Mehr Vertrauen in Schweizer Werber

Marktforschung Die Schweizer Bevölkerung bringt Werbern überdurchschnittlich viel Vertrauen entgegen.

Marktforschung Die Schweizer Bevölkerung bringt Werbern überdurchschnittlich viel Vertrauen entgegen.Das zeigt die Studie «European Trusted Brands», die Reader’s Digest zum vierten Mal durchgeführt hat. Fast jeder dritte Befragte erklärte, er vertraue Werbern sehr oder ziemlich. Nur in Ungarn liegt der Wert noch höher; der Durchschnitt der 14 untersuchten Staaten beträgt 21 Prozent. Unter 15 abgefragten Berufen liegen die Werber auf Rang 11, vor Finanzberatern und Fussballtrainern (30%) sowie Autoverkäufern (25%) und Politikern (16%).

Doppelt gemoppelt

Dass es mal wieder Zeit für eine Miss Zürich sei, dachten sich eines Tages Roger Baur und seine Freundin Raphaela Höhn

Dass es mal wieder Zeit für eine Miss Zürich sei, dachten sich eines Tages Roger Baur und seine Freundin Raphaela Höhn– und erwarben kurzerhand bei der Miss-Schweiz-Organisation die Lizenz zur Durchführung einer kantonalen Miss-Wahl. Und weils dazu mehr als zwei braucht, wurde die Miss-Zürich-Organisation gleich in einen Höhn’schen Familienbetrieb verwandelt. Bruder André Höhn und Vater Charles Höhn übernahmen die Organisation und Vermarktung des Events.Mit von der Partie bei der Fleischbeschau war auch Philip Hofmann, dessen Cousine (und demnach Nichte von Headhunter Hans Hofmann) namens Vera Tiana Hofmann als Kandidatin No. 5 ins Rennen um den Titel ging.
Ein weiteres Schaulaufen um Preise gabs am Swiss Web Award im Kaufleuten. Internet und Web? Da werden wir wahrscheinlich kein Schwein kennen, dachte sich das Shortlist-Team. Genauso erging es nämlich BSW-Geschäftsführer Walter Merz. Wir seien die ersten ihm bekannten Gäste, meinte er bei unserem Anblick – und uns erging es nicht anders. So schlimm wars dann allerdings doch nicht. Bei genauerem Hinsehen sah man bekannte Gesichter. Die Augen mussten sich einfach erst an die Dunkelheit gewöhnen. Richtig: «Mir dumme Sieche» hockten uns am bisher schönsten Sommerabend tatsächlich für eine Hundsverlochete in den düsteren Nachtclub.
Im Publikum traf man auf Patrick Milo, der nach einem kurzen Gastspiel bei Cablecom (O-Ton: «Die Firma war definitiv nichts für mich») neu bei Juvena zu finden ist. Patman wiederum machte sich mit seiner Agentur Station leise Hoffnungen auf den Master of Web Award, gehörte er doch zum erlauchten Kreis der Nominierten. Doch sowohl er als auch Christian Erni von Futurecom gingen bei den Hauptpreisen leer aus und müssen sich mit Gütesiegel-Auszeichnungen (in etwa das Äquivalent zur ADC-Bronze) zufrieden geben. Was beweist, dass beim Web Award nix gemauschelt wird, sassen doch sowohl Patman als auch Erni in der Jury.
Ein Plattformwechsel steht Martin Cavegn ins Haus. Der Webmaster der Stadt Zürich muss zwar berufeshalber mit Windows arbeiten, gewann aber am Wettbewerb ein Apple Powerbook. Man wünscht viel Vergnügen beim Einarbeiten in eine wirklich benutzerfreundliche Umgebung.
Aber nicht nur für Zürichs Webmaster hat sichs gelohnt. Alles, was in der Web-branche Rang und Namen hat, kam und erfreute sich am gelungenen Anlass. Nicht von Pappe war das Catering. Vor allem das «linienfreundliche» Dessert, bei dem es nicht nur für die Damen kein Halten gab. Weil sich die Organisatoren die Firma Sprüngli als Sponsoringpartner ins Haus holten, gabs grosse Silberplatten voller Luxemburgerli aller Couleur. Und zwar in Men-gen, dass einem die Dinger am Schluss aus den Ohren quollen. Ausser dem Shortlistautor – dieser ist momentan auf Diät gesetzt.
