt werden. Aber eben: Solche Enden gibts ja nur im Märchen. Denn in Wirklichkeit schläft Schneewittchen heute noch, falls sie nicht schon gestorben ist. Chandra Kurt [email protected]
Kolumne

Die Gartenschaufel
Von Martin Lanz
Ein Mann will sterben. Davon ist hier die Rede. Und davon, was Werbung ist. Und vom Recht, enttäuscht zu sein. Und von der Liebe. Zuerst, weil es sich hier schickt: Was will Werbung? Verkaufen wir Bratfett, Flugtickets, Gartenschaufeln? Nein. Werbung verkauft Emotionen. Knusprige Rösti, erotisches Strandleben, blühende Blumenbeete. Nicht Grill, sondern heitere Sommerparty. Nicht Dessous, sondern Verführung.
Und wenn die Verführung gelungen ist? Und wenn sie über die Nacht hinausgeht und über den Tag und übers Jahr? Wenn E nicht mehr loskommt von A? Und wenn A E eines Tages nicht mehr will? Die Täuschung erkennt und also enttäuscht ist? Liebe ist schwierig anzupreisen. Weil sie verschiedene Farben und Formen hat. Ganz unterschiedliche Versprechen birgt. Tausend Hoffnungen weckt. Zweitausend Enttäuschungen bringen kann.
Kein Produkt wird so oft umgetauscht wie die Liebe. Nichts schliesst so viel Leiden ein wie Lieben. E leidet. Er will lieber sterben als sich von A trennen. Er, der Historiker. Will den vielen Liebesdramen ein weiteres hinzufügen. Will nicht an Liebe mit Verfallsdatum glauben. Allein, wer droht, erpresst. Derweil eine Liebe nur aus sich selbst heraus lieben kann. E will nicht glauben, dass eine Liebe nur eine Liebe sein kann, wenn sich mindestens zwei lieben.
Dagegen hätte Jesus vielleicht etwas einzuwenden. Der Lehrer in Sachen Liebe. Der Schwärmer, der uns überfordert, die wir unsere Feinde nicht lieben mögen. «Einer von euch wird mich verraten.» Einer? Er liess sich aus Liebe töten. Wer sich indes wegen nicht erwiderter Liebe umbringen will, kanns auch tun, weil die Blumen im Garten nicht gedeihen. Bei unsachgerechter Behandlung lehnen wir jede Haftung ab. Was blühen soll, braucht Liebe. Überall gratis erhältlich.
Liebe ist die Auferstehung. Frohe Ostern!
[email protected]
Martin Lanz ist freier Texter und Leiter der KRAZ in Zürich.
Business Lunch

