Schludrigkeit und Preis-Dumping

Ist doch wunderbar, wenn man den Flop eines Titels einer externen Ursache zuschieben kann – in diesem Fall den Turbulenzen um die Swiss. Die Wahrheit ist jedoch, dass deren Magazine schlicht schludrig gemacht sind.

Ist doch wunderbar, wenn man den Flop eines Titels einer externen Ursache zuschieben kann – in diesem Fall den Turbulenzen um die Swiss. Die Wahrheit ist jedoch, dass deren Magazine schlicht schludrig gemacht sind.Zum Beispiel die April-Ausgabe:– Auf Seite 8 werden «Travel musts» vorgestellt, darunter ein Necessaire mit Nagelschere – wo jeder Gelegenheitsflieger längst weiss, dass selbst Plastikgabeln im Handgepäck verboten sind.– Auf Seite 10 werden gross «Hamburg – harbour beauty» und in der Autorenzeile «Photographer: Marvin Zilm» respektive «Writer: Susanne von Meiss» angekündigt. Doch die Erwartungen werden enttäuscht: Ausser ein paar Bildlegenden gibts nichts zu lesen in diesem Foto-Essay.
– Obwohl im Text über den Ziegenhirten Toni Odermatt zu lesen ist, dieser lebe am Fusse des Stanserhorns, heisst es in der Legende «Toni Odermatt mit seinen Ziegen vor dem Säntis». Und so weiter, und so fort.
Und mittendrin prangt noch die Headline «Fly for less? Lowest fares for 42 destinations in Europe». Diese Discount-Haltung dürfte ein weiterer Grund dafür sein, warum das Swiss Magazine derzeit weniger Anzeigen aufweist als auch schon. Ob die Swiss mit ihrer Dumpingpreispolitik wirklich noch kaufkräftiges Publikum in ihre Maschinen lockt, darf nämlich bezweifelt werden.
Christian Müller, CEO der Verlagsgruppe Vogt-Schild/Habegger, zum Artikel «Swiss Magazine spürt Gegenwind» in WW 15/04.

Catsky & Partner werben für Blindenbibliothek

Found Raising Die Schweizerische Bibliothek für Blinde und Sehbehinderte (SBS) hat Catsky & Partner mit ihrem Kommunikationsetat betraut.

Found Raising Die Schweizerische Bibliothek für Blinde und Sehbehinderte (SBS) hat Catsky & Partner mit ihrem Kommunikationsetat betraut.Die Zürcher Werbeagentur setzte sich in einer Konkurrenzpräsentation durch. Mit Audioproduktionen und einem eigenen Blindenschriftverlag macht die SBS Druckerzeugnisse für Sehbehinderte nutzbar. Neben klassischer Werbung wie Inserate und TV-Spot sind auch eine Info-Broschüre und Mailings geplant.

>>JobChange

ist neuer Präsident der Allianz Schweizer Werbeagenturen (ASW). Der Inhaber der gleichnamigen Werbeagentur in Eglisau tritt die Nachfolge von Carmelo Buffoli an, der zum Past-President gewählt wurde.

ist neuer Präsident der Allianz Schweizer Werbeagenturen (ASW). Der Inhaber der gleichnamigen Werbeagentur in Eglisau tritt die Nachfolge von Carmelo Buffoli an, der zum Past-President gewählt wurde.Andy Ruf Neuer Vize ist Markus Diener von Diener Consulting in Arbon. …
Martin Bettler und Simon Staub stossen im Juli bzw. August als Senior-ADs zur Zürcher Agentur Matter & Partner. Per Mitte Mai wurde Caspar Heuss als Texter verpflichtet. Staub kommt von Lowe Zürich, Bettler von Seiler DDB und Heuss war bisher bei Wirz Werbung tätig.
…
Rainer Kupper (Bild) ist seit 1. Mai Marketing- und Verkaufsleiter der Bildagentur Keystone. Er bleibt weiterhin Geschäftsführer der Keystone-Tochter Photopress AG, bei der er seit vier Jahren tätig ist.
…
Nach nur 18 Monaten im Amt hat Reto Richard den Brunner Verlag
in Kriens verlassen. Er war als Anzeigenleiter für die Frauensportzeitschrift Dynamica, das Fahrschul-Lehrmittel Let’s drive und den
Restaurantführer Guide-bleu.ch
zuständig.
…
Anfang August übernimmt Denise Alig die Chefredaktion der Davoser Zeitung. Sie wird Nachfolgerin von Vladimir Pillmann. Alig war 15 Jahre als Redaktorin bei der Bündner Zeitung bzw. Südostschweiz tätig.
…
Pascal Ihle stösst Anfang September zur HandelsZeitung. Er verstärkt das «Geld»-Team des Wirtschaftsblatts. Zurzeit schreibt Ihle im Lokalressort der NZZ.
…
Der Verkehrsdirektor von Luzern, Mario Lütolf, hat seinen Rücktritt bekannt gegeben. Im Herbst 2000 hatte Lütolf Kurt H. Illi abgelöst, der 22 Jahre im Amt gewesen war.

