Pendler in die Zange nehmen

Werbeangebote Ein Kombi von Plakaten mit Radiospots hat die Autopendler von und nach Zürich im Visier.

Werbeangebote Ein Kombi von Plakaten mit Radiospots hat die Autopendler von und nach Zürich im Visier. Nach einem achtwöchigen Flirt im letzten Sommer geben Radio 24 und die Zürcher Filiale der APG (Allgemeine Plakatgesellschaft) nun ihre Verlobung bekannt. Nicht auf Firmen-, sondern auf Angebotsebene. Mit einem neuen gemeinsamen Produkt (siehe Kasten unten), das ab Woche 19 gilt, sollen Werbekunden primär Autopendler von und nach Zürich ansprechen können. «Die Verknüpfung beider Out-of-Home-Medien ist deshalb spannend, weil Radio, ein auch ausserorts empfangbares Begleitmedium, kombiniert wird mit dem Basismedium Plakat, das geografisch sehr präzis einsetzbar ist», sagt Beat Holenstein, Leiter der APG Zürich.Mehr Plakate, weniger Spots
Das Kombi-Angebot basiert auf einem ersten Versuch, den die beiden Partner im letzten Sommer durchgeführt haben. Damals konnten die Kunden aus zwei Möglichkeiten wählen: Kombi 1 deckte mit 106 Plakaten und Radio 24 die Stadt Zürich ab, Kombi 2 zielte auf die Agglomeration, mit 293 Plakaten und dem Züri-Pool (Radios 24 und Zürisee). Über den Erfolg des damaligen Angebots wollen aber weder Belcom-Verkaufsleiter Richi Gasser noch Beat Holenstein Auskunft geben. Sie nennen auch keine Kunden. Gasser gibt nur so viel preis: Radio 24 erhalte bis heute Anfragen, ob das Kombi mit der APG noch buchbar sei.
Weil Kombi 2 kaum gefragt war, liess man es für die zweite Auflage ganz fallen. Kombi 1 hingegen wurde ausgefeilt, indem die Erfahrungen und Kundenreaktionen vom letzten Sommer einflossen. So enthält das neue Angebot 50 Plakate mehr, und zwar im Aussengürtel der Stadt und auf den Zufahrtsachsen. «Dort werden die meisten Plakatkontakte der Autopendler generiert, weil der Verkehr am stärksten ist», erklärt Holenstein. Die Spotzahl hingegen wurde gegenüber dem Sommerversuch fast halbiert und die Ausstrahlung auf Werktage reduziert.
Vorläufig keine anderen Städte
Das Kombi steht im Übrigen pro Woche nur einem Kunden offen, da das ausgewählte Plakatnetz nur einmal verfügbar ist. Die beiden Partner sehen darin keinen Nachteil. «Wenn ein Kunde die beiden Nummer-eins-Medien der Region Zürich bucht, wollen wir ihm eine bestimmte Qualität und auch eine gewisse Exklusivität anbieten», sagt Holenstein. Und Gasser ergänzt: «Hier ist nicht die Masse entscheidend. Zudem wollen wir weitere Erfahrungen sammeln.»
So ist denn auch eine Ausweitung des Kombis nach Zürcher Art – etwa auf das Gebiet des City Pool mit Basel, Bern, Luzern – zumindest in diesem Jahr nicht vorgesehen. «Aber wenns in Zürich einschlägt, sind wir durchaus offen, etwas Ähnliches auch anderswo anzubieten», so Holenstein.
Zürcher Verbund zwischen APG und Radio 24: Das Plakat geht ins Auge, der Spot ins Ohr.
Affichage stabil im Schweizer Markt Kein Glanzjahr 2003 für den Aussenwerbekonzern Affichage Holding:
Der Gewinn sank auf 19,2 Millionen Franken (minus 16 Prozent). Der
Umsatz reduzierte sich um 3,2 Prozent auf 291,9 Millionen. Für den Rückgang sorgte vorab das Auslandgeschäft, das mit einem Umsatz
von 29,2 Millionen Franken (minus 19,2 Prozent) und einem Verlust
von 1,8 Millionen Franken (2002: 1,9 Millionen Gewinn) abschloss.
Dafür verantwortlich waren Bereinigungen von Altlasten und der
Wegfall ausserordentlicher Erträge. Wie an der Bilanzpressekonferenz
zu vernehmen war, soll das Auslandgeschäft aber bald schon wieder kräftig zulegen. Ziel sei, den Anteil am Konzernumsatz in den kommenden fünf Jahren von heute 10 auf 25 Prozent zu steigern.
In der Schweiz sank der Affichage-Umsatz lediglich um 1 Prozent auf 262,7 Millionen Franken. Der Konzern will seine Schweizer Position mit
Nischenprodukten weiter ausbauen. Bereits 2003 wurden 20 Prozent des Schweizer Umsatzes mit Flughafen-, Verkehrsmittel- und Sportwerbung sowie mit elektronischer Werbung, Bergbahnwerbung und mit Megapostern erzielt. (dse)
Plakat-Radio-KombiFür jeweils sieben Tage können insgesamt 155 F-200-Flächen gebucht und parallel dazu von Montag bis Freitag 24 Spots zu 20 Sekunden
auf Radio 24 geschaltet werden.
105 Plakate sind in der ganzen Stadt verteilt, 25 stehen in den Zürcher Aussengemeinden und 25 weitere an den grossen Einfallstrassen der Stadt. Die Spots werden zu den verkehrsintensiven Zeiten vormittags und abends ausgestrahlt. Die beiden Anbieter APG und Radio 24 versprechen, dass über beide Medien pro Woche je gut 290 000 Personen im Alter von 15 bis 74 Jahren erreicht werden können, wobei die Plakate pro Person 20 OTS (Opportunity to see) und die Spots 4 OTH (Opportunity to hear) aufweisen.
Die Kosten betragen im Niedertarif für sieben Tage 39 020 Franken, für 14 Tage 65 640 Franken, für 21 Tage 92 260 Franken. Das ist jeweils 35 Prozent günstiger als die entsprechenden Einzelbuchungen. Buchungsstelle für das Zürcher Plakat-Radio-Kombi ist stets die APG Zürich.
Markus Knöpfli

