Namensstreit mit Jahr

Verlage Muss sich Alexandra Jahr für ihren Jahr & Co VIP Media Verlag, der die Titel Golf & Country, Petri Heil und Kavallo herausgibt, einen neuen Namen suchen?

Verlage Muss sich Alexandra Jahr für ihren Jahr & Co VIP Media Verlag, der die Titel Golf & Country, Petri Heil und Kavallo herausgibt, einen neuen Namen suchen?Der neue Besitzer der VIP Media Verlag AG, Hans Ruf, ist der Meinung ja. Der Flugzeugbauingenieur hat den Verlag von Urs H. Dillier per 1. Januar 2004 gekauft, inklusive Tauchermagazin Aquanaut. Per Ende März lanciert er nun zusätzlich ein neues Golfmagazin (siehe Seite 15).Die Vorgeschichte: Im Mai 2003 war es zum Zerwürfnis zwischen Alexandra Jahr und Dillier gekommen. In der Folge übernahm Mehrheitsaktionärin Jahr von Dillier dessen 25-Prozent-Anteil an der gemeinsamen Firma. Weil die Namensrechte des VIP Media Verlages aber bei Dillier blieben, wählte Jahr für ihren Special-Interest-Verlag den neuen Namen Jahr & Co. VIP Media Verlag.
Dies werde zu Verwechslungen führen, ist Ruf überzeugt. Er suche jetzt mit Alexandra Jahr eine einvernehmliche Lösung. Falls diese nicht zu Stande komme, werde er den Rechtsweg beschreiten.
(dse)

Ebay goes Print

Magazine Nach der letztjährigen Premiere mit den «1000 besten Internet-Adressen» hat der Hamburger Milchstrasse Verlag diesen Montag mit einem Sonderheft zum weltgrössten Online-Marktplatz nachgedoppelt.

Magazine Nach der letztjährigen Premiere mit den «1000 besten Internet-Adressen» hat der Hamburger Milchstrasse Verlag diesen Montag mit einem Sonderheft zum weltgrössten Online-Marktplatz nachgedoppelt.Unter dem Motto «Drei, zwei, eins … meins!» serviert das zweite Extra des Computermagazins Tomorrow eine Mischung aus Entertainment- und Service-Geschichten rund um den Ebay-Kult. Neben Erfolgsstorys von Sammlern und Schnäppchen-jägern beinhaltet die 108-seitige und 19 Franken teure Illustrierte auch eine CD mit aktueller Auktionssoftware. Wie beim letzten Tomorrow-Extra liegt die im gesamten deutschsprachigen Raum vertriebene Druckauflage bei 70000 Exemplaren.

Auflagenbolzer und Fassadenwischer

Medien und PR Wie steht’s um die Glaubwürdigkeit (in) der Kommunikationsbranche? Journalisten und PR-Fachleute beantworteten diese Gretchenfrage am «2. Communication Summit» unterschiedlich.

