Zahl der Woche

Auftragsfilm Der vom Eidgenössischen Departement des Innern EDI und der Swissfilm Association durchgeführte Qualitätswettbewerb erfreut sich zunehmender Beliebtheit. 128 Einsender haben dieses Jahr total 187 Filme eingereicht. Dies entspricht einer S

Auftragsfilm Der vom Eidgenössischen Departement des Innern EDI und der Swissfilm Association durchgeführte Qualitätswettbewerb erfreut sich zunehmender Beliebtheit. 128 Einsender haben dieses Jahr total 187 Filme eingereicht. Dies entspricht einer Steigerung der Einsendungen von 20 Prozent. Die Edi-Preisverleihung findet am 15. November im Schauspielhaus Pfauen in Zürich statt. Gewertet wird in den Kategorien Commercials, Corporate sowie Clips & Trailers. Neu gibt es neben den Regie- und Technikpreisen auch einen Edi für den Gesamteindruck.

Virtuelle Grabsteine, reale Gewinne

Rubriken Todesanzeigen waren fürs Zeitungsmarketing bislang tabu. Konjunkturkrise und Internet rütteln daran.

Rubriken Todesanzeigen waren fürs Zeitungsmarketing bislang tabu. Konjunkturkrise und Internet rütteln daran.Die Idee hatte Riccarda Mecklenburg während ihrer Zeit bei der Aargauer Zeitung. Als es dort einmal Probleme mit der Ferienumleitung gab und einige Abonnenten ihr Blatt erst mit dreitägiger Verspätung erhielten, brach ein Sturm der Entrüstung los. Der Hauptgrund: Die temporären Exilaargauer wollten möglichst schnell wissen, wer in ihrem Heimatkanton unter welchen Umständen das Zeitliche gesegnet hatte.Mecklenburg schloss daraus, dass «der Tod eines Menschen weitere Kreise interessiert, als eine Regionalzeitung physisch abdecken kann». Als Verlagsleiterin des Fricktaler Boten setzt sie diese Erkenntnis nun um und bietet Hinterbliebenen die digitale Aufbereitung und Verbreitung ihrer Todesanzeigen an. Diese sehen exakt so aus wie die papiernen Originale, können aber auch von Heimweh-Fricktalern ohne Boten-Abo betrachtet werden. Laut Mecklenburg generiert das überhaupt erst seit seinem Relaunch Ende August im Internet präsente Lokalblatt mit dem neuen Angebot momentan «mehr Umsatz als mit Bannerwerbung».
Weshalb der 50 Extrafranken kostende Fricktaler Online-Service bald weiter ausgebaut werden soll, etwa durch mit der Todesanzeige verlinkbare Danksagungen und Nekrologe. Vorbildfunktion könnte dabei die in Internet- und Marketingfragen seit jeher unorthodoxe Jungfrau Zeitung haben. Deren elektronische Grabsteine firmieren auf der Homepage unter «Unsere Verstorbenen» und sollen so signalisieren, dass sie der Leserbindung
respektive der (Kirch-)Gemeindebildung und nicht dem schnöden Mammon dienen.
Ausbau zu «Trauer-Dossiers»
«Wer in der Jungfrau Zeitung Todesanzeigen schaltet, bekommt dazu gratis und franko einen Platz auf unserem virtuellen Friedhof», versichert deren Verleger Urs Gossweiler. Für seine stark Web-basierte Zeitung bedeute die Erstellung solcher «Trauer-Dossiers» mit Bild, Lebenslauf, Todesanzeige und Danksagung nämlich kaum Mehraufwand. Schweizweit einzigartig dürfte das mittlerweile bis ins Jahr 2000 zurückreichende Verstorbenenarchiv des Lokalblatts aus dem Berner Oberland sein. Erklärtes Ziel von Gossweiler ist die Schaffung eines digitalen Ortes, auf dem die Toten statt der real üblichen 25 mindestens 50 Jahre ruhen können.
Konservativere Regionalverlage beobachten die Bewirtschaftung des Tabubereichs Tod mit einer Mischung aus Skepsis und Neugier. Schliesslich hat diese wohl älteste aller Rubriken nicht nur erfahrungsgemäss höchste Aufmerksamkeitswerte, sondern ist auch relativ unempfindlich gegenüber Konjunkturschwankungen. Erstere belegen zudem den immensen Leserbindungseffekt der schwarz umrandeten Inserategattung. Gerade private Todesanzeigen sind der wohl ultimative Vertrauensbeweis fürs Leibblatt und ein entsprechend sicheres Indiz für dessen lokale Verankerung.
Gradmesser der Verankerung
