Déformation professionelle – Berufskrankheiten in Werbung und Marketing

Axel Eckstein, Executive Creative Director bei Leo Burnett Schweiz, schreibt in der Werbewoche über Pathologisches in Werbung und Marketing. In der fünften Folge: Margenentzündung (gastritis profit).

Beschreibung

Eine Margenentzündung liegt vor, wenn das schützende Gewinnpolster eines Unternehmens, insbesondere das einer Agentur, angegriffen wird.

Verlauf

Das Gewinnpolster besteht im Normalfall zu je einem Drittel aus Projekthonoraren, Pauschalvergütungen und Provisionen. Entzündungen beginnen meist in der Provisionsschicht, welche kurzzeitig erfolgsbasisch wird und sich schliesslich komplett auflöst. Allmählich – mitunter über Jahre – verätzen Kostendiskussionen auch die übrigen Schichten.

Formen

Die wichtigsten Krankheitsformen sind chronisch. Nikotin und Alkohol können dabei eine Rolle spielen, denn der langfristige Wegfall entsprechender Werbebudgets reisst empfindliche Löcher. Weit häufiger aber tritt Margenentzündung als Autoimmunkrankheit auf, deren Pathogenese noch nicht vollständig geklärt ist: Das natürliche Abwehrsystem, das im Normalfall feindliche Kosten wie Gratiskaffee und Freelancer bekämpft, bildet Antikörper gegen die eigenen Grundsätze. Kostenlose Pitch-Präsentationen sind die Folge.

Diagnose

Eine sichere Untersuchung bietet nur die Margenspiegelung. Dazu wird eine Standleitung von der Konzernzent-rale in die Niederlassung gelegt. Dieses Verfahren ist nicht schmerzhaft und der anfängliche Würgereiz lässt rasch nach. Der CFO kann nun den Cashflow in der New-Business-Pipeline bis in den oberen Bereich der Produktionsorgane detailliert auf einem Bildschirm betrachten.

Bisher erschienen:

Erfolgsschielen (strabismus successus)
Goldfieber (febre auri)
Platitourette (repetitio nausea)
Visueller Fetischismus (stimulus best practice)

Inhalt&Form: Traumferien im oder am Indischen Ozean

Die Zürcher BSW Agentur Inhalt&Form hat für Mirihi Island zwei Sujets entwickelt. Das eine für Strandferien auf der Trauminsel und das andere für das Tauchparadies.

Tiefblau ist das Meer, hell der Sand, und der Himmel weitet sich schier endlos über dem Horizont. Luxuriös sind die kulinarischen Angebote, erholsam die Stille und einzigartig die Tauchsafaris, welche die hauseigene Tauchbasis Ocean Pro ihren Gästen anbietet. Die Malediven, wie wir sie uns vorstellen eben.

Mirihi_Strandferien
Mirihi_Tauchferien

Da die Kampagne vorwiegend in Special Interests geschaltet wird, war das erste Ziel, im Touristiker-Umfeld aufzufallen. In der Fülle wunderschöner Bilder, wie wir sie von solchen Feriendestinationen her kennen und schätzen, gehen die Anbieter oftmals etwas unter. Plakativ und schnörkellos ist der Auftritt. Malediven-Liebhaber und solche, die es bald sein werden, machen die Bilder im Kopf.

Verantwortlich bei Mirihi Island: Amy Stierli. Verantwortlich bei Inhalt&Form: Serge Riedener (CD), Karin Estermann (Senior AD), Fabian Zahner (Text), Pablo Kunz (Grafik), Linda Egloff (Beratung).

Zu guter Letzt: Anschlüsse sind sowieso überbewertet

Kürzlich stellte Apple endlich eine neue MacBook-Generation vor. Etwas überraschend: Sie kommt fast ohne Anschlüsse aus. Ein nun aufgetauchtes Video verrät, wieso.

Bei der ganzen Tablet- und Smartphone-Euphorie war es geradzu eine Wohltat, dass Apple zur Abwechslung wieder mal an die Menschen dachte, die ihr Gerät nicht nur zum kommunizieren, fotografieren und News-lesen brauchen, sondern ernsthaft damit arbeiten wollen. Im März kündigte der Elektronik-Gigant eine neue MacBook-Familie an. Die Laptops sind dünner und leichter denn je – ein Segen für den mobilen Einsatz. Das ist schön. Weniger schön: Apple hat sich auf gerade einen USB-C-Anschluss beschränkt (Kopfhöreranschluss nicht eingerechnet). Einer für alles (!), was man anschliessen will. Also nicht nur externe Geräte wie Monitore, Festplatten oder Drucker, sondern auch das Stromkabel.

Zusammengefasst: Kabel sind pfui, Cloud und drahtlos hui. Zumindest in der Vision von Apple. Die wenigen Menschen, die eigentlich «ernsthaft arbeiten» wollten mit den Geräten, müssen sich erst noch mit der neuen Realität anfreunden. Aber das klappt bestimmt, Apple wusste schliesslich schon immer sehr genau, in welche Richtung sich die Bedürfnisse der Kunschaft biegen lassen. Wer dafür nur noch Kopfschütteln übrig hat, dem bietet das folgende Video eines Apple-Ingenieurs vielleicht die fällige Erklärung, wie es dazu kommen konnte. (hae)

Havas kreiert neues Knie-Magazin

Das Publikum des Schweizer National-Circus darf sich bei der nächsten Tournee auf ein neues Knie-Magazin freuen. Dieses ersetzt die ehemalige Illustrierte und das Programmheft und vereint das Wichtigste in einer Publikation.

Das neue Konzept stammt von Havas Worldwide Zürich unter der Leitung von Frank Bodin; für die Gestaltung zeichnet Chris Burkhard als Art-Direktorin verantwortlich. Das leserfreundliche und reich bebilderte Knie-Magazin beinhaltet alle Informationen zur Familie Knie sowie zu den Artisten und Veranstaltungen der Tournee 2015. Das neue Knie-Magazin ist übersichtlicher und moderner. Premiere wird das neue Magazin am 26. März 2015 haben, wenn der Schweizer National-Circus seine 97. Tournee in Rapperswil startet.

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Verantwortlich bei Gebrüder Knie, Schweizer National-Circus, Rapperswil (Hrsg.): Franco Knie jun., Doris Knie, Géraldine Knie, Fredy Knie jun. (Gesamtverantwortung). Redaktion: Peter Küchler, Medienverantwortlicher Circus Knie; Barbara Lüthi, Medienbüro Circus Knie. Verantwortlich bei Havas Worldwide Zürich: Frank Bodin (Gesamtverantwortung); Chris Burkhard (Art Direction).
 

Über den Marketing-Tag 2015 – und 2016…

Big Data oder lieber Bauchgefühl? Zitate vom diesjährigen Marketing-Tag.

