Neuer VR-Präsident bei 20 Minuten Schweiz

People Martino Bammatter ist neuer Verwaltungsratspräsident der 20 Minuten Schweiz AG.

People Martino Bammatter ist neuer Verwaltungsratspräsident der 20 Minuten Schweiz AG.Er löst Sverre Munck ab, der das Amt neben seinen Aufgaben als CEO der Mutterfirma 20 Min Holding versehen hat. Der selbstständige Finanzberater Bammatter sitzt bereits seit vergangenem September im VR von 20 Minuten.

RTVG: Themen werden en bloc verabschiedet

Medienpolitik Die Kommission für Verkehr- und Fernmeldewesen beantragt dem Nationalrat, auf die Revision des Radio- und TV-Gesetzes einzutreten.

Medienpolitik Die Kommission für Verkehr- und Fernmeldewesen beantragt dem Nationalrat, auf die Revision des Radio- und TV-Gesetzes einzutreten.In der Detailberatung Ende März will sie sich besonders mit der Ausgestaltung des Gebührensplittings, den Werbe- und Sponsoringvorschriften und den geplanten Behördenorganisationen befassen. Dabei wird die Debatte nach Themenbereichen gegliedert, statt über jeden Gesetzesartikel einzeln abzustimmen. Dadurch können laut Kommissionspräsident Peter Vollmer frühzeitig Grundsatzentscheide getroffen werden.

Besucherrückgang für Internet Expo

Messen Die siebte Internet Expo (iEx) verzeichnete einen Rückgang der Besucherzahl von 28000 auf 20790 Personen.

Messen Die siebte Internet Expo (iEx) verzeichnete einen Rückgang der Besucherzahl von 28000 auf 20790 Personen.Das ist knapp die Hälfte des Publikumsrekords von 2001. Immerhin wurde das Minimalziel von 20000 Besuchern knapp übertroffen. Um dies zu erreichen, wurde im Vorfeld der Messe eine hohe Zahl von Gratiseintritten gestreut. Auch die begleitende iEX-Konferenz büsste deutlich an Anziehungskraft ein: Statt der erwarteten 3000 Teilnehmern belegten dieses Jahr noch rund 2000 Besucher eines oder mehrere der 83 Seminare. Die nächste Internet Expo findet vom 4. bis 6. Februar 2004 statt.

Ideen im Mittelland

Agenturen Als «Partner für die richtigen Printmassnahmen und Internetlösungen» wurde die neue Agentur Ideenwerk in Olten gegründet.

Agenturen Als «Partner für die richtigen Printmassnahmen und Internetlösungen» wurde die neue Agentur Ideenwerk in Olten gegründet.«Wir wollen im Mittelland etwas bewegen», meinen die beiden Teilhaber Marc Tabeling und Walter Brenner. In Olten gibt es bisher drei Fullservice-Agenturen sowie kleinere Spezialagenturen. Das neu gegründete Ideenwerk will sich vorwiegend auf Werbung für die regionalen KMU konzentrieren, hält sich aber auch offen für grössere Aufträge. Für die Coop-Bank arbeitet Ideenwerk zurzeit an einem nationalen Budget rund um ein Frauenprogramm. Zu den ersten Kunden zählen auch das Oltner Tagblatt mit einer Abowerbung sowie Publicitas Olten. Marc Tabeling ist bei Ideenwerk für Beratung und Konzept zuständig. Nach einer Lehre als Typograf liess er sich beim Sawi zum Planer Marketingkommunikation weiterbilden. Er war auch als Produktionsverantwortlicher Marketing/Kommunikation bei einem schweizweit tätigen Bankinstitut angestellt. Walter Brenner ist für Grafik und Konzept zuständig. Auch er absolvierte eine Lehre als Typograf, arbeitete als Grafiker in einer Agentur und liess sich zum Webpublisher Teko in Luzern ausbilden.
(pan)

Preisabschlag zum Dritten

Anzeigenmarkt Print Online hat die Preise für die digitale Anzeigenübermittlung auf Anfang Jahr ein weiteres Mal gesenkt.

