Sex Sells

Aufgefallen Eins vorweg: Diese Anzeige stammt aus einem amerikanischen Männer-Lifestyle-Magazin.

Kosmetik Eins vorweg: Diese Anzeige stammt aus einem amerikanischen Männer-Lifestyle-Magazin.Und dass die Amerikaner uns Europäern in mancher Hinsicht weit voraus sind, machen sie nicht nur in Hollywood klar. Auch die Frauenemanzipation scheint in ihrer Entwicklung Lichtjahre entfernt zu sein. Wie heisst es doch so treffend: Reduce to the max oder Ein Blick sagt mehr als 1000 Worte. Ich gehe jetzt einmal davon aus, dass die liegende Eva nicht schon zu viel Wein hatte und ihre Wahrnehmung noch 100-prozentig funktioniert. Ist dem so, brauche ich zwecks Anzeigenverdauung etwas Hochprozentigeres als Wein, denn ein derart verstümmelter Mann – und dann noch nackt (was sich wohl hinter dem Mini-Fuss verbirgt?), und dann noch aus den USA, ist zu viel des Guten. Dann doch lieber eine nackte Blondine auf der Kühlerhaube. (ck)

Bilanz und Bilan geben Gas

Zeitschriften Jean Frey und Edipresse bringen ihre Wirtschaftsmagazine Bilanz und Bilan ab 2005 14-täglich statt monatlich heraus.

Zeitschriften Jean Frey und Edipresse bringen ihre Wirtschaftsmagazine Bilanz und Bilan ab 2005 14-täglich statt monatlich heraus.Laut Jean-Frey-Chef Filippo Leutenegger will die Bilanz so näher an die Leser und für Werbekunden besser planbar werden. In der Branche zeigt man sich skeptisch. Bilanz und Bilan müssten die Anzeigen nun markant steigern, meint Ueli Eckstein, Leiter AZ Printmedien. Ein 14-tägliches Erscheinen erhöhe zwar die Chance, in die Mediapläne zu kommen, glaubt Publipresse-CEO Otto Meier: «Aber, ob es auch für den Lesermarkt eine gute Idee ist?»
Das künftige Bilanz-Konzept wird mit«Köpfe, Karriere, Kapital and how to spend it» umschrieben. Ein höherer Erscheinungsrhythmus scheint für diese Themen allerdings nicht zwingend. Rolf Bollmann, CEO 20 Minuten, sieht denn auch einen reinen Verdrängungswettbewerb: «Die Konkurrenz zwischen Weltwoche, Facts, Cash und Bilanz wird verschärft. Das könnte den Tod eines dieser Titel fördern.»
(sm/dse)

Partner der platonischen Art

Crossmedia «Kassensturz» und «Puls» wenden sich von Saldo ab und dem K-Tipp und der Schweizer Familie zu. Werbepakete sind nicht vorgesehen.