Radio 24 im Frühlingskleid

Jingles Radio 24 startet mit einem frischen akustischen Layout in den März. Der Zürcher Sender hat alle Signete und Jingles modernisiert oder neu produziert.

Jingles Radio 24 startet mit einem frischen akustischen Layout in den März. Der Zürcher Sender hat alle Signete und Jingles modernisiert oder neu produziert.Dabei wird die klassische Radio-24-Melodie wieder zu hören sein, und das Klangbild verfügt wieder über gesungene Elemente. Das neue Layout wurde in Zusammenarbeit mit Spezialisten in den Niederlanden und den USA entwickelt und soll «der Qualität führender Radiostationen in Europa» entsprechen, wie es in einer Mitteilung heisst. Produziert wurde es im eigenen Layout- und Promotion-Studio Jingle Factory.

Der billige Jakob als Starverkäufer

Auto-Marketing Weil die Nachfrage schwächelt, werden Neuwagen derzeit primär über den Preis verkauft. Die Kunden freuts, die Händler weniger.

Auto-Marketing Weil die Nachfrage schwächelt, werden Neuwagen derzeit primär über den Preis verkauft. Die Kunden freuts, die Händler weniger.2003 war für die Autobranche kein berauschendes Jahr. Bloss 271541 neue Personenwagen fanden einen Käufer, 8 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Kleiner Trost: Im Vergleich mit anderen europäischen Konsumenten lassen sich die Schweizer ihren fahrbaren Untersatz etwas kosten, sie investieren durchschnittlich 35 000 Franken in einen Neuwagen. Gewinner unter den Automodellen waren letztes Jahr die Kleinen und die Edlen. Zwei Aussenseiter drängten stark nach vorne: Daihatsu hat 51 Prozent mehr Autos verkauft und der erst seit zehn Jahren in der Schweiz aktive Koreaner Kia knapp 70 Prozent mehr. Bei weniger als 2000 verkauften Autos allerdings ein vergleichsweise leicht zu erringender Erfolg. Mit fast 10 000 verkauften Autos ist Citroëns Resultat schon beachtlicher: Der Franzose setzte 23 Prozent mehr Autos ab. Enttäuschend dagegen die Volumenbolzer VW und Opel, aber auch Ford und Mercedes: Praktisch alle Grossen schnitten mit mehr als –14 Prozent überdurchschnittlich schlecht ab. Bei einigen der aristokratischen Nobelmarken dagegen herrscht Freude: Lamborghini etwa hat mit 1304 verkauften Autos das beste Jahresergebnis aller Zeiten erzielt. Wie viel die gesamte Autobranche letztes Jahr umsetzte, ist noch nicht definitiv ermittelt – sicher ist aber: Um die 70 Milliarden Franken dürften es auch 2003 gewesen sein. Immer noch ein nahrhafter Kuchen.Hoffnung oder Zweckoptimismus?Bezüglich des laufenden Jahres gibt sich die Branche vorsichtig hoffnungsvoll. Man glaubt an einen baldigen, wenn auch dezenten Aufschwung. Dahinter könne durchaus eine gute Portion Zweckoptimismus stecken, glaubt Stefan Lüscher, Chefredaktor der Auto-Illustrierten: «Wenn man zusammenzählt, wie viele Neuwagen die Importeure in diesem Jahr verkaufen wollen, ist Skepsis angebracht. Prognosen gehen von 380 000 bis 400 000 Verkäufen aus, während sich die Realität eher um 280 000 bis 300 000 Neuwagen bewegen dürfte.» Auf ihre diesjährigen Werbebudgets angesprochen, gaben sich die Marketingleiter der grossen Marken bedeckt. «Gleich bleibend», oder «eine Idee tiefer», so die vagen Antworten. Einhelliger Tenor: Man müsse den Autosalon abwarten. Renault-Werbeleiterin Anne Thorens erklärt dazu: «Die Strategie wird fortwährend angepasst, deshalb kann sich alles sehr schnell ändern.» Dass der Abwärtstrend der letzten Jahre sich aber auch weiterhin in den Werbebudgets niederschlagen wird, ist zu erwarten. Während 2002 noch 290 Millionen Franken in die Werbeinvestitionen flossen, waren es laut Berechnungen der AG für Werbemedienforschung Wemf 2003 noch 275 Millionen. Immerhin: Die Bremsspur in der Autowerbung ist diesmal weniger deutlich als im Jahr zuvor, als der Rückgang noch 40 Millionen betrug. Sieger im Rennen waren wiederum die Printprodukte, die 69 Prozent aller Werbeaufwendungen ausmachten. «Vom Strassenrand auf die Strasse» – davon sind die Werbeleiter überzeugt: Für Plakatwerbung wurde etwas mehr ausgegeben (38 Millionen im Vergleich zu 34,7 Millionen Franken im Vorjahr).
