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Auf Wiedersehen

Auf Wiedersehen Von vielen geschätzt, von den meisten gefürchtet, von wenigen manipuliert – unser AdRating spaltete jede Woche die Schweizer Werbenation. So gross die Popularität unseres Meinungsbarometers war, so sehr rief es rücksichtslose Neider und schmähende Narzissen auf den Plan. Verständlich, dass immer mehr Agenturen nicht mehr bereit waren, unter diesen Voraussetzungen ihre Arbeiten zu präsentieren. Die Werbewoche verpflichtet sich dem fairen und qualitativen Journalismus. Deshalb soll mittelfristig ein neuer Modus eingeführt werden, der pro Person nur ein Klick ermöglicht. Während dieser Zeit steht das AdRating nur online zur Verfügung. (ww)

Youngsters and Family

Im Aera in Zürich-Altstetten trafen sich die Absolventinnen und Absolventen des PMK-Kurses der Schule für praxisorientierte Kommunikation SPOK zur internen Diplomfeier.

Im Aera in Zürich-Altstetten trafen sich die Absolventinnen und Absolventen des PMK-Kurses der Schule für praxisorientierte Kommunikation SPOK zur internen Diplomfeier.Schulleiterin Ursula Krebs ist bekannt dafür, dass sie für diese Diplomübergabe immer wieder eher unkonventionelle (manchmal auch leicht verruchte) Plätzchen und Lokalitäten findet. Dieses Jahr hiess man die Schulabsolventinnen und -absolventen sowie die Sponsoren, Dozenten und Gäste im Aera in Zürich-Altstetten willkommen. Eine ziemlich schummrige Angelegenheit. Der Club werde sonst auch von eher gleichgeschlechtlich orientierten Leuten frequentiert und sei berühmt für Fetisch-Partys, liess sich der Autor aufklären.
Neben der zügig abgewickelten Übergabe der SPOK-Diplome präsentiert traditionellerweise jeweils eine Gruppe das im Praxisteil der Ausbildung erarbeitete Werbekonzept. Das Besondere daran: Es handelt sich nicht um imaginäre Fälle, sondern um aus dem täglichen Werberleben gegriffene Beispiele mit realen Kunden und plausiblen Aufgabenstellungen. Umgesetzt werden die Konzepte gemeinsam mit einem gestandenen Werbeberater als Coach und einem praxiserprobten Kreativteam.
Die Vorträge sind jeweils aus folgenden Gründen ein absoluter Genuss: 1. Welche Agentur nimmt sich schon drei Monate Zeit für eine Präsentation? 2. Die Youngsters sind noch ehrgeizig und haben keine Beisshemmungen. 3. Da die Konzepte trotz Praxisbezug Fallstudien sind, werden sie vom Kunden nicht abgeschossen.
So gab es denn viel zu schmunzeln, als Michelle-Claudine Leibacher und Corinne von Tobel ihre kreativen Lösungen für einen Sponsoring-Einsatz von Heineken am Blue-Balls-Festival präsentierten. Vor allem die Gadgets und Give-aways hätten massiv Kultpotenzial gehabt. Man war sich einig: Eigentlich schade, dass dieses Konzept nur fürs Papier erdacht wurde.
Nicht nurmehr blosse Theorie, sondern bereits praktisch umgesetzt ist das Redesign des Magazins Schweizer Familie (SF). Die Party dazu fand im «Triibhuus» statt. Dort ist jeweils für beste Stimmung gesorgt, wenn Turm-Wirt Toni Navarro und seine Crew auffahren. Die Cabrones klopfen Sprüche und servieren dazu einen fachgerecht zubereiteten Carajillo – einen Digestif, welchem das Wort spanisch-feurig nur allzu gerecht wird. Man mixt dazu einen sehr starken Kaffee mit viel iberischem Brandy und entzündet das Ganze. Doch nicht nur die flambierten Kaffees, sondern auch eine grosse Paëlla-Pfanne und ein riesiges Dessertbuffet erfreuten Augen und Bäuche der Anwesenden.
