SFLB sucht nouveaux lecteurs für Le Monde Diplomatique

Medien Spillmann Felser Leo Burnett (SFLB) ist von Le Monde Diplomatique mit einer Leserwerbekampagne betraut worden.

Medien Spillmann Felser Leo Burnett (SFLB) ist von Le Monde Diplomatique mit einer Leserwerbekampagne betraut worden.Die Zürcher Agentur betreut bereits die Wochenzeitung (WOZ), der das französische Polit-Monatsmagazin jeweils beiliegt. Der neue Auftrag sei nicht Teil des WOZ-Budgets, sagt CD Peter Brönnimann. Geplant sind Anzeigen in Leadertiteln wie NZZ Folio und Du.

«Eine völlig neue Messe»

Packaging Am 11. Mai startet in Basel die Mavex – die Fachmesse für Materialfluss und Verpackung.

Packaging Am 11. Mai startet in Basel die Mavex – die Fachmesse für Materialfluss und Verpackung.
WW: Der Schweizer Verpackungsmarkt hat recht zögerlich auf das neue Messekonzept reagiert. Wie interpretieren Sie diese Zurückhaltung?Dorothée Kössler: Auf Grund der Besucher- und Ausstellerumfragen nach den letzten Veranstaltungen 2001 war klar, dass wir reagieren müssen. Wir haben Fachbereiche zusammengelegt, Überschneidungen eliminiert und so Synergien geschaffen und die Zielgruppen homogener gestaltet. Die Mavex ist also nicht ein Re-Design eines bestehenden Produktes, sondern eine völlig neue Messe mit neuem Inhalt und neuem Namen. Neues muss sich erst etablieren. Hinzu kommt, dass sich die Branche in einer wirtschaftlich schwierigen Lage befindet.
Mit Firmen wie Model oder SIG fehlen die grossen der Schweizer Branche an der Mavex, und bei den Verpackungsmaterialien erkennt man auch Lücken.
Als Schweizer Fachmesse ermöglicht die Mavex den Zugang zum Schweizer Markt. Für die genannten Firmen ist das oft nicht mehr der wichtigste Markt, damit tritt ein Messeauftritt in diesem Markt in den Hintergrund. Jeder Anbieter entscheidet aufgrund seiner strategischen Ausrichtung, wo er seinen Marktauftritt forcieren muss.
Heisst das, dass der Schweizer Markt nur noch für Nischen-Player interessant ist?
Der einheimische Markt ist schon wegen der grossen Nahrungsmittelindustrie weiterhin wichtig. Aber das Potenzial ist viel kleiner als zum Beispiel in Deutschland. Dementsprechend wählen Firmen unterschiedliche Marktbearbeitungsinstrumente.
Mit welchen Neuheiten darf der Besucher überhaupt rechnen?
Wir stellen den Ausstellern die Mavex-Website zur Vorstellung ihrer Neuheiten zur Verfügung. Leider machen nicht alle Anbieter davon Gebrauch. Sie müssen bedenken, dass die Besucher Umfragen zufolge zu allererst Neuheiten sehen wollen. Welche zusätzlichen Zielgruppen wollen Sie mit der Neuausrichtung der Messe ansprechen?
Durch die Neukonzeption werden im Vergleich zu den Veranstaltungen 2001 keine zusätzlichen Zielgruppen – gesamthaft gesehen – angesprochen. Die innerbetrieblichen Themen Verpackung und Materialfluss jedoch in einer Veranstaltung zusammenzubringen, ist für den Besucher attraktiver. Denken Sie daran, dass gerade in mittleren und kleinen Unternehmen eine Person für beide Themen zuständig ist. Als zusätzlicher Anreiz für einen Messebesuch sind die Begleitveranstaltungen gedacht. Gerade für Produktmanager ist es wichtig, das Zusammenspiel zwischen Technik und Design zu sehen und zu verstehen. Als Verantwortlicher für ein Produkt muss er wissen, was trotz aller Kreativität technisch machbar ist.
Als Begleitangebot steht die pharmapack auf dem Programm. Motivation dürfte hierfür wohl viel mehr der Standortvorteil als die Kreativität dieser Branche gelten.
Ganz im Gegenteil: Der Bereich der Pharmaverpackung zählt zu den innovativsten der Branche. Die produktionstechnischen Anforderungen, Normen und Auflagen sind viel strenger und detaillierter als in anderen Branchen. Hinzu kommen Fragen der Benutzerfreundlichkeit und Sicherheit – für Senioren und Kinder gleichermassen. Wenn Sie trotz dieser vielfältigsten Anforderungen und Bestimmungen attraktiv bleiben wollen, ist Innovation unabdingbar.
WorldStar AwardsDie World Packaging Organization vergibt seit 1970 jährlich ihre WorldStar Awards. Der angesehene Preis für hervorragende Verpackungslösungen wird in verschiedenen Kategorien verliehen. Dieses Jahr findet die Preisverleihung an der Mavex statt. Aus den mehreren 100 Einsendungen aus 30 Ländern zeichnet die Jury 143 Gewinner aus. Der Gewinner des President’s Award wird erst an der Preisverleihung in Basel bekannt gegeben. Während der Mavex werden die prämierten Verpackungen ausgestellt. 2003 erhielten vier Einsendungen den President’s Award – darunter auch die SIG Combibloc, Deutschland. (la)
Dorothée Kössler, Messeleiterin Mavex
Interview: Luca Aloisi