Die #CreativeRevolution der 1950er brachte dank Pionieren wie Bill Bernbach und David Ogilvy eine neue Werbung hervor. Eine, welche die Intelligenz der Menschen respektierte. Verpönt war, wer USP runterleierte. En vogue war, wer mit intelligenten Ideen Humor, Ironie, Witz und Emotionen ins Spiel brachte. Seit den 2000ern leben wir im Werbe- und Marketingzeitalter der #DigitalDisruption. Es hat uns die Wende von Analog zu Digital und von Kontakten zu Verbindungen beschert. Verpönt ist, wer Werbe-Stories erzählt. En vogue ist, wer sich mit Customer Journey, Social Media, Amazing Tools, Content Marketing, Engagement Marketing und Big Data vermarktet.

Von Big Data war am diesjährigen Marketing-Tag die Rede. Man sprach vom Öl für die Wirtschaft – und für Obamas Wahlkampf. Mit Erkenntnissen aus Supporter-Daten, Lifestyle-Daten, Wahlregister- Daten und Social-Media-Daten schuf das Wahl- Team um Redner Julius van de Laar die perfekte Kampagne. Data & Microtargeting nannte er es. Ebenso entscheidend: Test & Track Everything. A- /B-Testings für Betreffzeilen in E-Mails beispielsweise. KPI war die Höhe des insgesamt generierten Spendebeitrags pro Betreffzeile. Daten waren im Obama-Wahlkampf unverzichtbar. Entscheidend aber war gemäss van de Laar die Botschaft, die auch die Schwächen des Gegners mit einbezog, sowie ihr stets authentisch agierender Absender. Mit Christian Rätsch, CEO von Saatchi & Saatchi Deutschland, führt uns die Big-Data-Reise vom Wahlkampf vorerst ins Badezimmer: Zahnputzüberwachung bei Kindern mit der Oral-B-App. Es geht weiter in die Küche zum Kühlschrank, der Füllstand und Inhalte erkennt und sogleich Bestellvorschläge macht. Bessere Convenience, mehr Individualisierung und allgegenwärtige Community dank Big Data. Mit Meet & Seat von KLM lässt sich beispielsweise via Facebook, Google+ oder Linkedin-Profildaten herausfinden, wer im Flugi dieselbe Veranstaltung am Reiseziel besucht. Wow! Von Hilton gibts Rabatt je nach Klout Score, und Bayer warnt in Japan mit der Grippeerkennung vor aufkommender Virengefahr.

Es gab auch Skeptiker. Prof. Dr. Gerd Gigerenzer vom Max-Planck-Institut appellierte ans Bauchgefühl und an die Heuristik, die er als Konzept vertritt, quasi als Gegenentwurf zu Big Data. Er rät uns, nach einfachen und intelligenten Regeln zu handeln, auch wenn diese hin und wieder Entscheidungswege wider der Datenlogik weisen würden. Hanspeter Thür ist eidgenössischer Datenschutzund Öffentlichkeitsbeauftragter. Er sagt: «Der Datenberg wächst.» Und: «Man kann Wahrscheinlichkeiten ableiten, aber bei den Kausalitäten wird es heikel.» Menschen können auf Grund von Daten vorverurteilt werden. Die Rückgewinnung der Selbstkontrolle muss möglich sein. «Wer seine Persönlichkeit schützen will, muss dies tun können», sagt Thür.

Karin Frick vom Gottlieb Duttweiler Institut sprach das Dilemma der Konsumenten an. Big Data ist ein ständiges Abwägen zwischen Komfort, Vernetzung und Selbstkontrolle. Es sind Deals, die Personen mit Firmen, Google, Facebook & Co. eingehen – oder auch nicht, weil das Vertrauen fehlt oder weil der Gegenwert nicht attraktiv genug erscheint. Den Steilpass zum Marketing-Tag 2016 schlug Keith Reinhard, Chairman Emeritus DDB Worldwide, via eingespielte Videobotschaft. Er sprach über das anbrechende Marketingzeitalter der #UltimateRevelation als «Best of» aus #CreativeRevolution und #DigitalDisruption. Im Wirkungszentrum: The Power of Stories. Humorvolles, witziges und gehaltvolles Storytelling kombiniert mit den Stärken toller digitaler Werkzeuge und wertvoller Daten. Nicht Alltags-Geschwätz (Buzz) abliefern, sondern gehaltvolle Stories starten und fortschreiben. Nicht kühl berechnend Algorithmen Inhalte auf den Leib schreiben, sondern einfühlsam Bedürfnissen nachstellen und Menschen mit Stories wertvolle Entscheidungshilfen liefern. Nicht mit Big-Data-Wissen Interesse vorgaukeln, sondern mit Big-Idea-Kreationen vertrauensvolle Beziehungen aufbauen. Keith Reinhard ist Gast am Marketing- Tag 2016 zum Thema The Power of Stories. Eine perfekte Wahl zur richtigen Zeit. A693047

Mehr Zitate zum Marketing-Tag 2015 finden Sie auf huerlimanncc.com.
 

Automarken auf der Social-Media-Überholspur

Über 100 Premieren warten derzeit auf die Besucher des Autosalons in Genf. Wie jedes Jahr bringen die internationalen Autohersteller futuristische Concept-Cars und die neuesten Sportmodelle in die Rhône-Stadt und präsentieren im Ganzen rund 900 Automodelle, die in den nächsten Monaten auf unseren Strassen zu bestaunen sind.

Der Autosalon in Genf ist ohne Zweifel die weltweit angesehenste Messe für Autos. Aber nicht nur: Neben den aufgemotzten Schlitten findet man dort natürlich auch viel Digital Gadgets, Zubehör, Attraktionen und hübsche Frauen, welche den Messerundgang nicht nur für vernarrte Autofans zu einem Erlebnis machen. Für schönes Design, Eleganz und viel Glamour ist Genf auf jeden Fall gesorgt.

Ja, das Auto ist und bleibt ein Lieblingsspielzeug der Menschheit – dies natürlich auch in der virtuellen Welt. Somit finde ich, ist es gerechtfertigt, sich zu fragen, wie aktiv unsere Automarken im Netz eigentlich sind und welchen Einfluss deren Social Media Marketing auf unseren Autokauf hat. Klar ist: Auch die Automarken sind innerhalb der letzten Jahre auf den Social-Media-Zug aufgesprungen und bieten mittlerweile originelles und gezieltes Online Marketing, welches ich mir – passend zum Rahmen des Autosalons – ein wenig genauer unter die Lupe genommen habe. Nun, wie geht ihr vor, wenn ihr ein neues Auto kauft? Man weiss, dass die meisten im Vorfeld bereits einmal das World Wide Web durchsuchen und sich intensiv über die jeweilige Automarke informieren. Extra beim Autoverkäufer vorbei zu gehen, ist heute auch nicht mehr zwingend, im besten Fall stellen Sie sich Ihr Traumauto innerhalb von drei Minuten bequem online selbst zusammen. Wir haben uns daran gewöhnt, das Internet über kaufrelevante Alternativen zu durchforschen. Bewertungsportale, Blogs und selbstverständlich auch Social Media, wie Twitter oder Facebook, unterstützen uns dabei. Und: Gemäss einer Studie nutzen bereits 91 Prozent der Käufer zwischen 18 und 34 Jahren soziale Netzwerke bei der Recherche vor einem Autokauf. Was schliessen wir daraus?

