Die Finalisten der Werbefotografie
Fotografie Beim Event der schweizerischenBerufsfotografie – «The Selection vfg» – werden die Besten gezeigt.
Fotografie Beim Event der schweizerischenBerufsfotografie – «The Selection vfg» – werden die Besten gezeigt.
Bereits zum sechsten Mal wurde der Wettbewerb der Vereinigung Fotografischer Gestalter und Gestalterinnen vfg ausgeschrieben. 476 Arbeiten in den Kategorien Werbefotografie, Redaktionelle Fotografie, Fine Arts und Free mit insgesamt 2700 Bildern wurden eingereicht. Die besten 17 Projekte werden vom 8. bis 23. Mai in der Ausstellung «The Selection vfg» im EWZ-Unterwerk Selnau in Zürich vorgestellt. An der Opening Night vom Freitag, 7. Mai, wird auch der Magazin-
Fotopreis in Höhe von 10000 Franken vergeben. Eine internationale Fachjury hat in der Kategorie Werbung Stephan Schacher und Marcel Grubenmann als Finalisten bestimmt.
Auftragsarbeiten für Magazine
Stephan Schacher wurde 1965 in Washington in den USA geboren und pendelt heute zwischen Zürich und New York, wo er ein eigenes Studio hat. Nach der Matur in Luzern kehrte Stephan Schacher wieder nach Amerika zurück. Der leidenschaftliche Kletterer jobbte zuerst als Lehrer für Bergsteigen. Später studierte er in Passadena in Kalifornien Fine Arts & Photography und machte dort auch seinen Bachelor. Er fotografierte erste Auftragsarbeiten für Magazine wie Interview, Rolling Stone und Vanity Fair. In Europa wurden Schachers Bilder erstmals in der SonntagsZeitung, im Magazin, Max und Tempo abgedruckt. Für Porträts sind schon Wolfgang Joop, Rita Süssmuth, der Dalai Lama oder Christo vor seiner Kamera gestanden. Diverse Werbeaufträge machte er für Coca Cola, UBS, Johnson & Johnson, Deutsche Post, Mercedes Benz, Orange.
Fotos sollen Geschichten erzählen
Stephan Schacher hat für seine Fotografien über 30 Länder bereist, darunter Indien, Mexico, Südafrika, Bali, Australien, Hongkong und Grönland. Er ist Mitglied vom Art Director’s Club Schweiz und hat im Jahr 2000 Bronze sowie 2001 Gold für eine Publikumsanzeige gewonnen. Er gilt auch als Fotograf der Schweizer Skinationalmannschaft. 2002 hat Schacher ein Buch mit Bildern einer Reise durch Mali, China und Brasilien gestaltet. Seit 2002 arbeitet er am Buchprojekt «Cuties and Calories», mit 70 Porträts und 70 Stills zum Thema «Food in the United States». Mit seinen Bildern will er Geschichten erzählen. Für ein Projekt der Entwicklungshilfe hat er Bilder von «Armut, Aids, aber auch Schönheit» in Namibia gesucht. Diese werden ab 4. Juni in der Galerie Imagehaus in Zürich ausgestellt.
Schachers nun prämierte Eingaben stammen aus einem Geschäftsbericht für Linde, einem führenden deutschen Unternehmen im Bereich Kältetechnik. Ein Portfolio von Stephan Schacher findet sich auf www.shocker.ch.
Reportagenfotografie
Der zweite Finalist Marcel Grubenmann war kurze Zeit als Primarlehrer tätig und ist 1986 autodidaktisch in die Fotografie eingestiegen. Sein Ziel waren schon damals Reportagen. Grubenmann arbeitete als Assistent bei verschiedenen Fotografen, unter anderen bei Leo Meier in Australien. Erste eigene Veröffentlichungen folgten im Magazin. Anschliessend arbeitete er für verschiedene Schweizer Redaktionen. Zudem realisierte er aber auch Reportagen und Porträts für Geo, Stern und The Sunday Times Magazine. «Die Fotos in redaktionellen Printprodukten wurden im Gegensatz zu den Inseraten je länger, je kleiner abgedruckt. Aus früheren Doppelseiten sind heute Briefmärkchen geworden», begründet Marcel Grubenmann seinen Wechsel zu PR und Werbung. Seit 1990 arbeitet er für diese Branche und empfindet «grosse Begeisterung dafür, wie die Fotos hier viel besser behandelt werden, zum Beispiel mit einem sorgfältigeren Layout». An der Werbung schätzt er die konzeptionelle Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber und Kunden. Grubenmann: «Wenn Fotografen ‹nur› vom Artbuying gebrieft werden, wissen sie zu wenig, da auf diesem Weg zu viele Informationen verloren gegangen sind.» Echte Key Visuals würden entstehen, wenn den Kunden auch zwischen den Zeilen etwas vermittelt wird.
