Der Chefbote

Thomas Löw will als Mitbegründer bei Krieg, Schlupp, Springer & Jacoby in Zürich Aufbauarbeit auf der Basis des deutschen Netzwerks pflegen.

Thomas Löw will als Mitbegründer bei Krieg, Schlupp, Springer & Jacoby in Zürich Aufbauarbeit auf der Basis des deutschen Netzwerks pflegen.Er hat schon im Jahr 2000 neun Monate als Geburtshelfer für eine neue Agentur von Springer & Jacoby in Barcelona gewirkt. Jetzt soll Thomas Löw als Gründungsmitglied auch in der neuen Agentur von Daniel Krieg und Uwe Schlupp für den Hausgeist im Sinn von Springer & Jacoby sorgen.Schon seit 1990 ist Thomas Löw bei Springer & Jacoby in Hamburg mit dabei. 1997 wurde er Geschäftsführer und Mitgesellschafter der so genannt «Ersten Agentur», wie die verschiedenen Filialen in der Hansestadt nummeriert werden. 2002 wechselte er zur «Vierten Agentur», und seit Januar 2003 ist er Geschäftsführer und Mitgesellschafter in der «Fünften».
Das 1979 als Kreativ-Hotshop gestartete Netzwerk ist heute in Deutschland als kreative Markenagentur positioniert. «Unsere Kunden haben sich entwickelt und schätzen es, vermehrt auch international von S&J betreut werden zu können», so Löw. Deshalb ist der kontinuierliche Ausbau in andere Länder angesagt.
Dabei gilt die Überzeugung, «dass es gar keinen Sinn macht, nur bei irgendwelchen Agenturen das Namensschild an die Tür zu kleben». Es muss ein lokales Wachstum aus sich selbst heraus entstehen. Das heisst: Man entsendet Cracks wie mich, die «das Gen von Springer & Jacoby» in sich tragen, in diese neuen Länder. Dort sollen sie «mit Zellteilung» und den lokalen Spitzenleuten die jungen Agenturen bilden. «Zum Glück», so Löw, «habe ich mit Daniel Krieg und Uwe Schlupp Partner an der Seite, die nicht nur lokale Kenner und ausgezeichnete Kreative sind, sondern sofort brothers in mind waren». «Wenn es so wird, wie wir planen, ist es höchst wahrscheinlich, dass ich die Agentur langfristig begleite oder führe», umschreibt Löw sein neues Pflichtenheft.
Bereits früher Zürcher Gastspiel
Das Leben in Zürich ist für Thomas Löw nicht neu. Schon 1996 hat der Werber aus Deutschland rund ein Jahr bei Advico Young & Rubicam gearbeitet. Der Anstoss, S&J kurzfristig zu verlassen, kam damals durch einen Etatverlust. Die Hamburger waren Hauptberater von IBM und in Deutschland «sehr geschätzt». In den USA wollte man jedoch weltweit alles nur noch über eine einzelne Agentur abwickeln. «Der Verlust zeigte mir, dass diese internationale Etatführung die Zukunft sein wird und machte mir klar, dass auch ich selber international mehr Background haben muss», hat Löw erkannt. Bei AY&R konnte er als Management-Supervisor unter anderem für die damalige Bankgesellschaft weltweit die Kommunikation steuern.
Auf Umwegen zur Kommunikation
Zur Werbung kam Löw «eher zufällig». Während des Studiums hat er in einer Druckerei gejobbt und lernte bei der Produktionsauslieferung die Arbeit in einer Werbeagentur kennen. «Als Wirtschaftsingenieur hätte ich auch ganz andere Sachen machen können», meint der Manager, der während seiner Studienzeit auch eine kleine Surfschule in Spanien gegründet hat. Irgendwie fand er Kommunikation und Werbung aber «spannender als Tourismus, Maschinenbau oder Elektrotechnik».
Eine eigene Agentur zu gründen, war nie das Ziel von Thomas Löw. Er brauche seinen Namen aus Egogründen nicht unbedingt in einem Logo zu sehen. Als Anteilseigner bei S&J hatte er immer genügend unternehmerische Gestaltungsmöglichkeiten «Ich kann frei entscheiden, an was ich arbeiten möchte. Ab sofort ist es der Aufbau Schweiz», meint er. Der Kontakt mit Krieg und Schlupp hat rund ein Jahr gedauert. «Wir mussten nicht, sondern wir wollten zusammenkommen.»
Die neue Agentur ist vor allem eine Schweizer Agentur. Sie soll in der Schweiz aber auch ein «Brückenkopf» sein. Einige Kunden in Deutschland haben starkes Interesse am Schweizer Markt und suchen eine Agentur im Ausland, die wie S&J denkt und handelt. Daneben will man aber auch Schweizer Geschäfte generieren. «Der Markt für die Gründung von Agenturen dieser Ausprägung ist in der Schweiz noch nicht ausgereizt», glaubt Löw. Erfolgschancen sieht er auch in Schweizer Firmen, die die Märkte in Deutschland und Europa konsequenter erschliessen wollen. «Mit unserem Background können wir solchen Firmen beratend zur Seite stehen und aufzeigen, wie man da aus dem grossen Potenzial in Deutschland mehr macht.»
Thomas Löw kombiniert das Know-how des Stammhauses und lokale Spitzenleute.
Andreas Panzeri