Medien und PR Wie steht’s um die Glaubwürdigkeit (in) der Kommunikationsbranche? Journalisten und PR-Fachleute beantworteten diese Gretchenfrage am «2. Communication Summit» unterschiedlich.
«Glaubwürdigkeit ist unser beider Leitwährung.» Karl Lüönd, Publizist und Leiter des Medieninstituts vom Verband Schweizer Presse, fand gleich zu Beginn seines Eröffnungsreferats eine Kurzformel für die gemeinsame Ressource und Zielsetzung von Medienschaffenden und PR-Profis. Damit war der kleinste gemeinsame Nenner der beiden Berufsgruppen zwar identifiziert, aber auch schon ausgeschöpft. Denn mit Hilfe welcher Wahrheit – respektive Wahrheiten – diese Glaubwürdigkeit (wieder) zu erlangen sei, darüber waren sich die Vertreter der beiden Kommunikationswelten am Dienstag vergangener Woche im Ringier-Pressehaus nur stellenweise einig. An der von der Zürcher Public Relations Gesellschaft und dem Zürcher Presseverein (ZPV) organisierten Veranstaltung ging es somit neben dem offiziellen Thema einmal mehr um «die nach wie vor gestörte Beziehung» zwischen Medien- und PR-Leuten, wie sie Lüönd konstatierte.
Argumentatives Pingpong
Zur geforderten Entkrampfung der Zweckgemeinschaft von neutralen und Interessen gesteuerten Kommunikatoren trug auch das von ZPV-Vorstand Reto Lipp moderierte Podium nur bedingt bei. So warf Maja Amrein, Inhaberin von Flow Communications, den Medien vor, nur solche Inhalte als wahr anzusehen, die sich gut verkaufen liessen. Kommunikationsberater und Tamedia-Verwaltungsrat Iwan Rickenbacher hielt dagegen, dass «das Misstrauen gegenüber den Medieninstitutionen zugenommen hat.»
Die Chefredaktoren von Blick und SonntagsZeitung, Werner de Schepper und Andreas Durisch, lokalisierten Glaubwürdigkeitsdefi-zite – als Vertreter des Journalismus wenig überraschend – hauptsächlich im PR-Bereich. De Schepper beklagte die zunehmende Verwässerung kommunikativer Substanz durch die immer zahlreicher in Wirtschaft und Verwaltung «herumtanzenden» PR-Leute. Und Andreas Durisch unterstrich, dass statt offener, authentischer Kommunikation insbesondere in Krisenzeiten oftmals «reine Fassadenwischerei» betrieben werde.
Einige Zugeständnisse
Es wurden aber auch versöhnliche Töne angeschlagen. So stellte Durisch nicht ganz neidlos fest, dass im Bereich der Corporate Communications mit dem dort «schon immer reichlich vorhandenen Geld» un-terdessen qualitativ hoch stehende Erzeugnisse produziert würden. Ri-ckenbacher indes verwies auf die Qualitätsfortschritte bei der Presse: «Früher, das heisst zu Zeiten der Parteipresse, wurde die Wahrheit häufiger und vor allem systematischer unterdrückt als heute.»
Vergleichsweise selbstkritisch äusserten sich hingegen Amrein und de Schepper. Gerade für ein Boulevardblatt gebe es kein «statisches Wahrheitsgebäude», sondern höchstens «Wahrhaftigkeit», gab der Blick-Chef (und Theologe) zu Protokoll. «Wir wollen etwas darstellen, so wie es wirklich sein könnte.» Von dieser Offenherzigkeit liess sich die Kommunikationsfachfrau Amrein anstecken und bekannte, bei ihrer Arbeit zwar noch nie gelogen, manchmal jedoch bewusst «nur einen Aspekt des Ganzen» beleuchtet zu haben. Es wird wohl noch den einen
oder anderen Kommunikationsgipfel brauchen, damit sich die Standpunkte und Sichtweisen der beiden Branchenpartner annähern. Aber schliesslich ist «Wahrheit» im nie endenden öffentlichen Kommunikationsprozess immer nur «die Wahrheit zu einem bestimmten Zeitpunkt», wie es Blick-Chef de Schepper schon fast philosophisch formulierte.
Zwei Perspektiven auf dieselbe Realität: Journalisten und PR-Leute.