Konzert im Autohaus
Die Bewerbung der Marke sei grundsätzlich Sache des Herstellers respektive des Importeurs, heisst es von Seiten des Autogewerbes. Die in der Schweiz tätigen rund 5400 Garagenbetriebe – kleine, mittlere und grosse Markenvertretungen und unabhängige Betriebe –, die 2002 mit
39500 Mitarbeitern rund 27 Milliarden Franken umsetzten, verfolgen ein anderes Ziel: Sie wollen hauptsächlich ihren eigenen Namen publik machen. Inserate in Lokalzeitungen, Radiowerbung und spezielle Events sind daher eher die Mittel ihrer Wahl. Für grosse Autohäuser sind ausserdem die regionalen Messen ein Muss. Allein die Automesse Zürich lockt jährlich 60 000 Interessenten in ihre Hallen.
Darüber hinaus lässt man sich einiges einfallen, um die Kunden in die eigenen Verkaufsräume zu locken. Die Basler Kestenholzgruppe verwöhnt ihre Kundschaft mit Oldtimer-Touren, Geschicklichkeitstests im Schnee von Les Diablerets, einem Kundenmagazin oder einer exklusiven Theatervorführung. Die Mercedes- und Mazda-Vertreterin macht mit 260 Mitarbeitern in fünf Betrieben jährlich 260 Millionen Franken Umsatz. Eine Million davon, erklärt Marketingleiterin Ursula Imber, fliesst ins Werbebudget. Laut Willy Egger, Sektionspräsident des Automobil-Gewerbeverbands (AGVS) Kanton Zürich und Besitzer des gleichnamigen Autohauses, besagt die Faustregel, dass rund ein Prozent des Umsatzes eines Autohändlers in die Werbung fliessen sollte. Er räumt aber ein, dass kleinere Händler in der gegenwärtigen Situation weder fähig noch willens seien, so viel zu investieren.
Im Regen: Die kleinen Händler
Automessen, Kundenreisen, Hochglanzmagazine – davon können kleinere Unternehmen nur träumen. «Für Kleine ist Werbung wahnsinnig teuer», sagt etwa Guido Suter, AGVS-Sektionspräsident Kanton Zug, der für seine eigene Garage primär auf Radio-, ein wenig Inseratewerbung und vor allem auf die Frühlingsausstellung in den eigenen Verkaufsräumen setzt. «Anderes nützt mir nichts.»
Die Händler in Willy Eggers Zürcher Sektion beurteilen Events und Ähnliches skeptisch, weil deren Erfolg nicht direkt messbar sei. «Überdies», meint Ursula Imber, «sind die günstigeren Sachen längst ausgelutscht, die Kunden aber mittlerweile sehr verwöhnt. Man muss schon sehr kreativ sein und immer bessere Ideen bringen.»
Der Aargauer Autohaus-Architekt und -Berater Jürg Zryd bezweifelt, ob Events wie klassische Konzerte in der Verkaufshalle überhaupt etwas bringen, einmal ganz abgesehen davon, dass «die Akustik meist miserabel ist». Seiner Ansicht nach vergessen viele Autohausbesitzer, was sie denn überhaupt verkaufen wollten: «Nämlich Autos und nicht Beleuchtungskonzepte oder verglaste Hightech-Paläste.» Wichtiger sei, was dem Kunden direkt diene: «Etwas mehr Gastfreundlichkeit wäre schon viel, und drei markierte und freigehaltene Kundenparkplätze sind besser als jeder spektakuläre Showroom.» Auch Willy Egger setzt auf eine gute persönliche Kundenbeziehung, die er vorwiegend über Telefonverkauf und intensive Betreuung erreicht: «Die beste Werbung ist der tägliche Einsatz für den Kunden.»
In einem sind sich grosse Autohäuser wie Egger und Kestenholz, aber auch kleinere Händler wie Suter einig: Von den Importeuren wünschten sie sich mehr Unterstützung. Willy Egger präzisiert: «Besonders, wenn es um individuelle Aktionen geht. Importeure tendieren dazu, die ganze Schweiz über einen Leisten zu schlagen, doch was in Lugano zieht,
