Seltsame Welt der Werbung

Kreation Nahezu grotesk dilettantisch wirken sie heute, die Aufnahmen, die Profifotografen der Pariser Werbeagentur Paul Martial zwischen 1930 und 1960 geschaffen haben.

Kreation Nahezu grotesk dilettantisch wirken sie heute, die Aufnahmen, die Profifotografen der Pariser Werbeagentur Paul Martial zwischen 1930 und 1960 geschaffen haben.Die Bilder zeigen weder Endprodukt noch Umsetzung, sondern den schwierigen Weg dorthin – ein Umweg, der heute kaum mehr denkbar ist, damals aber archiviert wurde. In der Fondation Herzog in Basel sind die oft rätselhaften und skurrilen Aufnahmen, die der klassischen Moderne verpflichtet sind, bis Mitte August zu sehen.

Schweizer sind beste Agenten

Kino Für Weltklasse-Filmwerbung wurden das Schweizer Büro von UIP (United International Pictures) und Take Two Publicity ausgezeichnet.

Kino Für Weltklasse-Filmwerbung wurden das Schweizer Büro von UIP (United International Pictures) und Take Two Publicity ausgezeichnet.
Er heisst nicht Johnny Depp, sondern Johnny English. Andere Ähnlichkeiten mit nicht lebenden Figuren wie James Bond oder Mr. Bean sind nicht zufällig. Rowan Atkinson als vertrottelter Agent hat im letzten Jahr in den Schweizer Kinos fast 500000 Fans das Zwerchfell erschüttert. Der Film erzielte damit das siebtbeste Einspielergebnis des Jahres. Alles, was über 300000 Kinoeintritte hinausgeht, gilt in der Branche als Traumquote.Für diesen Erfolg ist das Schweizer Büro des Verleihers UIP zusammen mit Take Two Publicity (TTP) in Zürich mit einem Preis für die weltweit beste Vermarktung für den Kinohit aus der britischen Produktionsfirma Working Title ausgezeichnet worden. Als Dank dürfen die Schweizer den im Film verwendeten Aston Martin DB 7 Vantage fahren.
Der 12-Zylinder im Wert von 250000 Franken steht allen vierzehn am Marketing beteiligten Personen von UIP und TTP drei Jahre lang zur Verfügung. Nur das Benzin für den 420 PS starken Flitzer muss selber berappt werden. «Wir werden von allen UIP-Filialen rund um die Welt beneidet», weiss Max Dietiker, Managing Director des Filmverleihers in Zürich. Im weltweiten Newsletter hat der UIP-Präsident aus Hollywood den Schweizern persönlich gratuliert.
Ausgezeichnet wurde die Filmwerbung für «die beste Performance nach messbaren und vergleichbaren Kriterien». Gefragt war dazu sehr viel Kreativität im Marketing, denn die Richtlinien für solche Werbeaktivitäten sind von den Produktionsfirmen sehr eingeschränkt. Diverse Rechtsfragen spielen eine wichtige Rolle, auch das Artwork für Plakate ist einer genauen Kontrolle unterworfen, wie Paul Fischli, Marketing Manager für UIP, erklärt.
Enges Korsett für Werbung
Trotzdem hat es sein Team geschafft, «kreative Lücken zu finden», zumal ihnen auch der Zufall zu Hilfe kam: Der Film wurde in der Schweiz gleichzeitig mit der Skiweltmeisterschaft in St. Moritz lanciert. UIP hat die Chance genutzt und Johnny English in Anzeigen beim Skifahren gezeigt. Ein weiterer glücklicher Zufall war die Sendung «Wetten, dass …» in Luzern. Hier konnte «Mr. Bean» Rowan Atkinson als Wettpate auf dem Sofa von Thomas Gottschalk platziert werden – mit enormer Werbewirkung.
Kinos zum Mitmachen animiert