Dass die neueste Nummer der Schweizer Familie von blauen Velokurieren mit strammen Waden an Stelle der sonst üblichen blondmähnigen Promotorinnen unters Volk gebracht wurde, dürfte vor allem weibliche Gäste erfreut haben. Nur konsequent, schliesslich sei das neue Layout der Schweizer Familie auch weiblicher als vorher, wie SF-Chefredaktor Daniel Dunkel zu Protokoll gab.
Beat Fritschverschlug es letzte Woche ins Aera, einen ihm bis dato unbekannten Club in Zürich-Altstetten. Die Schule für praxisorientierte Kommunikation, SPOK, lud zur Diplomfeier der Planerinnen und Planer Marketingkommunikation. Und weil das «Triibhuus», wo die Schweizer Familie ihr Redesign feierte, quasi gleich um die Ecke war, gabs auch dort eine kurze Stippvisite.
Wo sich die Kommunikations-, Media- und Verlagsbranche zu ihren Partys trifft, orten wir an den Veranstaltungen der Szene. Haben Sie schon jetzt etwas zu berichten? Greifen Sie zum Hörer (01 296 97 98) oder in die Tasten ([email protected]). Veranstaltungstipps und weitere Shortlistbilder gibt es online unter www.werbewoche.ch
Alle Achtung – die Youngsters lieferten beachtliche Arbeiten.
Fesche Velokuriere überreichten die neue Schweizer Familie frisch ab Presse.
SPOK-Mitbegründer und Konnex-Mitinhaber Ronny Schmid mit Barbara Studer, Marketingleiterin von Davos Tourismus.
Gerry Flückiger von Blue Spirit, SPOK-Schulleiterin Ursula Krebs und Tina Lanz (v. l.) beim Diplom-Apéro.
Corinna Schneider, Optimedia, und Peter Döbeli von Konnex, ebenfalls einer der Mitbegründer der SPOK.
Stefan Hofmann, BaZ, Bruno Oetterli, Radiotele, Wirtschaftsberater Peter Bächtiger (v. l.). BaZ und Radiotele sponserten die Diplomfeier.
Unterstützten die Diplomfeier ebenfalls und schenkten allen Absolventen ein HandelsZeitungs-Abo: Nicole Sigg (l.) und Patrizia Serra.
Gratulationen gabs von Patrik Leuenberger (l.) von Noise für die SPOK-Absolventen Regine Hubler und Roman Louis.
Claudia Schudel (l.) von Fisch Meier Direkt und Angela Diaz von Sulzer Sutter waren ebenfalls mit von der Partie im Aera.
Michelle-Claudine Leibacher (l.) und Corinne von Tobel brachten eine fulminante Präsen-tation ihres Praxisfalls Heineken-Sponsoring.
Freuten sich, dass die Plackerei endlich ein Ende hat: Natascha Lauber (l.) von Fuchsgroup und Patricia D’Allens, Renzen + Partner.
Yvonne Steiner, JWT, Claudia Camenisch, Blue Spirit, und Bettina Siegenthaler, Freicom, (v. l.) nahmen freudig die Diplome in Empfang.
Michelle Berger (l.) und Christina Muggli genossen im eher schummrigen Aera die lockere Atmosphäre der SPOK-Diplomfeier.
Neu mit SPOK-Diplom: Marc Capeder, Publicis, Simone Beck, Suter Global Communications, Beat Staege von A + T Hausgeräte (v. l.).
Christof Hotz von der APG kam mit Studentin Caroline Wicky, welche eine Uni-Arbeit über Plakatwerbung schreibt.
Kilian Berger (l.) von Nussbaumer AG und Gerda Schröck von Wirz mit ihrem «attraktiven Begleiter» Eugen Carisch.
Roli Wahrenberger, neuer Verlagsleiter bei Reader’s Digest, mit Bruno Bötschi und SF-Chefredaktor Daniel Dunkel (v. l.).
Treibhausatmosphäre auch bei Moderatorin Susanne Kunz und Daniel Schnüriger von der Schweizer Familie.
Goran Vukota (l.), Tamedia-Zeitschriften, mit Andrea Gallati von Initiative Media und Gregor Eschle von Facts.
Sari Simola, Leiterin Lesermarkt der Tamedia-Zeitschriften, mit Carlo Steiner (l.) von Publisuisse und Edi Perret, Valora.
Gute Noten fürs aufgepeppte Heft: Tagi-Chefredaktor Peter Hartmeier, CEO Martin Kall und Mediafachmann Röbi Baier (v. l.).
Maya Kaufmann, Tamedia, mit Ex-Hockeystar (HC Ambri-Piotta) und Swiss-Pilot Dani Eicher (l.) sowie Jean-Claude Plüss.

