Im Frühtau zu Berge

Sportartikelmarketing Was wäre ein junger Sommer ohne die Bike-Kampagne von Sportplausch-Wider?

Sportartikelmarketing Was wäre ein junger Sommer ohne die Bike-Kampagne von Sportplausch-Wider?Eben. Deshalb beglückt uns Publicis auch heuer wieder mit einer Arbeit fürs Fachgeschäft. Um möglichst viele Biker nach Wallisellen zu locken, tritt das CD-Duo Markus Gut und Markus Ruf in die Fussstapfen von Albert Manser. Im Stile der naiven Bauernmalerei haben sie einen Alpaufzug à la Sportplausch Wider gepinselt: Statt geschmückte Kühe, erklimmt ein Konvoi von Pflegepersonal den Berg. Fazit: «Mountainbikes von Sportplausch Wider sind eben keine harmlosen Sportgeräte.»

Prognos vertraut nicht auf Paid Content

Internet Onlinewerbung hat laut einer neuen Studie des Marktforschers Prognos entgegen allen Unkenrufen Zukunft:

Internet Onlinewerbung hat laut einer neuen Studie des Marktforschers Prognos entgegen allen Unkenrufen Zukunft:Ihr Marktanteil soll in der Schweiz von heute 0,3 Prozent bis 2007 auf 1,5 Prozent steigen. Schwarz sieht Prognos für Paid-Content-Angebote. Ein Ende der «Kultur der kostenlosen Internetnutzung» liege in weiter Ferne, bis 2007 würden mit dem Verkauf von Inhalten kaum mehr als 10 Prozent der Gesamtumsätze bestritten.

TCS kehrt SRG den Rücken

Radio TCS lanciert mit Privatradios eine neue Verkehrsinfozentrale.

Radio TCS lanciert mit Privatradios eine neue Verkehrsinfozentrale.Der TCS trennt sich per 30. Juni von der Firma Viasuisse in Biel und startet mit einer eigenen Verkehrsinfozentrale. Dies erklärte Patrick Jorand, Leiter Information Services. Viasuisse, vor zwei Jahren von SRG, TCS und SBB gegründet, verbreitet Verkehrsinfos über SRG-Radios. Der TCS-Ausstieg erfolge auf Grund einer Studie, wonach Hörer primär Verkehrsinfos aus ihrer Region und kaum solche aus der ganzen Schweiz wünschen, sagte Jorand.Diesem Bedürfnis will der TCS mit dem eigenen Projekt nachkommen. Als Medienpartner gewann er 20 der grössten Privatradios, wie Jorand sagt. Namen will er nicht nennen. Das neue, vom TCS finanzierte Angebot werde ab 1. Juli flächendeckend funktionieren, ist er sich jedoch gewiss. Und schliesst nicht aus, dass später weitere Radios einbezogen werden. Auch für ein Mitwirken der SBB zeigt er sich offen.
(mk)

Zahl der Woche: 1050000000 €

Fachverlage Die Werbewoche ist verkauft worden. Der Bertelsmann-Konzern hat für die Sparte Fachinformation BertelsmannSpringer – das sind rund 70 Verlage, darunter die Werbewoche-Herausgeberin Media Daten AG – fest eingeplante 1,05 Milliarden Eur

Fachverlage Die Werbewoche ist verkauft worden. Der Bertelsmann-Konzern hat für die Sparte Fachinformation BertelsmannSpringer – das sind rund 70 Verlage, darunter die Werbewoche-Herausgeberin Media Daten AG – fest eingeplante 1,05 Milliarden Euro gelöst. Die nun abgestossene Verlagsgruppe ist von den weltweit tätigen
Finanzinvestoren Cinven und Candover übernommen worden.

Zerrüttete Beziehungskiste

Wirtschaftsjournalismus Ein übertriebener CEO-Kult und Mängel in der Informationspolitik trüben die Beziehungen zwischen Wirtschaft und Medien.