Blick bald bei McDonald’s?

Distribution Will man den Erkenntnissen von McDonald’s und dem Springer Verlag Glauben schenken, so «ergänzen sich Fast Food und Boulevardpresse markentechnisch ideal».

Distribution Will man den Erkenntnissen von McDonald’s und dem Springer Verlag Glauben schenken, so «ergänzen sich Fast Food und Boulevardpresse markentechnisch ideal».Weswegen Springers Bild und Bild am Sonntag ab 17. Mai in allen 1244 deutschen Filialen der Hamburgerbrater erhältlich sein werden. Schmiedet Ringier für den ab 3. Mai auch im Tabloid erscheinenden Blick ähnliche Pläne? «Letztes Jahr hatten wir entsprechende Kontakte», räumt Ringier-Sprecherin Eva Keller auf Anfrage ein, «sind aber zu keinem Ergebnis gekommen». Und heute? «Wir denken dauernd über neue Vertriebswege nach», so Keller.
Für das von einer speziellen GGK-Kampagne sowie redaktionellen Beiträgen flankierte Projekt «Doppio» konzentriere man sich vorderhand jedoch auf 3000 der total 5500 Deutschschweizer und Tessiner Kioske. Anno 2000 lag während sechs Monaten 20 Minuten bei McDonald’s auf. Da deren Schweizer Filialen erst um 9 Uhr öffnen, wurde das «McPress»-Experiment damals vorzeitig abgebrochen.
(oc)

Kurven zum Anfassen

Plakate Rot und verlockend prangt seit dem 19. April in den Intercity-Kombinationen der SBB ein riesiges Turnschuh-Relief.

Plakate Rot und verlockend prangt seit dem 19. April in den Intercity-Kombinationen der SBB ein riesiges Turnschuh-Relief.Mit dem dreidimensionalen RailPoster von Navyboot, bricht eine neue F12-Ära an. Verwalterin der fahrenden Werbeflächen ist Wigra Media Tools, die auch für die Entwicklung der Plakatrahmen verantwortlich zeichnet. Denkbar sind für die Zürcher Firma auch andere Spezialanfertigungen, wie Plakate mit holografischen Effekten. Wie die Werbung zum Anfassen bei den Fahrgästen ankommt, wird sich weisen. Während die RailPosters bis anhin vor Vandalenakten verschont blieben, wird die kurvenreichen Navyboot-Plakate vielleicht ein ähnliches Schicksal ereilen, wie zuvor bereits zahlreiche H&M-Posters: Sie landen über dem Bett eines verzückten Fans.