Anzeigenmarkt Print Online hat die Preise für die digitale Anzeigenübermittlung auf Anfang Jahr ein weiteres Mal gesenkt. Ob Print Online (PO) bisher grosse oder kleine Inserate übermittelte, war egal: Die Verlage hatten pro Auftrag immer gleichviel zu bezahlen. Auf Beginn dieses Jahres hat PO nun für Inserate, die kleiner sind als eine Viertelseite (Für Grossverlage, die PO jährlich eine Anschlussgebühr von 15000 Franken bezahlen, reduziert sich somit der Preis pro Übermittlungsauftrag von 11 auf 10 Franken (–9,1 %). Handelt es sich um ein Inserat der kleineren Kategorie, kostet der Auftrag noch 6 Franken, was sogar einer Tarifsenkung um 54,5 Prozent entspricht. Für die kleinen und mittleren Verlage ohne Anschlussgebühr sinkt der Preis pro Auftrag von derzeit 36 auf 30 Franken (–16,6 %). Für ein Viertelinserat bezahlen diese Verlage noch 18 Franken (–50 %). Ein Tarif dagegen bleibt unangetastet: In jedem Fall kostet eine Übermittlung zwei Franken pro Megabyte Datenmenge.PO hat damit seine Preise pro Auftrag bereits zum dritten Mal hintereinander gesenkt. Die Grossverlage bezahlen heute je nach Anzeigengrösse mindestens 33 Prozent weniger als noch im Jahr 2000, die kleineren Verlage sogar mindestens 50 Prozent weniger.
Bisher hatte PO-Geschäftsführer Kurt Obrist die tieferen Tarife mit dem steigenden Volumen begründet. Diesmal aber nicht, denn auch PO
bekam den Anzeigenrückgang zu spüren: 2002 wurden 92737 Inserate über den digitalen Vermittler abgewickelt, 1446 weniger als 2001. «Das ist zwar leicht weniger, insgesamt aber haben wir doch Marktanteile gewonnen», sagt Obrist. Zudem wolle PO eine Branchenlösung anbieten und sei nicht gewinnorientiert. An PO sind Ringier, NZZ, Tamedia und Publicitas zu je 25 Prozent beteiligt.
Zufrieden mit dem Preisabschlag ist auch der Verband Schweizerischer Gratiszeitungen (VSGZ). «Dass PO neu zwei Grössenkategorien eingeführt hat, kommt unserem Wunsch entgegen», sagt VSGZ-Geschäftsführer Hannes Zaugg. Der VSGZ hatte zu Beginn die PO-Tarifpolitik als zu teuer und für Kleinverlage diskriminierend kritisiert und deshalb (vergeblich) bei der Wettbewerbskommission geklagt. Zudem hatte er zusammen mit Adlink ein günstigeres Alternativprojekt ausgearbeitet. Doch schon die PO-Tarifsenkungen Anfang 2002 nahmen dem VSGZ-Projekt Wind aus den Segeln. «Wir haben in mehreren Schritten das erreicht, was wir wollten. Nun ist die Sache erledigt und unser Projekt vom Tisch», erklärt Zaugg.
Markus Knöpfli

Endlich was für Beaus

Medien Zwei der vier angekündigten Bolero-Sonderhefte tragen den Titel «Bo – Bolero für Männer» und werden als «das erste Männermagazin der Deutschschweiz» bezeichnet.

Medien Zwei der vier angekündigten Bolero-Sonderhefte tragen den Titel «Bo – Bolero für Männer» und werden als «das erste Männermagazin der Deutschschweiz» bezeichnet.Bolero-Geschäftsführerin Martina Allenspach bestätigt, dass es sich dabei um eine Line-Extension handelt. Diese wird allerdings vorsichtig lanciert, als Special eben, das an die Bolero-Festabonnenten geht, drei Monate am Kiosk als Sonderheft verkauft und via Distributionspartner an ausgesuchten Verkaufsorten erhältlich sein wird. Schon das heutige Bolero wird nicht nur von Frauen gelesen, zur Leserschaft (91000 Personen) gehören auch rund 25 Prozent Männer. Nun will man zunächst diese mit Bo ansprechen und wohl auch deren Interesse ausloten. Alles Weitere lässt Allenspach noch offen. So bleibt die Frage unbeantwortet, ob Bo ab 2004 häufiger und vielleicht sogar monatlich erscheinen wird.Hätte sicher auch Ravel gefallen: Bo – Bolero-Kampagne.