Brücken bauen zu den Normalos

Mitgliederpresse Das neue Migros-Magazin hält Distanz zu Promis. Menschen aus dem Volk sind seine Helden.

Mitgliederpresse Das neue Migros-Magazin hält Distanz zu Promis. Menschen aus dem Volk sind seine Helden. «Ab 25.5. gibt es den Brückenbauer nicht mehr», steht auf einem von Wyler Werbung kreierten Inserat, das diese Woche im Brückenbauer (BB) selbst erschienen ist. Doch schon auf der nächsten Seite ist zu lesen, dass das Migros-Organ bloss einen Namen- und Auftrittswechsel vollzieht und neu Migros-Magazin heisst. Eine gewisse Wehmut dürfte da und dort dennoch zurückbleiben, signalisiert doch die Migros mit dem Titelwechsel, dass sie die Corporate Identity höher gewichtet als den Duttweilerschen Idealismus, den der bisherige Name noch ausdrückt.Das neue Logo – ein oranges und ein weisses «M» für Migros-Magazin (MM) – kommt denn auch nicht scheu daher, sondern beansprucht wuchtig beinahe einen Viertel des Covers. Zwei weitere Elemente prägen die Frontseite: Eine kräftige Headline für die Aufmachergeschichte und ein grüner Punkt, der auf die Cumulus-Informationen hinweist. Denn künftig erscheinen die Cumulus-Angebote wöchentlich im MM auf einer speziell gestalteten Doppelseite, wodurch das zweimonatliche Cumulus-Magazin eingespart werden kann.
«Normalos» statt Promis
Dies ist aber nur eine der inhaltlichen Neuerungen. Die wesentlichste: Die MM-Geschichten sind – anders als bei der ebenfalls kürzlich gelifteten Coop-Zeitung – künftig weniger auf Prominente ausgerichtet, sondern stärker auf «gewöhnliche» Menschen mit speziellen Eigenschaften: Sie haben eine kinderreiche Familie, ein ausgefallenes Hobby, eine gute Idee. Ob Titelstory oder Themen wie Gesundheit, Politik, Wirtschaft, Sport, Kultur, Kochen, Reisen – den Aufhänger bilden immer reelle Normalos, am Ende stehen Expertenmeinungen oder Tipps. Marius Hagger, Leiter Migros Presse, sagt es so: «Unsere Geschichten steigen generell über Menschen ein und führen so zum Thema. Dabei ist uns der Servicecharakter sehr wichtig: Die Leser sollen von jedem Artikel einen konkreten Nutzen haben.»
Ganz auf normale Menschen zugeschnitten sind auch die zwei neuen Rubriken «Single der Woche» und «Nur so eine Frage». Erstere ist eine Art überdimensioniertes Kontaktinserat in Wort und Bild. «Nur so eine Frage» gibt das Resultat einer Umfrage wider: 42 Migros-Kunden (mit Foto) antworten auf eine Allerwelts-Frage.
Dennoch wird das MM nicht völlig auf Promis verzichten. «Persönlichkeiten, deren Namen man kennt, dienen als Fix- oder Orientierungspunkte und machen den Themenmix attraktiv», sagt Hagger. Sie kommen beispielsweise im jeweils dreiseitigen Interview zu Wort, aber auch in einer Sachgeschichte oder einer der zahlreichen Rubriken.
Zweierkiste mit den Romands
Neu ist zudem, dass die Redaktion des deutschsprachigen MM mit jener des Westschweizer Migros Magazine nun eng zusammenarbeitet. Dadurch enthalten die beiden Ausgaben künftig auch Geschichten aus dem jeweils anderen Landesteil. Nicht einbezogen ist das Tessin, weil die dortige Migros-Genossenschaft einen ganz anderen Kurs fährt: So führte sie schon im letzten September eine Auffrischung durch, behielt aber den Titel Azione und auch das Zeitungsformat bei. «Hier bestünde sicher noch Kooperationspotenzial», meint Monica Glisenti, bei der Migros Leiterin Corporate Communication (siehe Interview auf Seite 25). Noch offen ist, ob das MM die Wochenaktions-Inserate wie bisher im Heft streuen oder nach dem Vorbild der Coop-Zeitung in einem herausnehmbaren Mittelteil bündeln will. Dieser Entscheid fällt aber in jedem Fall erst nach dem Relaunch.
Bei der grafischen Gestaltung im Heftinnern ging das Zürcher Studio Achermann ebenfalls neue Wege: Auffallend sind der dreispaltige Umbruch, eine wesentlich grössere Grundschrift, die grosszügigere Bildsprache und eine eigenwillige Schnörkelschrift für Rubrikentitel.
Als der Relaunch vor einem halben Jahr angekündigt wurde, war bei der Migros Presse von einer engeren Verbindung von MM, Migros-Portal www.migros.ch und Kochmagazin Saisonküche die Rede. Dazu Hagger: «Die Saisonküche macht für das MM die Kochberatung und Rezepte. Aber die Zusammenarbeit ist noch ausbaufähig.» Und im Internetbereich werde zum Relaunch eine neue Website (www.migrosmagazin.ch) aufgeschaltet – gestaltet von der Ringier-Tochter Previon. Die engere Anbindung ans Migros-Portal hingegen erfolge erst im nächsten Jahr, denn dieses werde ebenfalls einem Relaunch unterzogen.
Cover des neuen Migros-Magazins: auffällig das wuchtige Logo.

Grosse Grundschrift, gewagte Schnörkel: Seite aus dem MM.
Migros zahlt für eigene InserateÜber das jährliche Budget des Migros-Magazin will Marius Hagger keine
Angaben machen. Nur so viel: «Das Heft muss rentieren.» Wobei die Migros-eigenen Inserate dem Unternehmen zu den üblichen Tarifen verrechnet werden. Rund 30 Prozent der Werbeeinnahmen generierte der Brückenbauer bisher über Fremdinserate.
Eine vierfarbige Anzeigenseite kostet weiterhin 28000, ein sw-Inserat 16158 Franken. Auf die Einführung eines Einheitstarifs wurde bewusst verzichtet. «Wir hätten sonst einen Grossteil unserer Fremdinserate verloren», sagt Hagger. Die Deutsch- und Westschweizer Ausgaben sind miteinander kombinierbar (insgesamt 2,67 Millionen Leserinnen und Leser), Azione hingegen muss noch separat gebucht werden. Wie bisher können auch Beilagen gebucht werden, die via Magazin nach Postleitzahlen oder nach Cumulusdaten streubar sind. Letztere sind allerdings nur von jenen Migros-Kunden verfügbar, die diese Daten für kommerzielle Zwecke ausdrücklich freigegeben haben, sagt Hagger. «Die Daten lassen sich dafür nach Konsumgewohnheiten selektieren.» (mk)
Markus Knöpfli

Bowie bringt die Flaschenpost

Mineralwasser Nestlé Waters, Key-Player im weltweiten Wassermarkt, sieht in der Schweiz noch Wachstumschancen.

