Ausserdem: Gaby Neyer ist seit Januar bei der Winterthurer Mediaconsultingagentur Konnex als Mediaplanerin tätig. Mitte März stösst Michel Bächtiger dazu.

Ausserdem Gaby Neyer ist seit Januar bei der Winterthurer Mediaconsultingagentur Konnex als Mediaplanerin tätig. Mitte März stösst Michel Bächtiger dazu. Sie unterstützen als bisher einzige Angestellte die Agenturgründer Peter Döbeli, Monica Jägg

Ausserdem Gaby Neyer ist seit Januar bei der Winterthurer Mediaconsultingagentur Konnex als Mediaplanerin tätig. Mitte März stösst Michel Bächtiger dazu. Sie unterstützen als bisher einzige Angestellte die Agenturgründer Peter Döbeli, Monica Jäggi und Ronny Schmid.
Der Bieler PR-Berater Daniel Suter ist am Dienstag zum neuen Direktor des Verkehrshauses der Schweiz in Luzern gewählt worden. Zurzeit leitet er bei der Expo.02 den Bereich Partner-Marketing und Kommunikation.
Die Freiburger Kommunikationsagentur Reck MCC verstärkte sich Anfang März mit Martine Amey-Vorlet.
Per Ende März verlässt Jürg Bachmann, Leiter Neue Medien bei der St.Galler Tagblatt AG, das Unternehmen. Er hat bei der St.Galler Tagblatt AG am Aufbau von Radio Aktuell und Tele Ostschweiz mitgewirkt und war an der Planung der Onlinemedien beteiligt.
Per 1. September übernimmt Swisscontent-Gründer und CEO Bendicht Luginbühl das Knowledge- und Trend-Management für die Golbach Media Gruppe. Seine Nachfolge bei der Swisscontent Corp. tritt Chefredaktor Fredy Hämmerli an.
Filmemacher Samir gibt Ende Juni die Moderation der Sendung «CH-Filmclub» auf SF DRS ab, die nach der Sommerpause von Daniel Hitzig präsentiert wird.
Seit Anfang März verstärkt Tsunshan Samson Ng als AD die Agentur Diem & Partner.
Anfang Mai tritt Gisèle Ory die Nachfolge von Andrea Arcidiacono als stellvertretende Presse- und Informationschefin des Eidgenössischen Departements des Innern an.
Per 1. Mai wird Kurt Bühler Nachfolger von Stefan Becker als Leiter des Amtes für Kommunikation im Fürstentum Liechtenstein.

Seid umschlungen, Millionen

Seit Anfang Jahr betreut Publisuisse das Sponsoring der SRG-Radios

Seit Anfang Jahr betreut Publisuisse das Sponsoring der SRG-RadiosVon Markus Knöpfli Seit Januar ist die Publisuisse nicht mehr nur für TV-Werbung, sondern auch für das Sponsoring der zwölf SRG-Radios zuständig – zumindest solange dies gesetzlich erlaubt bleibt.
Rund 18 Millionen Franken wurden gemäss Stiftung Werbestatistik im Jahr 2000 in der ganzen Schweiz ins Radiosponsoring investiert. Rund ein Drittel davon, nämlich etwa 7 Millionen Franken, strichen die zwölf SRG-Radios ein (das Event- und Konzertsponsoring nicht eingerechnet).
Während bisher das Sponsoring der SRG-Radios in der Hoheit der jeweiligen Radiodirektoren lag, haben diese nun per 1. Januar den Sponsoringbereich als Gesamtpaket der Publisuisse übertragen. Diese hat zudem seit zwei Wochen mit Beatrice Kniel (45) auch eine Leiterin für die neu gegründete Radio-Sponsoring-Unit. Kniel ist zuständig für das Sponsoring auf allen zwölf SRG-Radios – mit einer Ausnahme: Das Event- und Konzertsponsoring bleibt weiterhin bei den Sendern.
SRG-Sprecherin Josefa Haas begründet den Wechsel zur Publisuisse mit dem Wunsch, Radiosponsoring aus einer Hand anbieten zu wollen. Dass das TV-Sponsoring, das Sache der Programmleiter ist, nicht auch zentralisiert wird, erklärte Haas mit den ohnehin intensiven Kontakten zwischen TV und Publisuisse. Kontakte zur Publisuisse hätten hingegen bei den werbefreien SRG-Radios bisher nicht bestanden, weshalb ein Wechsel angezeigt gewesen sei.
Doppelt so viele Sponsorengelder beim Radio möglich
Publisuisse-Direktorin Ingrid Deltenre hebt denn auch hervor, dass ihre Firma dank dem Verkauf von TV-Werbung nicht nur über gute Kontakte zu Auftraggebern mit Affinitäten zu den elektronischen Medien verfügt, sondern auch über Professionalität bei Vermarktung und Preisgestaltung. Der USP der SRG-Radios ist laut Werbebroschüre deren hohe Reichweite und – oh Ironie! – die Werbefreiheit (siehe Kasten). Bereits hat die Publisuisse auch Preisänderungen (sprich Erhöhungen) vorgenommen, basierend auf TKP, denen die Radiocontrol-Leistungswerte zu Grunde liegen. Hier ein konkretes Beispiel: Das Sponsern einer Woche Verkehrshinweise von Viasuisse auf DRS 1 (41 Sendungen) kostet 42800 Franken. Gemäss Publisuisse kommt der Sponsor, der jeweils am Ende der Sendung einmal genannt wird, so auf rund 25 Millionen Bruttokontakte pro Woche. Individuelle Packages sind selbstredend möglich.
Deltenre geht davon aus, dass sich die Sponsoringeinnahmen bei den SRG-Radios erhöhen lassen. Insbesondere bei Radio DRS, wo das Sponsoring bisher am wenigsten professionell betrieben worden ist, hält sie eine Verdoppelung innert zwei bis drei Jahren für möglich – dank der höheren Preise, mehr Aufträgen, neuen Kunden und Crossmedia (Radio, TV, Teletext). Letzteres kann nun bei Publisuisse eine grössere Rolle spielen. Ein Beispiel dafür sind die Übertragungen aus Salt Lake City, die als Gesamtpaket Radio–TV–Teletext von Swisscom, Rivella und Chevrolet gemeinsam gesponsert wurden.
Offen ist aber, wie lange die Publisuisse das Radiosponsoring noch betreuen kann. Immerhin sieht die derzeitige RTVG-Vorlage das Streichen des Sponsorings bei SRG-Radios vor. Umgekehrt hat der Bundesrat bereits wieder angedeutet, dass in Sachen Radiosponsoring alles beim Alten bleibe.
Walpen lässt auf Worte Taten folgen

Nach dem Gebührensplittingentscheid des Bundesrates vom 23. Januar hatte SRG-Generaldirektor Armin Walpen in einer ersten Stellungnahme Werbung auf DRS-Radios gefordert – als Ersatz für die abzutretenden Gebührenanteile. Unterdessen gab er auch eine Studie in Auftrag, die Aufschluss darüber geben soll, wie sich Werbung auf Radio DRS auf den übrigen Werbemarkt auswirken würde. Welches deutsche Institut diese Studie macht, wann sie beendet ist und ob sie veröffentlicht wird, wollte Heidi Ungerer, Pressesprecherin von Radio DRS, hingegen nicht sagen.