Beat Fritschhatte gut lachen in letzter Zeit. Denn an der Miss-
Zürich-Wahl gabs eine Augenweide an der anderen zu sehen – beinahe verschlugs einem in der Maag Eventhall die Sprache ob so viel Schönheit. Und auch im Kaufleuten gings rund. Dort stand die Verleihung des Swiss Web Award auf dem Programm, zu dem die Fachzeitschrift Netzwoche eingeladen hatte. Wo sich die Kommunikations-, Media- und Verlagsbranche zu ihren Partys trifft, orten wir an den Veranstaltungen der Szene. Haben Sie schon jetzt etwas zu berichten? Greifen Sie zum Hörer (01 296 97 98) oder in die Tasten ([email protected]). Veranstaltungstipps und weitere Shortlistbilder gibt es online unter www.werbewoche.ch.
Schöne Missen: Miss Zürich Olivia Fischer mit Ex-Miss, Wahlorganisatorin und Moderatorin Raphaela Höhn (r.) und Roger Baur.
Ergatterten sich die ganz guten Plätze in der ersten Reihe: Mirjam Gschank und Andi Hess vom Szenemagazin Forecast.
Haben zusammen immer irgendetwas zu lachen: Alexandra und Matthias Luchsinger mit Event-Mann Schoscho Rufener (r.).
Liessen sich ebenfalls von so viel Schönheit begeistern: Alf Bättig und Cécile Bretscher von der Design- und Grafikagentur Koko.
Marc Schürmann (r.) machte Promotion für den Schweizer Vodka Xellent – Philip Hofmann degustierte gern ein Gläschen.
Schauten sich während der Miss-Zürich-Wahl verdächtig tief in die Augen: Energy-Moderatorin Shiva Arbabi und Autor Jürg Zentner.
Patrick Milo (r.) von Juvena unterhielt sich im VIP-Bereich mit Andreas Jorgella, Managing Director von Planetactive.
Auf der lauschigen Hinterhofterrasse räkelten sich Dani Fässler (l.) von G36 und Martin Radelfinger von Adlink im Sofa.
Jurymitglied Christian Erni von Futurecom mit Karin Knapp, Projektleiterin bei Frontend, der Internetdivision von Jung von Matt.
Agenturübergreifend: Claudio Stefanutti von Futurecom feierte im Kaufleuten mit Marina Stierli von der Berner Agentur 141 Worldwide.
Nomination für Master-Titel: Team von Prime Communications mit Basil Hangartner, Matthias Städeli und Iskender Akgün (v. l.).
Gestandene Internetgurus: Patman (l.) und Patrick Stoll von Station kamen mit Betsi (l.) und Kathy zu den Swiss Web Awards.
Michael Preg und Mike Schwede von Orange 8 Interactive zusammen mit Michael Meyer, Account Director bei Mailprofiler (v. l.).
Prosit – Netzwoche-Herausgeber Heinrich Meyer, OK-Präsident Claudio Dionisio von Namics und RA Dr. Rolf Auf der Maur (v. l.).
En Guete – Giancarlo Palmisani (l.), Leiter der fusionierten Internet- und PC-Messen Orbit und iExpo, mit Markus Kaufmann, Netcetera.
Wählbar: Petra Maier und Urs Brunner arbeiten bei der Stabsstelle e-Government der Staatskanzlei des Kantons Zürich.
Der Internetbeauftragte Zürichs, Claudio Sparascio (r.), mit Glückspilz Martin Cavegn, Webmaster der Stadt Zürich.
Zwei Kategoriensiege gab es für die Credit Suisse: Peter Lipp (l.), CS-KAL, und Yvan Jost von CS-e-Business.
Stephan Kux (l.), oberster Wirtschaftsförderer des Kantons Zürich, und Michael Ruhe von der Münchner IT-Projektagentur Getitdone.
Der stv. Netzwoche-Chefredaktor (und einstige Werbewoche-Redaktor) Clemens Hörler (r.) mit den Teams von Swissinfo und Zeitgeist.
Sylvie Saudan mit Bluewin-Marketingleiter Marc Werner, welcher dieses Jahr den begehrten Master of Swiss Web überreichen durfte.
Nägel mit Köpfen gabs für die Kategoriensieger.

