Schein wird neu am Kiosk verkauft

Szenemagazine Ab September ist das Promimagazin Schein am Kiosk erhältlich.

Szenemagazine Ab September ist das Promimagazin Schein am Kiosk erhältlich.Es kostet künftig 1.80 Franken. Die bisherige Gratisverteilung wird eingestellt. Laut Herausgeber Sacha Ercolani führten Probleme bei der Belieferung der Auslagestellen zu diesem Schritt. Als Kaufmagazin verringert Schein seine Auflage von 50000 auf 15000 Exemplare. Inhaltlich bleibt es dem bisherigen Konzept treu.

Ferngesteuerte Pferdestärken

Aufgefallen Das waren noch Zeiten, als Frauen den Herd bedienten, aufmüpfige Kinder an den Ohren zogen und ihre Ehemänner mit breitem Pepsodentlächeln empfingen.

Automobil Das waren noch Zeiten, als Frauen den Herd bedienten, aufmüpfige Kinder an den Ohren zogen und ihre Ehemänner mit breitem Pepsodentlächeln empfingen.Es waren die Jahre, als die Welt nur eines an Deutschland liebte – den VW-Käfer – und von den Marsmenschen erobert wurde. Alles war orientierungsfreundlich gestaltet und lief in geordneten Bahnen: Sputnik und Ufos oben, die restlichen Verkehrsmittel in der Mitte und unten. Die Bösen waren im Osten, die Lieben, also wir, im Westen. Vor nuklearen Angriffen ging man unter Tischen in Deckung, und Zukunftsforscher mit Hornbrillen sagten selbst fahrende Autos voraus.Letzteres, heute wissen wir es genau, ist Legende geblieben und die Welt auf eine schiefe Bahn geraten. Gut, gibt es Werber, die mit «originellen» Erfindungen die Versäumnisse der Wissenschaft ausbügeln und uns Autos anhand ferngesteuerter Katamarane und Raumfähren empfehlen. Die Zukunft steht vor der Tür – die créateurs de la publicité haben sie weit geöffnet.
(la)

Surfen ist im Trend

Internetforschung Der Stellenwert des Internets im Alltag von Herrn und Frau Schweizer gewinnt rasch weiter an Bedeutung.

Internetforschung Der Stellenwert des Internets im Alltag von Herrn und Frau Schweizer gewinnt rasch weiter an Bedeutung.Dies zeigt ein Blick auf die Nutzungszahlen von Publica Data/NetView im 2. Quartal dieses Jahres eindrücklich. Unter den Top 20 Domains befinden sich nur gerade deren drei mit leicht rückläufiger Nutzung, alle anderen legen zum Teil markant zu. Am meisten profitierte die Domain ricardo.ch, die mit einem Zuwachs von über 23 Prozent vom vorherigen 22. auf den 15. Rang vorgestossen ist. Mit mehr als 10 Prozent Zuwachs profilierten sich sunrise.ch sowie die Schweizer Suchmaschine search.ch. Deren grosser Bruder google.ch wuchs in absoluten Zahlen allerdings noch leicht stärker. Und auch beim Nachschlagen von Telefonnummern setzt das Publikum immer weniger auf die unhandlichen Telefonbücher: Die elektronischen Directories der Swisscom (directories.ch) waren deutlich im Aufwärtstrend. Top 20 Domains Domain UV* 1. Q. 04 (in 1000) UV 2. Q. 04 (in 1000) +/– in %
1 google.ch 2093 2211 +5,6
2 bluewin.ch 1902 1947 +2,4
3 microsoft.com 1839 1810 –1,6
4 msn.ch 1588 1601 +0,8
5 msn.com 1526 1534 +0,5
6 (7) sbb.ch 983 1035 +5,3
7 (6) passport.com 985 1008 +2,3
8 search.ch 912 1009 +10,6
9 (11) sunrise.ch 877 976 +11,3
10 (9) windowsmedia.com 909 935 +2,9
11 (10) passport.net 885 883 –0,2
12 google.com 778 761 –2,2
13 yahoo.com 711 744 +4,6
14 ebay.ch 705 708 +0,4
15 (22) ricardo.ch 499 616 +23,4
16 directories.ch 549 594 +8,2
17 (15) ebay.de 577 580 +0,5
18 (17) yellownet.ch 534 577 +8,1
19 (20) swisscom.com 521 554 +6,3
20 (21) admin.ch 520 541 +4,0
*Unique Visitors; Zahlen in Klammern: 1. Quartal 2004
Quelle: Publica Data/ NetView
(dse)

U1 steigt aus dem Untergrund

Privat-TV U1 will das von Mediaagenturen beklagte Kommunikationsdefizit beheben und sucht mit einer Sportoffensive eine Nische im Schweizer Markt.

