Die Finalisten der Werbefotografie

Fotografie Beim Event der schweizerischenBerufsfotografie – «The Selection vfg» – werden die Besten gezeigt.

Fotografie Beim Event der schweizerischenBerufsfotografie – «The Selection vfg» – werden die Besten gezeigt.
Bereits zum sechsten Mal wurde der Wettbewerb der Vereinigung Fotografischer Gestalter und Gestalterinnen vfg ausgeschrieben. 476 Arbeiten in den Kategorien Werbefotografie, Redaktionelle Fotografie, Fine Arts und Free mit insgesamt 2700 Bildern wurden eingereicht. Die besten 17 Projekte werden vom 8. bis 23. Mai in der Ausstellung «The Selection vfg» im EWZ-Unterwerk Selnau in Zürich vorgestellt. An der Opening Night vom Freitag, 7. Mai, wird auch der Magazin-
Fotopreis in Höhe von 10000 Franken vergeben. Eine internationale Fachjury hat in der Kategorie Werbung Stephan Schacher und Marcel Grubenmann als Finalisten bestimmt.
Auftragsarbeiten für Magazine
Stephan Schacher wurde 1965 in Washington in den USA geboren und pendelt heute zwischen Zürich und New York, wo er ein eigenes Studio hat. Nach der Matur in Luzern kehrte Stephan Schacher wieder nach Amerika zurück. Der leidenschaftliche Kletterer jobbte zuerst als Lehrer für Bergsteigen. Später studierte er in Passadena in Kalifornien Fine Arts & Photography und machte dort auch seinen Bachelor. Er fotografierte erste Auftragsarbeiten für Magazine wie Interview, Rolling Stone und Vanity Fair. In Europa wurden Schachers Bilder erstmals in der SonntagsZeitung, im Magazin, Max und Tempo abgedruckt. Für Porträts sind schon Wolfgang Joop, Rita Süssmuth, der Dalai Lama oder Christo vor seiner Kamera gestanden. Diverse Werbeaufträge machte er für Coca Cola, UBS, Johnson & Johnson, Deutsche Post, Mercedes Benz, Orange.
Fotos sollen Geschichten erzählen
Stephan Schacher hat für seine Fotografien über 30 Länder bereist, darunter Indien, Mexico, Südafrika, Bali, Australien, Hongkong und Grönland. Er ist Mitglied vom Art Director’s Club Schweiz und hat im Jahr 2000 Bronze sowie 2001 Gold für eine Publikumsanzeige gewonnen. Er gilt auch als Fotograf der Schweizer Skinationalmannschaft. 2002 hat Schacher ein Buch mit Bildern einer Reise durch Mali, China und Brasilien gestaltet. Seit 2002 arbeitet er am Buchprojekt «Cuties and Calories», mit 70 Porträts und 70 Stills zum Thema «Food in the United States». Mit seinen Bildern will er Geschichten erzählen. Für ein Projekt der Entwicklungshilfe hat er Bilder von «Armut, Aids, aber auch Schönheit» in Namibia gesucht. Diese werden ab 4. Juni in der Galerie Imagehaus in Zürich ausgestellt.
Schachers nun prämierte Eingaben stammen aus einem Geschäftsbericht für Linde, einem führenden deutschen Unternehmen im Bereich Kältetechnik. Ein Portfolio von Stephan Schacher findet sich auf www.shocker.ch.
Reportagenfotografie
Der zweite Finalist Marcel Grubenmann war kurze Zeit als Primarlehrer tätig und ist 1986 autodidaktisch in die Fotografie eingestiegen. Sein Ziel waren schon damals Reportagen. Grubenmann arbeitete als Assistent bei verschiedenen Fotografen, unter anderen bei Leo Meier in Australien. Erste eigene Veröffentlichungen folgten im Magazin. Anschliessend arbeitete er für verschiedene Schweizer Redaktionen. Zudem realisierte er aber auch Reportagen und Porträts für Geo, Stern und The Sunday Times Magazine. «Die Fotos in redaktionellen Printprodukten wurden im Gegensatz zu den Inseraten je länger, je kleiner abgedruckt. Aus früheren Doppelseiten sind heute Briefmärkchen geworden», begründet Marcel Grubenmann seinen Wechsel zu PR und Werbung. Seit 1990 arbeitet er für diese Branche und empfindet «grosse Begeisterung dafür, wie die Fotos hier viel besser behandelt werden, zum Beispiel mit einem sorgfältigeren Layout». An der Werbung schätzt er die konzeptionelle Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber und Kunden. Grubenmann: «Wenn Fotografen ‹nur› vom Artbuying gebrieft werden, wissen sie zu wenig, da auf diesem Weg zu viele Informationen verloren gegangen sind.» Echte Key Visuals würden entstehen, wenn den Kunden auch zwischen den Zeilen etwas vermittelt wird.
Fotos sollen zum Denken anregen
Grubenmann arbeitet vor allem für Geschäftsberichte und Imagekampagnen für Kunden wie UBS, SUISA, Nestlé oder DuPont. Daneben «investiert» er in eigene Projekte. Diese sollen «fern von Zeit und Kostendruck» optisch möglichst dicht sein. Seit 1996 erarbeitet Grubenmann ein Bild der Schweiz, durch die symbolische Brille von Umzügen, Demonstrationen und Prozessionen gesehen – ein Porträt eines «Landes in Aufbruchstimmung, voller Bewegung und Bildwitz.»
Grubenmanns prämierte Eingabe für die Selection zeigt Fotos von fernen Ländern und exotischen Menschen. «Heute nimmt uns Fotografen das Fernsehen diese Arbeit ab», meint er zwar. Damit sei er aber endlich befreit davon, im Bild nur zu zeigen, was ist. «Jetzt kann ich verdichten, weglassen und aufmerksam machen.» Seine Fotos sollen nicht nur zum Hinsehen verführen, sondern auch zum Denken anregen.
Für den optischen Auftritt der UBS Optimus Foundation hat er ein rotes Pult als Symbol für Kinder und Bildung vorgeschlagen. Um den aktuellen Geschäftsbericht zu illustrieren, war er mit dem einheimischen Begleiter Siphiue drei Wochen in Südafrika unterwegs. «Trotz eingehender Recherche vertraute ich bei meiner Locationsuche vor allem auf die Gespräche unterwegs.» Gesucht waren Orte und junge Menschen, die typisch für Südafrika und charakteristisch für das Engagement der Stiftung sind. Das Portfolio von Marcel Grubenmann kann unter www.grubenmann.biz abgerufen werden.
Bilder für Geschäftsberichte eines Kältetechnik-Unternehmens von Stephan Schacher (links) und einer in Südafrika engagierten Stiftung von Marcel Grubenmann.
Die Fotos sollen Geschichten erzählen und zum Denken anregen.
Andreas Panzeri