Wirtschaftsjournalismus Ein übertriebener CEO-Kult und Mängel in der Informationspolitik trüben die Beziehungen zwischen Wirtschaft und Medien.Die Wirtschaftsberichterstattung ist aus den ehemals klassischen Spalten ihres Ressorts ausgebrochen und droht aus dem Ruder zu laufen: Auf der Blick-Frontseite geben die Verfehlungen eines CEO ebenso süffigen Stoff her wie die Forderungen eines Airline-Chefs nach mehr Cash. Andererseits lassen sich Wirtschaftskapitäne auch mal im trauten Heim abbilden und bedienen die Gefühlswelten von Illustrierten und deren Lesern. Stichworte wie Bilanzfälschungen, Massenentlassungen oder New-Economy-Absturz alimentieren einen zunehmend schärferen Konkurrenzkampf von immer mehr Zeitungen und Zeitschriften. Dabei nimmt die Aggressivität der Berichterstattung zu und droht ebenfalls aus den Fugen zu geraten – da muss die Frage erlaubt sein, die das Panel der International Advertising Association (IAA) an seine jüngste Talkrunde gestellt hat: «Spannungsfeld Wirtschaft und Medien: Wer instrumentalisiert wen?»
NZZ-Wirtschaftschef Gerhard Schwarz diagnostizierte «eine gewisse Spirale nach unten», wobei die Aufmerksamkeit oft in die falsche Richtung gelenkt werde. Dies sei auch auf die Tatsache zurückzuführen, dass etwa ein Drittel derer,
die sich als Wirtschaftsjournalisten
bezeichneten, eigentlich Gesellschaftsjournalisten seien. «Und diese schreiben über die Person, über deren Psychologie und Motive – aber nur nicht über das, wofür diese CEOs eigentlich bezahlt werden: nämlich ein Business zu leiten.» Auch Kuoni-CEO Hans Lerch prangerte eine zunehmende «Überzeichnung und Destruktionspolitik» im Wirtschaftsjournalismus an, bei der die Headline wichtiger geworden sei als die faktentreue Berichterstattung.
Liegt der Ausweg in mehr Aus- und Weiterbildung für Wirtschaftsjournalisten? Die Frage etwa, ob Wirtschaftsjournalisten überhaupt die Bilanz einer Grossbank seriös zu analysieren verstünden, zeigte aber nur, wie belastet das Verhältnis ist. «Angesichts der Bilanzfälschungen, die wir erlebt haben, ist diese Frage gar nicht mehr so relevant», lautete Hanspeter Bürgins knappe und alles andere als resignierte Antwort.
Mit der Boulevardisierung der Wirtschaftsberichterstattung sind, so NZZ-Schwarz, auch die Anforderungen an die Redaktionen weiter gestiegen. «Die Kunst des Boulevard ist die Vereinfachung, aber die richtige. Und das gelingt nicht immer. Wenn man Boulevardjournalismus richtig macht, ist das schwieriger als NZZ-Journalismus.»
Die von den Panelteilnehmern diagnostizierte «Spirale» könne aber nicht allein den Journalisten angelastet werden. Sie habe auch mit den Lesebedürfnissen etwa der Sonntagsleser zu tun. «Denn diese suchen bei der Lektüre in erster Linie auch die Frivolität des Sonntags.» Diese boulevardisierte Form der Wirtschaftsberichterstattung könne nicht immer in Minne aufgehen, damit müsse man leben, ergänzte Aloys Hirzel, Doyen der Schweizer PR und als ehemaliger Berater von Werner K. Rey erfahren im Umgang mit eben diesen «Frivolitäten».