Erstklassig ist der Seidenmantel in der Erststockbeiz
Pech für Notker den Stammler, gut für die Nachgeborenen in der Gallusstadt, dass die «Alte Post», eine veritable Wirtschaft, jetzt in den Händen von Conny und Alexander Zimmermann ist. «Jung und frisch ist der Wirt, die Küche und die Mannschaft», verspricht die Visitenkarte und zeigt einen leicht schelmisch lächelnden Dreikäsehoch. Der kocht? Schaun wer mal.
Die «Alte Post» ist eine Erststockbeiz. Eine Bezeichnung, die mir, Zürcher (sic!), fremd gewesen war. Bis ein kundiger Sponsoringfachmann per E-Mail den Lockruf aussandte, es doch mal mit dem Zug auf Gleis 17 zu versuchen, Mostindien souverän zu durchqueren und an der Gallusstrasse 4 Platz zu nehmen.
Möge mir bitte der nette WerbeWoche-Leser aus St.Gallen verzeihen, dass ich einer Buchhändlerin den Vorzug gegeben habe, die ebenfalls vorgeschlagen hatte, den Business Lunch dort einzunehmen. Die Karte, ein A4-Blatt, pries einen Viergänger als Business Lunch für 49 Franken. Preise wie in St.Gallen!
Die Wahl fiel auf Vorspeise und Hauptgericht. Der Salat mit Spargelspitzen und Crevetten schmeckte zart, und auch die Spargeln waren schön bissfest gegart, und angerichtet wars auf einem viereckigen Glasteller. Schön, dass das Auge auch mitessen darf. Nur, das mit dem Würzen klappt noch nicht so gut. Ein natives Olivenöl, nicht zu sparsam aufgetragen, hätte der Vorspeise Klasse beschert. Der Hauptgang: Beinschinken mit Kartoffelstock und Gemüse, alles perfekt in der Konsistenz, und das Trüffelöl war gar angenehm im Kartoffelpüree vorhanden. Während die Buchhändlerin mit einem Zander vom Bodensee und Rotweinrisotto schon gesättigt war (der Risotto – ein zu Reisbrei eingekochter Matsch), empfahl die aufmerksame und sehr freundliche Bedienung eine Nachspeise namens
«Sidemänteli». Geben Sie der Versuchung nach! Das Dessert entpuppte sich als hervorragend abgestimmtes Caramelköpfli mit Zuckerkruste, die Hinterlassenschaft eines weiblichen Lehrlings.
Was gefällt: Kein Firlefanz auf dem Tisch. Das rustikale Interieur wertet fehlendes Tischtuch auf, die Serviette ist auch aus Papier und die lauten Gespräche am Nebentisch nicht zu kommentieren. Handys, keine Frage, gehören in einem solchen Lokal auf stumm geschaltet. Die gute Weinkarte mit schönen Crûs aus Österreich (auch hier: reelle Preise!) erträgt noch zwei, drei offene Weine mehr im Angebot.
Carlo Bernasconi [email protected]
Wirtschaft zur alten PostGallusstrasse 4
9000 St. Gallen
Tel. 071 222 66 81
Fax 071 222 66 94
Wenige Parkplätze um den Dom