«Vorsicht im Umgang mit Wahrheit»Peter Studer, Präsident des Presserats, über die unterschiedliche
Mission von Medien und PR.
WW Herr Studer, die Selbstdiagnose der Kommunikationsbranche an ihrem Zürcher Gipfeltreffen lautete «akuter Glaubwürdigkeitsverlust». Sehen Sie das auch so?
Peter Studer Das ist eine sehr vage Behauptung. Statt an Befindlichkeiten orientiere ich mich lieber an empirischen Belegen. Und hier hat es etwa in Deutschland erst kürzlich eine Umfrage gegeben, die gezeigt hat, dass die Glaubwürdigkeit der Medien nicht wesentlich abgenommen hat.
Die Kommunikationsberaterin Maja Amrein wirft den Medien vor, nur
das als wahr anzusehen, was Quote oder Auflage bringt.
Dieser These lassen sich die Daten einer Studie aus dem Jahr 2001 unter fast 2000 Journalisten in der Schweiz entgegenstellen. 92 Prozent der Befragten bekennen sich zum Rollenselbstbild des neutralen, die Realität abbildenden Berichterstatters. Nur 21 Prozent sehen sich in dieser Umfrage als Vermarkter, die ein nachgefragtes Produkt möglichst Gewinn bringend absetzen wollen.
Kann man den Medien und ihrem Streben nach der Wahrheit also ein gutes Zeugnis ausstellen?
Mit dem Begriff der Wahrheit sollte man vorsichtig umgehen. Ich rede lieber von der Wahrhaftigkeit, also der Suche nach der Wahrheit. Im Vergleich zu früher ist hier tatsächlich eine Qualitätssteigerung festzustellen. Heutige Journalisten bemühen sich intensiver als vor 40 Jahren, den Tatsachen auf den Grund zu gehen. Allerdings verschärft der steigende Wettbewerbsdruck zwischen den einzelnen Medien die Tendenz zum Thesen-Journalismus. Dabei besteht die Gefahr, dass journalistische Grundsätze wie etwa das Fairnessgebot verletzt werden.
Wie beurteilen Sie die Situation im Bereich von Öffentlichkeitsarbeit und PR?
Grundsätzlich muss man sich im Klaren darüber sein, dass Journalisten und PR-Leute eine unterschiedliche Mission haben. PR-Leute sind Söldner im Dienste eines Unternehmens oder einer Behörde, während Journalisten der Öffentlichkeit verpflichtet sind. Gute Kommunikationsfachleute haben aber erkannt, dass auch sie sich der Wahrhaftigkeit verschreiben sollten – jedenfalls in dem Sinne, dass sie auf aktives Lügen verzichten. Denn wenn ihre Glaubwürdigkeit angekratzt ist, schadet das letztlich auch ihrem Auftraggeber.
Interview: Patrick Steinemann
Patrick Steinemann

News Aktuell kooperiert mit AWP

Presseagenturen Der Presseservice News Aktuell Schweiz kooperiert für den Vertrieb seiner «Originaltext-Meldungen» mit der AG für Wirtschaftspublikationen (AWP).

Presseagenturen Der Presseservice News Aktuell Schweiz kooperiert für den Vertrieb seiner «Originaltext-Meldungen» mit der AG für Wirtschaftspublikationen (AWP).Seit Anfang Februar wird die Schweizer Wirtschaftsnachrichtenagentur von News Aktuell mit Wirtschafts- und Adhoc-Meldungen beliefert. AWP veröffentlicht diese online in

Ideen à discrétion

Markus Marchel, Koch und Verlagsfachmann, vermarktet einen schmackhaften Mix an Werbemöglichkeiten.