Genau aus diesem Grund ist es heutzutage für jede Automarke von Vorteil – ich würde sogar behaupten ein Muss –, ein professionelles und originelles Online (und besonders Social Media) Marketing zu führen. Viele internationale Autohersteller der Luxusklasse tun dies auch, führen Kampagnen und diverse Wettbewerbe durch. Doch die Marktführer sind nicht automatisch auch in Social Media führend. Mein persönlicher Favorit ist aktuell die deutsche Automarke Opel. Im Vergleich zu den andern Herstellern veröffentlicht Opel zwar deutlich weniger Content, dafür wird dieser aber von den Usern besonders gerne und auch häufig im Netz geteilt. So zum Beispiel das simple Bildbekenntnis «Ja, ich fahre Opel!», das auf Facebook mehr als 30 000 Likes generierte. Besonders sympathisch: Der Opel-CEO, Dr. Karl-Thomas Neumann höchstpersönlich, beteiligt sich aktiv auf Twitter und beantwortete bereits Fragen von Interessenten und Kunden – alle gekennzeichnet mit dem Hashtag #askKTN. Übrigens wird Opel auch beim «realen» Autosalon nicht schlecht abschneiden: Da präsentiert die deutsche Automarke nämlich ihre neuste Erfindung «Opel OnStar», ein Auto mit integriertem WLAN-Hotspot und Hochgeschwindigkeits-Mobilfunkanbindung.

Manuel P. Nappo, Studienleiter CAS Social Media Management HWZ (Hochschule für Wirtschaft Zürich). www.fh-hwz.ch/smm

Der Motz von Butz: Über den Muschelpunktesammeltrick

Oder über die Unart des Shell ClubSmart. Auch Shell hat schon vor längerer Zeit eine Kundenbindungsaktion ins Leben gerufen. Hier meine persönlichen Erfahrungen und meine Meinung zu solchen Aktionen.

Meine Tankstelle an der Bergstrasse in Zürich hat dank der ClubSmart-Karte riskiert, dass sie ihr gutes Image verliert. Shell hat dort, nebst diesem Schnapskioskladen, noch eine/n Tankwart/in, die den richtigen Stotzen in den Tank stecken, die Scheiben reinigen und sogar den Ölstand kontrollieren. Verbunden mit einem kleinen Schwatz über das Wetter oder so ist Volltanken kein unpersönlicher, anonymer Vorgang, sondern ein charmantes Erlebnis. Doch da war mal so ein netter Tankwart, der mich gegen eine Unterschrift für eine solche Shell- ClubSmart-Karte und somit für diese Mitgliedschaft überreden konnte. Ausser für Flugmeilen besitze ich weder Coop- noch Cumulus- oder sonstige Karten. Seit ich dieses persönliche, nicht übertragbare Plastikteil besass, forderten mich die jeweiligen Shell-Tankwarte auf, mir darauf Punkte fürs Benzin gutschreiben zu lassen. Mit der Zeit läpperten sich diese zusammen, so dass ich mir in einem SmartClub-Katalog was Passendes punktemässig aussuchen konnte.

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Unter den unnötig und eher billig wirkenden so genannten tollen Angeboten entschied sich der Familienrat für eine elektrische Philips-Schallzahnbürste für 4999 Punkte fürs Bad im Landhaus in der Toskana. Dies entspricht in etwa 0,5 Prozent des Verkaufswerts. Eine solche Bürste lässt sich online für CHF 44.– kaufen. Was dieser Entscheid sodann auslöste, schildert meine Frau Inge Steiger am besten selbst.

Per Login Mitte September auf das persönliche Konto der ClubSmart-Karte konnten wir das Objekt abbuchen. Danach Bestätigung mit Vermerk «Lieferung innert 15 Tagen». Die unwichtige Angelegenheit ging vergessen, bis wir ClubSmart im Dezember schriftlich mitteilten, dass das Objekt bisher nicht eingetroffen sei. Ein E-Mail (ohne Anhang) forderte uns 10 Tage danach auf, eidesstattlich zu erklären, dass nichts dergleichen eingetroffen sei, was per Brief erfolgte. ClubSmart forderte uns Ende Januar erneut auf, das Formular, das sich damals nicht im Anhang befand, auszufüllen. Der Neuversand wurde uns danach mit der Bitte um Geduld am 9. Februar bestätigt. Heureka! Das «Objekt der Begierde» traf am 18. März adressiert an die falsche Hausnummer ein.

Meine Theorie: Will man seine Kunden an sich binden, dann darf das Geschenkte nicht von billiger Qualität sein. Jedes Mal, wenn ich diese auch ergonomisch falsche Zahnbürste benutzte, ärgerte ich mich über Shell. Das hat nun ein Ende, siehe Foto. Das Magazin Bilanz beschenkte mich mal (ausgerechnet) mit einem Keramikmesser. Die Schnittwunde, die ich mir damit beifügte, werde ich nie vergessen. Hingegen sind A666967 mir die originellen Aufmerksamkeiten von Stefan Merz, z. B. mit seinem CI bemalte Feuerlöscher zu Weihnachten immer noch in bester Erinnerung.

Wer keine gute Idee kreiert, sollte nichts verschenken. Wie oft erhält man einen unbrauchbaren Nonsens geschenkt. Glücklicherweise hat man schnell vergessen, wer der Spender war. Fazit: Lieber nichts tun als etwas Unoriginelles, Unauffälliges und Unerklärliches. Dieses Gebot gilt auch für jede Werbung. Mein Aufsteller: Tinger, meine Frau, hat mir eine nigelnagelneue Oral B black von Braun geschenkt, ohne Punkteabzug.

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Theophil Butz, Grafiker, Werbeagentur-Inhaber, Inspirator und seit mehr als vier Jahren auch noch Motzer für die Werbewoche-Leser. Sachdienliche Hinweise bitte an [email protected].
 

Einige Radios profitierten von nicht existenten Hörern

2014 war für die Radioforschung ein Problemjahr: Weil immer mehr Sendergruppen auf mehreren Kanälen stundenlang ein identisches Programm ausstrahlen (= Simulcasting), war das Radio-Messsystem von Mediapulse überfordert und publizierte teils zu hohe Reichweiten. Nun ist der Fehler behoben. Sein Ausmass lässt sich aufgrund der neuesten Zahlen erahnen.