Crossmedia «Kassensturz» und «Puls» wenden sich von Saldo ab und dem K-Tipp und der Schweizer Familie zu. Werbepakete sind nicht vorgesehen.Die 800000 wöchentlichen «Kassensturz»-Zuschauer werden künftig mit den 1,1 Millionen K-Tipp-Lesern verlinkt, die durchschnittlich 32,3 Prozent Marktanteil der Sendung Puls mit den 707000 Lesern der Schweizer Familie (SF). Wer sich nun aber erhofft hat, dass an-gesichts solcher Superwerte sexy Sponsoring- und Werbepakete winken, liegt weit daneben.
Diesbezüglich müssen diese neuen Partnerschaften als platonisch bezeichnet werden, gemeinsame Sponsoring- oder Werbeangebote gibt es nicht. «Dazu sind die Produkte zu verschieden», hält SF-DRS-Chefredaktor Ueli Haldimann klipp und klar fest. «Ich bin kein Marketingmensch, aber bisher konnte ich für solche Angebote keine Nachfrage feststellen», ergänzt René Schuhmacher, Inhaber des Verlags KI Konsumenteninfo AG, der unter anderem die Titel Puls-Tipp, K-Tipp und Saldo herausgibt. «Werbe- oder Sponsoring-Kombis sind derzeit nicht vorgesehen», bestätigt auch SF-Verlagsleiterin Sari Simola.
Wozu denn die Super-Reich-
weiten-Kumulation per 1. Oktober 2004? Für die Zuschauer und Leser erhofft man sich mehr Nutzen, für die Redaktionen Impulse dank Austausch von Know-how und Kontakten. Und die Hinweise in den Sendungen und Zeitschriften auf das jeweilige Partnermagazin sollen auch das je eigene Marketing unterstützen. Einen Zuschauer- oder Leserzuwachs erwartet niemand, Haldimann etwa spricht lediglich von einem «added value und einer stärkeren Zuschauer- und Leserbindung».
Saldo verlor deutlich LeserDass kaum viel mehr drin liegt, zeigt das Beispiel Saldo. Dem werbefreien Magazin, das keine Leserzahlen ausweist, sackte die beglaubigte Auflage von 2002 auf 2003 um 16000 auf 148000 Exemplare ab. Verleger René Schuhmacher glaubt zu wissen, warum: «Saldo musste nach der dreijährigen Aufbauphase finanziell konsolidieren, weshalb wir auf jegliche Werbung verzichteten.»
So weit so gut. Nun wurde Saldo aber regelmässig im «Kassensturz», dem «erfolgreichsten Wochenmagazin» von SF DRS (O-Ton SF DRS) und in «Puls», der «erfolgreichsten Medizinsendung der Schweiz» (O-Ton SF DRS) erwähnt. Und diese geballte Werbung soll nichts gebracht haben? «Das kann man so sagen», bestätigt Schuhmacher. «Die Erwähnung in der Sendung hatte keine direkte Auswirkung auf die Auflage. Ob ein Heft gekauft wird, hängt primär von seinem Inhalt ab.»
Weshalb aber stellt er nun den K-Tipp als Partner zur Verfügung? Schuhmacher: «Weil wir gelernt und das Partnerschaftskonzept geändert haben.» Saldo habe jeweils 4 «Kassensturz»-, 4 «Puls»- und 24 eigene Seiten gebracht. Oft sei nur wiederholt worden, was bereits im Fernsehen zu sehen war. Der K-Tipp hingegen behalte in der neuen Partnerschaft die redaktionelle Hoheit. «Wir werden uns wie früher darauf konzentrieren, zusätzliche Informationen zu den ‹Kassensturz›-Beiträgen zu bringen. Mit diesem Konzept waren wir immer erfolgreich.»
Saldo abgelöst: Der «Kassensturz» erhält eine Plattform beim K-Tipp und «Puls» eine bei der Schweizer Familie.
Relaunch bei Saldo soll mehr Service bringenAuch ohne die bisherigen Partner Kassensturz und Puls bleibt Saldo
seinem Konzept treu. «Es ist auch ein Vorteil, dass das Heft nun nicht mehr so aufgeteilt ist in acht ‹Kassensturz›-, vier ‹Puls›- und einige eigene Seiten. Neu kommt alles aus der eigenen Redaktion», sagt René Schuhmacher.
Auf Januar 2005 hin ist deshalb ein Relaunch angesagt, der erste seit dem Start 1999. «Wir werden das redaktionelle Angebot verbessern, besonders auch den Serviceteil», sagt er.
Werden nun nach dem Absprung des «Kassensturz» Saldo-Abonnenten reihenweise zum K-Tipp abwandern? Schuhmacher glaubt dies nicht, denn aus Leserbefragungen weiss er, dass Saldo-Leser nicht unbedingt «Kassensturz»-Zuschauer sind. «Wir haben mit Saldo tatsächlich ein Zusatzpublikum gefunden, das entweder das werbefreie Heft oder das etwas andere Gesamtkonzept schätzt», führt der Verleger aus.
Zudem werde gemäss einer Publikumsbefragung der K-Tipp nach wie vor für den Print-Partner des «Kassensturz» gehalten. Schuhmacher: «Fünf lange Jahre konnten dies nicht ändern.» (mk)
Markus Knöpfli

Elcotherm setzt auf Advertising Art & Ideas

Wärmeerzeugung Das Gesamtbudget von Elcotherm wird neu von Advertising Art & Ideas betreut.

Wärmeerzeugung Das Gesamtbudget von Elcotherm wird neu von Advertising Art & Ideas betreut.Das Unternehmen mit Sitz in Vilters SG ist in der Wärmetechnik tätig. Die Zürcher Werbeagentur hat für Elcotherm bereits ein Incentive-Programm, eine Imagebroschüre, Launch-Events und diverse Mailings kreiert. Nun sollen weitere Kommunikationslösungen folgen.

You drive me crazy

Automobil Eine Retrostyle-Plakatserie von der Zürcher Agentur Lowe soll die Verkäufe der Firma USA-Autos in Schlieren ankurbeln.