Tunesien bleibt weiterhin bei Newton 21

Tourismus Das Office Nationale de Tourisme Tunisien (ONTT) wird in der Schweiz weiterhin durch die Zürcher Dialogagentur Newton 21 betreut.

Tourismus Das Office Nationale de Tourisme Tunisien (ONTT) wird in der Schweiz weiterhin durch die Zürcher Dialogagentur Newton 21 betreut.Die Tourismusorganisation entschloss sich nach einer international durchgeführten Evaluation, der Etathalterin treu zu bleiben. Dieses Jahr sind neben einer klassischen Kampagne vermehrt Aktivitäten im Below-the-line-Bereich geplant.

Keine halben Sachen

Zeitungen SonntagsBlick setzt das Spot-Konzept von FCB Leutenegger Krüll leicht verändert fort.

Zeitungen SonntagsBlick setzt das Spot-Konzept von FCB Leutenegger Krüll leicht verändert fort.Unter dem Motto «Mehr Blickwinkel» lancierte der SonntagsBlick (SoBli) vergangenes Jahr einen neuen Imageauftritt. Darin zelebrierte – neben Sulzer Sutter für Parisienne und Publicis für NZZ am Sonntag – auch die konzeptführende Agentur FCB Leutenegger Krüll (FCBLK) den Trend des Rätselratens in der Werbung. Seit Mitte April präsentieren FCBLK und der SoBli nun eine überarbeitete Fortsetzung. «Die Erfahrungen aus dem letztjährigen Auftritt haben gezeigt, dass wir die Bildkombinationen klarer auflösen müssen», so FCBLK-CD Mike Krüll. Deshalb kams zum neuen Slogan «Zeit fürs ganze Bild». Während die Rätselstrategie im Print beibehalten wird, haben die TV-Spots nichts mehr mit einer Quizshow-Persiflage am Hut. Krüll: «Die Leute haben die Spots zwar begriffen, aber es waren zu wenig Action und Emotionen darin.»
Um die Kernkompetenzen der nach wie vor grössten Sonntagszeitung der Schweiz (s. WW 14/S. 15) zu unterstreichen, hat das Kreativteam aus Wallisellen aber nicht ganz auf den Griff in die Rätselkiste verzichtet: Die entstandenen Kurzgeschichten führen den Betrachter vorerst auf eine falsche Fährte: Wer glaubt, beim alten Mann auf dem Spielplatz handle es sich um einen Pädophilen, der irrt. Auch wenn der Text «Dieser Mann wurde in letzter Zeit öfter hier gesehen. Heute hat er sogar eine kleine Puppe dabei» den Verdacht erhärtet. Erst als ein kleines Mädchen zu ihm springt und enttäuscht fragt: «Grosspapi, hat der Papi wieder keine Zeit, um mich abzuholen?», löst sich das Rätsel auf. Nach dem neuen Konzept wurden drei Spots realisiert. Sie thematisieren analog zum Print die drei Bünde des SoBli – Aktuell, Sport und Magazin. Den Filmen, so Krüll, komme im Gesamtkontext der Kampagne auch mehr Gewicht zu, während sie letztes Jahr als Unterstützung zu den Plakaten eingesetzt wurden.
Wettbewerb für Passanten
Dass man den Menschen in der Werbung einiges zumuten könne, davon ist man bei FCBLK überzeugt. Um dies zu beweisen, lanciert der SoBli dieses Jahr einen Wettbewerb, bei dem man die richtige Schlagzeile zur Bildkombination finden muss. Aufmerksamen Fussgängern sollte dies nicht schwer fallen, hängen die gleichen Sujets doch zeitgleich an zahlreichen Plakatwänden. Trotzdem rechnet Krüll damit, dass witzige Wortkreationen entstehen werden. Ob man diese verwendet, lässt der CD noch offen.
Vom SonntagsBlick zuerst auf die falsche Fährte geführt: Der verdächtige Mann entpuppt sich als liebender Grossvater.
Simone Keller

In der Ostschweiz gibts nicht nur Most

Bier Unikat lanciert eine neue Imagekampagne für das Bier von Haldengut und setzt auf lokale Persönlichkeiten.