Lucky Punch für Sulzer Sutter

Automobile Es war Liebe auf den ersten Blick: Bei der Verlosung einer Gratisschaltung in der TV-Zeitschrift TR7 hat das King-Kong-Remake von Sulzer Sutter gewonnen.

Automobile Es war Liebe auf den ersten Blick: Bei der Verlosung einer Gratisschaltung in der TV-Zeitschrift TR7 hat das King-Kong-Remake von Sulzer Sutter gewonnen.Nicht in die unschuldige Blondine hat sich der Riesengorilla verknallt, sondern in einen feuerroten Mini Cooper. Vielleicht würde das Sujet auch in Hollywood gigantisch einfahren. Bei Sulzer Sutter setzten sich Francis Sulzer und Felix Damman für die Idee ans Lenkrad und liessen AD Stephan Huwiler, Grafikerin Myriam Cuenot sowie die Maskenbildnerin Anne-Rose Schwab und Fotograf Gerry Nitsch zusteigen.

Die unerträgliche Langeweile des Seins

Aufgefallen Liebe Anna, du hast wirklich dein Bestes gegeben: deine Haare gewaschen, Schminke aufgetragen und den rosa Pulli angezogen, der deine Schultern sexy umspielt.

Convenience Liebe Anna, du hast wirklich dein Bestes gegeben: deine Haare gewaschen, Schminke aufgetragen und den rosa Pulli angezogen, der deine Schultern sexy umspielt.«Toll», hast du gedacht, während das «blitzschnell genussbereite» Fertigprodukt der Migros in der Pfanne brutzelte, «dank der 20 Minuten, die ich beim Kochen einspare, kann ich mich früher mit Michael treffen». Aus dem romantischen Stelldichein wurde aber nichts. Stattdessen schickte dich der Migros-Fotograf nach Hockenheim. Mit gutem Grund: Was, wenn nicht der mit Freiheit assoziierte Rennwagen, könnte den Slogan «Mehr Zeit zum Leben» glaubwürdiger transportieren? Selbst wenn auf der Rennbahn nicht Schumis Ferrari, sondern das ferngesteuerte Auto deines Bruders seine Runden dreht. «Lächle, Anna», hat die Regieassistentin gesagt, «dank dem Fertig-Menü kannst du dich den wichtigen Dingen im Leben widmen.» Liebe Anna, keine Copy dieser Welt kommuniziert die Botschaft schneller als dein Gesichtsausdruck. Wir jedenfalls werden in Zukunft viel Zeit ins Kochen investieren, damit wir uns nicht so wie du zu Tode langweilen. (sk)

Die Publimedia in Cuba

Endlich, endlich wieder einmal ein Fest der Publimedia, hat sich manch einer gedacht, der die Einladung zugeschickt bekam.

