Küchen-Quickie

Aufgefallen Zwei traditionelle Stärken lassen sich unseren nördlichen Nachbarn nicht absprechen: Sie haben Geschmack, und sie haben Schwein.

Fleisch Zwei traditionelle Stärken lassen sich unseren nördlichen Nachbarn nicht absprechen: Sie haben Geschmack, und sie haben Schwein.Vor allem aber haben sie eine Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft mbH, die genau weiss, wie die erwähnten Vorzüge im Alltag zum Ausdruck kommen. Blicken wir also rein, in die gute deutsche Stube, sagen wir mal so zwischen «Gute Zeiten, schlechte Zeiten» und «SK Kölsch»: Während der unendlichen Werbeblöcke ist Zeit genug für ein saftiges Stück Fleisch – und Fleischeslust. Dazu zaubert der Held die sündhaft teure Bratpfanne aus der Schublade und sein strahlend weisses Hemd aus den Hosen. Auf hoher Stufe lässt er das Kilo Schwein ohne Fett, dafür mit einer ungeschälten Knoblauchzehe brutzeln. Während ihm schon das Wasser im Mund zusammenläuft, hat sie ihr heissestes Lätzchen ins Décolleté gestopft. Ungeduldig fällt die Blondine über das herzhafte Spiesschen her. Ihr verwegener Blick verrät uns aber schon, welches hartgekochte «Fleischstück» sie während der Trailer auf dem Küchentisch auch noch vernaschen wird: «Schweinefleisch. Macht Lust und Laune.» Und gesittete Werber zu wilden Ebern, vermuten wir.
(la)

Radio 24 verkauft News und Comedy im Netz

Online Die Nachrichten von Radio 24 können jetzt nicht nur zur vollen Stunde, sondern rund um die Uhr gehört werden.

Online Die Nachrichten von Radio 24 können jetzt nicht nur zur vollen Stunde, sondern rund um die Uhr gehört werden.Sie stehen auf der Website des Senders zum Download bereit. Dasselbe gilt für Comedy-Beiträge und die wichtigsten Berichte aus den «Info 24»-Sendungen. Das Angebot namens WebReplay ist kostenpflichtig: Ein Download schlägt mit 1.80 Franken zu Buche. Bezahlt wird über eine 0900-Business-Nummer. Später soll WebReplay ins Newsangebot von Tagesanzeiger.ch eingebaut werden.

Reverse Idea doktert an Unident

Medizin Die vom ehemaligen Grey-CD Francis Gerber gegründete Agentur Reverse Idea hat mit Unident, Herstellerin von Hygieneprodukte für Ärzte und Zahnärzte einen ersten internationalen Kunden gewonnen.

Medizin Die vom ehemaligen Grey-CD Francis Gerber gegründete Agentur Reverse Idea hat mit Unident, Herstellerin von Hygieneprodukte für Ärzte und Zahnärzte einen ersten internationalen Kunden gewonnen.Medizin Die vom ehemaligen Grey-CD Francis Gerber gegründete Agentur Reverse Idea hat mit Unident, Herstellerin von Hygieneprodukte für Ärzte und Zahnärzte einen ersten internationalen Kunden gewonnen. Reverse Idea ist für die gesamte Kommunikation zuständig.

Ein Prosit auf den Sparzwang

Suchtprävention Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) muss seine Kampagne gegen Alkoholmissbrauch einstellen. Vom Parlament beschlossene Sparmassnahmen machen diesen Schritt notwendig.

Suchtprävention Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) muss seine Kampagne gegen Alkoholmissbrauch einstellen. Vom Parlament beschlossene Sparmassnahmen machen diesen Schritt notwendig.Das Budget von 2,7 Millionen Franken wird per 2005 gestrichen. Für Massnahmen gegen Alkoholmissbrauch stehen künftig noch 250000 Franken zur Verfügung.

Viva für mehr Lebensfreude

Volksgesundheit Polo Hofer und Max Rüdlinger werben in TV-Spots von Viva für mehr Bewegung.