Bier Unikat lanciert eine neue Imagekampagne für das Bier von Haldengut und setzt auf lokale Persönlichkeiten. Nach fünfjähriger Abstinenz in Sachen Werbung kehrt die Winterthurer Traditionsmarke Haldengut wieder in die breite Werbeöffentlichkeit zurück. Das Unternehmen hat eine über 160-jährige Braugeschichte, und die Marke Haldengut ist in der Kernregion Ostschweiz trotz überschäumender Bierkonkurrenz nach wie vor beliebt. Auf diesen guten Ruf soll nun mit einer einheitlichen Kommunikationsplattform noch einmal angestossen werden.Marke soll dynamischer wirken
Die Kommunikationsagentur Unikat in Küsnacht wurde dafür Ende 2003 mit der Ausarbeitung einer neuen Imagekampagne beauftragt, welche Mitte April mit dem neuen Slogan «Einfach Haldengut» gestartet ist. Dieser wird portiert in verschiedenen Plakatsujets, Publireportagen, einer Peel-off-Promotion sowie zahlreichen Below-the-line-Aktivitäten. Ziel der Kampagne ist es, die Marke Haldengut wieder zu dynamisieren und in der Kernregion weiter zu verankern.
Angesprochen als Haldengut-Geniesser wird die vermehrt ländliche Zielgruppe der Ostschweizer, der Werte wie Tradition, Genuss, Qualität und Verwurzelung sehr wichtig sind. Die Sujets zeigen: Man gönnt sich ein kühles, gutes Bier beim Ausflug an die Thur, beim gemütlichen Lesen auf dem Sofa, beim Jassen in der Stammbeiz oder am Abend in einer verschneiten Berghütte. «Überall dort fühlt man sich wohl, oder anders gesagt: Einfach Haldengut», fasst CD Daniel Meier die Grundidee der neuen Kampagne zusammen.
Rund 1500 F-200- und F-12-Plakate in der Kernregion von Winterthur über den Bodensee bis nach St. Gallen und ins Toggenburg sowie Gigasites in Winterthur, Wil und St. Gallen sorgen für eine flächendeckende Medienpräsenz während der gesamten Biersaison 2004.
Persönlichkeiten in der Beiz Unterstützt wird die klassische Kampagne durch attraktive Promotionen im Detailhandel und in Restaurants. Zudem kommen monatliche Publireportagen zum Einsatz, in denen lokale Persönlichkeiten in ihrer Lieblingsbeiz interviewt und fotografiert werden. Diese PR-Aktivitäten werden von cR Kommunikation, der Partneragentur von Unikat, erarbeitet und umgesetzt und runden den integrierten neuen Kommunikationsauftritt von Haldengut optimal ab.
Als Geniesser gönnt man sich ein Bier beim Ausflug an die Thur.
Andreas Panzeri

Karin Müller kommuniziert für Marionnaud

Kosmetik Die Parfumerie-Kette Marionnaud Schweiz hat das Medienbüro Karin Müller Kommunikation mit ihrer Pressearbeit betraut.

Kosmetik Die Parfumerie-Kette Marionnaud Schweiz hat das Medienbüro Karin Müller Kommunikation mit ihrer Pressearbeit betraut.Erste Veranstaltung unter Müllers Leitung ist die Bilanzpressekonferenz am 5. Mai.

Das Gefühl danach

Aufgefallen «Hallo Susi. Heute haben sie mal wieder bei uns eingebrochen. Hast du Lust, rüberzukommen? Ich koche uns Kaffee und wir schauen der Polizei bei der Arbeit zu.»

