Architektur als Träger der Firmenkultur

Corporate Identity Vom pflanzenumrankten Hightech-Haus in Münchenbis zur edlen Villa mit Park in Rüschlikon: Swiss Re strebt mit ihren Bauten nach Höherem und setzt Architektur konsequent zur Positionierung des Firmenimages ein. Der jüngste Swiss Re-Bau – eine futuristische «erotischeGurke» verändert die Skyline der britischen Hauptstadt.

Corporate Identity Vom pflanzenumrankten Hightech-Haus in Münchenbis zur edlen Villa mit Park in Rüschlikon: Swiss Re strebt mit ihren Bauten nach Höherem und setzt Architektur konsequent zur Positionierung des
Firmenimages ein. Der jüngste Swiss Re-Bau – eine futuristische «erotische
Gurke» verändert die Skyline der britischen Hauptstadt.
«Unsere Beziehung zu den Kunden und zum gesellschaftlichen Umfeld beruht primär auf Vertrauen», sagt Walter Anderau, Kommunikationschef der Swiss Re, «und Vertrauen ist mit Qualität verbunden.» Im Geschäft der Rückversicherer spielen öffentliche Bauwerke vom Staudamm bis zum Flughafen eine wichtige Rolle. So ist es nahe liegend, dass Swiss Re beim eigenen Image auf hoch stehende Architektur setzt. Das war schon bei der Gründung der Firma im 19. Jahrhundert so, als sie noch Schweizer Rückversicherung hiess und mit ihrem Verwaltungsgebäude am See in Zürich Massstäbe setzte. Solidität kombiniert mit zuweilen überraschender Innovation prägen den architektonischen Code des Konzerns. Die Bauten der Swiss Re versinken jedoch nicht im architektonischen Einheitsbrei, sondern jedes Projekt ist individuell, setzt Marksteine und wird von der Fachwelt diskutiert. Verbindung von Alt und Neu in Rüschlikon
Ein Beispiel für den gelungenen Umgang mit Architektur steht in Rüschlikon: Eine umgenutzte alte Villa, ein Park, ein Tagungszentrum mit Hotel, gebaut aus edlen Materialien in zeitlosem Stil und mit einer atemberaubenden Aussicht. Sie bilden das Ambiente des Swiss Re Centre of Global Dialogue, hoch über dem Zürichsee.
Ein Dutzend renommierter Architekten lud Swiss Re zum Wettbewerb für den Bau des Zentrums ein. Das Projekt der Zürcher Architekten Marcel Meili und Markus Peter mit dem kryptischen Kennwort «L’année dernière à Marienbad» überzeugte die Auftraggeber. Den Architekten gelang es, die denkmalgeschützte Villa Bodmer aus den Zwanzigerjahren in das Projekt zu integrieren und trotz grossem Bauvolumen den poetischen, alten Park zu erhalten.
Der österreichische Künstler Günter Förg gestaltete die Innenräume der Villa. Die Villa dient als Sitz der Direktion und für kleinere Tagungen.
Viel Raum für Begegnungen bietet das offene Konzept der Räume. Swiss Re mit 8000 Mitarbeitenden und 70 Niederlassungen in 30 Ländern hat hier ein Forum zum Gedankenaustausch und zur Weiterbildung geschaffen, das weit über die Firma hinausstrahlt. Seit der Eröffnung vor bald drei Jahren war das Zentrum der Ort für eine grosse Zahl von unterschiedlichen Veranstaltungen. Die ursprüngliche Strenge der Anlage ist einer etwas milderen Aura gewichen. Jetzt treffen sich Mitarbeitende hier sogar zur Weihnachtsfeier.
Brand Management auch in der Architektur
«Was Swiss Re architektonisch hervorbringt, entspricht unserer Haltung», erklärt Anne Keller Dubach, Leiterin Corporate Branding und Sponsoring, «die Architektur ist Teil unserer Marke.» Die Maxime bei allen Aktivitäten des Unternehmens: höchste Qualität und maximale Kosteneffizienz, ergänzt die Managerin. Die eigenen Bauten sind also nicht modische Versatzstücke, sondern spiegeln die über lange Zeit gewachsene Firmenkultur.
