Kein Feldschlösschen an der Tour de Suisse

Sponsoring Der Getränkekonzern Feldschlösschen erneuert die auslaufenden Sponsoringverträge mit der Tour de Suisse (TdS) und dem Schweizerischen Eishockeyverband (SEHV) nicht.

Sponsoring Der Getränkekonzern Feldschlösschen erneuert die auslaufenden Sponsoringverträge mit der Tour de Suisse (TdS) und dem Schweizerischen Eishockeyverband (SEHV) nicht.Sponsoring Der Getränkekonzern Feldschlösschen erneuert die auslaufenden Sponsoringverträge mit der Tour de Suisse (TdS) und dem Schweizerischen Eishockeyverband (SEHV) nicht. Der Entscheid folgt auf eine Kosten-Nutzen-Analyse sämtlicher Engagements. Trotz sehr guter Bekanntheitswerte und Publikumsreaktionen, so Marketingleiter Kim Christensen, könnten die primären Zielgruppen nur ungenügend erreicht werden. Feldschlösschen ist seit 2000 Hauptsponsor der Tour und in diesem Jahr zum letzten Mal dabei. Das Engagement beim SEHV läuft im Frühjahr nach sechs Saisons aus. Feldschlösschen will seine Aktivitäten im Hockeybereich künftig ausschliesslich auf die Klubebene konzentrieren, wie den Spengler-Cup.

Kanton Zürich unterstützt das MAZ

Ausbildung Der Kanton Zürich nimmt das Luzerner Medienausbildungszentrum (MAZ) im Herbst wieder in seine Schulvereinbarung auf. Damit wird das MAZ nun von allen Deutschschweizer Kantonen unterstützt.

Ausbildung Der Kanton Zürich nimmt das Luzerner Medienausbildungszentrum (MAZ) im Herbst wieder in seine Schulvereinbarung auf. Damit wird das MAZ nun von allen Deutschschweizer Kantonen unterstützt.Mitte der 90er Jahre hatte der damalige Bildungsdirektor Ernst Buschor die Vereinbarung aus Spargründen gekündigt. Daraufhin mussten Kursteilnehmer aus Zürich deutlich mehr bezahlen, weil das MAZ den Ausfall von rund 200000 Franken nicht selbst tragen konnte. Künftig wird die Ausbildung auch für Zürcherinnen und Zürcher billiger.

Gewürzt

Gastromagazine Auch nach einem umfassenden Relaunch bleibt Salz & Pfeffer gewohnt respektlos.

Gastromagazine Auch nach einem umfassenden Relaunch bleibt Salz & Pfeffer gewohnt respektlos.Zehn (!) Seiten Bärlauch und ein «gruusiger Cheib»: Das Gastromagazin Salz & Pfeffer hat im Februar ein Redesign erhalten und dabei sein Themenspektrum vergrössert. Zu den neuen Gefässen gehört ein Interview, bei dem über Genuss geplaudert wird. Erstes Opfer ist Polo Hofer, dem Salz & Peffer den oben genannten Ehrentitel verleiht. Die Kochrezepte, bisher in der Beilage Romano & Julienne erschienen, sind neu ins Heft integriert. Dazu arbeitet das Magazin mit dem Fona Verlag zusammen, aus dessen Büchern die Rezepte stammen. Mit der Februarausgabe lassen sich Köstlichkeiten wie Bärlauchmousse auf mariniertem Spargel und Randencremesuppe mit Bärlauchklösschen zaubern. Neu sind auch ein mehrseitiges Spezialthema – «Käse» zum Auftakt – und Services wie Tests, Produktneuheiten und Spirituosentipps.
Grafisch wurde Salz & Pfeffer entrümpelt. Das Layout sollte moderner und magaziniger werden, sagt Chefredaktor Andrin C. Willi. Die Bildsprache wurde verfeinert und stärker betont, der Informationsgehalt durch Infoboxen gesteigert. Wichtig auch die Vereinfachung der Leserführung: Sie soll jüngeren Leserschichten den Zugang zu Salz & Pfeffer erleichtern. «Man kann das Heft jetzt auch verstehen, ohne es schon seit Jahren zu kennen», freut sich Willi. Es ist das erste Redesign, seit Daniel E. Eggli die Zeitschrift 1990 gegründet hat.
Positive Reaktionen auf Redesign
Egglis Ansatz als freches «Magazin für Gastrokritik und andere Satire» bleibt Salz & Peffer auch im neuen Kleid treu. Zielpublikum sind weiterhin Leute, die gerne Geld für gutes Essen ausgeben. Denen scheint das Redesign zu gefallen. «Die Telefone im Verlag läuteten wie verrückt, nachdem die Februarausgabe erschienen war», erzählt Willi. Die Reaktionen seien dabei durchwegs positiv. Und er verspricht: «Wir bleiben das Trüffelschwein für unsere Leser und durchpflügen mit grossen Schnauzen die Welt der Gastronomie und des Genusses.»
Stefano Monachesi