Muse & Musse: Regina Hubschmied

Muse & Musse Regina Hubschmied Welche kulturelle Veranstaltung haben Sie zuletzt besucht?Regina Hubschmied: Die Vernissage von Cole Morgan bei Leupi’s Art Place in Zofingen AG.Was lesen Sie gerade?Hubschmied: «A fine balance» von

Muse & Musse Regina Hubschmied
Welche kulturelle Veranstaltung haben Sie zuletzt besucht?
Regina Hubschmied: Die Vernissage von Cole Morgan bei Leupi’s Art Place in Zofingen AG.
Was lesen Sie gerade?
Hubschmied: «A fine balance» von Rohinton Mistey.
Welche CD hören Sie zurzeit mit Vorliebe?
Hubschmied: «Chansons douces, Chansons tendres». Weil ich nicht mit französischen Schlafliedern aufgewachsen bin.
Welchen Kinofilm würden Sie am liebsten nochmals sehen?
Hubschmied: «Forrest Gump» seh ich mir mindestens einmal jährlich an.
Bei welcher TV-Sendung sind Sie neulich eingeschlafen?
Hubschmied: Zurzeit bei fast jeder Sendung.
Welches ist Ihre neueste Entdeckung im Internet?
Hubschmied: www.whitehouse .org
Worauf könnten Sie nie verzichten?
Hubschmied: Auf Zeit für mich selber.
Was machen Sie in einer freien Minute?
Hubschmied: Mit meinem Sohn zusammen sein.
Liebe ist …?
Hubschmied: Das strahlende Lachen meines Baby Boys.

Aufgefallen: Was hat eine Handtasche auf einem Frauenkopf verloren, und was steckt im Täschchen der langen Halbnackten?

AufgefallenWas hat eine Handtasche auf einem Frauenkopf verloren, und was steckt im Täschchen der langen Halbnackten? Wir wissens nicht und blicken verdutzt auf diese Accessoires-Kampagnen. Mag sein, dass während der Kreation der Biasia-Kampagne

Aufgefallen Was hat eine Handtasche auf einem Frauenkopf verloren, und was steckt im Täschchen der langen Halbnackten? Wir wissens nicht und blicken verdutzt auf diese Accessoires-Kampagnen. Mag sein, dass während der Kreation der Biasia-Kampagne gerade Tim Burtons Sciencefiction-Streifen «Mars Attacks!» aktuell war, zumal darin fiese Marsianer unschuldigen Menschen die Köpfe abschnitten und sie mit anderen «Untersätzen» zusammenzauberten. Wesentlich schwieriger wirds beim Bui-Modell, das äusserlich nicht wie ein Alien aussieht – auch wenn eine solche Kleidung für einen äusserst interessanten Geist spricht. Bleibt zu hoffen, dass in der kleinen Handtasche etwas Warmes zum Anziehen steckt. Chandra Kurt [email protected]
Kolumne

Verdacht
Von Liz Sutter
Kapitel 48 ist dem Fleck gewidmet. Andere Kapitel sind mit «Sollbruchstelle», «Kollision» oder «Fischgräte» überschrieben. Das ganze Büchlein ist eine einzige Fundgrube für Verzwicktes und Vertracktes, ein Quell der Freude, der Schadenfreude vor allem. Es trägt den Titel «Die Tücke des Objekts» und ist der Katalog zur gleichnamigen Ausstellung, die 1991 im Museum für Gestaltung in Basel gezeigt wurde. Dem unscheinbaren Werk ist ein auffallend rotes Lesebändchen beigefügt. Dieses wurde aber – Tücke des Objekts – nicht festgemacht und geht deshalb sofort verloren. Noch tückischer ist der Umstand, dass das vielseitige Buch keine Seitenzahlen und also auch kein Inhaltsverzeichnis aufweist. So weit, so originell. Blöd ist nur, dass ausgerechnet diese kaum bekannte Publikation heimliches Vorbild für viele Gestalterinnen und Gestalter zu sein scheint. Wie anders ist es zu erklären, dass bei manchen Druckerzeugnissen alles daran gesetzt wird, dem Leser und der Leserin den Inhalt vorzuenthalten. Da werden Schriften gewählt, die vielleicht gut aussehen, aber sicher nicht gut lesbar sind, wenn möglich in einem Farbton, der sich nur minim vom Untergrund abhebt. Und da werden vor allem die Seitenzahlen an Orten versteckt, wo sie keiner erwartet. Auf Häuser übertragen würde das heissen: Man bringt die Hausnummern in Briefmarkengrösse neben dem Schlüsselloch an oder gleich auf dem Dach.
Meine kleinliche und humorlose Reaktion auf so viel Kreativität wird nur noch übertroffen von meinen Hintergedanken. Erst vermutete ich schlicht eine Verarschung der Leser. Mittlerweile fürchte ich, dass alles viel einfacher ist: So wie Frauenkleider in den meisten Fällen von Männern entworfen und Lebensmittelabteilungen von Menschen eingerichtet werden, die nicht kochen können, so wird Lesestoff eben von Nichtlesern gestaltet.
[email protected]
Liz Sutter ist Journalistin.
Business Lunch

