Biermarkt Spillmann Felser Leo Burnett lässt den bierseligen Humor in der neuen Werbung für Feldschlösschen-Bier überschäumen.«Heute trinken wir auf eine grosse Schweizer Errungenschaft: Das Matterhorn! Den Berg, den wir Schweizer uns während Tausenden von Jahren geschaffen haben. Mit harter Arbeit. Und einem klaren Ziel vor Augen. Eine Identität für unser Land zu schaffen. Ein Wahrzeichen. Ein Weltwunder. Und zwar ein ganz besonderes!» – Zu diesem todernst gesprochenen Kommentar erklimmen im neuen, dokumentarisch gefilmten Werbespot für Feldschlösschen helvetische Ureinwohner einen Felsen.Die Natur ist ein WeltwunderGebannt verfolgt der Zuschauer, wie diese Aborigines mit primitiven Werkzeugen am Stein meisseln. Dieser nimmt aus der Totale gesehen immer mehr die Form des Matterhorns an. Dann wechselt das Bild zu einer Skizze der ägyptischen Pyramiden, und der Text klärt weiter auf: «Bei andern Weltwundern sieht man, dass sie von Menschen geschaffen wurden. Nur das Matterhorn ist ein Weltwunder, das wie ein Naturwunder aussieht.»
In diesem Moment überblendet das Matterhorn im Spot zu einer Stange hell. Das Feldschlösschen-Logo erscheint, und im Off wird das Publikum aufgefordert: «Stossen wir also an auf das Matterhorn. Eine grosse Errungenschaft von einem kleinen Land mit einem grossen Bier.»
Die Schweiz hat viele Errungenschaften hervorgebracht: Uhren, Käse, Schokolade – und ein grosses Bier. Feldschlösschen stellt mit einem Marktanteil von 25 Prozent vor Cardinal (11 %) mit Abstand die grösste Biermarke dar. Der Gerstensaft aus Rheinfelden ist national bekannt und auch unter qualitätsbewussten Kumpels sehr beliebt. «So liegt es denn nahe, Feldschlösschen als das grosse Schweizer Bier zu positionieren», meint Matthias Kiess, Senior Brand Manager bei Feldschlösschen. Martin Spillmann, CD der neuen Kampagne, zitiert dazu eine Aussage von Frank Zappa: «Jedes Land braucht seine eigene Airline und seine eigenen Waffen. Was es aber wirklich braucht, ist das eigene Bier!»
Um das zu promoten, hat Spillmann Felser Leo Burnett (SFLB) die internationale Bierwerbung mal etwas genauer angesehen und dabei entdeckt, dass eine wirklich gute Bierwerbung vor allem mit Humor arbeitet. Allerdings erstaunlicherweise nicht im klassischen Bierland Deutschland – ebenso selten in der Schweiz, «obwohl es beim Biertrinken ja um Geselligkeit geht».
Diesem gar nicht so aufregen-den Bierernst will die neue Feldschlösschen-Agentur entgegenwirken, indem ihre Kampagne jeden Tag einen neuen Grund zum Feiern und damit auch zum fröhlichen Lachen liefern will. Als gute Gründe zum Trinken hat man nach möglichst skurrilen Schweizer Erfindungen und Errungenschaften gesucht. Darauf wird in der neuen Kampagne für Feldschlösschen auf humorvolle und stilgerecht «bierselige Art» mit viel Augenzwinkern angestossen.
In den drei verschiedenen TV-Spots wird neben dem Matterhorn auch der Robidog gefeiert. Der Hundekotentsorger wurde vom Thuner Josef Rosenast vor etwas mehr als 20 Jahren in der Schweiz erfunden. Ebenso urschweizerisch ist der Stewi. Dank des aufklappbaren Wäschetrockners aus Winterthur konnten Schweizer Hausfrauen in den Siebzigerjahren schneller an den Herd zurück. Diese Erfindung liefert im dritten Spot den Grund zum Feiern. In TV-Versionen wird das Glas mit
alkoholfreiem Schlossgold gehoben. Im Kino gibt es kein Kneifen beim Trinken.
Neben TV-Spots machen zum Kampagnenstart zehn Plakate auf weitere Schweizer Errungenschaften aufmerksam. So wird unter
anderem angestossen auf Willisauer Ringli, die Halbkantone, die Erfindung des Obenabe-Jass oder auch die Tour de Suisse – «die einzige Tour de Suisse der Welt», wie CD Martin Spillmann scherzend erklärt.
Die neue Werbekampagne startete am 19. Mai. Die Spots realisierte der Schweizer Regisseur
Michael Fueter – natürlich in der Schweiz. Genauer gesagt in den Landschaften rund um Dübendorf. Auch auf diesen nicht nur bierseligen, sondern auch kostengünstigen Einfall hat man bei Condor Communications noch einmal angestossen. Beim Robidog-Spot haben im Sinne einer echten Wirkung auch der Erfinder des Robidogs sowie die Tagesschau-Legende Léon Huber mitgespielt.
Fünf Jahre täglich ein Grosses Die langfristig konzipierte Kampagne erstreckt sich über alle erdenklichen Werbemittel: von TV-Spots über Plakate und Inserate wird sie bis auf Bierdeckel, Beizensteller, Kalender und vieles mehr dekliniert. In Bahnhöfen soll auf E-Boards jeweils ein aktueller Grund zum Prosit auffordern. In Zürich darf zum Beispiel auch «auf das Tram, das nicht quietscht» angestossen werden. Martin Spillmann: «Wir werden der Schweiz in den nächsten Wochen und Monaten beweisen, dass es täglich einen guten Grund gibt, ein grosses Bier zu trinken. Die Schweiz hat so viele Errungenschaften hervorgebracht, dass wir genug Sujets für die nächsten fünf Jahre haben.»
Standen beim Spillmann-Felser-Leo-Burnett-Spot für Feldschlösschen geistig Pate: Frank Zappa und seine «Mothers of Invention».
Der Feldschlösschen-Retro-Trend von Spillmann Felser Leo Burnett stösst auf die Stewi-Libelle und auf den Robidog an.
Andreas Panzeri