Privat-TV U1 will das von Mediaagenturen beklagte Kommunikationsdefizit beheben und sucht mit einer Sportoffensive eine Nische im Schweizer Markt.Die TV-City im Schlieremer Wagi-Areal fährt auf Sparflamme, soweit es U1 betrifft. Gut fünf Monate nach dem Start sucht man in den ehemaligen Räumen von TV 3 vergeblich nach der Hektik, die man bei einer Fernsehstation erwartet.Zahlreiche Abgänge in den vergangenen Wochen und Monaten haben die Crew nicht nur deutlich schrumpfen lassen. Unter den Abtrünnigen befindet sich die eigentliche bisherige TV-Kompetenz des Senders: Marketing- und Verkaufsleiterin Sandra Tuttlies sowie Chefredaktor Beni Leoni. Als «Auflösungstendenzen» will Geschäftsleiter Thomas Sadecky diese Entwicklungen aber keinesfalls verstanden wissen. «Im Gegenteil, wir bereiten im Moment eine Programmoffensive vor für den Herbst.» Die beiden vakanten Kaderstellen würden bald neu besetzt.
Eines der Hauptprobleme, mit denen U1 kämpft, ist der Überhang deutscher Inhalte. Denn ein grosser Teil des U1-Programms wird mit Sendungen der beiden Partner TV.München und TV.Berlin bestritten. «Wir müssen ganz klar schweizerischer werden», sagt denn auch Sadecky. Eine Offensive in diese Richtung soll im Herbst folgen. Und zwar mit Sportarten, die von den etablierten Sendern nicht oder nur ungenügend abgedeckt sind. Einen Anfang hat U1 diesen Sommer bereits mit der «Beachvolleyball-Tour» und der Übertragung von Spielen des FC Luzern gemacht. Nun soll das Angebot um Motorsport und Eishockey erweitert werden. Einen Knüller erwartet Sadecky auch vom für den Spätherbst geplanten neuen Realityformat, zu dem er aber noch nichts verraten will.
Mediaagenturen ohne Infos
Bei den Mediaagenturen beklagt man sich indessen über eine völlig fehlende Kommunikation von U1. «Wir bekommen keinerlei Informationen und schon gar keine Zuschauerzahlen», so Beat Krebs, TV-Planer bei OMD Schweiz. Dabei hatte U1 beim Start angekündigt, ab Juli einen Fullservice mit Publikumsdaten inklusive Integration in den Mediaoptimizer der Publisuisse anzubieten. Dies soll «ab September» Realität werden. «Wir haben steigende Werte, sind aber noch nicht dort, wo wir sein wollen», so Sadecky. Die Nettoreichweite bewege sich im Moment in der Grössenordnung von 200000 Zuschauern pro Tag. In den ersten beiden Märzwochen lagen sie noch bei knapp 124000.
Auftakt mit einer Nullnummer
Eine erste Informationsoffensive, die diesen Namen auch verdient, plant U1 für die Screen-up vom 7. September. Dort soll immerhin eine Nullnummer der lange angekündigten Gratisprogrammzeitschrift verteilt werden, für die U1 seinerzeit die Metropol-Boxen gekauft hatte. «Wir produzieren ein 32 Seiten umfassendes Heft im Tabloidformat, das in einer Grossauflage an unsere Kunden gelangt», so Sadecky. Ob daraus allerdings jemals die geplante Gratisprogrammzeitung wird, steht in den Sternen. «Ein Entscheid ist dazu noch nicht gefallen», sagt der Senderchef.
Was die Kommunikation mit dem Publikum betrifft, setzt U1 auch weiterhin auf Mundpropaganda und Präsenz an Events, wo jeweils mit Flugblättern für den Sender geworben wird. «Statt in ein grosses Marketingbudget investieren wir lieber ins Programm, so wie wir es jetzt mit den aufwändigen Sportproduktionen tun», meint Sadecky.
Immerhin: Dass bei U1 vieles etwas langsamer geht als angekündigt, hat auch sein Gutes: So gelten für die Spotwerbung weiterhin die Einführungspreise und die Aktion «2 für 1», obschon diese Sonderangebote ursprünglich nur bis Ende Juli terminiert waren.
Drei Köpfe, die U1 erhalten geblieben sind: Businesstalker Medard Meier, Reporterin Rachel Spirig und Newsmann Oliver Al Liebl.
Interaktive FormateU1 zeichnet sich aus durch ein leicht einprägsames Programmraster mit zahlreichen Wiederholungen. Das Grundrezept sind kurze Sendungen von 15 bis 30 Minuten Dauer, die jeweils zur vollen oder halben Stunde beginnen. Neben News-, Talk- und künftig vermehrten Sportsendungen bilden diverse interaktive Formate, bei denen sich die Zuschauer via kostenpflichtige Telefonnummern einklinken können, einen wichtigen Schwerpunkt. Von den im Vorfeld angekündigten entsprechenden Formaten («Astrologos», der «Heisse Draht», «A+O-Dating») ist die «Game Disc Quizshow» bereits an der über den Detailhandel geplanten Distribution des notwendigen Basis-Tools gescheitert.
Zu viel DeutschesDer Deutschschweizer Sender U1 ist Teil eines Senderkonglomerats, zu dem auch die Agglo-Sender TV.München und TV.Berlin gehören. Mit diesen tauscht der Sender nicht nur Personal aus, sondern auch Programme, was bisher zu einem Überhang an deutschen Inhalten bei U1 geführt hat.
In der Schweiz hat sich der Sender Intro-TV ins Boot geholt, dessen Team nun vorab für die Sportproduktionen zum Einsatz kommt. Der Solothurner Lokalsender übernimmt seit Juni das Programm von U1 im Rahmen einer provisorischen Konzession. Der definitive Entscheid des Bakom zu der von U1 angestrebten Übernahme der Aktienmehrheit an Intro-TV wird für September erwartet. (dse)
Daniel Schifferle