Mineralwasser Nestlé Waters, Key-Player im weltweiten Wassermarkt, sieht in der Schweiz noch Wachstumschancen.Nur gerade drei Prozent der Wasservorräte auf unserem blauen Planeten sind Süsswasser und damit zum Trinken geeignet. Diese lebenswichtige Ressource ist allerdings einseitig verteilt: Gemäss UNO leiden 40 Prozent der Weltbevölkerung unter Wassermangel. Demgegenüber können sich Länder wie die Schweiz eine regelrechte Wasser-Verschwendung erlauben. Neben der ausreichenden Vorkommnisse weist das Schweizer Trinkwasser zudem eine der besten Qualitäten überhaupt auf. Und das fast gratis: Der durchschnittliche Wasserpreis für tausend Liter beträgt hier zu Lande 1.60 Franken. Trotzdem steigt der Absatz von Mineralwasser jährlich. Allein zwischen April 03 und März 04 kauften Herr und Frau Schweizer für rund 324 Millionen Franken Mineralwasser – dies entspricht gegenüber der Vorjahresperiode einer Steigerung von gut 16 Prozent. Die Werbespendings der Branche hingegen stagnierten im letzten Jahr bei 19 Millionen Franken, nachdem sie 2002 um 18 Prozent erhöht wurden. Von der positiven Entwicklung des Mineralwasserkonsums profitiert auch Nestlé Waters Schweiz, die Getränke-Unit des Lebensmittelmultis am Genfersee. Das Unternehmen mit Sitz in Gland zählt seit Jahren zu den Top-Five Werbespendern der Schweiz. Die Ursache für die Beliebtheit von Mineralwasser sieht Marketingleiter Pierre-Alessandro Heyd vor allem in der konstanten Qualität, der Erhältlichkeit und dem Image der Marken. Dem Konsumentenbedürfnis nach mehr Auswahl entsprächen die Mineralwasserhersteller mit neuen Flaschenformaten, unterschiedlichen Kohlensäuregehalten sowie Geschmacksvarietäten.
77 Wasser-Brands vertreibt Nestlé Waters Schweiz weltweit. Fünf davon – S. Pellegrino, Acqua Panna, Vittel, Perrier und Contrex – positionieren sich als internationale Premium-Marken und zählen auch in der Schweiz zu den stärksten Mineralwässern aus dem Hause Nestlé. Obwohl der Verbrauch von Flaschenwässern hier zu Lande steigt, liegt die Schweizer Konsumentenschaft weit hinter ihren südlichen Nachbarn: In Italien beträgt der jährliche Konsum etwa 190 Liter pro Person, in der Schweiz nur 113 Liter. «Der Gesamtmarkt verfügt noch über ein Wachstumspotenzial», ist Pierre-Alessandro Heyd überzeugt.
Um die eigenen Brands nicht gegenseitig zu kannibalisieren, fährt Nestlé Waters mit unterschiedlichen Positionierungen. Der Top Brand S. Pellegrino und sein stilles Pendant Acqua Panna sind stark in der Gastronomie verankert. Perrier soll als Wasser für festliche Gelegenheiten wahrgenommen werden und Contrex will linienbewusste Frauen ansprechen. Einen breiteren Zielgruppenbereich peilt hingegen Vittel an. Dazu Heyd: «Mit Vittel richten wir uns an aktive 25- bis 45-jährige Personen.»
Im Unterschied zu den fünf Premium-Brands vertreibt Nestlé Waters Schweiz die weiteren 70 Marken nur lokal. Sie sind nur in einem Land – so Levissima in Italien – oder in einer bestimmten Region eines Landes erhältlich. Daneben führt das Unternehmen mit Nestlé Acquarel, Nestlé Pure Life und seit kurzem Nestlé Wellness drei Eigenmarken, die allerdings auf Grund ihrer Herkunft, Herstellung oder des Geschmacks nicht zur Kategorie der Mineralwasser zählen.
Ziggy Stardust trinkt Vittel
In der Schweiz sind S. Pellegrino und Vittel vom Absatzvolumen her die Spitzenreiter. Für Vittel, das französische Wasser aus den Vogesen, haben die Strategen von Ogilvy Worldwide kürzlich einen Testimonial eingeführt: Der Sänger David Bowie soll mit einem TV-Spot deutsche, französische, japanische und Schweizer Konsumenten zum Trinken von Vittel animieren. «Wir wollten nicht nur über das Produkt sprechen, sondern den Benefit von Vittel dramatisieren», sagt Heyd und präzisiert: «Durch die Mineralienkombination können die Konsumenten mehr Seiten von sich ausleben.»
Um diese Botschaft glaubwürdig zu transportieren, brauchte es, so der Marketingleiter weiter, eine starke und bekannte Persönlichkeit. Die Person Bowie sei dafür ideal, schliesslich habe auch er im Verlaufe seiner Karriere immer wieder verschiedene Charaktere verkörpert. Mit diesen spielen auch die Kreativen im Spot: Der heutige David Bowie trifft in seinem Haus auf Figuren seiner Vergangenheit und stellt fest, dass diese ebenfalls fleissige Vittel-Trinker sind, da die Flasche im Kühlschrank beinahe leer ist.
In der Schweiz wird die Kommunikation für Vittel, S. Pellegrino, Acqua Panna und Perrier von Grendene Ogilvy & Mather in Zürich betreut, beziehungsweise adaptiert. Für Contrex-Auftritte zeichnet die Lausanner Agentur Bilateral verantwortlich. Neben den Massnahmen für Vittel warben Plakate kürzlich für die Einführung von Pet-Flaschen bei Acqua Panna. Pünktlich zur Bikini-Saison wollen zurzeit diverse Plakatsujets auch linienbewusste Frauen auf Contrex aufmerksam machen. Obwohl Mineralwasser das ganze Jahr hindurch konsumiert wird, sei es wichtig, zu Beginn der warmen Jahreszeit top of mind zu sein, erklärt Heyd. Deshalb starte auch «sehr bald» ein neuer Auftritt für S. Pellegrino.
Vittel macht wandlungsfähig: David Bowie ist dafür als altgedientes Pop-Chamäleon der ideale Botschafter.
Nestlé Waters Schweiz Mit einer 30-Prozent-Beteiligung an der Société Générale des Eaux Minérales (SGEMV) de Vittel stieg Nestlé 1969 ins Wassergeschäft ein. 1992 übernahm das Unternehmen mit Sitz in Vevey die Kontrolle über die SGEMV und löste die Perrier Group aus der Gesellschaft. Im gleichen Jahr führte Nestlé das Wasser Valvert in fünf verschiedenen Ländern gleichzeitig ein. Bereits fünf Jahre später war die Gruppe auf jedem Kontinent präsent. Mit der Übernahme von S. Pellegrino erwarb Nestlé zudem die Leaderposition im italienischen Mineralwassermarkt. 1998 führte das Unternehmen die Marke Nestlé Pure Life in Pakistan ein, weitere Drittwelt- und Schwellenländer folgten. Mit dem Quellwasser Nestlé Aquarel und der jüngsten Kreation Nestlé Wellness verfügt der Multi über zwei weitere Eigenmarken. Seit April 2002 tritt der Wasserbereich von Nestlé unter dem Namen Nestlé Waters Schweiz auf. (sk)
Simone Keller

