Autor: admin
Lausanne schlägt Zürich 250:140
Katalog Was an Zürichs Bahnhofstrasse ein Erfolg war, wurde auf dem Place de l’Europe in Lausanne zum Triumph.
Ideenwerk sorgt für Durchblick
Fachhandel Die Optikergeschäftskette Import Optik AG hat die Oltner Werbeagentur Ideenwerk mit ihrer Kommunikation betraut. Ideenwerk realisiert Print- und POS-Massnahmen und überarbeitet den Internetauftritt.
Unwissenschaftliche PR
Gastkommentar Die Public Relations haben noch nicht das Zeug zur akademischen Kanonisierung, findet Stephan Russ-Mohl nach dem Studium zweier Feldstudien.
Studium zweier Feldstudien.
Professionalisiert sich die PR-Branche? Wie einflussreich sind Kommunikationschefs wirklich? Existiert gar eine PR-Wissenschaft? Antworten geben zwei Studien, die sich in bisher kaum gekannter Gründlichkeit mit der PR-Kunst in der Schweiz und in Deutschland befassen.*Offenbar klafft zwischen dem Alltagsgeschäft und dem Anspruch vieler PR-Experten, Kommunikation strategisch mitzugestalten, eine beträchtliche Lücke: Viele PR-Führungskräfte haben schlicht keinen gesicherten Zugang zu den Entscheider-Gremien. Für die Schweiz hat die erste breit angelegte Befragung von PR-Experten ergeben, dass diejenigen, die mit Strategiefindung auf der Top-Ebene und zugleich mit Kommunikationsaufgaben befasst sind, ihre PR-Verpflichtungen eher nebenbei und wenig professionell wahrnehmen. Wer sich dagegen hauptberuflich ums Kommunikationsmanagement kümmert, ist meist nicht dabei, wenn die Weichen gestellt werden.
In der deutschen Studie heisst es, viele PR-Stäbe hätten gegen-über den Medien nicht einmal das erforderliche «Informationsmonopol», um die externe Selbstdarstellung gestalten zu können. Aufgeräumt wird auch mit der Mär, Unternehmens-PR sei etwas gänzlich anderes als die Öffentlichkeitsarbeit von Behörden und Non-Profit-Organisationen. Des Weiteren könne sich trotz erkennbarer Tendenzen zur Professionalisierung die PR nicht zu «einer Profession im klassischen Sinne» entwickeln. Dafür fehle es unter anderem an Zugangsregeln zum Beruf, einer gesicherten Wissensbasis, Selbstkontrollinstanzen und professioneller Autonomie.
Eine schöne Pointe steuert Klaus Kocks, Ex-PR-Chef von Volkswagen, im Vorwort zur Studie bei. Er fragt, ob es eine «PR-Wissenschaft» geben könne, und vergleicht seine (flatterhaften?) Zunftkollegen mit Schmetterlingen. Der sie sammelnde Forscher weise «den bunten Wesen einen Ort zu, der ihm die diskursive Behandlung der gesamten Insektenwelt erlaubt; er weiss, dass sein Bestimmbuch nicht die Wirklichkeit selbst ist, aber er weiss auch, dass er die intellektuelle Ordnung nicht den Schmetterlingen selbst überlassen kann.»
Dass die Öffentlichkeitsarbeiter in «berufsnotorischer Emphase» von einem gewichtigen eigenen Fach ausgingen, könne den Wissenschaftler «als Phänomen» interessieren, rechtfertige aber keine eigene akademische Disziplin, mokiert sich Kocks.Wie Recht er hat – und wie schön, dass die PR-Forschung sich allmählich freizuschwimmen scheint von jenen PR-Experten, die sie nur zum Zwecke der PR für PR instrumentalisieren wollten.
* Public Relations in der Schweiz. Eine empirische
Studie zum Berufsfeld Öffentlichkeitsarbeit von U. Röttger/J. Hofmann/O. Jarren. UVK Verlag, Konstanz 2003.
Public Relations als Beruf. Kritische Analyse eines
aufstrebenden Kommunikationsberufs von Edith
Wienand. Westdeutscher Verlag, Wiesbaden 2003.
> Stephan Russ-Mohl ist Buchautor und Professor für Kommunikationswissenschaft an der Universität Lugano.
Leuenberger streicht indirekte Presseförderung
Stiftung Die Aufhebung der indirekten Presseförderung ab 2007 ist gemäss Bundesrat Moritz Leuenberger angesichts der Bundesfinanzen unwi-derruflich.
Cracks for Kids nicht mehr gratis
Zeitung Ab kommendem Sonntag wird Cracks for Kids nicht mehr kostenlos abgegeben, sondern für 2.50 Franken am Kiosk verkauft.
Auf nach Britannien!