Ende der Einbahn

Simon Heusser will als neuer Chefredaktor der Weltwoche nach einer Ära polarisierender Schreibe «eine gewisse Gelassenheit erlauben».

Simon Heusser will als neuer Chefredaktor der Weltwoche nach einer Ära polarisierender Schreibe «eine gewisse Gelassenheit erlauben».
Er hat noch keine Visitenkarte als Chef. Dafür bereits eine klare Vorstellung, wie es mit der Weltwoche weitergehen soll. «Ideen statt Ideologie», will Simon Heusser publizieren. Aber wie ungefärbt ist das möglich bei einem Titel, der eine in Abschnitte eingeteilte Weltkugel mit all ihren politischen Assoziationen im Logo hat?«Das ist kein antipolitisches Statement», beginnt Simon Heusser sein in der Kommunikationsbranche mit viel Interesse aufgenommenes Konzept zu präzisieren. «Das war eine Forderung für mehr Ideenwettbewerb und weniger Vorurteil.»
Der Markt spielt heute in einer «brutalen Aufmerksamkeits-Ökonomie». Aufzufallen mit markigen Kommentaren machte für Heusser Sinn, weil die Marke Weltwoche von seinem Vorgänger Roger Köppel neu positioniert werden musste. Aber: «Das ist inzwischen überholt. Jetzt ist die Konsolidierung angesagt.» Nach dem erfolgreichen Turnaround will Heusser seiner Zeitung deshalb nun «eine gewisse Gelassenheit erlauben».
Wer mit dem neuen Chefredaktor der Weltwoche spricht, spürt sofort die sprühende Begeisterung für sein Medium. Der 37-jährige Journalist ist sich dabei bewusst, in welcher Linie von zu Figuren gewordenen Chefredaktoren er sich befindet. Das Blatt spielt seit 1933 eine massgebliche Rolle in der deutschsprachigen Publizistik.
Die Stelle als Chefredaktor war kein über Jahre hinweg gehegter Wunschtraum – «aber man wächst hinein und einmal kommt eine Chance». Auch die kommerzielle Seite der Medien interessiert ihn. «Es gibt nichts Interessanteres als Geldflüsse. Dort sieht man die Machtstrukturen.»
Die Wirtschaftsthemen sollen in der Weltwoche verstärkt werden. «Wir leben in einer Welt des entfesselten Standortwettbewerbs.» Zudem glaubt er, dass die beim Relaunch gewonnenen Lesersegmente eher wirtschaftslastig sind.
Wie früher beim Tages-Anzeiger, wo Heusser im Kulturteil über Gesellschaftsthemen geschrieben hat, will er Wirtschaft aber breit betrachten und nicht nur alles rund um die Börsennews abhandeln. Die Weltwoche soll mehr analysieren, was die gesellschaftlichen Folgen einer wirtschaftlichen Entwicklung bedeuten.
Solche Ideen erklären, wieso Heusser Wirtschaftsgeschichte studiert hat. «Das muss man ein bisschen aus dem Zeitgeist heraus verstehen», meint er auch. Als er 1987 an die Uni ging, galten die Ökonomen «als Biederlinge». Heute könnte er nicht ausschliessen, Volkswirtschaft zu studieren.
In seiner Dissertation untersuchte er das Spannungsfeld von politischer Kultur und europäischer Integration nach Maastricht. «Ein Thema, das immer noch sehr aktuell bleibt, gerade auch für die Schweiz.»
Seine Auslanderfahrungen sind ihm «sehr wichtig». Heusser studierte auch in den USA sowie an der London School of Economics und wurde von Köppel als Korrespondent für die Weltwoche nach Deutschland entsandt. An Amerika faszinierte ihn die offene Debattenkultur, etwa beim Irak-Krieg und der Regierung Bush. «Das sieht man häufig nicht von Europa aus.»
Heusser sagt: «Als Schweizer sollte man alle drei Jahre das Land verlassen. Ein solcher Perspektivenwechsel tut gut.» Hier werde immer noch viel zu oft ein «Diskurs in der Enge geführt».
Die Weltwoche soll in diesem Sinn «ein Identitätssignal für Leser» werden. Wer sie unter dem Arm trägt, signalisiert, «dass man zu einer modernen, weitläufigen Schweiz steht, dynamisch und innovativ».
Strategiewechsel: Simon Heusser setzt bei der Weltwoche auf «Ideenwettbewerb und weniger Vorurteil».