Das weiss auch der Geschäftsführer der Zuger Presse, Florian Hofer. Und hat entsprechend ein Problem damit, dass in seinem Blatt kaum öffentlich getrauert wird. Um diesen Rückstand auf die lokale Konkurrenz aufzuholen, müsse man «mehr emotionale Nähe zu den Zugerinnen und Zugern aufbauen» – und zwar über die tägliche Berichterstattung und nicht via Internet. Zwar hat die Zuger Presse vor einiger Zeit die Online-Software der Jungfrau Zeitung übernommen; deren virtuellen Friedhof hält Hofer jedoch für «makaber bis pietätslos» und keinesfalls nachahmenswert.
Auch der Zürcher Oberländer wehrt ab. Sollten die übrigen Rubrikenmärkte (noch) weiter schrumpfen, will Verlagsleiter Konrad Müller allerdings «nochmals über die Bücher gehen». Die rund drei Prozent, welche die Todesanzeigen zum Gesamtumsatz beisteuern, seien schliesslich «nöd nüt». Darin nicht enthalten sind notabene die jährlich 300000 Franken, welche Müller – wie manch anderer Regionalverleger – allein mit dem Druck und Vertrieb von Leidzirkularen generiert.
Morbides Anzeigenumfeld?
Höchst unterschiedlich ist nicht der jeweilige Anteil dieses Inseratetypus am Anzeigenertrag, sondern auch die Höhe des Rabatts, den Verlage in diesem sensiblen Bereich traditionell gewähren. Während bei überregionalen Zeitungen wie Tages-Anzeiger oder NZZ 40-prozentige Preisnachlässe üblich sind, liegen diese in der Provinz in der Regel etwas tiefer, beim Oberländer etwa bei 30 Prozent. Die Schaffhauser Nachrichten diskontieren gar nur 15 Prozent von ihrem Standard-Millimeterpreis. Und dies auch nur, weil Todesanzeigen seit letztem Jahr nur mehr im fünfspaltigen Einheitsformat angenommen und gedruckt werden. «Da in diesem Umfeld niemand mehr kommerzielle Anzeigen schalten will, müssen wir damit unsere fünfspaltigen Seiten ganz füllen», begründet Marketingleiter Stefan Wabel die Schaffung dieses internen Standards.
Dass Inserenten die papiernen Friedhöfe meiden wie der Teufel das Weihwasser, gehört zu den Paradoxien dieses wohl nicht nur bei der älteren Generation aufmerksamkeitsstärksten Rubrikgenres. Kaum Berührungsängste herrschen diesbezüglich hingegen im Internet. So wird, wer seinen Verstorbenen via Fricktaler Boten virtuelle Besuche abstattet, zugleich von Miele und Mitsubishi umworben. Und beim Online-Dienst mortalino.ch fragt ein Banner der Zürcher Kantonalbank gar (mit vermutlich unfreiwilliger Tragikomik) «Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?»
Das rein werbefinanzierte Todesfall-Portal Mortalino bietet übrigens nebst vielen praktischen Tipps rund ums gesellschaftliche Tabuthema Nummer eins auch einen Kostenkalkulator zur Berechnung von Todesanzeigen. Wer weiss, vielleicht rundet bald schon ein eigener virtueller Friedhof die Angebotspalette ab. Nach Car4you und Homegate könnte dann auch dieser findige Sterbedienstleister zum Übernahmekandidaten für Tamedia (oder einen anderen Grossverlag) avancieren …
Friedlich vereint: Im Gegensatz zu Zeitungen wird im Internet im Umfeld von Todesanzeigen munter geworben.
Ein 100-Millionen-Franken-MarktMenschlich-Allzumenschliches wie Lust und Trauer werden statistisch ebenso tabuisiert wie gesellschaftlich. Über die quantitative Entwicklung der Todesanzeigen existieren – wie für den Bereich Erotik- und Kontaktinserate – jedenfalls keine offiziellen Angaben. Im Advertising Index Switzerland der Wemf etwa wird lediglich der prozentuale Anteil des gesamten Rubrikengeschäfts am Pressewerbevolumen erfasst. Dieser ist zwischen Januar und Juli 2004 im Vergleich zur Vorjahresperiode schweizweit um weitere 1,1 auf nunmehr 28,4 Prozent gesunken.
Die Grafik zeigt, dass dies kaum am vergleichsweise konjunkturresistenten
Todesanzeigenmarkt liegt. So nahmen die Todesfälle in der Schweiz während der letzten 40 Jahre kontinuierlich zu, haben aber trotz der wachsenden Überalterung unserer Bevölkerung allmählich den Plafond erreicht. Selbiges dürfte laut Otto Meier auch für deren Annoncierung respektive die damit generierten Umsätze gelten. Der Publicitas-Generaldirektor schätzt das Printgeschäft mit Todesanzeigen, Nekrologen und Danksagungen derzeit auf «jährlich gut 100 Millionen Franken». (oc)
Oliver Classen