Das gesamte Erscheinungsbild der Swiss Re unterliegt einem klar strukturierten Brand Management, das alle Bereiche, von Werbung, über Sponsoring und Corporate Design bis zur Kunstsammlung des Konzerns umfasst. Zeitgenössische Kunst ist allgegenwärtig in den über die ganze Welt verstreuten Firmensitzen. Die 1986 begonnene Kunstsammlung umfasst heute 1200 Werke und ist ein starker Ausdruck der Brand Culture, wie Anne Keller Dubach betont. Das Unternehmen baut ganze Werkgruppen von renommierten zeitgenössischen Künstlern auf. Erstere können dann zum Beispiel vom Hauptsitz in Zürich zur amerikanischen Swiss-Re-Filiale in Armonk verschoben und dort wieder ausgestellt werden.
Kein Platz für Teddybärchen am Arbeitsplatz
In München liess die Swiss Re «ein Haus mit schwebenden Hecken» errichten, ein Bürogebäude, das eine «Symbiose zwischen Natur und Architektur» darstellt, wie die Süddeutsche Zeitung bewundernd schrieb.
Ende 2001 wurde der auf Stelzen stehende, transparente Bau der Hamburger Architekten Bothe, Richter, Teherani eingeweiht. Der scheinbar schwebende Bau gilt als Deutschlands schönstes Bürogebäude. Elf Meter hohe, begrünte Gitterwände umschliessen den Komplex mit grünen Ranken.
Von jedem Arbeitsplatz in den bepflanzten Büros blicken die Mitarbeitenden durch Hightech-Isolierglas mit hervorragender Wärmedämmung auf Kletterpflanzen und Bäume. Der Münchner Sitz der Swiss Re setzt die Corporate Identity des Unternehmens lupenrein und dennoch originell um.
«Ob man einen guten oder weniger guten Architekten wählt, wirkt sich auf das Budget nicht stark aus», erklärt Walter Anderau, «aber die gute Qualität führt, nebst dem höheren Status des Bauwerkes, dazu, dass die Betriebskosten tiefer sind, was sich im Lauf der Jahre summiert.» Bauten der Swiss Re wirken konzeptionell wie aus einem Guss mit hochwertiger Kunst am Bau, Bilderschmuck, durchkomponierter Möblierung und Begrünung. Das durchdachte Styling der Bürolandschaften duldet keine Teddybärchen neben dem Computer und keine selbst mitgebrachten Pflanzen. Entrées und Bürolandschaften in den Zentren der Swiss Re wirken kühl, klinisch sauber und intellektuell.
Ein neues Wahrzeichen für London
Wiederum ganz anders als die Münchner Filiale präsentiert sich der neue Hauptsitz der Swiss Re in London, der seit kurzem wie ein Tannenzapfen aus der Skyline des Finanzdistriktes ragt. Das 180 Meter hohe Bauwerk des britischen Stararchitekten Lord Norman Foster macht ältere Postkarten zu Makulatur, denn der neuartige Hochbau verändert die Skyline Londons markant. Norman Foster, der den Berliner Reichstag mit einer innovativen, begehbaren Kuppel versah, schuf für Swiss Re den ökologischen Wolkenkratzer.
Der noch unvollendete Büroturm setzt nicht nur mit seiner Form Massstäbe, sondern auch mit dem Energiekonzept, das auf einer Kombination von Klimaanlage und natürlicher Belüftung beruht, was die Energiekosten senkt. Dank der ausgedehnten Fensterflächen herrscht weit gehend Tageslicht; Sensoren stimmen das künstliche Licht auf die Tageshelle ab. Die doppelverglaste Fassade minimiert Energieverluste des im Winter mit Gas beheizten Turms.