UIP hat am Weekend des Kinostarts fürs Publikum auch eine Agentenjagd durch Zürich inszeniert. Begleitet von Radio 24, wurde ein «Swiss Agent» gesucht. Mit Blick und Falcon Travel ist ein Wettbewerb lanciert worden, bei welchem die Gewinner von einem Reporter an die offizielle Weltpremiere des Films in London begleitet wurden. Mit passenden Szenen aus dem Film wurden Flyer mit schrägen Agententipps kreiert und an einschlägigen Orten aufgelegt. Diese Sujets wurden auch in Teaserinserate aufgenommen. Die Kinobetreiber wurden motiviert, in ihren Foyers für klamaukige Agentenstimmung zu sorgen. Das Kino mit der einfallsreichsten Dekoration wurde mit einem Nachtessen für das ganze Personal belohnt.
«Solche Aktivitäten gingen über die normale Lancierung eines Films hinaus», meint Gabrielle Jost, die heutige Inhaberin von TTP in Zürich. Diese Agentur für Filmmarketing ist 1985 von Max Dietiker, dem Managing Director von UIP Schweiz, gegründet worden und ist die einzige Fullserviceagentur für Kinofilme. Heute fungiert TTP nach wie vor als Hausagentur von UIP, ist aber auch offen für andere Verleiher.
Mit neuen Cross-Marketing-Ideen wollen TTP und UIP auch bei künftigen Filmen auftreten können. «Im harten Konkurrenzkampf der Unterhaltungsangebote müssen wir auch neue Felder bearbeiten», ist Jost überzeugt. Neben dem klassischen Product Placement sollen vermehrt Schweizer Firmen für ein Engagement in der Verleihphase angegangen werden. Für den kommenden «Bridget Jones: The Edge of Reason» könnte ein Anbieter von Schmuck oder eine Schokoladenmarke für eine Parallelwerbung gewonnen werden. «Wir müssen den Firmen aufzeigen, wie sie vom Erfolg eines Films auch für ihr eigenes Image sowie ihren Bekanntheitsgrad profitieren können», so Paul Fischli von UIP.
Gnadenloser Verdrängungskampf
Potenzielle Kassenschlager starten in der Schweiz mit bis zu 150 Kopien in den Städten und auf dem Lande gleichzeitig. Das bedingt zwar hohe Kopierkosten, dafür können die Werbebudgets viel konzentrierter ausgeschöpft werden. Für einen sorgfältigen Aufbau, wie es früher üblich war, ist für einen Verleiher heute die Zeit viel zu kurz. Das zeigte sich drastisch in diesem Frühling, wo sich die Premieren der Blockbuster «Troy», «Van Helsing», «The Day After Tomorrow» und «Harry Potter» fast im Wochenrhythmus folgten. Für die Verleiher herrscht im Kino ein gnadenloser Verdrängungskampf, denn nicht nur die Zuschauer, auch die spielbaren Säle können in ihrer Anzahl nicht beliebig multipliziert werden.
Umso wichtiger ist die Werbung. In den USA werden für einen grossen Kinoerfolg problemlos 50 Millionen Dollar Marketinggelder locker- gemacht. International sind teure TV-Kampagnen zum neuen Kampftool der Kinowerber geworden. Im kleinen Schweizer Markt sind die Mittel entsprechend kleiner. Trotzdem – oder gerade deswegen – ist der Aston Martin von Johnny English jetzt zuerst einmal in die kleine, aber ideenfeine Schweiz gekommen.
Fast 500000 Zuschauer: «Johnny English» wurde dank Marketing zum Blockbuster in den Schweizer Kinos.
Dürfen drei Jahre Aston Martin fahren (v. l.): Bea Roduner, Max Dietiker, Gabrielle Jost, Paul Fischli.
Andreas Panzeri

Eigenverantwortung statt Werbeverbot

Zigaretten Lesch + Freis Social-Responsibility-Kampagne will die Sicht der BAT aufzeigen und Fronten aufweichen.