Klein gehalten

Publicom: St.Galler Tagblatt grenzt Top-Medien systematisch aus

Publicom: St.Galler Tagblatt grenzt Top-Medien systematisch ausVon Markus Knöpfli Die St.Galler Tagblatt Medien AG hält mit ihrer Marktmacht Radio und Tele Top klein. Dies zeigt eine Publicom-Studie. Demnach werden die Top-Medien vom St.Galler Tagblatt (SGT) redaktionell oft ausgeschlossen und benachteiligt. Zudem erzeugen Radio Aktuell und Tele Ostschweiz dank Crossmedia einen unverhältnismässigen Werbedruck.
«Publizistischer Wettbewerb setzt voraus, dass die Rezipienten ein neues Angebot wahrnehmen können», stellen die Autoren der neuen Publicom-Studie (siehe Kasten) fest, kritisieren aber, dass eben diese Voraussetzung im Raum St.Gallen nicht gegeben sei. Der Grund: Die St.Galler Tagblatt Medien AG, das zur NZZ-Gruppe gehörende Ostschweizer Multimediahaus, spiele seine Marktmacht voll aus und versuche systematisch, die Wahrnehmung der Top-Medien zu schmälern oder zu verhindern. Insgesamt behindere die SGT so den von Behörden erwünschten publizistischen Wettbewerb.
Die Studie machte in einer Analyse des SGT drei Behinderungsstrategien der Tagblatt-Gruppe aus. Zum einen berichtete das SGT im untersuchten Zeitraum dreimal häufiger und meist in grösseren Artikeln über die eigenen elektronischen Medien Radio Aktuell und Tele Ostschweiz (TVO) als über Radio und Tele Top. Ein aktuelles Beispiel: Selbst der Start von Radio Top in St.Gallen am 26. November 2001, ein Ereignis, über das nach journalistischen Kriterien wohl berichtet werden müsste, blieb unerwähnt. Radio und Tele Top würden zwar nicht einfach schlecht gemacht, jedoch «subtil schlechter behandelt», heisst es in der Studie. Im Falle von TVO stelle sich die SGT-Redaktion zudem «eindeutig in den Dienst des Sendermarketings».
Eine «massive Bevorzugung der eigenen Sender» machte die Studie bei den SGT-Programmhinweisen aus: Im untersuchten Zeitraum wurden 265 Hinweise für TVO, 109 für Radio Aktuell, einer für Radio Top und keiner für Tele Top gefunden. Dies könne aber weder durch journalistische Kriterien noch durch Zuschauergunst, sondern «einzig durch unternehmerische Erwägungen» begründet werden, schreiben die Verfasser. «Durch die Ausgrenzung eines wichtigen Wettbewerbers sollen hier offensichtlich unerwünschte Werbeeffekte ausgeschlossen werden.» Was in der Studie nicht erwähnt wird: Das SGT gewährt wohl TVO, nicht aber Tele Top eine tägliche Programmspalte. Für Radio Top besteht eine, sie ist aber halb so gross wie jene von Radio Aktuell.
SGT verneint Behinderung von Tele und Radio Top
Von einer «klaren Wettbewerbsverzerrung» spricht die Studie bezüglich des Werbedrucks von Radio Aktuell und TVO über das SGT. Der Gesamtwert der Anzeigen, den beide Medien im untersuchten Zeitraum schalteten, wurde auf brutto 900000 Franken und mit den Programmhinweisen auf 1,67 Millionen Franken geschätzt. Nur Migros und Coop inserierten für mehr Geld im Tagblatt. Der Wert der Inserate für TVO überstieg gar dessen Werbeeinnahmen im fraglichen Zeitraum.
Die Studie betont, dass es kaum Sinn mache, über die Konzessionen publizistischen Wettbewerb zu ermöglichen, der sich nicht entfalten könne. Man müsse damit rechnen, dass dominierende Medienhäuser ihre Redaktionen in den Dienst des Medienmarketings stellen. Deshalb solle neuen Anbietern künftig in der Startphase eine befristete Aufstockung des Marketingbudgets gewährt werden. Zudem sollen unabhängige Programmanbieter bei der Konzessionierung und dem Verteilen von Gebührengeldern bevorzugt werden.
Hanspeter Klauser, Geschäftsführer der Tagblatt-Gruppe, betonte, dass er die Studie bisher nicht gesehen habe. Sie zeige aber, dass Top-Chef Günter Heuberger versuche, die SGT auf allen möglichen Kanälen schlecht zu machen. «Schade, dass er nicht über Inhalte mit uns kämpft.» Dass für eigene Medien geworben werde, stelle keine Behinderung des Wettbewerbs dar, sagte er. Und in redaktionelle Belange mische er sich keineswegs ein.
2073 Programmhinweise analysiert

Der Titel der Studie lautet «Wettbewerbsvoraussetzungen in Räumen mit marktbeherrschenden Multimedia-Anbietern – Das Beispiel Radio- und TV-Markt St. Gallen». Im Auftrag von Radio Top hat die Publicom 309 redaktionelle SGT-Artikel (inklusive Splitausgaben) sowie 2073 Programmhinweise analysiert, die zwischen dem 1. Oktober 2000 und dem 20. September 2001 publiziert worden waren. Im gleichen Zeitraum liess die Publicom von Mediafocus den Bruttowert aller im SGT und im Split Wiler Zeitung erschienenen Inserate von Radio Aktuell und Tele Ostschweiz erheben. Auf eine Analyse anderer Tagblatt-Medien wurde verzichtet. Hingegen wurden ergänzende Fachgespräche mit St. Galler Politikern, Professor Roger Blum von der Universität Bern, Bakom-Vizedirektor Martin Dumermuth sowie SGT-Chefredaktor Gottfried F. Höpli geführt. Verfasser der Studie ist René Grossenbacher (Leitung).

SDV stoppt Gelder für Forschung

Der Schweizer Direktmarketingverband (SDV) hat an seiner Generalversammlung Guido Wietlisbach von Ogilvyone, dem Dialogmarketingzweig der zu WPP gehörenden Ogilvy-Gruppe, zum neuen Präsidenten gewählt.