Versicherungen «Hallo Susi. Heute haben sie mal wieder bei uns eingebrochen. Hast du Lust, rüberzukommen? Ich koche uns Kaffee und wir schauen der Polizei bei der Arbeit zu.»Versicherungen «Hallo Susi. Heute haben sie mal wieder bei uns eingebrochen. Hast du Lust, rüberzukommen? Ich koche uns Kaffee und wir schauen der Polizei bei der Arbeit zu.»
In Anbetracht der zufrieden lächelnden Frau scheint ein solcher Gesprächsverlauf nicht abwegig. Auch wenn ihre Gelassenheit
in krassem Gegensatz zur verunstalteten Wohnung steht, in der sie sich zum gemütlichen Schwätzchen hingesetzt hat.
Werbung für ein Psychopharmaka? Leider nein. Die unglaubwürdige Anzeige soll die Leistungen der Winterthur Versicherung im Schadensfall kommunizieren. Verglichen mit der Realität verleiht die Copy «Unseren Kunden raubt das keinen Schlaf mehr», dem Inserat eine arrogante, ja ignorante Note. Ist doch allgemein bekannt, dass Einbruchopfer am meisten unter dem Gedanken leiden, dass sich Unbekannte in ihrer Privatsphäre zu schaffen gemacht haben. «Das Schlimmste am Einbruch ist das Gefühl danach» – davon haben ganz offensichtlich weder die Versicherung noch ihre Agentur Scotti je gehört. Hätten sie es, wären sie das Thema vielleicht behutsamer angegangen. Oder ist die Sitzung auf der Couch bei der Winterthur inklusive?
(sk)

>> AdRating

Haldengut

Haldengut Spricht Haldengut nur Biertrinker aus der Ostschweiz an oder überall aus der Schweiz? Überschäumende Meinungen zur Unicat-Kampagne sind erbeten auf www.werbewoche.ch/adratingOvomaltine
Der Ovo-Spot von Advico Young & Rubicam hat bei den Ad-Ratern eine Bauchlandung erlebt.
Top 42,91%Flop 57,09%

Korrigendum

Die Auflage des Bieler Tagblatts ist dieses Jahr um 0,3 Prozent gewachsen und war nicht im Minus, wie in WW 14/04 fälschlicherweise geschrieben. Richtig angegeben war dort zwar die aktuelle Auflage (31543 Exemplare). Falsch war hingegen der Vorjahres

Die Auflage des Bieler Tagblatts ist dieses Jahr um 0,3 Prozent gewachsen und war nicht im Minus, wie in WW 14/04 fälschlicherweise geschrieben. Richtig angegeben war dort zwar die aktuelle Auflage (31543 Exemplare). Falsch war hingegen der Vorjahreswert, der nicht 32453, sondern lediglich 31453 (Basis 2002) betragen hatte. Wir entschuldigen uns für das Versehen. (dse)

Webnutzung wird privater

Internet Zwei SRG-Studien und ein Panel zeigen, wie oft und wo User in der Schweiz das World Wide Web nutzen.