Endlich, endlich wieder einmal ein Fest der Publimedia, hat sich manch einer gedacht, der die Einladung zugeschickt bekam.Diese Partys sind legendär, und auch das letzte Fest vor vier Jahren ist bis heute so manchem nachhaltig in Erinnerung geblieben. Vor allem der kleinen Truppe, die zu später Stunde noch im Nachtclub Adagio verhing. Dieses Jahr zeigte man sich in dieser Ecke allerdings seriöser, sind doch die damaligen Spätheimkehrer heute alle im obersten Kader der Publimedia (oder noch höher) zu finden.Natürlich, es gab auch heuer ein paar Unentwegte, die man spät nachts sozusagen aus dem El Cubanito rausprügeln musste. Aber von der Publimedia war (ausser einem Ehemaligen) keiner mit dabei. Das Grüppchen bestand aus früheren und zukünftigen Starwerbern, die sich an der Bar bis in alle Unzeiten über Gott und die Welt unterhielten und dabei auch die Qualität des Publimedia-Fests über alle Massen lobten.
Einzig die Küche, die etwas gar spendabel mit dem Knoblauch umgegangen ist, kam nicht ganz so gut weg. Salate, Crostini und weitere Feinheiten waren dermassen grosszügig mit dem (sonst überaus willkommenen) Gewürz gespickt, dass man sich danach kaum noch getraute, jemandem allzu tief in die Augen zu schauen oder sonstwie zu nahe zu kommen.
Neben den Knoblauchliebhabern kamen übrigens auch Cigarrenfans auf ihre Kosten. In einem gut versteckten Kabäuschen war ein veritabler Rauchsalon zu finden. Dort liess sich sogar Leos Gerteis (raucht sonst nur Kubaner) zu einer dominikanischen Zino Platinum überreden. Eine Linie übrigens, die unter den Afficionados immer wieder zu Diskussionen Anlass gibt – ist sie doch ein rein nach Marketingkriterien ursprünglich für die USA entwickeltes Produkt. Zigarren ohne Geschichte und Geist nennen viele Kuba-Puristen so etwas. Marketingprodukt hin oder her – geschmeckt haben die fetten Glimmstängel dem Shortlistautor trotzdem.
Beat Fritschtraf am grossen Publimedia-Fest unter anderen auch auf Peter Döbeli (links) von Konnex. Die beiden und viele weitere Gäste amüsierten sich königlich im El Cubanito. Am früheren Zürcher Aktienhandelsplatz
findet man mit den ehemaligen Börsenringen schliesslich zwei der schönsten Clubbars der Limmatstadt.Wo sich die Kommunikations-, Media- und Verlagsbranche zu ihren Partys trifft, orten wir an den Veranstaltungen der Szene. Haben Sie schon jetzt etwas zu berichten? Greifen Sie zum Hörer (01 296 97 98) oder in die Tasten ([email protected]). Veranstaltungstipps und weitere Shortlistbilder gibt es online unter www.werbewoche.ch.
Empfangskomitee: Daniel Strobel (r.) und Moreno Cavaliere (l.) begrüssten die Gäste, darunter auch Heinz Bischof, Universal-McCann.
Schnappschuss beim Apéro: Urs Kaufmann (l.) von Publimedia mit Yvonne Müller und Mathias Lopian von KI Media.
Thomas Estermann (l.) mit Annabelle-Anzeigenleiterin Monika Schneider und Jean-Christophe Francet, Publimedia.
Thomas Rüttimann von Zip Media führte an diesem Abend seine Kundin Caroline Röösli, Werbeleiterin bei PKZ, ins El Cubanito aus.
Die beiden Werbeberater Rafael Müller (l.) und Heinz Egli freuten sich über ein längst fälliges Wiedersehen im Cubanito.
Madeleine Hermle von TBWA mit Sandro Rüegger, jetzt noch Geschäftsführer bei TR7 und ab September bei Tamedia tätig.
Die Zeitungsecke: Maili Wolf, Tagi-Verlagsleiterin, mit Marcel Kohler (l.) und Tobias Trevisan, NZZ, und Otto Meier (r.), P-Groupe.
Viel Spass im Cubanito hatten auch Sandro Prezzi (l.), Optimedia, Astrid Gartenmann, Publimedia, und Harald Amschler, Wemf.
Urs Gossweiler (l.) kam extra aus Brienz angereist und traf auf Felicitas Gmünder, Daniel Kaczynski und Beat Lauber (r.).
Berater Urs Zeier (l.), Jacqueline Zygmont, TV-täglich, und Kochen-Anzeigenleiter Dieter Maier beim Talk.
Kundenkontakte: Fridolin Holdener (l.), Tages-Anzeiger, und Sandra Geiger, SonntagsZeitung, mit Denner-Werbeleiter Stefan Mägli.
Charmeure: Kurt W. Zimmermann (l.) und Toni Vetterli, Verband Schweizer Presse, mit ZKB-Werbeleiterin Bernadette Grossenbacher.
Berater Urs Zeier (l.), Jacqueline Zygmont, TV-täglich, und Kochen-Anzeigenleiter Dieter Maier beim Talk.
Kundenkontakte: Fridolin Holdener (l.), Tages-Anzeiger, und Sandra Geiger, SonntagsZeitung, mit Denner-Werbeleiter Stefan Mägli.
Charmeure: Kurt W. Zimmermann (l.) und Toni Vetterli, Verband Schweizer Presse, mit ZKB-Werbeleiterin Bernadette Grossenbacher.
Mutieren ob der Eventschwemme zu Party-Animals: Frank Bodin (l.), Euro RSCG, und Sandro Proietto, Mediabox.
Grosse Golf-Fans: Michi Gassler (l.) und Dany Kielholz (r.) von Exxtra mit Migros-Werbeleiter Beat Mühlemann.
Bar-Gespräche: Othmar Fischlin (l.), Leiter der Publimedia-Medienforschung, mit Paolo Placa, Anzeigenleiter bei Reader’s Digest.

