Kinomagazin geliftet

Medien Die Kinomagazine «Film demnächst» und «Avant première» aus der Genfer Quorum-Gruppe sind nach gut 20-jährigem Bestehen erstmals von Grund auf überarbeitet worden.

Medien Die Kinomagazine «Film demnächst» und «Avant première» aus der Genfer Quorum-Gruppe sind nach gut 20-jährigem Bestehen erstmals von Grund auf überarbeitet worden.Die Februar-Ausgabe kommt nun frischer und jugendlicher daher, auch mit neuem Logo. «Für einen Relaunch war es höchste Zeit», kommentiert Product Manager Jean-Pierre Grey. Die Hefte stehen allerdings auf sicheren Füssen: Die beglaubigte Auflage von Film demnächst beträgt 134210 Exemplare, jene von Avant première 97845 Exemplare. Zusammen kommen sie auf 490000 Leser. Dank neuer Multiplexkinos wächst die Auflage stetig. Die beiden Zeitschriften liegen im jeweiligen Landesteil gratis in den meisten Kinos auf, nicht jedoch in jenen der Kitag-Gruppe (Deutschschweiz) und der Europlex-Gruppe (Romandie), die mit Close-up und Live je ein eigenes Magazin haben.

Zehn Nominierte für Junior Design Award

Die Raymond Loewy Foundation Switzerland verleiht am 20. Februar zum zweiten Mal den Lucky Strike Junior Designer Award.

Die Raymond Loewy Foundation Switzerland verleiht am 20. Februar zum zweiten Mal den Lucky Strike Junior Designer Award.Die Jury nominierte aus rund 70 eingereichten Arbeiten die zehn überzeugendsten Designprojekte. Sie gehen vom multikulturellen Langstrassen-Führer bis zu virtuellen Verpackungen für Musikdateien. Die nominierten Nachwuchsdesigner sind Francisco Torres (Lausanne), Susanne Egli (Luzern), Marc-Antoni Huonder (Rickenbach), Gerhard Gerber (Thun), Nathan Aebi, Claudia Caviezel, Jennifer Haglin und Timea Zeley, Massimiliano Mariz, Ursula Schmidli, Daniela Zimmermann (alle Zürich). Wer an der Preisverleihung in Zürich teilnehmen möchte, kann sich unter Tel. 043 366 65 75 oder [email protected] anmelden.

Who cares?

Kommentar Die hausgemachte Krise des Medienjournalismus ist laut Oliver Classen (auch) eine Gefahr für unsere Informationsgesellschaft.