Logistik und Badehosen

Portfolio Das Basler Transport- und Logistikunternehmen Gondrand steht neu auf der Kundenliste von Zahnzimmermannfankhauser.

Portfolio Das Basler Transport- und Logistikunternehmen Gondrand steht neu auf der Kundenliste von Zahnzimmermannfankhauser.Die Zürcher Werbeagentur setzte sich in einer mehrstufigen Präsentation gegen mehrere Mitbewerber durch. Sie wurde von Gondrand mit der Entwicklung und Umsetzung eines Broschürenkonzepts beauftragt. Für Zahnzimmermannfankhauser hat sich auch das Schweizer Traditionsunternehmen Lahco Bade-moden nach einer Agenturevaluation entschieden.

Kein würdiger Kandidat

Wettbewerb Beim «Plakat des Jahres» – vom Eidgenössischen Departement des Innern zusammen mit der APG veranstaltet – hat die Jury heuer keinen Hauptpreis vergeben.

Wettbewerb Beim «Plakat des Jahres» – vom Eidgenössischen Departement des Innern zusammen mit der APG veranstaltet – hat die Jury heuer keinen Hauptpreis vergeben.Keine der eingereichten Arbeiten habe den hohen Ansprüchen zu genügen vermocht, begründete Jurypräsidentin Lorette Coen den einstimmigen Entscheid. Das wirtschaftlich unsichere Jahr 2003 habe in der Werbebranche deutliche Spuren hinterlassen. Eine Vielzahl von Unternehmen hätten ihre Budgets reduziert und bestehende Konzepte nur übernommen, statt neue Kampagnen zu starten. Dies habe zu einem Rückgang der eingereichten Sujets geführt und sich auch negativ auf den Ideenreichtum ausgewirkt.