Zigaretten Lesch + Freis Social-Responsibility-Kampagne will die Sicht der BAT aufzeigen und Fronten aufweichen.Die Schweiz gehört zu den Ländern mit dem höchsten Pro-Kopf-Konsum von Tabakwaren. Der Versuche, dies zu ändern, sind viele. Doch solange die Tabakpreise in der Schweiz – gemessen an der Kaufkraft – die günstigsten in ganz Europa bleiben, wird sich kaum etwas ändern.Wenn aber selbst nicht rauchenden Werbern die Köpfe rauchen, dann geht es höchst wahrscheinlich um drohende Werbeverbote. Nicht so bei Zürichs Agentur Lesch + Frei (L+F). Seit Februar 2000 gestaltet sie im Auftrag des Zigarettenkonzerns BAT (British American Tobacco) (Lucky Strike, Barclay, Parisienne u.a.) für den deutschen Markt eine Meinungskampagne, die die emotional geladene Diskussion versachlichen will. Ob sie die verhärteten Fronten aufzuweichen vermochte, darf angezweifelt werden. Immerhin hat sich der blaue Dunst in Deutschland merklich aufgelöst – um genau ein Fünftel. So gross ist bisher der Absatzeinbruch im Zigarettenverkauf im laufenden Jahr. Täglich gehen in unserem nördlichen Nachbarland rund 380 Millionen Zigaretten in Rauch auf, gut 4 Prozent weniger als ein Jahrzehnt zuvor.
Ernst Brückner, Geschäftsführer des Verbandes der Zigarettenindustrie, befürchtet, dass für das Gesamtjahr der Rückgang im Vergleich zu 2003 nahe bei 20 Prozent liegen wird. Der Negativtrend scheint sich zu beschleunigen. Obwohl L+F stolz auf den Erfolg der versöhnlichen BAT-Kampagne hinweist und bekannt gibt, dass sie in Spanien, Serbien und Italien adaptiert wurde, hat nicht sie den deutschen Zigarettenabsatz ins Rutschen gebracht, sondern die Erhöhung der Tabaksteuer. Für Brückner ist nämlich klar, dass nicht die Zahl der Aussteiger gestiegen ist, sondern der Handel mit Ersatzprodukten wie Schmugglerware und Feinschnitt. Um das zu beweisen, will der Branchenverband mit Müllkontrollen den tatsächlichen Tabakkonsum eruieren und diesen mit dem Zigarettenabsatz vergleichen.
So weit ist man in der Schweiz noch nicht. Wenige Monate nachdem der Bundesrat, dem deutschen Beispiel folgend, beschlossen hat, die Tabakabgabe massiv zu erhöhen, soll nun L+Fs BAT-Kampagne auch hier zu Lande die Gemüter mild stimmen. Die Kampagne nehme, so L+F-Geschäftsführer Walter Tagliaferri, Themen wie Toleranz, Jugendprävention und Werbeverbote auf und zeige, dass sich BAT mit einer ganzen Reihe von Massnahmen ihrer Verantwortung stellt. In neun Sujets haben die Kreativen die sensiblen Inhalte umgesetzt, um die Diskussion zu versachlichen. Angesichts des geplanten Budgets mutet dieser Wunsch etwas gar hoch angesetzt. 2002 haben die Werbeausgaben für Tabakwaren noch 59,3 Millionen Franken betragen.
BAT-Werbesujet: Die Tabakdebatte soll endlich sachlich werden.
Luca Aloisi

Bald günstiger als die Post

Distribution Teurere Posttarife treffen vor allem den Zeitschriftenvertrieb. Nun handeln die Grossverlage.