Alles nur geklaut

Detailhandel Berühmte Claims anderer Marken sollen auch die Migros-Biscuitlinie Créa d’Or bekannter machen.

Detailhandel Berühmte Claims anderer Marken sollen auch die Migros-Biscuitlinie Créa d’Or bekannter machen.
«Ein Bisschen Luxus» verspricht die Positionierung der im letzten Jahr eingeführten Migros-Eigenmarke Créa d’Or. Heuer sollen die Premium-Biscuits bei Geniessern bekannter gemacht und ihr Profil gestärkt werden. Zu diesem Zweck zeigen die Kreativen der Migros-Hausagentur Exxtra Kommunikation, was Luxus wirklich bedeutet: Wenn ein Produkt «So gut» ist, «dass sogar andere für uns Werbung machen». Das verheisst zumindest das Claim im aktuellen TV-Auftritt. Der Plot ist einfach gestrickt: Ein junger Mann sitzt auf dem Sofa in seiner Wohnung und isst Biscuits der Marke Créa d’Or. Seinen Genuss kommentiert er allerdings mit Aussagen, die bei den TV-Zuschauern Déjà-entendues auslösen könnten. «Entdecke die Möglichkeiten», «Mit Sicherheit mehr Vergnügen» oder «Nicht immer, aber immer öfter» sind alles «geborgte» Claims von etablierten Marken wie Ikea, Peugeot oder Clausthaler. Neben diesen bedient sich der Migros-Protagonist auch der Slogans von Nike, Heineken und Esso.
Markenhersteller freuen sich
Geschmückt mit den fremden Federn, soll der Spot den Anspruch der Marke widerspiegeln, wie Berater Michael Broglin erklärt: «Vorzüge wie Selbstbewusstsein und Erfolg, die für grosse Weltmarken gelten, sollen auch Créa d’Or zugeschrieben werden.» Nachdem also das Exxtra-Team den Markenherstellern geraten hat: «Entdecke die Möglichkeiten», haben sich diese gesagt «Just do it» und festgestellt: «Sounds good» – schliesslich trifft das Créa-d’Or-Claim «So gut, dass sogar andere für uns Werbung machen» auf die erwähnten Marken bestens zu. Und wer freut sich in Zeiten von Budgetkürzungen nicht über etwas Gratiswerbung.
Claims aufgebacken: Exxtra geht für Créa d’Or neue Wege.
Simone Keller

Harte Jungs im Casino

Events Was vor noch nicht allzu langer Zeit als wenig salonfähig galt, ist momentan wieder schwer angesagt.

Events Was vor noch nicht allzu langer Zeit als wenig salonfähig galt, ist momentan wieder schwer angesagt.Der Berner Event-Agentur 141 Worldwide ist es sogar gelungen, im noblen Berner Casino den Ring frei zu machen und einen Box-Event zu organisieren. Im Rahmen der Boxing Kings Tour 04 treffen am 29. Mai vier Kampfsportler aus der Schweiz auf international reputierte Gegner. Für diese Premiere hat die Berner Werbeagentur Contexta eigens eine «kleine, aber feine Kampagne» realisiert, wie CD Jürg Brechbühl meint. Die Werbung zeigt eindrücklich, wie hautnah das Casinopublikum die hoffentlich spannenden Kämpfe erleben wird.

Aus Nebenwerten wird Swiss Equity

Anlegermagazine Das Nebenwerte-Journal erscheint seit Mai unter dem neuen Namen Swiss Equity Magazin.

Anlegermagazine Das Nebenwerte-Journal erscheint seit Mai unter dem neuen Namen Swiss Equity Magazin.Die monatlich erscheinende Zeitschrift erhielt auch ein neues Layout und wurde inhaltlich erweitert. Im neuen Teil «Private Equity» werden Unternehmen vorgestellt, die eben eine wichtige Finanzierungsrunde abgeschlossen haben oder sich auf einen Börsengang vorbereiten.