Blue Spirit wirbt für Halter Bonbons

Süssigkeiten Im Rahmen einer Agenturevaluation hat die Halter Bonbons AG die Schlieremer Agentur Blue Spirit mit dem gesamten Kommunikationsetat betraut.

Süssigkeiten Im Rahmen einer Agenturevaluation hat die Halter Bonbons AG die Schlieremer Agentur Blue Spirit mit dem gesamten Kommunikationsetat betraut.Dazu gehören strategische Positionierungsaufgaben ebenso wie klassische Werbung, Handelsmarketing und Verkaufsförderung. Erste kurzfristige Massnahmen sind bereits diesen Herbst zu sehen.

«Einschalten, Euer Ehren!»

Fernsehen Der Samstag wird zum Werktag für die TV-Richter. Roger Schawinski hats erfunden. Die Konkurrenz kopierts.

Fernsehen Der Samstag wird zum Werktag für die TV-Richter. Roger Schawinski hats erfunden. Die Konkurrenz kopierts.Schlagzeilen machte Roger Schawinski im Mai mit Anke Engelkes Late Show. Für enttäuschend tiefe Einschaltquoten musste der Schweizer Sat-1-Chef mediale Prügel einstecken. Dabei entging der Journaille Schawinskis echter Quoten-Coup. Bereits neun Tage vor der ersten «Anke Late Night» revolutionierte er still und leise den TV-Samstagnachmittag.Marktanteil mehr als verdoppelt
Das Besondere an Schawinskis Idee: Keine spektakulären neuen Formate, keine teuren ausländischen Kultserien. Im Gegenteil: Auf Sat 1 läuft samstags seit dem 8. Mai genau das Gleiche wie unter der Woche, dieselben Talk- und Gerichtsshows. Eigentlich nahe liegend: Wer sich unter der Woche nachmittags vor den Fernseher locken lässt, dürfte auch am Samstag Zeit für seine vertrauten Sendungen finden. Weichen musste ein Mix von eingekauften Programmen: «Picket Fences», «ED» und «Star Trek: Deep Space Nine».
Der neue Samstagnachmittag auf Sat 1 verfing sofort. Gemäss dem deutschen TV-Portal Quotenmeter.de erreichte der Psycho-Talk «Zwei bei Kallwass» am 8. Mai ab 14 Uhr einen Marktanteil von 11,7%. «Richterin Barbara Salesch» und «Richter Alexander Hold» kamen sogar auf 20,8% und 19,7%. Im Juni legte Schawinski nach und verlängerte auch «Britt – Der Talk um Eins» ins Wochenende.
Der Erfolg erweist sich als dauerhaft. Bis Mitte Juli steigerte Sat 1 laut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung den Marktanteil am Samstagnachmittag von vorher 6,8% auf 15,3%. Konkurrent RTL wusste sich schliesslich nicht anders zu helfen, als Roger Schawinskis Idee ganz einfach zu kopieren: Seit dem 18. Juli flimmern auch die RTL-Gerichtsshows am Samstag über die Mattscheibe.