Distribution Teurere Posttarife treffen vor allem den Zeitschriftenvertrieb. Nun handeln die Grossverlage.Im Auftrag der Medienkonzerne Tamedia, NZZ, Südostschweiz und Ringier sowie des Detailhandelsriesen Valora (K-Group) arbeitet ein siebenköpfiger Projektausschuss seit rund zwölf Monaten an einer«Alternativen Zustellorganisation» (AZO), die notfalls ohne die Schweizerische Post auskommt. «Das Ziel ist ein gesamtschweizerischer Zustellservice, der Wochentitel und Zeitschriften am Tag nach der Aufgabe zwischen 8 und 13 Uhr bei den Empfängern abliefert», sagt Walter Lütolf, Leiter Vertrieb bei Ringier und Sprecher des Projektausschusses.
Einer der Gründe für das gigantische Vorhaben: Ab 2007 will der Bund die Presse-Posttaxen nicht weiter subventionieren, was primär für Zeitschriften steigende Postgebühren zur Folge haben wird. Tageszeitungen, die meist von verlagseigenen Frühzustellfirmen verteilt werden, sind weniger betroffen (Ausnahme: Blick). In preislicher Hinsicht erwarten die Auftraggeber deshalb von AZO eine längerfristige Preisstabilität auf heutigem Posttaxen-Niveau. «AZO muss spätestens ab 2008 im Pressebereich die Preisführerschaft übernehmen können, sonst ist das Projekt chancenlos», sagt Lütolf. Voraussetzung sei, dass AZO nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen funktioniere. «AZO kann nicht im Dienst der Presseförderung stehen», erklärt Lütolf. Grossauflagige Titel und solche mit hoher Streudichte müssten deshalb pro vertriebenes Exemplar weniger bezahlen. Zudem habe man nur Titel mit der Mindestauflage von 50000 Exemplaren in die ersten Berechnungen einbezogen.
Das Projekt ist schon weit vorangeschritten: Diverse Modelle werden geprüft, sechs Untergruppen sind an der Arbeit. Im November sollen Konzepte und Businesspläne vorliegen, und im Dezember wollen die Auftraggeber über den Beizug weiterer Partner, die Gründung einer Firma sowie deren Leistungsauftrag entscheiden. Die Umsetzung könnte 2005 beginnen. «Der Aufbau von AZO würde je nach Auftrag zwischen einem und drei Jahren benötigen», sagt Walter Lütolf. Er schätzt das potenzielle AZO-Umsatzvolumen auf 100 bis 150 Millionen Franken jährlich.
Die Minimalvariante garantiert den Zustellservice für Kunden- und Mitgliederzeitungen sowie Wochentitel und Zeitschriften. Sie würde den Briefträgern, die heute jährlich rund 700 Millionen Zeitschriften an die Haushalte verteilen, vielleicht 25 Prozent aus der Hand nehmen, vermutet Lütolf. Die Maximalvariante umfasst dagegen auch den Vertrieb von Katalogen, adressierte oder unadressierte Werbung sowie einen Fullservice mit Verpackung und Adressierung bis hin zur Aboverwaltung.
Derzeit geht man davon aus, dass AZO als Generalunternehmen (GU) gegründet wird, das bei bestehenden Logistikanbietern entsprechende Dienstleistungen einkauft. Zu den möglichen Auftragnehmern gehören die Frühzustellfirmen der Verlage ebenso wie K-Group oder Naville mit ihren Vertriebsnetzen, Logistikunternehmen wie TPS ebenso wie die Logistikorganisationen der Grossverteiler.
Auch die Schweizerische Post ist nicht ausgeschlossen – im Gegenteil, nur schon wegen ihres Know-hows wäre sie sogar erwünscht. Doch dort liess man gesetzte Fristen ungenutzt verstreichen. Deshalb sondiert AZO nun auch bei ausländischen Interessenten. Diese hoffen, via Beteiligung an AZO in der Schweiz Fuss fassen zu können, sagt Lütolf.
Das Modell GU steht aber noch nicht fest. Möglich ist auch eine Mischform. «Derzeit prüfen wir jede Firma auf ihre Effizienz. Es kann sein, dass wir auch Firmen von Verlagen nicht einbeziehen oder bestimmte Dienstleistungen selbst aufbauen», sagt Lütolf. Es gilt als wahrscheinlich, dass die Frühzustellfirmen der Verlage bei AZO eingebunden werden. In diesem Fall ist vorgesehen, dass deren Zeitfenster von morgens fünf bis sieben Uhr weiterhin der Frühzustellung von Tageszeitungen vorbehalten bleiben. Danach aber würde derselbe Verträger eine weitere Tour für Zeitschriften anhängen. Bei den Verlagen erhofft man sich einen Nebeneffekt: «Die so entstehenden Vollzeitjobs sollten die Zustellfirmen wieder als Arbeitgeber attraktiver machen und die Personalrekrutierung erleichtern», sagt Lütolf.
Gemäss den derzeitigen Berechnungen wird AZO allerdings nur etwa 80 Prozent aller Schweizer Haushalte preisgünstig abdecken können – und dies nur zweimal pro Woche. Lütolf: «Für AZO wäre der Dienstag mit der Schweizer Illustrierten und den Titeln von Migros und Coop interessant.» Die Zustellung an die fehlenden Haushalte oder an fehlenden Wochentagen müsste man einstweilen wohl weiterhin bei der Post einkaufen.
Eine «Alternative Zustellorganisation» (AZO) soll künftig Zeitschriften und Wochentitel am Tag nach der Aufgabe ausliefern.
Zwei Projekte – zwei AkteureVor drei Wochen haben Post und Verlegerverbände bekannt gegeben, dass sie am 8./9. August die Post-Logistik für Tageszeitungen umkrempeln, um 10 Millionen Franken zu sparen und zumindest für 2005 die Presse-Posttaxen auf heutigem Niveau zu halten (WW 24/04). Wichtig ist: AZO hat mit jenem Projekt, bei dem die Post federführend ist, nichts zu tun, es besteht auch keine Konkurrenzsituation. Bei AZO geht es um den Vertrieb von Zeitschriften, beim Post-Projekt ausschliesslich um jene Tageszeitungen, die frühmorgens ab Druckerei kommen und via Post wenige Stunden später ihren Zielort erreichen sollen. (mk)
Markus Knöpfli