Comet vertreibt Monsoon

Die Zürcher Bildagentur Comet Photoshopping übernimmt in der Schweiz und Österreich ab sofort den Vertrieb des Bildmaterials aus dem Katalog «The World of Monsoon».

Die Zürcher Bildagentur Comet Photoshopping übernimmt in der Schweiz und Österreich ab sofort den Vertrieb des Bildmaterials aus dem Katalog «The World of Monsoon».Die New Yorker Agentur Monsoon Images vertreibt ihre Bilder ausschliesslich im Internet. Alle Bilder aus dem neuen Katalog sind ab Februar hochauflösend in der Online-Bilddatenbank Globalpictures.ch von Comet Photoshopping verfügbar.

JobChange

Nach zwei Jahren als Partner der Thalwiler Agentur JF Werbung macht sich Francis Bissat selbstständig. Er hat JF Werbung, wo er Anfang 2001 eingestiegen ist, per Ende 2002 verlassen und bietet seine Dienste als Freelancer unter dem Namen FB Kommunika

Nach zwei Jahren als Partner der Thalwiler Agentur JF Werbung macht sich Francis Bissat selbstständig. Er hat JF Werbung, wo er Anfang 2001 eingestiegen ist, per Ende 2002 verlassen und bietet seine Dienste als Freelancer unter dem Namen FB Kommunikation an. …
Silvia Behofsits wird neue Leiterin Kommunikation der Zürcher Hochschule Winterthur (ZHW). Sie hat Anfang Februar die Nachfolge von Ursula Hasler angetreten.
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Erst Ende August 2002 war Friday Communications als Mitglied des Schweizer Grey-Netzwerks aus der Werbeagentur Dorland und der PR-Agentur CGI entstanden. Doch schon vor Jahresende wurde sie mit der Agentur Musqueteers für Corporate Identity und PR zusammen-
gelegt. Die meisten der zehn Mitarbeitenden wurden übernommen. Die Friday-Geschäftsführer Mark Sommerhalder und Philipp Welti haben die Grey-Gruppe verlassen.
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Die Art Direction der Ringier-Programmzeitschrift Tele wird in Zukunft zu zweit geführt. Die Österreicherin Doris Oberneder arbeitete bisher bei MediaGroup Berlin, die das Redesign von Tele im Oktober realisiert hat. Auch der Lausanner Designer Stéphane Carpentier war bereits früher für Ringier tätig. Er arbeitete mehrere Jahre als AD von L’illustré und gestaltete zuletzt das Männermagazin Type für Ringier Romandie. Sie ersetzen den
früheren AD César Hernández.
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Scout 24 Schweiz strebt eine verstärkte Medienpräsenz an. Dazu wurde eine Stelle für Öffentlichkeitsarbeit geschaffen und mit
Stefan Züger besetzt.
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Die Baarer PR-Agentur C-Matrix hat ihre Beratung mit Bernhard Schweizer als Account Director verstärkt. Er war zuletzt Beratungsgruppenleiter und Mitglied der Geschäftsleitung bei der PR-Agentur Peter Bütikofer & Company.
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Alexander Haldemann und Bruno Schmidt, Geschäftsführer von MetaDesign Zürich, haben die Aktienmehrheit der Firma übernommen.
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René Schoch ist seit 1. Januar 2003 zu 100 Prozent im Besitz
von Primetime AG in Schlieren.

Ringier spart auch bei der Hauszeitung

Verlage Das Kostensenkungsprogramm, mit dem der Ringier-Konzern 30 Millionen Franken einsparen will, greift auch bei der internen Kommunikation:

Verlage Das Kostensenkungsprogramm, mit dem der Ringier-Konzern 30 Millionen Franken einsparen will, greift auch bei der internen Kommunikation:Die Hauszeitung des grössten Schweizer Medienkonzerns, Domo, erscheint künftig nur noch zehn statt elf Mal im Jahr. Zudem wird die Seitenzahl verringert. Damit werde die Vorgabe von zehn Prozent Einsparungen sogar überschritten, schreibt Redaktor Rolf Gebele im Editorial der neusten Ausgabe.