tut es vielleicht nicht im Berner Oberland.»
Preisspirale abwärts
Grundsätzlich nicht glücklich ist das Autogewerbe mit Rabattaktionen, die von den Herstellern diktiert werden.
«Preise, die uns zum Weinen bringen» – Nissans ironisch wirkender Slogan in der Kampagne für Business Cars dürfte beim Autogewerbe einen ganz empfindlichen Nerv treffen. Wobei die Frage ist, wer mehr Tränen vergiesst. Der Hersteller oder der Händler? Preisnachlässe bis zu 5000 Franken für das Auslaufmodell des Opel Astra, 0-Prozent-Leasing, kostenloser Unterhalt während drei Jahren – wer kann da wirklich noch verdienen? Die Hersteller subventionieren solche Aktionen nur teilweise. Händler können die Rabatte über Umsatzboni wieder wettmachen – vorausgesetzt, sie erfüllen die Umsatzziele, was gegenwärtig eher schwierig ist. Branchen-Insider vermuten hinter solchen Aktionen zwar den Versuch, ältere Modelle an die Käufer zu bringen, Produzenten wie beispielsweise Citroën sehen darin eine Investition. Für den Konzern PSA Peugeot Citroën – mit einem Marktanteil von 15,6 Prozent Europas zweitgrösster Produzent – dürfte die Rechnung aufgegangen sein. Hat er 1998 noch Verluste geschrieben, scheint der Turnaround dank der aggressiven Preispolitik im letzten Jahr geglückt. Allein Citroën hat die Verkäufe um satte 23,6 Prozent gesteigert.
Auch Nissan hat im Grunde wenig Anlass zu Tränen: Die Verkäufe stiegen nach einem unterdurchschnittlichen 2003 (+0,3%) im letzten Monat dank der Business-Car-Kampagne um 58 Prozent. Ob damit aber nicht einfach nur ein beträchtlicher Teil der kommenden Anschaffungen vorweggenommen wurde, wird sich Ende Jahr zeigen. Und ob sich der Kunde in Zukunft von lieb gewordenen Gewohnheiten trennen wird, ist ebenfalls fraglich: einmal Rabatt, immer Rabatt!
Neue Modelle brauchen Werbung
Im Vergleich zum Autogewerbe hat die Werbebranche mehr Grund zur Freude. An Neulancierungen wirds in den nächsten Jahren nicht fehlen. Der Druck auf die Hersteller, mehr Modelle zu lancieren, steigt, weil das Durchschnittsalter der Fahrzeugpalette als einer der kritischen Erfolgsfaktoren in der Automobilindustrie gilt. Laut einer Sektorstudie der Bank Leu wurden im Jahr 2000 auf dem Auto-Gesamtmarkt nur 13 grössere Modelllancierungen vermeldet – 2003 waren bereits 25 angesagt. Chrysler allein will in den nächsten drei Jahren 18 neue Modelle in die Schweiz bringen.
Der Wettbewerb verschärft sich dabei vor allem in zwei Segmenten, bei den Minis und den Sportwagen. Und bei beiden gilt, Innovation und Image hin oder her: Preis ist Trumpf.
Daihatsu hat das offensichtlich begriffen. «Grösser ist doof», behauptet der kleine Japaner forsch, bei dessen Auftritt und Preis-Leistung-Politik sich der Vergleich mit Ikea geradezu aufdrängt: das Nötigste zu fairen Preisen. Das Modell Cuore lockt vor allem junge Einsteiger. An dem minimalisierten Sparkünstler, der 4,6 Liter auf 100 Kilometer verbraucht, ist alles dran – für rund 11000 Franken. Fiat dürfte mit dem neu aufgelegten Fiat Panda das gleiche Fahrersegment anpeilen. Genau wie seine künftigen Besitzer ist nämlich auch er gerade erst erwachsen geworden: «Nenn mich bloss nicht Baby!» Bleibt abzuwarten, ob der kostengünstige Alleskönner Fiats Hoffnungen erfüllt, dessen Verkaufszahlen 2003 um 6,6 Prozent geschrumpft sind. Mazda dagegen scheint im letzten Jahr sowohl modell- wie auch werbemässig auf die richtigen Pferdestärken gesetzt zu haben. «Zoom-zoom-zoom» nervt, geht aber offensichtlich rein: 15,8 Prozent mehr Fahrzeuge auf der Strasse.
Die Auto-Werbung fährt immer seltener auf Image-Bahnen: Dafür stehen massive Preisnachlässe und verführerische Barzahlungskonditionen hoch im Kurs.
Renault «Wind»: Die Inflation der Concept Cars belegt den Innovationsdruck in der Branche.
Katrin Piazza