Espace mit Gewinn trotz operativem Rückgang

Bilanzen Die Espace Media Groupe hat den Konzerngewinn 2003 um 2,8 Prozent auf 23,2 Millionen Franken gesteigert.

Bilanzen Die Espace Media Groupe hat den Konzerngewinn 2003 um 2,8 Prozent auf 23,2 Millionen Franken gesteigert.Das Wachstum verdankt sich günstigen Einflüssen im nicht operativen Bereich, wie der Berner Medienkonzern mitteilt. Das Betriebsergebnis (Ebit) ging um 10,8 Prozent auf 22 Millionen Franken zurück, der Umsatz um 5,9 Prozent auf 219,2 Millionen Franken. Gleichzeitig sank der Betriebsaufwand um 5,4 Prozent. Der detaillierte Geschäftsbericht wird Ende Mai publiziert.

Kurzschluss statt langer Atem

Geschäftsmodelle Die Pleite von Cracks for Kids wirft Fragen zur Kooperation mit Long-Term-Partnern auf.

Geschäftsmodelle Die Pleite von Cracks for Kids wirft Fragen zur Kooperation mit Long-Term-Partnern auf.Die Fakten sind bekannt und bedenklich: Der vom Ex-Tamedia-Verlagsmanager René Gehrig mit viel Herzblut, Eigenkapital und Partner-Goodwill lancierten Kindersonntagszeitung Cracks for Kids (CfK) ist nach schlappen drei Monaten bereits die Luft ausgegangen. Ein Flop mit Signalwirkung, denn im gegenwärtigen risiko- und innovationsfeindlichen Pressemarkt werden finanzielle und ideelle Key-Supporter immer existenzieller, zumal für Nischenprojekte. Das hat das Internetmagazin Anthrazit gerade wieder unter Beweis gestellt.Bleibt also die Frage: Konnten oder wollten die drei im Vorfeld gross annoncierten und Beständigkeit suggerierenden Long-Term-Partner Migros, Zürich Versicherungen und Media Markt diesen Crash nicht verhindern? Angesichts 900 geprellter Abonnenten – einige wurden von Zürich-Vertretern geworben – und einer ohnehin verunsicherten Werbewirtschaft wirft das Aus jedenfalls auch auf Gehrigs Mentoren ein schiefes Licht.
Keine Defizitgaranten
«Wie bei Sponsorenverträgen üblich hatten wir keinerlei Einsicht in die Bücher», erklärt Claudia Haueter, stellvertretende Leiterin Marketingkommunikation der Migros. Der Einstellungsentscheid sei auch für sie «äusserst überraschend» gekommen. Für die Investition im ersten Quartal – nach Werbewoche-Recherchen knapp 100000 Franken – habe man den vereinbarten Gegenwert erhalten, «womit die Sache für uns erledigt ist». Gelernt hat Haueter aus diesem vom nationalen Werbebudget abgebuchten Kurzengagement, «dass wir von vornherein wohl zu viel Sauerstoff zum ‹Schnuuf› dieses interessanten, offenkundig aber unterfinanzierten Projekts hätten beitragen sollen».
Zu dieser Einsicht sind Media Markt und Zürich Versicherungen , die das Jahresbudget von etwa vier Millionen Franken im gleichen Umfang alimentieren, auch gelangt. Durch ihre Distribution von CfK haben sie allerdings einen höheren Imagepreis als die Migros bezahlt. Gegen den Vorwurf, man pflege auch im Sponsoring das Quartalsdenken und habe Gehrig zu schnell fallen gelassen, verwahrt man sich. «Wer Anzeigenraum für ein Jahr im Voraus bucht, gibt noch lange keine Defizitgarantie, auch wenn das von aussen vielleicht so verstanden wurde», stellt Media Markt-CEO Guido Renggli klar. Dem pflichtet Zürich-Sprecher Olivier Michel bei und ergänzt: «Nicht wir, sondern der Verleger hat die Konsequenzen aus den enttäuschenden Zahlen gezogen.» Soll heissen: Die vertraglich festgelegte Ausstiegsklausel kam nicht zur Anwendung.
Mit der Anpreisung seiner Sponsoren betrieb der CfK-Vater gewiss keinen bewussten Etikettenschwindel. Die rhetorische Aufplusterung dreier einfacher Jahresbuchungen mit Verlängerungsoption bis Ende 2006 weckte mancherorts dennoch falsche Erwartungen. Handkehrum verlangt der Werbemarkt zunehmend nach gewissen minimalen Sicherheiten. Innovatoren bleibt also gar nichts anderes übrig, als auch begrifflich hoch zu pokern.
Und was hat Gehrig aus seiner Bruchlandung gelernt? Dass es «neben garantiertem Werberaum vielerlei Extra-Unterstützungsmassnahmen bedarf. Nur so funktioniert’s heute» – wenn’s funktioniert.
Im Eimer: Das Ende von Cracks for Kids macht Träume zunichte, dass Sponsoren ein Printprodukt aus einer Krise retten müssten.