Sind Homestorys allesamt pfui?Dass mit dieser veränderten Blickweise eine übermässige Personifizierung der Unternehmen durch ständig medienpräsente CEOs entsteht, passt der NZZ nicht in den Kram: «Wir sehen nicht das Unternehmen, sondern die Person an der Spitze», kritisierte Schwarz. Weil ein Grossunternehmen aber aus Tausenden von Mitarbeitenden bestehe, werde damit die falsche Message vermittelt. Schuld daran sei auch die Gier vieler CEOs nach immer mehr Medienpräsenz. «Die
CEOs machen vor allem beim privaten Teil, der mit ihrem Job nicht viel zu tun hat, viel zu viel mit. All diese Homestorys sind auf lange Sicht nicht nur für die betroffenen Personen schädlich, sie sind ebenso schädlich für die Unternehmen und letztlich auch für das Image der Wirtschaft und unseres Systems», rügte Schwarz.
Auch «weiche Werte» zählenDie Personifizierung treffe eigentlich ins Schwarze, widersprach ihm TA-Blattmacher Bürgin. «Denn es geht doch auch darum, die tieferen Triebfedern von Managern, das heisst
ihre Psychologie, zu verstehen. Bei gestrauchelten Managern könnte man sicher vieles aus deren Persönlichkeit heraus erklären.» Auch Hirzel erkennt in der Personifizierung keinen Grund für die gespannte Beziehung. Der CEO müsse auch so genannte weiche Werte kommunizieren, zu denen etwa die ethische Haltung zähle. «Und dies ist eine Aufgabe, die sie idealerweise über die Medien wahrnehmen können», so Hirzel.
Dass das Spiel mit den Medien auch in einem Fiasko enden kann, zeigten die beiden Beispiele verpatzter Unternehmenskommunikation bei McDonald’s und bei Swiss. Schwerwiegender als das persönliche Versagen von Waldemar Nuvall, CEO von McDonald’s Schweiz, wurden die Fehlgriffe bei der kommunikativen Bewältigung der Krise eingestuft. Dabei hatte man über einen externen PR-Berater versucht – unter Umgehung der internen Kommunikationsabteilung –, die Medien dazu zu bewegen, das Thema auf kleinem Feuer zu köcheln oder gar zu ignorieren. Die Folgen dieser Politik sind bekannt: Die Affäre endete in einem Scherbenhaufen. Nicht nur Nuvall, sondern auch der VR-Präsident von McDonald’s Schweiz und Kommunikationschefin Andrea Hemmi nahmen den Hut. «Für einen globalen Brand ein Desaster», wertete Hirzel den Verlauf des Skandals.
Als Debakel wurde auch der jüngste Absturz der Schweizer Luftfahrt gewertet, dieses Mal in Sachen Unternehmenskommunikation. Der Missgriff bezog sich auf CEO André Dosé, der seine ökonomischen Forderungen zuhanden des Bundesrates zuerst im Blick aufgetischt hatte. «Man kann nicht den Bundesrat via Zeitung über die Traktanden der nächsten Zukunft informieren – und auch gleich noch mitliefern, was man zu jedem Traktandum denkt und was man vom Bundesrat erwartet», stellte Hirzel fest. Damit habe ein Vorzeigeunternehmen demonstriert, dass es «nicht mal das Einmaleins der Corporate Communication» beherrsche.
Personifizierte Wirtschaftsstorys: Abbild einer Realität, die der Wirtschaft und den Medien dient.