Bau mir den Traumwagen

Automarkt Fahrzeuge sollen immer individueller werden. Auch für Frauen.

Automarkt Fahrzeuge sollen immer individueller werden. Auch für Frauen.«Das Auto ist Identifikations- und Vergleichsobjekt wie kein anderer Gegenstand. Es wird sorgfältig ausgewählt und eingerichtet», behauptet das deutsche Trendbüro in seiner Studie «Zukunftsmarkt Mobilität». In Zukunft könne man vom Auto noch mehr Personalisierung und Hightech erwarten. «Wir kommen Ihren Träumen entgegen», behauptet folgerichtig Mercedes-Benz, und auch Daihatsu gibt sich Mühe, geheime Wünsche zu erfüllen: In diesem Jahr schickt der Japaner nicht nur eine sportlichere Version des Cuore ins Rennen, sondern doppelt mit einem rechtsgesteuerten Roadster nach. Mit dieser eher unpraktischen Steuerung ist auf jeden Fall ein Ziel erreicht: Über mangelnde Aufmerksamkeit werden Fahrer dieses Autos nicht zu klagen haben und müssen dafür bei einem Preis von 26 000 Franken zudem weniger tief in die Tasche greifen als anderswo.Die Autoindustrie ist offensichtlich guten Willens, Bubenträume wahr zu machen. Wie steht es mit den Mädchenträumen? Sportliche, schnelle Autos seien auch bei Frauen angesagt, heisst es in der Branche. Doch so richtig entdeckt haben Marketingleiter und Werbefachleute die Fahrerinnen noch nicht. Wie viele Schweizerinnen tatsächlich ein Auto besitzen, lässt sich leider nicht feststellen, da das eidgenössische Strassenverkehrsamt seine Daten fahrzeug- und nicht halterorientiert sammelt. Dennoch ist klar, dass sich Frauen auch auf der Strasse ihren Platz erobern: In den letzten zwanzig Jahren ist die Zahl derjenigen Frauen, die einen Führerschein besitzen, stärker angestiegen als diejenige der Männer. 1980 fuhren erst 41 Prozent Frauen Auto (gegenüber 67% Männer), 2003 waren es bereits 71 Prozent (89%). Während der Nischenmarkt Tuning und Zubehör noch von ganzen Kerlen dominiert und fast grundsätzlich gerne mit nackter Frauenbrust beworben wird, scheint man sich im restlichen Automobilmarkt damit zu begnügen, potenzielle Käuferinnen mit den Kampagnen zumindest nicht zu vergraulen. Die Idee, ein Auto ganz auf die Wünsche der Frauen auszurichten, scheint den Herstellern jedoch allzu fremd. Zumindest jetzt noch. Die jüngeren Damen unter uns dürften sich dennoch auf spannendere Kampagnen freuen. Spätestens im Jahr 2030, wenn laut Prognose von Zukunftsforscher Matthias Horx die Einkommensparität zwischen europäischen Männern und Frauen erreicht sein wird, dürfte die männliche Kühlerfigur als Kaufanreiz wohl etabliert sein.
Den Schlüssel zum Traumwagen in der Hand: Mercedes-Benz nimmt Frauen als Zielgruppe ins Visier.
Aktuelle Autowerbung: Für Familien und Raubtierbändiger.
Katrin Piazza

Zoogeschichten jetzt auch auf Papier

Comedy Alex Rümmel ist ab sofort nicht nur zu hören, sondern auch zu lesen.