Oliver Classen

Mehr Verkehr ist sehr erwünscht

Museum Das Verkehrshaus der Schweiz will sich mit einer Kampagne von Soldini Bienenfeld in Erinnerung rufen und die Besucherzahlen steigern.

Museum Das Verkehrshaus der Schweiz will sich mit einer Kampagne von Soldini Bienenfeld in Erinnerung rufen und die Besucherzahlen steigern.Alle kennen es, aber den wenigsten kommt in den Sinn, es wieder einmal zu besuchen: das Verkehrshaus der Schweiz (VHS) in Luzern. Dieses ernüchternde Fazit aus Besucherbefragungen ist aber nur ein Grund für die seit Jahren weniger werdenden Eintritte. «Sowohl die Zahl der Museen wie auch die Angebote im Freizeitmarkt sind gestiegen», erklärt Beat Heuberger, Marketingleiter des VHS, das Problem. Mit rund 720000 Besuchern im vergangenen Jahr blieb das Verkehrshaus trotz eines Rückgangs um gut 14 Prozent das am meisten besuchte Museum der Schweiz. Die starke Abnahme ist einerseits auf den Jahrhundertsommer zurückzuführen, andererseits verbuchte das VHS im Expo-Jahr 2002 Rekordwerte. Zürcher siegten gegen Luzerner
Beat Heuberger ist überzeugt, dass der Besucherschwund gebrochen werden kann. Indiz dafür seien die Auswertungen des ersten Quartals 2004, die «sehr positive Vorzeichen aufweisen». Eine langfristige Trendwende will man beim VHS durch das innovative Produkt selbst und mit Marketingmassnahmen voran- treiben. Letztere sollen von einer Markenkampagne überdacht werden, deren Budget die Verantwortlichen letztes Jahr ausgeschrieben haben. Gegen Konkurrenz aus der Leuchtenstadt durchgesetzt hat sich das Konzept der Zürcher Agentur Soldini Bienenfeld.
Das neue Claim «Verkehrshaus der Schweiz. Offen für Entdecker» soll Herr und Frau Schweizer in Erinnerung rufen, dass sie im VHS Antworten auf Fragen rund um Verkehr, Mobilität und Kommunikation finden. Diese Fragen hat das Kreativduo Frank Bienenfeld und Mark Soldini als Basis für die sieben Plakat-Sujets und vier TV-Spots verwendet. Während die Umsetzung im Print eher Corporate-lastig daherkommt, appellieren die Filme an die Lachmuskeln: Menschen von der Strasse sollen ein Phänomen aus der Technik erklären. Einfache Fragen wie «Was ist der Unterschied zwischen analog und digital?» bringen die anfänglich selbstbewussten Befragten rasch ins Stocken. Im Print verzichten die Kreativen auf eine wiederholte Abbildung der Personen. Stattdessen illustrieren sie die Fragen mit alltäglichen Gegenständen als Eyecatcher.
Neue Sponsoren, neue Power In der Geschichte des VHS ist eine derartige Dachkampagne einzigartig. Während bis anhin – finanziell bedingt – nur projektbezogen geworben wurde, ermöglichen die neuen Sponsoringpartner SBB, Swisscom, APG und SRG nebst der Produktion auch die Distribution der Massnahmen. Eine ähnliche Kampagne wäre vor Abschluss der Verträge Ende letzten Jahres bloss ein Tropfen auf den heissen Stein gewesen, wie Heuberger erklärt.
Auch kam das Verkehrshaus bis Anfang der Neunzigerjahre ohne Beiträge der öffentlichen Hand aus. Die verschlechterte Wirtschaftslage, der Rückgang des Tourismus in der Schweiz sowie das wachsende Freizeitangebot setzten dem VHS aber arg zu. Seit 1993 leisten Kanton und Stadt Luzern sowie der Bund Subventionsbeiträge an den Museumsbetrieb. Mit jährlich rund zwei Millionen Franken entsprechen diese allerdings nur gerade zehn Prozent des Jahresertrages. Den Rest erwirtschaftet das VHS nach wie vor selbst. Eine 2003 an den Ständerat überwiesene Motion sieht vor, dass der Bundesrat das VHS in das Konzept der Musée-Suisse-Gruppe einbezieht. Dem VHS soll die Sammlung und Vermittlung des kulturellen Erbes aus den Bereichen Mobilität/Verkehr und Kommunikation übertragen und dieser Auftrag im Entwurf des Bundesgesetzes über eine Stiftung für das Schweizerische Landesmuseum verankert werden. Bis eine entsprechende Regelung vorliegt, wird allerdings noch viel Wasser die Reuss hinunterfliessen.
Verkehrshaus der Schweiz Im Zusammenhang mit der Landesausstellung 1939 in Zürich entstand die Idee, ein Verkehrsmuseum zu schaffen. 1942 wurde in Zürich der Verein Verkehrshaus der Schweiz gegründet – heute noch Träger und Betreiber des VHS. Die Museumsprojekte konnten aber weder in der Stadt Zürich noch in der näheren Umgebung verwirklicht werden.
1950 stellte die Stadt Luzern dem Verein das heutige Grundstück unentgeltlich zur Verfügung. Neun Jahre später öffnete das VHS seine Pforten. Der Bau der Anlage wurde zu rund 80 Prozent aus Bundesmitteln finanziert. In den folgenden Jahren erwei-terte das VHS sein Angebot um
verschiedene Hallen und Attraktionen. Heute umfasst das Verkehrshaus den Museumsteil sowie den kommerziell betriebenen Bereich, zu dem das Imax-Filmtheater, der Standballon Highflyer, der Museumsshop und die Gastrobetriebe zählen. (sk)
«Offen für Entdecker»: Das Verkehrshaus beantwortet Alltagsfragen.
Antwort auf Alltagsfragen: So will das Verkehrshaus wieder mehr Publikum anlocken. >> Seite 8
Simone Keller

