Ringier vertreibt Cicero höchstpersönlich

Zeitschriften Das politische Monatsmagazin Cicero wird künftig in der Schweiz direkt durch Ringier vertrieben. Bislang war dafür der ASV Auslandsvertrieb aus dem Hause Springer zuständig.

Zeitschriften Das politische Monatsmagazin Cicero wird künftig in der Schweiz direkt durch Ringier vertrieben. Bislang war dafür der ASV Auslandsvertrieb aus dem Hause Springer zuständig.Ringier hat Cicero im März in Deutschland lanciert. «Wir verkaufen einen überraschenden Anteil der gesamten Cicero-Auflage in der Schweiz», erklärt Verlagsleiter Martin Paff. Mit der Übernahme des Vertriebs durch Ringier strebe man eine weitere Steigerung an.

Ruf Lanz gewinnt Cresta-Award

Werbung Der TV-Spot «Stevie Wonder» für das Blindenwohnheim Mühlehalde von Ruf Lanz hat einen Cresta-Award gewonnen. Die offizielle Preisverleihung findet erst im November in New York statt.

Werbung Der TV-Spot «Stevie Wonder» für das Blindenwohnheim Mühlehalde von Ruf Lanz hat einen Cresta-Award gewonnen. Die offizielle Preisverleihung findet erst im November in New York statt.Laut Ruf Lanz werden dieses Jahr weniger als ein Prozent der Einsendungen prämiert. Mindestens auf die Shortlist schafften es auch Lesch + Frei und Publicis.

Athleticum sponsert Tennis-Junioren

Sponsoring Athleticum wird neuer Sponsor des Verbands Swiss Tennis. Für drei Jahren übernimmt die Manor-Tochter das Patronat der Juniorenmeisterschaften.

Sponsoring Athleticum wird neuer Sponsor des Verbands Swiss Tennis. Für drei Jahren übernimmt die Manor-Tochter das Patronat der Juniorenmeisterschaften.Sie werden unter dem Namen Athleticum Junior Champion Trophy als Winter- und Sommer-Meisterschaft ausgetragen. Der Sportartikelhändler zeichnet zudem als Official Sponsor des Verbandes.

In eigener Sache

Reinhold Weber hat in unserer Ausgabe vom 26. August 2004 einen Gastkommentar mit dem Titel «PR-Pflotsch statt Songs» publizieren lassen, in dem er das Niveau der Schweizer Radiosender, welche U-Musik ausstrahlen, beklagte.

Reinhold Weber hat in unserer Ausgabe vom 26. August 2004 einen Gastkommentar mit dem Titel «PR-Pflotsch statt Songs» publizieren lassen, in dem er das Niveau der Schweizer Radiosender, welche U-Musik ausstrahlen, beklagte.In der Werbewoche vom 2. September 2004 wehrte sich Peter Brun, Programmleiter von Radio 24, gegen dessen Vorwürfe. Reinhold Weber fühlt sich durch die Wortwahl von Herrn Brun und insbesondere durch den Titel – einem Auszug aus dem Kommentar – in seiner Persönlichkeit verletzt. Die Werbewoche stellt sich auf den Standpunkt, dass das Duell beidseits mit markigen Worten geführt wurde und dass kein Verstoss gegen rechtliche Normen vorliegt. Sie betont namentlich, dass keinerlei Absicht bestand, Reinhold Weber in seiner beruflichen Ehre zu kränken und bedauert es, wenn sich Reinhold Weber trotzdem verletzt fühlt. Die Chefredaktion

Viele Zahlen und ein Überraschungsgast

Auflagen 71 Printprodukte weisen freiwillig aktualisierte Zahlen aus. Auch die Weltwoche zieht mit.