Comedy Alex Rümmel ist ab sofort nicht nur zu hören, sondern auch zu lesen.Comedy Alex Rümmel ist ab sofort nicht nur zu hören, sondern auch zu lesen. Der fiktive Zoo-Direktor hatte seinen Auftritt bisher in der «Morgeshow» von Radio 24, wo er jeweils dienstags seine Zoogeschichten erzählte. Nun erhält die Comedy-Figur aus der Feder von Viktor Baumgartner eine eigene Kolumne im ehrwürdigen Tagblatt der Stadt Zürich. Jeweils am Freitag beantwortet Rümmel Fragen zu den Geheimnissen der Tierwelt. Die beiden Tamedia-Medien bauen damit ihre Zusammenarbeit im Bereich Comedy aus. Das Tagblatt der Stadt Zürich trat bereits als Partner der ersten Comedy-CD von Radio 24 auf.

Zuger Werber im Jahrbuch der Werbung

Auszeichnung Der selbstständige Zuger Werber Josef Sacchi freut sich über eine besondere Auszeichnung:

Auszeichnung Der selbstständige Zuger Werber Josef Sacchi freut sich über eine besondere Auszeichnung:Seine Arbeit für GMG Albuville Rapperswil wird als Sieger der Kategorie «Einkaufscenter» ins Jahrbuch der Werbung 2004 aufgenommen. Das Jahrbuch der Werbung wird vom deutschen Econ Verlag herausgegeben. Eingereicht haben Sacchi und sein Team die Kampagne über die deutsche Partneragentur Zeller Rossmann Stoelker, Freiburg i. B.

Von Bohrern und Bohrerinnen

Aufgefallen Über Vorlieben lässt sich bekanntlich streiten oder zumindest argumentieren.

Schuhe Über Vorlieben lässt sich bekanntlich streiten oder zumindest argumentieren.Eine Möglichkeit, diese rhetorische Zeitverschwendung zu umgehen, ist beispielsweise die Einführung der Gleichberechtigung. Alle Parteien erhalten dadurch die Freiheit, ihrer Fantasie freien Lauf zu lassen. Wie folgende Anzeigen allerdings aufzeigen, tendiert ein weiblicher Geist dazu, etwas ungezügeltere Wünsche zu hegen als ein männlicher. Denn während Adonis seine Reitkünste im traditionellen Sinn vorführt, hat sie in Sachen Penetration die Wunschrichtung gewechselt. Hier lautet die Devise: ab ins S/M-Paradies. Möglichst leicht bekleidet und mit spitzigen Highheels. Von wegen, Frauen seien schlechter bestückt. Sie setzen «es» nur anders ein. (ck)

Swissfriends.ch geht Kooperationen ein

Webservices Die Datingplattform Swissfriends.ch verzeichnete per Ende Februar 2004 erstmals über 40000 aktive Mitglieder.

Webservices Die Datingplattform Swissfriends.ch verzeichnete per Ende Februar 2004 erstmals über 40000 aktive Mitglieder.Um die Reichweite noch mehr zu steigern, geht die Kontaktbörse zwei neue strategische Allianzen ein. In der Deutschschweiz werden die Services von Swissfriends.ch in die Website der marktführenden Pendlerzeitung 20 Minuten integriert. Und in der Romandie kooperiert die Plattform mit der Tageszeitung Le Matin. Als Erstes wurde ein gemeinsamer Chat lanciert, der sowohl von Lematin.ch wie von Swissfriends.ch aus erreicht werden kann. Swissfriends.ch gab zudem Erfolgszahlen bekannt: Gemäss einer Umfrage vom Februar vermittelte die Plattform in den vergangenen zwei Jahren 4339 ernsthafte Beziehungen und 248 Eheschliessungen, die zu insgesamt 129 Geburten führten.

Spitzen-Mouse

Werbegeschenke Für sinnliche Stunden am PC ist ab jetzt gesorgt, verspricht Mouse-Produzent Patrick Strumpf.

Werbegeschenke Für sinnliche Stunden am PC ist ab jetzt gesorgt, verspricht Mouse-Produzent Patrick Strumpf.Zumindest dort, wo es Triumph-Unterwäsche zu kaufen gibt. Die Firma stattete alle Verkaufsstellen mit einer «Triumph Mouse» in Form eines Frauenkörpers aus. Der Clou: Bekleidet, sprich: bedruckt ist die voll funktionsfähige Mouse mit einem Dessous von Triumph. Die als Werbegag gedachte Mouse wird auf Grund des grossen Interesses auch online vertrieben. «Möglicherweise beschert der heisse Schreibtischflitzer der Firma Triumph sogar einen ähnlichen Erfolg wie vor einiger Zeit der Wackel-Elvis aus der Audi-Werbung», hofft Strumpf.