Automobil Eine Retrostyle-Plakatserie von der Zürcher Agentur Lowe soll die Verkäufe der Firma USA-Autos in Schlieren ankurbeln.Laut, arrogant und aggressiv: Was bei Menschen unbeliebt ist, wird bei Autos geschätzt. Jedenfalls bei Amischlitten, wie eine Plakataktion von USA-Autos verkündet. Ruedy Brawand, Inhaber des Shops in Schlieren, hat vor über 20 Jahren sein Hobby zum Beruf gemacht und verkauft vom Klassiker bis zum Neuwagen fast alles, was dem US-Automarkt entstammt. Entsprechend vielfältig ist seine Kundschaft, wie Brawand sagt. Ob Jung oder Alt, Neu- oder Wiedereinsteiger, die Fans von «Amerikanern» lassen sich nicht segmentieren. Die Idee für einen neuen Markenauftritt für USA-Autos kam Keith Loell, CD bei der Zürcher Agentur Lowe und selbst Exil-Amerikaner. Er und sein Team konzipierten vier Plakatsujets, die mit markigen Sprüchen und plakativem Design mit den Klischees von Amischlitten spielen. Eye Catcher ist die Drucktechnik im Retrostyle, für die die in Nashville domizilierte Druckerei Hatch Print Show verantwortlich zeichnet. Diese fertigt noch heute Plakate im Look der Jahrhundertwende – mit handgeschnitzten Druckvorlagen und ursprünglichen Maschinen. Die vier Wildplakate hängen zurzeit im Umfeld von Tankstellen, Garagen, Parkhäusern und zielgruppenrelevanten Lokalen.
Von der eher negativen Stimmung in Bezug auf Amerika und US-Erzeugnissen spürt Brawand in Schlieren nichts. Wahre Fans lassen sich von der Politik nicht die Freude vermiesen, oder wie er es selbst auf den Punkt bringt: «Was kann ein alter Mustang dafür, dass es einen Mr. Bush gibt.»
Wie das Plakat, so die Autos.
Simone Keller

Eine Collage statt 1000 Worte

Marktforschung Meist scheitern Einführungen von Produkten. Jerry Zaltman hat ein Rezept dagegen entwickelt.

Marktforschung Meist scheitern Einführungen von Produkten. Jerry Zaltman hat ein Rezept dagegen entwickelt.Vier von fünf Produkten verschwinden spätestens sechs Monate nach ihrer Einführung wieder aus den Regalen. Und das, obwohl die Firmen Millionen für Markt- und Konsumforschung ausgeben. Dieses Geld ist aus dem Fenster geworfen, meint Gerald «Jerry» Zaltman. Der Professor an der Harvard Business School hält nicht viel von konventioneller «Mafo». Für ihn liefern weder Fragebögen noch Gespräche in Fokusgruppen noch Einzelinterviews die Antwort auf jene Frage, die allen Unternehmen auf den Nägeln brennt: Wofür sind unsere Kundinnen und Kunden bereit, Geld auszugeben?Doch diese wissen meist selber nicht, was sie wollen. Laut Zaltman, der in den USA zu den meistzitierten Marketinggurus zählt, treffen wir 95 Prozent unserer Entscheidungen unbewusst. Darum können Konsum- und Marktforscher fragen, wen, wie und so oft sie wollen – sie bekommen nur selten Antworten, die ihnen und vor allem ihren Auftraggebern wirklich weiterhelfen.
Der Macht der Bilder …Jerry Zaltman hat eine komplexe Rezeptur gegen diese Branchenkrankheit entwickelt. Seine «Zaltman Metaphor Elicitation Technique» (ZMET), die erste patentierte Marktforschungsmethode in den USA, kombiniert Erkenntnisse aus Anthropologie, Kunst, Linguistik, Neurobiologie, Psychoanalyse und Soziologie. Mit diesem Verfahren sollen Metaphern erst produziert und dann analysiert werden; sie setzt also ganz auf die Macht der Bilder.
Die Testpersonen suchen zu Hause Bilder aus Zeitungen und Zeitschriften zusammen, die ihre Gedanken und Gefühle zum Studienobjekt illustrieren. Diese Bilder nehmen sie mit zum Interview, das für Zaltman darum so ergiebig ist, weil sich die Probanden bewusst wie unbewusst mit dem Produkt auseinander gesetzt haben. Im Gespräch, das zwei Stunden dauert, versucht Zaltman, den Probanden ihre Gedanken und Gefühle bewusst zu machen. Warum haben sie diese Bilder gerade ausgewählt? Was bedeuten sie im Bezug zum Studienobjekt?
Um diesen Schatz an Wissen zu heben, gräbt sich Zaltman Schicht für Schicht in die Seele seines Gegenübers ein. Dabei wendet er Methoden und Übungen an, die genügend Raum lassen, um auch auf Dinge zu stossen, die mit einem engen Fragefokus verborgen bleiben. Zum Schluss erstellt ein Assistent, der den ganzen Prozess verfolgt hat, eine digitale Collage. Diese Collage soll mehr als 1000 Worte sagen, weil sie auf den Punkt bringt, was den Probanden wirklich bewegt hat.
… folgt die Ohnmacht der Worte
Diese Technik erfasst laut Zaltman den gesamten emotionalen und kognitiven Kosmos, aus dem sich unsere Kaufentscheidungen speisen. Weswegen Produkte, die auf dieser Grundlage entwickelt werden, diese Entscheidungsprozesse beeinflussen können. Theoretisch jedenfalls. Praktisch hat der Autor mit seiner Firma Olson Zaltman Associates mehr als 200 solcher Studien für Kunden wie Coca-Cola, General Motors, IBM, Nestlé oder Procter & Gamble durchgeführt.
Mit «How Customers Think» folgt Zaltman also einem Trend: Schreib ein Buch über dein Business, mach ein Business aus deinem Buch – oder am besten beides. Sein aktuelles Œuvre ist deswegen jedoch keine leichte Kost. Der Professor schreibt zwar präzises und verständliches, aber – überraschenderweise – nicht besonders bildliches Wissenschaftsenglisch. Die Macht der Bilder gerät bei ihm oft zur Ohnmacht der Worte. Schade, denn seine Thesen und Erkenntnisse sind durchaus spannend. So spannend, dass sie früher oder später selbst die Konsum- und Marktforschung in unseren Breitengraden beeinflussen dürften.
> How Customers Think. Essential Insights into the Mind of the Market von Gerald Zaltman. Harvard Business School Press, Boston 2004. 323 Seiten, Fr. 58.50
Roger Hausmann