Bauernverband rechts überholt

Gastkommentar Eine Nachlese zur Jahrestagung der Schweizer Presse in Lausanne von Urs Gossweiler.

Gastkommentar Eine Nachlese zur Jahrestagung der Schweizer Presse in Lausanne von Urs Gossweiler.
Wie im Monopoly sind Lausanne und Zürich auch in der realen Welt der Schweizer Medien die teuersten und wertvollsten Pflaster. Die Jahrestagung von uns Zeitungsverlegern hat noch nie in Zürich, heuer jedoch in Lausanne stattgefunden. Genauso scheint die Leaderrolle bei den zunehmend stattfindenden Medienallianzen zwischen diesen beiden Städten auch klar verteilt zu sein. Wie dem auch sei, wir Deutschschweizer Verleger trafen uns zur Jahresversammlung in Lausanne, wie immer im feinsten Hotel am Platz. Was uns jedoch nicht daran hinderte, drei Tage lang hauptsächlich über Staatsgelder zu Gunsten von Presse-TV, Regionalfernsehen der Presse, Verlegerradios, Beiträge an private Verträgerorganisationen (natürlich möglichst nur die im Besitze der Presse), Direktbeiträge an die nationale Nachrichtenagentur, Medieninstitut und sonstige Weiterbildung, Technologieunterstützung und anderes mehr zu debattieren.
Gleichzeitig halten wir unsere Wirtschaftsredaktionen dazu an, für mehr Deregulierung und Privatisierung zu schreiben. Erkennt da jemand ein Glaubwürdigkeitsproblem? Nein. Und wenn doch, würden wir lieber den Kurs unserer Wirtschaftsberichterstattung als unsere Haltung gegenüber immer mehr staatlicher Förderung ändern. Tragisch dabei ist eigentlich nicht das seit drei Jahren in Mode gekommene Betteln nach Staatsgeldern. Tragisch ist auch nicht die Peinlichkeit, dies immer wieder im Rahmen der besten und teuersten Hotels zu tun, auch wenn der Verband nach Kräften bei den Pausengetränken und Lunchverpflegungen spart. Das wirklich Tragische ist unsere fast schon naive Haltung gegenüber dem, was der Staat von uns fordert.
So streiten wir seit einem Jahr um einen Sitz im Presserat, obwohl der seine Aufgabe auch ohne uns Verleger professionell und umsichtig wahrnimmt. Gleichzeitig ist es uns schon fast egal, wenn der Nationalrat den Medienartikel befürwortet, der den Weg ebnen soll für eine umfassende «Betreuung» der Presse in diesem Land. Pressefreiheit, publizistische Verantwortung, neue Geschäftsmodelle und unternehmerisches Handeln waren fast keine Themen an unserem jährlichen Treffen.
In Lausanne bestätigte sich der Trend der letzten drei Jahre: Wenn wir so weiterfahren, werden wir bald den Bauernverband rechts überholen. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass wir in Sachen Sozialpartnerschaft klar für eine Deregulierung gestimmt haben. Auch die Landwirte haben ab und an Mühe bei der Einhaltung sozialer Spielregeln gegenüber Erntemitarbeitern aus dem Ausland.
> Urs Gossweiler ist Verleger der Jungfrau Zeitung.