Auflagen 71 Printprodukte weisen freiwillig aktualisierte Zahlen aus. Auch die Weltwoche zieht mit.
Überraschungsgäste präsentiert die Zwischenbeglaubigung der Wemf: Die Jean Frey AG hat mit ihren Titeln Beobachter, Bilanz, TR 7 und Weltwoche doch teilgenommen. Noch im August erklärte Kadermann Peter Kümmerli der Werbewoche, Jean Frey habe sich gegen die Zwischenbeglaubigung entschieden, weil man keine dynamische Entwicklung erwarte. Der Verlag stecke seine Ressourcen lieber ins Marketing. Doch weil sich eine breite Teilnahme abzeichnete, habe die Jean Frey AG es sich anders überlegt, erläutert CEO Filippo Leutenegger den Sinneswandel an der Förrlibuckstrasse: «Wir haben nichts zu verstecken!»Bilanz als grosser VerliererAuch nicht den Einbruch des Wirtschaftsmagazins Bilanz. Dessen Auflage sank um 17,75 Prozent auf 34841 Exemplare. Mit der Umstellung auf halbmonatliches Erscheinen per Anfang 2005 versucht Jean Frey die Flucht nach vorn aus dem Fiasko. Die Konkurrenz schnitt deutlich besser ab: Finanz und Wirtschaft verlor 2,04 Prozent, Cash stagnierte (+0,11 %) und Stocks legte – nach dem Wechsel vom Wochen- auf den Halbmonatsrhythmus – um ganze 31,69 Prozent zu. Die HandelsZeitung nahm an der Zwischenbeglaubigung nicht teil.
Facts glänzt am KioskDie Jean-Frey-Titel TR 7 (+0,70%) und Beobachter (–0,74%) zeigten tatsächlich wenig Dynamik. TR 7 verringerte den Abstand zum Rivalen Tele ein wenig, weil dieser 4,50 Prozent Auflage einbüsste. Die Weltwoche fiel mit einem Verlust von 2,83 Prozent ungefähr auf das Niveau von 2002 zurück. Der Verlag spricht von einer Stabilisierung auf hohem Niveau. Stabilisiert hat sich vor allem die Abozahl. Sie sank um nur 0,14 Prozent. Der Einzelverkauf ist dagegen um 14,25 Prozent eingebrochen. Anders beim Konkurrenten Facts: Das Newsmagazin aus dem Haus der Tamedia steigerte den Einzelverkauf um bemerkenswerte 8,56 Prozent, während die Abonnements um 7,17 Prozent zurückgingen. Insgesamt verkauft Facts 4,56 Prozent weniger.
Auch andere Zeitschriften haben den Rückwärtsgang eingelegt. Bei den Frauenmagazinen büsste Annabelle 8,21 Prozent ein, Bolero 1,35 Prozent (verglichen mit einer provisorischen Beglaubigung des ersten Quartals 2004). Die Glückspost verkaufte 6,31 Prozent Exemplare weniger. Ihr monatliches Special Glückspost Super-Rätsel legte dagegen um 0,43 Prozent zu. Gewinne weisen auch die Schweizer Familie (+1,54%) und die Schweizer Illustrierte aus, die um 0,25 Prozent wuchs.
