Marcus Gretener ist neuer Geschäftsleiter Beratung bei Ruf Lanz.Marcus Gretener als einen Frühreifen zu bezeichnen, ist nicht verwegen. Schon gar nicht aus der Sicht des Werbers. Bereits in der Mittelschule in Immensee gestaltete er Plakate für Discos. Weil er darin auch seine berufliche Zukunft sah, wählte er Zeichnen statt Musik als Prüfungsfach für die Wirtschaftsmatura. Als Belege für seine Reife gestaltete und analysierte er die Lancierung einer fiktiven Zigarettenmarke. Diese «theoretische Arbeit über Lifestyle» hat ihm eine gute Note und einen Kontakt zur real existierenden Werbewelt eingebracht. Seither verläuft seine Laufbahn geradewegs in die Teppichetagen der Kommunikationsfirmen. Oder fast.Gretener durfte bei Wirz schnuppern. Dort lernte der junge Plakat-zeichner, dass es neben Grafik auch noch andere wichtige Bereiche in der Werbung gibt. Am meisten interessierte ihn schliesslich die Beratung.
Der Sohn des Buchhändlers Claus (ehedem Stäheli, Bahnhofstrasse, Zürich) wollte schon von Haus aus «in der Wirtschaftswelt involviert sein». Heute liebt er es, die Alltagsprobleme mit dem Kunden zu lösen und gleichzeitig Verständnis für die Bedingungen einer guten Kreation aufzubringen.
Um berufsbegleitend den Kurs zum Werbeassistenten absolvieren zu können, machte Gretener ein Praktikum bei der damaligen Agentur Fuhrer & Partner in Kilchberg. Dort wurde er «ins kalte Wasser geworfen» und durfte gleich den grössten Etat betreuen. Bei der Basiskampagne für Apfelsaft mit dem roten Apfelmännchen lernte er das ganze Spektrum der Werbung kennen, vom Inserat bis zum TV-Sponsoring für Fussball oder Eishockey.
Mit dem «Werbeassi» in der
Tasche wechselte er nach drei Jahren kurz zu Quadri. Als es mit dieser Agentur zu Ende ging, startete er mit Michael Baer und dem ehemaligen Quadri-CD Daniel Müri die Baer Communications in Schlieren. Alles ist gut gelaufen, aber für Gretener «nicht in die gewünschte Richtung». Er konnte sich zu wenig unternehmerisch entfalten.
Gretener folgte einem Ruf zu Advico und diente sich dort zum Beratungsgruppenleiter hoch. Er arbeitete für Helvetic Tours, Pneu Egger und die Schweizer Milchproduzenten (SMP). Gleichzeitig fügte er seinem Curriculum eine Ausbildung als Leiter Marketing/ Kommunikation hinzu. Kurz vor dem «Big Bang» in Gockhausen nahm er ein Angebot der damaligen Lowe GGK an. Gretener wirkte am Turnaround und betreute die grossen Budgets für Orange, Credit Suisse oder Elmex mit.
Im August 2002 intensivierten sich die Kontakte mit Danielle Lanz und Markus Ruf. Man habe «darüber philosophiert», wie eine gemeinsame Zukunft aussehen könnte, und Gretener meinte: «Die Konstellation ist optimal für unternehmerisches Denken.» Dazu freut er sich, wieder wie weiland bei der alten Advico in einem Team mit Topkreativen arbeiten zu können. «Platz 2 im ADC ist eine Verpflichtung für die Zukunft», meint Gretener. Sein Beitrag werden «noch mehr strategische Gespräche» sein, bevor die Kreativen die optimale Umsetzung dazu erarbeiten. Der Kunde soll weiterhin sehr stark spüren, dass Ruf Lanz «inhabergemacht» ist.
«Am frühen Morgen eine Runde Wasserski im See zu drehen und dann erfrischt ins Büro», wäre ein weiteres Wunschziel, zumindest für diesen Sommer. Unkonventionell für Werber ist ein weiteres Hobby. «Ich bin in einer Zunft», verrät Gretener. Die Mitgliedschaft bei der Quartierzunft Hottingen ist familiär bedingt und macht ihm Spass, weil er selber reitet und deshalb auch um den Böögg herumgaloppieren darf.
Schon der zweite Werber, der sich nach Markus Gut als Zünfter outet: Marcus Gretener.
Andreas Panzeri