Im letzten Herbst warf das Thema Simulcasting plötzlich hohe Wellen: Mitte September schlugen die Radios Basilisk und Bern1 öffentlich Alarm und warfen Mediapulse «Trägheit» und «Vertuschung» vor. Auch politisch machten sie Druck gegen die Forschungsstiftung: Es kam zu einer parlamentarischen Anfrage an Medienministerin Doris Leuthard. Doch worum ging es? Wenn zwei oder mehr Sender gleichzeitig dasselbe Programm ausstrahlen – ein Phänomen, das Simulcasting genannt wird – muss das Messsystem von Mediapulse die gemessene Nutzung dem richtigen Sender zuordnen. Simulcasting kam schon bisher häufig vor und war für kurze Sequenzen (Nachrichten, Musikstück) auch kein Problem – Mediapulse führte 2013 gar eine Überprüfung durch. Gröbere Differenzen erkannte die Forschungsstiftung erst Anfang 2014, nachdem sie von Lokalradios wiederholt darauf aufmerksam gemacht worden war. Der Anlass: Primär die Ringier- Radios Energy Zürich und Energy Bern hatten ihr Simulcasting ab ca. 2012 mehr und mehr ausgedehnt, ab März 2014 wurde auch Energy Basel einbezogen. Anfangs geschah dies nur ab und zu, dann während zweier Stunden täglich und seit 2014 gar während vier und mehr Stunden pro Tag. Aber auch die Radios von SRF und RTS sowie die Westschweizer Sender RFJ, RJB und RTN von Pierre Steulet (Groupe BNJ) verbreiten öfters längere Programmteile synchron. Die Folge: Den Sendergruppen mit ausgedehntem Simulcasting wurden von Mediapulse mehr Hörer ausgewiesen als sie effektiv hatten.

System «erfindet» zusätzliche Hörer

Um dies zu verstehen, muss man die Funktionsweise der Radiomessung bei Mediapulse kennen. Diese erfolgt mit der Mediawatch und basiert auf Audio- matching. Dabei nimmt die Armbanduhr mittels integriertem Mikrofon die Geräusche in der Umgebung des Probanden auf und codiert sie. Mediapulse vergleicht diese Daten später mit etwa 150 in- und ausländischen Radiosendern, deren Programme sie ebenfalls aufgenommen und codiert hat. Stimmen die Codes auf der Mediawatch zeitgleich mit dem Code eines Programms überein, steht fest, dass der Proband diesen Sender während der besagten Zeit gehört hatte.

Bei Simulcasting weisen nun aber mindestens zwei Sender gleichzeitig denselben Code auf. Welchem ist der Proband als Hörer zuzuordnen? Bei kurzen Sequenzen ist das relativ einfach, weil vorher oder nachher eindeutige Hinweise (etwa Trailer, Anmoderation etc.) die richtige Zuordnung ermöglichen. Doch wenn mehrere Radios stundenlang ein absolut identisches Programm ausstrahlen, enthält selbst eine längere Hörsequenz keinen eindeutigen Hinweis auf den eingestellten Sender. Hört nun der Proband in dieser Zeit den Sender mit Unterbrüchen – etwa weil er den Raum ab und zu verlässt – muss das System hintereinander die richtige Zuordnung finden, dies aber ohne klare Hinweise auf den Sender. Dabei geschah Folgendes: Obwohl beispielsweise Energy Zürich eingeschaltet war, ordnete das System denselben Hörer zwischendurch auch den gleichklingenden Energy Bern und Energy Basel. Die Sender in Bern und in Basel kamen so ganz unverdient zu je einem Hörer und damit zu einer höheren Reichweite – und die ganze Energy-Gruppe zu insgesamt drei Hörern, zwei mehr als in Wirklichkeit. Wobei diese wegen der Hochrechnung natürlich je mehrere Tausend Hörer repräsentieren. Umgekehrt verhielt es sich übrigens nicht ganz gleich: Energy Zürich profitierte von den Schwestersendern in Bern und Basel weniger, denn das Messsystem bevorteilt eher den kleineren Sender auf Kosten des grösseren.

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Eine Lösung ist gefunden

Doch nicht alle «Mehrfach»-Hörer bei Simulcasting- Sendern müssen falsch sein. Wenn beispielsweise ein Autofahrer von Zürich nach Bern fährt, zu Beginn Energy Zürich hört und später auf das gleichklingende Energy Bern umschaltet, muss folgerichtig beiden Sendern ein Hörer zugeordnet werden. Das Problem von Mediapulse besteht nun darin, plausible Mehrfachhörer von unplausiblen zu unterscheiden. Dafür haben nun Mediapulse und die Radiobranche das Messsystem so optimiert, dass die Daten des 2. Semesters 2014 rückwirkend einigermassen korrigiert werden konnten und vor allem in Zukunft ähnliche Fehler vermieden werden können – selbst wenn das Simulcasting noch zunehmen sollte. Die Lösung funktioniert wie folgt: Mediapulse gleicht zunächst die Codes aller 150 aufgenommenen Sender gegenseitig ab, um festzustellen, wann welche Sender Simulcasting betrieben haben. Damit die Hörer dann dem richtigen Sender zugeordnet werden können, greift das System neu «auf zusätzliche Plausibilisierungen und frühere Nutzungssequenzen des Hörers zurück».

Allerdings konnten nur die Zahlen der Energy- Radios und der Steulet-Sender rückwirkend korrigiert werden, jene der SRF- und RTS-Sender aus technischen Gründen nicht. Deshalb wurden die RTS- und SRF-Sender in der Semesterpublikation 2014-2 nicht einzeln, sondern bloss als Gruppe ausgewiesen. In der Gruppe hebt sich der Simulcasting- Effekt auf. Ab der Publikation 2015-1 werden die SRF- und RTS-Sender aber wieder einzeln ausgewiesen.

Bis 15 Prozent zu viele Hörer pro Sender

Eine Frage jedoch bleibt: Wie stark haben sich die Falschzuweisungen in der Semesterpublikation 2014-1 (und früher) ausgewirkt. Die Meinungen gehen auseinander. Mediapulse nannte im letzten Sommer ein Beispiel, bei dem die Energy-Sender im 1. Semester 2014 dank Simulcasting insgesamt 13 000 zusätzliche Hörer oder 12% mehr Reichweite «gewannen». Die Radios Basilisk und Bern1 sprachen dagegen im September 2014 von zeitweise 50 000 bis 100 000 Doppel- oder Dreifach-Hörern. Diese hätten Energy im Werbemarkt einen unverdienten Vorteil verschafft, kritisierten sie. Eine Annäherung aufgrund der Semesterzahlen 2013-1 bis 2014-2 ergibt eher einen Mittelwert und dürfte zudem das Ausmass für Energy Bern und Basel und deren direkte Konkurrenten andeuten. Das Vorgehen (siehe Grafiken): Zunächst wird der Reichweitenverlauf aller Sender aufgrund der offiziellen Zahlen als Kurve gezeichnet, inklusive Reichweiten 2014-1, die bei den Energy-Radios am deutlichsten zu hoch ausgefallen sind (frühere Fehler bei Energy Bern ignorieren wir einfachheitshalber). Verbindet man nun in der Kurve jeweils die Werte von 2013-2 und 2014-2 direkt (ohne 2014-1), deutet dies den wohl tiefstmöglichen Reichweitenverlauf ohne Simulcasting- Effekt an. Daraus lässt sich ableiten, dass das Simulcasting den Sendern Energy Basel und Bern im ersten Semester 2014 täglich 11% bzw. 14% zusätzliche Reichweite und damit einen signifikanten Zuwachs von insgesamt 26 800 Hörern bescherte. Zu beachten ist allerdings, dass bei dieser Betrachtungsweise andere Faktoren wie Programmgestaltung oder Hörerverhalten, die die Reichweitenentwicklung ebenfalls beeinflussen, ausgeblendet sind: Der Simulcasting- Effekt dürfte somit eher geringer sein. Aber genaue Angaben sind nicht möglich.