Markus Marchel, Koch und Verlagsfachmann, vermarktet einen schmackhaften Mix an Werbemöglichkeiten.Wer mit dem Taxi zum Flughafen fährt, um mit Swiss einen Flug in die Welt anzutreten, wird in Zukunft gleich mit zwei neuen Produkten von «marchel g…media» in Kontakt kommen. Mit seiner frisch gegründeten Firma in Windisch vermarktet Markus Marchel nämlich exklusiv die nationale Werbung auf Taxis. Und exklusiv können bei ihm auch die seit Januar eingeführten Radio-spots auf den Inflight-Channels der Swiss gebucht werden.«Ich musste mir etwas einfallen lassen und suchte nach zukunftsträchtigen Produkten», kommentiert Markus Marchel seine berufliche Situation, als sich im letzten Sommer der vermeintliche Traumjob beim Hotelier Verein nach nur wenigen Monaten in Luft auflöste.
Der gelernte Koch und damalige Anzeigenchef beim Beobachter fand es «eine ideale Konstellation», als ihm vom Hotelier Verein die oberste Verantwortung als Verkaufsleiter für sämtliche Printprodukte von Hotel Revue bis Café Bistro angeboten wurde. Leider musste der Mediaspezialist dann schnell entdecken, dass diese Publikationen seit Jahren tiefrote Zahlen schreiben. Da war es «ein logischer Verbandsentscheid», dass diese Titel eingestellt wurden.
Natürlich hat der leidenschaftliche Koch in dieser unerwarteten Situation an die Eröffnung einer eigenen Beiz gedacht. Das wäre aber für seine Frau und die drei Töchter «keine sinnvolle Lösung» gewesen.
Nicht nur familienfreundlicher, sondern auch wirtschaftlich viel versprechender schien dem Verlagsmann die Gründung der Einzelfirma «marchel g…media». Seit Januar operiert er unter dieser Adresse in einer schönen Windischer Villa mit Park. Im gleichen Haus befindet sich die TWS Taxi Werbung Schweiz von René Schärli. Kein Zufall, denn TWS ist der wichtigste neue Auftraggeber von «marchel g…media». Als Vertriebspartner mit Exklusivrecht für nationale Kunden will Markus Marchel massgeblich am Aufbau dieser neuen Werbemöglichkeit mitarbeiten. Lokal hat es diese Art Werbung schon länger gegeben. Neu bei TWS ist, dass man alle verfügbaren Schweizer Taxis über eine zentrale Stelle buchen kann.
Für sein zweites Exklusivmedium Swiss Radio ist Marchel eine Vertriebspartnerschaft mit der Radio Factory von Harry Müller eingegangen. Diese produziert neben dem Bordprogramm auf den Mittel- und Langstrecken-flügen der Swiss auch Beiträge für Radio Tropic – dem dritten Medium, für das «marchel g…media» als Vertriebspartner die Werbung akquiriert. Mehr als nur die Finger drin hat «marchel g…media» auch bei Gastro- Facts. Auf dem Online-Portal der Gastronomie bieten zurzeit 650 Firmen ihre B2B-Werbung an. Im Mai kommt eine Printausgabe als handlicher C5-Führer auf den Markt, in Zusammenarbeit mit Salz & Technik sowie der Branchenausstellung IGEHO der Messe Basel. Und als ob da nicht schon genug A-la-carte-Menüs am Köcheln wären, will Marchel im September in der Zürcher Music-Hall mithelfen, den ersten «Best of Swiss Gastro»-Award zu organisieren.
Bewältigen kann er all diese Aufgaben nur, weil er sich im Verlauf seiner Karriere ein vielschichtiges Beziehungsnetz aufgebaut hat. Erste Station seiner bald 20-jährigen Laufbahn war das Diners Club Magazin bei Ringier. Zusammen mit Michi Frank hat er später für den Tages-Anzeiger sowie die SonntagsZeitung die Agenturen betreut. Nach einem kurzen Wechsel zu Cash hat Marchel wieder bei Tamedia «allein mit Kurt Zimmermann und ohne Nullnummer oder Maquette» die ersten Anzeigen für Facts verkauft. «Viele meiner Kontaktpersonen waren damals Assistenten und arbeiten heute in leitender Funktion», verrät Marchel.
Übrigens: Das berühmte «Marchel Barbecue», seit 14 Saisons ein beliebter Event für Werberinnen und Werber und 2003 erstmals ausgefallen, soll in diesem Sommer wie Phönix aus der Grillasche emporsteigen.
«Ich suchte nach zukunftsträchtigen Produkten»: Jungunternehmer Markus Marchel.
Andreas Panzeri

Abfallhai vergoldet

Designpreis Die Schweizerische Gesellschaft für Ideen- und Innovationsmanagement Idée Suisse verleiht den «Goldenen Kreativitäts-Oskar '04» dem Abfallhai.

Designpreis Die Schweizerische Gesellschaft für Ideen- und Innovationsmanagement Idée Suisse verleiht den «Goldenen Kreativitäts-Oskar ’04» dem Abfallhai.Mit der Auszeichnung gewürdigt wurden Idee, Design und die benutzerfreundliche Bedienung. Der Abfalleimer wurde von Zemp + Partner Design (Gockhausen), Quadesign Partner AG (Zug) und Brüco AG (Rümlang) entwickelt und produziert.