Quotenschub auch in der Schweiz
Der Programmwechsel hat Sat 1 auch in der Schweiz zu deutlich höheren Samstagsquoten verholfen. Angelika Kallwass, Barbara Salesch und Alexander Hold verfügen auch hier zu Lande über eine treue Fangemeinde, wie eine Auswertung der Telecontrol-Daten zeigt. In der Gesamtbevölkerung stieg der durchschnittliche Marktanteil von 14 bis 17 Uhr um über 280% auf rund 14%. Am meisten Zuschauer lockt Richter Hold an: 77 400 Personen schauen von 16 bis 17 Uhr Sat 1. Das sind 314% mehr als vor Schawinskis Coup.
15- bis 49-Jährige auf Distanz
Zwei Wermutstropfen trüben das Bild. Der «Talk um Eins» mit Britt Reinecke hat seinen Platz im Schweizer Samstagnachmittag noch nicht recht gefunden. Er liess den Marktanteil vergleichsweise gering um 78% steigen. In der werberelevanten Zielgruppe der 15- bis 49-Jährigen gingen die Ratings sogar um 3,3% zurück; der Marktanteil stieg noch um 21%.
Dies ist zugleich der zweite Wermutstropfen: Bei den 15- bis 49-Jährigen sind die Gewinne deutlich kleiner als in der Gesamtbevölkerung. Vor Schawinskis Reform lag der Marktanteil in dieser Zielgruppe höher als der Gesamtanteil. Nun bleibt er konstant tiefer.
Am stärksten zeigt sich dies in der Stunde von 16 bis 17 Uhr. Die Sciencefiction-Serie «Star Trek» wurde durchschnittlich von 18700 Personen verfolgt, davon 14600 zwischen 15 und 49. «Richter Alexander Hold» lockt 27 000 Zuschauer dieser Altersklasse an. Damit gehören nur 35% der Zuschauer der Gerichtsshow zur werberelevanten Zielgruppe. Zudem handelt es sich dabei wohl kaum um die Fans von «Raumschiff Enterprise».
In entsprechenden Internetforen wurde lautstark über das Aus für die Serie und die Gleichschaltung von Werk- und Samstag geschimpft. Ein guter Teil des früheren Sat-1-Publikums dürfte sich am Samstagnachmittag wohl anderen Fernsehsendern zuwenden. Zumindest so lange, bis Roger Schawinskis Programmidee auch dort Schule macht.
Mit der Werktagsprogrammierung am Samstag hat Sat 1 in der Schweiz massiv Zuschauer gewonnen. Vor allem die Gerichts-shows legten deutlich zu.
Geringer, aber immer noch bemerkenswert sind die Erfolge bei der werberelevanten Zielgruppe der 15- bis 49-Jährigen. Einzig der «Talk um Eins» erhält nur geringen Zuspruch.
Stefano Monachesi

Das Gschpürsch-mi-Brett

Sportartikel Bereits Monate vor dem Saisonstart präsentiert Department Heads neuste Board-Entwicklung in einer internationalen Kampagne.