Nicht immer wirkt ein Balsamico auch wie Balsam
Zugegeben, ich mag die italienische Küche. Schliesslich bin ich damit gross geworden (mindestens 180 Zentimeter). Deshalb gabs auch keinen Widerspruch, als ein befreundeter Werber die Business-Lunch-Einladung per E-Mail zuschickte. Denn er ist klug, witzig und charmant, und noch keine Sekunde lang haben wir uns gelangweilt. Alles andere als eine greye Maus.
Stelldichein im «Gallo Nero». Schwarzer Hahn. Der war früher mal ein Qualitätsmerkmal für «Tschianti». Zum Glück wissen die beiden Chefs des Lokals, dass in Italien auch anderswo valable Crus vinifiziert werden. Auf den Tisch kam ein schöner, vollmundiger Roter aus Kalabrien. Das Menü pflegt Giovanni Annoscia den Gästen vorzutragen, das hört sich an, als stimmte Raimondo Ruggieri persönlich eine kleine Arie auf das Lob der italienischen Küche an. Die Mittagskarte lässt sich sehen, mit den Preisen (um die 30 Franken pro Teller) wird kein Schabernack betrieben. Die Entscheidung fällt auf ein Tris di Pasta für beide als Primo und auf Spargelrisotto für mein Gegenüber, während mir Kalbsleber, geschnetzelt, mit frischen grünen Spargeln und gehobeltem Parmesan aufgetischt wird. Und jetzt hört der Spass auf.
Denn Annoscia träufelt aus einem kleinen Plastikfläschchen 25-jährigen Balsamico Tradizionale di Modena über Kalbsleber und Spargel. Pech gehabt. Freunde, das war kein 25-Jähriger, nie und nimmer. Das war nicht dieser eingekochte Wein aus der Emilia-Romagna, der die letzten Jahre vor seiner Abfüllung im Maulbeerholz-Fass liegt und danach von einer gestrengen Jury (von der auch der ADC noch was lernen könnte – recte dicis, Frank Bodin, auf Seite 18) darauf hin geprüft wird, ob das Fläschchen, in das er abgefüllt wird, das begehrte Qualitätssiegel tragen darf. Der Balsamico im «Gallo Nero» lag flüssig auf dem Teller, der 25-Jährige besitzt die Konsistenz eines Sirups und ist von einem durchdringenden Aroma, das vor allem eine zart gebratene Leber noch einmal ins Schwitzen bringt, gar nicht zu reden von der grünen Spargel. Trotzdem: Geschmeckt hat sie schon, die Leber, und der Risotto präsentierte sich perfekt «all’onda». Nur beim Dessert wars wieder nicht besser. Der Cassata fehlten die kandierten Früchte. Der Hinweis, die Gäste mögen ihn ohne, passt nicht. Eine Cassata muss eine Cassata bleiben.
Aber in der Summe: Eine hübsch gelegene Location über dem See, Handys darf man auch eingeschaltet lassen. Carlo Bernasconi [email protected]
Gallo NeroMühlebachstrasse 36
8800 Thalwil
Tel. 01 720 22 32
Parkplätze 100 Meter weiter oben im Gemeindeparkhaus

Ausserdem: Managing Director Christoph Morach verlässt den Onlinevermarkter Qualiclick.

Ausserdem Managing Director Christoph Morach verlässt den Onlinevermarkter Qualiclick. Statt einen Nachfolger einzustellen, will Qualiclick-Gründer Roger Lienhard wieder mehr im Tagesgeschäft aktiv werden. Die neue Crew um Lienhard setzt sich zus

Ausserdem Managing Director Christoph Morach verlässt den Onlinevermarkter Qualiclick. Statt einen Nachfolger einzustellen, will Qualiclick-Gründer Roger Lienhard wieder mehr im Tagesgeschäft aktiv werden. Die neue Crew um Lienhard setzt sich zusammen aus dem vor einem Monat zum Head of Marketing & Sales ernannten Roger Baur sowie Enrique Nunez (Technik & Website-Management) und Thierry Knecht (Permission Marketing). Morach wird für das Unternehmen weiterhin als Berater tätig sein.
Heike Findeis übernimmt auf Anfang Mai die Leitung der Schweizer Länderplattform von BertelsmannSpringer. Sie ersetzt den bisherigen Ländermanager Beat Gründel, der die Fachverlagsgruppe verlässt. Findeis war zuletzt bei der Berliner Huss Verlagsgruppe unter anderem für den Zeitschriftenvertrieb und den Bereich Neue Medien zuständig. Zu BertelsmannSpringer gehört auch der Media-Daten Verlag mit der WerbeWoche.
Anfang März wird Martin Bahnmüller Kommunikationsverantwortlicher der Division Integrated Services beim Elektronikkonzern Ascom. Er war zuvor Leiter Gruppenkommunikation bei der Alu Menziken Holding.
Seit Januar verstärkt Daniel Vollenweider als Beratungsgruppenleiter der Unit Advertising die Blue Spirit Communications AG in Schlieren.
Das Sportmagazin aus dem AZ Verlag schliesst seine Einführungsphase nach zwei Jahren ab. Der bisherige Projektleiter Rainer Kupper tritt zurück und konzentriert sich künftig auf die Key-Account-Betreuung für den AZ Verlag in der Romandie. Ab Anfang März übernimmt Jörn Freudenberg die operative Leitung und die Verantwortung für das Marketing des Sportmagazins.
Die Wirz-Gruppe trennt sich von ihrer Tochterfirma für Investor Relations (IR). Die beiden Geschäftsführer Martin Meier-Pfister und Anja Stubenrauch erwerben 100 Prozent der Aktien. Sie übernehmen sämtliche Kunden und Mitarbeiter. Jost Wirz bleibt Verwaltungsrat der Wirz Investor Relations AG.
Corinne Gerber übernimmt neu bei der TV-Vermarkterin Radiotele die Aufgabe als Mediaplanerin TV. Sie tritt die Nachfolge von Marco Josi an, der zum SRG-Forschungsdienst wechselt.
Seit dem 1. Februar verstärkt Susanne Dürrenmatt das Beratungsteam bei der Basler Kommunikationsagentur MRG Communications.
Miklos Hedrich, Leiter Marketing und Verkauf von Profil.ch, verlässt den Orell Füssli Verlag. Seine Aufgaben werden in Zukunft von Projektmanager Bruno Rhomberg betreut.
Die Werbeagentur Trio verstärkt sich zum 70-Jahr-Jubiläum: Seit Januar ist Michael Kamm neuer Geschäftsführer, und seit An-fang März verstärkt der AD Bill Crews das Kreativteam.