Fotos sollen zum Denken anregen
Grubenmann arbeitet vor allem für Geschäftsberichte und Imagekampagnen für Kunden wie UBS, SUISA, Nestlé oder DuPont. Daneben «investiert» er in eigene Projekte. Diese sollen «fern von Zeit und Kostendruck» optisch möglichst dicht sein. Seit 1996 erarbeitet Grubenmann ein Bild der Schweiz, durch die symbolische Brille von Umzügen, Demonstrationen und Prozessionen gesehen – ein Porträt eines «Landes in Aufbruchstimmung, voller Bewegung und Bildwitz.»
Grubenmanns prämierte Eingabe für die Selection zeigt Fotos von fernen Ländern und exotischen Menschen. «Heute nimmt uns Fotografen das Fernsehen diese Arbeit ab», meint er zwar. Damit sei er aber endlich befreit davon, im Bild nur zu zeigen, was ist. «Jetzt kann ich verdichten, weglassen und aufmerksam machen.» Seine Fotos sollen nicht nur zum Hinsehen verführen, sondern auch zum Denken anregen.
Für den optischen Auftritt der UBS Optimus Foundation hat er ein rotes Pult als Symbol für Kinder und Bildung vorgeschlagen. Um den aktuellen Geschäftsbericht zu illustrieren, war er mit dem einheimischen Begleiter Siphiue drei Wochen in Südafrika unterwegs. «Trotz eingehender Recherche vertraute ich bei meiner Locationsuche vor allem auf die Gespräche unterwegs.» Gesucht waren Orte und junge Menschen, die typisch für Südafrika und charakteristisch für das Engagement der Stiftung sind. Das Portfolio von Marcel Grubenmann kann unter www.grubenmann.biz abgerufen werden.
Bilder für Geschäftsberichte eines Kältetechnik-Unternehmens von Stephan Schacher (links) und einer in Südafrika engagierten Stiftung von Marcel Grubenmann.
Die Fotos sollen Geschichten erzählen und zum Denken anregen.
Andreas Panzeri
Bereits zum sechsten Mal wurde der Wettbewerb der Vereinigung Fotografischer Gestalter und Gestalterinnen vfg ausgeschrieben. 476 Arbeiten in den Kategorien Werbefotografie, Redaktionelle Fotografie, Fine Arts und Free mit insgesamt 2700 Bildern wurden eingereicht. Die besten 17 Projekte werden vom 8. bis 23. Mai in der Ausstellung «The Selection vfg» im EWZ-Unterwerk Selnau in Zürich vorgestellt. An der Opening Night vom Freitag, 7. Mai, wird auch der Magazin-
Fotopreis in Höhe von 10000 Franken vergeben. Eine internationale Fachjury hat in der Kategorie Werbung Stephan Schacher und Marcel Grubenmann als Finalisten bestimmt.
Auftragsarbeiten für Magazine
Stephan Schacher wurde 1965 in Washington in den USA geboren und pendelt heute zwischen Zürich und New York, wo er ein eigenes Studio hat. Nach der Matur in Luzern kehrte Stephan Schacher wieder nach Amerika zurück. Der leidenschaftliche Kletterer jobbte zuerst als Lehrer für Bergsteigen. Später studierte er in Passadena in Kalifornien Fine Arts & Photography und machte dort auch seinen Bachelor. Er fotografierte erste Auftragsarbeiten für Magazine wie Interview, Rolling Stone und Vanity Fair. In Europa wurden Schachers Bilder erstmals in der SonntagsZeitung, im Magazin, Max und Tempo abgedruckt. Für Porträts sind schon Wolfgang Joop, Rita Süssmuth, der Dalai Lama oder Christo vor seiner Kamera gestanden. Diverse Werbeaufträge machte er für Coca Cola, UBS, Johnson & Johnson, Deutsche Post, Mercedes Benz, Orange.