Volksgesundheit Polo Hofer und Max Rüdlinger werben in TV-Spots von Viva für mehr Bewegung.«Es ist medizinisch erwiesen, dass bereits 30 Minuten Bewegung pro Tag einen positiven Gesundheitseffekt haben», sagt Denise Rudin von Gesundheitsförderung Schweiz. Dabei sei mehr Bewegung problemlos im Alltag möglich. «Nur schon eine Bushaltestelle früher aussteigen oder einen Spaziergang über Mittag unternehmen sind erste Schritte zu einem gesünderen Leben.» Genau an diesem Punkt setzt die nationale Bewegungskampagne Allez Hop an. Für die Konzeption und Realisation verantwortlich zeichnet die Zürcher Kommu- nikationsagentur Viva.
Futtern und Fussball
Populäre Aushängeschilder für «mehr Sport auch für Unsportliche» sind der für seine eher geniesserische Lebensführung bekannte Mundartrocker Polo Hofer und der Schauspieler Max Rüdlinger. In einem TV-Spot spielt Polo einen gemütlich Chips futternden Couch-Potato beim Fernsehfussball, während sein Wohnkumpan Rüdlinger in der guten Stube gleichzeitig hyperaktiv mit einem Ball herumalbert.
«Die Spots wollen bewegungsinaktiven Menschen auf witzige Art aufzeigen, dass mehr Bewegung bereits im Alltag möglich ist und die Allez-Hop-Kurse eine attraktive Möglichkeit sind, die Gesundheit zu verbessern», sagt Roman Gasser, Senior-Berater und Partner der Viva. Ein zweiter Spot zeigt einen Vater, der zu Fuss über eine kurze Strecke schneller als seine Tochter im Bus ist. Der dritte «Animationsfilm» illustriert die Botschaft mit einer Frau, die ihr «Training» nebenbei am Waschtag mit dauerndem Treppensteigen von der Waschküche in ihre Wohnung absolviert.
Der Schwerpunkt bei den Kommunikationsmassnahmen wurde logischerweise auf TV-Spots gesetzt, weil sich gemäss Viva «kein Medium besser eignet, um die Bewegung zu thematisieren und die definierten Botschaften breit zu transportieren».
Mit diesen drei TV-Spotvarianten wollen die Schweizer Kran- kenkassen und Gesundheitsförderung Schweiz inaktive Leute motivieren, sich mehr zu bewegen und damit selber einen Beitrag an ihre Gesundheit zu leisten. Dazu bietet Allez Hop auch spezialisierte Kurse an.
Nicht erst seit die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den
10. Mai zum «Move for Health»-Day erklärt hat, ist bekannt: Die Schweizer Bevölkerung bewegt sich zu wenig. So haben Umfragen des Bundesamtes für Sport (Baspo) ergeben, dass 37 Prozent der Bevölkerung sich weniger als 30 Minuten täglich bewegen und deshalb als inaktiv gelten.
Diese Bewegungspassivität hat Folgen: Das Baspo schätzt, dass
die ungenügende Aktivität der Schweizer Bevölkerung jährlich zu 1,4 Millionen Erkrankungen, 2000 Todesfällen und direkten Kosten im Gesundheitswesen von 1,6 Milliarden Franken führt. «Diese Zahlen machen deutlich, dass sowohl aus Gründen der Volksgesundheit wie auch der Kosten ein weiterer Anstieg der Inaktivität verhindert werden muss», sagt Marc-André Giger, Direktor des Verbandes der Schweizer Krankenversicherer Santésuisse.
Deshalb haben die Schweizer Krankenkassen beschlossen, mit Gesundheitsförderung Schweiz die Bestrebungen zur Erhöhung des bewegungsaktiven Anteils der Bevölkerung zu verstärken und damit einen Beitrag an die Reduktion der stetig steigenden Gesundheitskosten zu leisten. Bereits seit 1996 bringen das Baspo, Gesundheitsförderung Schweiz, die Schweizer Krankenkassen und Swiss Olympic unter dem nationalen Markennamen Allez Hop die Schweiz in Bewegung. Über 1200 ausgebildete Kursleiterinnen und Kursleiter haben im Jahr 2003 erstmals rund 30000 ehemals inaktive Menschen bewegt. Allez-Hop-Bewegungskurse in Walking, Nordic Walking, Wasser und FitGym werden in der ganzen Schweiz angeboten und ermöglichen Bewegung mit Gleichgesinnten.
Gemeinsame Bewegung
Neu ist das Engagement der Krankenkassen für die Gesundheitsförderung nicht, denn etliche Kassen bieten ihren Kunden schon seit längerem vergünstigte Fitness- und Wellness-Angebote an. Neu ist hingegen, dass sich die Branche bei der Unterstützung der Bewegungskampagne Allez Hop zum ersten Mal gemeinsam für ein Programm zur Förderung der Bewegung einsetzt.
Die TV-Spots aus dem kreativen Fitnesscenter von Viva wurden zusammen mit Abrakadabra Commercials realisiert. Parallel dazu half die Viva beim Relaunch der Website von Allez Hop konzeptionell und redaktionell mit.
Die Medienarbeit sowie Promotionen runden das integrierte Kommunikationsmenü ab. Die Muntermacher-Spots werden von Mitte Mai bis Mitte Juli auf den nationalen TV-Sendern SF DRS, TSR und TSI, in den Schweizer Werbefenstern von Kabel 1, M6 und Sat 1 sowie auf 15 regionalen TV-Sendern ausgestrahlt.
Bewegtes Duo: Couch-Potato Polo Hofer und sein Wohngenosse Max Rüdlinger bei einer europameisterlichen Partie Fernsehfussball.

