Projektetat von Sunrise Mobile an AY&R

Telecom Advico Young & Rubicam (AY&R) hat sich in einer Konkurrenzpräsentation ein Mandat des Telecomkonzerns Sunrise gesichert.

Telecom Advico Young & Rubicam (AY&R) hat sich in einer Konkurrenzpräsentation ein Mandat des Telecomkonzerns Sunrise gesichert.Gemäss einem Communiqué handelt es sich um die Konzeption und Realisation eines wichtigen Teilprojekts im Bereich der Mobiltelefonie. Die Massnahmen sollen in den nächsten Monaten zu sehen sein.

Initiative Media zieht zu FCBLK

Agenturen Nach sieben Jahren in Zollikon zügelt Initiative Media Western nach Wallisellen.

Agenturen Nach sieben Jahren in Zollikon zügelt Initiative Media Western nach Wallisellen.Die Mediaagentur bezieht Geschäftsräume im selben Bürokomplex wie die Werbeagentur FCB Leutenegger Krüll. Beide Agenturen gehören zum Interpublic-Netzwerk. So sollen «Synergieeffekte genutzt werden, wo sie sich ergeben», wie es in einer Mitteilung heisst. Zudem sind die Räume kostengünstiger.

Der Pessimismus hat sich verflüchtigt

Werbeausgaben Der stotternde Werbemotor soll dieses Jahr endlich wieder besser laufen. Allerdings müssen wir uns laut den Werbetrends 2004 der HandelsZeitung bis ins zweite Semester gedulden.