Fotos sollen Geschichten erzählen
Stephan Schacher hat für seine Fotografien über 30 Länder bereist, darunter Indien, Mexico, Südafrika, Bali, Australien, Hongkong und Grönland. Er ist Mitglied vom Art Director’s Club Schweiz und hat im Jahr 2000 Bronze sowie 2001 Gold für eine Publikumsanzeige gewonnen. Er gilt auch als Fotograf der Schweizer Skinationalmannschaft. 2002 hat Schacher ein Buch mit Bildern einer Reise durch Mali, China und Brasilien gestaltet. Seit 2002 arbeitet er am Buchprojekt «Cuties and Calories», mit 70 Porträts und 70 Stills zum Thema «Food in the United States». Mit seinen Bildern will er Geschichten erzählen. Für ein Projekt der Entwicklungshilfe hat er Bilder von «Armut, Aids, aber auch Schönheit» in Namibia gesucht. Diese werden ab 4. Juni in der Galerie Imagehaus in Zürich ausgestellt.
Schachers nun prämierte Eingaben stammen aus einem Geschäftsbericht für Linde, einem führenden deutschen Unternehmen im Bereich Kältetechnik. Ein Portfolio von Stephan Schacher findet sich auf www.shocker.ch.
Reportagenfotografie
Der zweite Finalist Marcel Grubenmann war kurze Zeit als Primarlehrer tätig und ist 1986 autodidaktisch in die Fotografie eingestiegen. Sein Ziel waren schon damals Reportagen. Grubenmann arbeitete als Assistent bei verschiedenen Fotografen, unter anderen bei Leo Meier in Australien. Erste eigene Veröffentlichungen folgten im Magazin. Anschliessend arbeitete er für verschiedene Schweizer Redaktionen. Zudem realisierte er aber auch Reportagen und Porträts für Geo, Stern und The Sunday Times Magazine. «Die Fotos in redaktionellen Printprodukten wurden im Gegensatz zu den Inseraten je länger, je kleiner abgedruckt. Aus früheren Doppelseiten sind heute Briefmärkchen geworden», begründet Marcel Grubenmann seinen Wechsel zu PR und Werbung. Seit 1990 arbeitet er für diese Branche und empfindet «grosse Begeisterung dafür, wie die Fotos hier viel besser behandelt werden, zum Beispiel mit einem sorgfältigeren Layout». An der Werbung schätzt er die konzeptionelle Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber und Kunden. Grubenmann: «Wenn Fotografen ‹nur› vom Artbuying gebrieft werden, wissen sie zu wenig, da auf diesem Weg zu viele Informationen verloren gegangen sind.» Echte Key Visuals würden entstehen, wenn den Kunden auch zwischen den Zeilen etwas vermittelt wird.
Fotos sollen zum Denken anregen
Grubenmann arbeitet vor allem für Geschäftsberichte und Imagekampagnen für Kunden wie UBS, SUISA, Nestlé oder DuPont. Daneben «investiert» er in eigene Projekte. Diese sollen «fern von Zeit und Kostendruck» optisch möglichst dicht sein. Seit 1996 erarbeitet Grubenmann ein Bild der Schweiz, durch die symbolische Brille von Umzügen, Demonstrationen und Prozessionen gesehen – ein Porträt eines «Landes in Aufbruchstimmung, voller Bewegung und Bildwitz.»
Grubenmanns prämierte Eingabe für die Selection zeigt Fotos von fernen Ländern und exotischen Menschen. «Heute nimmt uns Fotografen das Fernsehen diese Arbeit ab», meint er zwar. Damit sei er aber endlich befreit davon, im Bild nur zu zeigen, was ist. «Jetzt kann ich verdichten, weglassen und aufmerksam machen.» Seine Fotos sollen nicht nur zum Hinsehen verführen, sondern auch zum Denken anregen.
Für den optischen Auftritt der UBS Optimus Foundation hat er ein rotes Pult als Symbol für Kinder und Bildung vorgeschlagen. Um den aktuellen Geschäftsbericht zu illustrieren, war er mit dem einheimischen Begleiter Siphiue drei Wochen in Südafrika unterwegs. «Trotz eingehender Recherche vertraute ich bei meiner Locationsuche vor allem auf die Gespräche unterwegs.» Gesucht waren Orte und junge Menschen, die typisch für Südafrika und charakteristisch für das Engagement der Stiftung sind. Das Portfolio von Marcel Grubenmann kann unter www.grubenmann.biz abgerufen werden.
Bilder für Geschäftsberichte eines Kältetechnik-Unternehmens von Stephan Schacher (links) und einer in Südafrika engagierten Stiftung von Marcel Grubenmann.
Die Fotos sollen Geschichten erzählen und zum Denken anregen.
Andreas Panzeri