Andreas Panzeri

Die Finger verbrannt

Daniel Schifferle über die fatalen Folgen des Hüst und Hott bei der Radioforschung.

Daniel Schifferle über die fatalen Folgen des Hüst und Hott bei der Radioforschung.
Forschungsresultate zurückzu- halten ist fast so schlimm, wie wenn eine börsenkotierte Firma die Veröffentlichung ihrer Bilanz verschiebt. Gesellt sich noch eine halbherzige Informationspolitik hinzu, wie im Fall der mehrfach aufgeschobenen Publikation der Radiocontrolzahlen, ist der Schaden perfekt. Vorenthaltene Fakten sind nicht nur Gift für jede Marktforschung. Sie sind ein idealer Nährboden, auf dem zweifelhafte Argumente ewiger Kritiker ins Kraut schiessen. Rasche und umfassende Transparenz durch die Publica Data wäre zwingend gewesen, um solchen Auswirkungen von vornherein den Riegel zu schieben.
Kritische Stimmen gehören zur normalen Begleitmusik jeder Marktforschung, sie tauchten auch im Zusammenhang mit Radiocontrol immer wieder auf. Und sie machen auch Sinn als Gegengewicht zum blinden Vertrauen, das die Empfänger von Forschungsresultaten den Datenlieferanten entgegenbringen müssen. Wenn jetzt allerdings kein Geringerer als Verlegerpräsident Hanspeter Lebrument die Resultate der Radioforschung in Zweifel zieht, dann erhält die Angelegenheit eine neue Dimension.
Die Einwände von Lebrument sind nachvollziehbar. Wenn ein Forschungssystem nach der Aufstockung der Stichprobe plötzlich um bis zu 30 Prozent tiefere Werte liefert, dann stimmt etwas nicht mit diesem System. Die Erklärung von Matthias Steinmann, CEO der Telecontrol Gruppe, die neuen Zahlen seien genauer (siehe Seite 18), tönt zynisch. Jedenfalls ist die Aussage das Gegenteil von einem Trost, denn sie demaskiert die bisherige Radioforschung als höchst unpräzise. Zumindest im Falle der drei Radios, die ohne Ankündigung und ohne Erklärungen mit sehr grossen Abweichungen konfrontiert worden sind.
Ins Fettnäpfchen getreten ist aber auch SRG-Generaldirektor Armin Walpen. Obschon es gemäss Statuten nicht an ihm war, die Publikation der Radiozahlen zu verhindern, stellte er sich vorne hin. Damit hat er dem unberechtigten Eindruck, die SRG nehme Einfluss auf die Radio- und TV-Forschung, Nahrung gegeben.
> Daniel Schifferle, Ressortleiter Media & Medien

Contexta diversifiziert ins Boxgeschäft

Sport Die Berner Agentur Contexta steigt über ihre Below-the-line-Tochter 141 Worldwide ins Boxgeschäft ein. Geplant ist eine Schweizer Tournee für nationale und internationale Profiboxer.

Sport Die Berner Agentur Contexta steigt über ihre Below-the-line-Tochter 141 Worldwide ins Boxgeschäft ein. Geplant ist eine Schweizer Tournee für nationale und internationale Profiboxer.«In Deutschland gehört Boxen zu den Sportmärkten mit den höchsten Steigerungsquoten im Sponsoringbereich», sagt Contexta-CEO Daniel Hartmann.