Ein Biker fällt vom Himmel

Sportplausch Es geht rasant und halsbrecherisch weiter in der Sommerkampagne von Sportplausch Wider und Hausagentur Publicis.

Sportplausch Es geht rasant und halsbrecherisch weiter in der Sommerkampagne von Sportplausch Wider und Hausagentur Publicis.Velorennfahrer sind, mit Profigerät von Sportplausch Wider, so schnell, dass sie auf der Autobahn locker mithalten können. Dramatisiert wird dies auf dem Plakat mit der Vignetten-Pflicht für Racingbikes von Wider. Ein zweites Sujet mahnt Automobilisten, vorsichtig durch die Bergwelt zu kurven. Denn Downhill-Biker mit Heavy- duty-Gerät von Wider schiessen, ähnlich einem Steinschlag, die Felswände herunter. Eine neue Signaltafel aus dem Hause Publicis macht auf diese «Widerlinge» im Strassenverkehr aufmerksam.

Schröder und Blocher an der Verlegertagung

Kongresse Am Jahreskongress der Schweizer Presse im September tritt der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder als Gastredner auf.

Kongresse Am Jahreskongress der Schweizer Presse im September tritt der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder als Gastredner auf.Die einheimische Regierung ist durch Bundesrat Christoph Blocher vertreten. Ursprünglich war Joseph Deiss angekündigt, doch dieser ist durch offizielle Verpflichtungen verhindert, wie die SonntagsZeitung berichtete. Der Jahreskongress des Verlegerverbands Schweizer Presse findet vom 16. bis 18. September in Lausanne statt.

Die handliche Zeitung auf dem Handy

Internet Die Lausanner Tageszeitung Le Temps sucht eine Führungsrolle in der elektronischen Vermarktung von News.

Internet Die Lausanner Tageszeitung Le Temps sucht eine Führungsrolle in der elektronischen Vermarktung von News.Die Sportresultate aufs Handy oder die aktuelle Politik auf den Laptop: Die welsche Tageszeitung Le Temps will ihr Newsangebot im Netz zu einer Ergänzung der gedruckten Ausgabe machen. Mit Informationen, die «schnell, sachlich, erhellend und qualitativ wertvoll» sind, will sich die Zeitung über die immer zahlreicher werdenden Kanäle im Netz «gleichzeitig multiplizieren und als Einheit präsentieren», meint der Verlag. Die Meldungen sollen im Geist wie auch stilistisch als journalistische Leistungen aus der Redaktion von Le Tamps erkennbar sein.Die Angebote im elektronischen Kiosk von Depeschen bis zu Dossiers aus dem Archiv der Zeitung werden von der Werbeagentur Angebault Portenier Communication in Lausanne mit mehreren Anzeigensujets publik gemacht. Als Claim hat sich das Wortspiel «Le temps, tout le temps» geradezu angeboten. Die Bildsujets arbeiten mit einem ähnlichen Augenzwinkern. Im Parlament ruft jemand auf seinem Handy die Resultate eines Stierkampfs ab. In der Anzeige sehen wir dazu im Display des Handys die Arena in Spanien. Gleichzeitig wird das Handy vor die «Arena» des Bundeshauses hingestreckt. Dazu die Schlagzeile: «Comprendre les enjeux de l’arène politique. www.letemps.ch.»
Mit solchen Bild- und Wortspielereien will die Agentur erreichen, dass die Botschaften zuerst einmal entschlüsselt werden müssen, damit sie dann umso nachhaltiger im Gedächtnis haften bleiben.
Geheimnisvoll: Wortspiele und poetische Bilderrätsel für Le Temps.
Andreas Panzeri

