Kultur Hausagentur Matter & Partner schenkt dem 25. Theater Spektakel ein provokantes Image.Im Programmvorwort zum Zürcher Theater Spektakel hält Stadtpräsident Elmar Ledergerber fest, dass sich das Theaterfest nicht miteinem pompösen Rückblick ein Kränzchen windet, sondern wie
gewohnt mit einer Produktionsauswahl, die dem Publikum «de Ärmel ine nimmt».
Die Veranstaltung des Präsidialdepartements der Stadt Zürich macht auf Grund der neuen – mittlerweile die dreizehnte – Kampagne von Matter & Partner bereits Wochen vor dem Start von sich reden. Denn so unkonventionell, experimentierfreudig und frech wie die meisten der bisher 761 Produktionen kommt auch der Kommunikationsauftritt daher. «Wir wollten den Rahmen des Alltäglichen sprengen, nicht nur inhaltlich, sondern auch formell», sagt der Strategische Planer Christoph Bürge. Der Anspruch war, für das Theaterfestival ein neues Medium zu erschliessen.
Theater gibts überall, aber …
Dabei liess sich die Crew von CD Daniel Matter von den spezifischen Qualitäten des Festivals leiten. Auf Wandklebern im reduzierten Agitprop-Stil zeigen Figuren in Situationen, die negativ codiert sind, dass der Alltag nicht immer das beste Theater bietet. Und weil der Mensch von Natur aus voyeuristisch und schadenfreudig ist, kriegen auch prominente Zeitgenossen, denen man nachsagt, sie würden ein Theater veranstalten, ihr Fett weg.
In den Printprodukten von Sponsor Tamedia haben sie alle ihre ganz persönlichen Theaterbühnen erhalten. Köbi Kuhn, Klaus J. Stöhlker, Pfarrer Sieber, André Dosé, Uriella, die Brüder Knie und andere Promis sind bereits auf ganzseitigen Inseraten erschienen und machten für das bessere Theater auf der Landiwiese Werbung. Trotz des ironischen Untertons hätten die Stars und Sternchen sehr gern mitgemacht, betont Bürge.
Sekundiert wurden sie von einer Umsetzung auf der Ebene des kommunen Fussvolks: Mit lebensgrossen Personenabbildungen, die auf 85 Hauswänden über die ganze Stadt verteilt geklebt wurden, haben die Kreativen das alltägliche Leben an und für sich als Theater reflektiert. Vorerst noch als Teaser sah man eine Politesse, die am
Busseverteilen ist, ein brüllendes Kind, eine Prostituierte und andere ausgefallene Charaktere.
Wenige Tage später liefert der aufgeklebte Schriftzug die Lösung des Rätsels: Im Unterschied zum Theater Spektakel bietet der Alltag nicht immer das beste Theater. «Die Zeit war reif für ein neues Konzept, das nicht mehr, wie in den vergangenen Jahren, den Austragungsort als Drehpunkt inszeniert», erklärt Bürge die Grundidee.
Über 80 «Guerilla-Wandkleber» künden in ganz Zürich das bevorstehende Theater Spektakel an.
Auffällig: Klaus J. Stöhlker als Werbefigur für das Spektakel.
Luca Aloisi