Solothurner Tagblatt tritt an Ort

Aktion Gratis-Todesanzeigen wird bis Ende Juni verlängert

Aktion Gratis-Todesanzeigen wird bis Ende Juni verlängertVon Markus Knöpfli Das Solothurner Tagblatt, der jüngste Split der Berner Zeitung, hat Mühe, im Inseratemarkt Fuss zu fassen – trotz Gratis-Todesanzeigen und Aktion «Vier für zwei». Im Lesermarkt soll es besser aussehen.
Die WerbeWoche hat in den letzten drei Monaten das Anzeigenvolumen beim Solothurner Tagblatt (ST) erhoben. Demnach kam das ST im Dezember auf durchschnittlich eine Drittel-Seite pro Tag, im Januar konnte es täglich zwei Fünftel einer Seite füllen und im Februar wiederum eine Drittel-Seite. Zum Vergleich: In den ersten Wochen nach dem Start am 20. Oktober 2001 kam das ST noch auf gut eine halbe Seite täglich (siehe WW 38/01). BZ-Anzeigenleiter Michael Seiler widerspricht: Vom Start bis Ende Februar zählte er rund eine halbe Seite pro Tag. So oder so, in diesen Zahlen sind auch Wiederholungen enthalten, die sich aus der seit dem Start laufenden Inserentenaktion «Vier für zwei» ergaben. Mit anderen Worten:
Das bezahlte Anzeigenvolumen fällt um einiges kleiner aus.
Noch grösser ist die Diskrepanz zwischen Volumen und Einnahmen bei den Todesanzeigen. Weil das ST in den ersten sechs Wochen nach dem Start keine Todesanzeigen erhielt, bot es diese im Dezember gratis an – eine Aktion, die dann bis Ende Januar ausgedehnt und nun sogar bis 30. Juni verlängert wurde. Tatsächlich konnte die WerbeWoche dann im Dezember 8, im Januar 15 und im Februar 10 lokale Todesanzeigen zählen. Seiler hingegen machte durchschnittlich zwei lokale Todesanzeigen pro Tag aus.
BZ-Verlagsdirektorin Franziska von Weissenfluh ist jedenfalls «zufrieden, denn wir sind überall im Budget oder darüber». Auch im Lesermarkt. Derzeit sei die erste Tranche halbjährlicher Gratisabos in der Umwandlungsphase, «wir sind aber ob der hohen Umwandlungsquote überrascht», sagt sie. Sie ist denn auch schon sicher, dass sich in Solothurn, Biberist und Zuchwil die Fortführung der ST-Frühzustellung dank «genügend grosser Abonnentendichte» rechtfertigen lasse. Demnächst erhalten zudem die Gemeinden Langendorf, Bellach, Lohn-Ammannseck, Luterbach und Oberdorf das ST per Frühzustellung, weshalb die Auflage von rund 14000 auf 21000 Exemplare steigt.
Thurgauer Abokrieg

Die Thurgauer Zeitung hat die erste Aboerneuerungsphase ohne Einbruch überstanden und wird laut Verlagsleiter Urs Bucher eine leicht höhere Auflage beglaubigen lassen als die 41188 Exemplare vor einem Jahr. Konkurrent Mittelthurgauer Tagblatt (MTT), Kopfblatt des St. Galler Tagblatts (SGT) und ebenfalls seit 1. Januar 2001 auf dem Markt, kann trotz Herbstkampagne nur 1800 Jahresabos ausweisen. SGT-Verlagsleiter Daniel Ehrat hofft aber per Ende Jahr auf insgesamt 2500 Abonnenten.

Gekündigt statt gekuscht

Knapp ein Jahr nach der Übernahme durch die britische Marketing Services Holding WPP verliert die derzeit kreativ und finanziell erfolgreichste Schweizer Werbeagentur, Advico Young & Rubicam (AY&R), Zürich, ihr Management:

Knapp ein Jahr nach der Übernahme durch die britische Marketing Services Holding WPP verliert die derzeit kreativ und finanziell erfolgreichste Schweizer Werbeagentur, Advico Young & Rubicam (AY&R), Zürich, ihr Management:CEO Peter Felser, Executive CD Martin Spillmann, CD Peter Brönnimann, Rolf Zimmermann, Leiter Strategische Planung, und CFO Michael Waeber verlassen geschlossen die Agentur. Als Grund nennen sie das Bedürfnis nach unternehmerischer Unabhängigkeit. Die unterschiedlichen Auffassungen der börsenkotierten Holding und der lokalen kreativen Agentur in Bezug auf strategische und finanzielle Führung seien immer offensichtlicher geworden, teilten sie mit. Bruno Widmer, VR-Präsident von AY&R, betont indessen, dass es keine Einschränkungen durch WPP gegeben hat: «Ich stehe seit über 30 Jahren für die Kultur dieser Agentur ein. Niemand kann ernsthaft glauben, dass ich etwas unterstützen würde, was diese Kultur gefährdete.» Der Kollektivaustritt erfolgt Ende Mai. «Mir ist es nicht bange. Die Agentur kann sich auf ein breites Kader von Topleuten stützen», sagt Widmer, der die neue Geschäftsleitung im Dialog mit ihnen formiert.
Nach der Gründung einer neuen Superagentur gefragt, antwortet Spillmann: «Gemeinsam Konsequenzen zu ziehen, bedeutet noch lange nicht, dass man nachher etwas zusammen macht, aber der Gedanke ist sicher nahe liegend.» (ew)

«Wir werden bei der Konkurrenz Publikum abzügeln»

Peter Wanner über sein neues Multimediaprojekt «Kochen»