Kommentar Die hausgemachte Krise des Medienjournalismus ist laut Oliver Classen (auch) eine Gefahr für unsere Informationsgesellschaft.Die Kollegenschelte war überfällig. Und dass sie von der «Alten Tante» kam, nur konsequent. Schliesslich hat deren Chefredaktor kürzlich erst (WW 39/02) erklärt, dass die NZZ ihre wöchentliche Medienbeilage – «im Gegensatz zu anderen Blättern» – nicht als Trendrubrik der Neunzigerjahre, sondern als beständige Branchenbegleitung verstehe und behandle.Das freut wohl insbesondere den zuständigen NZZ-Ressortchef, der vom Hochsitz seiner anachronistischen Jobsicherheit aus nun noch gelassener beobachten und genüsslicher die Leviten lesen kann. Letzteres tat er Ende Januar, als er «die Medienjournalisten»
in corpore verdächtigte, durch ihren Hang zur Nabelschau und «die Verbreitung brancheninterner Halbwahrheiten» massgeblich zur eigenen Schwächung beizutragen.
Keine Frage: Die Schweizer Medienseiten und -dienste liefern Belege zuhauf für diese Eitelkeits- und Boulevardisierungsthese. So hat allein letzte Woche – der Tages-Anzeiger zum x-ten Mal «interne Denkverbote» bei der Weltwoche angeprangert, – die Mittelland-Zeitung schon länger bekannte und fürs MZ-Publikum zudem unerhebliche Rechtehandel-Details um den Tamedia-«Express» als Primeur verkauft,
– die Weltwoche mit dem Briefwechsel Schawinski/Wigdorovits einen ebenso unwichtigen wie unappetitlichen Hahnenkampf inszeniert,
– und der Klein-Report schliesslich gar die Scheidung des Chefredaktorenpaars Löpfe für aufmacherwürdig befunden.
Vier Beispiele, eine Frage: Who cares? Eine breitere Öffentlichkeit gewiss nicht. Und die Gerüchteküchen der Verlage und Redaktionen brodeln auch ohne solch mediale Zufeuerung.
Statt branchenspezifische Untugenden wie Promi-Kult, Sensationalismus und ideologische Ressentiments zu durchleuchten, verfällt der Medienjournalismus ihnen selber. Der gestiegene Arbeitsmarkt- und Profilierungsdruck erklärt und entschuldigt diese bedauerliche Entwicklung allenfalls teilweise.
Tragisch ist die Selbstdesavouierung der Beobachter zweiter Ordnung und die (auch) darauf zurückzuführende Auflösung vieler Medienressorts indes für unsere Mediengesellschaft. Mit deren Komplexität nimmt auch ihr Bedarf nach Transparenz und Selbstreflexion zu. Dass aktualitätsgebundene und zudem über die gesamte Zeitung verstreute Mediengeschichten diesen Orientierungsbedarf decken können, darf – wiederum mit der NZZ – bezweifelt werden.
> Oliver Classen, Redaktor

FAB schreibt Wettbewerb 2003 aus

Zum fünften Mal werden die International Food and Beverage Creative Excellence Awards (FAB Awards) ausgeschrieben.

Zum fünften Mal werden die International Food and Beverage Creative Excellence Awards (FAB Awards) ausgeschrieben.Der britische Preis konzentriert sich auf kreative Arbeiten für Essen und Getränke in den Kategorien Werbung, Verpackung und neue Medien. Die Ausschreibung läuft bis zum 28. Februar. Informationen und Anmeldeformulare gibt es unter [email protected] oder Tel. 0044 20 7751 0354.

Zuversicht dank Sicherheitsnetz

IT-Medien Trotz Inserateeinbruch wagt sich die frisch geliftete Computerworld auf Neuland vor – nicht zuletzt dank internationalem IDG-Netzwerk.