GWP vermarktet Cicero auch in der Schweiz

Zeitschriften Seit Anfang Juni wird Cicero auch im Schweizer Markt von GWP vertreten.

Zeitschriften Seit Anfang Juni wird Cicero auch im Schweizer Markt von GWP vertreten.Die Düsseldorfer Holtzbrinck-Tochter führte Ringiers politisches Monatsmagazin bislang nur in ihrem Deutschland-Portfolio, zu dem auch die HandelsZeitung, Bilanz und Weltwoche gehören. Das Blatt kommt bei der Leserschaft gut an. Bei den Anzeigen besteht noch Steigerungspotenzial: Die Juli-Ausgabe wies bei einem Umfang von 148 Seiten 26 Seiten Anzeigen auf.

Stachelrüben und Schachtelfresser

Gastronomie Tibits serviert zur Openair-Saison einen knackigen, vegetarischen Auftritt.

Gastronomie Tibits serviert zur Openair-Saison einen knackigen, vegetarischen Auftritt.Mit jeder Tibits-Neueröffnung verwöhnten die Gebrüder Frei und Mitinhaber Rolf Hiltl ihre Kundschaft auch mit einem neuen Werbemenü. Seit ihrem ersten Vegi-Take-away im Zürcher Seefeld ist ihnen das im Jahresrhythmus gelungen: Seit 2002 können die Winterthurer und seit letztem Jahr auch die Berner vegetarisch fastfooden. Zwar keine neue Filiale, dafür das Orange Cinema in Bern ist heuer der Anlass, um Tibits mit einer neuen Kampagne in Erinnerung zu rufen. «Das kulinarische Angebot bei Tibits wird auch täglich neu erfunden, dementsprechend darf die Werbung nicht abgestanden daherkommen», sagt Matthias Freuler, CD der Hausagentur Wirz.Entstanden sind drei Plakate, die jeweils einen Teller zeigen, auf dem das Gemüse so angeordnet ist, dass es kein Fleisch schafft, durchzukommen. Der Spot, welcher nach dem Orange Cinema in Bern auch in die Kinosäle kommen soll, dramatisiert die Geschmacklosigkeit von Fastfood-Fleischerzeugnissen: Der Esser bemerkt nicht, dass er statt eines Bissens Hamburger die Schachtel erwischt hat.
Auch das Restaurant Hiltl hat sich bei Wirz für die Zürcher Ausgabe des Orange Cinema einen neuen Spot bestellt. In diesem macht ein vegetarischer Jäger unfreiwillig tierische Beute: Mit Luftschüssen vertreibt er einen Hasen von den Karotten und holt dabei eine Ente vom Himmel.
Hingucker: Tibits überrascht jedes Jahr mit neuen Werbemenüs.
Simone Keller

Virus kämpft mit Novartis gegen Erkältungen

Pharma Virus Ideenlabor hat Novartis Consumer Health Schweiz als neuen Kunden gewonnen.

Pharma Virus Ideenlabor hat Novartis Consumer Health Schweiz als neuen Kunden gewonnen.Der Konzern hat die Bieler Agentur mit der Ausarbeitung und Umsetzung von Promotionen für seine Erkältungsmedikamente beauftragt. Den Konsumenten soll auf sympathische Weise die Vielzahl von aufeinander abgestimmten Pflegemöglichkeiten bei Erkältungen und Grippeerkrankungen vor Augen geführt werden, schreibt Virus. Neben einer Informationsbroschüre werden verschiedene Displays und andere Massnahmen realisiert.

Zwei Partner für die Freie Presse

Tageszeitungen NZZ und PubliGroupe verbünden sich im Zürcher Regionalzeitungsmarkt. Für Tamedia wirds eng.