Die Branche atmet auf

Doch egal, wie stark der Simulcasting-Effekt auch immer war – was sagen die Radios, allen voran die Energy-Konkurrenten Bern1 und Basilisk, zur Lösung? «Ich bin mit dem jetzigen Stand der Dinge zufrieden und guten Mutes, dass wir hier keine Überraschungen erleben werden», schreibt etwa Peter Scheurer, Geschäftsleiter von Radio Bern1. Die Fehler seien lokalisiert und mit neuen Filterregeln abgefangen. «Die Hörerzahlenkorrekturen, wie sie beispielsweise bei den Energy-Sendern erfolgten, machen Sinn. Ungewöhnliche Effekte, wie übertrieben hohe Stundenreichweiten während Simulcastingphasen sind nicht mehr zu erkennen.» Ähnlich sieht es auch Matthias Hagemann, Eigentümer von Radio Basilisk, der jedoch das Verhalten von Mediapulse kritisiert. Diese habe lange nicht wirklich zur Klärung der Angelegenheit beigetragen. Erst mit dem Wechsel im Präsidium von Verwaltungsrat und Stiftungsrat zu Franziska von Weissenfluh habe sich dies geändert.

Auch der Privatradioverband VSP und die SRG stimmen der gefundenen Lösung zu. Wichtig sei, dass das Vertrauen in die Radiowährung gewahrt bleibe, heisst es unisono. Dieser Einschätzung schloss sich auch die Interessengemeinschaft Elektronische Medien (IGEM) an.

Markus Knöpfli

«Nobody is perfect»: Auch andere Forschungssysteme haben Mängel

Die Radioforschung von Mediapulse ist nicht das einzige Medienforschungssystem, das (vorübergehend) fehlerhaft ist. Das bekannteste Beispiel für einen Messfehler lieferte vor zwei Jahren das neue TV-Messsystem von Mediapulse: Auch dort kam es anfänglich zu Zuordnungspannen, was zu juristischem Hickhack und einer gut halbjährigen Datenblockade führte. Dabei blieb es aber nicht: Die medienwissenschaftliche Kommission, die das Panel regelmässig überprüft, fand im April 2014 einige weitere «nicht tolerierbare» Mängel, die mittlerweile aber «entscheidend» verbessert wurden. Doch kürzlich tauchte ein weiterer kleiner, aber peinlicher Fehler auf: Kantar Media, der Betreiber des TV-Panels, hatte Ende Januar 2015 «eine Fehleinstellung entdeckt»: Das Panel, das die TV-Nutzung von Personen ab 3 Jahren misst, habe zwar vollständig gemessen, doch die Daten der 3-jährigen TV-Zuschauer nie in die Auswertung eingespeist. Gemäss Mediapulse gingen so «auf den gesamten TV-Konsum rund 0.3% Nutzung verloren». Seit dem 30. Januar 2015 sei der Fehler behoben. Bis vor Kurzem kämpfte auch die Internetforscherin NET-Metrix, eine Tochterfirma von WEMF und Mediapulse, mit Problemen: Die Daten für Januar 2015 konnte sie erst am 5. März publizieren – wegen «Defekten an der für die Berechnung der Unique-Client-Werte zuständigen Hardware», wie es unter dem Titel «Nobody is perfect» auf der NET-Metrix-Website hiess. Ein viertes Forschungsprojekt, das aktuell zu kämpfen hat, ist die Plakatforschung SPR+. Reichweitendaten zu städtischen Plakatstellen sind zwar wie bisher erhältlich, doch die angekündigte Ausweitung auf die ländlichen Plakatstellen und Einwohner (SPR+ Mob Nat) hinkt schon über ein Jahr dem Zeitplan hinterher. Grund: Das Überprüfen der riesigen Datenmengen im einstelligen Terabyte-Bereich ist aufwendiger als angenommen. Nach Verschiebungen auf Herbst 2014 und dann auf Dezember 2014 rechnet nun SPR+-Geschäftsleiter Felix Mende damit, dass die Validierungsphase «spätestens im Laufe des 2. Quartals 2015 abgeschlossen werden kann». Nicht immer werden Mängel behoben. So sind etwa Doppelzählungen bei der Auflagenbeglaubigung der WEMF bewusst Teil des Systems: Das Reglement ermöglicht es den Verlagen, E-Paper-Abos, die zu einem bezahlten Printabo gehören, als Gratis-E-Paper ausweisen zu lassen, sofern die E-Paper regelmässig benutzt werden. Das führt dazu, dass dasselbe Abo doppelt in die verbreitete Auflage einfliesst und Letztere somit überhöht wird (vgl. Werbewoche 19/24.10.2014, S. 47). Eine Umfrage der Werbewoche bei 40 Zeitungstiteln mit ausgewiesenen Gratis- E‑Papern zeigt: Einige Zeitungen machen von der Möglichkeit, die verbreitete Auflage aufzupeppen, aktiv Gebrauch, doch es herrscht keine Transparenz: Die meisten gaben dazu keine Auskunft.
 

Ohne Grundlage keine Hilfe

Auftakt zu einer Werbewoche-Artikelserie über die schweizerische Medienpolitik – die aktuellen Brennpunkte im Überblick und warum vorderhand alles beim Alten bleibt.

Medienpolitik ist mithin selbst für Politiker und Journalistinnen wenig attraktiv, doch in den kommenden Wochen und Monaten kommt dieses Thema gleich mehrfach aufs Tapet.

1. Wie entscheidet das Volk?

Am 14. Juni wird das Schweizer Volk über die Revision des Bundesgesetzes über Radio und Fernsehen (RTVG) zu befinden haben. Im Vordergrund steht die derzeitige geräteabhängige Empfangsgebühr, die durch eine für alle obligatorische Abgabe pro Haushalt ersetzt werden soll. Dagegen hat der Schweizerische Gewerbeverband das Referendum ergriffen, weshalb nun das Volk das letzte Wort haben wird. Es wird spannend sein zu verfolgen, wie die Referendumsbefürworter im Abstimmungskampf die Stimmbürger überzeugen wollen, auf eine tiefere Abgabe (400 Franken) zu verzichten und beim alten System zu bleiben (462 Franken). Auch das Argument der Gewerbler, es sei falsch, Unternehmen (mit einem Umsatz von mehr als einer halben Million Franken) anstatt wie bis anhin mit insgesamt 40 Millionen Franken neu mit 200 Millionen Franken zu RTV-Abgaben zu zwingen, dürfte kaum als durchschlagendes Argument geeignet sein. So werden im Abstimmungskampf wohl oder übel Argumente pro oder contra SRG zu Felde geführt werden. Weil die SRG bei der breiten Bevölkerung immer noch gut verankert erscheint, werden sich gerade im Wahljahr 2015 die meisten Parteien kaum für Veränderungen beim Staatssender stark machen wollen. So wird das Komitee «Ja zum RTVG» von der Partei der Medienministerin Leuthard, der CVP, angeführt; mit dabei sind auch Vertreter der SP, der BDP und der Grünen sowie der FDP, die in dieser Frage gespalten ist. Wird das Referendum gutgeheissen, ist die obligatorische Haushaltsabgabe fürs Erste vom Tisch. Das Parlament wird die Finanzierungsfrage erneut angehen müssen, allerdings voraussichtlich zuerst eine Grundsatzdebatte über den Service public führen, die derzeit vorbereitet wird. Wird das Referendum abgelehnt, soll ab dem Jahr 2017 die neue Mediensteuer eingezogen werden.