IT-Medien Trotz Inserateeinbruch wagt sich die frisch geliftete Computerworld auf Neuland vor – nicht zuletzt dank internationalem IDG-Netzwerk. Seit dem 31. Januar und rechtzeitig zur Internet-Expo erscheint die Computerworld (CW) im luftigeren Kleid. Das neu gestaltete Blatt ist schon im Zeitungskopf farbiger und strahlt so etwas wie Zuversicht aus. Doch die Euphorie der Internethype ist gewichen, das Layout wirkt ruhiger, die Headlines sanfter. Zur Hauptsache aber «wollten wir dem Zusammenwachsen von Internet und Kommunikation Rechnung tragen und das Blatt stärker auf den Schweizer Markt ausrichten», sagt Gebhard Osterwalder, Gründer und Vize-VR-Präsident von IDG Communications (Schweiz), eine 100-Prozent-Tochter von IDG Boston.An zwei Dingen aber wurde nicht gerüttelt: Die CW, die «Schweizer Zeitung für Informatik, Telekommunikation und Internet», bleibt als einziger IT-Titel im Zeitungsformat. Auch die wöchentliche Erscheinungsweise stand nicht zur Diskussion. «Die CW ist seit 18 Jahren ein Brand, ich glaube nicht, dass solche Änderungen etwas gebracht hätten», sagt Osterwalder.
Vier neue Specials
Vielmehr baut er die Marke weiter aus. Doppelt. Dieses Jahr erscheinen erstmals vier statt nur zwei CW-Specials. Osterwalder will sie ab 2004 auf sechs erweitern und als Line-Extension verselbstständigen. «Das ist aber noch nicht definitiv und hängt vom Inseratemarkt ab», sagt er. Der zweite Ausbau besteht in der Lancierung eines Seminarangebotes: Die erste CW-Fachtagung findet im April zum Thema Sicherheit statt, dem derzeitigen Topthema der IT-Branche.
Das erstaunt, denn die Branchen-probleme gehen nicht an der CW vorbei. «Der Stellenmarkt in unserer Branche ist tot», sagt Osterwalder. Ein Blick in die CW bestätigt dies. Auch das übrige Anzeige-
volumen ist um bis zu 50 Prozent eingebrochen. Darum musste IDG (Schweiz) rund drei Stellen streichen. Arbeitslose IT-Fachleute drücken zudem auf die verkaufte Auflage. Zwar konnte die CW die Zahl der Abos im 2001 leicht steigern – aber nur auf Kosten des Einzelverkaufs. Dabei tritt die CW regelmässig mit erhöhten Auflagen an Messen und Events auf. Rund 3000 Exemplare gehen zudem gratis an Mitglieder des Informatiker-Verbandes Wiss.
Was aber lässt Osterwalder so «zuversichtlich in die Zukunft blicken?». Vor allem drei Dinge: Laut einer Link-Studie erreicht die CW immer noch 50000 Leser, fast zwei Drittel aller Schweizer «Hardcore-IT-Profis». Und gemäss MA IT-Business 2000 der Wemf ist die CW, die keine aktuelleren offiziellen Leserzahlen ausweist, in IT-Grossbetrieben die Nummer eins. Am meisten Sicherheit aber verleiht das IDG-Netzwerk mit weltweit über 300 Computertiteln. Dort können nicht nur Fachartikel bezogen werden, das Netz stellt auch ein internationales Werbekombi dar. Rund 50 Prozent des Inseratevolumens 2002 in der CW stammen aus diesem Pool. Darum gewann die CW trotz Inserateeinbruch im vergangenen Jahr Marktanteile, im letzten August kam sie allein auf 47 Prozent.
Gebhard Osterwalder, Gründer von IDG Communications (Schweiz): Wöchentlich 50000 IT-Leser.