Die Tageszeitungen beteiligten sich nur spärlich an der Zwischenbeglaubigung. Durch Abwesenheit glänzen unter anderem Mittelland Zeitung, Berner Zeitung/Bund, Südostschweiz und St. Galler Tagblatt. Der Blick verzichtete ebenfalls auf die Teilnahme, weil sein Tabloid-Experiment vom Frühling die Zahlen verfälscht hätte. Als Gewinner präsentierten sich 20 Minuten (+3,20%), aber auch die Neue Luzerner Zeitung (+0,29%). Leichte Verluste erlitten der Tages-Anzeiger (–0,14%) und die Basler Zeitung (–1,19%). Die Neue Zürcher Zeitung büsste sogar 2,51 Prozent ein.
Kampfzone Sonntag
Besser ging es der jungen Schwester: Die NZZ am Sonntag legte dank der Umwandlung von Gratisabonnements aus der Launchphase deutlich zu. Die Gesamtauflage stieg um beachtliche 19,80 Prozent auf 108011 Exemplare. Auch der Einzelverkauf hat seinen Teil zum Wachstum beigetragen. Er legte um 4,50 Prozent zu – offensichtlich auf Kosten der Konkurrenz. Die SonntagsZeitung büsste am Kiosk 0,57 Prozent ein, der SonntagsBlick sogar 3,13 Prozent. Bei den Abonnements verzeichnen diese beiden Titel hingegen einen Aufwärtstrend. Insgesamt stieg die Auflage der SonntagsZeitung damit um 0,41 Prozent, während das Ringier-Produkt SonntagsBlick um 1,67 Prozent zurückfiel.
Das Duell der orangen Riesen findet erst in der nächsten regulären Beglaubigung seine Fortsetzung: Die Migros-Presse verzichtete auf eine Teilnahme an der Zwischenbeglaubigung, sodass nur von der Coop-Zeitung aktuelle Zahlen vorliegen. Sie legte in allen Landesteilen zu und steigerte ihre Auflage schweizweit um 2,27 Prozent auf 2,278 Millionen (Gratis-)Exemplare.
Eins für zwischendurchWegen eines Systemwechsels findet die nächste reguläre Beglaubigung erst im Herbst 2005 statt. Die Zahlen vom Frühling dieses Jahres gelten also 18 Monate lang. Mit der Zwischenbeglaubigung wollte die Wemf jenen Titeln entgegenkommen, die in der Zwischenzeit wesentliche Veränderungen durchgemacht haben.
Diese Botschaft scheint nicht überall angekommen zu sein. So etwa beim Luzerner Kantonsblatt, das einen Rückgang von 4778 auf 4757 Exemplare (–0,44%) beglaubigen liess. Den Vogel abgeschossen hat die Schweizer Holz-Zeitung:
Sie legte von 1738 auf 1739 Exemplare zu.
Überhaupt kein Interesse weckte die Zwischenbeglaubigung in der Romandie. Nur einige Titel, deren Deutschschweizer Pendants teilnahmen, sind auf der Liste zu finden, zum Beispiel Automobil Revue/Revue Automobile.
Insgesamt umfasst die Zwischenbeglaubigung 71 Titel. Sie bezieht sich auf den Zeitraum vom 1. Juli 2003 bis 30. Juni 2004. (sm)
Stefano Monachesi

