Röntgenblicke auf die Reinheit
Mineralwassermarkt Exxtra lässt in einem TV-Spot aus dem Migros-eigenen Premium-Wasser Nendaz eine Lilie blühen.
Mineralwassermarkt Exxtra lässt in einem TV-Spot aus dem Migros-eigenen Premium-Wasser Nendaz eine Lilie blühen.Wasser ist längst nicht mehr nur Lebenselixier, sondern auch Quell von Umsatz und Gewinn – wenn es prickelnd in Flaschen abgefüllt wird und dem Zeitgeist entspricht. Damit die Quellen noch einträglicher sprudeln, werden Marken imageträchtig aufgedonnert. Kein Wunder: Es lockt ein Markt mit zweistelligen Zuwachsraten. Selbst im Wasserschloss Schweiz ist der Durst nach «bottled water» noch lange nicht gestillt: ACNielsen hat 2002 im Schweizer Detailhandel (ohne Gastgewerbe) beim Mineralwasser eine Zunahme von 5,1 Prozent ermittelt. Nicht ganz so gut hat sich die Eigenmarke Nendaz des Einzelhandelsriesen Migros entwickelt, seit die Edelmarke in den Neunzigerjahren auf den Markt gebracht wurde. Gegenwärtig hat sie einen Umsatzanteil von rund 5 Prozent am Migros-Mineralwassersortiment. Category Manager Martin Wullschleger, der neben den eigenen vier nun die Fremdmarken San Pellegrino, Contrex, Badoit und Vittel im Sortiment führt, über die Strategie: «Dort, wo sich Eigenmarken nur schleppend durchsetzen, operieren wir mit Fremdmarken.»
Für das Portfolio-Management bildet der Markenmix kein grosses Problem, da «wir die Marken danach ausgesucht haben, dass sie sich in Positionierung und Zielgruppe differenzieren und wir damit alle Preisebenen abdecken», erklärt Wullschleger. Doch seine urbane Lifestyle-Zielgruppe dürfte Nendaz durch die simple Abgrenzung gegenüber Contrex kaum erreichen – dieses Wasser spricht vor allem Linien- und Wellness-bewusste Frauen an. Weil Nendaz aber nur über die Migros vertrieben wird, hätte der Imageaufbau – erst recht im hart umkämpften Segment der Hochpreismarken – mehr Zeit und Geld benötigt. Stattdessen wurde die Marke nur gelegentlich beworben und vorerst noch im Look und Feel eines Migros-Valsers. Tempi passati.
Exxtra, die Retail-Unit der Young-&-Rubicam-Gruppe, bekam die Order, mit einer TV-Spot-Kampagne die strategische Eigenmarke ins wenig besetzte Positionierungsfeld der Reinheit zu bringen. Ein guter Zug in Zeiten, in denen Lebensmittel mit immer mehr Beigaben wie Vitamine, Mineralien und Spurenelemente aufgemotzt werden und es damit nichts mehr gibt, was nicht irgendwie auch etwas anderes ist. «Wir haben nicht auf die Walliser Herkunft des Wassers gesetzt, sondern auf Reinheit und schlummernde Energien», sagt Client Service Director Michael Gassler.
Nendaz wird als Ursprung des Lebens dargestellt, als ein Wasser, das Schönheit zur Entfaltung bringt. Im Spot verkörpert eine Lilie diese Kampagnenidee. Das Progressive und Einzigartige liegt in der Umsetzung: Gezeigt wird das Aufblühen im Zeitraffer anhand echter Röntgenbilder, was mit herkömmlichen X-Ray-Geräten eigentlich nicht realisierbar ist. CD Dieter Hofmann lüftet das Geheimnis: «Wir machten die Aufnahmen aus mehreren Perspektiven mittels Tomografie-Geräten am Fraunhofer Institut im deutschen Erlangen. Schliesslich wurden diese in Computeranimationen zum Aufleben der Röntgenblume verbunden.» Das «Flower Duet» aus Leo Delibes’ Oper «Lakmé» unterstreicht den kühl kultivierten Touch.
Aus dieser Flasche wächst der Geist des reinen Wassers: Lilie im Nendaz-Spot von Exxtra.
Für das Portfolio-Management bildet der Markenmix kein grosses Problem, da «wir die Marken danach ausgesucht haben, dass sie sich in Positionierung und Zielgruppe differenzieren und wir damit alle Preisebenen abdecken», erklärt Wullschleger. Doch seine urbane Lifestyle-Zielgruppe dürfte Nendaz durch die simple Abgrenzung gegenüber Contrex kaum erreichen – dieses Wasser spricht vor allem Linien- und Wellness-bewusste Frauen an. Weil Nendaz aber nur über die Migros vertrieben wird, hätte der Imageaufbau – erst recht im hart umkämpften Segment der Hochpreismarken – mehr Zeit und Geld benötigt. Stattdessen wurde die Marke nur gelegentlich beworben und vorerst noch im Look und Feel eines Migros-Valsers. Tempi passati.
Exxtra, die Retail-Unit der Young-&-Rubicam-Gruppe, bekam die Order, mit einer TV-Spot-Kampagne die strategische Eigenmarke ins wenig besetzte Positionierungsfeld der Reinheit zu bringen. Ein guter Zug in Zeiten, in denen Lebensmittel mit immer mehr Beigaben wie Vitamine, Mineralien und Spurenelemente aufgemotzt werden und es damit nichts mehr gibt, was nicht irgendwie auch etwas anderes ist. «Wir haben nicht auf die Walliser Herkunft des Wassers gesetzt, sondern auf Reinheit und schlummernde Energien», sagt Client Service Director Michael Gassler.
Nendaz wird als Ursprung des Lebens dargestellt, als ein Wasser, das Schönheit zur Entfaltung bringt. Im Spot verkörpert eine Lilie diese Kampagnenidee. Das Progressive und Einzigartige liegt in der Umsetzung: Gezeigt wird das Aufblühen im Zeitraffer anhand echter Röntgenbilder, was mit herkömmlichen X-Ray-Geräten eigentlich nicht realisierbar ist. CD Dieter Hofmann lüftet das Geheimnis: «Wir machten die Aufnahmen aus mehreren Perspektiven mittels Tomografie-Geräten am Fraunhofer Institut im deutschen Erlangen. Schliesslich wurden diese in Computeranimationen zum Aufleben der Röntgenblume verbunden.» Das «Flower Duet» aus Leo Delibes’ Oper «Lakmé» unterstreicht den kühl kultivierten Touch.
Aus dieser Flasche wächst der Geist des reinen Wassers: Lilie im Nendaz-Spot von Exxtra.
Luca Aloisi