Peter Wanner über sein neues Multimediaprojekt «Kochen»Seit dem 6. März richtet die AZ-Medien-Gruppe mit ihrem Multimediaprojekt «Kochen» eine gewaltige Pfanne voll mit Kochthemen an. Mit dem neuen Magazin Kochen, der Internetsite und dem TV-Spot wird AZ-Verleger Peter Wanner den diversen etablierten Titeln rund ums Kochen die Suppe versalzen. Das ist jetzt schon klar.Im Rüebliland wird eine gewaltige Pfanne voll Kochthemen angerichtet. Weshalb glauben Sie, dass Ihr Multimediaprojekt «Kochen» im Publikum auf genügend Appetit stossen wird?
Peter Wanner: Weil es noch wenige Multimediaprojekte rund um das Thema Kochen gibt. Andererseits haben wir mit Annemarie Wildeisen eine Chefredaktorin, die bereits über eine grosse Fangemeinde verfügt. Ihre Bücher, die auch bei uns im AT Verlag erscheinen, sind Bestseller. Zudem hat Frau Wildeisen bereits erfolgreich Erfahrungen im Internet gesammelt. Sehr viele Rezepte werden online abgerufen. Im Verbund mit der neuen Zeitschrift Kochen und der TV-Präsenz lancieren wir eine gute Sache. Daran glauben wir.
Ist Kochen nur eine viel kleinere Aargauer Variante von Betty Bossi, das mit einer Auflage von 920000 Exemplaren traumhaft positioniert ist? Auch der Gigant unter den Kochtiteln hat ein Magazin, eine TV-Sendung und Internet.
Wanner: Es kann nicht sein, dass die ganze Schweiz nach den Rezepten von Betty Bossi kocht. Wir bieten eine Alternative an, wie man es auch noch machen kann – moderner und eben nach der Art von Annemarie Wildeisen. Wir wollen die Hausfrau ansprechen, die schnell und unkompliziert, aber trotzdem gut kochen möchte. Betty Bossi richtet sich hingegen eher an die traditionellen Köchinnen und Köche.
Das kochende Individuum ist aber insgesamt kaum auf dem Vormarsch, eher ist das Gegenteil der Fall: Conveniencefood ist am Boomen. Welches ist Ihre Analyse im Publikumsmarkt?
Wanner: Wir glauben an den Effekt der Marke Wildeisen. Sie hat ja auch Chuchi zum Erfolg gemacht. Andererseits hat diese Chuchi aber Mühe, seit sie weg ist, das ist bekannt. Man wird sehen, wie sich das weiter entwickelt. Wir gehen davon aus, dass zwischen 10000 und 20000 Abonnenten von der Chuchi zu uns wechseln werden, und zwar innerhalb kurzer Zeit.
Sie wollen vor allem bei Chuchi Publikum abzügeln. Wo sonst noch?
Wanner: Selbstverständlich wollen wir vor allem neue Leserinnen und Leser gewinnen. Aber wir werden sicher auch etwas Publikum bei diversen Konkurrenten abzügeln, heissen die nun Saisonküche, Le Menu oder Betty Bossi. Bei Letzterem könnten mittlerweile durchaus gewisse Ermüdungserscheinungen auftreten.
Welche Auflagenziele verfolgen Sie mit Kochen?
Wanner: Wir wollen ziemlich rasch 40000 bis 50000 verkaufte Exemplare erreichen – bis in einem oder zwei Jahren sollten wir dort sein. Aber wir starten ja auch nicht bei null. Sämtliche unserer rund 20000 Marmite-Abonnenten erhalten auch Kochen. Weitere Leserinnen und Leser werden wir mit gezielten Marketingmassnahmen und dem Bekanntheitseffekt von Annemarie Wildeisen gewinnen.
Bei welcher Auflage wird Kochen den Break-even erreichen?
Wanner: Bei 40000 Exemplaren sicher. Vielleicht schon vorher, je nachdem, wie gut oder schlecht sich der Inseratemarkt entwickelt. Und natürlich hängt alles auch ein bisschen davon ab, was die Konkurrenz machen wird.
Womit wollen Sie am ehesten Geld verdienen, mit dem Magazin, mit Internet oder mit der TV-Sendung?
Wanner: Gutes Geld verdienen wir bereits mit den Büchern von Wildeisen. Das vorweg. Aber vor allem glauben wir daran, das Magazin erfolgreich etablieren zu können. Wenn dies gelingt, werden wir auch damit gutes Geld verdienen. Hingegen betrachten wir die Präsenz im Fernsehen im Moment vor allem als Marketingmassnahme. Wir haben ja dort lediglich einen 3-Minuten-Spot, was natürlich noch keine richtige Kochsendung ist. Aber auch daraus kann später eine veritable Kochsendung werden. Das ist allerdings noch nicht entschieden. Ob wir mit der Internetsite Geld verdienen, hängt davon ab, wie viel Geld wir für das Abrufen von Rezepten verlangen können. Im Moment werden wir das noch nicht tun, später aber schon. Wenn die Site etabliert ist und gut läuft, muss man auch damit Geld verdienen können. Das ist klar.
Apropos Geld verdienen: Michael Ringier hat einmal gesagt, er verdiene mit dem Verkauf von Küchenutensilien via Betty Bossi mehr Geld als mit manchen Zeitungen und Zeitschriften. Werden Sie ebenfalls in dieses offensichtlich lukrative Geschäft mit Pfannen, Rüstzeug und anderen Gerätschaften einsteigen?
Wanner: Das ist ein sehr interessantes Nebengeschäft, das in Zusammenarbeit mit einer Zeitschrift gut laufen könnte. Deshalb werden sicher auch wir versuchen, dieses Geschäft anzukurbeln. Allerdings hat dies nicht erste Priorität, zuerst wollen wir uns um die Zeitschrift kümmern.
Welchen Anteil vom Umsatz wollen Sie mit Küchenutensilien hereinholen?
Wanner: Wir haben bereits im ersten Jahr etwas budgetiert, allerdings ist das noch minim. Sobald aber die Zeitschrift gut läuft, wird dieses Nebengeschäft mehr in den Vordergrund treten. Es ist ein wichtiges Nebengeschäft, das wir sehr gut im Auge behalten werden.
Ein grober Schönheitsfehler ist beim sprachnationalen Multimediaprojekt «Kochen» offensichtlich: Der TV-Spot ist lediglich bei Tele M1 und Tele Tell zu sehen.
Wanner: Selbstverständlich möchten wir auf der Lokal-TV-Schiene besser präsent sein. In dieser Richtung werden wir arbeiten. Aber wir wollten jetzt zuerst einmal starten und dann in einem zweiten Schritt Gespräche mit anderen Stationen aufnehmen. Dann werden wir sehen, wer von den Lokal-TVs auch noch auf unseren Kochzug aufspringen wird.
Passt denn das Thema Kochen überhaupt zur Lokalfernsehszene, die ja auf News getrimmt ist? Der Kochspot ist unmittelbar vor den News programmiert.
Wanner: Unser Kochspot ist drei Minuten vor dem Beginn des Stundentakts angesetzt. An dieser Position verdrängen wir niemanden, denn hier sind ohnehin Füllstoffe wie zum Beispiel Programmvorschauen angesetzt. Andererseits ist das für uns ein attraktiver Sendeplatz. Denn hier zappen oft schon Leute ins Programm rein, welche die News sehen wollen. Interview: Daniel Schifferle

Kopf der Woche: «Werbung ist wie Flirten – man macht es nicht mit dem Holzhammer»

Thomas Lüber hat in knapp zwei Jahren als Geschäftsführer die Marke Lesch + Frei auf Vordermann gebracht