Werbeausgaben Der stotternde Werbemotor soll dieses Jahr endlich wieder besser laufen. Allerdings müssen wir uns laut den Werbetrends 2004 der HandelsZeitung bis ins zweite Semester gedulden. Die depressiven Werbejahre 2001 und 2002 mit ihren dramatisch gesunkenen Kommunikationsbudgets hinterliessen tiefrote Spuren in den Geschäftsbüchern der Medien. Und auch im Jahr 2003 war die Talsohle wider alle Erwartungen immer noch nicht erreicht. Für das laufende Jahr beurteilt die im Auftrag der HandelsZeitung erhobene Studie «Werbetrends» das Klima nun aber merklich entspannter. «Zwar ist noch kein ausgeprägter Optimismus spürbar, aber die pessimistische Grundhaltung hat sich weit gehend verflüchtigt», erklärt Ralph Büchi, CEO der Verlagsgruppe HandelsZeitung.Allerdings wird den Medien weiterhin viel Geduld abverlangt, denn für das erste Halbjahr überwiegen nach wie vor die vorsichtigen Stimmen, die noch keine Veränderung des Werbevolumens feststellen können. Eine klar positive Grundstimmung macht sich erst für das zweite Halbjahr breit. Im zweiten Semester rechnen immerhin 60 Prozent der Auftraggeber sowie 86 Prozent der Agenturen mit «leicht steigenden» Werbevolumina.
Mehrheit positiv oder neutral
Befragt nach den zur Verfügung stehenden Werbebudgets 2004 zeigt sich bei den Auftraggebern ein deutlich aufgehelltes Bild. Bei ihnen ist der Anteil jener mit wachsenden Budgets gegenüber dem Vorjahr auf 31 Prozent gestiegen (+2,8 Prozent), derjenige mit abnehmenden Budgets ist hingegen auf 24 Prozent (–8,2 Prozent) zurückgegangen. Stark zugenommen auf 45 Prozent (+5,4 Prozent) hat der Anteil jener Auftraggeber, die mit unverändertem Budget fahren wollen.
Getragen wird die positive Grundtendenz hauptsächlich von fünf Branchen. Mit grossem Abstand die Nase vorn hat der Einzelhandel, bei dem mehr als 57 Prozent der Unternehmen von zunehmenden Budgets sprechen. Der Einzelhandel profiliert sich im Jahr 2004 als einzige Branche, bei der keines der befragten Unternehmen Budgetkürzungen geplant hat. Überdurchschnittlich sind die Budgetzuwächse aber auch bei der Branche Nahrungsmittel und Getränke. Dort rechnen 37,5 Prozent mit wachsenden Werbeinvestitionen. Ebenfalls werbefreudiger als noch vor einem Jahr präsentiert sich die Branche Bekleidung und Kosmetik. Hier gaben 33,3 Prozent einen Anstieg ihrer Budgets zu Protokoll. Genau gleich viele rechnen im Sektor Freizeit und Tourismus mit einem Anziehen der Werbespendings. Und auch im Bereich IT und Telekommunikation sitzt der Werbefranken bei 28,6 Prozent lockerer als noch im Vorjahr.
Bei Auto und Verkehr bleibts hart
Doch leider stehen im 2004 längst nicht alle Auftraggeber mit praller gefüllten Werbebudgets da. Jedem vierten schneien weitere Kürzungen ins Haus. Überdurchschnittlich davon betroffen ist die Branche Automobil und Verkehr, bei der 46,2 Prozent der Befragten von kleineren Kommunikationsbudgets ausgehen. Ebenfalls geringere Werbeausgaben planen 44,4 Prozent der Banken und Versicherungen. Aber auch bei den Verkäufern von Haushaltsgeräten und Wohnungseinrichtungen gehen 33,3 Prozent davon aus, dass sie im 2004 weniger Geld in die Werbung investieren werden.
Zuversichtliche Mediaagenturen
Ganz klar wieder rosigeren Zeiten entgegen gehen die Agenturen, wenn man ihren eigenen Umsatzprognosen Glauben schenkt. Noch zuversichtlicher als die Werbeagenturen zeigen sich dabei die Mediaagenturen. Sieben von zehn rechnen mit einem Umsatzzuwachs. Bei den Werbeagenturen sind es immerhin 47,1 Prozent, die einen Auf-wärtstrend bei den Umsätzen für wahrscheinlich halten.
Durchwegs Gewissheit herrscht bezüglich der geschmälerten künftigen Rolle der klassischen Werbung. Sowohl Auftraggeber wie Agenturen rechnen mit einer leicht rückläufigen Entwicklung. Gemäss Einschätzung der Auftraggeber und der Mediaagenturen geht der Schrumpfungsprozess bei der klassischen Werbung zu Gunsten der Direktwerbung. Auch die Werbeagenturen erwarten einen Rückgang klassischer Werbebotschaften, vermuten aber, dass davon die Verkaufsförderung profitiert.
Zeitungen sind klare Verlierer
Mit einer überraschend deutlichen Abfuhr sind die Tageszeitungen im 2004 konfrontiert. Waren sie in den vergangenen Jahren bei den Auftraggebern unumstritten das wichtigste Leadmedium, so hat sich das bei der aktuellen Befragung gründlich geändert: Die Tageszeitungen rutschen weit nach hinten auf den sechsten Platz. An die Spitze der von der Werbung am meisten geliebten Medien ist neu die Sonntagspresse vorgedrungen. An die zweite Stelle gerückt sind die Pendlerzeitungen. Und sogar die Fachzeitschriften, das Fernsehen und die Aussenwerbung zogen an den Tageszeitungen vorbei.
Dieser Trend zu Lasten der Tagespresse dürfte sich auch längerfristig weiter akzentuieren. Danach befragt, wie sich der Mediamix im Jahr 2008 präsentieren wird, schnitt die Tageszeitung als einzige Mediengattung negativ ab. Für deren Anteil wird ein Rückgang von heute
40 Prozent auf 35 bis 36 Prozent prognostiziert. Die Zeitschriften vermögen sich laut der Langfristprognose bei rund 20 Prozent zu halten.
Auf einen Platz auf der Sonnenseite darf sich weiterhin das Fernsehen freuen. Für dessen Anteil an den Werbeausgaben wird ein Wachstum von heute 15 Prozent auf 17 bis 18 Prozent erwartet. Auch für die Onlinemedien sind die Prognosen Balsam. Ihr Anteil am Werbekuchen soll bis 2008 von 7,5 Prozent auf 8,5 bis 10,5 Prozent wachsen.
Aufschwung lässt auf sich warten
Obschon sich die Wirtschaft von ihrem Tiefpunkt im Frühjahr 2003 inzwischen erholt hat und viele Unternehmen erfreuliche Abschlüsse präsentieren, lässt der sehnlichst erwartete Aufschwung im Werbemarkt weiter auf sich warten.
Tatsache ist, dass der Werbedruck auf Konsumenten und Entscheider seit 2000 massiv nachgelassen hat. «Die Aufmerksamkeit der Kunden ist heute mit weniger Werbeeinsatz zu haben», stellt Ralph Büchi, CEO HandelsZeitung, fest. Doch das werde mit Sicherheit nicht so bleiben. «Der Konkurrenzkampf wird in Zukunft nicht milder, sondern härter.» Und um diesen zu führen, ist Werbung unverzichtbar. «Was jetzt noch fehlt, ist die Initialzündung durch die Keyplayer in den verschiedenen Sektoren», so Büchi.
Knalliger Aufschwung: 57 Prozent der Einzelhandelsunternehmen wollen 2004 mehr Geld für Werbung ausgeben als im Vorjahr.
Unter der LupeFür die jährlich erhobene Studie «Werbetrends» wurden die Kommunikationsverantwortlichen der 500 werbeintensivsten Schweizer Unternehmen befragt. Zur Stichprobe gehören alle 60 BSW-Werbeagenturen sowie sämtliche 25 Mediaagenturen. In die Untersuchung einbezogen wurden weiter die 40 grössten Personalberatungsfirmen sowie 60 Banken und Finanzdienstleister.
Die Befragung erfolgte, nach telefonischer Vorselektion, schriftlich zwischen Mitte Januar und Mitte März 2004. Durchgeführt wurde die Studie von der Media Research Group (Uitikon) im Auftrag der HandelsZeitung. Die jährlich erhobene Werbemarktstudie, die auch die Basisdaten für die Ermittlung der «Werbetrends» enthält, ist verfügbar auf www.mediaresearchgroup.ch. Zu
finden sind dort auch Spezialauswertungen für Medienanbieter, Agenturen und Werbeauftraggeber. (dse)
Daniel Schifferle

