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Ruf Lanz: Suvaliv-Fussballspot ist Spot des Jahres
Nach dem Gold-Edi gewinnt Ruf Lanz mit Suvaliv eine weiter Auszeichnung: Das Stadion mit den verletzten Fussballern ist der beliebteste Publisuisse-Spot des Jahres.
In den letzten zwölf Monaten kürte jeden Monat ein Mitglied des ADC Schweiz aus allen neuen TV-Spots in der Publisuisse-Spotdatenbank seine fünf Favoriten. Von diesen fünf Favoriten wurde vom Publikum per Online-Abstimmung jeweils der Monatssieger erkoren. Am Ende traten alle Monatssieger um den Jahressieg gegeneinander an. Es zählten wiederum die Publikumsstimmen im Online-Voting.
Klarer Sieger wurde der Suvaliv-Fussballspot, in dem ein ganzes Stadion mit verunfallten Fussballern gefüllt wird. Er vereinigt mit 47 Prozent mehr als doppelt so viele Stimmen auf sich wie der zweitplatzierte Spot, Swisscom Replay (18,5 Prozent). Der Suvaliv-Fussballspot hatte im November 2014 bereits den Gold-Edi gewonnen, die höchste Schweizer Auszeichnung für Auftragsfilme. Konzipiert wurde der Spot von der Agentur Ruf Lanz unter der kreativen Leitung von Markus Ruf, realisiert wurde er in enger Zusammenarbeit mit der Filmproduktion Stories – mit Michael Fueter als Regisseur und Yves Bollag als Produzent.
Zu guter Letzt: Barbie, die Datenkrake
Die neue Barbie-Puppe «Hello Barbie» empört nicht nur Datenschützer. Das Internet der Dinge ist im Kinderzimmer angekommen.
Die Barbie-Verkaufszahlen sehen alles andere als rosig aus und befinden sich im freien Fall. Um die Absatzflaute zu beenden, hat Mattel auf der Messe North American International Toy Fair die neue Puppe «Hello Barbie» vorgestellt. Barbie 2.0 kann nicht nur sprechen, sondern vor allem auch zuhören und durch Spracherkennungs-Software das Verhalten der Besitzerin lernen. Will heissen: Die Puppe kann mit einem Mädchen eine Konversation führen, die «Sinn» macht – die Folgefrage baut zum Beispiel auf der letzten Antwort auf. Eine Mattel-Mitarbeiterin führt eine mögliche Konversation vor:
Der Haken: Die Puppe überträgt die Gesprächsdaten via WLAN auf den Server des Unternehmens. Dort werden sie ausgewertet und analysiert. Das soll helfen, die Qualität der installierten Software zu verbessern. Angela Campbell, Juraprofessorin an der Georgetown University in Washington bringt die Problematik auf den Punkt: «Wenn ich ein kleines Kind hätte, wäre ich sehr darüber besorgt, dass seine vertraulichen Unterhaltungen mit seiner Puppe aufgezeichnet und analysiert werden». Sie ist eine der Initiantinnen der Online-Petition, welche die Puppe stoppen will. Und Susan Linn, Chefin der verantwortlichen Initiative «Kampagne für eine kommerzfreie Kindheit» gegenüber der Washington Post: «Kinder, die Hello Barbie nutzen, sprechen nicht nur mit einer Puppe, sondern direkt mit einem Spielzeugunternehmen, dessen einziges Interesse finanzieller Natur ist».
Keinen Grund zur Beunruhigung sieht Mattel Deutschland auf Anfrage von Spiegel Online: Besagte Puppe gäbe es in Europa ohnehin nicht zu kaufen. «Die Kinder in den USA haben einen völlig anderen Umgang mit Social-Media-Themen. Was in Europa für Empörung sorgen würde, wird dort nicht so kritisch betrachtet», so eine Sprecherin. Alles klar, wir sind beruhigt. (hae)
UBI heisst Beschwerde gegen «Espresso»-Beitrag gut
Die Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen (UBI) hat am Freitag eine Beschwerde gegen einen Beitrag des Konsumentenmagazins «Espresso» von Radio SRF gutgeheissen. Beschwerden gegen zwei Fernsehsendungen wies sie ab.