Ausgedünnter Schweizer MarktEin gutes Dutzend vorwiegend deutsche Titel drängen in den Schweizer Markt der Computerzeitschriften. Die wichtigsten: Chip, CT Computertechnik und IT Reseller. Neue Schweizer Titel dagegen sind rar, die Netzwoche ist der einzige. Demgegenüber sind Titel wie Output, Computermarkt, Informatik, Macintouch, ibt und Bug 2000 verschwunden – auch der Internetstandard aus dem Hause IDG. Anderen droht Ähnliches: Bereits reduzierten Sysdata und Infoweek wegen der Inserateflaute ihren Erscheinungsrhythmus. Sysdata (Binkert Medien) erscheint seit Anfang Jahr nur noch sechs statt zehn Mal jährlich, dazu mit gestraffter Auflage (10000 statt 15000 Exemplare). Infoweek (Compress Information Group), das sich erst 2000 vom Monatsmagazin zum Wochentitel gemausert hatte, hat neu auf ein 14-tägliches Erscheinen umgestellt. (mk)
«Wir sind recht zuversichtlich»WW «PC-Markt auf Tauchstation», «Internet-Expo mit Aussteller-Tiefststand» – treffen diese Frontstorys der frisch gelaunchten Computerworld (CW) die Stimmung in der Branche?
Karlheinz Pichler: Die Stimmung ist noch immer schlecht. Und doch ist sie besser als noch vor einem Jahr. Weil sich Banken und Versicherungen, die Lokomotive der Infotechnologie-Branche, seit zwei Jahren mit Investitionen stark zurückhalten, ist es offensichtlich, dass jetzt wieder etwas gehen muss.
Der Schweizer PC-Markt ist 2002 um 15,6 Prozent auf 5,4 Milliarden Franken geschrumpft. Wie wirkt sich dies auf die Werbeinvestitionen dieser Branche aus?
Diese sind ebenfalls eingebrochen. Doch es gibt Unterschiede. Im B2B-Bereich, wo die CW positioniert ist, läuft recht wenig, auch weil in der Schweiz eine Sättigung erreicht ist. Anders im Consumermarkt: Die Durchdringung der Gesellschaft mit IT-Technologie steht erst am Anfang, das Zukunftspotenzial ist enorm. Das widerspiegelt sich auch im Werbevolumen. So hatte der IDG-Consumer-Titel PC-Tip von Oktober bis Dezember mehr Inserate als in derselben Periode 2001.
«In Zeiten, in denen zurückgekrebst wird, gehen wir in die Offensive», schrieben Sie in der CW. Ist das mehr als Zweckoptimismus?
Wir haben eine optimistische Grundhaltung, und wir glauben, dass es im dritten oder vierten Quartal wieder anzieht. Darum haben wir in der Flaute unsere Produkte überarbeitet. Jetzt sind wir recht zuversichtlich.
Wo sehen Sie Lichtblicke?
Solche sehe ich erst punktuell, aber es gibt in der Branche doch einige grosse Firmen, die Netzwerkerfirma Cisco zum Beispiel, die wieder recht gute Zahlen schreiben. Umsätze steigen nur vereinzelt, aber nach Umstrukturierungen arbeiten die Firmen zumindest profitabel. Offen ist, ob UMTS tatsächlich zu einer neuen Lokomotive werden kann.
So viel Zuversicht macht skeptisch. Leidet die CW heute eigentlich nicht unter Vertrauensverlust?
Uns wird eher der Vorwurf gemacht, zu kritisch zu sein – denken Sie nur an die eingangs zitierten Headlines. Es gibt sogar Firmen, die deswegen bei uns keine Inserate buchen. Internet war zwar auch bei uns ein Thema, uns interessierte aber primär die technische Seite, deshalb blieb die CW eher auf dem Boden. Interview: Markus Knöpfli
Karlheinz Pichler: Chefredaktor der Computerworld
Markus Knöpfli