Relaunch bringt die WOZ auf Erfolgsstrasse

Wochenzeitungen Die WOZ hat 2003 alle Ziele ihres Geschäftsplanes erreicht. Das schreibt Co-Geschäftsleiterin Verena Mühlberger im Blatt.

Wochenzeitungen Die WOZ hat 2003 alle Ziele ihres Geschäftsplanes erreicht. Das schreibt Co-Geschäftsleiterin Verena Mühlberger im Blatt.Der Relaunch im vergangenen Herbst habe die erwünschte finanzielle Entspannung gebracht. Das linke Meinungsblatt meldet einen Zuwachs von 1000 Abos innert Jahresfrist. Trotz Anzeigenflaute konnten die Werbeeinnahmen um 4 Prozent gesteigert werden.

Metro lanciert New Yorker Ausgabe

Printmedien Die Pendlerzeitung Metro ist seit Mittwoch auch in New York erhältlich. Sie wird in Manhattan und entlang wichtiger Pendlerrouten von Hand und über Boxen verteilt.

Printmedien Die Pendlerzeitung Metro ist seit Mittwoch auch in New York erhältlich. Sie wird in Manhattan und entlang wichtiger Pendlerrouten von Hand und über Boxen verteilt.Mit 300000 Exemplaren startet Metro als die fünftgrösste Tageszeitung der Stadt. Sie ist auch im Kombi mit den Schwestertiteln in Boston und Philadelphia buchbar. Um sich das Wohlwollen der Werbebranche zu sichern, hat sich Metro einen besonderen Schachzug einfallen lassen: Zum Chefredaktor der New Yorker Ausgabe wurde Stefano Hatfield ernannt, der bisher die US-Branchentitel Ad Age Global und Creativity geführt hat.

Britische Topshots bei Saban

TV Haupteigner Haim Saban hat sich gewichtige Unterstützung für seine TV-Sendergruppe ProSieben Sat 1 gesichert.

TV Haupteigner Haim Saban hat sich gewichtige Unterstützung für seine TV-Sendergruppe ProSieben Sat 1 gesichert.Einsitz in den Verwaltungsrat, der von 9 auf 15 Personen vergrössert wird, nehmen unter anderen Greg Dyke und Tony Ball. Bis vor kurzem waren die beiden Briten noch Gegenspieler: Dyke als Generaldirektor der BBC und
Tony Ball als Chef des privaten Pay-TV-Riesen BSkyB.

Das Zweimillionen-Zürich steht vor der Tür

Mediaplanung Die Karte der Schweizer Wirtschaftsgebiete ist neu entworfen. Sie pflügt die Landschaft teilweise völlig um.