Swiss Re hat London zu einem futuristischen Wahrzeichen verholfen, das gleichzeitig die Haltung des Unternehmens verkörpert. Parkplätze für das Personal gibt es in dem an den öffentlichen Verkehr angebundenen Bau nicht, dafür Velo- und Motorradparking sowie Duschen, wo sich die Angestellten umziehen können. Der Wolkenkratzer von Norman Foster in London wird nicht etwa Swiss Re tower genannt, sondern in fast unbegreiflichem Understatement schlicht mit Strassenname und Hausnummer bezeichnet: St Marie Axe 10. Das kümmert die Londoner freilich wenig, sie nennen den markanten Bau volkstümlich «erotic gherkin», «erotische Gurke».
Swiss Re wird nach der Eröffnung im nächsten Frühjahr die unteren Dutzend Geschosse belegen, hat jedoch bis dato noch keine passenden Mieter für die oberen Etagen gefunden. Der Blues im Londoner Büromarkt fordert auch bei diesem Vorzeigebau seinen Tribut.
Führend auch im Energiemanagement
Auch dort, wo Swiss Re in neue Wohnbauten investiert, legt der Konzern die Latte hoch; überall gilt der Minergiestandard, was bedeutet, dass die Gebäude im Schnitt 60 Prozent weniger Energie als vergleichbare Neubauten verbrauchen. «Letztlich hat die Sorgfalt, die wir unseren Bauten angedeihen lassen, mit Rückversicherung zu tun», führt Kommunikationschef Anderau aus. Die Rückversicherung von Schäden bei Naturkatastrophen ist ein Hauptgeschäft der Swiss Re; die von Menschen verursachte, globale Erwärmung steigert die Zahl dieser Schadenereignisse. Mit den hervorragenden Energiestandards setzt Swiss Re ein Zeichen. Anderau: «Wir sind nicht glaubwürdig, wenn wir dort, wo eine Möglichkeit besteht, nicht handeln.»
Diskretes BrandingDas konsequent durchkomponierte Swiss Re-Erscheinungsbild, früher
eher von Grautönen dominiert, ist heute etwas farbiger geworden. Das Swiss Re-Branding mit den drei Säulen hat etwas Edles, ja Entrücktes. Der Konzern ist im B-to-B-Business tätig, muss also nicht um einzelne Konsumenten buhlen. Den Link zur Bevölkerung schafft das Sponsoring von Museen oder von Anlässen wie dem populären Zürcher Theaterspektakel. Doch das Sponsoring-Engagement wird nicht laut verkündet, sondern zurückhaltend gepflegt.
Das knappe Firmenbrevier «Corporate Philosophy» ist grau eingefasst, die einzelnen Seiten sind jedoch in verschiedenen sorgfältig abgestimmten Pastellfarben gehalten. Die vier Kernwerte «Exzellenz», «Nachhaltigkeit», «Effizienz», «Integrität» sind auf einer rosa-grauen Karte aufgedruckt, welche jeder und jede Swiss Re-Mitarbeitende zur Motivation ins Portmonee stecken kann.
«Es ist verblüffend, wie viel von diesen Grundwerten man eins zu
eins auf unsere Leitlinien für die Architektur übertragen kann», sagt Anne Keller Dubach von Swiss Re.
In den Verhaltensgrundsätzen, die im selben Brevier auf dezent gelbem Grund aufgelistet sind, steht zum Beispiel: «Wir nehmen Veränderungen wahr und entwickeln innovative Lösungen.» Oder: «Wir suchen immer nach Lösungen, die einen klaren Mehrwert bieten.» Genau das verkörpern die Bauten des Rückversicherungskonzerns. (wc)
Londons neues Wahrzeichen: Der Hauptsitz der Swiss Re.
Stararchitekt Lord Norman Foster schuf den hypermodernen Swiss Re-Bau, der die Skyline der City prägt.
Anne Keller Dubach, Leiterin Corporate Branding und Sponsoring.
Deutschlands schönstes Bürogebäude: der Münchner Sitz.
Das «Zentrum für den globalen Dialog» in Rüschlikon – ein Komplex mit umgenutzter Villa, idyllischem Park, modernem Tagungszentrum samt Hotel und einmaliger Aussicht.
Der historische Firmensitz der Schweizer Rückversicherung in Zürich.
Werner Catrina