Ein Anzeiger für vier Solothurner Bezirke

Anzeiger Die beiden Anzeiger für Solothurn-Lebern und für Bucheggberg-Wasseramt werden zusammengelegt.

Anzeiger Die beiden Anzeiger für Solothurn-Lebern und für Bucheggberg-Wasseramt werden zusammengelegt.Die Gratiswochenzeitungen waren bisher im Anzeiger-Kombi Solothurn verbunden. Nun arbeiten die Herausgeber Vogt-Schild/Habegger und Anzeigerverband Bucheggberg-Wasseramt enger zusammen. Die beiden Blätter erscheinen neu als Einheitsausgabe im Tabloidformat. Dank Einsparungen in der Herstellung sinkt der Millimeterpreis für Inserate um 5 Rappen.

Neuer Anzeigenleiter für die SonntagsZeitung

Presse Diego Quintarelli wird neuer Anzeigenleiter der SonntagsZeitung (SoZ).

Presse Diego Quintarelli wird neuer Anzeigenleiter der SonntagsZeitung (SoZ).Mitte Juli löst er Daniel Pauletto ab, der im August zu Cinecom wechselt. Quintarelli war bereits von 1997 bis 1999 als stellvertretender Verkaufsleiter für die SoZ tätig. Danach wechselte er zur AZ-Medien-Gruppe, wo er zuletzt den Anzeigenmarkt von Aargauer Zeitung und Mittelland Zeitung leitete.

Online-Werbung schreibt Rekordquartal in den USA

Webmarketing In den USA wurden im 1. Quartal 2004 fast 2,3 Milliarden Dollar für Internetwerbung ausgegeben.

Webmarketing In den USA wurden im 1. Quartal 2004 fast 2,3 Milliarden Dollar für Internetwerbung ausgegeben.Das entspricht 38,9 Prozent mehr als im Vorjahresquartal und ist der höchste Wert, seit das Interactive Advertising Bureau (IAB) 1996 mit der Messung begonnen hat.

Konkurrenz auf dem Boulevard?

Zeitungen Aktionäre des Jean Frey Verlags (JF) denken laut über eine Alternative zum ungeliebten Blick nach.

Zeitungen Aktionäre des Jean Frey Verlags (JF) denken laut über eine Alternative zum ungeliebten Blick nach.Die Gerüchte um eine baldige konservative Herausforderung des Massenblatt-Monopolisten Ringier verdichten sich. So bestätigt der SVP-Nationalrat und Jean-Frey-Teilhaber Hans Kaufmann auf Anfrage der Werbewoche, dass «entsprechende Pläne existieren». Diese steckten aber «noch in den Kinderschuhen» und seien angesichts eines Investitionsvolumens in dreistelliger Millionenhöhe wohl nur mit ausländischer Hilfe finanzierbar.Dafür in Frage käme am ehesten der Springer Verlag: Dessen Sprecherin Edda Fels will «solche Marktspekulationen» aber nicht kommentieren. Ähnlich tönt es von JF-CEO Filippo Leutenegger. Und Hauptaktionär Tito Tettamanti war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.
Kaufmanns Ratskollege Peter Weigelt (FDP) indessen meint, man müsse dieses «kommerziell längerfristig hochinteressante Projekt» angehen, bevor jemand anders es tut. Aus politischen Gründen werde sich der gleichfalls an der Weltwoche-Herausgeberin Beteiligte jedoch persönlich «eher zurückhalten». Michael Ringiers Warnung, etwaige Wettbewerber würden mit hartem, klassischem Boulevard in der Schweiz «auf steiniges Leser- und Inserententerrain stossen» (WW 17/04), hält Weigelt für «eine reine Schutzbehauptung», die im Nu widerlegt wäre.
Als möglicher Chefredaktor eines solchen, laut Kaufmann auch preislich unter Blick-Niveau positionierten Blatts wird in Branchenkreisen der Ex-20-Minuten-Mann Markus Eisenhut gehandelt. Dieser signalisiert auf Nachfrage zwar Interesse, will von einem konkreten Projekt aber nichts wissen.
Energischer winkt Weltwoche-Kolumnist Kurt W. Zimmermann ab: Er stehe weder konzeptionell noch operativ zur Verfügung. Alt-Blick-Chefredaktor Peter Uebersax hingegen würde «den mutigen Machern eines neuen Boulevard-Titels» unter die Arme greifen, wegen seiner 79 Jahre allerdings nur beratend.
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(oc)