Ein Königreich für ein Praliné

Schokolade Nestlé Suisse hat für Cailler eine neue Marketingstrategie und Brandarchitektur erarbeitet.

Schokolade Nestlé Suisse hat für Cailler eine neue Marketingstrategie und Brandarchitektur erarbeitet.Gleich drei klischierte Schweiz-Merkmale sind in der Freiburger Gemeinde Broc zu finden: Das Städtchen liegt am Fusse der Alpen, inmitten des Gruyère-Gebietes, und ist Standort der Schokoladenfabrik Cailler. Die 1819 durch François-Louis Cailler ins Leben gerufene Marke ist der älteste unter den Schweizer Schokoladenbrands. Seit 1929 gehört Cailler als einzige Schweizer Schokoladenfabrik zur Nestlé-Gruppe. Neben Tafelschokoladen und den Stängeli-Branches enthält das Cailler-Sortiment unter anderen die Produkte Ambassador, Femina und Frigor. Diese waren bis anhin als eigenständige Brands positioniert und entsprechend beworben worden. Jetzt hat Nestlé Suisse für
die gesamte Marke Cailler eine neue Marketingstrategie und Brandarchitektur entwickelt. Damit strebt das Unternehmen eine ausgeprägte Profilierung gegenüber der Konkurrenz an. Im Zuge dieser Neuausrichtung hat Nestlé mit der Hausagentur JWT+Hostettler+Fabrikant die Kommunikationsstrategie angepasst. Darunter fällt auch die neue Markenhierarchie: Cailler wird als Dachmarke über die übrigen Brands gespannt.
Eine breite Publikumskampagne soll die neue Architektur beim Zielpublikum implementieren. Dafür reiste das Team um CD Remy Fabrikant in die Vergangenheit und liess Monsieur Cailler, den Vater der Marke, wieder auferstehen. In drei TV-Spots wird der Chocolatier nach Wien, Venedig und London gerufen, um mit seinen süssen Kreationen Inspiration, Leidenschaft und Versöhnung zu verbreiten. So hat es die Welt – laut den JWT-Kreativen – Monsieur Cailler zu verdanken, dass Beethoven seine Neunte komponierte, Casanova das Lieben wieder lernte und das britische Königshaus einen Thronfolger erhalten hat. Die drei Filme bilden den Imagepfeiler der neuen Kommunikationsstrategie und dienen dem Aufbau einer neuen Markenwelt. Daneben soll die ebenfalls neu entwickelte Positionierung «Cailler, Source de Bonheur depuis 1819» in den Köpfen der Konsumenten verankert werden.
Drei weitere Spots dramatisieren die Herstellerkompetenz der Marke. Entsprechend stehen das Produkt und seine Entstehung im Mittelpunkt der filmischen Umsetzung. Daneben gelangen Plakate und Anzeigen zum Einsatz, welche ebenfalls dem Grundsatz «the product ist the hero» folgen.
Ob in Wien, London oder Venedig: Monsieur Cailler verbreitet mit seinen süssen Kreationen Inspiration, Versöhnung und Leidenschaft.

Süsse Nostalgie: JWT+Hostettler+Fabrikant schaffen mit Geschichten von gestern eine neue Cailler-Welt. >> Seite 7
Simone Keller

Weniger Leistung darf mehr kosten

Anzeigentarife Diverse Printmedien erhöhen ihre Inseratenpreise für 2005 trotz rückläufigen Leserzahlen.