Schaden Medien der Wirtschaft?Der Absturz der New Economy hat auch ein kritisches Verhältnis zwischen Wirtschaft und Wirtschaftsjournalismus zurückgelassen. Grund genug für die International Advertising Association Swiss Chapter, in der vergangenen Woche zu einer Diskussionsrunde einzuladen. Inspiziert wurde der «Schadenfall» von den Podiumsteilnehmern Ralph
Büchi, Verlagsgruppe HandelsZeitung (Gesprächsleiter); Hans Lerch, CEO Kuoni AG; Aloys Hirzel, Hirzel Neef Schmid; Gerhard Schwarz, seit 1994 Leiter Wirtschaftsredaktion NZZ, und Hanspeter Bürgin, Blattmacher und Nachrichtenchef Tages-Anzeiger. (dse)
Daniel Schifferle

Sommeralpenarena

Tourismus Die Bündner Alpenarena setzt diesen Sommer auf Wandern und Biken. Aus gutem Grund: Wandern ist im Trend.

Tourismus Die Bündner Alpenarena setzt diesen Sommer auf Wandern und Biken. Aus gutem Grund: Wandern ist im Trend.So machen sich sogar hippe junge Snowboarder im Sommer auf die Socken und geniessen aktive Erholung per pedes. Spillmann Felser Leo Burnett hat dazu zwei plakative, verblüffende Visuals kreiert, die das Angebot auf den Punkt bringen. Mitleid erweckt dabei vor allem ein Wanderschuh, dessen Zunge vor Erschöpfung runterhängt. Warum, macht die Baseline klar: «250 km Wanderwege.» Eine kleine Unterzeile tröstet indes alle Durstigen: «Und 70 Restaurants zum Auftanken.»

Barflies stehen auf Publicis

Das französische Werbenetzwerk Publicis Worldwide erbt die Budgets, die der Getränkekonzern Allied Domecq (AD) vergangene Woche von der britischen Cordiant Holding abgezogen hat.

Das französische Werbenetzwerk Publicis Worldwide erbt die Budgets, die der Getränkekonzern Allied Domecq (AD) vergangene Woche von der britischen Cordiant Holding abgezogen hat.Das französische Werbenetzwerk Publicis Worldwide erbt die Budgets, die der Getränkekonzern Allied Domecq (AD) vergangene Woche von der britischen Cordiant Holding abgezogen hat. Dabei handelt es sich um den weltweiten Gesamtetat für Marketingservices der AD-Spirituosen und den Werbeetat für die Marken Ballantine’s, Tia
Maria und Malibu. Gemäss dem Fachmagazin Advertising Age betreute Publicis für AD bereits den Gin Beefeater, den Likör Kahlua und den Wodka Stolichnaya.

AdRating

Cardinal

CardinalJetzt fliegen sie wieder, die Cardinal-Eulen – überallhin, wo auch AdRaters am Zechen sind: diesmal mit Alkohol. Ein Prosit auf die Kampagne? Klar, auf www.werbewoche.ch/adrating
Perskindol
Perskindol hilft auch bei akuten Kreativbeschwerden – anders lässt sich der Zuspruch für die Kampagne nicht erklären.
Top 70,55%
Flop 29.45%

Antwerpes senkt den Blutdruck

Antwerpes & Partner in Basel realisiert für Spirig Pharma die Einführungskampagne des Hypertonie-Präparats Co-ACEpril. Zum Einsatz kommen Anzeigen, Folder, Mailings und Abgabeartikel.

Antwerpes & Partner in Basel realisiert für Spirig Pharma die Einführungskampagne des Hypertonie-Präparats Co-ACEpril. Zum Einsatz kommen Anzeigen, Folder, Mailings und Abgabeartikel.Die Schweizer Niederlassung der Kommunikationsagentur aus Köln überzeugte Spirig mit dem Slogan «Doppelte Schlagkraft gegen Hochdruck und Kosten», der die Produktvorteile des Kombipräparates zur Blutdrucksenkung zum Ausdruck bringen soll. Antwerpes & Partner konzentriert sich in Basel auf den Healthcare-Markt und betreut neben Spirig auch Bayer, Roche Pharma und Janssen-Cilag.

Rubner managt Bilanz

Jean Frey AG Uli Rubner wird Verlagsleiterin der Bilanz, nicht zuletzt dank ihres publizistischen Know-hows.

