Humorvoller Kampf um Nähe
Magazine Schweizer Illustrierte und TR7 starten neue Image-Kampagnen. Beide setzen auf Prominente.
Magazine Schweizer Illustrierte und TR7 starten neue Image-Kampagnen. Beide setzen auf Prominente.Das Schweizer Medienglück hat einen Namen: Schweizer Illustrierte. Glücklich präsentieren sich dort nicht nur die meisten Promis – «negative Geschichten verkaufen am Kiosk schlechter», so Chefredaktor Marc Walder. Erfolgreich war auch das ganze Redaktions- und Verlagsteam, konnte es doch das stärkste Schweizer Magazin mit einer Reihe von Sonderheften – Auto, Shopping, Al Dente, Login sowie den beiden Event-Heften Montreux Jazz Festival und Miss-Schweiz-Wahl – zusätzlich profilieren. Marc Walder nennt weitere Gründe für die Steigerung: «In den vergangenen zwei Jahren ist es uns gelungen, aktueller zu werden, Ereignisse vom Wochenende schon am Montag als Highlight auf die Titelseite zu bringen.» Zudem habe die SI in Sachen People-Journalismus der Konkurrenz die Themenführerschaft abgerungen.
Trennung von Wirz «im Guten»Wer so selbstbewusst über sein Produkt spricht, lässt sich kaum von einem geringfügigen Knick bei der Auflage beirren. Ganz wolkenlos präsentiert sich der diesjährige Auflagenhimmel nämlich nicht. Den Rückgang um rund 4200 Exemplare (–1,65% auf 251550 Ex.) begründet Walder mit der Konjunkturflaute und der Preiserhöhung bei Abos wie im Einzelverkauf.
Nebst dem «sehr gut ausgefallenen Start ins neue Jahr» dürfte auch die neue Werbekampagne für sein Magazin zum Optimismus beitragen. «Nach vielen Jahren haben wir uns im Guten von Wirz Werbung getrennt und uns ohne Pitch für die Top-Agentur Publicis entschieden», sagt Verlagsdirektor Urs Heller. Davon, dass Publicis bereits andere Akteure aus der Medienbranche bedient (NZZ, NZZaS und Mittelland Zeitung), liessen sich Heller und Walder nicht abschrecken.
Spannendes Umfeld der Stars Mit gutem Recht. Trotz des alten Claim «Näher bei den Stars» hat die anlaufende Kampagne des Publicis-Teams von CD Markus Gut und AD Ralph Halder nichts mehr mit den bisherigen Auftritten gemeinsam. Man sieht die Stars zwar nicht im Bild – «Dazu gibt’s in der SI selbst genügend Gelegenheit», so Gut –, aber in den Heads werden pointierte Aussagen über sie gemacht. Diese führen auf den ersten Blick in die Irre, werden aber im Kleingedruckten überraschend aufgelöst. Dabei kommen Menschen aus dem Umfeld der Promis ins Spiel. «Eine doppelte Testimonial-Kampagne», schmunzelt Gut. «Wir mussten jeden der Stars und deren Bekannten um ihre Erlaubnis bitten», erklärt Walder, der die Protagonisten gratis für die Idee gewinnen konnte und den Honorarwert an Dr. Beat Richners Kinderspitäler spendet. Gleich zwei Ziele scheint das neue Konzept erreichen zu können: die Stars und Starlets sympathischer wirken zu lassen und sie zum Mitmachen zu animieren. Anderseits hoffen die Verantwortlichen, die Chancen der Aktualität besser nutzen zu können. «Wir denken bereits an ein Köbi-Kuhn-Sujet, das wir im Umfeld der EM kurzfristig einsetzen können», spekuliert Walder.
Intime Einblicke bei TR7 Ein Konzept, das mit der Neugierde der Leserschaft spielt, sie unterhält und amüsiert, setzt derzeit auch das Programmheft TR7 aus dem Hause Jean Frey (JF) um und schlägt in seiner neuen Kampagne – TV-Spots und Print – ähnliche Töne an. Dafür liess sich die Agentur JWT+H+F von der verstärkten Ausrichtung des Blattes auf People-Storys leiten. «Seit das Fernsehen in der Schweiz den Verkaufs- und Quotenwert von Stars entdeckt hat, läuft das Star-Business auf Hochtouren», sagt Beraterin Sara Meier. Da TR7-Chefredaktor René Hildbrand genau wie Marc Walder den Blick für die Geheimnisse unserer Schweizer Promis einst beim «Blick» geschärft hat, erhält dieses Asset auch beim JF-Produkt immer mehr Gewicht. Während das Konkurrenzblatt Tele, das sich als «das Schweizer Medienmagazin» positioniert, 6,4 Prozent seiner Auflage eingebüsst hat, sieht sich TR7 in seiner Ausrichtung als Promi-Insider-Blatt bestätigt, ist doch seine Auflage um 2,1 Prozent auf 172509 Exemplare gestiegen.