Anzeigentarife Diverse Printmedien erhöhen ihre Inseratenpreise für 2005 trotz rückläufigen Leserzahlen.Das Publimedia Forum 2004 servierte einen ersten Überblick über die Trends bei den Anzeigentarifen 2005. Dabei zeigt sich, dass die Anpassungen bei einer Mehrheit der Titel durchaus den Entwicklungen im Lesermarkt gerecht werden.Aber nicht nur: So schlägt etwa die Neue Zürcher Zeitung trotz gesunkenen Leserzahlen bei den Schwarzweissanzeigen um 2,6 Prozent auf, reduziert aber gleichzeitig die Vierfarbenpreise um 6,5 Prozent. Beim Tages-Anzeiger beträgt der Aufschlag 1 Prozent, das Bieler Tagblatt erhöht um 2,4 Prozent. Die St. Galler Nachrichten, die über ein Fünftel Leser hinzugewonnen haben, werden um 3 Prozent teurer. Die weiteren Aufschläge: Le Matin semaine 2,5 Prozent, Basellandschaftliche Zeitung 1,6 Prozent, 24 Heures 1,5 Prozent, Le Matin dimanche 1,5 Prozent, Le Temps 1,3 Prozent, Neue Luzerner Zeitung 1 Prozent, Walliser Bote
1 Prozent, Berner Zeitung 0,9 Prozent, St. Galler Tagblatt 0,8 Prozent, Basler Zeitung 0,7 Prozent.
Mehr Leser, höhere Tarife
Jene Zeitschriften, die Anpassungen nach oben vorgenommen haben, tun dies meistens im Zuge gestiegener Leserzahlen. Das gilt für Edelweiss, das 7,6 Prozent aufschlägt, aber auch für Bolero und Cosmopolitan, die 2,9 bzw. 5 Prozent mehr verlangen. Ebenfalls bei Bon à Savoir und TV 8 spiegeln sich die hohen Leserschaftsgewinne mit Aufschlägen von 6 bzw. 5,9 Prozent bei den Inseratetarifen.
Eher selten anzutreffen sind hingegen Preissenkungen. So fährt der Blick zwar eine Nullrunde bei den Schwarzweissanzeigen, reduziert aber die Vierfärber um 5 Prozent. Einen massiven Abschlag um 10 Prozent gibt es bei Facts, das laut Mach Basic 2004 im genau gleichen Ausmass Leser verloren hat.
Andererseits verzichten Wirtschaftsblätter wie Cash und Finanz und Wirtschaft auf Preissenkungen, obschon sie im Lesermarkt deutlich geschwächt sind. Das bezüglich Leserzahlen ebenfalls rückläufige Bilan schlägt sogar um 2 Prozent auf.
Daniel Schifferle

Der ADC sucht Neumitglieder

Verbände Am 21. Oktober tagt die Aufnahmekommission des Art Directors Club Schweiz (ADC).

Verbände Am 21. Oktober tagt die Aufnahmekommission des Art Directors Club Schweiz (ADC).Sie entscheidet, wer neu in den Club aufgenommen wird. Die Kriterien sind gleich wie in den Vorjahren: Mitglied wird nur, wer einen substanziellen kreativen Beitrag zu mehreren ausgezeichneten Arbeiten beigesteuert oder in anderer Weise im Umfeld der Werbung oder Gestaltung Hervorragendes geleistet hat. Bewerbungen mit Arbeiten-Portfolio bitte an die Geschäftsstelle des ADC in Zürich.

Von pfiffig bis klassisch

Trend-Präsente Welcher Artikel passt zu uns, wo kommt das Logo am besten zur Geltung? Die Werbewoche sah sich bei einigen Händlern um.