Andreas Panzeri

Einmal Bergmilch geschüttelt

Lancierung Die Migros-Hausagentur Exxtra Kommunikation liefert die Kampagne zur Heidi-Markteinführung.

Lancierung Die Migros-Hausagentur Exxtra Kommunikation liefert die Kampagne zur Heidi-Markteinführung. «Im Spot galt es, mit Heidis Welt und den dazugehörigen Assoziationen zu spielen, ohne kitschig zu wirken», erklärt Exxtra-Berater Michael Broglin. Entsprechend fehlen in der Umsetzung auch Alpöhi, Geissenpeter oder Ziegen. Hauptakteurin ist eine abtrünnige Milchtause, die einer jungen Bergmaid vom Karren fällt. Scheppernd rollt die Kanne ins Tal, gefolgt von der blonden Älplerin. Erst an einer asphaltierten Strasse kommt die Tause zum Liegen. «Heidi Bergmilch. Jetzt auch im Tal», löst das Claim die alpine Verfolgungsjagd auf.
Blond oder nicht blond?
Obwohl die Bergmilch im Zentrum der Handlung steht, wird die sportliche Alpenmaid spätestens bei der Auflösung mit unserem Bergkind Heidi assoziiert. Auf die Frage, weshalb die junge Frau denn nicht dem Produktdesign entsprechend dunkelhaarig sei, meint Walter Dworschak lapidar: «Das blonde Heidi hat ganz einfach am besten gepasst.» Die Einführungskampagne, die neben dem Spot auch Anzeigen umfasst, wird zusätzlich übers Radio, am POP und mit einem Wettbewerb unterstützt.
Letzterer winkt mit einem Preis der speziellen Art: Ein Kuhleasing. Die Gewinnerin oder der Gewinner darf sich auf einer Alp im Bündnerland eine Kuh auswählen, aus deren Milch Bergkäse hergestellt und der oder dem Glücklichen im September überreicht wird. Pikantes Detail: Leser der Migros-Kundenzeitung Brückenbauer, die am Gewinnspiel teilnehmen, müssen sich ihre Milchkuh mit vier Stunden Arbeit auf der Alp erarbeiten. Der Talon im Laden hingegen erwähnt nur ein Mittagessen mit anschliessender Kuh-Wahl.
Clever: Der Heidi-Spot spielt mit Klischees, ohne sie zu strapazieren.
(sk)

>> AdRating

Apfelsaft

Apfelsaft Ist die Kampagne der Werbeagentur Unikat für Apfelsaft süffig oder stösst einem die Wiederbelebung des uralten Claims sauer auf? Antworten erbeten auf www.werbewoche.ch/adrating
Riposa Was die Ad-Rater von der Bettwaren-Werbung der Agentur Hochspannung halten, ist eindeutig: Schlicht zum Gähnen.
Top 8,3%Flop 91,7%

Fussball-WM wieder live im Schweizer Fernsehen

Übertragungsrechte Die SRG hat vom Weltfussballverband Fifa die Senderechte der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland erworben.