Satellit gilt nicht als Kabel-Konkurrenz

TV-Empfang Das Bundesgericht sieht im Empfang von Fernsehprogrammen via Satellit keine gleichwertige Alternative zur Übertragung im Kabelnetz.

TV-Empfang Das Bundesgericht sieht im Empfang von Fernsehprogrammen via Satellit keine gleichwertige Alternative zur Übertragung im Kabelnetz.Satellitenempfang möge allenfalls für technisch versierte Kunden ein vergleichbares Angebot darstellen, meint das Gericht. Nicht aber für den durchschnittlichen Konsumenten, der einen möglichst unkomplizierten und verlässlichen TV-Empfang wünsche. Es bestätigte so die marktbeherrschende Stellung des jurassischen Kabelnetzbetreibers Antennes Collectives de Télévision. Deshalb wird sich Antenne Collectives nun dem Ukas des Preisüberwachers beugen und die Gebühren senken müssen.

Hoch lebe die originelle Nützlichkeit

Messen Die Züspa will sich neu positionieren. Sinnbild dafür ist der Low-Budget-TV-Spot von Wyler Werbung.

Messen Die Züspa will sich neu positionieren. Sinnbild dafür ist der Low-Budget-TV-Spot von Wyler Werbung.Ein blauer Golf parkt am Strassenrand, der Fahrer steigt aus und bedient die Türverriegelung. Prompt macht sich ein ausgefahrener Spritzroboter ans Werk und markiert fein säuberlich ein Parkfeld rund um den Wagen. Einblender: «Praktisches gibts an der Züspa.» Der 22-Sekunden-Streifen endet mit dem Packshot und einem Samba-Zitat, das die Pointe unterstreicht. Eine einzige Einstellung, etwas Geräuschkulisse und ein von Regardez genial umgesetzter Trick machen aus der nur 40000-Franken teuren Produktion ein kleines Meisterwerk der Schweizer Messekommunikation. CD Ruedi Wyler wie immer bescheiden: «Der Film scheint mir recht gelungen.»Auftraggeberin Vanessa Flack liess trotz unveränderten Budgets am Werbepaket einiges erneuern. Immerhin ging es darum, das mit Gastland Ungarn neu eingeführte Konzept der Züspa bekannt zu machen und mit dem frischen Wind mehr Besucher anzulocken. Hanspeter Egli, Präsident der Vereinigung Messen Schweiz VMS, liest am Barometer der Schweizer Publikums-Verkaufsmessen einen erfreulichen Trend ab: Anders als die Olma, die seit einigen Jahren im Aufwind ist, steigen die Eintrittszahlen bei der Muba, Bea und dem Comptoir Suisse nach Jahren der Stagnation endlich wieder an.
Abgesehen von Einflussfaktoren wie Witterung und anderen Veranstaltungen habe das Marketing-Tool Messe durch das Volksfest- und Jahrmarkt-Image an Attraktivität verloren und sei durch Live-Promotionen am POS zusätzlich unter Druck geraten. «Nur eine klare Abhebung von den lokalen Gewerbemessen durch aktuelle und attraktive Sonderschauen und Rahmenprogramme kann die Resonanz der Grossen verstärken», erklärt Egli. Um die Zuschauer bei der Stange zu halten und neue zu gewinnen, genügt der Mix aus Tradition und neuen Unterhaltungselementen nicht. Diese müssen auch modern vermittelt werden. «Die Züspa will für alle Segmente ein Ausflugserlebnis sein», sagt Kommunikationsleiterin Flack.
Auf Zeitungsbeilage verzichtet
Da sich das Budget nach der Auslastung der Hallen richtet, lautete ihr Ziel, mit gleich hohem Etat die veränderte Ausrichtung möglichst Impact-stark einzuführen. «Im Unterschied zu früher haben wir diesmal zu Gunsten drei neuer Radio- und erstmals eines TV-Spots auf die breit gestreute Beilage in den Zeitungen verzichtet, wo bisher ein grosser Teil der Werbeausgaben hinfloss», sagt sie. Beibehalten habe man die Mediengattungen Plakat, Inserat, Flyer und Broschüre.
Noch ironischer als der TV-Spot schälen die Radiospots den USP der Züspa heraus: Darin werden drei Originalgebrauchsanweisungen mit all ihren Stilblüten zum Besten gegeben. Aufschluss gibt der Rat, man solle sich die Produkte besser an der Züspa vorführen lassen.
Praktisch wie die Züspa selbst: Der Spot von Wyler Werbung setzt den Messegedanken eins zu eins um.
Luca Aloisi

Swissclick kombiniert mit Radio Top

Crossmedia Radio Top und der Onlinemarktplatz-Betreiber Swissclick sind eine Partnerschaft eingegangen.

Crossmedia Radio Top und der Onlinemarktplatz-Betreiber Swissclick sind eine Partnerschaft eingegangen.Sie lancieren das Crossmedia-Angebot Topclick für Stellen-, Immobilien- und Fahrzeuginserate. Swissclick-Kunden können ihre Anzeigen künftig auch auf dem Portal Toponline.ch veröffentlichen und zweimal wöchentlich in der Sendung «Topclick» des Ostschweizer Senders ausstrahlen lassen.

NZZ gründet Unternehmen für neues Pressenetz

Tagespresse Die Neue Zürcher Zeitung hat eine Firma gegründet für jene Dienstleistungen, die sie Schweizer Regionalzeitungen anbieten will

Tagespresse Die Neue Zürcher Zeitung hat eine Firma gegründet für jene Dienstleistungen, die sie Schweizer Regionalzeitungen anbieten will. Die Geschäftsleitung der FPH Services AG übernimmt der ehemalige Bund-Verlagsleiter J. Pepe Wiss. Zum Angebot gehört das Online-Artikeltauschsystem Pressenetz, das zurzeit getestet wird. Daran beteiligen sich neben Bund, St. Galler Tagblatt, Neue Luzerner Zeitung und Werdenberger & Obertoggenburger aus der NZZ-Gruppe auch die Berner Zeitung, die Thurgauer Zeitung, die Schaffhauser Nachrichten und der Zürcher Oberländer.

Der Türöffner

Simon Hubacher hat einen Rucksack voller Know-how. Er hofft, bei der PR-Agentur Peter Bütikofer Company möglichst viel davon brauchen zu können.