2. Kommen Anti-SRG-Initiativen zustande?

Doch nicht überall sind die SRG und die damit verbundenen Gebühren gut gelitten. Die Kadenz steigt, mit der Initiativen zu deren Abschaffung lanciert werden. Derzeit werden für zwei solche Volksbegehren Unterschriften gesammelt. Bis am 12. Mai 2015 läuft die Sammelfrist für die Initiative «Radio und Fernsehen – ohne Billag». Dahinter steht die Organisation «Solidarische Schweiz» (SOS), die mit einer ähnlichen Initiative bereits im Jahr 2012 im Sammelstadium scheiterte. Bis am 11. Dezember 2015 hat das Initiativkomitee «No Billag – Ja zur Abschaffung der Radio- und Fernsehgebühren» Zeit, die für das Zustandekommen nötigen 100 000 Unterschriften zu sammeln. Tonangebend sind hier Kreise der Jungen SVP und des Jungfreisinns. Gemäss einer Mitteilung auf der Website des Kommitees lagen am 21. Januar 50 000 Unterschriften vor, womit das Sammelziel zu 46 Prozent erfüllt war.

3. Was macht das Parlament?

Bereits im Jahr 1967 machte der Begriff «Pressekonzentration » im Eidg. Parlament die Runde, und ein Postulat des «Vaterland»-Redaktors Alfons Müller- Marzohl steht am Anfang einer langer Reihe von Berichten und Vorstössen, die allesamt auf der Strecke blieben. Bedenken, vor allem auch von Seiten der Verleger, über eine Einmischung des Staates im Medienbereich fanden immer eine Mehrheit im Parlament. Prägendes Merkmal der Presseförderung in der Schweiz ist somit, dass dafür heute eine Verfassungsgrundlage fehlt. So erstaunt es nicht, dass die Landesregierung sich hier nicht exponieren will, keinen unmittelbaren Handlungsbedarf sieht und der Branche Zeit lassen möchte, diese Herausforderungen aus eigener Kraft zu bewältigen. Doch da das Parlament ein Förderkonzept verlangt hat, veröffentlichte der Bundesrat Anfang Dezember letzten Jahres einen Bericht zur Sicherung der staats- und demokratiepolitischen Funktionen der Medien. Dieser nimmt auch Bezug auf die Vorschläge der Eidg. Medienkommission, Emek, zur Medienförderung vom September 2014. Ohne Verfassungsgrundlage kann der Bundesrat indes kein griffiges Medienförderungsgesetz vorlegen oder revidieren, sondern schlägt notgedrungen einen Strauss unterschiedlicher und wenig zusammenhängender Massnahmen vor, die kurzfristig, d. h. ohne Gesetzesanpassungen umgesetzt werden könnten, um die Folgen des Strukturwandels abzufedern. Es ist nun am Parlament, konkrete Massnahmen zur Förderung der Medien, vorab der Presse, anzustossen. Wie die Geschichte zeigt, stehen die Chancen dafür schlecht.
 
– Posttaxenverbilligung zurückfahren: Seit der Gründung des Bundesstaates wird in der Schweiz die Presse über nicht kostendeckende Postpreise vom Staat indirekt gefördert. Heute werden dafür beim Bund jährlich 50 Millionen Franken eingesetzt, um 1222 Publikationen zu unterstützen. Die allermeisten, deren 1082, sind Zeitungen und Zeitschriften von nicht gewinnorientierten Organisationen. Dazu kommen 140 Tages- und Wochenzeitungen der Lokal- und Regionalpresse. Titel mit einer Auflage von mehr als 100 000 Exemplaren sind davon ausgeschlossen, und es wird nur die Tageszustellung und nicht die Frühzustellung abgegolten. Mit dem Konsolidierungs- und Aufgabenüberprüfungspaket hat der Bundesrat zwar die Streichung der Zustellermässigung zur Diskussion gestellt, kam aber in seinem Bericht vom letzten Dezember zum Schluss, «dass aktuell die medienpolitischen Interessen die vorläufige Beibehaltung der Zustellermässigung rechtfertigen ». Die Wirkung der indirekten Presseförderung war immer umstritten. So bewertete zuletzt auch die Emek in ihrer Stellungnahme zur Medienförderung von Anfang September letzten Jahres diese Massnahmen als «nicht mehr zeitgemäss », sie seien «nicht notwendig und kaum mehr wirkungsvoll». Noch gleichentags wehrte sich der Verlegerverband Schweizer Medien und mahnte, das Ende der Posttaxenverbilligung bedrohe Zeitungsverlage «existenziell».
 
– Mehrwertsteuer justieren: Für Radio und Fernsehen sowie für gedruckte Zeitungen und Zeitschriften gilt ein reduzierter Mehrwertsteuersatz von 2,5 Prozent, während für Online-Medien der Normalsatz von 8 Prozent angewandt wird. Diese Reduktion ist eine wesentliche indirekte Presseförderung, die mit Ausfällen von rund 60 Millionen Franken (Stand: 2008) zu Buche schlägt. Mit einer niedrigeren Besteuerung der Online-Ausgaben von Zeitungen kämen derzeit jährliche Mindereinnahmen von ungefähr einer Million Franken dazu, die allerdings auf Grund der Entwicklung im digitalen Bereich bedeutend ansteigen könnten.
 
– Nachrichtenagentur fördern: Weil die Basisdienste in französischer und italienischer Sprache defizitär sind, hat die Depeschenagentur traditionell mit Deutschschweizer Erträgen diese Verluste querfinanziert. Diese sollen nun vom Bund übernommen werden – entsprechende Bestimmungen im Sprachengesetz sehen dies vor. Der Bundesrat schlägt vor, diese finanzielle Unterstützung mit einem Leistungsauftrag zu verbinden und auf fünf bis sieben Jahre zu befristen. Dabei übersieht die Landesregierung, dass damit ein neues, staatliches Medium auf den Markt kommt. Denn es kann im Internetzeitalter ja kaum sein, dass die Meldungen eines staatlich finanzierten Agenturdienstes nicht für jedermann zugänglich sind, sondern nur von einem oder zwei Dutzend Nachrichtenchefs in den jeweiligen Redaktionen gelesen und in den meisten Fällen, mangels Platz oder Sendezeit, in den (elektronischen) Papierkorb befördert werden.
 
– Innovationsförderung anbieten: Der Bundesrat empfiehlt der Medienbranche, verstärkt die Angebote der Kommission für Technologie und Innovation (KTI) zu nutzen, die anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung sowie das Unternehmertum fördert. Dies obwohl die gros-sen Medienunternehmen längst im Startup- Bereich aktiv sind (vgl. Werbewoche 13/ 18.7.2014, S. 18 f.), indem neue Unternehmen zwar nicht von Anfang an aufgezogen, sondern (teilweise oder ganz) eingekauft werden, sobald sie die ersten Bewährungsproben bestanden haben.
 