Da haben Sie den Kabelsalat

Jubiläum I Es müssen nicht immer Rosen sein.

Jubiläum I Es müssen nicht immer Rosen sein.Darüber einig, konzipierten die beiden McCann-Erickson-CDs Timo Kirez und Dominik Imseng im Auftrag von 20 Minuten ein Glückwunschinserat, gespickt mit Bits und Bytes, Watt und Volt. Auf der Gratulationsanzeige für Media Markt haben sie im Handumdrehen aus einem Kabelsalat ein frühlingshaftes Kabelbouquet gebunden. Der Elektronik-Discounter feiert heuer nämlich seine zehnjährige Marktpräsenz in der Schweiz (siehe auch Seite 9).

Multimedialer Neuauftritt

Marketing Zur Feier ihres Relaunches werden die Aprilausgaben der Kino-zeitschriften Film demnächst und Avant Première (WW 7/04) um total 44500 Exemplare aufgestockt,

Marketing Zur Feier ihres Relaunches werden die Aprilausgaben der Kino-zeitschriften Film demnächst und Avant Première (WW 7/04) um total 44500 Exemplare aufgestockt,die Zusatzauflage wird während 14 Tagen in 89 Poststellen aufgelegt. Parallel läuft auf den Plasmascreens dieser Poststellen ein Spot, der auf einen Wettbewerb im Heft hinweist. Die Radios 105, One FM und Lausanne FM wirken bei der Preisverteilung mit.