Facts: Relaunch im April

Printmedien Ab 7. April erscheint das Newsmagazin Facts in neuem Gewand.

Printmedien Ab 7. April erscheint das Newsmagazin Facts in neuem Gewand.Der Verwaltungsrat von Tamedia hat das Konzept zur Weiterentwicklung der Zeitschrift gutgeheissen, das Chefredaktor Stefan Barmettler und sein Projektteam erarbeitet haben. Facts werde optisch modifiziert und konzentriere sich künftig verstärkt auf die Themen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft/Kultur, heisst es in einer Mitteilung.

Adrenalin-Junkies

Suchtprävention «Adrenalin pur. Besser als alles, was ich je probiert habe».

Suchtprävention «Adrenalin pur. Besser als alles, was ich je probiert habe».Mit dem Geständnis eines anonymen Sportlers wollen der Verein «Sport statt Drogen» und Michael Bosshart Werbung Front gegen den Konsum von gesundheitsschädigenden Substanzen machen. Gegründet wurde der Verein von Privatpersonen aus verschiedenen Sportvereinen, um diese bei ihrer Jugendarbeit zu unterstützen und einen Beitrag zu einem sinnvollen Freizeitangebot zu leisten. Dass die körpereigene Droge Adrenalin aber nicht nur im Vereinskollektiv freigesetzt werden kann, beweist zurzeit auch die Zürcher Firma Velo.Com: Mit rauschhaften Bildern und dem Claim «Opium. One Bike for every Trip» soll das schneeweisse Trial-Bike in der Schweiz bekannt gemacht werden. Die Ideensubstanz stammt von den Kreativ-Dealern des Publicis-Syndikats.

e Impuls nascht Chocolat Frey

Genussmittel Die Kommunikationsagentur Se Impuls wurde von Chocolat Frey AG mit der Neukreation der Private-Label-Dokumentation betraut.

Genussmittel Die Kommunikationsagentur Se Impuls wurde von Chocolat Frey AG mit der Neukreation der Private-Label-Dokumentation betraut.Diese richtet sich vorwiegend an ausländische Distributoren, die über die Möglichkeit informiert werden sollen, ihre Schokoladen-Labels mit den Chocolat-Frey-Produkten zu gestalten.

Sendeschluss

Privatradio TZ-Verleger Urs Lüdi sagt, weshalb er Günter Heuberger seine Radio-Top-Anteile verkauft.