Taten statt Worte

Agenturen Auf Zürcher Grossformat-Plakaten ist ein überdimensionaler Blutkonservenbeutel mit dem Text «Aderlass in der Werbeszene» zu sehen. Das tut nicht nur dem Auge weh. Schon wieder ein Bluterguss in der Werbeszene?

Agenturen Auf Zürcher Grossformat-Plakaten ist ein überdimensionaler Blutkonservenbeutel mit dem Text «Aderlass in der Werbeszene» zu sehen. Das tut nicht nur dem Auge weh. Schon wieder ein Bluterguss in der Werbeszene?Pah! Reines Täuschungsmanöver! Die Zürcher Werbeagentur Red Cell präsentiert nämlich einen Aderlass der ganz anderen Art. Die Auflösung der Teaser-Kampagne kann auf der Homepage www.unsere-spende.ch eingesehen werden – und verblüfft: Die Vollblutwerber von Red Cell haben sich einem gemeinsamen Energieschub unterzogen. «Wir haben unsere Nervosität heruntergespielt und als Team Blut gespendet», ist auf der Homepage der Agentur zu lesen. Damit macht Red Cell (=rote Blutkörperchen) nicht nur dem eigenen Namen alle Ehre – schliesslich sind die roten Blutkörperchen im Kreislauf für die Energiegewinnung zuständig, sondern zeigt auch Taten statt Worte. «Im flauen Wirtschaftsumfeld ist ein kreativer Adrenalinschub das einzig Richtige, um etwas zu bewegen!» Und natürlich soll der neu gewonnene Sauerstoff im Blut auch mal verrückt spielen, für neue Ideen. Red Cell Zürich ist Teil des vor zwei Jahren gegründeten Red Cell Network der WPP-Gruppe.

«Die Tageszeitungen müssen rasch neue Geschäftsmodelle aufbauen»

Wirtschaftsprognosen Josef Trappel rechnet trotz trüben Klimas mit einer baldigen Rückkehr des Werbewachstums. Für den Bereichsleiter Medien und Kommunikation der Basler Prognos kommen Tageszeitungen nicht darum herum, sich verstärkt jugendlichen Lesern zuzuwenden.