Calcio al Dente

Fussball-EM Die Berner Institutionen «Lorenzini» und die angegliederte Lounge «Dû Théâtre» wollen mit Live-Übertragungen von der EM tout Berne ins «DüDü» locken.

Fussball-EM Die Berner Institutionen «Lorenzini» und die angegliederte Lounge «Dû Théâtre» wollen mit Live-Übertragungen von der EM tout Berne ins «DüDü» locken.Nicht nur: Während der Spiele zaubern die Lorenzini-Köche unter Captain Gino – nein nicht Ginelli – Ludovico den Gästen ausgesuchte Spezialitäten auf den Tisch. Das zumindest suggerieren die fussballbegeisterten Contexta-CDs Jürg Brechbühl und Paolo Tonti mit ihrem kreativen Steilpass: ein von Felix Streuli fotografiertes Plakat-Sujet, das die Kochkunst des Lokals mit der EM genussvoll in Verbindung bringt.

FCBLK bringt heisse Öfen in Fahrt

Motorrad Der Importeur Harley-Davidson-Switzerland hat FCB Leutenegger Krüll (FCBLK), Wallisellen, mit den Kommunikationsaufgaben beider Konzernmarken Harley Davidson und Buell betraut.

Motorrad Der Importeur Harley-Davidson-Switzerland hat FCB Leutenegger Krüll (FCBLK), Wallisellen, mit den Kommunikationsaufgaben beider Konzernmarken Harley Davidson und Buell betraut.Geplant sind Anzeigen, Direkt- und E-Marketing-Massnahmen.

Die Verlierer gestatten sich Zweifel

Radioforschung Den neuen Daten von Radiocontrol trauen nicht alle. Und ihrer Nähe zur SRG erst recht nicht.