Barbara Kohler verlässt Publisuisse

Werbezeitvermarkter Barbara Kohler, Marketingleiterin der Publisuisse, verlässt das Vermarktungsunternehmen per 31. März.

Werbezeitvermarkter Barbara Kohler, Marketingleiterin der Publisuisse, verlässt das Vermarktungsunternehmen per 31. März.Die frühere Kommunikationschefin des Schweizer Milchproduzentenverbandes war von Publisuisse-Chefin Ingrid Deltenre ins Boot geholt worden. Nun verlässt sie die Publisuisse, noch bevor ihre Vorgesetzte auf den SF-DRS-Chefposten gewechselt hat. Nach zahlreichen intensiven Berufsjahren habe sie sich für ein Sabbatical entschieden, sagte Kohler gegenüber der Werbewoche. Sie habe sich zwar auch gründlich überlegt, ob ein Aufrücken auf den Chefposten der Publisuisse für sie in Frage käme. Aber «statt von einem Sessel auf einen noch höheren zu wechseln», habe sie sich jetzt für eine Position entschieden, «von wo aus sich gut ins Grüne und ins Blaue schauen lässt», so Kohler. (dse)

Ein Werber von Welt

Hans-Joachim Timm ist seit November CCO von TBWA Switzerland

Hans-Joachim Timm ist seit November CCO von TBWA Switzerland«Der Motor jedes Kreativen ist Neugier, Lern- und Erlebnisfähigkeit. Je mehr diese gespeist werden, desto grösser wird der Erfahrungsschatz», sagt Hans-Joachim Timm. Auf diesen «Pool» baut der Chief Creative Officer (CCO) von TBWA Switzerland seine Karriere. Ihren Anfang nahm sie an der Hamburger Kunstschule Alsterdamm. Mittlerweile hat Timm schon zahlreiche Auszeichnungen für sein Werbeschaffen bekommen.«Ursprünglich wollte ich als Bühnenbildner Welten schaffen», begründet Timm die Studienwahl. Der Reiz am gestalterischen Inszenieren führte den gebürtigen Hamburger jedoch nicht ans Theater: Während des Studiums wuchs er durch Projekte und Wettbewerbe in die Werbebranche hinein. Ihr ist Timm bis heute treu geblieben, obwohl er auch leidenschaftlich gerne Filmskripts schreibt, Möbel designt oder Pläne für Häuser entwirft. Die Komplexität von Kommunikation und deren Ausprägungen fesseln den diplomierten Graphic Designer. Zudem hängt sein Herz am Ideenfindungsprozess. So erachtet er es auch nach mehr als 25 Jahren Berufserfahrung als «spannend und wunderschön, auf einem leeren Blatt Lösungen zu entwickeln».
Bei William Wilkens (FCB/True North Hamburg) hat diese Geschichte ihren Anfang genommen. Als AD wechselte Timm danach zu McCann, für die er in Stockholm, New York und Barcelona als CD tätig war. Anschliessend zeichnete er bei Ted Bates (Stockholm), Team/BBDO (Düsseldorf), Leo Burnett (Frankfurt) und Publicis (Deutschland/Skandinavien) für die kreative Führung verantwortlich. Mit der 1985 in der ehemaligen Abflughalle des Frankfurter Flughafens gegründeten Heads’ Communication hat das ADC-Mitglied schliesslich gleichgesinnte Werber in einem Agenturkonzentrat vereint. «Nach sechs erfolgreichen Jahren beendete der Aufkauf eines unserer grössten Auftraggeber und die damit verbundene Alignement Policy die Verbindung», erzählt er rückblickend.
So wurde Timm Executive CD bei Saatchi & Saatchi (Deutschland/Zentraleuropa), wo er den heutigen TBWA-CEO Markus Pekeler als strategischen Planer ins Haus holte. Ein Glücksgriff: «Wir harmonieren sowohl auf einer fachlichen als auch auf der menschlichen Ebene», erzählt der CCO. Ihr Kontakt riss nicht ab, als Timm zwei Jahre später in Frankfurt die virtuelle Agentur Timms’ Communication ins Leben rief – eine Vermittlerin von Talent und Know-how, die projektbezogene Lösungen anbietet, indem sie Teams wie Satelliten um Probleme kreisen lässt.
Was Werbung betrifft, scheint der Kreative schon fast alles gesehen zu haben. Was hat die Schweiz da noch zu bieten? «Als Netzwerkagentur verfügt die TBWA-Gruppe über einen reizvollen Mix von lokalen und internationalen Kunden», sagt Timm. Ausserdem spricht er dem Land ein «grosses kreatives Potenzial» zu. Mit drei neu zusammengestellten Teams will er originelle und unkonventionelle Werbung machen, die bestehende Grenzen sprengt: «Breaking the rules ist für mich ein absolutes Muss.»
Der weit gereiste Werber Hans-Joachim Timm bringt als CCO internationales Know-how in die Kreation von TBWA\Switzerland.
Carole Koch

Virtuoser Zirkelschluss

Aufgefallen Werbung ist uns allen über: Drei unakademische Gründe eines Professors, warum kommerzielle die beste (oder wenigstens professionellste) aller Kommunikationsformen ist.