Tourismus Das britische Fremdenverkehrsbüro, das am Stauffacher in Zürich ein «Swiss Office» unterhält, beauftragte Hesskiss mit der Entwicklung einer Postkartenserie, um das Prospektmaterial mit einem Wettbewerb zu promoten.
Spreizfaktor und Blössenwahn
Lauterkeit Werber und Gleichstellungsbeauftragte diskutierten über Sexismus in der Kommunikation.
«Nicht jede Abbildung nackter Haut in der Werbung ist sexistisch», meinte Stadtpräsident Elmar Ledergerber in seiner Begrüssungsrede. Die Kernfragen der Diskussion ist vielmehr: «Verletzt sie? Setzt sie herab?»
Wenn ein Pfau das Rad schlägt, will er nicht Werbung für Federn machen, sondern verhindern, dass er ausstirbt. «Wer nicht wirbt, stirbt», folgerte Andy Ruf. Der Vizepräsident der ASW fordert deshalb: «Ein Eye Catcher muss einen Bezug zum Produkt haben.» Pikante Überraschung im anschliessenden Panel: Die Runde von Gleichstellungsbüro und Werbung war sich mit nur wenigen Einschränkungen einig, dass zum Beispiel die berühmte Sloggy-Werbung nicht als sexistisch eingestuft werden darf. «Ein String muss und darf beim Po gezeigt werden, denn dort gehört das Produkt schliesslich hin.»
«Tausendmal berührt, tausendmal ist nichts passiert», zitierte Andy Ruf zu dieser «Anmache» Klaus Lage. Quintessenz: Manchmal muss man ein wenig angriffig sein, denn wer keine weiterführenden Ideen hat, wirkt bald einmal langweilig.
«Man muss schreien»
Nur zwei Prozent der Werbung erreicht ihre Zielpersonen. Und selbst dann ist noch nicht sicher, ob sie positiv wirkt. Referentin Eveline Bornträger Stoll, Psychologin und Pretester verschiedener Kampagnen: «Man muss schreien, um gehört zu werden.» Sie unterscheidet drei wirksame Werbemethoden: Die physischen Reize werden in der lauten Werbung angesprochen. Überraschende Reize finden sich in Sujets wie zum Beispiel der «lila Kuh» und anderen Ideen mit schrägem Humor. Hier lauert die Gefahr, dass sich der Witz schnell abwetzt. «Zu viel Überraschung wirkt störend für die Botschaft.» Erotisierende Reize sind Schlüsselreize, auf die Männer und Frauen von Natur her programmiert sind. Spielt Werbung mit erotischen Effekten, ist es wichtig, dass der Blick-fang eindeutig mit dem Produkt in Verbindung gebracht werden kann. «Man erinnert sich prinzipiell besser an Werbung mit Erotik. Allerdings erinnert man sich nicht mehr an den Inhalt», weiss die Psychologin. Und besteht gar kein Zusammenhang zwischen Werbung und Produkt, «ist die Erinnerung am schlechtesten». Rund 300 Beschwerden über Werbung gehen pro Jahr bei der Lauterkeitskommission ein. Rund 20 davon betreffen Geschlechter diskriminierende Werbung, wie Marc Schwenninger, Rechtsanwalt der Lauterkeitskommission, darstellte. Nach welchen Massstäben Verstösse bereits zum Voraus beurteilt werden können, kann auf www.lauterkeit.ch eingesehen werden.
«Armselige Seelen»
Es muss aber nicht nur falsch ins Bild gesetzte Erotik sein, die in der Werbung als sexistisch empfunden wird. Werbung für Spülmittel, die Frauen als Doofchen in der Küche stilisiert, sei viel diskriminieren-
der als «Spreizwinkel und Blössenwahn». Diese Art Werbung «entblösst eine armselige Seele», warnte Hochschuldozent und Kolumnist Ludwig Hasler.
«Es gibt keine fertigen Lösungen, die Grenzen sind fix», fasste Stephanie Hugentobler, Präsidentin Script, die Diskussionsrunden der abschliessenden Workshops zusammen. In diesen hat sich übrigens herausgestellt, dass nicht selten die Männer eine Werbung sexistisch finden, während diese von den Frauen als absolut tolerierbar und sogar sexy eingestuft wird.
Links: Der ASW-Vorstand in einer Parodie des Sloggy-Plakats (Original unten). Ausserdem: Umstrittene Kampagnen von IWC und Rossignol.
Andreas Panzeri
Wernli hat Zogg Kettiger Gasser gernli
Food Zogg Kettiger Gasser wirbt künftig für die Biscuitmarke Wernli. Die Zürcher Werbeagentur setzte sich in einem Pitch gegen zwei Konkurrenten durch. Etathalterin war Ruf Lanz.
Der erste Eindruck
Neugründung «Ein kleiner Schritt für die Menschheit, ein grosser Schritt für Krieg und Schlupp», witzeln Daniel Krieg und Uwe Schlupp.