Freier-Blickfang

Aids Liebesspiele mit einem Kondom, dargestellt durch Piktogramme: Mit diesen Plakaten wird die Stop-Aids-Kampagne 2004 gestartet. Sie richtet sich dieses Mal an die Freier.

Aids Liebesspiele mit einem Kondom, dargestellt durch Piktogramme: Mit diesen Plakaten wird die Stop-Aids-Kampagne 2004 gestartet. Sie richtet sich dieses Mal an die Freier.Leider sei im Rotlichtmilieu die Benutzung von Kondomen noch immer keine Selbstverständlichkeit, weiss das Bundesamt für Gesundheit. Die Kampagne habe deshalb zum Ziel, die Freier zum konsequenten Gebrauch des Präservativs zu animieren. Die Idee mit den Piktogrammen ist von cR, Basel, konzipiert worden.

Swiss Magazine spürt Gegenwind

Magazine Die Swiss kommt nicht aus den Turbulenzen heraus. Das wirkt sich auf deren Kundenzeitschrift aus.

Magazine Die Swiss kommt nicht aus den Turbulenzen heraus. Das wirkt sich auf deren Kundenzeitschrift aus.«Swiss steigert Auslastung», «Swiss-Jets besser gefüllt»: So lauteten die Headlines über die Swiss-Passagierstatistik im ersten Quartal 2004. Die Meldungen sind auch für das Swiss Magazine, die Inflight-Zeitschrift der Schweizer Airline, positiv. Denn die Hefte in den Swiss-Sitztaschen werden intensiver als zuvor genutzt.Dennoch sinkt das Reichweitenpotenzial des zehnmal jährlich erscheinenden Magazins. Letztes Jahr beförderte die Swiss 10,7 Millionen Passagiere, dieses Jahr dürften es gegen 1,5 Millionen weniger sein. Schon das erste Quartal lag mit 2,1 Millionen um 19 Prozent unter der Periode des Vorjahres. Der Grund: Die bessere Swiss-Auslastung kam primär über Flottenabbau und Streckenstreichungen zu Stande. Folgerichtig erfuhr die Auflage des Swiss Magazine eine Reduktion, und zwar um 23 Prozent (siehe rechts unten).
Zurückhaltende Anzeigenkunden
«2004 nahm der Gegenwind noch einmal zu», sagt Marcel Wernli mit Blick auf die sinkenden Passagierzahlen, die Wirtschaftslage und auf die Untersuchung gegen Ex-Swiss-Chef André Dosé. Wernli ist Geschäftsführer und Inhaber von Swiss Inflight Media (SIM), einer Agentur in Basel, die exklusiv das Swiss Magazine und das gesamte übrige
Inflightmedia-Angebot der Swiss vermarktet. Trotz Swiss-Turbulenzen spürt Wernli aber keine Ablehnung der Kunden gegenüber der Swiss oder deren Magazin. «Sie sind nicht negativ, aber vorsichtiger. Langfristige Inseratebuchungen haben abgenommen», sagt er.
Dennoch sieht Wernli einen Schimmer am Horizont: Sollte sich im zweiten Halbjahr der Werbemarkt erholen, die Mitgliedschaft der Swiss bei One World klären, die Diskussionen um den Kredit für die Airline zu Ende gehen und sich keine neuen Turbulenzen einstellen, «dann sind wir zuversichtlich».