Thomas Lüber hat in knapp zwei Jahren als Geschäftsführer die Marke Lesch + Frei auf Vordermann gebracht / Als Urheber grossspuriger Slogans möchte der Kogeschäftsführer von Lesch + Frei nicht gelten. Sie widersprächen dem Credo seiner Agentur: «Werben ist wie Flirten – man macht es nicht mit dem Holzhammer». Und so wie Thomas Lüber bei der ersten Begegnung mit einer Unbekannten kaum «Jetzt neu! Thomas Lüber! Super!» schreien würde, will er niemanden mit Werbung erschlagen: «Natürlich muss Werbung auffallen und gesehen werden, aber man kann es auch auf sympathische Art versuchen. Denn letztlich wartet niemand auf Werbung.»
Zu diesen Schlüssen ist der 37-Jährige auf seinem Karriereweg gekommen, der mit einer Matur begann. Das Gastspiel am Germanistikinstitut der Uni blieb eine Episode. «Ich kam sehr rasch zum Schluss, dass ich Sprache anwenden wollte, statt nur darüber nachzudenken», begründet Lüber den fixen Entscheid. Um ihn in die Tat umzusetzen, begann er an Werbertüren anzuklopfen. Ivan Scotti öffnete und liess Lüber 1986 in die Welt der angewandten Linguistik eintreten.
In den folgenden Jahren drehte sich seine Karriere um das Gravitationszentrum Lesch + Frei. Zwischen Abstechern zu GGK Zürich und Lowe GGK zog es ihn immer wieder an die Zürcher Weinbergstrasse zurück, im März 2000 schliesslich zusammen mit Walter Tagliaferri als Geschäftsführer.
Seither hat es sich Lüber zur Aufgabe gemacht, Lesch + Frei in die Topriege der Schweizer Agenturen zurückzuführen. Der Erfolg lässt sich sehen: In 21 Monaten hat Lesch + Frei 17 Neukunden gewonnen, darunter Finanz+Wirtschaft, die Siemens Schweiz AG, die Erdöl-Vereinigung und die Brauerei Eichhof.
Was ist das Erfolgsgeheimnis? «Grosse Geheimnisse gibt es nicht», winkt Lüber ab, «wir haben viel Gewicht auf die strategische Planung gelegt und eine klare Struktur in die Auftragsabwicklung gebracht.» Gleichzeitig habe Tagliaferri mit grossem Einsatz die Akquisition auf Vordermann gebracht.
Am Profil der Agentur will Lüber aber nicht rütteln. «Wir positionieren uns als Kreativagentur mit strategischer Kompetenz. Das tönt zwar langweilig, macht sich aber gut bei Agenturpräsentationen», scherzt der Geschäftsführer. Sein Ziel ist es, eine Agentur zu führen, deren Arbeiten durch ihre Qualität für sich selbst werben und ihre Urheber bei den Auftraggebern wieder ins Gespräch bringen.
Über allen strategischen Aufgaben hat Lüber den Spass am Texten nicht verloren: «Der schönste Moment ist für mich jeweils, wenn man vor einem leeren Blatt sitzt, wenn man anfangen kann, die Welt neu zu erfinden.» Den Horror Vacui vor dem leeren Blatt kennt er dabei nicht. «Man fängt ja einfach an, vor sich hin zu spinnen. Da bleibt das Blatt nicht lange leer.»
Bruno Amstutz

Wer inszeniert, trifft zielgenauer

Der Harbour Club stilisierte ein Symposium über Event Communications zum gelungenen Event

Der Harbour Club stilisierte ein Symposium über Event Communications zum gelungenen EventVon Andreas Panzeri Wie nutze ich einen Event für meine Kommunikation? Die Antworten am Symposium Event Communications spannten sich von Beziehungsmaschinen als Ereignisorte über Accenture Nights bis zum World Economic Forum als globale Verkaufsmesse. Dazu wurde eine nützliche Checkliste für Veranstalter von wirkungsvollen Events präsentiert.
«Ein Event ist kein dreidimensionales Fernsehen, sondern aktives Einbinden der Teilnehmer in eine Kommunikation.» Mit dieser Definition fasste Oliver Nickel, Mitglied der Geschäftsleitung Icon Brand Navigation, Nürnberg, die Kernaussagen am Symposium Event Communications zusammen. Organisiert wurde der Anlass von Zahner & Partner, AG für Kommunikation, Marketing und Events, St.Gallen. Eingeladen in die Zürcher Limmat-Hall hatte der Harbour Club.
Diese Vereinigung von 50 führenden Corporate Communications Officers will eine exklusive Plattform bieten zum Gedankenaustausch und zur Professionalisierung der Corporate-Communications-Branche. Das ist dem Club an diesem Symposium gelungen. Die sechs Referenten überzeugten mit tief gehenden Analysen und News über die oberflächlich immer breiter anrollende Trendwelle der Events.
Oliver Nickel illustrierte die Spannweite des Themas mit einem Geschicklichkeitsspiel. Dabei gilt es, im Freien mit einem Eisenhaken weisse Bälle in verschiedene Löcher zu schubsen. Wird dieses einfache Spiel in schöner Landschaft von Leuten in exklusiver Freizeitkleidung gespielt, heisst es Golf. Werden die Bälle neben dem Parkplatz eines Shoppingcenters von lärmenden Kindern über abgewetzte Plastikanlagen geschubst, heisst es Minigolf. Es kommt also darauf an, mit welchen emotionalen Werten ein Event für das Publikum erlebbar gemacht wird.
Damit eine Marke sinnlich erlebt werden kann, muss ein Event für Nickel absolut zwingend dort weiterführen, wo die Marke bereits in der klassischen Werbung emotional positioniert worden ist. Konkret: Die Liebe des Firmenchefs zum Jazz ist noch lange kein Grund und schon gar nicht Garant für einen Werbeerfolg mit einem Sponsoring-Event am Montreux Jazz Festival. Ein Event kann aber etwas erreichen, wenn er die angesprochenen Kunden aktiv in einen Kommunikationsprozess integriert, denn «emotional Gelerntes behält man länger».
Wie das mit einer veritablen Beziehungsmaschine als Ereignisort funktionieren kann, illustrierte Thomas Sevcik am Beispiel der Autostadt von VW in Wolfsburg. Der Creative Director von Arthesia, Berlin, mit Büros in Zürich und Los Angeles, suchte in seinem Referat nach Möglichkeiten, wie man «das Grundrauschen der Kommunikation verlassen» und dank eines Events einen nachhaltigeren Eindruck in der Erinnerung seines Publikums erreichen kann.
Zwar ist die Themenwelt Autostadt mit ihren Entstehungskosten von rund einer Milliarde Mark und über drei Millionen Besuchern seit Eröffnung im Juni 2000 kein einfach zu kopierendes Modell. Solche Think Labs können aber auch mit kleineren Budgets realisiert werden.
«Schocker» lässt Börsenkurse in die Höhe schnellen
Mit Variationen wie dem Zukunfts-Lab der Deutschen Bank kann die Beziehungsmaschine Transformationsprozesse in einem Unternehmen initiieren und begleiten. In diesem temporären Lab in einer Fabrikhalle bei Frankfurt wurden über fünf Monate Workshops, Präsentationen, Events und Partys durchgeführt, mit denen die Deutsche Bank ihre Kompetenz in Sachen Global E-World mit grossem Erfolg kommunizieren konnte.
Bei Kosten von 20 Millionen Euro für das Lab sind jedenfalls am Eröffnungstag die Aktienwerte der Bank um 16 Milliarden gestiegen. Sevcik nennt eine solche Kommunikationswirkung einen «Schocker». Wenn die Sache auf eine längere Kommunikation angelegt ist wie bei der Autostadt, spricht er in der zweiten Phase von einem «Carrier». Der «Carrier» ist ein Think-Tank-artiges Projekt, das Freiheiten hat, über die herkömmlichen Grenzen hinaus zu kommunizieren. In der Schweiz hat SwissRe einen solchen «Carrier» mit seinem Center for Global Dialogue in Rüschlikon geschaffen.
Events gelingen nur mit detaillierter Planung
«Niemand kauft nach dem Besuch der Autostadt einen Bentley oder auch nur einen neuen Audi», meinte Sevcik, denn nach dem Einfamilienhaus geht einem Autokauf beim Kunden der zweitlängste Entscheidungsprozess aller Anschaffungen voraus. In einer offener gewordenen Gesellschaft, wo in der EU ein Deutscher sein Auto sogar gleich selber in Italien einkaufen kann, bildet die Erlebniswelt Autostadt mit ihrer markierenden Präsenz einen konstanten Faktor im immer weniger geregelten Markt. «In gesättigten Märkten muss ich mit anderen Mitteln kommunizieren», fasste Sevcik seine Vorstellungen von einem «Event mit einer bestimmten Intelligenz kombiniert» zusammen.
Die Grenzen des Konventionellen hat auch ein «Event» des Computerlieferanten Compaq gesprengt. Am World Economic Forum (WEF) 2001 in Davos und 2002 in New York hat Compaq allen 2500 WEF-Teilnehmern einen Taschencomputer verteilt. Dank Bluetooth-Technik und extra installierten Powerpoints an allen wichtigen Treffpunkten und sogar in den Hotels konnten die WEF-Teilnehmer überall drahtlos surfen, WEF-Infos abrufen, Referate herunterladen und E-Mails versenden.
Ziel von Compaq war es, dass Politiker und Topmanager als Opinionleader die Einfachheit sowie die Vorteile dieser neuen Geräte aus eigener Erfahrung testen konnten. Das WEF hatte das Zielpublikum und Compaq die Infrastruktur. «Es wurden Leute erreicht, die sich sonst nicht mit solchen Sachen auseinander setzen, die aber wichtig für das künftige Denken in Bezug auf diese neuen Technologien sind», kommentierte Adrian Mebold, Business Manager Mobile Computing bei Compaq Computer (Schweiz), den durchschlagenden Erfolg seines globalen «Events».
Wie ein solcher bereits auch im viel kleineren Detail durchdacht werden muss, erläuterte mit viel Kompetenz Hans-Jürg Rufener von Rufener-Events. Er zeigte auf, wie sich die ersten professionellen Events vor 15 Jahren bis zur heutigen «Eventitis» entwickelt haben. Heute gibt es rund 300 spezialisierte Eventagenturen in der Schweiz. Ihnen allen gemeinsam ist, dass sie einen Event nur zum Funktionieren bringen können, «wenn die Botschaft genau definiert ist», meinte Rufener. Mehr zu seiner Checkliste mit den «goldenen Regeln» der Event-Konzeption ist auf der neuen Homepage www.ru fenerevents.ch zu finden.