Simon Hubacher hat einen Rucksack voller Know-how. Er hofft, bei der PR-Agentur Peter Bütikofer Company möglichst viel davon brauchen zu können.Es hat nicht wenige überrascht, als der langjährige Journalist und Mitarbeiter von Bundesrätin Micheline Calmy-Rey am 1. September bei einer PR-Agentur angeheuert hat. Für Simon Hubacher ist der Einstieg bei Peter Bütikofer und seiner Company in Zürich eine logische Entwicklung: «Die Kombination der Erfahrungen als Journalist und in der Verwaltung im Bundeshaus sind eine ideale Voraussetzung, um im Bereich Public Affairs arbeiten zu können. Mir geht es um einen guten Mix von all dem, was ich bisher gemacht habe. Das kann ich hier einbringen und versuchen, Kunden davon profitieren zu lassen.» Macht ausüben ist kein Ziel
Der neue Leiter für Public Affairs bei Bütikofer kann ein gutes Netzwerk einbringen und hat fundierte Kenntnisse der politischen Mechanismen. «Mal schauen, was sich daraus ergibt», meint er. Allerdings: Um im Hintergrund politische Macht ausüben zu können oder grossen Einfluss in der Wirtschaft zu haben, soll es ihm nicht gehen. «Das war schon als Journalist nicht meine Absicht», meint er – obwohl Hubacher in der SonntagsZeitung oder im Blick immer wieder pointierte Kommentare geschrieben hat. Es sei auch nicht das Ziel, als PR-Berater etwas zu machen, für das er eigentlich selber Politiker hätte werden sollen. Das ist aber beim Sohn des politischen Urgesteins Helmut Hubacher nie zur Diskussion gestanden. «Ich habe die Geduld nicht, die es braucht. Ich kann auch aus der Haut fahren.»
Hubachers Wechsel zu Bütikofer ist bereits sein zweiter Einstieg in die PR-Branche. 2002 hat er sich selbstständig gemacht. Bei den Zeitungen hatte er damals das Gefühl, er sei an einem Scheidepunkt. «Ich hatte es ausgereizt und Lust auf einen Wechsel.» Es sollte allerdings ein Wechsel sein, bei dem der Familienvater mit zwei schulpflichtigen Kindern nicht noch einmal selber jahre- lang in die Schule gehen muss, sondern «mit bestehenden Kompetenzen etwas Neues anfangen» kann.
Da der Journalist schon in seinen Zeiten bei SonntagsBlick, Blick, Facts und SonntagsZeitung hin und wieder für PR-Beratungen angefragt worden ist, diese Jobs aber als Angestellter nie annehmen konnte, hat sich sein Schritt in die Kommunikationsberatung schliesslich aufgedrängt. Das Ziel, einmal ein Büro mit drei Partnern zu haben, ist dann ironischerweise am Erfolg mit einer der ersten Kundinnen gescheitert.
Micheline Calmy-Rey hat zwei Monate vor ihrer Wahl in den Bundesrat Simon Hubacher als Medienberater engagiert. «Es ging darum, in der deutschen Schweiz ihren Namen bekannter zu machen.» Die Politikerin brauchte dazu jemanden, der «den Markt und die Szenen kennt und als Türöffner funktioniert». Die spätere Bundesrätin wusste selber genau, was sie wollte. Hubachers Idee war es, den Medien einen Mix zwischen politischen Aussagen und Privatem zu präsentieren. Der Berater wusste: «Wenn sie nur als rationale Figur rüberkommt, dann wird es schwierig.» Und er ist ein bisschen stolz, dass dieser Mix «noch heute die starke Persönlichkeit von Calmy-Rey ausmacht».
Als Dank wurde Simon Hubacher nach der Wahl als persönlicher Mitarbeiter zum Leiter des Informationsdienstes ins EDA berufen. Das eigene PR-Büro wurde wieder geschlossen, obwohl er wusste, dass er nur eine bestimmte Zeit zwischen der Familie in Bonstetten und Bern pendeln wollte.
Taxifahrer in Basel, Koch in der alternativen Kulturbeiz Engel in Ottenbach und schliesslich Volontär bei der inzwischen eingegangenen Basler AZ waren die «wichtigen Suchjahre statt Lehrjahre», bevor Simon Hubacher mit jungen 21 die Aufnahmeprüfung in die Ringier-Journalistenschule bestanden hat. «Dann sah ich: Das war mein Weg.»
Halifax-Buch als Meilenstein
Hubacher absolvierte zuerst das Ringier-Karussell und wechselte dann zu Tamedia. Als einen seiner journalistischen Meilensteine sieht er die Halifax-Berichterstattung, wo seine Abteilung beim Facts «den Lead» in der kritischen Analyse der Unfallursachen übernommen hat. Zusammen mit Tim van Beveren hat Hubacher zu diesen heiklen Fragen auch ein Buch geschrieben und ist damit bei der Swissair «nicht nur auf Freude gestossen». Der Untersuchungsbericht hat den Journalisten aber schliesslich Recht gegeben.
Mit solchen Erfahrungen soll Hubacher in seinem neuen Engagement auch in Disziplinen wie Krisenkommunikation eingesetzt werden. «Ich bin offen für alles», meint er, obwohl er in Sachen Public Affairs natürlich «mehr mitbringt als in anderen Bereichen».
Lust auf all diese Arbeiten macht Hubacher, dass die Peter Bütikofer Company «in einer spannenden Phase» ist. Interessante Mandate, viele Aufträge, die Nummer drei im Ranking und «ein guter Drive mit vielen jungen Kräften».
Kenner der politischen Mechanismen: Simon Hubacher, der neue Leiter Public Affairs der Peter Bütikofer Company.
Andreas Panzeri