Jean Frey AG Uli Rubner wird Verlagsleiterin der Bilanz, nicht zuletzt dank ihres publizistischen Know-hows.Wenn Bilanz-Chefredaktor Medard Meier jeweils seine Strategie erklärt, pflegt er die Bilanz als einen «Flugzeugträger» mit startenden und landenden Flugzeugen zu bezeichnen. Mit Flugzeugen meinte er jeweils die Zusatzaktivitäten wie TV, Internet, Sonderhefte. Das hat aber nur beschränkt funktioniert. TV warf bisher keinen Gewinn ab, Internet kostete nur, und die Sonderhefte waren meist, aber nicht immer rentabel. Meier ist es somit nie wirklich gelungen, seinen Brand über das Hauptheft hinaus breiter zu etablieren. Im Gegenteil: Er musste zurückbuchstabieren. Deshalb macht nun auch die Rechtsform WM Wirtschaftsmedien AG – ohnehin ein Relikt aus der Zeit, als die deutsche Verlagsgruppe Holtzbrinck Teilhaberin war – keinen Sinn mehr. Sie wird aufgelöst und der Verlag in die Jean Frey AG (JF) integriert. JF-CEO Filippo Leutenegger erklärt dies so: «Die bisherige Strategie hat den Erfolg nicht mehr garantiert. Deshalb haben wir die beiden Verlage zusammengelegt, um Synergien zu schaffen.»Dass nun Weltwoche-Verlagsleiterin Uli Rubner auch die Verlagsleitung der Bilanz übernehmen soll, dürfte indes mehr als nur eine Sparmassnahme sein. Offensichtlich soll sie Kapitän Meier vermehrt ins Steuer greifen. Leutenegger sagt dies nicht direkt, aber doch unverblümt. Jedenfalls fiel seine Wahl nicht nur deshalb auf Rubner, weil diese «bei der Weltwoche einen Superjob gemacht hat», sondern auch darum, «weil sie als ehemalige Wirtschaftsjournalistin von Publizistik etwas versteht».
Markus Knöpfli

Ende Mai fährt der letzte ZürichExpress

Pendlerzeitungen Nach dem Kauf von 20 Minuten durch Tamedia wird der Zürich Express am 2. Juni wieder zum Tagblatt der Stadt Zürich.

Pendlerzeitungen Nach dem Kauf von 20 Minuten durch Tamedia wird der Zürich Express am 2. Juni wieder zum Tagblatt der Stadt Zürich.Es soll als Anzeiger mit städtischem Amtsblatt positioniert werden. Das neue Tagblatt wird werktags in 140000 Haushaltungen der Stadt Zürich verteilt – mit neuem Design und fünf redaktionellen Seiten pro Ausgabe.

Qu’est-ce que le tiers état?

Quasi die Generalstäbe der Kommunikationswirtschaft versammelten sich letzte Woche an den Gestaden des Lac Léman zum Tag der Werbung.