Sawi und ZHW unterrichten gemeinsam

Ausbildung Die Bieler Marketingschule Sawi und die Zürcher Hochschule Winterthur haben eine Kooperation beschlossen.

Ausbildung Die Bieler Marketingschule Sawi und die Zürcher Hochschule Winterthur haben eine Kooperation beschlossen.Ausbildung Die Bieler Marketingschule Sawi und die Zürcher Hochschule Winterthur haben eine Kooperation beschlossen. Sie
gründen die Bildungsgemeinschaft «ed-win» als Antwort auf die
bildungspolitischen Veränderungen der letzten Jahre. Die ersten Angebote werden im Mai lanciert. Das genaue Konzept stellen Sawi und ZHW am
26. Februar vor.

Nord Ost Combi verstärkt Marktbearbeitung

Verlage Felix Walder wird Verlagsleiter der Gratiszeitung Schaffhauser Bock (SB). Er übernimmt das Amt zusätzlich zu seiner Tätigkeit als Inhaber des Medienvermarkters Wypag.

Verlage Felix Walder wird Verlagsleiter der Gratiszeitung Schaffhauser Bock (SB). Er übernimmt das Amt zusätzlich zu seiner Tätigkeit als Inhaber des Medienvermarkters Wypag.Die beiden Aufgaben ergänzen sich: Der SB ist Teil des Nord Ost Combi (NOC), das von Wypag vermarktet wird. Walders Ziel ist es, die Marktbearbeitung der drei NOC-Titel SB, Singener Wochenblatt und Wochenspiegel zu vertiefen. Um die Belastung durch das Doppelmandat zu verringern, soll bis im April ein neuer Partner zu Wypag stossen. Diese Person werde sich möglicherweise finanziell an der Firma beteiligen, sagte Walder gegenüber der Werbewoche.

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Bilanz

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RTVG ade …

Gastkommentar ... scheiden tut nicht weh, meint Peter Weigelt. Seine politische Rückweisungsempfehlung verbindet er allerdings mit drei unternehmerischen Forderungen.

Gastkommentar … scheiden tut nicht weh, meint Peter Weigelt. Seine politische Rückweisungsempfehlung verbindet er allerdings mit drei unternehmerischen Forderungen.Die schweizerische Medienpolitik, sofern es eine solche je gab, ist gescheitert. Nach der Abstrafung des Bakom in Sachen Fernmeldegesetz (FMG) floppt nun auch das Radio- und Fernsehgesetz (RTVG). Trotz den Reanimationsversuchen – unsere Kommission brachte gegen 200 Änderungsanträge ein – scheint der Revisionsvorlage die Luft auszugehen.Schuld daran sind nicht nur die Medienbürokraten in Biel oder
die «Laisser faire»-Haltung der UVEK-Spitze. Mindestens gleichviel Anteil am sich abzeichnenden RTVG-Aus haben all jene, die sich aus dem Gebührentopf bedienen wollen, gleichzeitig aber jede staatliche Aufsicht verweigern.
Vor allem aber verteidigte die SRG mit allen Tricks und Mitteln ihren heutigen Status. Vielleicht wurde Generaldirektor Armin Walpen die Losung «kill the project» zu Unrecht in den Mund gelegt. Vielleicht ist das Lobbying der SRG-Exponenten in allen Fraktionen nur «business as usual». Jedenfalls dürfte Walpen am Ende der Frühjahrssession frohlocken: «Operation gelungen, RTVG gestorben.» Und der ständerätliche DRS-Präsident kann verlängerte Herbstferien planen, da in der kleinen Kammer keine neuen Fallgruben mehr ausgehoben werden müssen.
Doch bei aller Genugtuung der Sterbehelfer: Mit dem Exitus des RTVG stürben auch die audiovisuellen Schweizer Medien einen langsamen Tod. Und das wäre inakzeptabel. Deshalb hier ein Überlebenskonzept in drei Punkten: Erstens sind alle gesetzlichen Bestimmungen zur Verbreitung und Technologie im FMG zu regulieren, das so zu einem konvergenten Kommunikationsgesetz mutiert. Zweitens ist mit einer «Lex SRG» der Sonderstatus des nationalen Service-public-Veranstalters zu sichern, gleichzeitig aber auf sein heutiges Volumen zu beschränken. Schliesslich ist für alle anderen elektronischen Medienmarktteilnehmer auf eine sektorspezifische Regulierung zu verzichten, da nur so das Innovations- und Wachstumspotenzial dieser Zukunftsbranche zur Entfaltung kommen kann.
Sollte nächste Woche eine nationalrätliche Rückweisung mit diesen drei klaren Aufträgen an den Bundesrat mehrheitsfähig werden, könnte aus dem Schutt des in sich zusammengebrochenen RTVG etwas wirklich Lebensfähiges auferstehen: Eine nationale Medienlandschaft, die dank Innovations- und Investitionsanreizen auf eine leistungsfähige Infrastruktur baut. Im Weiteren eine klar definierte und damit berechenbare SRG, die sich effiziente Strukturen gibt und einen transparenten Leistungsauftrag erfüllt. Und eine Medienpolitik, die ohne ideologische Ausgrenzungen auskommt und statt Subventionsjäger echte Unternehmerinnen und Unternehmer motiviert, die multilinguale Schweiz als ideale Startbasis für den medialen Zukunftsmarkt Europa zu nutzen.
> Peter Weigelt ist FDP-Nationalrat, Mitglied der parlamentarischen Medienkommission und Verwaltungsratspräsident der PR-Agenturgruppe Mediapolis.