Tageszeitungen NZZ und PubliGroupe verbünden sich im Zürcher Regionalzeitungsmarkt. Für Tamedia wirds eng.Die NZZ-Gruppe bricht eine Lanze für die Zeitungsvielfalt im Millionen-Zürich. Als Beitrag zur Erhaltung der regionalen Presselandschaft preist sie den Coup, den sie mit der PubliGroupe gelandet hat: Der Lausanner Werbekonzern überträgt Minderheitsanteile von Akeret Druck und Verlag (Zürcher Unterländer) und Zürichsee Presse an die bisher hundertprozentige NZZ-Tochter Freie Presse Holding (FPH). Im Gegenzug wird die PubliGroupe an der FPH beteiligt und übernimmt die Anzeigenregie für die NZZ und die NZZ am Sonntag. Gemäss dem NZZ-Chefredaktor Hugo Bütler wird damit die Basis gelegt für eine Plattform, die regionalen Verlegern eine Zusammenarbeit auf selbstständiger Basis ermöglichen soll. Rund um die FPH soll ein Netzwerk entstehen, das verschiedene Kooperationen erlaubt: im Druck, in der Anzeigenregie, in einer Artikelbörse und mit oder ohne gegenseitige Beteiligung.
«Es ist klar, dass wir damit zu den regionalen Expansionsabsichten des Tages-Anzeigers eine Alternative offerieren», sagt Bütler. Die Übernahme des Tagi-Mantels durch die Zürcher Regionalblätter war bisher eine strategische Option für Tamedia. Nach dem Einstieg der NZZ-Gruppe bei Zürichsee Zeitung und Zürcher Unterländer bleiben noch der Landbote und der Zürcher Oberländer übrig. Auch das könnte sich noch ändern. «Wir geben jetzt ein Signal», so Bütler: Neben dem Tages-Anzeiger und der NZZ gebe es mit der FPH eine dritte Möglichkeit, «gemeinsam etwas aufzubauen».
Bei Tamedia gibt man sich gelassen. Konzernsprecherin Franziska Hügli versichert, ein Mantel-Vertrag sei nur eine der verschiedenen denkbaren Strategien. Im Vordergrund stehe die Weiterentwicklung des Tages-Anzeigers. Dabei reiche das Spektrum von Kooperationen bis zur Lancierung eigener Split-Ausgaben. Tagi-Verlagsleiterin Maili Wolf betont, ihre Zeitung könne «auch aus eigener Kraft wachsen». Der Auflagenschwund der vergangenen Jahre sei bereits gestoppt.
Die FPH wurde in den 70er-Jahren als Trägerschaft für das St. Galler Tagblatt gegründet, an dem die NZZ-Gruppe heute 70 Prozent hält. Neben diesem Aktienpaket sind auch die Beteiligungen am Berner Bund (40 Prozent) und am Tagblatt der Stadt Zürich (40 Prozent) hier angesiedelt. In absehbarer Zeit solle der Mehrheitsanteil an der LZ Medien AG ebenfalls in die FPH eingebracht werden, erklärt Hugo Bütler (siehe auch Seite 18). Wie gross der Anteil der PubliGroupe an der FPH werde, stehe erst fest, wenn die Due-Dilligence-Bewertung abgeschlossen sei. Die Mehrheit bleibe jedenfalls bei der NZZ-Gruppe.
Stefano Monachesi

Arcanis kommuniziert für Gebäudefachleute

Facility Management Der Schweizerisch-Liechtensteinische Gebäudetechnikverband Suissetec hat sein Kommunikationsbudget nach einem Pitch der Zürcher Kommunikationsberatung Arcanis vergeben.

Facility Management Der Schweizerisch-Liechtensteinische Gebäudetechnikverband Suissetec hat sein Kommunikationsbudget nach einem Pitch der Zürcher Kommunikationsberatung Arcanis vergeben.In Zusammenarbeit mit C-Matrix Genf (Strategie, Aspekte Westschweiz) und Piar (Strategie, Medienarbeit) entwickelt Arcanis als Leadagentur ein Konzept für drei bis fünf Jahre, das ab 2005 nach aussen in Erscheinung tritt.
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