Immerhin, 2003 war gemäss Wernli «wider Erwarten ein sehr gutes Jahr. Die Swiss war mit ihrem Magazin profitabel.» Tatsächlich hatte SIM vor einem Jahr noch mit roten Zahlen gerechnet. «Wir hatten sehr viele internationale Kampagnen und profitierten davon, dass Schweizer Firmen relativ viel im Ausland machen», begründet Wernli das positive Ergebnis. Das Anzeigenvolumen 2003 des Heftes beziffert er mit 260 Seiten. «Eine
höhere Wertschöpfung» brachten auch vierseitige Publireportagen, die letztes Jahr erstmals eingeführt wurden. Dieses Jahr rechnet Wernli allerdings nur mit einem «knapp profitablen» Resultat.
Anpassungen an Swiss-Wandel
Der Bereich Ambient-Media an Bord der Swiss, der bei SIM ungefähr 40 Prozent des Bruttoumsatzes ausmacht, steht derzeit vor einer Neuorientierung. Nur schon weil das Essen an Bord der Swiss nicht mehr kostenlos ist, muss SIM das Angebot entsprechend anpassen. Ein weiterer Grund sind gestrichene Destinationen. «Dies wird in diesem Bereich
zu Preisreduktionen führen», sagt Wernli. Im Gegenzug will er aber Ambient-Media künftig flexibler und besser nach Zielgruppen (Economy, Business, First Class) sowie nach europäischen und internationalen Flügen ausrichten.
Sinkende Auflage, stärkerer ApplausBeim Start vor zwei Jahren betrug die Auflage des Swiss Magazine 120000 Exemplare (Doppelnummer: 160000 Exemplare). Vor einem Jahr wurde sie auf 130000 beziehungsweise 180000 Exemplare gesteigert.
Seit Anfang 2004 werden nur noch 100000/130000 Exemplare gedruckt. Die Auflage ist nicht Wemf-beglaubigt und erscheint auch nicht in der Mach-Basic.
Das zweisprachige Magazin (deutsch/ englisch) nimmt aber an der European Media Study (EMS) teil, die alle zwei Jahre durchgeführt wird. Die Studie 2002 wies für das Swiss Magazine auf den Europa-Flügen 290000 Leser und auf internationalen Verbindungen 110000 Leser aus. Die Lesedauer beträgt durchschnittlich 26 Minuten. Das Swiss Magazine ist zudem Preisträger des Wettbewerbs Best of Corporate
Publishing 2003: In der Branchengruppe Tourismus und Lifestyle wurde es zum besten deutschsprachigen Kundenmagazin erkoren. Eine vierfarbige Anzeigenseite kostet derzeit brutto 23000 Franken. (mk)
Neuer Chef bei der Swiss Inflight MediaRoger D. Müller, der bisherige Geschäftsführer von Swiss Inflight Media (SIM), hat das Unternehmen per 16. April verlassen, um sich beruflich neu zu orientieren. Deshalb hat nun SIM-Alleininhaber Marcel Wernli (Bild) die Leitung übernommen. Neu im SIM-Akquisitionsteam ist auch Hans Maurer, Ex-Crossair-Verkaufsleiter. Eine weitere Person wird noch gesucht.
Neben der SIM besitzt Marcel Wernli die Inflight Media Marketing AG (IMM) mit Sitz in Basel, die rund 60 Airline-Magazine exklusiv in der Schweiz vertritt. Zu den Kunden gehören unter anderen die Magazine von Lufthansa, KLM, Air France, Indian Airlines, Japan Airlines, Singapore Airlines, Egypt Air, American Airlines und Air Canada. (mk)
Vorzeigeobjekt: Das Inflight-Magazin von Swiss gilt als Primus der Branche.
Markus Knöpfli