Mediaplanung Die Karte der Schweizer Wirtschaftsgebiete ist neu entworfen. Sie pflügt die Landschaft teilweise völlig um.Heiss erwartet: Nun liegt die neue Karte der Wirtschaftsgebiete (WG) vor. Entworfen hat sie die Medienforschungsfirma Publicom im Auftrag von Bundesamt für Kommunikation und Wemf. Ein Vergleich der beiden Karten zeigt: Grosse Zentren dehnen sich aus, die übrigen werden kleiner (siehe auch WW 14/04). Und die Zahl der WGs reduziert sich von 25 auf 21 (inklusive Liechtenstein). Das verwundert nicht, denn die bisherige WG-Karte entstand vor 40 Jahren – und damit vor dem Autobahnbau und der grossen Mobilität. Doch Vorsicht beim Vergleich: Eigentliche Trendaussagen sind nicht ableitbar, da der alten und der neuen Karte nicht dieselben Überlegungen zu Grunde liegen. Mehr noch: Die Grundlagen der heute gültigen WG-Karte sind nicht einmal vollständig eruierbar.
Der Publicom-Entwurf zeigt die Schweiz folgendermassen: Der wirtschaftliche Einfluss der Zentren Zürich, Bern und Lausanne, in vermindertem Mass auch von Luzern, Chur und Biel ist in einem viel grösseren Umkreis spürbar, als die bisherige Karte erkennen lässt. So ist beispielsweise die Sogwirkung von Zürich derart stark, dass die bisherigen WGs 41, 43, 44 und 27 die Publicom-Kriterien an ein WG (siehe Erläuterungen zur Karte auf dieser Seite) nicht mehr erfüllen und deshalb zu einem einzigen verschmelzen. Mit anderen Worten: Das neue WG Zürich erstreckt sich vom Bodensee bis Baden und vom Rhein bis ins Glarnerland. Bezüglich Einwohnerzahl stellt das Gebilde ziemlich präzis ein «Zweimillionen-Zürich» dar.
Auch die Zentralschweiz, wo bisher die WGs 21, 24 und 25 bestanden, bildet neu eine Einheit. Eine Fusion ergibt sich zudem in der Südostschweiz (WGs 28 und 29). Nicht so in der Romandie: Dort kommt es lediglich zu starken Gebietsausdehnungen und entsprechenden
-schrumpfungen. So trennt das WG 12 (Lausanne) das WG 15 (Fribourg) vom Neuenburger- und das WG 16 (Unterwallis) vom Genfersee. Das WG 33 (Biel) reicht neu tiefer in den Jura, und das WG 34 (Bern) erobert Langenthal auf Kosten des WG 32. Der einzige Split ergibt sich im Kanton Tessin, der neu in zwei WGs – Sopra- und Sotto-Ceneri – geteilt wird.
Die WGs sind aber nur eine von drei Ebenen des Publicom-Konzepts. Dieses baut die Schweiz nach dem Baukastensystem auf: Wie bisher bilden die politischen Bezirke ein stabiles Fundament, denn hier gab es in den letzten Jahren nur geringfügige Änderungen, etwa durch Gemeindefusionen. Zudem sind sie die kleinste Einheit, zu der sowohl öffentliche Statistiken als auch Zeitungsverbreitungsdaten existieren. Zwischen den 184 Bezirken und den 21 WGs schlägt die Publicom nun aber eine zusätzliche Ebene vor: die Kommunikationsräume (KR). Publicom-Chef René Grossenbacher begründet dies so: «Für Werbekunden, die regional arbeiten, waren die bisherigen WGs zu gross und die Bezirke zu klein. Mit der neuen WG-Karte wird dieser Unterschied noch akzentuiert. Eine Zwischenebene einzubauen, ist darum sinnvoll.»
Die Publicom hat das KR-Konzept bereits 1994 entwickelt. Doch bisher wurden etwa die Leserzahlen nicht jährlich auf diese Ebene heruntergebrochen. Nach dem neuen Modell würde dies aber zu einem festen Bestandteil der Mach Basic und anderer (Wemf-)Studien.
Während die KR-Karte von 1994 auf Volkszählungsdaten von 1990 basiert und 71 KR aufwies, stellt die neue Karte ein Update mit Daten von 2000 dar. Da die Volkszählung 2000 gegenüber jener von 1990 eine starke Zunahme von Mobilität und sprachlicher Homogenität ergab, war gemäss Publicom-Kriterien eine Reduktion der KR auf 65 nötig. Übrigens prüfte die Publicom auch, ob einzelne KR oder WGs angesichts der Grenzgänger- und Einkaufstouristenströme über die Landesgrenze gezogen werden sollten. Dies drängte sich aber gemäss Grossenbacher nicht auf.
Welche Konsequenzen sich aus all dem ergeben, lässt sich allerdings erst definitiv sagen, wenn das Raumkonzept eingeführt und mit Leserschafts- oder Radiocontrol-Zahlen unterlegt wird.
So oder so: Publicom und Wemf gehen davon aus, dass das neue Modell die Belange gedruckter und elektronischer Medien aktueller und realistischer abbildet als das bisherige. Zudem kann man es künftig alle zehn Jahre mit neuen Volkszählungsdaten aktualisieren. Somit dürfte es für die gross- und kleinräumige Strategie- oder Mediaplanung nützlicher sein.
René Grossenbacher und Wemf-Direktor René Schmutz betonen: «Die WG-Karte ist keine Zeitungsverbreitungskarte, einzig die KR spiegeln die Verbreitung teilweise wider.» WGs hätten mit der Verbreitung von Medien nichts zu tun. Eher sei es umgekehrt: «Medien folgen den Wirtschaftsströmen und dringen in neue Märkte vor.»
Und so geht es weiterDie Werbemarktgruppe des Verlegerverbandes hat das neue Konzept einstimmig befürwortet. Nun geht es bis 30. Juni in die Vernehmlassung.
Wemf-Direktor René Schmutz stellt klar, dass er nicht über einzelne Grenzen diskutieren wird. «Entweder akzeptiert man das Modell, oder man lehnt es ab.» Ablehnende müssten Fehler beim Publicom-Ansatz nachweisen. Gemäss Schmutz sind die
Publicom-Kriterien aber klar und auch nachvollziehbar gewichtet.
Ende Mai erwartet die Wemf noch ein Gutachten von der Technischen Hochschule Aachen. Im Sommer
entscheidet der Wemf-VR über die Einführung per 1.1.2005. Die Mach Basic 2004 erscheint noch nach alten WGs, im Januar 2005 ist ein Update nach neuen WGs möglich. (mk)
Markus Knöpfli