Ringiers Cicero nimmt Gestalt an

Magazine Noch dauert es rund einen Monat bis zum Launch von Cicero, dem politisch-kulturellen Magazin, mit dem der Ringier Verlag Deutschland erobern will.

Magazine Noch dauert es rund einen Monat bis zum Launch von Cicero, dem politisch-kulturellen Magazin, mit dem der Ringier Verlag Deutschland erobern will.Die Nullnummer macht unter deutschen Zeitungen die Runde. Die Berliner Zeitung (BZ) war beeindruckt: «Hochglanz, gediegen gestaltet; eine sorgfältig durchdachte Blattstruktur; seriöse Optik, schöne Fotografien;namhafte Autoren wie Habermas, Schäuble, Eco, Schröder.» Wie viel
Michael Ringier in Cicero investiert, wollte er der BZ nicht verraten. Der Süddeutschen Zeitung (SZ) lag die 140 Seiten starke Nullnummer ebenfalls vor. Sie schätzt den Betrag auf knapp über 10 Millionen Euro. Die Zeitschrift wird mit 100000 Exemplaren lanciert.

Manipulierte Zahlen korrigiert

Online Die Manipulationen an der Wemf-Internetstudie Net Audit vom letzten Sommer sind geklärt.

Online Die Manipulationen an der Wemf-Internetstudie Net Audit vom letzten Sommer sind geklärt.«Es handelte sich definitiv um einen Angriff von aussen mit dem Zweck, das System zu testen», so Wemf-Direktor René Schmutz. Im Juni und Juli 2003 hatte ein Hacker bei drei Sites zusätzliche Zugriffsdaten generiert, so dass diese je rund zehn Prozent zu viele Page Impressions pro Monat aufwiesen. Den Namen des Täters nennt Schmutz nicht. Nur so viel: «Es bestand keine Beziehung zu den manipulierten Sites.» Der Täter hatte aber bewusst Sites mit relativ kleinen Zugriffszahlen gewählt, weil es leichter war, diese in relevantem Ausmass zu verfälschen. «Mittlerweile haben wir aber sämtliche Daten bereinigt», sagt Schmutz, der künftige Manipulationen nicht ausschliesst. «Wir haben aber zusätzliche systematische Kontrollprozeduren eingerichtet.» Auf ein juristisches Nachspiel hat er hingegen verzichtet. Schmutz: «Der Angreifer hat sich in aller Form entschuldigt. Wir betrachten die Angelegenheit damit als erledigt.» (mk)

VSW-Katalog der Schweizer Presse

Media Der Verband Schweizerischer Werbegesellschaften (VSW) hat den 1. Band seines Katalogs der Schweizer Presse 2004 veröffentlicht.

Media Der Verband Schweizerischer Werbegesellschaften (VSW) hat den 1. Band seines Katalogs der Schweizer Presse 2004 veröffentlicht.Er sammelt die Basisdaten aller dem VSW bekannten Zeitungen, Amtsblätter, Publikumszeitschriften und Anzeiger sowie der Finanz- und Wirtschaftspresse. Auf www.vsw-assp.ch kann der Katalog für 35 Franken bestellt werden. Im April folgt der 2. Band mit Special-Interest- und Fachzeitschriften.