Internet Zwei SRG-Studien und ein Panel zeigen, wie oft und wo User in der Schweiz das World Wide Web nutzen.59 Prozent der Schweizer Bevölkerung ab 15 Jahren surfte im letzten Jahr im Internet. Das sind 8 Prozent mehr als noch vor drei Jahren. Bereits verfügen auch mehr als die Hälfte aller Schweizerinnen und Schweizer, nämlich 54 Prozent, einen Internetzugang zu Hause (11 Prozent mehr als 2001). Von diesen sind 48 Prozent über eine analoge Telefonleitung ans Internet angeschlossen, 21 Prozent haben einen ISDN-Anschluss, 16 Prozent surfen über ADSL und 11 Prozent über TV-Kabel. Diese Angaben stammen aus einer Studie des SRG-Forschungsdienstes, der vom Institut Konso pro Jahr 42000 computergestützte Interviews durchführen lässt. Dieselben Interviews dienen auch MMXI Switzerland als Grundlage für dessen Panel.Von den Personen mit Internetanschluss im eigenen Heim benutzte 2003 gut ein Viertel (27 Prozent) das World Wide Web täglich oder fast täglich, weitere 17 Prozent benutzten es mindestens einmal pro Woche. Bei der Nutzungshäufigkeit nach Geschlecht zeigt es sich, dass die Männer häufiger zu Hause online gehen (32 Prozent täglich oder fast täglich) als die Frauen (19 Prozent). Anfang 2001 waren es noch 26 Prozent der Männer und 14 Prozent der Frauen. Das Internet präsentiert sich weiterhin in Bezug auf das Alter seiner Nutzer als junges Medium: 51 Prozent der Männer bis 24 Jahre und 38 Prozent der Frauen im selben Alterssegment surfen täglich oder fast täglich, bei den Männern über 50 tun dies noch 21 Prozent und bei den Frauen über 50 gar nur 8 Prozent.
Am Arbeitsplatz sieht die Situation nur wenig anders aus. Anfang 2001 war die Zahl der Personen mit einem Netzzugang am Arbeitsplatz (42 Prozent) ähnlich gross wie jene mit einem Anschluss zu Hause. Doch nahm die erstgenannte Gruppe weniger schnell zu – und letztes Jahr auch bereits wieder ab: Der (erste) Zenith wurde mit 47 Prozent überschritten, mittlerweile sind es gar nur noch 44 Prozent, die das Netz am Arbeitsplatz nutzen können – wie schon im Sommer 2001. Möglich, dass diese Entwicklung mit den Entlassungen im Banken- und Dienstleistungssektor zu tun hat. Die regelmässige Nutzung am Arbeitsplatz nimmt denn auch nur leicht zu: 2001 gab es 20 Prozent regelmässige Surfer, 2003 waren es 25 Prozent. Interessant ist dagegen die Internetnutzung am Arbeitsplatz nach Geschlecht: Waren es Anfang 2001 noch 21 Prozent der Männer und 11 Prozent der Frauen, die fast täglich bei der Arbeit surften, sind es Mitte 2003 bereits 34 Prozent der Männer und 20 Prozent der Frauen. Diese Veränderungen sind hier ausgeprägter als im Privatbereich.
Deutschschweizer surfen mehr
Aufgesplittet nach Sprachregionen ergibt sich grob folgendes
Bild: 62 Prozent der Deutschschweizer Bevölkerung ab 15 Jahren waren im 2003 online, die Internetuser haben seit 2001 um 9 Prozent zugenommen. In der Romandie nutzten 55 Prozent der Bevölkerung das Internet, 6 Prozent mehr als vor drei Jahren. Und im Tessin machen die Internetnutzer 38 Prozent der Bevölkerung aus, drei Prozent mehr als 2001.
Gemäss MMXI Switzerland heissen die Domains, die gesamtschweizerisch am häufigsten aufgesucht werden, Bluewin.ch (1,259 Millionen Unique Visitors pro Monat) und Google.ch (1,219 Millionen). Die meistgenutzten Mediensites waren in der Deutschschweiz Blick.ch (164000 Visitors pro Monat) und SFDRS.ch (134000), in der Romandie TSR.ch (45000) und Lematin.ch (29000) und im Tessin RTSI.ch (7000) und Corriere.it sowie Rai.it (je 2000).