Im Zentrum des «Espresso»-Beitrages stand der Verkauf einer rund 600 Franken teuren Nahrungsergänzungsmittel-Kur an eine über 80-jährige Frau. Ein Konsumentenmagazin darf zwar laut Meinung der UBI Missbräuche im Telemarketing in anwaltschaftlicher Weise anprangern. Bei ihrer Prüfung kam die UBI jedoch zum Schluss, dass das Verkaufsgespräch im Beitrag unzutreffend wiedergegeben wurde. Weder habe die Verkäuferin der Kundin eine «wundersame Heilung» versprochen, noch habe sie ihr «grobfahrlässig» den Verzicht auf Medikamente empfohlen. Die journalistische Sorgfaltspflicht wurde laut UBI-Mitteilung verletzt, indem Radio SRF nicht transparent und fair über das Verkaufsgespräch berichtete. Die festgestellten Mängel hätten den Gesamteindruck massgeblich beeinträchtigt und der Zuhörerschaft verunmöglicht, sich eine eigene Meinung über das Verkaufsgespräch zu bilden.
Einstimmig wies die UBI dagegen Beschwerden gegen zwei Fernsehsendungen ab. Es ging dabei um den Beitrag «Neue Drohnen für die Schweiz» des Politmagazins «Rundschau» und um die Sendung «Sternstunde Philosophie» von Fernsehen SRF zum Thema «Nationalismus und Populismus – wohin steuert die Schweiz?». (SDA)
Diego Yanez wird missbräuchlich betrieben
Der ehemalige SRF-Chefredaktor und jetzige Maz-Direktor Diego Yanez schlägt sich laut Schweiz am Sonntag mit der missbräuchlichen Betreibung durch eine Baslerin herum.
Y. A. aus Basel fordert demnach 84'000 Franken von Yanez. Als Grund werden «alte Verträge» angegeben, doch wie die Zeitung weiss, hat die Geschichte einen anderen Ursprung. Y.A. wurde 2013 im Online-Forum des «Kassensturz» von einem anderen Nutzer beleidigt – der Beitrag wurde von der Redaktion jedoch nicht unmittelbar gelöscht. Darauf hin reichte die Frau in Zürich Strafanzeige ein. Der Antrag wurde von der Staatsanwaltschaft jedoch nicht weiter verfolgt.
Im Sommer 2014 erreichte Yanez die unbegründete Betreibung. Obwohl sie missbräuchlich ist, bleibt sie im Betreibungsregister sichtbar. Einem Schlichtungstermin vor dem Basler Zivilgericht blieb die Frau fern. Um die Betreibung trotzdem loszuwerden, reichte Yanez eine negative Feststellungsklage ein. Wird die Forderung von Y. A. bis Ende März nicht begründet, ist der Maz-Direktor die lästige Betreibung wieder los. (hae/SaS)
NZZ weist rückläufige Zahlen aus
Die Schliessung der Druckerei in Schlieren ZH hat die NZZ-Mediengruppe 2014 in die roten Zahlen gerissen. Damit zusammenhängende Kosten verursachten ein Defizit von 39,6 Millionen Franken. Aufwärts ging es hingegen bei den Abonnements - Digitalgeschäft sei dank.
Mit den Medienkonsumenten erwirtschaftete die Gruppe einen Umsatz von 157,1 Millionen Franken und damit 3,4 Millionen Franken mehr als 2013, wie sie am Freitag mitteilte. Zu verdanken ist dieses Plus zum einen den Übernahmen der Wiler Zeitung und des Alttoggenburger in der Ostschweiz. In weit höherem Masse schlug sich indessen die Zunahme bei den digitalen Abonnements nieder. Allein bei der Neuen Zürcher Zeitung und der NZZ am
Sonntag stieg die Zahl der Digitalabonnemente um 49 Prozent auf rund 16'600. Die Kehrseite der Medaille bildete die Lage auf dem Inserate- und Werbemarkt, der den Konsumenten den Lesestoff subventioniert. Die Werbeeinnahmen bei der NZZ-Mediengruppe waren um 2 Prozent rückläufig. Im Vergleich zu den Jahren davor verlangsamte sich aber der Ertragsrückgang. Ebenfalls rückläufig entwickelte sich der Druckertrag, der nach 62,3 Millionen Franken im Vorjahr 2014 noch 59,3 Millionen Franken erreichte. Das liege an den Überkapazitäten und am Preisdruck, hiess es im Communiqué.