Nur das Billigste ist gut genug
M-Budget Für die Erweiterung der Billig-Linie von Migros baut Exxtra auf schräge Low-Cost-Spots.
«Die Spots werden sicher nicht bei allen gut ankommen», räumt Claudia Haueter ein. Damit scheint die stellvertretende Leiterin Marketing Kommunikation des Migros- Genossenschafts-Bunds (MGB) aber gut leben zu können. Nicht einmal mit Pretests wollte sich der grösste Detailhändler der Schweiz absichern. Die neun Low-Budget-TV-Spots für gerade mal 120000 Franken Produktionskosten dürften das Publikum stark polarisieren. Denn so unerschrocken billig sah letztmals der Lipo-Möbel-Spot mit dem Stumpen rauchenden Prolo-Verschnitt aus.
Als ob Exxtras Kreativ-Team mit der strikten Sparhaltung nicht schon genug herausgefordert gewesen wäre, reizte es mit der Wahl des relativ teuren Mediums Fernsehen die Grenzen der werblichen Askese zusätzlich aus. Das bescheidene Budget habe die Werbeidee entscheidend mitgeprägt, sagt Client Service Director Michael Gassler zurückblickend.
Lausig, dilettantisch – kultig?
Der Plot: In den Spots wird als Film im Film die Entstehung der Low-Budget-Produktion gezeigt. Die Machart der Streifen vermittelt unnachahmlich, dass bei M-Budget auch in der Werbung gespart wird. «Es geht um eine aus Dilettanten zusammengewürfelte Filmcrew, die unter den widrigsten Umständen mit spärlichsten Requisiten und lächerlichem Budget versucht, einen Werbespot zu drehen», beschreibt CD Dieter Hofmann den Inhalt. Dabei geht alles schief, was überhaupt schief gehen kann: Die Kulissen sind schrecklich und die Presenter genauso untalentiert wie die Filmcrew. Unterstrichen wird das Ganze durch die schlechte Beleuchtung, die lausige Handlung und die ungewohnte Bildqualität, wurden die Spots doch auf Video gedreht. Bei der Werbung wird also zu Gunsten der Konsumenten gegeizt: «M-Budget. Mehr Budget für Sie.»
Das Parodie-Feuerwerk, das in einem alten, staatlichen Studio in Kiew hergestellt wurde und zur Prime-Time in ausgesuchten Umfeldern abgefeuert wird, dürfte laut Gassler bald fortgesetzt werden. Gelingt es der nächsten Staffel genauso gut, die Atmosphäre und Symbolik der Discounter-Werbung zu verulken, dürfte das Billig-Programm der Migros bei weiteren Segmenten Kult-Status erreichen.
«Die Spots werden sicher nicht bei allen gut ankommen.»
Claudia Haueter, Leiterin Marketing Kommunikation MGB
Also doch: Geiz ist geil!«Ich bin der Meinung, dass wir unsere Leistung vermehrt in den Vordergrund stellen sollten und plädiere für tiefere Preise bei entsprechender Qualität sowie für bessere Qualität zu höheren Preisen. In der Mitte soll ein Vakuum entstehen», sagt Jörg Brun, Leiter Direktion Marketing Food/Non Food im MGB. Der Erfolg scheint ihm Recht zu
geben: Während sich Migros’ Detailhandelsumsatz lediglich um 1,8 Prozent verbessert hat, legte die Billig-Linie um sechs Prozent auf 209 Millionen Franken zu.
Das Potenzial bleibt gross: M-Budget umfasst rund 200 Produkte gegenüber 200000 Artikeln, mit denen der Detailhandelsriese 2003 16,8 Milliarden Franken umgesetzt hat. Auch deshalb macht sich Jörg Brun über die Kannibalisierungsgefahr kaum Sorgen: «Lassen Sie doch die Konsumentinnen und Konsumenten entscheiden, welche Artikel in welcher Qualität sie möchten. Es gibt auch Budgetprodukte, die sich nicht gut verkaufen lassen.» (la)
Loten die Schmerzgrenze des schlechten Geschmacks aus: TV-Spots für M-Budget.
Das kleine Werbebudget lieferte Exxtra die Werbeidee.
M-Budget Der Migros ist für ihr Tiefpreissortiment nichts zu billig – die neue Kampagne von Exxtra ist so lausig gemacht, dass ihr der Kultstatus sicher ist. >> Seite 7
Luca Aloisi
Satelliten messen Plakate
Aussenwerbung Das Plakatforschungsprojekt Swiss Poster Research (SPR), das mittels Satellitentechnik (GPS) die Kontaktchancen von Plakaten erhebt, wendet sich den Plakatstellen in der Agglomeration Zürich zu.
(mk)