Wirtschaftsprognosen Josef Trappel rechnet trotz trüben Klimas mit einer baldigen Rückkehr des Werbewachstums. Für den Bereichsleiter Medien und Kommunikation der Basler Prognos kommen Tageszeitungen nicht darum herum, sich verstärkt jugendlichen Lesern zuzuwenden.
WW Herr Trappel, wann kommt der Aufschwung? Im vergangenen Herbst haben Sie den Werbeausgaben für 2003 ein Wachstum um sechs Prozent vorausgesagt. Schön wärs natürlich, aber daraus wird definitiv nichts werden. Wie heisst Ihr neuer Prognosewert für das laufende Jahr?Josef Trappel Prognosen sind immer eine Abschätzung der Möglichkeiten und Chancen, die sich aus den Informationen ergeben, die zu einem bestimmten Zeitpunkt zur Verfügung stehen. Wir hatten in den Neunzigerjahren mehrfach die Situation, dass auf zwei schlechte Jahre ein sehr gutes folgte. Dieses Muster könnte sich auch jetzt wiederholen. Allerdings gibt es externe Risikofaktoren, wie zum Beispiel der drohende Krieg gegen den Irak. Aus heutiger Sicht ist eine wirtschaftliche Erholung allenfalls noch im Verlauf der zweiten Jahreshälfte denkbar. Für einen Werbeaufschwung wäre das aber schon sehr spät.
Müssen wir dieses Jahr also mit einem Nullwachstum oder sogar eher mit einem weiteren Rückgang der Werbeinvestitionen rechnen?
Die makroökonomischen Rahmenbedingungen sind nicht so schlecht, dass wir uns erneut auf ein Minuswachstum gefasst machen müssen. Im Moment rechnen wir für dieses Jahr mit einer Stagnation oder sogar einem leichten Wachstum.
Die Langfrist-Werbemarktstudie aus Ihrem Haus sagt für die Zeit bis 2012 ein durchaus flottes Tempo für die Entwicklung der Werbeausgaben voraus. Mit Schritten von durchschnittlich über drei Prozent Steigerung pro Jahr sollen die Werbeausgaben künftig wachsen. Zwingt Sie die aktuelle Entwicklung jetzt nicht dazu, diese Langzeitprognose ebenfalls nach unten zu korrigieren?
Nein, wir erwarten nach wie vor, dass dieses Wachstum so eintreffen wird. Unsere langfristige Überlegung beruft sich dabei auf die verschärften Wettbewerbskonstellationen, welche die Nachfrage nach Marktkommunikation zwingend und nachhaltig verstärken wird. Das gilt ganz speziell für einige sehr werbeintensive Sektoren wie die IT-, die Telekom- und die Finanzbranche. Diese zeichnen sich durch immer ähnlichere Produkte aus, die sich letztlich nur durch Marketingkommunikation differenzieren lassen. Das gleiche Differenzierungsproblem beschäftigt viele weitere Branchen ebenfalls, zum Beispiel die Automobilindustrie, die Elektrizitätsmärkte oder die ganze Lebensmittelbranche. Daher sind wir überzeugt, dass die Werbevolumina langfristig wachsen werden.
Ist die wirtschaftliche Zukunft womöglich nicht doch ungemütlicher, als man sich derzeit erhofft?
Diese Frage kann ich nicht beantworten, denn wir sind keine Konjunkturforscher. Mittel- bis langfristig gehen wir von einem moderaten Wirtschaftswachstum von etwa zwei Prozent aus.
Es gibt ja unter den Medien auch er-freuliche Beispiele wie das Fernsehen, das seinen Anteil an den Werbeausgaben in den vergangenen zehn Jahren kraftvoll ausgeweitet hat. Allerdings doch nicht ganz so rasch, wie man das noch vor ein paar Jahren erwartet hat. Wird die viel beschworene Aufholjagd zum Beispiel gegenüber dem deutschen Werbemarkt noch Wirklichkeit werden?
Deutschland war ein Sonderfall, der sich bei uns nicht wiederholen wird. Denn in unserem Nachbarland stand der Werbeboom des Fernsehens in direktem Zusammenhang mit dem Siegeszug des Privatfernsehens. So etwas ist in der Schweiz nicht in Sicht. Natürlich wird die TV-Werbung auch bei uns noch zulegen. Aber nicht beschleunigt, sondern eher verlangsamt. Das hat auch damit zu tun, dass die TV-Nutzung in der Schweiz immer noch wesentlich niedriger ist als in unseren Nachbarländern. Die Werbung folgt der Nutzung, und weil diese beim Fernsehen nur langsam wächst, bleiben auch die Zuwachsraten bei der TV-Werbung gedämpft.
Der andere Highflyer der letzten zehn Jahre war die Plakatwerbung. Darf sie mit einer Fortsetzung ihres einzigartigen Dauererfolges rechnen?
Die Aussenwerbung wird sich auch in den nächsten Jahren gut entwickeln, weil sie kreativ ist und laufend neue Angebotsformen hinzukommen. Stichwort elektronische Werbung oder E-Boards in Bahnhöfen – hier kann man durchaus von einem gewissen Nachholbedarf sprechen, auch gegenüber dem Ausland. Aussenwerbung hat eine wichtige emotionale Komponente, was sie sehr attraktiv macht. Trotzdem wird die Aussenwerbung nicht zum Hype anwachsen. Die ganz grossen Zuwachsraten waren in der Mitte der Neunzigerjahre zu registrieren, seither haben sie sich wieder etwas abgeschwächt.
Hauptverlierer der vergangenen Dekade sind die Tageszeitungen. Besonders dramatisch ging es 2001 und 2002 zu und her: Ihr Anteil am Gesamtverlust dieser beiden Jahre beträgt 82 Prozent. Wird der Stellenwert der Tageszeitungen als Werbeplattform im gerade erlebten Tempo weiter schwinden?
Man muss schon etwas relativieren, denn die Tageszeitungen sind
mit erheblichem Abstand der grösste Werbeträger in der Schweiz. Daher leiden sie auch am stärksten, wenn es der Branche insgesamt schlecht geht. Besonders trifft es sie aber auch, weil sie ihre Kostenstrukturen in den guten Jahren stark nach oben gefahren haben. Die Situation der Tageszeitungen darf man aber nicht überdramatisieren, auch die übrige Medienbranche, die von Werbung lebt, hat ei-nen ziemlich dramatischen Einbruch erlebt.
Wie können die Tageszeitungen wieder Boden gutmachen?
Die Zeitungen haben strukturelle Probleme, die in erster Linie mit
der jüngeren Leserschaft zusammenhängen. Werbung hat eine starke Affinität zu den jüngeren Zielgruppen. Daher müssen die Tageszeitungen ihre Geschäftsmodelle grundlegend überdenken. Es ist ja nicht so, dass junge Menschen grundsätzlich keine Zeitungen zur Hand nehmen. Das Beispiel 20 Minuten lehrt uns da etwas anderes. Das heisst aber nicht, dass ich empfehle, eine Gratiszeitung zu lancieren. Aber die Tageszeitungen müssen sich darum bemühen, nachhaltige neue Geschäftsmodelle aufzubauen, die sich eben auch verstärkt an die jungen Menschen richten. Das wird aber Zeit beanspruchen. Gemäss unserer Langfrist-Werbemarktstudie werden die gedruckten Medien bis 2006 noch keine Rezepte gefunden haben, wie sie ihren Schwund aufhalten können.
Die Tageszeitungen haben in den letzten zehn Jahren knapp zehn Prozent der Werbegelder verloren, derweil TV hautnah zu den Publikumszeitschriften aufgeschlossen hat.