20 Minuten-Wirtschaft bei Swisscontent

Kooperationen Die Pendlerzeitung 20 Minuten hat Swisscontent per 1. Mai mit der Produktion ihrer Rubrik «Business» beauftragt.

Kooperationen Die Pendlerzeitung 20 Minuten hat Swisscontent per 1. Mai mit der Produktion ihrer Rubrik «Business» beauftragt.Im Hinblick auf die neue Zusammenarbeit hat der Content Provider sein rund 20-köpfiges Team mit zwei erfahrenen News- und Wirtschaftsjournalisten verstärkt. Die Wirtschaftsseiten bildeten einen wichtigen Teil von 20 Minuten, heisst es in einer Mitteilung. In der Leserbeachtung folgten sie gleich nach den allgemeinen Nachrichten.

Berner Plappermäulchen

Aufgefallen Zur Erreichung massenmedialer Präsenz scheint unseren Volksdienern zuweilen jedes Mittel recht. Im Fall Dosé selbst jenes der Vor- respektive Falschinformation. Ein Rückblick.

Kolumne Zur Erreichung massenmedialer Präsenz scheint unseren Volksdienern zuweilen jedes Mittel recht. Im Fall Dosé selbst jenes der Vor- respektive Falschinformation. Ein Rückblick.Am 7. März 2004 war es fast auf den Tag genau das zweite Mal, dass eine führende Schweizer Persönlichkeit über einen Artikel im SonntagsBlick stolperte. Im Frühling 2001 wurde der damalige Schweizer Botschafter in Berlin, Thomas Borer, von seinem Vorgesetzten, EDA-Vorsteher Bundesrat Josef Deiss, auf Grund eines SoBli-Berichts über eine angebliche Affäre zurückgepfiffen. Diesmal traf es den CEO der Swiss, André Dosé, dem sein Verwaltungsrat das Vertrauen entzog. Tags zuvor hatte das Blatt berichtet, gegen Dosé werde wegen des Absturzes einer Crossair-Maschine im November 2001 eine Untersuchung eingeleitet.Auch diesmal fielen die Schlagzeilen vor allem in Bern auf fruchtbaren Boden: Zeitungsberichten zufolge war es Peter Siegenthaler, Chef der Eidgenössischen Finanzverwaltung, der im Swiss-Verwaltungsrat jene Initiative ergriff, die schliesslich zu Dosés Abgang führte.
Dass Behörden und Politiker willfährige Werkzeuge der Medien sind, ist hinlänglich bekannt. Der Fall Dosé zeigte zudem in erschreckender Weise, wie es aus bundes- und nationalrätlichen Mündern unkontrolliert daherplappert, sobald sich ein Mikrofon oder eine Kamera in Griffnähe befindet.
So gab etwa CVP-Präsidentin Doris Leuthard dem «10vor10»-Reporter zu Protokoll, Dosés Abgang stehe im Zusammenhang «mit dem Unfall in Überlingen». (Dort waren 2003 zwei Flugzeuge zusammengestossen, was weder mit Crossair noch Swiss das Geringste zu tun hatte). Ihr SVP-Ratskollege Hans Kaufmann sprach derweil davon, dass «gegen Herrn Dosé ad personam Strafklage erhoben worden ist», obschon zum Zeitpunkt seiner Aussage noch nicht einmal sicher war, ob es zu einer Untersuchung kommt. (Eine Strafklage ist übrigens bis heute nicht eingereicht worden.) Und FDP-Bundesrat Hans-Rudolf Merz wagte gar die kühne Behauptung, das Ausscheiden des Swiss-CEO – mitten im Überlebenskampf seines Unternehmens – sei «ein guter Schritt».