Übertragungsrechte Die SRG hat vom Weltfussballverband Fifa die Senderechte der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland erworben.Sie darf exklusiv für die Schweiz sämtliche 64 Spiele live übertragen. Zum Paket gehören auch die Nachverwertungs- und Archivrechte sowie nicht exklusiv die Rechte für Radioausstrahlung. Bei der letzten Fussball-WM 2002 in Korea und Japan hatte die SRG aus Kostengründen auf den Erwerb der Liverechte verzichtet.

Grösser ohne mehr Format

Relaunch Die welsche Zeitschrift L’Illustré ist erneuert. Die alten Probleme scheinen aber nur bedingt gelöst.

Relaunch Die welsche Zeitschrift L’Illustré ist erneuert. Die alten Probleme scheinen aber nur bedingt gelöst.
Chefredaktor Christophe Passer scheute sich nicht, bei der Ankündigung des Relaunches seiner Zeitschrift L’Illustré grosse Worte in den Mund zu nehmen: «Einzigartig» werde der Mix aus Aktualität, People-Geschichten und Serviceleistungen sein, den sein Blatt bringen wolle. Ja, man werde das neu gestaltete Heft gar «vergöttern», prophezeite der welsche Journalist in Ringiers Hauszeitschrift Domo.
Die Zeitung Tribune de Genève aus dem Hause Edipresse war bei ihrer Ankündigung des «ehrgeizigen Neukonzepts» (O-Ton Ringier) schon merklich zurückhaltender: Von einem «change de peau», einem Wechsel der Haut, war da die Rede. Im Klartext: von einer rein grafischen Auffrischung. Nun ist das geliftete Heft da – und das Urteil fällt eher ernüchternd aus.
Feine Schriften, dezente Farben
Auf den ersten Blick gefällt das leicht gewachsene Heft (je 1,5 Zentimeter in Breite und Höhe): Die Schriften auf der Titelseite sowie im Heft sind feiner geworden, Serifen und dezente Farben dominieren statt schwarz-weisser Fettdruck wie früher. Ex-Miss-Schweiz Melanie Winiger lächelt einladend – wenn auch etwas brav – von der Front. Im Innern des Magazins signalisiert das erweiterte Inhaltsverzeichnis eine neue Aufgeräumtheit. Doch beim genaueren Hinsehen schleicht sich bald eine Frage in den Vordergrund: Ist das nun wirklich die «nouvelle formule», wie sie angepriesen wird?
Zwar gibt es neue Seiten zum omnipräsenten Thema Wellness, doch solchen Zusatznutzen bietet heutzutage auch jede grössere Tageszeitung. Kaum mehr ins Auge fallen kleinere Änderungen in der Servicesektion wie zum Beispiel die neue Autoseite und die Reisetipps. Auffallend sind hingegen die zahlreichen Archivfotos – eigentlich ein absolutes Tabu für eine Illustrierte mit dem Anspruch, eine aussergewöhnliche Bildsprache zu führen.
«Kein echter Konzeptwechsel»Generell scheint es, dass Illustré nach wie vor an einem Problem krankt: Die Zeitschrift ist ein Gemischtwarenladen. Das, was Daniel Pillard, Chef von Ringier Romandie, als das «Ruhen auf mehreren Pfeilern» bezeichnet, schätzen andere erheblich weniger positiv ein. «Die Zeitschrift will es allen recht machen», sagt Peter Rothenbühler, Chefredaktor von Le Matin und früher lange Zeit Chef bei der sehr erfolgreichen Schweizer Illustrierten. Das führe zum Resultat, dass das
illustrierte Nachrichten-Reportagen-People- und Lebenshilfe-Blatt einen «unentschiedenen Eindruck» vermittle.
Der Chef der «täglichen People-Zeitung Le Matin» des Ringier-Konkurrenten Edipresse hat in den letzten Jahren bei den meisten Illustrierten in Europa eine Zuspitzung auf People-Geschichten festgestellt. Bei Illustré hingegen sei bei der ersten Nummer nach dem Relaunch (noch) kein eigentlicher Konzeptwechsel zu erkennen, ausser dass das Design etwas «femininer und lieblicher» geworden sei.
Für den seit seiner Zeit bei der Schweizer Illustrierten ausgewiesenen People-Experten Rothenbühler ist aber klar, dass der Faktor Mensch auch in Zukunft eine dominante Rolle im Markt der Illustrierten spielen werde, zumal das Reality- und Musicstar-Fernsehen und die Gesellschaftspresse immer stärker zusammenspielen. L’Illustré hat auf diesem Gebiet immerhin einen Pluspunkt, der mindestens für eine Beachtung des Heftes über die ganze Woche garantiert: ein 15-seitiges integriertes TV-Programm.
Illustré-Relaunch: Zur Überraschung bleibt die Radikalkur aus.