KMU-Titel wollen kräftig wachsen

Fachzeitschriften Sie expandieren, suchen Nischen, gehen Partnerschaften ein und setzen auf die Wemf: Die KMU-Blätter rüsten auf.

Fachzeitschriften Sie expandieren, suchen Nischen, gehen Partnerschaften ein und setzen auf die Wemf: Die KMU-Blätter rüsten auf.Spektakuläre Pläne von Leader aus dem Hause Metrocomm in St. Gallen: Bisher war das achtmal jährlich erscheinende Magazin ausschliesslich in der Ostschweiz (WG 26, 28, 44 und 61) präsent, nun aber will es innert nur zwei Monaten die ganze Deutschschweiz erobern. Anfang Mai hat das SVP-nahe Magazin wie angekündigt (WW 9/04) bereits die Leader-Ausgabe Nordwestschweiz (6000 Exemplare) lanciert. Noch diese Woche erschliesst es mit Zürich die nächste Region (17000 Exemplare). Im Juni folgen dann Bern/Solothurn (13000 Exemplare) sowie – rund drei Monate früher als angekündigt – die Zentralschweiz (8000 Exemplare).Interessante Anzeigenpreise
Damit wird die Auflage von Leader auf insgesamt 52000 gratis verschickte Exemplare anwachsen. Noch offen sei, ob dereinst auch Graubünden und Glarus eine Ausgabe erhalten sollen, sagt Verlagsleiter Natal Schnetzer. Hingegen sind die Inseratetarife klar: Eine vierfarbige Ganzseitenanzeige in den Ausgaben Ost- und Zentralschweiz kostet je 2900 Franken, in Zürich 4400 Franken, in Bern/Solothurn 3900 Franken und in Basel 2700 Franken. Die fünf Ausgaben sind beliebig kombinierbar, wer alle belegt, erhält 30 Prozent Rabatt.
Ob es Leader tatsächlich gelingt, ausserhalb der Ostschweiz Fuss zu fassen, muss sich aber erst weisen. Die Basler Ausgabe jedenfalls stach inhaltlich nicht besonders heraus, was auch an der Mission von Leader liegt: Er will laut Schnetzer auch aufzeigen, dass es unter den Managern nicht nur Abzocker, sondern vor allem solche gibt, die «ihr Herzblut, ihre ganze Zeit und Energie und nicht zuletzt oft genug ihr Geld in den Betrieb» stecken.
Eine gegenteilige Strategie als Leader fährt der KMU-Manager, der Anfang Jahr in die neue Firma KMU-Medien eingebracht wurde. Er will seine sprachregionale Verbreitung nun regional stärker abstützen. Seine gratis verteilte und Wemf-beglaubigte Auflage von insgesamt 116143 Exemplaren hat er in den letzten Monaten auf 136000 gesteigert, nun sollen die 40000 Exemplare im Grossraum Zürich (WG 41, 43, 44, 24) ab September einen Regio-Split erhalten. Die 16-seitige Beilage mit eigenem Titelblatt wird ein Auftaktinterview sowie bezahlte PR-Texte und ungefähr acht Seiten Rubrikeninserate enthalten, erklärt Remo Kuhn, der Verwaltungsratsdelegierte der KMU-Medien.
Die Idee kam von den Aussendienstlern, die feststellten, dass vielen regional tätigen Firmen der Insertionstarif von 9000 Franken zu hoch ist. Mit der Regioausgabe und einem Seitenpreis von 4800 Franken will die elfmal jährlich erscheinende Zeitschrift diesen potenziellen Kunden entgegenkommen. «Wenn der Split erfolgreich ist, fassen wir dasselbe auch in andern Regionen ins Auge», sagt Kuhn. Auch auf anderer Ebene baut der KMU-Manager aus: Er plant per 2005 einen Relaunch.
Verbände bringen Auflage