JobChange

Executive Creative Director Urs Schrepfer verlässt die Werbeagentur Jung von Matt/Limmat (JvM). Schrepfers Nachfolge übernimmt Alexander Jaggy, der seit drei Jahren bei JvM als Creative Director (CD) tätig ist. Unterstützt wird Alexander Jaggy weiter

Executive Creative Director Urs Schrepfer verlässt die Werbeagentur Jung von Matt/Limmat (JvM). Schrepfers Nachfolge übernimmt Alexander Jaggy, der seit drei Jahren bei JvM als Creative Director (CD) tätig ist. Unterstützt wird Alexander Jaggy weiterhin von CD Michael Rottmann und neu von Tom Seinige, der zum CD befördert wird. Seinige arbeitet seit drei Jahren als Texter für JvM.
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Die Zuger Media trennt sich von ihrem Geschäftsführer für Verlag und Administration, Daniel Neukomm. Er verlässt die Herausgeberin der Zuger Presse in gegenseitigem Einvernehmen auf Ende April. Seine Aufgaben werden aufgeteilt: Der Verwaltungsrat hat Daniel Troxler zum Leiter Verlagsmarketing, Thomas Akermann zum Leiter Anzeigenverkauf und Claudia Rogenmoser zur Leiterin der Administration ernannt. Zusammen mit Geschäftsführer und Chefredaktor Florian Hofer bilden sie die Geschäftsleitung. Ausserdem wurde der bisherige Ressortleiter Aktuell, Carl-Axel Englund, zum Stellvertreter des Chefredaktors berufen.
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TopJobsScout24 hat seine Geschäftsleitung verstärkt. Dominik Walder (Bild) ist seit Anfang März Sales Director des Betreibers von Online-Stellenplattformen. Walder war zuletzt Schweizer Geschäftsführer der Harvey-Nash-Gruppe, die in der Personalvermittlung tätig ist.
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Benedikt Erni wird neuer Redaktionsleiter bei Radio Basilisk. Er ersetzt Raphael Suter, der bereits Mitte März die Nachfolge von Christian Heeb als Programmleiter angetreten hat. Stellvertretender Redaktionsleiter wird
Nicolas Drechsler. Die Moderationsleitung übernimmt Jean-Luc Wicki. Alle waren schon bisher bei Radio Basilisk tätig.
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Die beiden Tamedia-Sender Radio 24 und Radio Basilisk teilen sich ab
Anfang Juli den Musikchef. Andreas Meier löst Leila Adriana in Zürich und Nick Schulz in Basel ab. Die beiden bisherigen Musikverantwortlichen verlassen den jeweiligen Sender. Andreas Meier ist langjähriger Moderator von Radio 24 und wird auch weiterhin die Sendung «Top24 – d Chart-Show vo Züri» präsentieren. In seiner neuen Funktion wird er Mitglied der Programmleitung von Radio 24 und Radio Basilisk.
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Christoph Vollenweider wird neuer Chefredaktor der Regionalzeitungen Zürcher Oberländer und Anzeiger von Uster. Er löst Oscar Fritschi ab, der Mitte Mai in den Ruhestand tritt. Vollenweider ist bereits seit zwei Jahrzehnten für den Zürcher Oberländer tätig und leitet zurzeit das Auslandressort.

BauernZeitung und Die Grüne im Web-Duett

Online Die Schweizer Agrarmedien GmbH vereinigt die Online-Auftritte ihrer Publikationen BauernZeitung und Die Grüne.

Online Die Schweizer Agrarmedien GmbH vereinigt die Online-Auftritte ihrer Publikationen BauernZeitung und Die Grüne.Das gemeinsame Newsportal bietet Informationen für und über die Agrarwirtschaft, von News über Fachdossiers und Wetter bis zu Markt- und Richtpreisen. Realisiert wurde das Portal vom Webdienstleister Agrigate.

SRG schreibt wieder schwarze Zahlen

TV Die SRG schliesst 2003 mit einem Gewinn von 16,1 Millionen Franken ab (Vorjahr –4,4 Millionen).