Kolumne Werbung ist uns allen über: Drei unakademische Gründe eines Professors, warum kommerzielle die beste (oder wenigstens professionellste) aller Kommunikationsformen ist.Werbung ist am besten. Sagt sie jedenfalls. Und jede Werbung ist die beste, wenigstens das von ihr beworbene Produkt. Und dies sagt nicht irgendwer, sondern ein Promi. Wir haben es also mit einem Zirkel zu tun, dessen Teilnehmer sich gegenseitig ihre Vortrefflichkeit bestätigen und so gewissermassen eine Selbst-Beweihräucherungsgemeinschaft bilden.Dieses «Circular prestige pattern» beschreibt ein US-Kommunikationswissenschafter anschaulich anhand einer Whiskeywerbung: «Ein distinguierter Herr gratuliert einem Whiskey, der durch den Mund seines Herstellers dem distinguierten Herrn dazu gratuliert, von solcher Distinktion zu sein, dass er für die Distinktion dieses Whiskeys Zeugnis ablegen darf…» Etwas weniger distinguiert ausgedrückt: Da wird irgendein Promi von einer Schnapssorte dazu eingekauft, öffentlich deren Vortrefflichkeit zu rühmen, und seinerseits rühmt der Schnapsbrenner dann wieder die Vortrefflichkeit des bezahlten Ruhmredners. Warum also ist Werbung am besten? Zum einen, weil sie es versteht, Waren und Menschen in einem Werbungsverbund zu vermarkten.
Zum andern aber ist Werbung am besten, weil sie schöner oder zumindest bekömmlicher ist als alles andere in der Medienwelt. Man vergleiche nur die Trailer von Programmen mit diesen selber. Wie viel mehr Action steckt in Ersteren! Überraschungen und Effekte zuhauf, die in den Sendungen den Bildschirm dann nur zögerlich und im Gänsemarsch betreten. Bezüglich Serien, die auch Humor haben wollen, meint der Kabarettist Werner Schneider deshalb: «Warum senden wir nicht die Ankündigungen, die sind doch viel besser?». Und zum Verhältnis der Werbung in den Medien zur Welt ausserhalb derselben stabreimte der kanadische Kommunikationsphilosoph Marshall McLuhan schon vor Jahrzehnten völlig zutreffend: «Hell in the headlines, heaven in the ads.»
Der dritte Grund, warum Werbung am besten ist: Weil sie am teuersten ist! Das kostspieligste Gut ist ja längst die Aufmerksamkeit geworden, und um diese buhlen Werber mittlerweile sogar am stillen Örtchen (WW 01/03). Aufmerksamkeit auch für wenig spannende Produkte zu finden, wo immer sie sich auch verstecken mag, oder sie gar wachzukitzeln und überdies noch daran zu hindern, gleich wieder einzuschlafen: Dies alles verlangt gründlichere Publikums- und selbst Sachrecherche und mehr Fantasie als jeglicher News- oder Hintergrundjournalismus. Schliesslich müssen die speziellen Qualitäten auch banalster Alltagsprodukte von Werbern ja erst selbst – oft genug mühsam – entdeckt, hierfür die potenzielle Kundschaft in Erfahrung gebracht und endlich deren erhoffte Empfänglichkeit fürs beworbene Gut mit gestalterischer Kreativität stimuliert werden. Welche Redaktion kann sich solchen Aufwand leisten? Darum ist Werbung auch besser als Journalismus.
Ein Rätsel bleibt freilich, warum bei so viel Mühe, Können und
Preisgeld in der Öffentlichkeit immer noch Zweifel am kulturellen Wert der ganzen Veranstaltung bleiben. Jedenfalls wird ausserhalb der Werbezirkel immer wieder Skepsis laut. Dabei läuft ohne das Schmieröl Werbung in der Medienbranche so immer weniger. Fragen bedrängen also
den angeworbenen (Fachpromi-) Kolumnisten, die er nächstes Mal zu beantworten versuchen wird. Vor allem und immer wieder: Was macht eigentlich das Werbende an der Werbung aus?
> Ulrich Saxer war bis 1996 Publizistikprofessor an der Universität Zürich und danach Ordinarius für Kommunikationssoziologie in Lugano. Seit 2001 hat er eine Honorarprofessur an der Universität Wien inne.

FCBLK wirbt für Juvena

Der Schweizer Kosmetikkonzern Juvena International hat FCB Leutenegger Krüll (FCBLK) mit dem weltweiten Kommunikationsetat der Marke Juvena of Switzerland betraut.