Mindshare und Mediaedge CIA kaufen für Airlines

Aviatik Der Airline-Verbund Star Alliance hat eine Zusammenarbeit mit der Werbeholding WPP vereinbart.

Aviatik Der Airline-Verbund Star Alliance hat eine Zusammenarbeit mit der Werbeholding WPP vereinbart.Deren beide Agenturnetzwerke Mindshare und Mediaedge CIA kaufen für Star Alliance weltweit Medialeistungen ein und sollen dabei möglichst grosse Rabatte erzielen. Der Verbund rechnet mit Einsparungen von Dutzenden Millionen Euro. Es bleibt den einzelnen Mitgliedern überlassen, ob und wie weit sie die Dienste von Mindshare und Mediaedge CIA in Anspruch nehmen oder mit eigenen Agenturen weiter arbeiten. Bisher sind acht der 15 Star-Fluglinien involviert, darunter Lufthansa und Austrian Airlines.

Knabbern im Taschenformat

Lancierung Hug führt die neuen Portionen von Dar-Vida mit Inseraten made by Jung von Matt/Limmat ein.

Lancierung Hug führt die neuen Portionen von Dar-Vida mit Inseraten made by Jung von Matt/Limmat ein.Kinderkrippe, Vorstandssitzung oder Tennismatch – immer mehr muss in immer kürzerer Zeit Platz haben. Was unterwegs erledigt werden kann, ist deshalb willkommen. Darunter fällt auch das Stillen des Hungergefühls: Die Mobilitätstauglichkeit eines Lebensmittels schwingt beim Kaufentscheid mit. Um diesem Bedürfnis zu entsprechen, reagieren immer mehr Food-Unternehmen mit der Einführung neuer Verpackungseinheiten und -grössen. So auch das Luzerner Familienunternehmen Hug: Seit Anfang April ist das gesamte Dar-Vida-Sortiment in Portionenverpackungen erhältlich. Die 250-Gramm-Kartonschachtel wird zwar nach wie vor verkauft, enthält aber statt wie bis anhin nur zwei, sechs Schutzbeutel.
Breite Zielgruppenstreuung
Um die neue Portionengrösse bei der bestehenden und vor allem bei der potenziellen Kundschaft bekannt zu machen, hat Hug Jung von Matt/Limmat mit der Konzeption einer Inseratekampagne betraut. Da Dar-Vida bereits über einen sehr hohen Bekanntheitsgrad verfügt, wie Berater Rolf Helfenstein weiss, wolle man den Verbraucherkreis erweitern. Die Ansprache der Zielgruppe sollte dabei möglichst breit gestreut sein, da sich Dar-Vida selbst an gesundheitsbewusste Menschen jeder Couleur und jeden Alters richtet.
Aufhänger Verpackungsgrösse
Nach dem Motto «Eine gute Doppelseite muss auch als Plakat funktionieren», hat das Kreativteam um CD Alexander Jaggy einen reduzierten Printauftritt konzipiert. Als Aufhänger diente die Grösse der Verpackung: «Wir haben das neue Pocketsize in den Gefässen aufgenommen, in denen Dar-Vida transportiert wird», erklärt Jaggy den Kampagnenduktus. Entsprechend lassen die Kreativen Rucksack, Aktenkoffer und Werkzeugkiste auf das neue Dar-Vida-Format schrumpfen.
Neben den Dar-Vida-Crackern vertreibt die Firma unter der Eigenmarke Hug Guetsli, Crackers, Gastrobackwaren und Tiefkühl-Snacks. Seit ihrer Gründung 1877 ist die Hug AG mit Sitz in Malters ein Familienunternehmen – das Aktienkapital von drei Millionen Franken ist zu hundert Prozent im Besitz der beiden Geschäftsführer Werner und Andreas Hug. Das Unternehmen beschäftigt insgesamt 252 Mitarbeitende, die im Jahr 2003 einen Umsatz von rund 75 Millionen Franken erwirtschafteten.
Mit 57 Prozent ist der Detailhandel grösster Abnehmer von Hug-Produkten. Entsprechend kommen bei der Pocket-size-Lancierung von Dar-Vida neben den Inseraten auch diverse POS-Massnahmen zum Einsatz. Zudem erhalten treue Dar-Vida-Esser für die gesammelten Bons auf der Verpackung eine Metallschachtel im Look eines Aktenkoffers – natürlich in Dar-Vida-Size.
Kleiner, aber immer noch oho: Die Kampagne nimmt die neuen Portionen von Dar-Vida beim Wort.
Dar-Vida reagiert mit kleineren Verpackungseinheiten für seine Cracker auf die veränderten Bedürfnisse der Konsumenten. Jung von Matt/Limmat nimmt das wörtlich. >> Seite 10
Simone Keller

Deutsche verführen die Frauen besser

Frauenzeitschriften Die deutsche Frauenpresse boomt auch in der Schweiz. Vorläufig nur im Lesermarkt.