TV Die SRG schliesst 2003 mit einem Gewinn von 16,1 Millionen Franken ab (Vorjahr –4,4 Millionen).Der Umsatz stieg um 0,4 Prozent auf 1,503 Milliarden Franken. Einem Plus von 5,1 Prozent bei den Gebühren stehen Rückgänge um 1,5 Prozent beim kommerziellen Ertrag (321,8 Millionen Franken) und um 34,5 Prozent bei den übrigen Einkünften (80,9 Millionen Franken) gegenüber. Neben dem Mehrertrag führten auch Einsparungen zum verbesserten Ergebnis.

MAZ diplomiert 54 Journalisten

Ausbildung Am Medienausbildungszentrum (MAZ) in Luzern haben 54 Journalistinnen und Journalisten ihr Diplom erhalten.

Ausbildung Am Medienausbildungszentrum (MAZ) in Luzern haben 54 Journalistinnen und Journalisten ihr Diplom erhalten.39 davon haben die berufsbegleitende zweijährige Diplomausbildung (DAJ) abgeschlossen, 15 das drei Semester dauernde, berufsvorbereitende Diplomstudium Journalismus Masterstufe (DJMA). 80 Prozent der Absolventen haben bereits eine Anstellung in den Medien. Die Bewerbungsfrist für die nächste DAJ (Start März 2005) läuft bis 18. Oktober, für das DJMA (Start Oktober 2004) bis 31. Mai.

Heidi melkt jetzt für die Migros

Marken Im April lanciert die Migros eine neue Produktlinie aus Bergmilch unter der Marke Heidi.

Marken Im April lanciert die Migros eine neue Produktlinie aus Bergmilch unter der Marke Heidi.Sie soll 30 Produkte umfassen und auf den Packungen Motive aus Johanna Spyris Geschichte tragen. Die Marke Heidi hat die Migros dem Luzerner Milchkonzern Emmi abgekauft, der sie zuvor von der konkursiten Swiss Dairy Food übernommen hatte.

Endlich etwas bewegen

Blick Seit Jahren sinkt die Auflage. Mit dem Tabloid-Versuch erprobt Ringier ein neues Rezept gegen den Schwund.