Energy Zürich produziert für NRJ Group

Privatradio Energy Zürich hat sich einen prestigeträchtigen Auftrag gesichert: Das ehemalige Hitradio produziert Sendeelemente für Schwesterstationen im NRJ-Netzwerk.

Privatradio Energy Zürich hat sich einen prestigeträchtigen Auftrag gesichert: Das ehemalige Hitradio produziert Sendeelemente für Schwesterstationen im NRJ-Netzwerk.Energy Berlin und Energy Stuttgart sind die ersten Kunden. Die beiden Sender haben die gesamte Nachrichtenpackung durch Energy Zürich produzieren lassen. Weitere Stationen sollen folgen. Seit vergangenem Herbst produziert Energy Zürich bereits sämtliche Sendeelemente von Radio Basel 1.

Blue Spirit setzt Blasenpflaster in Szene

Gesundheit Der Pharmakonzern Johnson & Johnson hat Blue Spirit mit dem Etat für Compeed betraut.

Gesundheit Der Pharmakonzern Johnson & Johnson hat Blue Spirit mit dem Etat für Compeed betraut.Die Marketingagentur in Schlieren wird die Blasenpflastermarke im Frühling durch verschiedene Massnahmen am Point of Sale in Szene setzen. Blue Spirit hat sichin einer Konkurrenzpräsentation
durchgesetzt.

Zahl der Woche

Eventmarketing Trotz Werbeflaute boomt die Eventbranche wieder. Am 3. und 4. März findet in Wiesbaden die «World of Events» statt.

Eventmarketing Trotz Werbeflaute boomt die Eventbranche wieder. Am 3. und 4. März findet in Wiesbaden die «World of Events» statt.330 Die internationale Messe für Eventmarketing und Veranstaltungsservices verbucht mit einem Zuwachs von zehn Prozent (330 Unternehmen aus
Europa und den USA) einen Ausstellungsrekord. Dementsprechend ist auch die Grösse der Ausstellung um rund zehn Prozent auf nun 20000 Quadratmeter angestiegen.

Bluegummy fördert die Basler Wirtschaft

Standortmarketing Die Basler Werbeagentur Bluegummy Marketing Communications ist von der Wirtschaftsförderung Basel mit der Konzeption eines Newsletters betraut worden.

Standortmarketing Die Basler Werbeagentur Bluegummy Marketing Communications ist von der Wirtschaftsförderung Basel mit der Konzeption eines Newsletters betraut worden.Standortmarketing Die Basler Werbeagentur Bluegummy Marketing Communications ist von der Wirtschaftsförderung Basel mit der Konzeption eines Newsletters betraut worden. Die BaselAreaNews wird zweimal im Jahr erscheinen und über den Wirtschaftsstandort Basel informieren. Start ist Ende März.