Radioforschung Den neuen Daten von Radiocontrol trauen nicht alle. Und ihrer Nähe zur SRG erst recht nicht.Als der Nationalrat im neuen RTVG festschrieb, dass die Radio- und TV-Forschung von der SRG getrennt und in eine Stiftung einzubringen sei, dachte Verlegerpräsident Hanspeter Lebrument noch, dass dies nicht so restriktiv formuliert werden sollte. Mittlerweile hat er aber die Meinung geändert. Dies schrieb er am 11. Mai in einem Brief an die Publica Data (PDAG) – mit direkter Kopie an SRG-Generaldirektor Armin Walpen und DRS-Direktor Walter Rüegg. Der Grund für Lebruments Gesinnungsänderung: die Kommunikation der PDAG. Diese wollte am 12. Mai die überprüften Radiocontrol-Daten vom ersten Quartal 2004 freigeben, dies aber, ohne die Radios Grischa, Jura Bernois (RJB) und Fréquence Jura (RFJ), die wegen der aufgestockten RC-Stichprobe um bis zu 30 Prozent kleinere Reichweiten ausweisen, vorgängig zu informieren. Eine solche Behandlung der Privatradios sei nur möglich, weil der Forschungsdienst (FD) zur SRG gehöre, mutmasste Lebrument im Brief.Das Schreiben führte dazu, dass Walpen die Freigabe der RC-Daten sofort verhinderte und erst Tage später alle Daten ausser jene der drei meistbetroffenen Sender freigab. Pikantes Detail: Mit seinem Stopp setzte sich Walpen über ein Statut hinweg, das dem FD seit 1998 eine weitestgehende Unabhängigkeit von der SRG zusichert. Dieses hält unter anderem fest: «Für den Basisservice ist die Freigabekompetenz beim FD resp. bei der PDAG.» Und: Der FD entscheide «aus wissenschaftlicher Sicht, ob Daten als publikationsfähig freigegeben werden oder nicht.»
Lebrument zweifelt nicht nur an der Unabhängigkeit des FD, auch die Radioforschung stellt er in Frage. Sollten die nun überprüften 2004er-Daten tatsächlich stimmen, dann habe der FD ja seinem Radio über Jahre konstant zu hohe Zahlen ausgewiesen, argumentiert er. «Insgesamt ist das RC-System ein Flop. Die Glaubwürdigkeit geht verloren, wenn der FD ständig mit andern Zahlen kommt», sagte er auf Anfrage. Ähnlich äussert sich Pierre Steulet, Besitzer von RJB und RFB.
Diese Meinung teilt man aber nicht überall. «Radiocontrol ist hundertprozentig vertrauenswürdig, im Vergleich zur früheren SRG-Medienstudie sowieso», sagt Michi Frank, Leiter Werbeverkauf bei der IP Multimedia. Und Bruno Oetterli vom Radiovermarkter Radiotele erinnert daran, dass seinerzeit das RC-System vor dessen Einführung noch mit Telecontrol überprüft wurde, wobei die Resultate beider Systeme «erstaunlich gut passten».
Gelassenheit auch auf Agenturen- und Werbeauftraggeber-Seite. «RC ist noch eine relativ neue Methode, niemand erwartet, dass gleich alles in Ordnung ist», beschwichtigt Hanna H. Kaminski, Co-Geschäftsführerin beim Dreimediateam. «Selbstverständlich erwarten wir aber vom FD eine Erklärung für den plötzlichen Reichweitenverlust der drei Radios», sagt sie. Rückforderungen gegenüber Grischa seien aber kein Thema. Thorsten Stutzmann, bei Charles Vögele Mode verantwortlich für Mediaplanung, pflichtet dem bei, die RC-Daten hält er für «hart», die Angelegenheit aber auch für «extrem irritierend».
«Unser Vertrauen ist ungebrochen», sagt Jürg Siegrist, Direktor des Verbandes Schweizerischer Werbeauftraggeber (SWA). Was mit Grischa, RJB und RFJ geschehen sei, verlange zwar eine Erklärung, aber keine grundlegende Skepsis. Und er erinnert daran: «Es war der SWA, der vehement auf eine vergrösserte Stichprobe drängte.» Eines aber zeigten die letztwöchigen Vorkommnisse um die RC-Daten, so Siegrist, nämlich «dass die RTVG-Forderung nach einer Auslagerung des FD aus der SRG richtig ist».
«Verbesserung, nicht Fehler»Die Zweifel am Radiocontrol-System weist Matthias Steinmann, CEO der Telecontrol-Gruppe, zurück: «Nicht die Uhren messen falsch, sondern das Institut IHA GfK machte einen Fehler bei der Datenverarbeitung: Es vergass bei der Aufstockung schlicht die Gewichtung der neuen disproportionalen Stichprobe.» Der Gewichtungsfehler hätte auch bei einer Interview-Studie passieren können. Er habe aber als damaliger FD-Leiter die politische Verantwortung übernommen.
Die Gründe für die bei der neuen Gewichtungsmethode festgestellten starken Reichweitenverluste dreier Radios kennt Steinmann zwar nicht. Er glaubt aber, dass weder die Zahlen 2001 bis 2003 noch die überprüften Daten vom 2004 fehlerhaft sind. «Das ist kein Fehler, sondern eine Verbesserung», sagt er. Die 2004er-Daten seien wegen der verfeinerten Gewichtung genauer. Doch er betont: Die Datenerhebung sei immer gemäss damaligem State of the Art erfolgt, jetzt bestehe ein neuer State of the Art. «Zudem sind Erhebung und Gewichtung meines Wissens bisher immer von der Wissenschaftlichen Kontrollkommission – einem unabhängigen Fachgremium – diskutiert und für richtig befunden worden», sagt er. (mk)
Armin Walpen: Statut verletzt.
Markus Knöpfli

Im Zweifel für Lombardi

Verbände Trotz Auflagenfälschung muss Filippo Lombardi nicht um Telesuisse-Präsidium bangen.