Rat tritt auf RTVG ein

Medienpolitik 119 Artikel, 51 Minderheits- und rund 70 Einzelanträge zum neuen Radio- und TV-Gesetz muss der Nationalrat abarbeiten.

Medienpolitik 119 Artikel, 51 Minderheits- und rund 70 Einzelanträge zum neuen Radio- und TV-Gesetz muss der Nationalrat abarbeiten.Nachdem die Rückweisungsanträge von SVP, FDP und PdA-Fossil Josef Zisyadis abgelehnt wurden, schaffte es der Rat am Dienstag noch bis Artikel 9. Dabei folgte er der Kommission, mit einer Ausnahme: Die Vorgaben, wie viel im SRG-Programm aus der Schweiz oder Europa und von unabhängigen Produzenten stammen muss, wurden aufgeweicht und auf die Verordnungsstufe verbannt. Die Beratung dauert noch bis Donnerstagmittag.

Ringiers TV-Küche rüstet auf

Fernsehen Ringier-TV ist rund zehn Jahre alt, schreibt schwarze Zahlen und will unter die Formatverkäufer.

Fernsehen Ringier-TV ist rund zehn Jahre alt, schreibt schwarze Zahlen und will unter die Formatverkäufer.
Während die Betreiber von Privat-TVs tiefrote Zahlen generieren und auf Gebührengelder hoffen, schreibt Ringier mit seinen TV-Aktivitäten bereits zum dritten Mal hintereinander schwarz. Seit 2001, als der Umsatz knapp 37 Millionen Franken betrug und Ringier-TV erstmals in die Gewinnzone kam, wuchs das Betriebsergebnis in Einmillionenschritten auf 39 Millionen Franken im letzten Jahr (Ringier-interne Leistungen eingerechnet). «Dabei machten wir einen guten Gewinn», sagt Noch-Geschäftsführer Hans Jürg Deutsch, der per 1. April die operative Verantwortung an seinen Stellvertreter Marc Görtz abgibt (auf Konzernebene aber den TV-Bereich weiterhin vertritt). Görtz seinerseits hat für das laufende Jahr eine erneute Ertragssteigerung im Rahmen des bisherigen Wachstums budgetiert.
Breit gefächerte Einnahmen
Zum letztjährigen Gesamtumsatz trugen die Sponsoring-Einnahmen rund ein Viertel bei, aus der Kasse des Verlegerfernsehens Presse-TV (PTV) kamen ungefähr 3,5 Millionen Franken. Der Rest stammt von TV- und Spot-Produktionen für Dritte, vom ausgebauten Medientraining sowie von Werbeerträgen des Sat-1-Programmfensters. Für die Werbeakquisition von Sat 1 (Schweiz) ist die Cinecom zuständig.
Zweifellos ist Ringier, verglichen mit andern Privat-TV-Machern, in einer komfortablen Lage, muss der Konzern doch keinen eigenen Sender betreiben. Ringier-TV kann sich auf das Entwickeln und Produzieren von Sendungen für SF 2 im Rahmen von PTV sowie für das Programmfenster von Sat 1 beschränken. Noch dazu ohne Druck: So kann etwa der bei Sat 1 (Schweiz) zur Verfügung stehende Platz Schritt für Schritt abgedeckt werden. Findet sich – wie für den im letzten Jahr geplanten Blick-Sporttalk mit Roman Kilchsperger – kein potenter Sponsor, belässt man am entsprechenden Sendeplatz einfach das deutsche Programm. Dennoch: Ringier-TV, das vor zehn Jahren noch als Rincivision gestartet war, beschäftigt heute 75 Personen. Zum Konzernbereich gehört Ringiers 30-Prozent-Beteiligung bei PTV, der 50-Prozent-Anteil bei Sat 1 (Schweiz) sowie die Beteiligung bei Teleclub (33,3 Prozent) und die Tochter Addictive, eine Werbeagentur für Fernsehspots.
Görtz verfolgt bei Ringier-TV eine Zweisäulenstrategie: Die Info-Sendungen wie «Cash-TV» will er als erste Säule beibehalten, ausgebaut wird aber die Unterhaltungsschiene. «Die Schicksalssendung ‹Celebrations›, die am letzten Freitag auf Sat 1 gestartet ist, geht genau in diese Richtung», sagt er. Noch etwas schwebt ihm vor: Er will Sendeformate verkaufen, zum Beispiel nach Deutschland, in den grössten europäischen TV-Markt. Görtz: «Die deutschen TVs entwickeln relativ wenige eigene Formate, sondern kaufen sie meist im Ausland ein. Warum nicht auch in der Schweiz?» Möglich wäre etwa, erfolgreiche Formate wie «Gesundheit Sprechstunde» in Lizenz abzutreten. «In diesem Fall ist vor allem die TV/Print-Verbundidee sehr spannend», sagt er. Und: «Hier werden wir in Zukunft aktiv werden.»