Fachwissen testen mit Mediasearch.ch

Presse Mediasearch.ch soll bekannter werden. Dazu haben sich die Verantwortlichen des Such-portals für Mediafachleute eine Reihe von Marketingmassnahmen für die kommenden sechs Wochen ausgedacht.

Presse Mediasearch.ch soll bekannter werden. Dazu haben sich die Verantwortlichen des Such-portals für Mediafachleute eine Reihe von Marketingmassnahmen für die kommenden sechs Wochen ausgedacht.Dazu gehört ein Online-Mediaquiz. Es gilt jeweils, auf der Website fünf nicht ganz ernst gemeinte Fragen aus der Mediaszene richtig zu beantworten. Wer dies schafft, nimmt an der Verlosung der «Grossen Schweizer Presseshow» teil, die vom Verband Schweizer Presse durchgeführt wird. Drei Audis und 200 SBB-Halbtax-Abos sind zu gewinnen. Mediasearch.ch ist eine Initiative des Verbands Schweizer Presse und wird von der Redaktion des Media Trend Journals verantwortet. Es wurde letztes Jahr lanciert und verzeichnet zurzeit monatlich über1500 Besucher.

Film demnächst bei Mediamarkt

Kinomagazine Vor einem Jahr erhielten die Monatstitel Film demnächst und Avant première ein neues Layout. Nun wird ihnen Ende März wieder ein Facelifting verpasst. Der Hauptgrund:

Kinomagazine Vor einem Jahr erhielten die Monatstitel Film demnächst und Avant première ein neues Layout. Nun wird ihnen Ende März wieder ein Facelifting verpasst. Der Hauptgrund:Die farbig unterlegten Texte waren schlecht lesbar. Das neue Layout sei nun «viel klarer und dynamischer», sagt Anzeigenleiter Joël Dufour. Zudem verwende man besseres Papier.Die beiden Kinozeitschriften aus der Genfer Quorum-Gruppe, die in vielen Kinos, in allen Media-Markt-Filialen sowie bei den Billett-Vorverkaufsstellen von Resa+ und Tic Tec gratis aufliegen, bauen auch die Distribution aus: Die März-Ausgabe von Avant première wird erstmals in 29 Videoläden aufgelegt und an 50 Videoclubs verteilt (plus 20000 Exemplare).
Film demnächst folgt im April in Deutschschweizer Clubs (plus etwa 30000 Exemplare). Zudem werden 15000 Exemplare künftig im Multiplex Dietlikon aufliegen, das im Frühling öffnet (WW 6/04). Film demnächst kommt derzeit auf 145000 Exemplare, Avant première auf 120000 Exemplare.
(mk)

Thriller aus der Chefetage

Medien Trotz anziehender Börse laufen die Wirtschaftstitel schlecht. Die Bilanz gibt sich mit einer neuen Kampagne optimistisch.