Tour-de-M-Budget

Roadshow Die Migros beschreitet für ihre Billig-Linie abgefahrene Kommunikationswege.

Roadshow Die Migros beschreitet für ihre Billig-Linie abgefahrene Kommunikationswege.
«M-Budget isch geil»: Was die Migros vor mittlerweile acht Jahren zur Entlastung von kleinen Haushaltsbudgets ins Sortiment einführte, hat heute schon Kultstatus. Vor allem in der Gruppe der 15- bis 20- Jährigen ist die Linie mit dem unverwechselbaren Design ausserordentlich beliebt. Nach der Sortimentserweiterung Anfang dieses Jahres umfasst die preisgünstige Migros-Eigenmarke heute 195 Artikel. Am 22. Mai führt die Mig-ros-Genossenschaft Luzern (GML) probeweise das 196. Produkt ein: Die M-Budget-Party. Die Idee dazu kam Initiant Martin Koch von der GML im Ausgang. Teure Eintritte und Getränke, so Koch, verderben den Partyspass gründlich. Zudem könnte die Eigendynamik des M-Budget-Kults besser genutzt werden.
Keine Party ohne Alkohol
Das Partykonzept stiess beim Migros-Genossenschafts-Bund in Zürich auf offene Ohren. Sollte die Sause in Luzern ein Erfolg werden, will sie auf Schweizer Tournee gehen. Bedingung dafür sind allerdings mindestens tausend verkaufte Eintritte. Dazu gibt sich Martin Koch optimistisch: «Die Indizien stimmen mich positiv.» Schliesslich lockt die GML potenzielle Gäste mit einem – ganz M-Budget-Philosophie – Discount-Eintrittspreis, mit Wettbewerben sowie Gratisgetränken. Ohne Alkohol, versteht sich. Da aber «auf eine richtige Party auch Bier und andere Drinks gehören», wie auf der Feten-Website zu lesen ist, wird das Hochprozentige vom Clublokal selbst ausgeschenkt.
Gibt der MGB für die Roadshow grünes Licht, wird diese ab September voraussichtlich in 18 Schweizer Städten einfahren. Bis Ende 2005 soll die Party an den wichtigsten Standorten in der Deutsch- und Westschweiz sowie im Tessin durchgeführt werden.
Simone Keller

Trüffelschwein vor dem Bürofenster

Verlage Giger & Partner plakatiert für Edipub in der Deutschschweiz – am Point of Decision.