Ausbau auch beim Organisator, der 11400 Exemplare vertreibt, wovon 4300 Wemf-beglaubigt sind. 1500 weitere Exemplare gehen an Verbände, und der Rest der Auflage besteht aus dem Zielversand an KMU-Geschäftsleiter und oberes Kader sowie an Verbände in der Auflage von 1500 Exemplaren. Seine Auflage steigt stetig, nicht zuletzt, weil er mit verschiedenen Verbänden Partnerschaften eingeht oder sich als Verbandsorgan anbietet. Derzeit gehen rund 1500 Exemplare pro Ausgabe an Mitglieder von vier Verbänden.
Eine weitere Partnerschaft steht kurz vor dem Abschluss, sie wird 900 zusätzliche Exemplare bringen. Trotz der Funktion als Organ hält sich der zehnmal jährlich erscheinende Organisator aber mit Verbandsnachrichten zurück. «Wir machen es anders: Die Verbände liefern uns Fachinhalte, die nicht nur für ihre Mitglieder, sondern für ein breiteres KMU-Publikum interessant sind», sagt Verlagsleiter Patric Preite.
Schlange stehen bei der Wemf
Auf Oktober hin plant Preite zudem einen Business Software
Guide, ein Jahrbuch, in welchem Firmen porträtiert werden, die Softwarelösungen herstellen. Realisiert wird das über Firmenporträts und Inserate finanzierte Jahrbuch dank einer Partnerschaft mit Top Soft, der Messe für Business-Software in Brugg. Anders als der Messeguide der Netzmedien zur selben Messe (siehe Kasten unten) wählt das Jahrbuch des Organisators eine Sprache, die für KMU-Geschäftsführer verständlich ist.
Es scheint im Übrigen, dass einige KMU-Titel ihr Defizit an offiziellen Daten erkannt haben. Jedenfalls lassen sowohl der KMU-Manager als auch das KMU-Magazin (beglaubigte verkaufte Auflage 6639, beglaubigte Druckauflage 13500 Exemplare) in diesem Herbst erstmals ihre Leserzahlen von der Wemf ausweisen. Und beim Organisator diskutiert man immerhin darüber.
Umkämpfter Markt: Die KMU-Magazine hegen ehrgeizige Expansionspläne.
Relaunch bei Westschweizer KMU-TitelDie französischsprachige KMU-Zeitschrift PME Magazine aus dem
HandelsZeitung Fachverlag plant per 31. August einen Relaunch. Dies teilte Anzeigenleiterin Claudia Köpfli letzte Woche ihren Kunden mit. PME ist die französische Abkürzung für KMU (Petites et Moyennes Entreprises). Das monatlich erscheinende Heft wurde 1989 gegründet und weist 63000 Leser aus. Anlass für den Relaunch ist das 15-jährige Bestehen. Die Septemberausgabe erscheine «in absolut neuem Look» und mit neuem Konzept, verspricht Köpfli, will aber nicht mehr verraten. (mk)
Netzwoche: Neue Messen im NetzDass die Fachmessen Orbit und Internet Expo per 2005 zur Orbit-iEX fusionieren, ist für die Netzmedien, Herausgeberin der Netzwoche, weder überraschend noch folgenschwer. «Da die Inserate sehr zurückgegangen sind, waren die beiden Messen für uns in den letzten zwei Jahren nicht mehr so wichtig wie früher», sagt Verlagsleiter Heinrich Meyer. Mittlerweile zielt er auch auf andere Anlässe, so auf die Top Soft, eine Messe für Business-Software, die im April zum neunten Mal von der Fachhochschule Aarau durchgeführt wurde. Die Netzwoche brachte dazu den offiziellen Messeguide heraus. Im Herbst findet zudem in Zürich eine neue IT-Security-Messe, die security-zone, statt. Auch zu dieser Messe wird die Netzwoche den offiziellen Messeguide herausgeben. (mk)
Markus Knöpfli

In Bern gehts vorwärts

Medienhäuser Die Berner Espace Media Groupe steigert ihren Gewinn im Geschäftsjahr 2003 auf 23,2 Millionen Franken – bei sinkendem Umsatz.