Trend-Präsente Welcher Artikel passt zu uns, wo kommt das Logo am besten zur Geltung? Die Werbewoche sah sich bei einigen Händlern um.Knapp drei Monate bis zu den Festtagen. Für ein spezielles Dankeschön an die Geschäftspartner, Kunden und Angestellten liegt gerade noch genügend Zeit drin. So wie sich die Auftragslage bei den meisten Anbietern solcher Präsente darstellt, scheint die gute Stimmung wieder zurück zu sein. Nur, was solls denn nun sein?Nicht aufs «Was», sondern aufs «Wie» komme es an, sagt Beat Nolze, Berater bei HvS Trading. «Ob ein Werbeartikel bei den Zielpersonen ‹ankommt›, hängt in wesentlichem Masse davon ab, wie er präsentiert und überreicht wird. Auch mancher unspektakuläre Gebrauchsartikel findet hohe Akzeptanz, wenn er auf sympathische Weise abgegeben wird», sagt er. Zudem empfiehlt er präzise Dosierarbeit, sprich: eine möglichst genaue Ausrichtung auf die Zielgruppe, statt den Einsatz der Giesskanne. Deshalb sind auch in dieser Kommunikationsdisziplin vor allem Originalität und Trendrichtigkeit gefragt, damit die Identifikationswirkung der Objekte dem Image des Unternehmens entspricht. So gesehen, kann der übliche Schlüsselanhänger, Kugelschreiber oder ein weiterer Kalender für die einen genauso angebracht sein wie die allseits beliebten Schweizer Markenprodukte aus den Häusern Victorinox, Caran d’Ache und Hallwag Kümmerly + Frey für die anderen Anlässe. Je nach Einsatzbereich und Bedürfnis, ob nun für ein Firmenjubiläum, als Messegeschenk, Mailingverstärker oder zum Jahresende, das Anforderungsprofil an den Werbeartikel kann stark variieren. Im Gespräch mit dem Werbeartikel-Profi finden sich oft Lösungen wie zum Beispiel profilstarke und erschwingliche Unikate, an die man zuvor gar nicht gedacht hatte.
Individualisierter Kaffee-Notvorrat tut Herz und Seele gut – und dank Mug hat das Firmengeschenk eine längere Halbwertszeit (Siegrist Werbeartikel).
Allerweltsgeschenk Schreibgerät? Stimmt die Qualität und lässt sich damit ermüdungsfrei schreiben, begleitet es den Kunden oft monatelang. Bei Racols Schreiber lassen sich hinter dem transparenten Clip-Cover Fotos, Grafiken oder Texte gut geschützt platzieren.
Originelle, dreidimensionale Werbemagnete fixieren nicht nur den Einkaufszettel an den Kühlschrank, sondern erinnern täglich an das Produkt und die Marke (Lacoray AG Promotion).
Die modischen Schultertaschen Stripes (Pandinavia) aus Nylon mit mehrfarbigem Streifenband bieten eine neuartige Veredelungsmöglichkeit und waren an der X-Messe ein Favorit; Mindestbestellmenge 250 Stück.
Der Rückspiegel fürs Handgelenk sportlicher und moderner Konsumenten kommt von Walter Berger GmbH und dürfte für den erhofften Überraschungseffekt sorgen.
Mit allen Sinnen wahrnehmen: Lippenpflegestifte mit Lichtschutzfaktor 20 sind nicht nur für die kalte Jahreszeit gedacht, sondern kommunizieren für den Absender das ganze Jahr hindurch. Als Aroma setzt Anbieter Wipex Vanillin pflanzlichen Ursprungs ein, als Verpackung sechs gefrostete Farben.
Das fluoreszierende AM/FM-Radio «Moodlight» überrascht mit seinen fliessenden Farbwechseln und wird von Hes Idea, Pandinavia sowie von Siegrist vertrieben.
Für das Brokerhaus GWP Insurance Brokers des DaimlerChrysler-Konzerns kreierte Lacoray ein dekoratives Weihnachtsgeschenk: eine Sturmlaterne, ganz edel verpackt in einer bedruckten und mit Stroh ausgelegten Holzschiebebox.
Motto: «Vertrauen schafft Sicherheit».
Mehrfach aufklebbar haftet die Stamps-Uhr an jedem Gegenstand, ohne Rückstände zu hinterlassen. Die ganze Uhr kann bei Medic Créatif frei gestaltet werden.
Für Kalender und Zeitplansysteme in allen Einbandvarianten, Formaten und Sonderkonzeptionen empfiehlt sich Spezialist Aumann-Primex unter anderem mit der exklusiv vertriebenen Marke Brunnen von Baier & Schneider. Hier: ein Alu-Kompagnon.
Praktisches für Geniesser: Formschön präsentiert sich die doppelwandige Thermo-Tasse aus Stahl, aussen mit gummierter Oberfläche, rutschfestem Boden und Deckel mit Trinkschlitz. Pandinavia bietet ihn an ab 300 Stück Bestellmenge.
Lounging-Mood lässt sich für die Kunden branden. Auf die Idee kam Oliver Lawson, der unter Loungepillow.ch die wetterfesten und pflegeleichten, überdimensionierten Partykissen in drei Grössen und neun Farben vertreibt. Auf dem grossen Lounge Pillow können es sich bis zu fünf Personen im Haus und ausser Haus bequem machen.
Kunstdruckkarten im Geschenkset und Kalender made in Switzerland wie hier von Spogart sind besonders bei global tätigen Unternehmen sehr beliebt, vermitteln sie doch eine kostbare, ursprüngliche Eleganz, die oft mit der Schweiz assoziiert wird.
Tägliche Überraschungen aus dem wieder verwendbaren Adventskalender machen aus der Vorfreude die schönste Freude. Dreht man die 24 Boxen um, hat man einen neutralen Sammelbehälter, weiss
Händler Hes Idea über «Saint Nick».
Für den Büro-Schumi: Der Rennwagen Troika weckt den Spieltrieb und hält Ordnung auf dem Bürotisch (Medic Créatif).
Wipex, der Schweizer Generalvertreter von Schwan Stabilo, lässt neu den Kugelschreiber Spotlight mit einer auslaufsicheren Grossraummine aus Schweizer Produktion ausstatten.
«Liebling, ich habe deinen Stabilo geschrumpft!» Den leuchtenden Mini-Sympathieträger von Racol Partner gibts in vier Farben und in Zweier- oder Vierer-Etuis.
Sportgeräte als Geschenk wären generell beliebt, haben aber oft das Problem der Sperrigkeit. Der neue Trend-artikel von Hes Idea kommt deshalb gerade rechtzeitig auf die Schlittelpisten: Der Body-Board H1
in zwei Grössen, für Erwachsene und für Kinder.