Schweizer Presse tut mehr für Aussenbeziehungen

Verband Der Verband Schweizer Presse (CHP) hat der Bildung eines Departements für Aussenbeziehungen zugestimmt.

Verband Der Verband Schweizer Presse (CHP) hat der Bildung eines Departements für Aussenbeziehungen zugestimmt.Die Leitung des neuen Departementes übernimmt Peter Wanner (AZ- Medien-Gruppe). Weitere Mitglieder sind zwei Politköpfe: Nationalrat Filippo Leutenegger (Jean Frey) und Ständerat Filippo Lombardi (Präsident Telesuisse). Weiter hat der Verband das Departement «Technologie» in «Elektronische Medien und Technik» umbenannt. Diese Verbreiterung kommt insbesondere den Verlagshäusern entgegen, die auch Fernseh- und Radiostationen betreiben.

Michael Conrad raus bei Leo Burnett

Agenturen Das Frankfurter Büro der Werbeagentur Leo Burnett trennt sich von ihrem Namenszusatz «Michael Conrad» und läuft ab sofort nur noch unter der Bezeichnung Leo Burnett GmbH.

Agenturen Das Frankfurter Büro der Werbeagentur Leo Burnett trennt sich von ihrem Namenszusatz «Michael Conrad» und läuft ab sofort nur noch unter der Bezeichnung Leo Burnett GmbH.Dort hatte der 60-jährige Kreative bereits Ende 2002 alle Ämter niedergelegt. Von Zürich aus ist Michael Conrad noch als Consultant auf europäischer Ebene für das Netzwerk tätig.

Y&R verliert Milka

Markom 1971 hatten Kreative von Young & Rubicam (Y&R) in Frankfurt die Idee, für den Kunden Milka eine Kuh lila einzufärben.

Markom 1971 hatten Kreative von Young & Rubicam (Y&R) in Frankfurt die Idee, für den Kunden Milka eine Kuh lila einzufärben.33 Jahre nach dem Start der Erfolgsgeschichte muss die Agentur den Etat abtreten. Milka-Mutterkonzern Kraft Foods konsolidiert alle Süsswarenmarken bei Ogilvy & Mather, die wie Y&R zur WPP-Holding gehört. Betroffen ist auch die Marke Toblerone, bei der aber Y&R London den Lead hatte.

Die Zahlen-Frau

Siri Fischer hat grosse Ziele. Bei Fragen zu Radio, TV und Internet soll die IP Multimedia zur ersten Anlaufstelle werden.