News: Radio 105 und One FM gründen Pool

Die beiden Jugendsender Radio 105 und One FM haben ein Werbekombi gegründet.

Die beiden Jugendsender Radio 105 und One FM haben ein Werbekombi gegründet.News Radio 105 und One FM gründen Pool
Mit dem neuen National-Pool werde es nationalen Firmen noch einfacher gemacht, Jugendliche in der Deutsch- und in der Westschweiz gleichzeitig zu erreichen, schreiben 105 und die zuständige Genfer Radiovermarkterin Média One Contact SA. Auch gemeinsame Sponsoringkonzepte lassen sich realisieren. Die Kunden des National-Pools erhalten einen Rabatt von 15 Prozent. Laut Paola Libera, Marketingleiterin von Radio 105, ist keine Beteiligung von Clear Channel an 105 vorgesehen. Zur Erinnerung: Im Frühjahr 2000 hatte sich der Aussenwerbegigant zu 51 Prozent an Média One Contact SA und zu je knapp 20 Prozent an One FM und Lausanne FM beteiligt. Die in den USA erfolgreiche Kombination von Radio- und Plakatkampagnen sollte auch in Europa umgesetzt werden.

«Höchste Zeit für Veränderungen»

Massive Kritik am Kreativwettbewerb führt zu fünf Forderungen an den Art Directors Club Schweiz