Pläne gibt es auch im Ausland
Aber auch Format-Neuentwicklungen fasst er durchaus ins Auge. Fürs Ausland ebenso wie für die beiden Plattformen in der Schweiz: Zunächst natürlich für Sat 1 (Schweiz), wo bis jetzt erst der Sonntagnachmittag mit dem dreistündigen «live ran» und die Montag-Primetime «eingeschweizert» sind. Doch über weitere Projekte bei Sat 1 will Görtz nicht sprechen. Plattform zwei sind SF 1 und SF 2. SF 2 ist zwar so gut wie zugepflastert. Doch derzeit diskutiert Ringier-TV mit SF-DRS-Direktorin Ingrid Deltenre über einen Wechsel der erfolgreichen Kochsendung «Al dente» zu SF 1 (siehe Kasten). Und nicht nur das: Deltenre, die bis vor kurzem Werbung für die SRG-Sender verkaufte, weiss nur zu gut, dass die Werbekunden primär die 15- bis 49Jährigen ansprechen wollen. Sie dürfte mittelfristig an entsprechenden neuen Formaten interessiert sein. Die zweite Welle von «MusicStar» weist in diese Richtung. Hier wittert Görtz seine Chance: Präsentiert Ringier-TV gute Ideen, werden auch dessen Auftragsbücher dicker.
Schon bald Neuigkeiten in den Töpfen: Die Kochsendung «Al dente» soll umgemodelt werden.
«Al Dente» plant RelaunchFormat und Studio der Kochsendung «Al Dente» werden auf den Herbst hin umgemodelt: «Wir wollen vor allem das Publikum stärker einbeziehen», sagt Hans Jürg Deutsch. An der Grundidee, einem Quiz zum Thema
Kochen, ändert sich jedoch nichts. Bei der Moderation sind ebenfalls keine Wechsel vorgesehen. (mk)
Lockerungen und PräzisierungenRingier-TV ist mit dem vorliegenden RTVG-Entwurf nicht einverstanden. Hans Jürg Deutsch wünscht Lockerungen bei den Vorschriften zu Werbung und Medienkonzentration sowie präzisere Regelungen zu Verbreitung und Digitalisierung. Er bedauert, dass die vorberatende Nationalratskommission weder mit Ringier-TV noch mit Presse-TV gesprochen habe. «Wir haben uns anerboten, doch sie sprachen lieber mit allen möglichen Interessenverbänden. Ausgerechnet jene Privaten, die im
TV-Bereich die einzigen lebensfähigen Konstruktionen auf die Beine stellten, wollten sie nicht anhören», kritisiert Deutsch. (mk)
Ringier-TV erreicht Spitzenwerte Durchschnittliche Ratings 2003 (3+) (inklusive Wiederholungen)
Sendung Ø Ratings Ø Marktanteil* Spitzenwerte
SF 2
Al dente 350.490 18,1 % 457.400
CASH-TV 150.300 9,3 % 341.000
CASH-Talk 48.800 6,5 % 118.000
Gesundheit Sprechstunde 333.864 14,4 % 432.000
konsum.tv 280.300 10,6 % 386.000
MotorShow tcs 149.714 5,6 % 252.400
SonntagsBlick Standpunkte 87.857 3,6 % 153.000
SF 1
Sicher ist sicher 472.222 33,3 % 609.000
Sat 1 Schweiz
live ran 247.050 25,9 % 347.100
people 136.622 4,3 % 172.500
people style 111.961 4,0 % 158.400
Joya rennt 105.493 4,0 % 134.200
Joya reist 104.987 3,9 % 136.900
* Marktanteil Erstausstrahlung Quelle: Ringier-TV
Markus Knöpfli

Gesucht: Die besten Schweizer Marken

Award Bereits zum zweiten Mal wird die Brand Excellence Swiss Trophy (BEST) ausgeschrieben.

Award Bereits zum zweiten Mal wird die Brand Excellence Swiss Trophy (BEST) ausgeschrieben.Bis zum 21. März können auf www.best2004.ch Marken, die Schweizer Werte pflegen und damit zur Diskussion über die nationale Identität beitragen, für die Auszeichnung vorgeschlagen werden. Die Kategorien sind «Reputation» (nationale oder globale Ausstrahlung), «Evolution» (junge Marken mit Potenzial) und «Tradition» (jahrzehntelange Mitgestaltung des Schweizer mages). Ein Fachkomitee wählt aus den Vorschlägen fünf Marken pro Kategorie, eine Jury bestimmt die drei Sieger. Sie werden am 23. Juni prämiert.
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