Deshalb haben die Kreativen aus dem Maag-Areal für den neuen Auftritt von TR7 tief in die Müllsäcke der Stars gegriffen und die witzigen Trouvaillen in den Anzeigen fein säuberlich ausgelegt. Diese Enthüllungen bleiben den Zuschauern der beiden Low-Budget-Spots hingegen vorenthalten. Um mehr zu erfahren, müssen sie – hier steckt der taktische Mechanismus der Image-Kampagne – schon ins Heft schauen.
Mehr wissen über Promis: Publicis hat den bestehenden Slogan «Näher bei den Stars» neu umgesetzt.
Trennung von Wirz «im Guten»Wer so selbstbewusst über sein Produkt spricht, lässt sich kaum von einem geringfügigen Knick bei der Auflage beirren. Ganz wolkenlos präsentiert sich der diesjährige Auflagenhimmel nämlich nicht. Den Rückgang um rund 4200 Exemplare (–1,65% auf 251550 Ex.) begründet Walder mit der Konjunkturflaute und der Preiserhöhung bei Abos wie im Einzelverkauf.
Nebst dem «sehr gut ausgefallenen Start ins neue Jahr» dürfte auch die neue Werbekampagne für sein Magazin zum Optimismus beitragen. «Nach vielen Jahren haben wir uns im Guten von Wirz Werbung getrennt und uns ohne Pitch für die Top-Agentur Publicis entschieden», sagt Verlagsdirektor Urs Heller. Davon, dass Publicis bereits andere Akteure aus der Medienbranche bedient (NZZ, NZZaS und Mittelland Zeitung), liessen sich Heller und Walder nicht abschrecken.
Spannendes Umfeld der Stars Mit gutem Recht. Trotz des alten Claim «Näher bei den Stars» hat die anlaufende Kampagne des Publicis-Teams von CD Markus Gut und AD Ralph Halder nichts mehr mit den bisherigen Auftritten gemeinsam. Man sieht die Stars zwar nicht im Bild – «Dazu gibt’s in der SI selbst genügend Gelegenheit», so Gut –, aber in den Heads werden pointierte Aussagen über sie gemacht. Diese führen auf den ersten Blick in die Irre, werden aber im Kleingedruckten überraschend aufgelöst. Dabei kommen Menschen aus dem Umfeld der Promis ins Spiel. «Eine doppelte Testimonial-Kampagne», schmunzelt Gut. «Wir mussten jeden der Stars und deren Bekannten um ihre Erlaubnis bitten», erklärt Walder, der die Protagonisten gratis für die Idee gewinnen konnte und den Honorarwert an Dr. Beat Richners Kinderspitäler spendet. Gleich zwei Ziele scheint das neue Konzept erreichen zu können: die Stars und Starlets sympathischer wirken zu lassen und sie zum Mitmachen zu animieren. Anderseits hoffen die Verantwortlichen, die Chancen der Aktualität besser nutzen zu können. «Wir denken bereits an ein Köbi-Kuhn-Sujet, das wir im Umfeld der EM kurzfristig einsetzen können», spekuliert Walder.
Intime Einblicke bei TR7 Ein Konzept, das mit der Neugierde der Leserschaft spielt, sie unterhält und amüsiert, setzt derzeit auch das Programmheft TR7 aus dem Hause Jean Frey (JF) um und schlägt in seiner neuen Kampagne – TV-Spots und Print – ähnliche Töne an. Dafür liess sich die Agentur JWT+H+F von der verstärkten Ausrichtung des Blattes auf People-Storys leiten. «Seit das Fernsehen in der Schweiz den Verkaufs- und Quotenwert von Stars entdeckt hat, läuft das Star-Business auf Hochtouren», sagt Beraterin Sara Meier. Da TR7-Chefredaktor René Hildbrand genau wie Marc Walder den Blick für die Geheimnisse unserer Schweizer Promis einst beim «Blick» geschärft hat, erhält dieses Asset auch beim JF-Produkt immer mehr Gewicht. Während das Konkurrenzblatt Tele, das sich als «das Schweizer Medienmagazin» positioniert, 6,4 Prozent seiner Auflage eingebüsst hat, sieht sich TR7 in seiner Ausrichtung als Promi-Insider-Blatt bestätigt, ist doch seine Auflage um 2,1 Prozent auf 172509 Exemplare gestiegen.
Deshalb haben die Kreativen aus dem Maag-Areal für den neuen Auftritt von TR7 tief in die Müllsäcke der Stars gegriffen und die witzigen Trouvaillen in den Anzeigen fein säuberlich ausgelegt. Diese Enthüllungen bleiben den Zuschauern der beiden Low-Budget-Spots hingegen vorenthalten. Um mehr zu erfahren, müssen sie – hier steckt der taktische Mechanismus der Image-Kampagne – schon ins Heft schauen.
Mehr wissen über Promis: Publicis hat den bestehenden Slogan «Näher bei den Stars» neu umgesetzt.
Was Lolita Morena treibt? Ihre Müllmänner haben da so eine Ahnung, TR7-Leser wissen es sogar ganz genau. TV-Spot von JWT+H+F.
Luca Aloisi