– Kurse verdoppeln: Seit Jahren unterstützt das Bundesamt für Kommunikation, Bakom, Ausund Weiterbildungsinstitutionen für Medienschaffende; in den letzten Jahren wurde dafür jährlich zirka eine Million Franken ausgegeben. Der Bundesrat schläg vor, diesen Betrag zu verdoppeln, obwohl heute die Weiterbildungsetats der Unternehmen nicht immer ausgeschöpft werden.

– Medienkompetenz verbessern: Unter der Federführung des Bundesamtes für Sozialversicherungen läuft seit dem Jahr 2011 das nationale Programm Jugend und Medien, mit dem die Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen und deren Betreuungspersonen im Umgang mit digitalen Medien gefördert werden soll. Für das Programm, das in diesem Jahr ausläuft, wurden drei Millionen Franken zu Verfügung gestellt. Je nach den damit gemachten Erfahrungen soll es weitergeführt werden.

4. Kommt eine medienpolitische Grundsatzdebatte?

Es ist indes nun kaum damit zu rechnen, dass das Eidg. Parlament auf Grund der bundesrätlichen Vorschläge im laufenden Jahr Aufträge zur Ausarbeitung konkreter medienpolitischer Vorlagen verabschieden wird. Das hat zum einen mit den anstehenden Gesamterneuerungswahlen im Herbst zu tun. Zum andern stehen vor allem Fragen zur künftigen Definition des Service public wie ein Elefant im Raum. Die Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen des Ständerats hat dazu Ende April 2014 ein Postulat verabschiedet, das vom Bundesrat einen «Bericht zu den Service-public-Leistungen der SRG» verlangt und das in der Sommersession angenommen wurde. Da der Bundesrat normalerweise zwei Jahre Zeit für die Beantwortung von Postulaten hat, ist die Debatte über neue Wege in der Medienförderung bis ins Jahr 2016 vertagt. Auch die Emek will sich in einem nächsten Bericht mit Fragen des Service public beschäftigen und hat dazu bereits mehrere Hearings durchgeführt.
 
Christoph J. Walther

Mobile Bridging: Die echte Welt per Handy mit der virtuellen verknüpfen

Smartphones sind in einem Grossteil der entwickelten Welt nahezu allgegenwärtig, und langsam entwickelt sich eine Smartphone-Abhängigkeit. Die Chance für Marketing-Verantwortliche, «always on» zu sein.

Fast jeder Erwachsene unter 60 hat sein Smartphone heute permanent bei sich, und immer mehr Leute können sich kaum eine Minute ihres Lebens ohne Smartphone vorstellen. Dank ihrer multi-funktionalen Natur wird den Tag über kontinuierlich nach diesen Geräten gegriffen, um zu verwalten, zu verbessern und unsere Leben zu erleichtern. Eine kürzlich von Tecmark durchgeführte Studie fand heraus, dass der durchschnittliche Benutzer über 200 Mal am Tag auf sein Smartphone schaut – vom Augenblick an, wenn er aufsteht, bis er wieder ins Bett fällt.

Für Marketing-Verantwortliche bedeutet dies eine «Always on»-Möglichkeit, Mobile wirksam einzusetzen, um das Targeting und die Zielgruppenbindung zu verbessern, egal ob Nutzer zu Hause, bei der Arbeit, im Geschäft oder unterwegs sind. Nicht nur kann der Mobile-Kanal als solcher benutzt werden, es besteht nun auch ein hohes Potenzial, Mobile als Brücke zu benutzen (auch Mobile Bridging genannt), um die physische, echte Welt mit der digitalen, virtuellen zu verknüpfen.

Die Herausforderung für die Umsetzung von Mobile Bridging liegt darin, wie man die mit Smartphones ausgestattete Zielgruppe dazu bewegt, innezuhalten, ihr Gerät herauszuholen und mit ihrer Marke zu interagieren. Wir haben Ihnen die 4Ps für Mobile Bridging zusammengestellt, die jeder Marketing- Verantwortliche in der Planung beachten sollte. Diese sind Push, Pull, Participation und Purchase.

Push

Marketing-Verantwortliche können Nachrichten direkt an Mobile-Nutzer pushen, um sie zu Handlungen zu ermuntern, wo auch immer diese sich gerade befinden. Für jene Nutzer, die dadurch zum allerersten Mal kontaktiert werden, können bezahlte, standortbasierte Textnachrichten oder Banner- Werbung benutzt werden. Für die Nutzer, die bereits die App eines Anbieters heruntergeladen haben, gibt es auch die Möglichkeit, standortbasierte Nachrichten durch In-App Push Notifications auszuliefern. Diese können durch die Nähe zu so genannten BLE Beacons ausgelöst werden.

Diese Push-Taktik kann speziell dann nützlich sein, wenn Sie versuchen, den Weg des Kunden umzulenken, um ihn dazu zu bringen, im Geschäft, Showroom oder am Veranstaltungsort eine Handlung zu tätigen. Man sollte jedoch bedenken, dass Reichweite und Datengenauigkeit immer noch eine Herausforderung darstellen, wenn man standortbasierte Werbekampagnen plant. Dazu kommt, dass der Kunde für In-App Push Notifications einmalig sein Einverständnis geben muss.

Pull

Marketing-Verantwortliche können zusätzlich zu existierenden Kommunikationen in der realen Welt einen Mobile Call to Action integrieren. Sei es durch Radiowerbung, Poster, Verpackungen oder am Point of Sale, um den Kunden direkt dazu zu ermutigen, den Mobile-Kanal in Anspruch zu nehmen. Auch wenn dieses Potenzial schon seit einer Weile existiert, gibt es nun mehr Möglichkeiten denn je, aus denen man auswählen kann. Marketing-Verantwortliche können wählen zwischen einfacher Text- Response, den in Verruf geratenen QR Code, Augmented Reality, Near Field Communication (NFC), bis hin zu Automatic Content Recognition (wie z. B. Musikerkennung bei Shazam) und sogar GPS-Apps (denken Sie an Schatzsuchen in der realen Welt). Diese Taktik kann dann hilfreich sein, wenn man zu einer existierenden Kommunikation oder einem Erlebnis in der realen Welt den Mobile-Kanal hinzufügen möchte. Um die richtige Pull-Taktik einzubringen, sollten Marketing-Verantwortliche untersuchen, was sie das Zielpublikum in diesem Moment denken, fühlen und machen lassen möchten und weshalb. Ausserdem müssen sie sicherstellen, dass diese Erfahrung problemlos, nahtlos und lohnend ist. Marketing-Planer sollten daran denken, dass sie ihre eigenen digitalen Medien für Mobile Search optimieren, da immer mehr Kunden gezielt mobil Inhalte über Suchmaschinen auf Grund eines bestimmten kontextuellen Bedürfnisses suchen.

Participation

Da die Social-Media-Nutzung immer überwiegender über das Smartphone geschieht, haben Marketing- Verantwortliche eine grössere Chance, das mobile Zielpublikum zu einer zeit-, ort- und inhaltspezifischen Teilnahme zu ermutigen.