Hör-Bilanz wird in Deutschland produziert

Wirtschaftspresse Die Bilanz lässt ihre neue CD-Beilage in Deutschland herstellen. Dafür habe man sich aus Kostengründen entschieden, so die Verlagsleitung.

Wirtschaftspresse Die Bilanz lässt ihre neue CD-Beilage in Deutschland herstellen. Dafür habe man sich aus Kostengründen entschieden, so die Verlagsleitung.Wirtschaftspresse Die Bilanz lässt ihre neue CD-Beilage in Deutschland herstellen. Dafür habe man sich aus Kostengründen entschieden, so die
Verlagsleitung. Sowohl Sprecher als auch Tonstudio und Pressung seien dort günstiger. Beim Probelauf der Hör-Bilanz im Oktober wurden die Bilanz-Artikel von Christian Handelsman vorgelesen. Die CD liegt der abonnierten Ausgabe bei (siehe auch Seite 7). Mindestens bis Ende Jahr – so lange dauert der Vertrag mit Sponsor Sunrise.

Keine museale Werbestrategie

Museumswerbung Das neue MfK-Konzept verlangt neue Werbung.

Museumswerbung Das neue MfK-Konzept verlangt neue Werbung.Die Hauptinformationskanäle des MfK sind Medienberichte, Plakatwerbung und Mundpropaganda, so die Ergebnisse der Marktforschungen. Danach richtet Alberto Meyer, Leiter Marketing und Kommunikation des MfK, seine Kommunikationspolitik. Ein spezifisches Problem seiner Medienarbeit stellt die angebotene Themenbreite dar, denn die Adressaten der Medieninformationen wechseln ständig: Kultur-, Medien-, Wissenschafts- und häufig die Stadtredaktion. «Immerhin können wir uns glücklich schätzen, dass wir als Museum mittlerer Statur eine ausserordentliche Beachtung in den Medien geniessen», sagt Meyer erfreut. Im PR-Bereich ist die Website hervorzuheben, die im Mai – mit einer noch stärkeren Ausrichtung auf die spezifischen Bedürfnisse der Zielgruppen – ihren Relaunch erfährt.Der zweite Kommunikationspfeiler ist die klassische Werbung, in erster Linie Plakate und Prospekte. Die unspezifische Dachwerbung, welche die Marke «Museum für Kommunikation» aufbaut, wird von der Produktwerbung, vor allem für die Sonderausstellungen, flankiert. Der mit der letztjährigen Neueröffnung verbundene neue Werbeauftritt wurde von der kreativen Agentur Wyler Werbung konzipiert. Ein modulares System von Sujets, die jährlich ergänzt werden und die unter dem Motto «Ein Museum, das allen etwas sagt» die Bandbreite und Vielfalt des Hauses bewusst machen soll.
Lehrer persönlich anschreiben
Beim Schulsegment setzt das Museum auf One-to-One. Die persönliche Ansprache der Pädagogen erfolgt jeweils mit 10000 Briefen, die ihre Wirkung nicht verfehlen, so dass kaum andere Instrumente eingesetzt werden.
Das Beispiel der letztjährigen Eröffnungskampagne, für die das MfK die Marketing-Trophy erhalten hat, zeigt, dass das Museum auch alle Instrumente auszuschöpfen weiss: Die Neueröffnung wurde mit Interaction Concept in Aarau durch eine integrierte Kommunikationskampagne begleitet. Sie begann bereits beim Abbruch der vorausgegangenen Ausstellung mit einem Baustellen-Event. Diesem folgten danach Elemente der Strassenpromotion, des DM, der Crossmedia-Kommunikation, des Eventmarketings und der klassischen Werbung. Aus Kostengründen sind solche Kampagnen nur möglich, wenn ausserordentliche Finanzmittel dafür generiert werden können.
Blick hinter die Kulissen: Heilsbringer im Museum für Kommunikation.
Luca Aloisi

Die Kickerin

Sportmagazine Was den Herren von Manchester United ihre Blutgrätsche ist, scheint den Fussballerinnen die «Popoklatsche» zu sein.