Verbände Trotz Auflagenfälschung muss Filippo Lombardi nicht um Telesuisse-Präsidium bangen.Endlich gab der Tessiner CVP-Ständerat Filippo Lombardi doch zu, dass 1994 und 1995 beim Giornale del Popolo (GdP) die Auflagenzahlen um 1000 beziehungsweise 2000 Exemplare zu hoch angegeben waren. Und Lombardi, damals GdP-Chefredaktor, war zumindest Mitwisser. Am 17. Mai übernahm er die Verantwortung – um die involvierten Mitarbeiter zu entlasten und weil der verantwortliche VR-Delegierte krankheitshalber nicht mehr handlungsfähig sei, wie Lombardi in einem Communiqué festhielt.Lombardi, der den Privat-TV-Verband Telesuisse präsidiert, liess sich schon mehrere grobe Verkehrsvergehen zu Schulden kommen. Erstmals aber gibt er einen Fehler im Medienbereich zu. Kostet ihn das den Posten als Telesuisse-Präsident?
Kaum. Markus Ruoss und Claude Alain Stettler vom Telesuisse-Vorstand sehen jedenfalls «keinen Handlungsbedarf». Und Top-Chef Günter Heuberger stellt sich gar «uneingeschränkt» hinter ihn. Ähnlich äussert sich Jean-Pierre Pastori vom Lausanner TVRL.
Andere sind vorsichtiger. So will Norbert Neininger vom Schaffhauser TV zuerst mit Lombardi sprechen, Südostschweiz-Chef Hanspeter Lebrument wartet auf die nächste Telesuisse-Mitgliederversammlung und Tele-Züri-Chef Andreas Meili auf den Ausgang der Tessiner Untersuchung. Hanspeter Klauser, VR-Präsident von TeleOstschweiz: «Solange Lombardi in andern öffentlichen Ämtern noch tragbar ist beziehungsweise er selber keine Konsequenzen zieht, sehen wir uns nicht veranlasst, ihn als Telesuisse-Präsidenten zu suspendieren.» Rücktrittsforderungen wurden keine laut, vielmehr lobte man Lombardis Einsatz für die Privat-TVs.
Markus Knöpfli

Scotti macht SonntagsZeitungsleser

Medien Die Zürcher Scotti hat das Budget der SonntagsZeitung gewonnen. Sie setzte sich in einem zweistufigen Pitch gegen fünf Konkurrenten durch. Erste Arbeiten der Agentur sollen bald zu sehen sein.

Medien Die Zürcher Scotti hat das Budget der SonntagsZeitung gewonnen. Sie setzte sich in einem zweistufigen Pitch gegen fünf Konkurrenten durch. Erste Arbeiten der Agentur sollen bald zu sehen sein.Die letzte Kampagne der SonntagsZeitung wurde Ende 2002 von WHS lanciert.

Zeitungen weiter im Sinkflug

Inseratestatistik Die Schweizer Tages-, Wochen- und Sonntagspresse hat im April laut Inseratestatistik der Wemf 6,1% weniger Anzeigenvolumen verbucht als ein Jahr zuvor.

Inseratestatistik Die Schweizer Tages-, Wochen- und Sonntagspresse hat im April laut Inseratestatistik der Wemf 6,1% weniger Anzeigenvolumen verbucht als ein Jahr zuvor.Die grossen Tageszeitungen büssten 8% ein, die mittleren 8,3%. Die Gratistagespresse legte um 4,6% zu. Die regionale Wochenpresse der Deutschschweiz um 9,2%. Die drei deutschsprachigen Sonntagszeitungen büssten 7,8% ein, die Wirtschaftspresse 6,4%.

20 Minuten fürchtet den Tabloid-Blick nicht

Zeitungen Der Blick im Kleinformat nehme der Pendlerzeitung 20 Minuten keine Leser weg. Davon zeigte sich 20-Minuten-CEO Rolf Bollmann im Gespräch mit der Aargauer Zeitung überzeugt.

Zeitungen Der Blick im Kleinformat nehme der Pendlerzeitung 20 Minuten keine Leser weg. Davon zeigte sich 20-Minuten-CEO Rolf Bollmann im Gespräch mit der Aargauer Zeitung überzeugt.Die beiden Blätter haben laut Bollmann eine ganz unterschiedliche Leserschaft: Der Blick mehrheitlich alt und eher ländlich orientiert, 20 Minuten jung und urban. Daran werde ein neues Format nichts ändern, der Blick müsste sich konkret auf die junge Zielgruppe ausrichten, glaubt Bollmann. «Die Jungen wollen keinen Meinungsjournalismus. Die können auf die Moralpredigten des Blicks absolut verzichten.»

Unter Hochdruck

Anton Schaller hat als Chef der Multicolor Print in Baar entgegen dem Branchentrend den Umsatz gesteigert.