Umsatzrückgang im Kerngeschäft gebremst
Insgesamt erwirtschaftete das Zürcher Medienhaus mit seinen vier Sparten einen Umsatz von 471,1 Millionen Franken und damit deutlich weniger als im Vorjahr. Damals hatten noch 482,4 Millionen Franken in den Büchern gestanden. Grund war vor allem der Verkauf des Zustellgeschäfts 2013. Konzernchef Veit Dengler bilanzierte darum im Communiqué: «Wir haben den Umsatzverfall der letzten Jahre im Kerngeschäft gebremst». Bei den Gewinnen der Sparten lag das Betriebsergebnis von Medien NZZ mit dem Flaggschiff NZZ 0,9 Millionen Franken im Minus nach 8,3 Millionen Franken Gewinn im Vorjahr. Die Regionalmedien blieben mit einem Plus von 11,1 Millionen Franken hinter dem ergebnis von 2013 (12,5 Millionen Franken ) zurück.
Mit mediennahen Tätigkeiten verdiente der Konzern vor Zinsen und Steuern Millionen Franken. Zu dieser Sparte war im Januar die Wirtschaftsauskunftsplattform Moneyhouse gestossen. Dafür verschwand das Zustellgeschäft. Im Segment Fachmedien und Druck halbierte sich der Betriebsgewinn auf 2,6 Millionen Franken , wobei sich die Fachmedien erfreulich entwickelten. Der Zeitungs- und Akzidenzdruck litt hingegen stark unter Überkapazitäten und Preisdruck. Darum schliesst die Gruppe Mitte Jahr ihr Druckzentrum in Schlieren. Maximal 125 Mitarbeitende stehen auf der Strasse – ein Sozialplan liegt vor. Die NZZ und ihre Sonntagsausgabe werden von der Konkurrentin Tamedia gedruckt. Die NZZ-Druckereien in Winkeln SG und Adligenswil LU bleiben bestehen.
Umbau auf Kurs
Der Betriebsaufwand blieb mit 451,1 Millionen Franken praktisch gleich. Dabei sparte das Haus bei Material und Vertrieb, investierte aber in Redaktionen und Technik. Darum reduzierte sich der Betriebsgewinn vor Zinsen und Steuern von 30,6 Millionen auf 20 Millionen Franken. Überhaupt machte die Gruppe nach eigenen Angaben Fortschritte beim Umbau von einem traditionellen Zeitungsverlag in ein Medienunternehmen mit zielgruppenspezifischem Angebot auf allen Kanälen. Der Konzern will Wachstum über neue Produkte und Dienstleistungen im Inland und deutschsprachigen Ausland generieren.
Im Ausblick kündigt die Mediengruppe an, sie werde ihre Strategie mit Fokus auf das Kerngeschäft weiter vorantreiben. Die dafür nötigen Investitionen beeinflussten das operative Ergebnis auch 2015 negativ, würden aber in den Folgejahren Früchte tragen. (SDA)

Tamedia beteiligt sich an Putzpersonal-Website
Putzpersonal online bestellen: An diesem Geschäftskonzept beteiligt sich das Verlagshaus Tamedia. Das Unternehmen hat einen Betrag in unbekannter Höhe in das deutsche Putzpersonal Buchungsportal «Book a Tiger» investiert.
Über die genaue Höhe macht das Unternehmen keine Angaben. Wie Tamedia-Sprecher Christoph Zimmer am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte, soll «Book a Tiger» bald in die Schweiz kommen. Einen genauen Zeitplan konnte er aber nicht angeben. «Book a Tiger» wurde im April 2014 in Berlin gegründet und vermittelt gemäss eigenen Angaben ausschliesslich legale und erfahrene Putzkräfte. (SDA)

BSSM lässt Stars von Kestenholz fahren
BSSM hat für die Kestenholz Gruppe eine rollende Imagekampagne entwickelt. Kundinnen und Kunden des Mercedes-Benz Händlers fahren auf Bussen der Verkehrsbetriebe in der Nordwestschweiz herum.