Medienhäuser Die Berner Espace Media Groupe steigert ihren Gewinn im Geschäftsjahr 2003 auf 23,2 Millionen Franken – bei sinkendem Umsatz.Die Espace Media Groupe hat im Geschäftsjahr 2003 das Kunststück des Vorjahres wiederholt. Erneut wurde der Gewinn gesteigert – um 2,7 Prozent auf 23,2 Millionen Franken. Dieses überdurchschnittliche Resultat kam trotz eines erneut rückläufigen Gesamtertrags zu Stande, der um knapp 6 Prozent auf 219,2 Millionen schrumpfte. Dass trotzdem eine Gewinnsteigerung möglich war, ist auf eine Reduktion des Aufwandes im etwa gleichen Ausmass zurückzuführen.Sehr gut gestartet ist das am 1. Januar lancierte «Berner Modell». Die Zusammenarbeit mit gemeinsamem Werbeangebot katapultierte den bisher stark defizitären Bund nahe zum Break-even, nachdem im Vorjahr ein Fehlbetrag von 8,3 Millionen Franken resultiert hatte. Das verbleibende Minus von 1,5 Millionen geht allerdings nicht auf die Tageszeitung, sondern auf das Konto des Anzeigers Region Bern (siehe Interview unten).
Grundsätzlich blickt die Espace Media Groupe auf ein stabiles Jahr zurück. Die meisten Veränderungen in den Geschäftsbereichen bewegen sich im kleinen Prozentbereich. Ein Erfolg ist die Entwicklung bei TeleBärn, das sein Minus auf 738000 Franken (2002: 1 Million Verlust) reduzierte.
Erfolg im Espace Mittelland
Sehr zufrieden sein kann die Espace Media Groupe auch mit der Entwicklung beim Kampfblatt Solothurner Tagblatt. Der BZ-Split, der seit 2001 im Gebiet der Mittelland Zeitung um Marktanteile kämpft, hat seine Auflage im 2003 auf 4527 verkaufte Exemplare gesteigert und gegenüber der Solothurner Zeitung deutlich Marktanteile gewonnen. Während die addierte Auflage der BZ-Splitausgaben Oberaargau und Solothurn seit 2001 von 30235 auf 34100 kräftig wuchs, geriet der Split der Mittelland Zeitung klar in die Defensive. Die Auflage sank in dieser Zeit um fast 1900 auf 42794 Exemplare. Und bis Ende Jahr will das Tagblatt 5000 Exemplare im Abo und im Einzelverkauf absetzen.
Die Frühlingsluft, welche Espace Media Groupe verspürt, wird bald auch bei der Zeitung sichtbar: Am 12. Juni erscheint die Berner Zeitung BZ mit neuem Konzept in neuem Kleid.
Ein starkes Trio: Dank Anzeigenkombi ist Der Bund wieder auf Kurs, und die Berner Zeitung wildert erfolgreich in Solothurn.
Daniel Schifferle

Mittelland-Zeitungen: Die Fremden bleiben draussen

Zeitungen Entwarnung für Peter Wanner: Die Mittelland Zeitung (MZ) bleibt fest in einheimischer Hand.

Zeitungen Entwarnung für Peter Wanner: Die Mittelland Zeitung (MZ) bleibt fest in einheimischer Hand.Die Zürcher Vermögensverwaltung Albin Kistler Partner bläst einen Versuch ab, Aktien der Verlage von Aargauer Zeitung (AZ), Oltner Tagblatt und Zofinger Tagblatt zu übernehmen. Laut Radio DRS blieb der Erfolg von Kaufangeboten in der NZZ minimal: Nur zwei Aktionäre hätten sich gemeldet. AZ-Verleger Wanner hatte die Besorgnis geäussert, dass die Aktien der MZ-Titel aus der Region abwandern und später in den Besitz eines Konkurrenten geraten könnten.
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