Sportartikel Bereits Monate vor dem Saisonstart präsentiert Department Heads neuste Board-Entwicklung in einer internationalen Kampagne.Die Beziehungskiste zwischen Riders und ihren Brettern – Monogamie kennt man in der Szene bisher nicht – ist berüchtigt, weil trotz allem extrem eng. Für Aussenstehende unerklärlich, wie ein Holzkern, etwas Kunstharz, Fiberglas und andere Materialien eine solche Attraktion und Faszination ausüben können. Head liefert mit dem «Intelligence»-Board für beide Gruppen eine nachvollziehbare Begründung. Dank der neuen Technologie, bei der spezielle Verbundfasern während der Fahrt elektrische Energie erzeugen, stabilisiert sich das Brett und «passt sich aktiv der Umgebung und der Fahrweise an». «Ein schöner USP, aber auch schwierig zu kommunizieren», meint CD Oliver Brunschwiler, dessen Agentur Department schon seit vier Jahren Head Snowboard international betreut.Trendyness zurückgewinnen
Brunschwilers Team erkannte, dass nur der kreative Seitensprung über die Analogie helfen konnte, um die Innovation rational wie emotional begreifbar zu machen. Mit der englischen Headline setzt man den Benefit in einen menschlichen Kontext. Infografiken und technoide Inszenierungen, die für andere Produktgruppen glaubwürdig wirken, hätten bei der angepeilten Zielgruppe kaum Aufmerksamkeit erzielt – im Gegenteil.
Zwei prototypische Sujets sollen dabei Situationen darstellen, in denen man sich als Individuum am besten verstanden fühlt. Für Testimonials buchte man Weltklasse-Snowboarder des Head-Teams, die sich beim Psychologen und spätnachts an der Bar ihrem Board innigst anvertrauen. Brunschwiler ist überzeugt, dass die Kampagne «einerseits ein starkes Produktstatement macht, andererseits wichtige Botschafter der Marke auf plakative und eigenständige Art in die Produktkommunikation integriert und so die Emotionalität der Marke aufbaut». Dank Patientenrecht bleibt der Inhalt der Therapiesitzungen ein Geheimnis unter Brett und Sportlern. Unsere besten Genesungswünsche lassen wir Letzteren auf diesem Wege zukommen.
Reif für die Couch: Beziehung zwischen Brett und Brettler als Thema.
Talfahrt: Die Verkäufe von Snowboards gehen zurück.
Trend «no board» Nach Jahren konstanten Zuwachses hat der Snowboard-Absatz gemäss IHA-GfK in Deutschland und der Schweiz seinen Zenit im Jahr 2000 überschritten. Wechselten damals rund 110000 Snowboards von den Schweizer Läden auf die Halfpipes, so war es im vergangenen Jahr
ein Drittel weniger. Zum grössten Widersacher wuchs der Carving- und Freestyle-Boom heran: Skier, die ein surfmässiges Pulvern fast wie beim Snowboard ermöglichen und die Skier in die Sparte der Grenzerfahrungssportarten rückten. Nebst dem gewonnenen Surffeeling war laut Kurt Meister vom Forschungsinstitut auch die Innovationsflaute beim Snowboard selbst für den Rückgang ausschlaggebend. Darauf haben sich die wichtigsten Marken längst eingestellt und liefern für
jeden Geschmack und Fahrtyp das passende Sportgerät. (la)
Luca Aloisi

Neue Optionen für Ausgemusterte

Inseratekombi Die Titel, die beim Wechsel von Swisspool zu Metropool abgehängt wurden, prüfen neue Seilschaften.

Inseratekombi Die Titel, die beim Wechsel von Swisspool zu Metropool abgehängt wurden, prüfen neue Seilschaften.Ab 1. Januar 2005 verbindet der neue Metropool den Tages-Anzeiger mit Berner Zeitung (BZ) und Basler Zeitung (BaZ). Gleichzeitig endet das nationale Anzeigenkombi Swisspool, die Neue Luzerner Zeitung (Neue LZ) und das St. Galler Tagblatt (SGT) werden quasi abgehängt. Der neue Pool bietet eine Auflage von 564 741 Exemplaren, fast 1,2 Millionen Leser und einen Kombi-Rabatt von 13 Prozent. Noch verhandelt wird über eine Westschweizer Ergänzung durch 24 Heures und Tribune de Genève.Offen ist auch, ob der Metropool im Zeitschriftenbereich ergänzt wird – falls BaZ und BZ das Magazin des Tages-Anzeigers übernähmen. Für BZ-Verlagsleiterin Franziska von Weissenfluh ist diese Sache «noch nicht spruchreif», auch Maili Wolf vom Tages-Anzeiger gibt sich vorsichtig, doch BaZ-Verleger Matthias Hagemann spricht von einem baldigen Vertragsabschluss.
Bei SGT und Neue LZ ist man auf Grund der eigenen Marktstellung im jeweiligen Verbreitungsgebiet unbesorgt. «Wir sind offen für neue, intelligente Kombis, Gespräche sind im Gang», sagt SGT-Verlagsleiter Daniel Ehrat. Auch Erwin Bachmann, CEO der Neuen LZ, wägt neue Optionen ab: Ein Kombi mit SGT und Südostschweiz? Oder mit der NZZ, ergänzt durch Zürcher Lokalblätter? «Auch die Mittelland Zeitung darf man nicht vergessen», sagt er.
Dort wittert Christoph Marty, Leiter Anzeigen, ebenfalls Morgenluft, weil der günstigere Metropool weniger Werbegelder bindet als der Swisspool. Als Partner eines Kombis sieht er die MLZ aber eher nicht.
Locker reagiert auch Rolf Bollmann von 20 Minuten. «Die Metropool-Strategie ähnelt der unsrigen, doch obwohl er nur 40 Prozent mehr Leser ausweist als wir, ist er 100 Prozent teurer»,
sagt er.
Markus Knöpfli