Verlage Giger & Partner plakatiert für Edipub in der Deutschschweiz – am Point of Decision.
Die Wirtschaftslage und damit die Auftragssituation im Anzeigenbereich ist nach wie vor problematisch. «Wer sich jetzt nicht bemerkbar macht, wird vollends vergessen», meint Edipub. Und die welschen Verlagsleute wissen: Das gilt erst recht, wenn man Anzeigen aus der deutschen Schweiz akquirieren will.Deshalb hat Edipub die Zürcher Agentur Giger & Partner beauftragt, die Westschweizer Mediaszene in Zürich in Erinnerung zu rufen. «Wenn wir die Marktsituation bei den Westschweizer Medien betrachten, so zeigt sich, dass Edipresse und damit Edipub über ein hervorragendes Angebot verfügt», so der Verlag.
Femina ist mit 202700 Exemplaren Auflage «erste Wahl, um die Frauen in der Romandie zu erreichen». Bilan, Auflage 19894, verfügt über hervorragende Werte, wenn es darum geht, die Leader im Welschland zu erreichen. Télétop ist die meistgelesene Zeitschrift der Romandie mit dem ausführlichsten Fernsehprogramm und bringt das Aktuellste aus Kino, Musik und TV. Mit 202420 Exemplaren erreicht Télétop 568000 Leser. TVGuide, die führende TV-Zeitschrift in den Wirtschaftsgebieten Genf und Waadt, wird «von der jüngeren Generation heiss geliebt» und erreicht 367000 Lesende.
Trotz dieser starken Werte für Publikationen aus dem Edipub-Angebot «werden aber häufig Ringier-Blätter wie Illustré, L’Hebdo oder TV8 gewählt». Edipub glaubt, dass Ringier eben nicht nur auf dem Deutschschweizer Markt, sondern auch in den Köpfen der Mediaverantwortlichen rund um Zürich viel präsenter ist. Ein Konkurrenzproblem ist auch, dass Ringier dank seiner Doppelpräsenz Kombirabatte anbieten kann. Edipub dagegen fehlt dieser praktische Link zwischen Deutschschweiz und Romandie. Dazu kommt die relativ junge Präsenz von Edipub als Repräsentant der Edipresse-Medien in Zürich. Aber: «Wir können davon ausgehen, dass unser Zielpublikum der Mediaagenturen, Werbeagenturen und Unternehmen sich zu 80 Prozent in der Deutschschweiz befindet», rechnet Edipub.
Kernzielgruppe der neuen Kampagne sind deshalb neben Kunden im Stammgebiet vor allem auch Werbeauftraggeber, Mediaplaner und Mediaagenturen in der Deutschschweiz.
Um eine möglichst wirkungsvolle und effiziente Kampagne zu lancieren, hat Giger & Partner auf klassische Massnahmen weitgehend verzichtet und eine «Guerillataktik» gewählt. Die Strategie heisst: Plakate direkt vor den Augen des Kunden aufhängen. In sorgfältiger Kleinarbeit wurden deshalb B12-Stellen möglichst vis-à-vis der Büros von wichtigen Kunden wie Media- oder Werbeagenturen sowie Direktkunden ausfindig gemacht. Die Ansprache dieser Plakate «direkt am Point of Sale» ist dazu auch noch individuell, «jedes Plakat ein Unikat». Auf diese Weise sollen die vorhandenen Mittel «angesichts eines starken und mächtigen Gegners sehr gezielt und damit sehr wirkungsvoll eingesetzt werden», hofft die Agentur.
Um dem Zielpublikum die Affinitäten rund um die Sprachgrenze zu demonstrieren, werden die Plakate humorvoll zweisprachig getextet. Damit soll auf eine leichtfüssige Art das Spannungsfeld von Sprache und Fachwissen im Mediabereich demonstriert werden. «Man sollte etwas schmunzeln können», hofft die Agentur.
Die Plakataktion wird unterstützt von Inseraten. Ebenfalls ist das Edipub-Maskottchen Emile bei dieser Kampagne weiterhin präsent. Wer sich auf dieses Trüffelschwein verlässt, «kommt ohne Umwege und kostenlos zum Ziel», lautet die Idee.
Springt ins Auge: Die Plakate der Edipub-Medien hängen nahe bei den Offices potenzieller Kunden.
Andreas Panzeri
get_footer();