Angespornt durch einen Aufruf an die gesamte Kundschaft meldeten sich Interessierte zu einem Casting. Die markantesten Charakterköpfe wurden im Studio professionell ins rechte Licht gerückt. Jetzt drehen sie als Stars von Kestenholz auf den Strassen der Region ihre Runden und sorgen für Aufmerksamkeit. Die Werbeaktion bei BVB und BLT läuft über ein ganzes Jahr und die Sujets werden rollend gewechselt.

Verantwortlich bei Kestenholz Holding, Pratteln: Stephan Kestenholz (Gesamtverantwortung); Katrin Schneider (Marketing). Verantwortlich bei BSSM Werbeagentur, Basel: Urs Schneider, (CD); Pascal Rehmann (AD); Jonas Schneider (Grafik); Hannes Müller (Text); Philipp Buser (Beratung). Fotografie: Tobias R. Dürring.
Le Matin und 20 Minutes gründen Sportagentur
Die Sportredaktionen der Westschweizer Medien Le Matin, Le Matin Dimanche, Lematin.ch und 20 Minutes fusionieren, um die neue Nachrichtenagentur Sport-Center zu schaffen. Diese soll redaktionelle Inhalte für die verschiedenen Medien anbieten.
Das Ziel sei es, Kräfte und Kompetenzen zu bündeln, schreibt Tamedia in einer Mitteilung von Freitag. Vorerst seien keine Entlassungen geplant, hiess bei Tamedia auf Nachfrage. Ausschliessen liesse sich das aber nicht. Die Redaktion setzt sich aus rund zwanzig Journalisten zusammen. Angeführt wird Sport-Center von Christian Despont, dem aktuellen Sport-Chefredaktor von Le Matin, Le Matin Dimanche und dem Onlineportal Lematin.ch. (SDA)
Laura Barchi verstärkt die Agentur Media-Work
Seit Anfang März unterstützt Laura Barchi das Team von Media-Work, der Luzerner Agentur für Kommunikation und Medienarbeit. Zuvor hat die Historikerin unter anderem als Lokaljournalistin gearbeitet.
Die 35-jährige Luzernerin verfügt über mehrjährige Berufserfahrung als Lehrerin und Redaktorin. Laura Barchi ist bei media-work insbesondere für Text und Produktion verantwortlich. Dabei verleiht sie Geschriebenem mit gestalterischem Gespür den letzten Schliff. Laura Barchi hat im Anschluss an die Ausbildung am Lehrerseminar in Hitzkirch zwölf Jahre lang als Lehrerin gearbeitet. Sie studierte an den Universitäten Bern und Luzern Geschichte und arbeitete danach als Lokaljournalistin bei der Sempacher Woche.

Die Agentur Media-Work unterstützt Unternehmen und Verbände im Umgang mit den Medien sowie Fragen der internen und externen Kommunikation. Dazu gehört Handarbeit, wie das Verfassen und Redigieren von klaren und verständlichen Texten, aber auch Beratung und Konzeption, etwa in der Mitgestaltung von Konzepten, Kampagnen und Strategien für die Medienarbeit. Weiter produziert Media-Work Grafiken und Infografiken, gestaltet Print- und Onlineprodukte und betreut Firmen bei ihrem Online-Auftritt.
KSP für Naturaline 2015: bio & fair
Zum 20-Jahr-Jubiläum von Naturaline hat KSP einen neuen Auftritt kreiert, der den positiven Lifestyle durch die frischen neuen Fotos von Astrid Grosser visualisiert und so den aktuellen Claim von Naturaline mit Leben füllt: Für reine Lebensfreude.




Verantwortlich bei Coop: Thomas Schwetje (Leiter Marketing/Services); Sacha Zuberbühler (Leiter Werbung Coop); Ursula Künzle (Leiterin Werbung Coop City); Christof Braun (Projektleitung Coop); Sonja Hunziker (Projektleitung Coop City); Karin Heliopoulos (Leiterin Media). Verantwortlich bei KSP: Uwe Schlupp, Anita Kummer (Creative Direction); Virginia Waldburger (Grafik); Flavia Meyer (Beratungsleitung); Jacqueline Lima (Beratung); Manuela Pasanen (DTP); Astrid Grosser (Fotografie).