Medien Trotz anziehender Börse laufen die Wirtschaftstitel schlecht. Die Bilanz gibt sich mit einer neuen Kampagne optimistisch.Als einziger Grossverlag konnte Jean Frey aus bestehenden Titeln wachsen. Ausschlaggebend dafür war allerdings der Inseratezuwachs der Weltwoche, der die Verluste bei Beobachter und Bilanz auffangen konnte. Letztere musste 2003 nicht nur einen Inseraterückgang von elf Prozent hinnehmen (gemäss Anzeigenstatistik VSW liegt der Verlust ohne Stelleninserate sogar bei –27,6%), sondern auch einen erneuten Auflagenschwund von 7000 Exemplaren (– 14,6% auf 47402 im Jahr 2002). Wie gross die Malaise der Wirtschaftstitel trotz anziehender Börsen und Konjunktur ist, zeigt sich in Sexinseraten – offiziell «Kontaktanzeigen» –, die Cash seit Jahresbeginn im «Invest»-Bund neben Wertpapieren und Immobilien publiziert oder darin, dass Stocks seine halbierte Kadenz weiterhin beibehält. Pessimistische Perspektiven also für die Bilanz? Nicht ganz, wenn man die vielen Veränderungen bei der weiterhin anzeigenstärksten Zeitschrift der Deutschschweiz als Indikator für die Erholung lesen will. «Immerhin konnten wir im Januar 2004 im Vergleich zum Vorjahr beim Inseratengeschäft wieder leicht zulegen», sagt Verlagsleiterin Uli Rubner. Um die Zahl der Abonnenten zu steigern, plant der Verlag zusätzliche Abo-Massnahmen wie grosse Verteilaktionen mit einer Mini-Bilanz zum Probelesen oder die Kooperation mit Anzeigenkunden beim Vertrieb der neu nur noch sieben Mal erscheinenden Specials (erstmals eine Frauen-Bilanz). Dank der Vertriebspartner will die Bilanz neue Lesersegmente erschliessen, die mit Mailings und gängigen Methoden nur schlecht erreicht werden.
Bilanz als Held der Ermittlungen
René Lüchinger, seit vergangenem Dezember Chefredaktor der Bilanz, versteht die allgemeine Vertrauenskrise in die Executives als Herausforderung und Chance für das Magazin und setzt stärker auf fesselnde und aufwühlende Wirtschaftsstorys. Das sieht man den ersten beiden Ausgaben unter seiner Führung bereits an. Damit scheint das Magazin dem gesellschaftlichen Bedürfnis nach mehr Gerechtigkeit in der Businesswelt nachzukommen. Sein Ziel: Die Bilanz soll sich wie ein «wahrer Wirtschaftskrimi» lesen. Und da der Kriminalroman zu den beliebtesten Genres der Literatur gehört, liegt die Bilanz mit ihrer Positionierung genau richtig. Die Redaktion als analytische «Armchair Detektei» soll sich den Hürden des Systems widersetzen, um brisante Inhalte und reale Zusammenhänge aufzudecken. Erste Copy-Tests bestätigen laut Rubner die Neuerungen: Die Leseintensität hat zugenommen, die Pick-up-Rate ist gestiegen.
Auch in der Kommunikation wollten René Lüchinger und Uli Rubner die neue Ausrichtung erlebbar machen und haben dazu mit der langjährigen Hausagentur Publicis einen Brandworkshop durchgeführt, der die gemeinsame Plattform definierte. Die Werbestrategie basiert auf dem neuen Selbstverständnis der Bilanz und wurde dem Chefredaktor «sozusagen auf den Leib zugeschnitten», sagt CD Markus Gut. Auf der Basis, dass
der Thriller Wirtschaft nirgendwo sonst so spannend und hochwertig beschrieben wird, wie in der Bilanz, erarbeitete sein Team ein Konzept, das diesen Enthüllungs-stil aufbaut und durch die neue Regelmässigkeit auch wiedererkennbar macht.
Seit Februar landen die Bilanz-Titelgeschichten monatlich als «Enthüllungswerke» auf den Pulten der Bosse und Wirtschaftsanwälte. Im Januar wurde mit Joe Ackermanns «Catch Me if You Can» der Testlauf geprobt. Gekonnt wird das zugespielte Buch, DVD oder Video mit dem brisanten Inhalt wie ein Beweisstück ins Zentrum gerückt.
Schneller reinziehenMit ihrer März-Ausgabe geht die Bilanz-Hör-CD nach dem Pilot im vergangenen Oktober definitiv in Serie. Seinen Abonnenten liefert das Wirtschaftsblatt mit jeder Ausgabe eine Hör-CD aus, auf der einige Highlights aus der aktuellen Ausgabe von professionellen Sprechern vorgelesen werden. Zusätzlich zu den Texten aus der Print-Ausgabe enthält die Hör-CD jeweils ein Interview mit Chefredaktor René Lüchinger zu aktuellen Fragen. Die Scheibe richtet sich an jene Leserinnen und Leser, die sich das Magazin Zeit sparend zu Hause, beim Pendeln oder beim Sport vorlesen lassen wollen. Die Hörzeit von 70 Minuten wird nur durch eine wichtige Mitteilung des Sponsors Sunrise unterbrochen. (la)
Die neuen Bilanz-Storys: Vorsicht, brisant! Zeitschriften Wer gerne packende Thriller liest, sollte sich die Titelgeschichten der Bilanz zu Gemüte führen. >> Seite 7
Luca Aloisi