Blick Seit Jahren sinkt die Auflage. Mit dem Tabloid-Versuch erprobt Ringier ein neues Rezept gegen den Schwund.Es ist ein Frust: Die Blick-Auflage sinkt seit Jahren. 1996 betrug sie 322 032 Exemplare, vor einem Jahr waren es noch 292 292 (–9,2 Prozent), und nun sank sie erneut um 5,8 Prozent auf 275 275 Exemplare, unter anderem wegen der verlorenen Swiss-Abos. «Die Leserzahlen sind seit Jahren sehr stabil. Aber wir haben jahrelang tröpfchenweise Auflage verloren, trotz veränderten Konzepten, überarbeiteten Layouts und neuen Chefredaktoren», sagt Bernhard Weissberg, Leiter Zeitungen bei Ringier. Mittlerweile ist beim grössten Schweizer Medienkonzern die Überzeugung gereift, dass tiefgreifendere Änderungen nötig sind. Man schaute sich im Ausland um und kam zum Schluss, es mit dem Tabloid zu probieren. Weissberg: «Wir wollen endlich etwas bewegen.» Das Hauptziel: den Auflageschwund stoppen.Am 3. Mai ist es nun so weit: An 3000 Kiosken ist sowohl ein gehefteter Ein-Bund-Tabloid- als auch ein üblicher Broadsheet-Blick erhältlich. Die Zeitungsboxen und die Fluggesellschaften erhalten den «kleinen» Blick, die Abonnenten hingegen den «grossen». Letztere erhalten aber einen Gutschein, mit dem sie mehrmals kostenlos einen Tabloid-Blick am Kiosk beziehen können.
«Nicht teurer als ein Pretest»
Auf eine Voraus-Marktforschung hat man verzichtet. «Nur mit dem Tatbeweis können wir zeigen, dass in beiden Formaten tatsächlich gleich viel steht. Zudem ist der Versuch eine Live-Marktforschung: Sie kommt uns nicht viel teurer, als wenn wir einen Pretest gemacht hätten», sagt Weissberg.
Ringier wird denn auch verschiedene Reaktionskanäle für die Leserschaft einrichten und auswerten: Leserbriefe, Anrufe im Callcenter, das Blick-Telefon (der erste Lauf fand schon am vergangenen Donnerstag statt). Zudem ist eine Leserforschung geplant, die dannzumal auch inhaltliche Aspekte ergründen wird.
Der Blick, dessen reguläre Druckauflage 310 000 Exemplare beträgt, wird für den Versuch auf gut 340 000 Exemplare erhöht. Davon dürften rund 115 000 Exemplare im Tabloid-format gedruckt werden. «Für Werbekunden ist der Versuch ideal», wirbt Weissberg. «Sie erhalten in jeder Hinsicht mehr Blick: eine höhere Auflage, gesteigertes Leser-interesse und zusätzliche mediale Beachtung.» Der Versuch werde zudem durch eine Kampagne der Agentur GGK (Inserate, Plakat, TV und Radio) begleitet. Und: Die Zusatzauflage ist für die Werbekunden gratis, sie müssen einzig zwei verschiedene Vorlagen liefern. Stellt sich die Frage, wie lange? Dazu Weissberg: «Zwischen ein bis drei Monate, höchstens aber bis zu den Sommerferien. Dann muss ein Entscheid her.» Künftig den Blick in beiden Formaten zu drucken, schliesst er zwar nicht aus, doch lassen sich zwei Formate derzeit nur im Verhältnis 1:2 drucken. Weissberg vermutet, dass das Tabloidformat die Oberhand gewinnen wird.
Gleicher Inhalt, andere Verpackung: Am Kiosk hat der Blick-Käufer die Wahl zwischen zwei Formaten.
«Für Werbekunden ist der Versuch ideal.» Bernhard Weissberg,
Leiter Zeitungen, Ringier
Independent: Tabloid lohnt sichDer Independent hat sich die Umstellung eines Teils der Auflage ins Tabloidformat 4 bis 5 Millionen Pfund kosten lassen. Dank dieser
Massnahme konnte die britische Qualitätszeitung die verkauften Exemplare aber um fast 43 000 auf über 250 000 steigern. «Das ist die sinnvollste Ausgabe, die wir je getätigt haben», kommentierte Independent-CEO Ivan Fallon. Besonders Jüngere und Frauen haben offenbar auf das kleinere Format angesprochen. Möglich ist, dass der Independent bald nur noch als Tabloid erscheint: Das Broadsheet wird bloss noch von 26 Prozent der Leser bevorzugt. «Eine Aufteilung 90 Prozent kompakt, 10 Prozent Broadsheet würde nicht viel Sinn machen», sagte Fallon. (mk)
Markus Knöpfli

Free Press? Dream on!

Aufgefallen Weisse Westen auf Redaktionen sind so selten wie saubere Stiefel in Western. Und das ist gut so. Denn kalkulierte Käuflichkeit ist seit je eine journalistische Notwendigkeit und Tugend.

