Analysen statt Anekdoten
Corporate Publishing Erreichen Unternehmenspublikationen ihre Kommunikationsziele? Der «CP Standard» soll diese Gretchenfrage beantworten.
Corporate Publishing Erreichen Unternehmenspublikationen ihre Kommunikationsziele? Der «CP Standard» soll diese Gretchenfrage beantworten.Das Magazin wirkt gediegen und seriös: In aufwändiger Aufmachung präsentiert es in der aktuellen Ausgabe etwa einen Dialog zwischen Alt-Bundesrätin Ruth Metzler und Economiesuisse-Präsident Ueli Forster, eine Reportage über eine Universität für Schwarze in Südafrika oder ein Porträt Lissabons. Aber erreicht das Hochglanzmagazin CEO auch die von Alexander Fleischer, Leiter Unternehmenskommunikation von PricewaterhouseCoopers (PWC), – und damit CEO-Herausgeber – definierten Kommunikationsziele? Schafft es die Firmenzeitschrift, «den Brand lebendig» zu machen und einen «Dialog mit den Kunden» aufzubauen?PWC-Magazin auf dem Prüfstand
Offenbar ja: «Der CEO ist ein überdurchschnittlich wirksames und erfolgreiches Kommunikationsinstrument», lautet jedenfalls das Fazit nach der Wirkungsanalyse mittels «CP Standard», einem neuen Verfahren, das die Publicom AG kürzlich präsentierte. Als Untersuchungsgegenstand für die Pilotstudie diente den Kilchberger Medienforschern und -beratern das PWC-Magazin.
Erhebliches Potenzial
Der «CP Standard» ist ein komplexes Instrument, das die diversen Kommunikationsleistungen von Kundenmagazinen ermitteln und messen soll (siehe Kasten unten rechts). Publicom hat die Methode für die Schweiz adaptiert und bietet sie nun für das Controlling sämtlicher CP-Produkte an. The Media Knowledge Company, so die Selbstdefinition der Agentur, ortet hier «ein grosses Bedürfnis und ein entsprechendes Potenzial».
Zwar wird nach Einschätzung von Publicom-Geschäftsleiter René Grossenbacher in und mit der Schweizer Unternehmenspublizistik jährlich rund eine Milliarde Franken umgesetzt, aber: «Die Evaluation dieser Investitionen ist absolut mangelhaft.» Gestützt wird dieses Urteil durch eine Studie des Instituts für Publizistikwissenschaft und Medienforschung der Universität Zürich (IPMZ), wonach nur jede vierte der 400 grössten Schweizer Firmen ihre Kundenpublikationen regelmässig überprüfen lässt.
Die Standardisierung des neuen Verfahrens soll es den Auftraggebern ermöglichen, ihre Publikationen direkt mit jenen der Konkurrenz zu vergleichen – statt sie, wie bislang, nur Ad-hoc-Studien ohne Referenzwerte zu unterziehen. Im Benchmarking liegt denn auch die Hauptinnovation des neuen Tools. Ermöglicht wird es durch eine (vorläufig ziemlich bescheidene) Datenbank mit Ergebnissen anderer «CP Standard»-Studien aus Deutschland und der Schweiz. Neu ist auch, dass exakt erhoben werden kann, ob eine Publikation ihre vorgegebenen Ziele erreicht: Alle Resultate über die Nutzung und Beurteilung werden in konkreten Indexwerten angezeigt. Der Hauptnutzen für die Unternehmen ist laut Grossenbacher eine Handlungsrelevanz-Matrix, die anzeigt, welche redaktionellen oder gestalterischen Teile überprüft werden müssen, um Schwächen zu beheben und bestehende Stärken nicht zu gefährden.
Für mehr als jenes «anekdotische Feedback», wie es PWC-Kommunikationschef Fleischer bisher erhielt, dürfte der «CP Standard» also vermutlich sorgen. Ob und wie repräsentativ das Benchmarking Tool werden wird, hängt indes stark von der Zahl vorhandener Vergleichsstudien ab, wie auch Grossenbacher eingesteht. So oder so zwingt es die Unternehmen aber, überhaupt einmal ihre Kommunikationsziele zu definieren – um dann auch etwas messen zu können.
Publicom-Magazin Medianovis: Die Innensicht der CP-Branche.
Patrick Steinemann
Offenbar ja: «Der CEO ist ein überdurchschnittlich wirksames und erfolgreiches Kommunikationsinstrument», lautet jedenfalls das Fazit nach der Wirkungsanalyse mittels «CP Standard», einem neuen Verfahren, das die Publicom AG kürzlich präsentierte. Als Untersuchungsgegenstand für die Pilotstudie diente den Kilchberger Medienforschern und -beratern das PWC-Magazin.
Erhebliches Potenzial
Der «CP Standard» ist ein komplexes Instrument, das die diversen Kommunikationsleistungen von Kundenmagazinen ermitteln und messen soll (siehe Kasten unten rechts). Publicom hat die Methode für die Schweiz adaptiert und bietet sie nun für das Controlling sämtlicher CP-Produkte an. The Media Knowledge Company, so die Selbstdefinition der Agentur, ortet hier «ein grosses Bedürfnis und ein entsprechendes Potenzial».
Zwar wird nach Einschätzung von Publicom-Geschäftsleiter René Grossenbacher in und mit der Schweizer Unternehmenspublizistik jährlich rund eine Milliarde Franken umgesetzt, aber: «Die Evaluation dieser Investitionen ist absolut mangelhaft.» Gestützt wird dieses Urteil durch eine Studie des Instituts für Publizistikwissenschaft und Medienforschung der Universität Zürich (IPMZ), wonach nur jede vierte der 400 grössten Schweizer Firmen ihre Kundenpublikationen regelmässig überprüfen lässt.
Die Standardisierung des neuen Verfahrens soll es den Auftraggebern ermöglichen, ihre Publikationen direkt mit jenen der Konkurrenz zu vergleichen – statt sie, wie bislang, nur Ad-hoc-Studien ohne Referenzwerte zu unterziehen. Im Benchmarking liegt denn auch die Hauptinnovation des neuen Tools. Ermöglicht wird es durch eine (vorläufig ziemlich bescheidene) Datenbank mit Ergebnissen anderer «CP Standard»-Studien aus Deutschland und der Schweiz. Neu ist auch, dass exakt erhoben werden kann, ob eine Publikation ihre vorgegebenen Ziele erreicht: Alle Resultate über die Nutzung und Beurteilung werden in konkreten Indexwerten angezeigt. Der Hauptnutzen für die Unternehmen ist laut Grossenbacher eine Handlungsrelevanz-Matrix, die anzeigt, welche redaktionellen oder gestalterischen Teile überprüft werden müssen, um Schwächen zu beheben und bestehende Stärken nicht zu gefährden.
Für mehr als jenes «anekdotische Feedback», wie es PWC-Kommunikationschef Fleischer bisher erhielt, dürfte der «CP Standard» also vermutlich sorgen. Ob und wie repräsentativ das Benchmarking Tool werden wird, hängt indes stark von der Zahl vorhandener Vergleichsstudien ab, wie auch Grossenbacher eingesteht. So oder so zwingt es die Unternehmen aber, überhaupt einmal ihre Kommunikationsziele zu definieren – um dann auch etwas messen zu können.
Publicom-Magazin Medianovis: Die Innensicht der CP-Branche.
Patrick Steinemann