Anton Schaller hat als Chef der Multicolor Print in Baar entgegen dem Branchentrend den Umsatz gesteigert.«Visionen ohne Handlungen sind Tagträume. Handlungen ohne Visionen sind Alpträume.» Solche Denkanstösse von Brecht bis Valentin finden sich in einem neuen Buch über den Zirkus Monti. Das heisst: Eigentlich ist der kunstvolle Fotoband eine Werbeschrift für die Multicolor Print AG in Baar. «Ein Zirkus weist erstaunlich viele Parallelen zu unserem Druckunternehmen auf», erklärt Anton Schaller. Beide Unternehmen würden geprägt von Menschen, die «ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht haben und über ausserordentliche Qualitäten verfügen». Wenn Artisten ihr Können in der Manege mit spielerischer Leichtigkeit präsentieren, vergisst der Zuschauer nur allzu gerne, wie viel Arbeit hinter dieser Leistung steckt.«Knochenarbeit», nennt es Schaller, denn was hinter den Kulissen passiere, sehe man nicht. «Nur den schönen Druck zum Schluss. Die gestochen scharfen Bilder, der kunstvoll wirkende Katalog.»
Zirkusdirektor wollte Schaller nie werden. Seit Anfang 2000 leitet
er aber täglich erfolgreich die Hochseilakte, Jonglagen, Zaubereien und gelegentlich auch Dressurübungen bei der Multicolor Print.
Schaller absolvierte eine Lehre als Offsetdrucker. Später arbeitete er vier Jahre lang in Australien, zuletzt in einer Druckerei für Rupert Murdoch. «Ich wollte nicht immer nur von solchen Träumen reden», meint er stolz zu dieser Zeit. Dass er nicht für immer geblieben ist, begründet er mit seiner Weiterbildung an der Techniker Schule in Zürich. «Mit einer solchen Ausbildung kann man vorwärtskommen, sonst muss man immer wieder von vorne anfangen.» Sein Weg führte weiter zur Unionsdruckerei in Luzern, wo er 15 Jahre als Geschäftsleiter wirkte, bevor sich die Chance mit Multicolor eröffnete.
Als wichtiges Standbein der LZ Medien ist Multicolor Print in einem schwierigen Markt erfolgreich. Der Umsatz wurde im letzten Jahr um 18,2 Prozent gesteigert. Der Cashflow ist gar zweistellig. Auch jetzt zeigt sich der Auftragsbestand bereits im ersten Quartal über dem Vorjahr.
In der Zentralschweiz herrscht die höchste Dichte an Druckereien. In diesem Konkurrenzkampf mussten immer mehr Unternehmen von Acht- auf Zehnfarbenmaschinen aufrüsten. «Wir sind den Wettbewerb gewohnt, jetzt ist er einfach einen Level höher», kommentiert Schaller die Situation. Für ihn hat die Konzentration auch etwas Gutes: «Die Zentralschweiz wird zur Metropole im Druckgewerbe.»
Multicolor Print ist zwar bereits 1987 gegründet worden, in der heutigen Form jedoch 1999 aus einem Zusammenschluss der Firmen Kündig Druck in Zug, Maihof Druck und Räber Druck entstanden. Die Firma gehört heute zu den LZ Medien, unter anderem Herausgeberin der Neuen Luzerner Zeitung. Insgesamt 108 «Printartisten» bedrucken pro Jahr 2600 Tonnen Papier. Mit 43 Millionen Bogen «fehlt nicht mehr viel, und wir könnten eine Fläche so gross wie der ganze Zugersee bedecken».
Die Multicolor ist spezialisiert auf Werbedrucksachen, Kataloge und Zeitschriften, die zum Teil im eigenen LZ Fachverlag herausgegeben werden, wie zum Beispiel Der Schweizer Optiker oder Pack Aktuell.
Als eine der Stärken seiner Firma wertet Schaller die intensive Projektbetreuung von der Datenübernahme bis zum Druck. «Zwar haben viele die gleichen Maschinen. Aber man kann mehr bieten durch Beratung.» Bis die Daten der Bildaufbereitung eins zu eins in die Druckmaschine gebracht werden können, muss man für die Abstimmungen «immer im Gespräch mit dem Kunden bleiben». Dazu soll die Verkaufsberatung noch weiter ausgebaut werden.
Die Multicolor Print hat im letzten Jahr 7 Millionen Franken in Umbauten und Entwicklungen investiert. Für ein Unternehmen mit 25 Millionen Umsatz eine grosse Summe. «Gut investiertes Geld», meint jedoch Schaller, der als Nächstes auch noch die Druckvorstufe verbessern will.
Kondition für seinen Job holt sich Anton Schaller beim Velofahren. 6000 Kilometer spult er jährlich auf seinem Rennrad ab, am liebsten auf Passfahrten. Dieses Jahr will er auch den Dolomiten-Marathon machen. Acht Stunden im Sattel. Aber wer sich beruflich täglich in einem Zirkus bewähren muss, wird auch für diese Herausforderung genügend Training vorweisen können.
«Nicht nur von Träumen reden»: Anton Schaller, Direktor Multicolor Print.
Andreas Panzeri
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