«Wir wollten nicht einfach ein paar Plakate aufhängen»
Um das neue Samsung Galaxy A zu bewerben, entwickelte Serranetga mit James Gruntz das erste interaktive Musikvideo, bei dem der User den Song remixen kann. Executive Creative Director Florian Beck über die Hintergründe der Kampagne, die «Generation Smartphone» und das Gejammer der Branche.

«Heart Keeps Dancing» wurde vor acht Monaten veröffentlicht. Trotz grosser Resonanz beim Publikum gibt es bisher kein offizielles Musikvideo. Ist diese Lücke Teil der Samsung-Kampagne?
Nein, aber wir haben diese Lücke genutzt. Der Song «Heart Keeps Dancing» wurde zuerst nur in der Schweiz lanciert. Zum internationalen Release sollte dann das passende Musikvideo kommen.
Was hielt James Gruntz von der Remix-Idee?
Es ist grundsätzlich immer heikel, wenn man Musikern in ihren Sound pfuschen will. James jedoch fand die Idee von Anfang an sensationell, ist ins Tonstudio gegangen und hat alle einzelnen Spuren und Soundelemente des Projektes selbst eingespielt.
Es fällt positiv auf, dass alles aus einer Hand kommt.
Genau. Deshalb können die User – böse gesagt – den Song gar nicht verhunzen, egal was sie dazu- oder wegnehmen. Die Bandbreite an Sounds ist extrem gross. Der Song ist deshalb ein Glücksfall: Er bleibt immer gut, egal ob man ihn in Richtung Electronic, Funk oder in eine ruhigere Ecke mixt.
Dass Gruntz in der Zwischenzeit auf nationaler Ebene ausgezeichnet wurde, kommt der Kampagne wohl auch gelegen …
Dass er am 27. Februar noch mit dem Artist Award und als «Best Breaking Act» bei den Swiss Music Awards ausgezeichnet wurde – das hat ihn und uns wirklich sehr gefreut. Damit gerechnet oder darauf spekuliert hatten wir allerdings nicht …
Bei den Swiss Music Awards waren bereits Ausschnitte aus der Kampagne zu sehen. Entsteht daraus schlussendlich ein offizielles Musikvideo?
Nein, aber der offizielle Remix. Beim angehängten Wettbewerb wählt eine Jury inklusive James Gruntz die besten zehn Einsendungen aus. Diese kommen in ein Voting, in Kooperation mit Blick am Abend. Der mit den meisten Votes erscheint als offizieller Remix von Gruntz auf YouTube. Der Sieger erhält ein privates Konzert von James, egal wo er möchte.
Was waren die grössten Herausforderungen bei der Umsetzung?
Einerseits, einen Kunden wie Samsung zu überzeugen, eine solche Brand-Experience zum Herzstück einer Kampagne zu machen. Einen Kunden von etwas zu überzeugen, von dem er sich nicht genau vorstellen kann, wie es am Ende aussieht, ist immer problematisch. Insbesondere, wenn man Dinge macht, die noch niemand gemacht hat. Andererseits war es eine aufwendige Programmiergeschichte, so viele Tonspuren unter einen Hut zu bringen, da jeder Spur Videomaterial hinterlegt ist. Und schliesslich die Kürze der Zeit – das ist bei Samsung oft so. Das finale Phone kommt meist sehr spät, insbesondere die Info, was es alles kann, da meist mehrere Entwicklerteams mehrere Geräte entwickeln. Bis dann entschieden wird, welches lanciert wird, vergeht viel Zeit – die für die Entwicklung der passenden Kommunikation am Ende natürlich fehlt.
In der aktuellen Kampagne wird die GIF-Funktion ins Zentrum gerückt …
Die Galaxy-A-Serie wendet sich vor allem an eine junge Zielgruppe, da sie viele Social- und Selfie- Funktionen integriert hat, plus zum ersten Mal einen in die Kamera integrierten GIF-Generator. Das ist speziell, das hatten andere Smartphones noch nicht. Aufgrund dessen haben wir die GIF-Ästhetik gewählt. So gesehen war die Herausforderung, eine für die Zielgruppe passende User-Experience zu erschaffen – und genau diese zum Herzstück der Kampagne zu machen. Wir wollten nicht einfach Banner erstellen und ein paar Plakate aufhängen.