Patrick Steinemann

Eugster gewinnt Huber-Verlag und mehr

Budgets Eugster Kommunikation hat in den vergangenen Wochen mehrere neue Kunden gewonnen:

Budgets Eugster Kommunikation hat in den vergangenen Wochen mehrere neue Kunden gewonnen:Für das Frauenfelder Druck- und Verlagsunternehmen Huber (Thurgauer Zeitung) und für den Verein zur Förderung von arbeitsmarktlichen Massnahmen (VFAM) in Seewen kann die Marketingagentur aus Rorschacherberg je eine neue Corporate Identity entwickeln. Für das Architekturbüro Hautle & Partner in Widnau realisiert die Agentur einen neuen Marktauftritt und für die Goldschmiede in Au SG ein neues Kommunikationskonzept.

Schön hingebogen

Gastronomie Das Basler Restaurant «Zum Schmale Wurf» versteht unter Fusion-Küche etwas anderes: Dort serviert man den Gästen nebst authentischen Gerichten immer wieder feine Gänge fürs Gehör.

Gastronomie Das Basler Restaurant «Zum Schmale Wurf» versteht unter Fusion-Küche etwas anderes: Dort serviert man den Gästen nebst authentischen Gerichten immer wieder feine Gänge fürs Gehör.So finden in der aktuellen Konzertreihe verschiedene klassische Konzerte über den sonn- und feiertäglichen Mittag statt. Als visueller Appetizer hat die Werbeagentur Ranz im Stile Uri Gellers die Werbemittel gestaltet und kreierte den passenden Notenlöffel.

Lesch + Frei holt Bronze bei Clio

Wettbewerbe An den Clio-Awards wird Lesch + Frei mit einer Bronzestatuette ausgezeichnet.

Wettbewerbe An den Clio-Awards wird Lesch + Frei mit einer Bronzestatuette ausgezeichnet.Die Zürcher Agentur überzeugte die Jury mit dem Inserat «Stopp» aus der Kampagne für Road Cross gegen Alkohol am Steuer. Offiziell werden die Sieger des US-Kreativawards erst am 18. Mai bekannt gegeben. Mindestens auf der Shortlist stehen auch Euro RSCG Switzerland, Matter & Partner, Publicis und Spillmann Felser Leo Burnett.

Bedrohter Beauty Contest im Regal

Packaging Bereinigte Sortimente und Überkapazitäten machen der Verpackungsbranche schwer zu schaffen. Jetzt hofft sie auf Nachholbedarf.