Interview: Daniel Schifferle

Postalischer Bärendienst

Samuel Helbling über die so genannte teiladressierte Werbung

Samuel Helbling über die so genannte teiladressierte WerbungUnadressierte Werbung ist vielen Schweizerinnen und Schweizern lästig. Rund 30 Prozent aller Haushalte schützen sich deshalb mit Werbestoppklebern auf ihren Briefkästen. Doch Ende letzten Jahres verloren diese Kleber zusehends ihre Wirkung. Teiladressierte Werbung landet neuerdings mit Aufschriften wie «an alle Gartenfreunde des Hauses Blumenstrasse 6» oder «an alle Frauen an der Gertrudstrasse 19» auch an den Klebern vorbei im Briefkasten. Ermöglicht wird dieser Service durch ein neues Angebot der Post: PromoPost selektiv teiladressiert, die – laut Eigenwerbung – wie adressierte Werbung zugestellt wird. Dass die Post eine Dienstleistung anbietet, die Firmen erlaubt, Werbestoppkleber zu umgehen, und dabei eine rechtliche Grauzone ausnutzt, kann man ihr nicht verübeln. Eine andere Frage ist, ob es politisch klug ist, Konsumentinnen und Konsumenten zu provozieren, die klar signalisieren, dass sie keine Werbewurfsendungen wollen. Gerade weil Werbung immer ein Überzeugungsversuch ist, bewegt sie sich stets hart an der Grenze zur Belästigung. Und diese Gefahr ist naturgemäss umso grösser, je weiter weg der reale Bedarf und der Nutzen des Adressaten an der Botschaft liegt. Wer einen Stopp-Kleber auf seinem Briefkasten hat, wird kaum Kaufsympathien gegenüber Produkten entwickeln, deren Promotion ihm gegen seinen Willen aufgenötigt wird.
Auch wenn zurzeit die Betonung der Eigenverantwortung von Bürgern und Konsumenten die politische Agenda beherrscht, so kann dieses Klima doch über Nacht umschlagen. Entwicklungen in den USA, der EU und auch in der Schweiz (etwa das angekündigte Verbot von Sexinseraten) zeigen, dass die Werbewirtschaft jederzeit mit weiteren Verbotswellen oder Restriktionen rechnen muss. Vor diesem Hintergrund leistet die Post der Kommunikationsbranche mit ihrem neuen Service einen schlechten Dienst, weil sie damit den «Burgfrieden» mit den Konsumenten leichtfertig aufs Spiel setzt.
> Samuel Helbling, Chefredaktor
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