Sie können Mobile Engagement durch Foto-/ Selfie-Wettbewerbe auf Facebook oder Instagram ermuntern, durch Hashtag-Kampagnen auf Twitter oder das Zielpublikum zum Check-in auffordern, wenn sie an einem bestimmten Ort sind. Diese Taktik hilft, Mobile User Generated Content zu generieren und lokale Aktionen an ein grosses Online-Zielpublikum über die sozialen Netzwerke zu verbreiten. Ausserdem kann dies zu guter Mund-zu-Mund-Werbung und Fürsprache für die Marke führen. Marketing-Verantwortliche sollten zusehen, dass sie immer eine Art direkte Belohnung für die Teilnahme anbieten, sei es etwas Materielles (z. B. in der Form eines kostenlosen Produktes) oder Immaterielles (z. B. in der Form von Social-Network- Anerkennung).

Purchase

Da Mobile Payments sich in 2015 stetig verbreiten werden, haben Marketing-Verantwortliche eine grössere Chance, direkte Käufe via Mobile in der realen Welt zu steigern.

Sie können zu Mobile Payments an Ort und Stelle auffordern, indem sie allerhand Aktionen anbieten, wie zum Beispiel Mobile Coupons, Werbeangebote, Point of Sale Calls to Action, Zahlungssysteme und mobile Treuebonus-Karten. Die Art von Geschäften, die sich die 4Ps des Mobile Bridging schon früh zu eigen gemacht haben, sind jene mit einer hohen Strassenpräsenz, speziell Quick-Serve-Restaurants. McDonald’s, Subway, Starbucks etc. nutzen bereits regelmässig viele Möglichkeiten der 4Ps. Die Chancen für Firmen oder Marken, eines oder mehr der Ps einzusetzen, werden immer häufiger vorkommen und sollten als solche bereits regelmässig in ihre integrativen Kommunikationspläne mit aufgenommen werden.

Melina Ex

In Kürze

Melina Ex ist Geschäftsführerin der Mobile-Marketing-Agentur Fetch in Berlin, die ihren Kunden Strategie, Media Planning & Buying, Creative und Analytics für Mobile liefert. Fetch ist Teil des Dentsu Aegis Network. Melina Ex verfügt über Erfahrung in China, Afrika und Grossbritannien. Zuletzt war sie CMO bei einem Mobile Service für Musik, Games, Apps und E-Books in Peking. Zuvor arbeitete sie bei Human Digital (M&C Saatchi Group), wo sie Kunden im Bereich digitale Strategie, Customer Insights und Monitoring beriet.

www.wearefetch.com

Glosar:

Mobile Bridging: die Verknüpfung der digitalen, virtuellen Welt mit der physischen, echten Welt.
In-App Push Notifications: Nachrichten, die Nutzern einer App durch diese auf ihr Smartphone geschickt werden können.
BLE Beacons (Bluetooth Low Energy Beacons): Sender einer Funktechnologie, die über
Bluetooth funktioniert.
QR Code (Quick Response Code): ein maschinell lesbarer Code aus schwarzen und weissen Kästchen ähnlich einem Barcode.
Augmented Reality: eine Technologie, die die Realitätswahrnehmung um ein computererstelltes Bild erweitert.
Near Field Communication: drahtlose Kommunikationstechnik.
 

Zur Sache: Müde Journis, müder Journalismus

Messwerte machen noch kein Radio. Aber wenn die Reichweiten nicht stimmen, werden Sender trotzdem einfach gekappt, egal, wie interessiert die (vielleicht wenigen) Hörer am Programm sind.

Das wird umso unheimlicher, wenn man weiss, wie viele Fehler bei der Reichweitenmessung passieren können – so wie jüngst mit den Mediawatches von Mediapulse.

Trauerspiele auch beim Fernsehen: Wirklich hochwertige, kluge und schöne Filme erzielen geringere Einschaltquoten als Bohlen, Blut, Büsi und Busen. Also wandern sie in Randzeiten ab oder werden ganz aus dem Programm gekippt. Die Zuschauerverdummung schreitet fort. Und nun soll Jeremy Clarkson, jüngst suspendierter Moderator der britischen Kult-Autoshow «Top Gear», auch noch einen Produzenten der Sendung geschlagen haben. Natürlich ist es keine Lösung, die Fäuste kreisen zu lassen. Aber ich kann Clarkson irgendwie verstehen.

Im Onlinejournalismus: Tempo geht vor Tiefe, Salbadern vor Sachkenntnis, Copy-Paste vor kreativer Denkleistung. Und alle Welt beklagt sich über oberflächliche Berichterstattung, die auf allen Kanälen gleich ist. Wie sollte es aber anders sein unter den Voraussetzungen, unter denen Online-Journalisten arbeiten? Sie stehen unter hohem Zeitdruck, verdienen meist weniger als Print-Journalisten und geniessen eine geringere Reputation. Dabei machen sie einen knochenharten Job. Immer dranbleiben braucht Köpfchen und zehrt Kräfte. Das sollten wir endlich honorieren. Auch die Leser im Übrigen.

In den Buchverlagen: Verleger versuchen, in einem Haufen Schrott Lesbares und Lesenswertes aufzustöbern, nachdem kluge Köpfe in der Enklave neue Welten zum Leben erweckt haben. Doch Bücher sind zum Billigartikel verkommen, mit dem sich kein Geld mehr verdienen lässt, schon gar nicht von der Schweiz aus im europäischen Ausland. Aber wollen wir wirklich nur noch die Schweizer Illustrierte und Micky Maus auf dem Nachttisch liegen haben? Der Bund fördert die Entstehung von Kultur. Das ist gut. Aber was ist mit ihrer Verbreitung?

Mein Traum: Es wäre so schön, wenn Medienpolitiker und Medienunternehmen endlich dafür sorgen könnten, dass die schreibende Zunft, die Berufsdenker, scharfzüngigen Beobachter und klugen Unterhalter den Rücken freihaben, um einen guten Job zu machen, um ihre Rolle als vierte Macht im Staate wirklich auszufüllen. Denn solange Journalisten sich um Ebitda und Empfangsgebühren, um Druckkosten und Posttarife kümmern müssen, bleibt die fundierte Recherche, bleiben Nachhaken und Nachbohren, bleiben Pfiff und Pointe auf der Strecke. Und damit rücken auch interessierte Leser, Hörer und Zuschauer in unerreichbare Ferne. Wenn Schriftsteller mit Quer- und Hochkant-Denken und Verlage mit einem Programm jenseits des Mainstreams keinen müden Rappen mehr verdienen, wird es bald nur noch marktkonform-öde Schreibe geben – im übelsten Fall gesponsert, i.e. infiltriert, von Wirtschaftsunternehmen, die die Druck- und Vertriebskosten aus der Portokasse zahlen. Wollen wir das?

Es braucht Mut, mutig zu sein.

Anne-Friederike Heinrich, Chefredaktorin
[email protected]
 

Branders: Markentwicklung für die neue ÖV-Karte

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