Packaging Bereinigte Sortimente und Überkapazitäten machen der Verpackungsbranche schwer zu schaffen. Jetzt hofft sie auf Nachholbedarf.«Der Geist des Menschen ist so angelegt, dass der Schein ihn mehr fasziniert als die Realität.» Dies sagt kein Geringerer als Verpackungsexperte Martin Amann, ehemaliger Future-Brand-CEO und seit Anfang Jahr Inhaber der Designagentur Amann & Partner. In seinem «erfolgreichen Schritt» in die Selbstständigkeit widerspiegelt sich die Entwicklung einer immer globalisierteren Branche, die zum Teil heftig auf den Konsumrückgang reagiert hat.International wie national hat besonders der Designbereich gelitten. Viele Agenturniederlassungen gerieten auf Grund gekürzter oder gestrichener Aufträge unter enormen Spardruck und sahen sich gezwungen, länderübergreifend zu zentralisieren. Immer häufiger wurde wie bereits die Werbung auch das Verpackungsdesign im Konzernhauptsitz entwickelt. Unter dem wachsenden Erfolgsdruck liessen sich die Entwickler besonders bei Neueinführungen oft von der Angst leiten, gewagter als die Konkurrenz aufzutreten. Damit bedienten sie aber den Einheitsbrei in den Regalen. Und das, obschon das Erscheinungsbild eines Produkts oder einer Marke einen wesentlichen Einfluss auf die Akzeptanz beim Kunden hat.
Für die Designagenturen und deren Filialen blieben gerade noch Adaptionen übrig. Überlagert wurde dieser Trend von der starken Konzentration in den wichtigsten Auftraggeberbranchen Pharma, Food und Süsswaren. Internationale Grosskonzerne gewannen dadurch eine Position, die es ihnen erlaubte, bald die Lieferantenzahl zu reduzieren, bald Internet-Tender – spezialisierte Online-Einkaufsplattformen – anzufragen. Entsprechend aggressiver wurde der Konkurrenzdruck unter den Herstellern von klassischen Druckerzeugnissen. Ihre Überkapazitäten in Verbindung mit dem Preisdruck führte nicht selten direkt in die Insolvenz.
«In der Krise haben Controller die Macht über das Aussehen von Verpackungen erhalten», witzelt Amann über die Verhältnisse nach jahrelanger Bereinigung, Rationalisierung, Zentralisierung und Uniformierung. Dass aber der billigste Weg am Schluss eine relativ teure Entwicklung zur Folge haben kann, werde oft zu spät festgestellt.
Nachholbedarf bei InnovationenDie Notbremse, so Amann, scheint aber allmählich gelockert zu werden und einem Gegentrend zu weichen. Eher zuversichtlich zeigt sich auch Marco Miani, Leiter Ausbildung und Kommunikation des Schweizerischen Verpackungsinstituts (SVI). Zwar führe das SVI erst seit 2002 eine Branchenmarktstatistik, weshalb noch keine Vergleiche gezogen werden können, doch: «Ich erhalte deutliche Signale vom Markt, dass die Verpackungswirtschaft mit einer leichten Belebung des Geschäftsgangs rechnet. Wer wie schnell von der Erholung profitieren wird, lässt sich hingegen nicht sagen.»
Verbrauchswerte kommen aus unserem nördlichen Nachbarland. Dort gibt jeder Konsument jährlich umgerechnet rund 150 Franken für Verpackungen aus. Der verhaltene Konsumzuwachs hat den Wert kaum tangiert, da er zum Teil durch die soziodemografischen Trends wie durch das veränderte Konsumverhalten kompensiert wurde: mehr Single- und Kleinstfamilien-Haushalte sowie knappe Zeitbudgets bedeuten immer mehr Convenience-Produkte. Daher rechnet die Branche zumindest mit einer stabilen Entwicklung. Gegenwärtig erkennt Pierre Barth, Leiter Marketing und Verkauf bei Limmatdruck/Zeiler, kaum positive Signale von Europas einstmaliger Wirtschaftslokomotive Deutschland ausgehen. «Die Stimmung der Konsumenten im Euroland ist generell immer noch gedämpft bis labil», sagt er. «Nur Innovationen, die einen Mehrwert bedeuten, können heimischen Betrieben den erhofften Aufschwung bringen», so Barth. Als Beispiel nennt er die Firma Emmi, der es gelingt, trotz höherer Rohstoffpreise 25 Prozent ihres Ausstosses in den EU-Markt zu exportieren.
Diesem Beispiel folgend hat die Limmatdruck/Zeiler – Nummer zwei unter den Schweizer Verpackungsherstellern – trotz des knapp erreichten Budgets den Personalbestand und so ihre Kompetenz im Kerngeschäft der Verpackungsentwicklung ausgebaut. Mit der physischen Produktion hat sie ausgewählte Partnerfirmen betraut.
Boomender GetränkemarktBestätigt in seiner strategischen Fokussierung sieht sich der SIG-Konzern mit Sitz in Neuhausen am Rheinfall. Das 151-jährige Unternehmen hat sich kürzlich von Gesellschaften ausserhalb des Kernbereiches getrennt, um sich auf den zukunftsträchtigen Getränkesektor zu konzentrieren. «Tatsächlich ist der wachsende Getränkemarkt der Haupttreiber für das Wachstum der SIG», sagt Matthias Knill, Leiter Corporate Communications der SIG. Menschen auf der ganzen Welt konsumierten im letzten Jahr 600 Milliarden Liter Getränke, und der Verbrauch wächst jährlich um sechs Prozent. Der Markt aseptischer Getränkekartons legt jährlich um drei bis vier Prozent zu.
«In gewissen Märkten kann die SIG dank neuen Produkten sogar über diesen Wert zulegen.» Noch steiler stieg die Kurve bei der SIG Combibloc, die in den vergangenen Jahren um jeweils über zehn Prozent gewachsen ist. «Dieser Trend wird sich auch in Zukunft fortsetzen», ist Knill überzeugt. Da die Konsumenten auf benutzerfreundlichere Verschlüsse und produktschonende Lösungen achten, sei auch hier immer häufiger mit Neuerungen zu rechnen.
Der absolute Dauerbrenner, so Franco Miani, sei Convenience. Zwar dürfte hier keine Revolution mehr stattfinden. Doch nachdem die hohen Erwartungen an Qualität und Bequemlichkeit erfüllt worden sind, scheinen sich die Verpacker vermehrt auf die Vielfalt und Abwechslung der Produkthüllen zu konzentrieren. Denn es geht künftig auch darum, der zunehmenden Erlebniserwartung der verwöhnten Konsumenten etwas Spezielles und Sinnliches zu bieten. Sichtbar ist diese Tendenz vor allem bei Premium-Produkten, bei welchen ein Mehr an Verpackung heutzutage wieder völlig akzeptiert ist.
Hoffnungsträger der Verpackungsindustrie: Zumindest der Getränkemarkt wächst.
Luca Aloisi