Immer an die Leser denken

Aufgefallen Amerika, du hast es besser. Auch in Sachen Leserschaftsforschung. Denn US-Zeitungen wollen nicht nur wissen, was ihr Publikum wirklich will; sie wollen dieses Wissen auch umsetzen.

Kolumne Amerika, du hast es besser. Auch in Sachen Leserschaftsforschung. Denn US-Zeitungen wollen nicht nur wissen, was ihr Publikum wirklich will; sie wollen dieses Wissen auch umsetzen.Die Zahlen sind rekordverdächtig: Um herauszufinden, wie sich der Leserschaftsschwund aufhalten oder gar umkehren lässt, befragt das Readership Institute der renommierten Northwestern University 37000 Leute aus 100 verschiedenen Zeitungsmärkten der USA. Bislang wurden acht Millionen Dollar in diese extensive Erhebung investiert, bis 2006 stehen weitere vier Millionen zur Verfügung. Was die Forscher dabei – dem American Journalism Review zufolge – herausgefunden haben, ist zwar nicht sensationell, verdient aber gleichwohl die Aufmerksamkeit von Chefredaktoren und Verlagsmanagern.Demnach existieren vier Motoren, um ein Wachstum der Leserschaft am Laufen zu halten: Ein exzellenter Kundendienst, inhaltliche Verbesserungen (unter Einschluss des Anzeigenteils), stärkere Markenpflege und eine neue Redaktionskultur. Der redaktionelle Teil sollte den Befragungen zufolge auf noch mehr Lesernähe zielen: der Durchschnittsamerikaner möchte sich in seiner Zeitung wiederfinden. Das gilt vor allem für die Lokal- und Regionalpresse, denn wirklich überregionale Blätter gibt es in den USA nur drei. Und zwei davon – New York Times und Wall Street Journal – bedienen die Elite des Landes. Die Dritte im Bunde, USA Today, hat allerdings vorgemacht, dass auch national Erfolg haben kann, wer gezielt bestimmte, von den anderen Zeitungen vernachlässigte Zielgruppen anspricht und vor allem auch ins Bild rückt; zum Beispiel all jene ethnischen Minderheiten, die in Amerika allmählich zur Mehrheit werden. Sie kamen in den meist von Weissen für Weisse gemachten Blättern lange Zeit aber kaum vor.
Durch noch mehr Farbe, Info-Grafiken, Selbst-Promotion und Leserführung, so die Forscher weiter, soll die Zeitung attraktiver werden – offenbar auch für Leute, die sonst kaum etwas lesen. Umso mehr überrascht, dass sich die US-Leser längere Artikel aus der Wissenschaft und stattdessen weniger Wetterbericht wünschen. Aber auch weniger Storys über Kriminalität und mehr Politik wird gefordert – von den «Community Affairs» bis zu Globalisierungsprozessen, die von den US-Medien wie alle internationale Berichterstattung seit jeher kläglich vernachlässigt werden. Das lässt aufhorchen und gibt jenen Recht, die seit Jahren einen «Public Journalism» verlangen – einen Journalismus, der die Bürger stärker zur Teilnahme am öffentlichen Leben motiviert.
Zeitungen wie etwa der Bakersfield Californian (70000 Auflage) oder das Atlanta Journal (42000 Auflage) halten sich «Readership Editors». Die sollen ihren Kollegen dabei helfen, das zu tun, was Helmut Markwort seiner Focus-Redaktion seit über elf Jahren predigt: Immer zuerst an den Leser denken! Ein solcher «Leserschaftsredaktor» wird freilich nur dann Einfluss und Erfolg haben, wenn er von seinen Redaktionskollegen als Coach akzeptiert wird. Umgekehrt besteht die Gefahr, dass die Redaktion alle Verantwortung in Sachen Leserführung und -freundlichkeit fortan ihrem Coach aufhalst.
Gesponsert wird das Readership Institute vom amerikanischen Verlegerverband und vom Verband der Chefredaktoren. Die Erkenntnisse werden in unzähligen Seminaren an die Praktiker der Redaktionen weitergegeben. Da die Zeitungen auch in vielen Ländern der alten Welt Not leiden, wäre es an der Zeit, eine entsprechende europäische Initiative auf den Weg zu bringen.
Patentrezepte wird mehr Marktforschung den Redaktionen indes auch nicht liefern können. «Der Leser will das so»: Statt diese Phrase bloss weiterzudreschen, sollten endlich auch Medienschaffende – wie die Hersteller von Bier, Kinderwagen oder Waschmaschinen – wissen wollen, was ihre Publika wirklich wünschen. Sonst braucht es sie nicht zu wundern, wenn die tägliche Zeitung auf immer mehr Frühstücks- und Bürotischen nicht vermisst wird.
> Stephan Russ-Mohl ist Publizistikprofessor an der Universität Lugano.