Sportmagazine Was den Herren von Manchester United ihre Blutgrätsche ist, scheint den Fussballerinnen die «Popoklatsche» zu sein.Dies und manch anderes über eine veritable Trendsportart lässt sich aus der vergangene Woche erstmals erschienenen Zeitschrift für Frauenfussball FF lernen. Lanciert hat das Zweimonatsmagazin im Pocketformat der R+P Verlag aus dem hessischen Oberursel, im Hauptgeschäft «Herausgeber hochwertiger Regionalliga». Highlights der Pilotnummer sind ein Porträt von Birgit Prinz, ihres Zeichens Weltfussballerin des Jahres 2003, und das obligate Interview mit Kaiser Franz.

Das Lächeln abgelegt

Special Interest Das Internetmagazin Smile heiratet und heisst nun Anthrazit.

Special Interest Das Internetmagazin Smile heiratet und heisst nun Anthrazit. Eins haben Dotcoms und Printmedien gemeinsam: Beiden ist in den letzten Jahren das Lachen vergangen. Da scheint es nur logisch, dass sich das Magazin Smile im Februar in Anthrazit umbenannt hat. Steht eine dunkle, kalte, metallische Farbe einer Internetzeitschrift heute besser?Solch düstere Assoziationen lässt Matthias Zehnder nicht gelten. «Anthrazit ist die energiereichste Art der Kohle», interpretiert der Herausgeber und Chefredaktor. Und energiegeladen schreitet Anthrazit in die Zukunft: Mit dem Namenswechsel wurde nicht nur ein optischer Relaunch verbunden. Vielmehr soll das Magazin mit der Online-Community von Mitherausgeber Christian Schwengeler zu einem crossmedialen Produkt verschmelzen.
Viel Online-Service ist wichtig
Von dieser Community hat Smile auch den neuen Namen übernommen. Sie ist nicht bloss eine Website, sondern bietet ihren Mitgliedern eine Vielzahl von Services, beispielsweise als Datenarchiv, Fotogalerie, Messagingsystem etc. Noch befindet sich Anthrazit online in einer Pilotphase. Die Mitgliedschaft ist vorläufig gratis. Später werden fünf Franken pro Monat erhoben. Wer neue Mitglieder wirbt, erhält auf der Plattform Punkte gutgeschrieben. Wie viele zahlende Mitglieder sie einmal haben wird, möchte Zehnder nicht schätzen – skalierbar ist das System auf über eine Million User. Die Smile-Abonnenten wurden in Anthrazit-Mitglieder umgewandelt (und umgekehrt).
Für Matthias Zehnder ist die Kooperation mit der Onlineplattform eine Notwendigkeit. «Ein Magazin ohne gute Services im Web ist eine verpasste Chance», meint er. Wissenschaftliche Studien hätten gezeigt, dass für die Surfer im Netz vor allem Services zählten. Einfach Printinhalte online abzufüllen, bringe nichts.
An den Inhalten von Smile/Anthrazit hat sich durch den Relaunch wenig geändert. Zehnder fährt den Kurs, den er im vergangenen Herbst nach einem Management Buyout gesteckt hat, weiter: Orientierungshilfe im digitalen Leben. «Wir sind die Betty Bossi der neuen Technologien», scherzt Zehnder. Anthrazit-Leser sollen viele wertvolle Tipps erhalten, wie sie mit diesen Technologien ihre Performance verbessern können – beruflich oder privat. Dieses Bedürfnis macht Zehnder nicht nur bei den Lesern aus. Die Industrie sei darauf angewiesen, dass jemand den Konsumenten den ganz konkreten Nutzen neuer Produkte aufzeige. Mit der blossen Präsentation technischer Aspekte würden viele Käufer nicht mehr erreicht. Auch dieser Bildungsanspruch spiegelt sich im neuen Namen, denn «Anthrazit», so Matthias Zehnder, «ist die Wandtafel des Internets.»
Das Internetmagazin Smile heisst neu Anthrazit.
Stefano Monachesi
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