Ständeratskommission gegen Medienartikel

Medienpolitik Die Staatspolitische Kommission (SPK) des Ständerates ist gegen die direkte Presseförderung.

Medienpolitik Die Staatspolitische Kommission (SPK) des Ständerates ist gegen die direkte Presseförderung.Den Medienartikel, den der Nationalrat vergangenen Herbst gutgeheissen hat, lehnte die SPK am Dienstag mit 7 zu 4 Stimmen bei einer Enthaltung ab. Laut Kommissionspräsident Jean Studer plädiert sie dafür, das heutige System mit der Verbilligung der Posttaxen weiterzuführen. Sie verlangt aber eine Gesetzesvorlage für einen gezielteren Einsatz dieser Mittel.

Publicitas-Index zum zweiten Mal im Plus

Werbeausgaben Der lange Fall des Publicitas-Index scheint gestoppt.

Werbeausgaben Der lange Fall des Publicitas-Index scheint gestoppt.Nachdem er im Juni bereits um 0,6 Zähler auf 94,2 Punkte gestiegen war, legte er im Juli um weitere 0,2 Punkte zu. Der Index misst die Entwicklung der Werbeausgaben in der Tagespresse. Ab Mitte 2001 fiel er vom Höchststand bei 136,1 Punkten und sank im Mai 2003 erstmals seit der Lancierung Anfang 1994 unter 100 Punkte. Der jetzige Zuwachs ist laut dem Werbevermittler Publicitas vor allem auf erfreuliche Entwicklungen bei Stelleninseraten und Immobilien zurückzuführen.

Mit den Ohren lesen

Fundraising Ein Eyecatcher im wahrsten Sinn des Wortes soll der Schweizerischen Bibliothek für Blinde und Sehbehinderte zu stattlichen Spenden verhelfen.

Fundraising Ein Eyecatcher im wahrsten Sinn des Wortes soll der Schweizerischen Bibliothek für Blinde und Sehbehinderte zu stattlichen Spenden verhelfen.Der Mann mit dem fixierenden Blick trägt an Stelle der Pupillen CD-ROMs auf dem Augapfel. Damit wollen die Bibliothek und Catsky & Partner auf die neue Technologie der digitalen Hörbücher aufmerksam machen. Mit den Spenden will die Bibliothek die Abspielgeräte, die für das «Lesen» der Hörbücher benötigt werden, verbilligt anbieten. Neben dem Spendenaufruf sollen diverse Massnahmen Blinde und Sehbehinderte selbst auf die neue Technologie aufmerksam machen. Dafür hat sich sogar Werbemuffel Viktor Giacobbo einspannen lassen und seine Stimme auf einem Hörbuch-Mailing zur Verfügung gestellt.

Swisscom steigt Mitte 2005 in TV-Markt ein

TV Swisscom-Chef Jens Alder hat gegenüber der SonntagsZeitung seine TV-Pläne konkretisiert.

TV Swisscom-Chef Jens Alder hat gegenüber der SonntagsZeitung seine TV-Pläne konkretisiert.Ein Versuch mit digitalen Fernsehkanälen via Telefonkabel starte «demnächst» mit mehreren Hundert Testkunden. Die kommerzielle Einführung «auf breiter Front» ist für Mitte 2005 vorgesehen. In der ersten Phase werden allerdings bestenfalls 300000 Haushalte als Zielgrösse angepeilt. Dabei hat Swisscom vor allem die bestehenden Breitbandanschlüsse im Auge, die am leichtesten für den TV-Empfang umzurüsten sind. Swisscom geht es laut Alder vor allem darum, Telefonkunden vom Abwandern zu Cablecom abzuhalten.
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