Ein zweiter «Express»-Effekt?

Oliver Classen über den (Hinter)Sinn von Tamedias Lokaloffensive.

Oliver Classen über den (Hinter)Sinn von Tamedias Lokaloffensive.Zum Frankfurter Tabloid-Workshop über «Die grosse Wirkung einer kleinen Umstellung» (siehe Seite 18) hatten sich auch Roland Schlumpf und Daniela Decurtins angemeldet. Die beiden Executives des Tages-Anzeigers liessen sich jedoch von einem ihrer Consul-tants vertreten. Daheim wurde nämlich gerade der erste und entscheidende Regionalisierungsschritt beschlossen.
Diesen macht der Tagi ausgerechnet ans linke Zürichseeufer, jenes Gebiet also, wo er heute bereits massiv stärker vertreten ist als etwa in Winterthur oder Baden. Im Gegensatz zur Pfnüselküste könnte und müsste er dort – wie auch im Zürcher Ober- und Unterland – noch signifikant zulegen, um die Wachstumsfantasien der Tamedia-Aktionäre zu befriedigen. Bleibt die Frage, warum die kriegserfahrenen Coninx und Kall erst den offenkundigen Nebenschauplatz Horgen und Umgebung ins Visier nehmen.
Die einfachste, aber keineswegs unwahrscheinlichste Erklärung:
Tamedia hofft durch den Druck auf das (vermeintlich) schwächste Glied in der widerspenstigen Regionalverlegerkette auf einen zweiten, ländlichen «20 Minuten/Express-Effekt» – allen Entschlossenheitserklärungen zum Trotz. (Schliesslich will man nach wie vor am liebsten den Tagi-Mantel verkaufen.) Doch so etwas braucht Zeit. Was erklären würde, weshalb der Tagi-Split erst in fünf Monaten gelauncht werden soll.
Vielleicht suchen die Werdsträssler aber auch nur einen möglichst risikoarmen Laborraum, in dem sie vergleichsweise ungestört an einem in wichtigere Regionen exportierbaren Lokal-Tabloid basteln können. Besagter Berater hat dafür aus Frankfurt sicher einige Anregungen mitgebracht. Und falls nicht, sei ein ausgedehnter Blick in die kleinformatigen Lokalbeilagen der Aargauer Zeitung empfohlen. Wir sind gespannt, ob und was die Entwicklungsredaktion des Tagi von diesem «First Mover» lernen kann respektive will.
> Oliver Classen, Redaktor

Vizner Borel klärt über Sonderabfälle auf

Behördenkommunikation Im Kanton Zürich wird auf nächstes Jahr die Sammlung der Sonderabfälle neu organisiert.

Behördenkommunikation Im Kanton Zürich wird auf nächstes Jahr die Sammlung der Sonderabfälle neu organisiert.Für die Neugestaltung des Erscheinungsbilds und die Kommunikationsmassnahmen in diesem Zusammenhang suchte das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft eine Agentur. In einer mehrstufigen Konkurrenzpräsentation setzte sich Vizner Borel in Zürich durch. Bisher sei Sonderabfall kommunikativ eher stiefmütterlich behandelt worden, schreibt die Agentur in einer Mitteilung. Nun solle er eine eigenständige Identity erhalten. Mit einem überraschenden Logo, einem starken Claim und Massnahmen wie Broschüren, Flugblatt, Gemeindeplakaten und der Aussengestaltung werde die Bevölkerung aufgeklärt, was Sonderabfall sei und wo und wann man ihn zurückbringen könne.
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