Unruhe vor dem Sturm

Verlage Tamedia geht an der Pfnüselküste mit seinem Flaggschiff auf Kollisionskurs zur Zürichsee-Zeitung.

Verlage Tamedia geht an der Pfnüselküste mit seinem Flaggschiff auf Kollisionskurs zur Zürichsee-Zeitung.Nach den Experimenten mit Lokalzeitungen Ende der 90er-Jahre gerät die Zeitungslandschaft am linken Zürichseeufer erneut in Aufruhr. Vergangene Woche hat die Herausgeberin des Tages-Anzeigers angekündigt, sie werde im Bezirk Horgen – also mitten im Stammgebiet der dominierenden Zürichsee-Zeitung – ab kommendem März eine eigene Lokalredaktion betreiben und einen separaten Regionalteil für das Gebiet von Kilchberg bis Richterswil sowie für das Sihltal produzieren.Umfang und Art des Tagi-Splits sind noch offen. Die Rede ist von täglich sechs Seiten mit journalistischen Beiträgen, regional akquirierten Inseraten und amtlichen Publikationen, die entweder als zusätzlicher Zeitungsbund oder als Tabloid-Beilage erscheinen. «Wir wollen lokal in die Tiefe gehen», sagt Daniela Decurtins, die als stellvertretende Chefredaktorin des Tages-Anzeigers später auch für die Regionalisierung in anderen Gebieten die Verantwortung trägt.
Lokales tut beim Tagi tatsächlich Not, weil das Blatt derzeit nur wachsen kann, indem es sich in den Agglomerationen von «Downtown Switzerland» stärker verankert. Denn nach dem Scheitern der nationalen Wachstumsstrategie mit der nie erreichten Zielauflage von 300000 Exemplaren misslang auch Tamedias Versuch, die vier Zürcher Landzeitungen Unterländer, Oberländer, Zürichsee-Zeitung und Landbote auf die eine oder andere Weise einzubinden.
NZZ-Schulter gestärktDas Vorhaben ist ein Direktangriff auf die Zürichsee-Zeitung und der erklärte Versuch, die geneigte Leserschaft im Bezirk Horgen mittel- bis langfristig auf den Tagi zu trimmen. Tamedia hat dabei gute Karten: «Wir haben im Bezirk Horgen heute bereits mehr als 32000 Leserinnen und Leser», so Decurtins. Reüssieren könnte der Eindringling zunächst bei den so genannten Doppellesern, welche die Zürichsee-Zeitung wegen der lokalen Berichterstattung lesen, den Tages-Anzeiger aber für alles Übrige heranziehen.
Im Stammhaus der Zürichsee-Zeitung in Stäfa nimmt man die Zürcher Offensive ernst. «Bis jetzt waren wir neutral positioniert, doch das ist nun vorbei. Sollte Tamedia wirklich Fuss fassen, werden wir näher zur NZZ rücken und uns sicher nicht an den Tagi anlehnen», erklärt Theodor Gut, Verwaltungsratspräsident der Zürichsee Presse AG, welche die Zürichsee-Zeitung herausgibt. Denn Gut glaubt, dass Tamedia im Gegensatz zur NZZ kein Interesse an starken und eigenständigen Landzeitungen haben kann, die ihr Flaggschiff unmittelbar konkurrenzieren. Den Angriff will Gut mit noch nicht näher definierten Alternativangeboten an Leser und Inserenten kontern und wenn nötig auch die linksufrige Redaktion punktuell verstärken.
Tagi wirbt Journalisten abUnterdessen ist auch das Seilziehen um lokal versierte Journalistinnen und Redaktoren entbrannt. Denn der Neuling in der Region ist auf Schreibende mit einem breiten Beziehungsnetz angewiesen. Abwerbungsversuche bei der Konkurrentin zeigen, dass Tamedia bereit ist, dafür tief in die Tasche zu greifen. So tief, dass die Zürichsee-Zeitung nur auf die Loyalität ihrer Leute hoffen kann. Die neue Redaktion soll ähnlich wie jene der Zürichsee-Zeitung bestückt sein, welche das Bezirksgeschehen mit etwa 900 Stellenprozenten journalistisch bewältigt.