Privatradio TZ-Verleger Urs Lüdi sagt, weshalb er Günter Heuberger seine Radio-Top-Anteile verkauft.Eines stellt Verleger Urs Lüdi gleich zu Beginn des Gesprächs mit der Werbewoche klar: «Die Thurgauer Zeitung (TZ) ist nicht in Geldnöten, sie wird das Jahr 2003 mit Gewinn abschliessen.» Erstaunlich: Seit 2001, dem ersten Jahr in ihrer heutigen Form, verzeichnete die TZ einen Anzeigenrückgang um 41 Prozent, bei den Stellen beträgt das Minus 72 Prozent (laut VSW). Doch der TZ-Verleger relativiert. Sein Blatt habe nicht mehr verloren als andere, die Volumeneinbusse auf Basis der bezahlten Millimeter betrage seit 2001 nur 31 Prozent. Die Differenz zum höheren Volumen-Minus in der VSW-Statistik sei entstanden, weil die TZ im 2001 und 2002 jeweils auch Eigeninserate und unbezahlte Anzeigen angegeben habe. Lüdi: «Damit haben wir 2003 aufgehört.»
Zehn Jahre draufgezahlt
Auch wenn Lüdis Verlag 2003 schwarze Zahlen schreibt, der Direktionspräsident von Huber & Co macht finanzielle Gründe für den Ausstieg bei Radio Top geltend. «Der Sender generiert anhaltend massgebliche Verluste.» Das liege weder am Top-Konzept noch an dessen Crew, vielmehr habe der Sender wegen der hohen Infrastrukturkosten – 4 Studios und 15 Sendeanlagen – «bisher nie wirklich schwarze Zahlen geschrieben».
Das gut zehnjährige Radioengagement, davon fünf Jahre als Teilhaber von Radio Top, habe bei Huber & Co viele Mittel abgezogen – wie viel, das will Urs Lüdi nicht sagen. Da Radio nicht zum verlegerischen Kerngeschäft gehöre, habe er beschlossen, auszusteigen. Eine Auffassung, die jener grossen Medienhäuser diametral entgegensteht. Lüdi bedauert: «Ich würde mich gerne multimedial betätigen, aber ich kann und will es mir nicht mehr leisten.»
Ein weiterer Ausstiegsgrund: Lüdi macht keinen Hehl daraus, dass er mit Top-Chef Günter Heuberger in unternehmenspolitischen Fragen das Heu nicht auf derselben Bühne hat. «Als Minderheitsaktionär konnten wir uns nicht das erhoffte Gehör verschaffen», sagt der scheidende Top-Verwaltungsratspräsident.
Ausserdem: Künftig wird das Bundesamt für Kommunikation die Radiokonzessionen kaum mehr so kleinräumig vergeben wie bisher, weshalb die 100-prozentige Huber-Tochter Radio Thurgau AG (RTG) ihre Thurgau-Konzession ohnehin an Top wird abtreten müssen.
Und schliesslich, so Lüdi, würden mit seinem Ausstieg die Besitzverhältnisse bei Radio Top transparenter und der Sender führbarer. Tatsächlich hat Heuberger angekündigt, aus Radio Top eine Publikumsgesellschaft zu machen – vorausgesetzt, das Departement Leuenberger stimmt dem RTG-Verkauf an Heuberger zu.
Sollte dies eintreten, werden die künftigen Besitzverhältnisse bei Radio Top wohl wie folgt aussehen: Heuberger wird rund 54 Prozent der Aktien halten, Verwaltungsrat Martin U. Model 8,5 Prozent. Den Rest werden sich gut 170 Kleinaktionäre teilen.
Heuberger bedauert das Ausscheiden von Lüdi. Er habe den Verleger nicht nur als VR-Präsidenten, sondern auch als strategisches Korrektiv geschätzt. Lüdi habe zudem immer wieder den Kontakt zu den Verlegern in Zürich, Winterthur, St. Gallen und Schaffhausen herstellen können. Dort sei er zwar wegen der Top-Erfolge im Hörermarkt zeitweise in unangenehme Sandwich-Positionen geraten, die er aber souverän gemeistert habe. Heuberger kündigte an, einen neuen VR-Präsidenten zu suchen. Er als Geschäftsführer wünsche keine Ämterkumulation.
Komplizierte BesitzverhältnisseRadio Top ist ein Zusammenschluss der drei Lokalradios Thurgau, Wil, und Eulach (Winterthur), die Träger je einer Teil-Konzession von Top sind. Eulach hält bei Top 50 Prozent, die zwei anderen je 25 Prozent der
Aktien. Radio Thurgau (RTG) gehörte bisher zu 100 Prozent Huber & Co, neu zu 100 Prozent Günter Heuberger. Bei Wil teilen sich 44 Publikumsaktionäre die Aktien, bei Eulach sind es 135. In beiden Firmen hält Heuberger aber grosse Anteile, bei Eulach 42 Prozent, bei Wil
34 Prozent. Auch Radio Top-VR-Mitglied Martin U. Model hält bei Wil 34 Prozent. (mk)
Günter Heuberger: Radio Top soll eine Publikumsgesellschaft werden.
TZ-Verleger Urs Lüdi
Markus Knöpfli

Werbeaufwand im 4. Quartal im Plus

Marktforschung Der Bruttowerbeaufwand in den Schweizer Medien wuchs laut Media Focus im 4. Quartal 2003 um rund 0,6 Prozent.