Der Schweizer Direktmarketingverband (SDV) hat an seiner Generalversammlung Guido Wietlisbach von Ogilvyone, dem Dialogmarketingzweig der zu WPP gehörenden Ogilvy-Gruppe, zum neuen Präsidenten gewählt.Der bisherige Präsident Heinz Rohrer sowie SDV-Geschäftsführer Rudolf Waldburger wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Weil Geschäftsführungsaufgaben künftig wieder vermehrt von den Präsidiumsmitgliedern wahrgenommen werden, wird die Geschäftsstelle nur noch zu 50 Prozent belegt, ihre neue Leiterin wird Daniela Reinhard.Zur Aufwertung der Ausbildungsfragen wurde Peter Stössel, Ausbildungskommissions-Vorsitzender, ebenfalls in den Vorstand gewählt. Im Herbst findet der Pilotkurs zum Direktmarketingleiter statt, nachdem der Direktmarketingplaner seit Jahren erfolgreich läuft.
Da die Bemühungen der Wemf, mit der Post eine einvernehmliche Lösung zur Erhebung und Ausweisung einer Grundlagendatei nicht zum Ziel führen und in der Werbestatistik in der Sparte Direktwerbung schon zum fünften Mal keine massgebenden Zahlen erhoben wurden, wird der SDV die Stiftung nicht mehr unterstützen. «Die SDV-Kommission wird keine Zuwendungen mehr an eine Forschung leisten, in der die Direktwerbung nicht mehr enthalten ist», meint Waldburger. (pan)

News: 20 Minuten verliert Basler VermarkterDie Basler Ausgabe der Pendlerzeitung 20 Minuten wird nicht mehr von der GTS Verlag AG vermarktet.

News 20 Minuten verliert Basler Vermarkter Die Basler Ausgabe der Pendlerzeitung 20 Minuten wird nicht mehr von der GTS Verlag AG vermarktet. Der Zusammenarbeitsvertrag sei wegen «unterschiedlicher Verlagsinterpretation und des dadurch en

News 20 Minuten verliert Basler Vermarkter
Die Basler Ausgabe der Pendlerzeitung 20 Minuten wird nicht mehr von der GTS
Verlag AG vermarktet. Der Zusammenarbeitsvertrag sei wegen «unterschiedlicher Verlagsinterpretation und des dadurch entstandenen gegenseitigen Vertrauensverlusts» per sofort aufgelöst worden, teilte der GTS Verlag mit. Er hatte bisher die lokale Akquisition im Raum Nordwestschweiz übernommen.
Radio 24 wird zum city-Radio Zürichs Der Zürcher Lokalsender Radio 24 erhält ein neues On-air-Design. Ab 21. März tritt der Sender mit einem modernisierten Layout und Programm auf. «Die grösste Privatradiostation der Schweiz wird zum urbanen City-Radio für Zürich und Region», heisst es in einer Mitteilung. In den Neunzigerjahren wurden die Sendesignete nur unwesentlich angepasst. Zu den programmlichen Neuerungen gehören die «Morgenshow» sowie der Ausbau der «1+1 Datingshow», der Hitparade und des Newsangebots.
Edipresse kauft Journal de Morges Die Edipresse-Gruppe verstärkt ihre Position in der Waadtländer Lokalpresse weiter. Der Westschweizer Verlag übernimmt das Journal de Morges, an dem er bisher 45,3 Prozent des Kapitals gehalten hat. Das zweimal wöchentlich erscheinende Journal de Morges lag bislang in den Händen des Verlegers Fernand Trabaud in Morges. Trabaud zog sich Anfang Jahr aus gesundheitlichen Gründen aus der Direktion des Verlags zurück. Er überliess sein Aktienpaket der Edipresse-Gruppe, als die Zustimmung der Wettbewerbskommission vorlag.
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