Der Schweizer Kosmetikkonzern Juvena International hat FCB Leutenegger Krüll (FCBLK) mit dem weltweiten Kommunikationsetat der Marke Juvena of Switzerland betraut.Laut einer Agenturmitteilung erhielt FCBLK den Auftrag nach einer intensiven Evaluation. Aufgabe von FCBLK ist es, den Kommunikationsauftritt weiterzuentwickeln und Juvena of Switzerland als Topmarke für die Schönheitspflege zu verankern.

AdRating

Alkoholprävention

AlkoholpräventionOb cRDDB Basel für das Bundesamt für Gesundheit zu tief ins Glas geguckt hat, entscheiden Sie, liebe Ad-Rater – aber Obacht, Meinungen bitte ohne Fahne auf: www.werbewoche.ch/adrating
KPT
Cool. Simone Quast hat für LGK mehr als die Hälfte der Ad-Rater mit ihrer KPT-Plakatkampagne überzeugt.
Top 56,3%
Flop 43,7%

Full-House im «Kaufleuten»

Letzten Donnerstag lud Tamedia ganz viele Leute einfach zu einer grossen Party ins «Kaufleuten» ein.

Letzten Donnerstag lud Tamedia ganz viele Leute einfach zu einer grossen Party ins «Kaufleuten» ein.Dass es sich dabei um einen absolut neuen Event im Terminkalender handelte, bemerkten nur die wenigsten. Die Tamedia-Sause für (fast) alle fand dieses Jahr tatsächlich zum ersten Mal statt! – Was war der Anlass für den Anlass?Gemäss Tagi-Verkaufsleiter Fridolin Holdener gehen die Kundenberater bei Verlagen ja vornehmlich mit Chefs und Kaderleuten der Kundenagenturen zum Lunch oder in den Ausgang. Man habe jetzt halt mal etwas für alle machen wollen, also auch für die Mediaplaner und Assis und alle, die sonst noch mithelfen, dass die gemeinsamen Partnerschaften zum Erfolg führen.
Zwar hiess es noch in der letzten Werbewoche, der Tagi-Konzern werde dieses Jahr beim Sponsoring etwas kürzer treten. So mutmassten böse Zungen im Vorfeld der «Kaufleuten»-Sause, das sei die Ersatzveranstaltung für alle anderen Events, zu denen die Verantwortlichen der einzelnen Tamedia-Produkte quer durchs Jahr einladen. Regelmässige Partygänger können allerdings beruhigt werden. Aus sicheren Quellen war zu vernehmen, der Sponsoring-Sparkurs werde sich nicht auf Kundenpartys auswirken. Ein Prosit darauf!
Erfreuliches konnte Fridolin Holdener diesbezüglich verkünden. Nachdem man sich das letzte Jahr eigentlich vom Swisscom-Tennisturnier in Kloten verabschieden wollte, ist der Tagi dieses Jahr nochmals mit dabei; samt der Matchzeitung «Tennis-Anzeiger» im Tagi-Layout und den Einladungen in die Tagi-Zuschauerbox. Vielleicht überlegt man sich jetzt gar bei der SonntagsZeitung nochmals den Ausstieg aus dem Spengler-Cup-Sponsoring, wer weiss? Mindestens 60 Eishockey-Fans aus der Mediaszene wären sicher dankbar.
Ansonsten nahm die Party den Lauf, den solche Partys so zu nehmen pflegen. Die Gäste amüsierten sich prächtig, und an der Bar in der «Kaufleuten»-Galerie, auch Himmel genannt, sammelten sich zu später Stunde die übrig gebliebenen Gäste zu hitzigen Diskussionen. Mit den Jungs der AWZ (Adresswerbezentrale, nicht Abfuhrwesen der Stadt Zürich) diskutierten wir heftigst über Streuverluste. Zu reden gab die neuste AWZ-Kampagne, die derzeit in der VBZ aushängt. Die bewegende Frage, wie viele Fahrgäste der Zürcher Trams genau das Bedürfnis für Listbroking haben, stand dabei an vorderster Stelle.