Kolumne Weisse Westen auf Redaktionen sind so selten wie saubere Stiefel in Western. Und das ist gut so. Denn kalkulierte Käuflichkeit ist seit je eine journalistische Notwendigkeit und Tugend.Ein Abendessen. Eine Indiskretion. Ein Warenmuster. Zwei Tickets. Oder drei Tage an der Côte d’Azur. Was ist Ihr Preis, Mbwana?Kurz: Womit, von wem und in welcher Höhe will ich bestochen werden? Es lohnt sich, ernsthaft über diese Frage nachzudenken. Immerhin ist Journalismus an sich Schreiben gegen Geld. Und die genaueste Definition von Pressefreiheit stammt von Hunter S. Thompson: «Free Food. Free Drinks. Free Press.»
In den guten alten Zeiten, als es noch keine Monopolblätter gab, war ich Volontär beim St. Galler Tagblatt. Und machte dort die viertklassigen Anlässe: Pressekonferenzen des lokalen Einkaufscenters, Vernissagen, Vorträge. Wobei ich jedes Mal auf die Kollegen der Konkurrenz traf. Diese sahen, Mann oder Frau, sich erstaunlich ähnlich: enorme Bäuche und Nasen, so rot und grossporig wie der Mars. Mit der einen Hand griffen Sie nach dem Cüpli, mit der anderen nach dem Lachsbrötchen – und mit der dritten unterstrichen sie jene Passagen im Pressetext, die sie danach wörtlich abschreiben würden.
An mehr erinnere ich mich nicht: Durch die zwei, drei Pressetermine pro Tag war ich damals dauernd betrunken. Aus dieser Zeit stammt auch der Plan, einmal im Leben für ein Jahr als Auto-Journalist zu arbeiten: Einladung von Mercedes oder weiss Gott wem auf fünf Tage Teststrecke in Südspanien, bonbonfarbene Drinks und langbeinige Menschen, die einem Hochglanzprospekte des neuen Modells zwecks Abschreiben überreichen. Wrumm! Zu meinem Glück fehlt nur noch a) ein Führerschein und b) eine Auto-Seite in der WOZ.
Was also, Mbwana, wäre Ihr Preis? Sagen Sie nun nicht «ich habe keinen». Unbestechliche sind für diesen Beruf unfähig. Zum Beispiel, weil sie keinen einzigen Informanten haben werden. Für jede Recherche braucht es Köpfe im Hintergrund: Tippgeber, Experten, Sympathisanten. Und diese wollen von ihnen genau dasselbe wie Mercedes oder die Kaufhalle: nette Worte über sich selbst. Und nach Möglichkeit nur Boshaftes über die Konkurrenz.
Hinter fast jeder Enthüllung, die Sie lesen, steht jemand, der gepetzt hat. Und das selten aus reiner Wahrheitsliebe. Wie weit also gehen? Kommt drauf an, wie sehr Sie Informationen oder Luxus lie-ben. Oder Menschen. Denn Bestechlichkeit ist auch eine grosse Tugend, gerade bei Journalisten. Nur Taube reagieren unerschütterlich auf Charme; nur Verbohrte ziehen ihre Vorurteile überraschenden Ideen vor; nur Herzlose lassen sich nicht bestechen von der Angst und Hilflosigkeit eines Gegenübers. Und zur Hölle damit: Objektivität ist nicht nur nicht herstellbar, sie wäre auch grausam: Es wäre eine finstere Welt, wenn alle nur das bekommen würden, was sie wirklich verdienen.
Zur Frage der Käuflichkeit also ein deutliches, dezidiertes Ja. Festzulegen bleibt nur mehr der Preis: Wie viel? Und vor allem die Währung: Wollen Sie Luxus? Respekt? Wenig Ärger? Exklusivinformation? Bestätigung der eigenen Irrtümer? Neue Ideen? Das Gefühl der Wichtigkeit, wenn Sie ein Prominenter anlächelt? Oder den Eishauch der Macht, wenn er zittert? Was genau ist Ihr Preis?
Sie entscheiden, Mbwana!
PS: Der Diplomat Charles de Talleyrand, angesprochen auf seinen Patriotismus, verkündete voller Stolz: « Bis zu einer Million Livres stehe und sterbe ich für Frankreich!»
PPS: Der US-Autor und Jet- setter Truman Capote wunderte sich nach dem Vorabdruck seines Romans «Erhörte Gebete», dass er drei Viertel seiner Freunde verlor: «Wen zum Teufel haben die gedacht, haben sie eingeladen? Einen Schriftsteller.»
> Constantin Seibt ist Redaktor für Politik und Wirtschaft bei der Wochenzeitung WOZ.
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