Eine dritte Studie des SRG-Forschungsdienstes untersuchte die so genannte Streaming-Nutzung – das Radiohören und TV-Schauen via Internet. Dazu führte Konso zwischen Januar und Februar 2004 in der ganzen Schweiz 1900 Interviews durch. Fazit: Unter den Schweizer Internetnutzern ist das Konsumieren von Radio- und TV-Inhalten via Internet nicht sehr verbreitet. In der Deutschschweiz geben 76 Prozent der Internetuser an, noch nie gestreamt zu haben, in der Westschweiz sind es 80 und im Tessin 81 Prozent. In allen Regionen ist das mangelnde Interesse der Hauptgrund für den Verzicht auf das Streaming, auffallend ist, dass der Anteil jener User, die diese Möglichkeit bisher nicht kannten oder nicht wissen, wie es geht, in der Deutschschweiz mit 24 Prozent weitaus grösser ist als in der Romandie (10 Prozent) oder im Tessin (7 Prozent).
Von denen, die streamen, hören die meisten nur zu Hause Radio, ein geringer Prozentsatz schaut nur fern. 4 Prozent der Deutschschweizer, 5 Prozent der Westschweizer und 1 Prozent der Tessiner User geben aber an, sowohl Radio- wie TV-Inhalte zu streamen. In allen Regionen nutzen vor allem junge Männer bis 24 Jahre Streaming-Media-Inhalte, junge Frauen sind nicht weit abgeschlagen. Kommt dazu, dass im Tessin und in der Westschweiz interessanterweise primär Frauen und kaum Männer nur TV-Inhalte streamen.
Radiocontrol-Daten werden geprüftDer Online-Zugriff auf die Radiocontrol-Daten 2004 wird voraussichtlich Ende April wieder möglich. Seit dem 12. März waren die Online-Daten nicht mehr verfügbar. Der Grund: Bei der Verarbeitung der Daten ist dem zuständigen Institut IHA-GfK ein Fehler unterlaufen. Bei der Hochrechnung der korrekt und vollständig gemessenen Daten hat das Institut den Übergang von der bisher proportionalen zur disproportionalen Stichprobe nicht berücksichtigt, was zu fehlerhaften Zahlen führte. Dies wird nun korrigiert und überprüft. (mk)
Forschungsdienst vorerst unverändertManuel Dähler, seit dem 1. März 2004 neuer Leiter des SRG-Forschungsdienstes (FD), hielt fest, dass die FD-Organisation und
-Struktur so lange unangetastet bleibt, bis das neue RTVG definitiv verabschiedet ist. Erst dann herrsche Klarheit darüber, was vom Gesetzgeber effektiv gewünscht werde. Die vom Nationalrat abgesegnete RTVG-Version will den FD aus der SRG ausgliedern und in eine Stiftung überführen. Letztes Jahr hatte die SRG eine Fusion von FD und Publica Data vorgeschlagen und Unruhe ausgelöst. Der scheidende FD-Leiter Matthias Steinmann blickt auf seine gut 35 Jahre beim FD zurück und dankte unter anderem der SRG-Generaldirektion, die etwa sechs Untersuchungen und Anhörungen gegen ihn eingeleitet und ihm «meist» recht viel Freiheit gelassen habe. (mk)
Manuel Dähler (l.) löst Matthias Steinmann ab.

Markus Knöpfli

Lotterie Jobsuche

Ausbildung Immer mehr Jugendliche stehen in der Schweiz nach der abgeschlossenen Ausbildung vor dem Nichts.

Ausbildung Immer mehr Jugendliche stehen in der Schweiz nach der abgeschlossenen Ausbildung vor dem Nichts.Eine Situation, gegen die das Schweizerische Arbeiterhilfswerk (SAH) vorgeht – unter anderem mit dem Projekt «Move on», das Orientierungs- und Überbrückungshilfe leistet. Eine zweite Hilfe, das «Motivationssemester», soll Jugendliche bei der Verwirklichung ihrer Berufswünsche unterstützen. Dazu ruft Jung von Matt/ Limmat in einer unmissverständlichen, fast zynischen Kampagne zu Spenden auf. Plakate, E-Boards, Anzeigen, Flyer, Cards for Free sowie die Website www.armut.ch zeigen, wie immer mehr Jugendliche im Spiel des Lebens bereits nach der ersten Runde direkt beim Arbeitsamt landen.
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