Kundenpresse Im medialen Duell der Grossverteiler behält Coop weiterhin ganz klar die Oberhand. Für die Schweizer Kunden- und Mitgliederpresse ist 2004 kein gutes Wemf-Jahr. Die Mehrzahl der erhobenen Titel hat an Leserschaft verloren, wenn auch meist statistisch nicht signifikant. In der Romandie konnte gar nur ein einziger Titel zulegen, nämlich Coopération.Herausgeber Coop steht in allen drei Sprachregionen als Sieger da. Coopération verzeichnet 16000 neue Leser (+2,9 Prozent), Cooperazione im Tessin 7000 (+5,0 Prozent) und die Coop-Zeitung 58000 (+2,3 Prozent). Zugleich hat Erzrivale Migros in der Deutschschweiz fast ebenso viele Leser verloren: Der Brückenbauer, diesen Mai als Migros-Magazin komplett neu lanciert, verabschiedet sich mit einem Minus von 54000 Personen (–2,5 Prozent). Der Abstand zur Coop-Zeitung wuchs
auf 511000 Leser. Die scheinbare Trendwende vom vergangenen Jahr, als der Brückenbauer um 1,7 Prozent zulegen konnte, entpuppt sich somit als Strohfeuer und der (nach Ende der Mach-Erhebung durchgeführte) Relaunch als bitter nötig. Das Westschweizer Migros-Blatt Construire konnte immerhin das Vorjahresniveau halten (–0,2 Prozent) und steht immer noch an der Spitze der französischsprachigen Kundenpresse. Der Abstand zu Coopération ist allerdings auf blosse 6000 Leser geschrumpft. Anlass zur Hoffnung gibt der Migros die Entwicklung im Tessin. Dort hat Azione, das im September 2003 relauncht worden ist, massiv zugelegt. Die Leserschaft wuchs um 13000 oder 14,9 Prozent.
Insgesamt liegt die Coop-Presse mit 3,32 Millionen Lesern in Front. Die Zeitschriften der Migros werden von 2,77 Millionen Lesern genutzt.
Leser verlassen Optima Die empfindlichsten Verluste im Segment erlitt die Apothekerzeitschrift Optima. In der Deutschschweiz wanderten 63000 Leser ab (–15,9 Prozent), in der Westschweiz waren es 36000 (–10,8 Prozent). Der Abwärtstrend der vergangenen Jahre beschleunigt sich damit noch. Während der Erhebungsperiode der Mach Basic hat Optima den Besitzer gewechselt: Das Verlagshaus Edipresse verkaufte den Titel Anfang 2004 an Agora Retail. Man darf gespannt sein, ob die Genfer Firma für Pharma- und Kosmetikmarketing das Steuer in diesem Jahr herumreissen kann.
Dabei dürfte es die französische Ausgabe von Optima leichter haben als die deutsche. Denn in der Deutschschweiz scheinen Teile der Leserschaft bei Konkurrenztiteln ein neues Zuhause gefunden zu haben. Die Schweizer Hausapotheke legte um 27000 Personen zu (+4,9 Prozent), der Drogistenstern knapp um 8000 Personen zu (+0,8 Prozent). Die welschen Konkurrenten wurden dagegen ebenfalls weniger gelesen. Die Tribune du Droguiste büsste 8000 Leser ein (–5,4 Prozent), Pharmacie chez soi 4000 Leser (–1,5 Prozent). Beide Titel haben im vergangenen Jahr noch zugelegt.
Den Rückwärtsgang eingelegt hat auch Touring. Die Mitgliederzeitschrift des Touring Club Schweiz (TCS) büsste in der ganzen Schweiz Leser ein. Die Veränderungen sind allerdings weder dramatisch noch statistisch signifikant. In der Deutschschweiz wird Touring von 8000 Lesern weniger genutzt (–0,8 Prozent), in der Romandie von 7000 Lesern (–1,5 Prozent) und im Tessin von 4000 Lesern (–4,4 Prozent). Der Rückgang kontrastiert mit einem Wachstum der TCS-Mitglieder um 0,72 Prozent.
Duell der KinozeitschriftenZum ersten Mal nimmt Close-up an der Mach Basic teil. Das Kinomagazin, das vor sieben Jahren lanciert wurde, weist 177000 Leser aus. Die Reichweite in der Deutschschweiz beträgt 4,3 Prozent. Der Titel der Teleclub AG bleibt damit trotz höherer Auflage hinter dem Konkurrenten Film demnächst zurück. Dieser hat allerdings 9000 Leser verloren (–3,4 Prozent). Sein Pendant in der Romandie, Avant Première, muss gar einen Rückgang um 13,1 Prozent oder 29000 Leser verkraften. Das Abonnentenmagazin von Teleclub legte derweil minimal zu (um 3000 Leser oder 1,25 Prozent).
Stefano Monachesi