«Uns ist es ernst. Wir haben langfristig und seriös geplant», meint Decurtins dazu. Das Regionalisierungsprojekt soll also nicht wie frühere Expansionsversuche wieder einschlafen. Konkret will man sich zwischen fünf und zehn Jahre geben, um das Publikum des Tagi zu überzeugen und die Zürichsee-Zeitung an die Wand zu spielen.
Der sich abzeichnende Stellungskrieg dürfte damit deutlich länger dauern als jener Ende der 90er-Jahre zwischen Stäfa und dem ehemaligen Baublatt-Verleger Ueli Schück aus Rüschlikon. Nachdem die Zürichsee-Zeitung das linke Seeufer konsolidiert und vier Lokalblätter geschluckt hatte, nutzte Schück geschickt den Unmut des Publikums über den Verlust lokaler Presseidentität. Er lancierte den Aufstand von unten mit vier neuen Lokalzeitungen, die nach anderthalb Jahren jedoch wieder eingestellt wurden. Ein ehemaliger Redaktor meint, mit der Publicitas als Inseratebeschafferin hätte das Experiment möglicherweise bessere Chancen gehabt.
Schwachstelle Thalwil
Doch wo die Zürichsee-Zeitung früher Goliath war, ist sie heute David. Ihr Chefredaktor Benjamin Geiger vertraut dennoch auf die konzeptionellen Vorteile seines Blatts Dieses stelle bewusst in den Mittelpunkt, was der künftige Tages-Anzeiger im Bezirk lediglich als Beilage anbieten könne. Und er zählt auf ein gut vernetztes Redaktionsteam, mit dem er – erste Priorität – weiterarbeiten will.
Auf der strategischen Landkarte der Zürichsee-Zeitung gibt es allerdings einen blinden Fleck. Im Wahlkreis Thalwil hält der gleichnamige Anzeiger etwa 6000 Abonnemente. Jüngst hat die Zürichsee-Zeitung einen Redaktor abgeordnet, der im Hinblick auf eine Übernahme publizistische Vorarbeit leisten soll. Zwar hat Stäfa ein Vorkaufsrecht auf das defizitäre Blatt. Solange sich dessen bejahrter Besitzer aber nicht von seinem Lebenswerk trennen will, kann die Zürichsee-Zeitung die Thalwiler-Abonnemente nicht umwandeln und muss ein Gebiet verteidigen, in dem sie kaum präsent ist. Diese Schwachstelle wird der Tages-Anzeiger gewiss nutzen.
Not als Tugend: Da der Tages-Anzeiger nur noch in der Region wachsen kann, attackiert er die Zürichsee-Zeitung.
Druckausgleich mit der NZZDer NZZ gelang, was der Tages-Anzeiger während langer Zeit
vergeblich versuchte: Durch die verstärkte Kooperation mit der PubliGroupe, die voraussichtlich 22,5 Prozent an der Zürichsee Presse AG (Zürichsee-Zeitung) und 40 Prozent an der Ackeret AG in Bassersdorf (Zürcher Unterländer) in die NZZ-Tochter Neue Presse Holding einbringt und dafür das Inserategeschäft der NZZ übernimmt, rücken die beiden Landzeitungen näher zur NZZ, bleiben dabei unabhängig.
Noch ist der Deal jedoch nicht über die Bühne. Theodor Gut, Verwaltungsratspräsident der Zürichsee Presse AG jedenfalls will von seinem Vorkaufsrecht auf die PubliGroupe-Beteiligung an seinem Unternehmen keinen Gebrauch machen.
Jüngst kursierte das Gerücht, er könnte im letzten Moment dem Druck vom linken Seeufer nachgeben und sie der Tamedia zuspielen.
Sollte der Druck weiter steigen, «werden wir die bestehenden Strukturen stützen», meint Beat Lauber, Leiter Regionalzeitungen bei der NZZ, dazu. (rw)
René Worni

Tamedia trennt sich vom Spick

Zeitschriften Bereits seit Juni 2003 ist Tamedia auf der Suche nach einem Käufer für die Kinderzeitschrift Spick.

Zeitschriften Bereits seit Juni 2003 ist Tamedia auf der Suche nach einem Käufer für die Kinderzeitschrift Spick.Nun wurde er mit Künzler-Bachmann in St. Gallen gefunden. Ab Anfang 2005 ergänzt Spick das Portfolio des Verlags im Bereich Kinder und Familie, zu dem Titel wie Kidy, Unser Baby und Werdendes Leben gehören. Die Zusammenarbeit mit dem Sailer-Verlag in Nürnberg, wohin Tamedia die Spick-Redaktion im Herbst 2003 ausgelagert hat, wird fortgeführt.
get_footer();