Eine nette Überraschung von Tamedia gabs am nächsten Tag. In der Post fanden die Partybesucher eine Computermaus (mit USB-Anschluss, deshalb auch für die stark verbreiteten Agentur-Macs geeignet!). Damit man die Partypictures (www.tamedia.ch/tamediagoes kaufleuten) ansurfen kann. Und wohl auch für all jene Partygirls und -boys, die am nächsten Morgen keinen Mäuserich und keine Maus im Bett vorgefunden haben. Denn was ebenso sicher ist: An der Tamedia-Fete im Kaufleuten wurde unter den rund 500 Gästen geflirtet, was das Zeug hielt.
Beat Fritschdiskutierte im «Kaufleuten»-Himmel ebenso intensiv wie die anderen Gäste über des Werbers liebstes Thema: Werbung. Fazit der Fete: Die Tamedia-All-included-Party war ein voller Erfolg und verdient Lob von höchster Stelle – eine Wiederholung im nächsten Jahr wurde von allen Beteiligten wärmstens empfohlen!
Wo sich die Kommunikations-, Media- und Verlagsszene zu ihren Events trifft, orten wir an den verschiedensten Veranstaltungen. Haben Sie schon jetzt etwas zu berichten? Greifen Sie zum Hörer (01 296 97 98) oder in die Tasten ([email protected]). Veranstaltungstipps und weitere Shortlistbilder gibt es online unter www.werbewoche.ch
Tamedia-Anzeigenleiter unter sich: Dani Schnüriger, Annabelle, Daniel Pauletto, SoZ, und Gregor Eschle (v. l.), Facts.
Tennisfans: Tagi-Verkaufsleiter Fridolin Holdener, Monika Schneider, BZ, und Mark Soldini, Agentur Soldini Bienenfeld.
Freuten sich über den neuen Event: Nicole Zubler (l.) von Carat und Jenni Best von OMD Zürich-City unterhielten sich bestens.
Dani Strässle von der Annabelle und Nicole Costa vom Facts waren massgeblich an der Organisation der Party beteiligt.
Gern gesehene Partygäste: Florian Grützner, Sabrina Arthur und «El Jefe» Sacha Baer, seit neustem alle bei Jung von Matt/Limmat.
Eingeschworene Facts-Crew: Claudia Gillardon, Oliver Haab und Nicole Thalmann (v. l.) haben gemeinsam schon viel erlebt.
Kassenwart Simon Flatt machte Gesichtskontrolle; und lacht mit Verlosungssponsorin Jeannine Meier von British Airways.
Heftige Diskussionen über Streuverluste: Roy Pfändler (l.), Kundenberater bei AWZ, hier mit Treuhandassistent Andrin Steinmann.
Zwillinge oder nicht? Katja (l.) von Guye Benker und Nora von Marengo (beide Ehrensperger) mit Stefan Gerber, Tamedia.
Jürg Neuenschwander (l.) und Philipp Fürst von der Laika Grafic Media Factory sah man ebenfalls im «Kaufleuten»-Himmel.
Lowe-Beraterin Sandra Genge (r.) kennt immer die neuesten Party-News – und tauschte sie mit Chris Burkhard, freie AD, aus.
Die beiden Medien-Studentessas Evelyne (l.) und Viviane Kappel kamen auch noch in den Genuss der Tamedia-Party.
Cüplis, gute Laune, schöne Leute – selber schuld, wer nicht dabei war.

Guye Benker trinkt Fernet

Die Zürcher Werbeagentur Guye Benker (GB) wirbt neu für die italienische Spirituosenmarke Fernet Branca.

Die Zürcher Werbeagentur Guye Benker (GB) wirbt neu für die italienische Spirituosenmarke Fernet Branca.Der Kräuterlikör gehört seit kurzem zum Campari-Konzern, für den GB seit vier Jahren tätig ist. Der Etat umfasst die Gesamtkommunikation für Handel und Gastronomie.
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