Marktforschung Der Bruttowerbeaufwand in den Schweizer Medien wuchs laut Media Focus im 4. Quartal 2003 um rund 0,6 Prozent.Übers Jahr ergab sich ein Rückgang von 2,5 Prozent; im 2. Halbjahr betrug das Minus rund 0,9 Prozent. Einen erfreulichen November schrieben die Tageszeitungen. Mit null Prozent Veränderung fiel erstmals im Jahr kein prozentualer Rückgang an (in Franken beträgt das Ergebnis minus 50000). Im Dezember gings aber im alten Trott weiter: Minus 5,3 Prozent und übers Gesamtjahr minus 6,6 Prozent. Die Publikumszeitschriften melden zwei positive Monate (5,1 und 7,2 Prozent), sodass die angelaufenen Verluste bis auf 0,2 Prozent aufgeholt werden konnten. Für die Fachzeitschriften gabs ein Weihnachtsgeschenk im Dezember mit 12 Prozent Zuwachs (Jahresverlust 5,5 Prozent). Das Radio erlebte einen schwarzen November: Ein Rückgang um 10,8 Prozent bedeutete den schwächsten Monat des insgesamt positiven Jahres (3,1 Prozent). Das Kino musste im Dezember einen Einbruch um 23,9 Prozent hinnehmen. Das liegt aber am Rekordwert vom Dezember 2002.

Rentsch dementiert Racheakt

Verlage Die Abklärungen der Weko gegen Vogt-Schild laufen seit dem Sommer. Vorwurf: Interessenskonflikte.

Verlage Die Abklärungen der Weko gegen Vogt-Schild laufen seit dem Sommer. Vorwurf: Interessenskonflikte.Dass die Wettbewerbskommission (Weko) den Verwaltungsrat der Vogt-Schild/Habegger (VS/H) etwas genauer unter die Lupe nimmt, wie dies die SonntagsZeitung (SoZ) schrieb, ist richtig. Ebenso, dass die Weko Abklärungen vornimmt zur Rolle von VR-Präsident Fritz Schuhmacher, der gleichzeitig VR-Vizepräsident sowohl der PubliGroupe als auch der Basler Zeitung Medien ist. Das bestätigt Weko-Sprecher Patrik Ducrey.In der Branche tauchte schnell einmal die Vermutung auf, Rudolf Rentsch, der Mitte 2003 als Direktor und VR-Präsident von VS/H abgesetzt worden war, wolle nun Schuhmacher und die VS/H bei der Weko anschwärzen. Von der Werbewoche darauf angesprochen, sagt Rentsch, dass er auf Racheakte und Machtspiele verzichte – «im Interesse der Firma und der Leute, die dort arbeiten». Tatsache sei, dass er bereits vor längerer Zeit von der Weko ersucht wurde, eine Stellungnahme zu den Ereignissen bei VS/H und deren Hintergründen abzugeben. Dabei habe er unter anderem auch «auf Schuhmachers offensichtliche Interessenkonflikte» hingewiesen. «Das war aber in dieser Angelegenheit mein einziger Kontakt mit der Weko, und ich habe seither auch nichts mehr von ihr gehört», so Rentsch.
Weko-Sprecher Patrik Ducrey betont, dass es sich um Abklärungen und kein formelles Verfahren handle, von einer Untersuchung ganz zu schweigen. Zudem sind die Weko-Abklärungen nicht erst kürzlich angelaufen, wie das der SoZ-Artikel suggeriert. Ducrey: «Wir wurden schon letzten Sommer auf Grund eines Zeitungsartikels aktiv und holten verschiedene Stellungnahmen ein.» Doch wegen der Untersuchungen bezüglich Espace Media, 20 Minuten und Bund sei die Sache liegen geblieben. «Sie ist aber noch nicht abgeschlossen», sagt Ducrey. In der Zwischenzeit seien indes keine neuen Hinweise eingegangen.
Markus Knöpfli
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