Der Hype um die animierten GIFs dauert doch schon Jahre an – plötzlich wollen alle drauf aufspringen?
Ja, aber komischerweise setzen sich GIFs erst jetzt richtig durch. Und wird dementsprechend international von Buzzfeed etc. gehypt. Wir haben es aber nicht wegen des Hypes gemacht, sondern weil ich es immer schon für eine schöne (Bewegt-)Bildsprache halte, die besonders bei der Zielgruppe äusserst beliebt ist. Sie beantworten beispielsweise WhatsApp- Messages nicht mehr mit Text, sondern mit GIFs. GIFs haben mittlerweile einen grossen Einfluss auf das soziale Leben der Kids, denn sie kommunizieren ja fast nur noch übers Smartphone. Was eigentlich ein bisschen erschreckend ist (lacht). Unsere Generation ist da so reingewachsen, für Millennials hingegen ist es normal. Deshalb wird es nicht mehr hinterfragt. Ich zum Beispiel bin froh, wenn ich mein Smartphone übers Wochenende mal ausschalten kann, das ist Luxus für mich.
Angenommen diese Kampagne funktioniert …
… wovon wir ausgehen … (lacht)
… ist dann geplant, dass Samsung dieses Konzept auch mit anderen Künstlern anwendet, vielleicht im Ausland?
Bis jetzt noch nicht. Am Anfang sind immer alle skeptisch. Wenn dann alles funktioniert, haben ’s natürlich alle immer schon gewusst (lacht). Wenn wir das Projekt weiterverfolgen können, wäre das toll. Wir werden mittlerweile direkt von Musikern, die es gesehen haben, angefragt, ob wir nicht auch mit ihnen «solche Sachen» machen könnten. Ähnlich ist es auch beim «Digital Unpacking», das wir gerade für den Samsung-Galaxy-S6-Launch umgesetzt haben. Wir bekommen viel Feedback von Tech- Leadern, die wissen wollen: «Hey, wie habt ihr das gemacht?» Da fängt es für mich wieder an, richtig Spass zu machen. Ich finde, momentan ist die beste Zeit, Werber zu sein.
Wieso?
Weil man Sachen machen kann, die noch keiner gemacht hat – und nicht die hundertste Plakatidee umsetzen muss.
Dank der technologischen Möglichkeiten?
Genau. Ich habe das Gefühl, in der Schweiz wird von einer vielleicht eher älteren oder etablierten Generation von Werbern oft über die heutige Zeit gejammert. Ich habe vor meiner Zeit in der Schweiz viel international und sehr klassisch getrieben gearbeitet, hatte aber nie Berührungsängste mit der digitalen Welt. Was viele andere hier haben. Als Kreativer finde ich es eigentlich ein Muss, dass man sich immer neuen Dingen zuwendet, neugierig ist. Kreativ gesehen ist Digital ein Schlaraffenland, in dem man wirklich kreativ sein kann. Und man kann keine Award-Fakes machen. Tolle digitale Ideen kosten einfach zu viel Geld und Zeit, um sie einfach mal so umzusetzen.
Was meinen Sie mit Award-Fakes?
Zombie-Kampagnen, die nur für die Awards gemacht werden. In Cannes und bei anderen Awards sind ein Grossteil der Gewinner-Arbeiten Fakes. Einfach um zu zeigen, wie kreativ man sein könnte. Der Kunde wird natürlich darüber in Kenntnis gesetzt. Früher habe ich das auch gerne gemacht. Mittlerweile finde ich aber, wenn man Awards gewinnt, dann muss das eine Auszeichnung für einen realen Job sein, bei dem man ein Briefing hatte – und den harten Weg gehen musste, den Kunden dafür zu begeistern. Wenn man dafür noch einen Award gewinnt, ist das toll – aber nicht einfach, um Pseudokreativität zu fördern. Das hat mit Kreativität nichts zu tun.
Interview: Thomas Häusermann