Statt also, wie in solchen Fällen üblich, über den bösen Boulevard zu jammern, der erneut ein unschuldiges Opfer forderte, fragt man sich besser, wer hier die Täter sind. Die Medien, welche ein Thema aufs Tapet bringen und dabei unter Umständen professionelle Kompetenz und Distanz vermissen lassen? Oder aber die Politiker, die ohne genaue Sachkenntnis mit (vor)schnellen Äusserungen zur Stelle sind, bloss um einige Schlagzeilen oder Augenblicke vor der Kamera zu erhaschen? Im vorliegenden Fall scheint klar: Die Politiker haben den bei weitem grösseren Schaden angerichtet, weil sie ihre Glaubwürdigkeit ein weiteres Mal untergraben haben.
Dass sich Willfährigkeit gegenüber den Medien nicht auszahlt, hat inzwischen auch der Swiss-Verwaltungsrat erfahren. Was als Befreiungsschlag gedacht war, geriet zum Bumerang: Landauf, landab wurde das Aufsichtsorgan dafür gegeisselt, dass es ohne glaubwürdige Ersatzlösung überstürzt den Abgang des eigenen CEO ausgelöst hatte. Auf den Punkt brachte es die Neue Zürcher Zeitung mit der Feststellung: «Kurzschluss».
Ein Kurzschluss wäre indes auch, den Fall Dosé als Beweis dafür zu nehmen, dass der Einfluss der Medien auf Politik und Wirtschaft immer negativ sein muss. Die gegenwärtige Diskussion um exorbitante Managersaläre zeigt, dass auch das Gegenteil möglich ist. Wenn etwa die Credit Suisse Group bekannt gibt, künftig auf Saläranreize in Form von Optionen zu verzichten, dann zeigt sie, dass sie die Medien als Sensor
für das Befinden respektive den Unmut der Bevölkerung ernst nimmt.
Fazit: Der richtige Umgang mit den Medien ist eine Gratwanderung. Um sie zu bestehen, braucht es Urteilsvermögen und Rückgrat. Verwaltungsräte und Politiker, die dies vermissen lassen, werden von Tätern schnell zu Opfern der Medien. Selbst verschuldet.
Sacha Wigdorovits ist Chef der Zürcher Kommunikationsagentur Contract Media. Er hat André Dosé in der Startphase der Swiss und bei der Bekanntgabe seines Rücktritts kommunikativ unterstützt.

Reine Ansichtssache

Magazine «Jeder Mensch hat das Monopol auf seine Sicht der Welt»,

Magazine «Jeder Mensch hat das Monopol auf seine Sicht der Welt»,schreiben die Ex-FAZ-Edelfedern Florian Illies und Amélie von Heydebreck in der Erstausgabe ihrer gleichnamigen Zeit-schrift für Kunst und Leben (Startauflage 50000 Exemplare). Von den insgesamt 132, ohne Ressorts und Rubriken auskommenden Seiten dürften etwa 25 bezahlt sein. Und zwar vornehmlich von Auktionshäusern und Galerien. Deren Produkten und Protagonisten ist folglich auch das Gros der elegant getexteten und gestylten Geschichten gewidmet.

BeautyLife im neuen Look

Corporate Publishing Die Beauty Alliance Schweiz AG ist eine Gruppe von rund 50 Unternehmen aus der Branche Parfümerie (Apotheken und Drogerien).

Corporate Publishing Die Beauty Alliance Schweiz AG ist eine Gruppe von rund 50 Unternehmen aus der Branche Parfümerie (Apotheken und Drogerien).Zur Optimierung ihrer Unternehmenskommunikation hat die Beauty Alliance Schweiz Denon Publizistik damit beauftragt, das seit rund einem Jahr bestehende Frauenmagazin «Beauty Look» einem Redesign zu unterziehen. Das Magazin erscheint neu unter dem Namen «BeautyLife» und weist auf die aktuellen Trends der Schönheitsbranche hin. BeautyLife erscheint dreimal im Jahr in einer Auflage von 50 000 Exemplaren für den Direktversand und viermal im Jahr in einer Auflage von 250000 Exemplaren, wobei 200000 Magazine der Schweizer Illustrierten beigelegt werden.
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