Massive Kritik am Kreativwettbewerb führt zu fünf Forderungen an den Art Directors Club SchweizDie diesjährigen Auszeichnungen des Art Directors Club der Schweiz (ADC) haben den Unmut von Frank Bodin* geweckt. Er sieht im Jurierungsverfahren des ADC eine kreative Illusion und fordert in einer Zuschrift an den ADC-Vorstand und an die WerbeWoche Veränderungen des Kreativwettbewerbs.Gemäss seinen Statuten will der ADC die Werbung verbessern, indem er sie juriert. Aus diesem ohnehin fragwürdigen Kausalzusammenhang ergibt sich die Frage nach der Qualität der Jurierung beziehungsweise der Signalwirkung des Resultates gegenüber Auftraggebern und kreativem Nachwuchs. Wenn, wie dieses Jahr, sechs von insgesamt neun Goldauszeichnungen (gemäss ADC wegweisende Werbung!) wirtschaftlich irrelevant sind und die wenigsten davon am Werbefestival in Cannes auch nur den Hauch einer Chance haben, ist das Resultat 2002 als Desaster zu betrachten. Darum fünf Forderungen zur Verbesserung der Jury und der Glaubwürdigkeit des ADC. Und damit soll vielleicht ein Beitrag zur Verbesserung der Werbung in der Schweiz geleistet sein.
Forderung 1: Der ADC verbessert die Werbung, indem der ADC qualifiziert juriert.
Bis 25 Prozent aller eingereichten Arbeiten können gemäss ADC-Satzungen mit Bronze ausgezeichnet werden, 25 Prozent davon können zu Silber werden, und 25 Prozent der Silberauszeichnungen können zu Gold werden. Das ist ein rein quantitatives Kriterium und damit totaler Unsinn. Weil Jurieren in erster Linie Entscheidungsfähigkeit voraussetzt, also qualitative Kriterien. Weder definiert der ADC verbindliche Kriterien, noch sind viele Mitglieder in der Lage, solche zu formulieren (nicht mal bei der Definition der Kategorie «Fachanzeigen» [B2B] war man sich dieses Jahr einig: Von den 26 Auszeichnungen sind 11 Arbeiten eigentliche Publikumsanzeigen). Wird die Idee in erster Linie ausgezeichnet oder das noch gute Aussehen der Arbeit? Wie unterscheiden sich die Kriterien einer Design-Jury von den Kriterien einer Anzeigen-Jury? Wie unterscheidet man eine frische Idee von der etwas weniger frischen? Kriterien wie beispielsweise «1. Innovative Strategie, 2. Frische Idee, 3. Exzellenz in der Ausführung, 4. Relevanz für die angesprochene Zielgruppe, 5. Neuer Standard in der Werbekategorie» gibt es kaum.
Darum: 1. Es sind qualitative Kriterien für jede Kategorie zu diskutieren und zu formulieren – Kriterien, die auch publiziert werden und ein Zeichen in der Branche setzen. 2. Das System muss raffinierter sein als die Mitglieder: In einem ersten Durchgang erstellen die ADC-Mitglieder wie bisher eine Shortlist von präzise 25 Prozent aller Arbeiten (mathematischer Schnitt); in einer zweiten Runde beurteilt dann eine zu wählende Hauptjury von 23 Mitgliedern (jede Agentur darf nur einmal vertreten sein) die Shortlist aller Kategorien und vergibt nach qualitativen Kriterien Bronze, Silber und Gold; nur die ausgezeichneten Arbeiten kommen ins künftig dünnere, aber gehaltvollere Buch.
Forderung 2: Der ADC verbessert die Werbung, indem er internationale Standards anwendet.
Dass immer wieder international ausgezeichnete Arbeiten unter den Tisch fallen oder nur Bronze erhalten, ist ein Affront. Keine Jury der Welt ist gerecht, aber wenn eine Jury selbstgerecht ist und sich wiederholt um internationale Standards foutiert, disqualifiziert sie sich. Der Sonderfall Schweiz macht auch vor den Kreativen nicht Halt: Keine ADC-Jury verleiht so viele Auszeichnungen wie der ADC Schweiz. Und warum sträubt sich der ADC so vehement gegen die Einführung international erprobter Jury-regeln (Forderung 1 entspricht in etwa dem Cannes-Prozedere, nur liegt der mathematische Schnitt dort noch bedeutend tiefer)?
Darum: Nur unter Berücksichtigung internationaler Kriterien kann «Advertising made in Switzerland» zu einem Qualitätslabel werden. Nur so kann die Schweiz in Cannes besser abschneiden. Und nur so wird sich der Werbemarkt Schweiz im globalen Wettbewerb behaupten und nicht zum Adaptationsland verkommen.
Forderung 3: Der ADC verbessert die Werbung, indem der ADC relevante Arbeiten auszeichnet; Einführung der Kategorie «Unter 25000 Franken und Eigenwerbung».
Einer brillanten Idee ist es egal, für wie viel oder wie wenig Geld sie geschaltet wurde; nichts gegen die kreativen Leistungen im Kleinen, die ich bekanntlich auch pflege, aber die Inflation der in Massen für den ADC gebastelten Arbeiten sind weder ein sportlicher Plausch noch wirklich big. Vor allem sind sie ein falsches Zeichen gegenüber dem kreativen Nachwuchs (wie viele Junioren in unserer Branche können zwar eine lustige Erotikanzeige erfinden, aber nie und nimmer eine anständige Kampagne?) und schaden seit längerem dem eigentlichen Anliegen und dem Image des ADC bei den Werbeauftraggebern. Ich unterstelle, dass rund 40 bis 50 Prozent der diesjährigen 232 Auszeichnungen nicht einmal ein Mediabudget von 10000 Franken zu Grunde lag oder die Schaltung von der Werbeagentur selbst bezahlt wurde (einschliesslich einiger Arbeiten aus unserem Hause…). Fast 50 Prozent aller Auszeichnungen sind also nicht relevant für die Werbeindustrie.
Darum: Einführung der neuen Kategorie «Eigenwerbung und Low Budget» (unter 25000 Franken oder zumindest unter 10000 Franken). Grenzfälle, die nicht in diese Kategorie eingestuft werden möchten, müssen mittels Mediaplan den Gegenbeweis antreten, dass die Arbeit einen Mediawert von wenigstens mehr als 25000 Franken aufweist. Wer künftig in dieser Low-Budget-Kategorie eine Auszeichnung gewinnt, hat sichs schwer und umso ehrenvoller verdient! Und: Diese Auszeichnungen kommen bei der Preisverleihung wieder in die entsprechenden Ursprungskategorie (Publikumsanzeigen, Film usw.), sodass das Prozedere kompatibel mit dem ADC of Europe ist. Mit dem Resultat, dass der eine oder die andere auf einen Schlag viele Bronzeauszeichnungen verliert, aber der ADC dafür an Glaubwürdigkeit gewinnt.
Forderung 4: Der ADC verbessert die Werbung, indem der ADC die Aufnahmekriterien überdenkt.
Wir wissen: Viele ADC-Mitglieder und damit auch ADC-Juroren waren unter überdurchschnittlicher Führung an überdurchschnittlichen Arbeiten beteiligt. Wir wissen auch: Wahrscheinlich die Mehrheit der Mitglieder ist oder war fähig, eine gute Kampagne zu entwickeln, was aber noch nicht die Fähigkeit bedeutet, eine gute Kampagne zu erkennen. Wir wissen zudem: Die meisten Mitglieder kommen aus den gleichen Agenturen, und je mehr Mitglieder eine Agentur stellt, desto grösser die Medaillenchancen.
Darum: Künftige Neumitglieder müssen nicht nur die Beteiligung an frischen Kampagnenideen nachweisen, sondern auch eine Persönlichkeit sein; sie präsentieren deshalb ihre Arbeiten persönlich vor der Aufnahmekommission; da kommts nämlich schnell raus, wie grad einer trotz feuchten Händchen dasteht – und denkt.
Forderung 5: Der ADC verbessert die Werbung, indem der ADC sich verändert.
Die kreative Schweizer Währung – nämlich der ADC – kann derzeit kein Massstab mehr sein. Entsprechend enttäuscht bin ich, schliesslich zähle ich mich zu den eifrigeren ADC-Predigern. Mein Glaube an den ADC ist erschüttert und der einstige Stolz, Mitglied zu sein, ebenfalls. Das Image unserer Auftraggeber zu verbessern, ist unser tägliches Brot – aber ausgerechnet der Club der führenden kreativen Köpfe hat seit Jahren ein Imageproblem. Korrekterweise gingen diese Forderungen vorab an den ADC-Vorstand, in der Hoffnung auf ein Zeichen. Die offizielle Antwort ist nicht das erste Mal absolut unbefriedigend. Auch kein Geheimnis: Die Diskussion in einer breiteren Öffentlichkeit ist nicht erwünscht und wird als Drohung betrachtet.
Darum: Ausgezeichnete Werbung ist immer wieder anders. Höchste Zeit, dass der ADC endlich anders wird. Frank Bodin
* Frank Bodin ist Mitglied des ADC Schweiz und CEO von Euro RSCG Switzerland.
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