Ringier schafft den Klassenerhalt

Bilanz Im Ausland drückte das grösste Schweizer Medienhaus aufs Gas. Zu Hause auf die Kostenbremse.

Bilanz Im Ausland drückte das grösste Schweizer Medienhaus aufs Gas. Zu Hause auf die Kostenbremse.Was manche Branchenbeobachter schon für 2002 prophezeiten, ist auch vergangenes Jahr nicht eingetreten: Ringier spielt trotz zweitem Rückgang in Folge als einziger Grossverlag weiterhin in der Milliardärsliga. Im laufenden Geschäftsjahr liegt allerdings (nach –2,1% im 2003) nur mehr maximal ein Minusprozent drin, sonst wirds ernst mit der Relegation zu den Umsatzmillionären.Weiter akzentuiert hat sich die geografische Verschiebung von Ringiers Ertragsquellen. Der Schweizer Beitrag zum überraschend erfreulichen Ergebnis ist dabei mit knapp
10 Prozent zwar nicht mal annähernd so rasant geschrumpft, wie das Osteuropa-Geschäft im selben Zeitraum hat zulegen können, nämlich über ein Drittel. Seit 2001 ist der im Inland erwirtschaftete Umsatzanteil jedoch kontinuierlich von 82,7 auf das neue Rekordtief von 73,2 Prozent gesunken.
Wird dieses Internationalisierungstempo beibehalten, dürfte bereits 2006 jeder zweite Franken aus der Slowakei, Tschechien, Ungarn, Rumänien und Serbien stammen. Wohl will Michael Ringier die letztes Jahr durch Auslandsakquisitionen ins Blitzblaue geschossenen Investitionen 2004 und 2005 wieder «deutlich unters Cashflow-Niveau drücken» (siehe Interview auf Seite 29). Obigen Zeithorizont für die erste Fifty-Fifty-Bilanz hält er trotzdem für «nicht unrealistisch».
Keine Freude am DruckbereichSorgen bereitet dem Verleger – neben den 2003 weiter gesunkenen Auflagen und Anzeigenerträgen bei fast allen wichtigen Schweizer Zeitungen und Zeitschriften – vor allem der hiesige Druckbereich, dessen Umsatz um 12,7 Prozent einbrach. Laut Konzernchef Martin Werfeli trug die im Dezember erfolgte Schliessung der Druckerei Winterthur massgeblich zu diesem Rückgang bei. Im Gegensatz zum Zeitungs- litt der Kundendruck zudem unter anhaltenden Überkapazitäten und dem daraus resultierenden Preisverfall.
Der übliche Ausblick fiel an der diesjährigen Bilanzpräsentation zurückhaltend bis ernüchternd aus. Der viel beschworene Aufschwung im heimischen Werbemarkt lasse weiterhin auf sich warten, so Werfeli. «Unsere Engagements in Mittel- und Osteuropa dürften hingegen vom EU-Beitritt profitieren.»
Oliver Classen
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