Frauenzeitschriften Die deutsche Frauenpresse boomt auch in der Schweiz. Vorläufig nur im Lesermarkt.Die deutschen Blätter machen sich ganz schön breit im Schweizer Markt der Frauenzeitschriften. Ihre Leserschaften wachsen viel rascher als jene von Annabelle und Bolero, den beiden nach dem Aus von Orella (1998 eingestellt) und Meyers (2002 eingestellt) übrig gebliebenen Frauenmagazinen der Deutschschweiz. Diese vermochten ihre Leserschaft in den vergangenen drei Jahren zwar auch um 38 000 Leserinnen auszubauen. In der gleichen Zeit legten Cosmopolitan, Freundin und Brigitte, die drei erfolgreichsten Deutschen in der Schweiz, aber zusammen um 66 000 Leserinnen zu, fast doppelt so viel.Das ist aber nur die Spitze des Eisbergs. Denn die Resultate des beispiellosen Gründerfiebers, das den deutschen Markt der Frauenpresse in den vergangenen Jahren erfasst hat, liegen zum grossen Teil auch an den hiesigen Kiosken auf. Glamour, Joy, Lola und ihre zahlreichen Schwestern, mehrheitlich im handlichen Pocketformat, werden eifrig gekauft. In der Leserschaftsstudie Mach Basic tauchen sie aber allesamt nicht auf. Deshalb bleibt die Dunkelziffer, wie viele Personen denn nun tatsächlich in den deutschen Frauenzeitschriften blättern, weiterhin gross.
Derweil nimmt der Druck aus Deutschland rasch weiter zu. So drückt Marquard Media mit Joy Celebrity bereits den nächsten Titel in den Schweizer Markt. Ab sofort liegt das monatlich erscheinende People-Magazin mit 20 000 Exemplaren an den Schweizer Kiosken auf.
Bereits im März 2003 waren die beiden Marquard-Titel Joy und Shape mit einem Schweiz-Split näher zur helvetischen Leserin gerückt. Nach etwas mehr als einem Jahr zieht Ruth Mumenthaler, zuständig für Beratung und Verkauf bei Raverta Marketing, positive Bilanz: «Joy ist auch in der Schweiz ein absoluter Trendtitel. Innerhalb eines Jahres wuchs die Schweizer Auflage massiv und beträgt heute 45000 Exemplare.» Im kommenden Herbst wird das Heft erstmals von der Mach Basic ausgewiesen. «Das ist eine Voraussetzung, um auch als Werbeträger ernst genommen zu werden», so Mumenthaler.
Splits schwach im Anzeigenmarkt
Zum Glück für die Schweizer Frauenpresse hinkt der Erfolg der deutschen Konkurrenz im Inseratemarkt demjenigen im Lesermarkt noch deutlich hinterher. Das zeigt ein von der Annabelle erstellter Vergleich der Brutto-Anzeigenumsätze für die Monate Januar bis April. Demzufolge holten die Schweiz-Splits der deutschen Magazine in den ersten vier Monaten 2004 nur noch 7,5 Prozent des gesamten Schweizer Inserateumsatzes im Segment Frauenzeitschriften. In der gleichen Periode des Vorjahres waren es noch 8,3 Prozent gewesen. Als Gewinner im harten Kampf um die Anzeigen profilierten sich hingegen die beiden Deutschschweizer Hefte, die ihren Marktanteil deutlich ausbauen konnten: Die Annabelle steigerte sich in den ersten vier Monaten des laufenden Jahres auf 72,7 Prozent (2003: 65,3 Prozent), Bolero auf 19,8 Prozent (2003: 17,4 Prozent).
Gesamtumsatz sinkt
Der Grund für die ernüchternden Anzeigenumsätze der Schweiz-Splits ist in der Internationalität der in Frauenzeitschriften schwergewichtig beworbenen Kosmetik- und Beauty-Produkte zu suchen. Weil diese in den deutschen Ausgaben alle schon drin sind, erübrigen sich spezielle Inserate für den Schweizer Markt.