Der AIS geht an den Start

Werbestatistiken Noch diese Woche will die Wemf die ersten AIS-Daten bekannt geben.

Werbestatistiken Noch diese Woche will die Wemf die ersten AIS-Daten bekannt geben.Voraussichtlich ab 27. Februar sind die Daten für den Monat Januar 2004 des Advertising Index Switzerland (AIS) auf der Wemf-Website abrufbar. Dies teilt Hans-Jürg Gränicher, AIS-Projektleiter bei der Wemf, mit. Demnach weist der AIS für TV und Kino definitiv das Brutto-Werbevolumen (inklusive Freespace) aus, während Print, Radio, Plakat, Teletext und Online als fakturiertes Brutto (ohne Freespace) erscheinen.«Intermediale Umsatzvergleiche zwischen TV/Kino und den anderen Medien sind nicht zulässig», sagt Gränicher. Künftig will er die AIS-Daten «in der dritten Woche des Folgemonats» herausgeben. Diesmal klappt es nicht wegen verspäteten Eingängen.
Der AIS sammelt derzeit Daten von rund 160 Printtiteln aus allen Landesteilen, von allen SRG-Sendern, von 8 Werbefenstern, 3 Aussenwerbern, 18 Privatradios, 7 Privat-TVs, von allen Cinecom-Kinos und von 15 Online-Vermarktern respektive Eigenregie-Portalen.
Lücken bestehen im Bereich Privat-TV und Radio: So liefern Viva (Schweiz), Star-TV, Tele Ostschweiz, Tele Ticino, alle Westschweizer Sender und kleinere TVs keine Zahlen. Bei den Privatradios fehlen unter anderen Basel 1, BeO, 105, die meisten Westschweizer, alle Tessiner Sender sowie sämtliche in die Schweiz einstrahlenden ausländischen Radios. «Es kommen laufend Anbieter oder Einzelmedien dazu», erklärt Gränicher.
Beim Konkurrenten Media Focus (MF) ist die Liste der Datenlieferanten länger, aber auch nicht vollständig. Knapp 340 Printtitel werden ausgewertet, so MF-Geschäftsführer Lukas Zihlmann. Radio 105 und weitere Radiosender sind bei MF dabei, ebenso Star TV und Viva (Schweiz). In der Westschweiz klaffen Löcher.
Punkto Termin für die Datenpublikation verspricht Zihlmann jeweils den 25. des Folgemonats.
Markus Knöpfli
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