Quasi die Generalstäbe der Kommunikationswirtschaft versammelten sich letzte Woche an den Gestaden des Lac Léman zum Tag der Werbung.Neben fünf Mitglieder- und Generalversammlungen von Werbeverbänden lag das Hauptgewicht der Veranstaltung beim Thema Allianz gegen Werbeverbote. Angesichts der drohenden Einschränkungen für die Branche kommt man sich langsam wirklich vor wie der im Titel angesprochene Dritte Stand; gemeint ist damit die politisch nicht berechtigte Klasse im vorrevolutionären Frankreich. Die schleichende Entrechtung der kommerziellen Kommunikation hängt wie ein Damoklesschwert über den Schweizer Werbeköpfen.In einer spritzigen, zuweilen scharfen
Rede brandmarkte SW-Präsident Carlo Schmid Sutter eine solche Politik der Verbote und rief zum Kampf auf. In der Tat, das Vokabular betreffend Werbeverbote wird immer martialischer. Nach Jahren kleinerer Scharmützel scheint man sich erneut in eine Entscheidungsschlacht begeben zu wollen. Immerhin schmetterte vor genau zehn Jahren das Schweizervolk die Zwillingsinitiative (Alkohol- und Tabakwerbeverbot) mit über 70 Prozent nieder – nun wird versucht, Werbeeinschränkungen über die kantonale Hintertür, siehe beispielsweise Genf, doch noch einzuführen.
Meinungsfreiheit und Zensur – bei solcher Argumentation wird der urdemokratische Schweizer hellhörig. Diese Querelen dürften uns jedenfalls, sobald die Diskussion an die Öffentlicheit getragen wird, noch intensiv beschäftigen. Wehret der Zensur, ist deshalb auch der Hauptansatz der neu entwickelten Kampagne gegen Werbeverbote, die das alte SW-Kommunikationskonzept Werbung für die Werbung ablöst. In einer stringenten und klaren Präsentation zeigte Publicis-Managing-Director Cornelia Harder Strategie und Ideen hinter der Kampagne samt ersten Sujets (siehe auch WW 18/03). Und nach Harders Ausführungen war dem Schreibenden endlich klar, an wen ihn die Protagonistin Darcy Maguire im Mel-Gibson-Werberfilm «What Women Want» ständig erinnerte.
Kremlartige Verhältnisse herrschten an den diversen Mitglieder- und Generalversammlungen. Nicht etwa, weil die jeweiligen Präsidenten ihre Parteigänger drangsalieren würden, sondern weil alle Anträge, Abstimmungen und Berichte ohne Gegenstimmen an- und abgenommen wurden.
Präsident Hans-Peter Rohner vermeldete ein Rekordjahr für das Sawi, das seit dreissig Jahren erstmals keine Subventionen beanspruchte und mit einem Gewinn von über 400000 Franken abschloss (kein Wunder, bei den hohen Kurspreisen). An der Generalversammlung der Idée-VfW wiederum konnte eine erfreuliche Trendwende bekannt gegeben werden. Nach Jahren des Mitgliederschwunds verzeichnete man 2002 endlich wieder eine Zunahme des Bestands. Zudem werden dieses Jahr ein Boule- und ein Golf-Event neu angeboten. Bei der SW standen vor allem Neubesetzungen des Vorstands auf der Traktandenliste, bei denen die Stimmenden vorbehaltlos den Vorschlägen des Präsidenten und der Geschäftsleitung folgten.
Für ein unterhaltsames Intermezzo sorgte Lova Golovtchiner mit seinem Satiretalent. Er ist eine welsche Ausgabe von Viktor Giacobbo und dank der TSR-Samstagabend-Sendung «Le fond de la corbeille» für frankofone und -phile Deutschschweizer Zeitgenossen schon längst kein Geheimtipp mehr. Letztlich bereitete auch die obligate Schifffahrt auf dem Genfersee viel Freude, sah man doch dabei einen gewaltigen, farbintensiven Regenbogen, der vom Lausanner Ufer bis nach Evian hinüberreichte – sozusagen ein Vorbote des nahenden G-8-Gipfel-Regenbogens.
Kabarettist Lova Golovtchiner sieht Werbeverbote für Mayonnaise und Stangensellerie voraus.
Beat Fritschals Präsident der Idée – Vereinigung für Werbekommunikation – beim Verlesen des Jahresberichts. Am Tag der Werbung in Lausanne fand auch die Generalversammlung der Idée-VfW statt, neben jener von Sawi, SDV, FRP und SW. Typisch Fritsch: Er feiert die Arbeit, wie sie (an)fällt…
Wo sich die Kommunikations-, Media- und Verlagsszene zu ihren Events trifft, orten wir an den verschiedensten Veranstaltungen.
Haben Sie schon jetzt etwas zu berichten? Greifen Sie zum Hörer (01 296 97 98) oder in die Tasten ([email protected]). Veranstaltungstipps und weitere Shortlistbilder gibt es online unter www.werbewoche.ch
get_footer();