Trotzdem haben Annabelle und Bolero nichts zu lachen. Denn auch ohne zusätzlichen Abfluss von Werbegeldern in die Splits aus Deutschland ist der Brutto-Gesamtumsatz der Deutschschweizer Frauenpresse in den ersten vier Monaten 2004 um 1,5 Millionen auf 11,2 Millionen Franken geschrumpft. «Ursache dafür ist das Fernsehen, das sich vor allem im Bereich Kosmetik und Körperpflege zunehmend als unsere direkte Konkurrenz profiliert», erklärt Marcel Tappeiner, interimistischer Leiter Anzeigenmarkt Zeitschriften bei Tamedia.
Westschweiz besser in Form
Dass die Märkte in der deutschen und in der französischen Schweiz auch bei den Frauenzeitschriften unterschiedlich ticken, zeigt ein Blick auf die Titel in der Westschweiz. Edelweiss und Femina ist es dort gelungen, die Splits der französischen Hefte Marie Claire und Elle in die Defensive zu drängen. Die beiden Magazine verloren in den vergangenen drei Jahren zusammen 26000 Leserinnen, gleichzeitig konnten Edelweiss und Femina ihre um 23000 Personen ausbauen.
In der deutschen Schweiz ist der Angriff indessen noch längst nicht ausgestanden. Zwar wurde der im Februar 2003 angekündigte Schweiz-Split der Zeitschrift Für Sie noch nicht umgesetzt. Dieser Schritt sei aber nur aufgeschoben, «weil der Jahreszeiten Verlag seine Prioritäten im Moment im stark umkämpften Heimmarkt setzt», erklärt Alain Lamy, Verkaufsdirektor der Intermag in Basel. Sobald Ressourcen frei seien, werde nicht nur Für Sie, sondern auch gleich Petra aus dem gleichen Verlag einen Schweiz-Split ins Auge fassen. Dasselbe plant überdies Brigitte mit ihrer Line Extension Brigitte Woman.
50 und noch kein bisschen schlappBrigitte, die Mutter der deutschsprachigen Frauenpresse, hat auch im fünfzigsten Jahr ihres Bestehens nichts an Beliebtheit beim Schweizer Publikum eingebüsst. Allein zwischen 2001 und 2003 vermochte der Klassiker unter den Frauenzeitschriften seine Leserschaft hier zu Lande um 19000 Personen (+11,4 Prozent) auszubauen.
Im Anzeigenmarkt liegt der Höhepunkt für den bereits seit 26 Jahren bestehenden Schweiz-Split weit zurück. Dieser lag in den 80er-Jahren bei stolzen 2 Millionen Franken, wie Hans H. Otto, Direktor der Schweizer Niederlassung von Gruner + Jahr erklärt. Aktuell erwirtschaftet Brigitte rund 800000 Franken Netto-Inserateumsatz in der Schweiz. (dse)
Die Schweizer Titel (vorne) werden durch bestehende und neue deutsche Konkurrenz bedrängt.
Daniel Schifferle

Keystone unterstützt den Nachwuchssport

Sponsoring Die Bildagentur Keystone und die Sporthilfe produzieren einen Kalender zum Uno-Jahr für Sport und Sporterziehung 2005.

Sponsoring Die Bildagentur Keystone und die Sporthilfe produzieren einen Kalender zum Uno-Jahr für Sport und Sporterziehung 2005.Der Verkaufserlös kommt dem leistungsorientierten Nachwuchssport zu Gute. Keystone sichert die Qualität und Professionalität des Kalenders und stellt den preisgekrönten Fotografen Martin Rütschi zur Verfügung.

HSBC konsolidiert Etats bei WPP

Banken Nach dem Aufsehen erregenden Pitch, in dem Mutterholdings statt Agenturen antraten, entschied sich der britische Finanzkonzern HSBC für die Werbegruppe WPP.

Banken Nach dem Aufsehen erregenden Pitch, in dem Mutterholdings statt Agenturen antraten, entschied sich der britische Finanzkonzern HSBC für die Werbegruppe WPP.Das Gesamtbudget wird auf 600 Millionen Dollar geschätzt.
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