Alexander Theobald fühlt sich nach einem Sabbatical voller Tatendrang für seinen neuen Job bei Ringier.
Er mag grosse Fische. Einmal pro Jahr fliegt Alexander Theobald deshalb mit seiner Frau zusammen für ein paar Tage in die Malediven. Dort taucht er ab und beobachtet Fische. In diesem Jahr haben sich die farbigen Tiere allerdings gewundert. Der Taucher aus Zürich ist nämlich ein wenig länger geblieben. Die drei Monate Sabbatical zwischen Tamedia und Ringier hat Alexander Theobald «vor allem für Reisen» genutzt. Auch Südafrika hat er besucht. Bei diesem Nichtstun hat der neue Leiter Konzernbereich Zeitschriften bei Ringier auch entdeckt: Noch mehr als das müssige Leben locken ihn die beruflichen Herausforderungen.«Es war eine riesige Chance, diese tolle und reizvolle Aufgabe übernehmen zu können», freut sich das neue Mitglied der Konzernleitung. Spannend sei es natürlich, für den Marktführer tätig zu sein. Eine «ganz grosse Kiste mit grossem Umsatz und entsprechend grosser Verantwortung dem Verlag gegenüber», hätten ihn von der Werdstrasse wieder zurück an die Dufourstrasse gelockt.
Bei der Tamedia hat Theobald sieben Jahre als Verlagsleiter der SonntagsZeitung, Marketingleiter Winner Market und Leiter Verlage Zeitungen gearbeitet, was ihm den Zeitpunkt für einen Wechsel als fair erscheinen lässt. «Zu ändern und zu wachsen ist der grösste Treiber», meint er zu seinen Motivationen.
Bei der Konkurrenz lockt ihn nun eine «reichhaltige Palette von hochinteressant positionierten Produkten, die zum Teil auch polarisieren und sehr mannigfaltig sind». Bei Ringier hat der Medienmann immer schon «den Mut zur Kreativität bewundert». Man sei bereit, neue Dinge zu versuchen, wie jetzt zum Beispiel Cicero. Gleichzeitig zögere man auch nicht, gewisse Sachen, die nicht laufen, wieder einzustellen. «Es ist ein sehr lebhaftes Unternehmen.» Schon 1995 war Theobald bei Ringier tätig gewesen, damals als Verlagsleiter der Schweizer Woche. Angefangen hatte der Kontakt sogar noch um einiges früher – mit einer Lizentiatsarbeit unter dem Titel «Blick und Bild, zwei Boulevard-Zeitungen im Vergleich».
Alexander Theobald, der in Hamburg und Köln aufgewachsen ist und mit 13 Jahren von seinem Vater «in die Schweiz verschleppt wurde», hat in Zürich Publizistik studiert und nebenbei als Journalist bei Ringier gejobbt. Und wieso ist er nicht Journalist geblieben?
Für den Wechsel macht er heute den früheren Spiegel-Chefredaktor Werner Funk verantwortlich. «Was recht Tolles wird es wohl nicht mit Ihnen im Journalismus», habe dieser gemeint, als der Studienabgänger bei ihm an einem neuen Projekt für Gruner & Jahr arbeitete. «Das hat mich bewogen, auf die Managementseite zu wechseln», erklärt Theobald, der aber nicht ausschliessen will, dass er eines Tages doch wieder zu seiner ersten Leidenschaft zurückkehren könnte.
Und von wegen Rückkehr: Natürlich sei es ein lustiges Detail, dass Alexander Theobald in diesen Tagen das genau gleiche Büro bezogen hat, in welchem schon sein Vater in den Achtzigerjahren in der Konzernleitung von Ringier engagiert war.
«Ich war als Bub oft dort. Aber man soll das nicht überbewerten», meint der Sohn. Zudem sind an der Dufourstrasse Umbauarbeiten angesagt und dann wird die Familientradition so oder so in anderen Räumen ihre Fortsetzung finden.
Alexander Theobald hat von Tamedia zu Ringier gewechselt und leitet den Konzernbereich Zeitschriften.
Andreas Panzeri