Siri Fischer hat grosse Ziele. Bei Fragen zu Radio, TV und Internet soll die IP Multimedia zur ersten Anlaufstelle werden.Die elektronischen Medien boomen. Im europäischen Vergleich holt die Schweiz auf und «Online geht ab wie eine Rakete», freut sich Siri Fischer. Die neue Forschungsleiterin bei IP Multimedia in Goldbach kann den Markt täglich hautnah von ihrem Büro aus verfolgen und sieht die Entwicklung sehr positiv. «Es wird bereits wieder sichtbar mehr gebucht.» Einen solchen Optimismus kann die Frau mit Zahlen belegen. Die noch nicht dreissigjährige Siri Fischer hat von ihrem Vorgänger Giordano Giordani nämlich die Verantwortung als Head of Research für die gesamte IP Multimedia in Goldbach übernommen. Neben dem Fernseh-bereich mit den Sendern Kabel 1, M6, MTV, ProSieben, RTL, RTL 2, Super RTL, TVm3 und Vox analysieren Fischer und ihr Team auch die Zahlen für rund 50 Privatradios, betreut exklusiv Radio Energy Zürich, liefert die analytischen Hilfen für die adScreen-Vermarktung sowie die Internetportale im Netzwerk von AdLINK wie msn, sunrise, yahoo, gmx und den Sites der Verlage Tamedia, Jean Frey und der Espace-Gruppe.
«Doch, das ist genau, was ich wollte», meint die Medienfrau, die in diesem Business vor allem «Zahlen, Zahlen und Zahlen» liebt. Spannend findet sie allerdings nicht die rein buchhalterischen Grössen, sondern das Wissen, dass hier «Menschen dahinter stecken, die Medien nutzen und Produkte kaufen». Das will sie in ihrem Job nun unter verschiedenen Aspekten anschauen und immer wieder neue Erkenntnisse darausziehen. «Das Bauchgefühl reicht nicht, um auf das Publikum schliessen zu können. Dieses zusätzlich wissenschaftlich zu erforschen, finde ich sehr interessant.»
Der Hauptbereich ihrer Aufgaben bildet die Erforschung der TV-Programme. Die IP Multimedia betreibt eine eigene Zuschauerforschung. Siri Fischer macht Analysen der einzelnen Sender für bestimmte Zielgruppen oder Zeitschienen. Diese Forschungsarbeiten dienen als Grundlagen für die Preisberechnung und zum strategischen Festlegen der TKP. Eine wichtige Arbeit ist die Unterstützung des Verkaufs. «Ich kann einem Kunden zeigen, weshalb ein bestimmter Sender gut zu seinem Produkt passt.»
Die Research-Abteilung von IP arbeitet mit verschiedenen Tools. Telecontrol und Radiocontrol bilden die Basis, daneben ergänzt man die Erkenntnisse mit Demoscope, Mediafocus, Wemf, Mach Consumer und MA Strategy. «Wir wollen unseren Werbekunden einen umfassenden Überblick verschaffen über das Medienverhalten ihrer anvisierten Zielgruppen.»
Vor dem Ruf nach Goldbach anfangs Sommer hat Siri Fischer zweieinhalb Jahre bei Publisuisse im Client Service gearbeitet. Hier hat sie nicht eigentliche Forschung betrieben, sondern stellte massgeschneiderte Angebote für Kunden mit individuellen Kommunikationswünschen zusammen.
Ihre wichtigste berufliche Reife erlangte Siri Fischer aber beim Privatsender TV 3. In Schlieren war sie «vom ersten bis zum letzten Tag», während zweieinhalb Jahren, mit dabei. «Bei TV 3 habe ich alles gelernt, was ich jetzt anwenden kann.»
Die Zürcherin mit dänischen und norwegischen Wurzeln mütterlicherseits hat «aus persönlichem Interesse» skandinavische Sprachen studiert, daneben Publizistik und Medienwissenschaft. Als in ihrem Bekanntenkreis ein Job-Angebot bei TV 3 bekannt wurde, hat sie für diese Chance das Studium sofort aufgegeben. «Ich sagte mir: Die Erfahrung, einen neuen Sender aufzubauen, kommt nicht so bald wieder. Und studieren kann ich noch lange.»
«Es war eine gute Zeit. Das Spannende war, dass wir von null an mit einem noch nicht existenten Sender bis zum Zuschauererfolg mit ‹Wer wird Millionär› oder ‹Big Brother› den ganzen Aufbau eines neuen Projekts mitgestalten durften», rühmt sie die Zeit bei TV 3 noch immer.
Tatsächlich ist sie nach der Einstellung von TV 3 noch einmal an die Uni zurückgekehrt. Neben einer Teilzeitstelle bei Publisuisse hat sie eine Lizentiatsarbeit zum Thema «Fernsehmarkt Schweiz und Dänemark im Vergleich» abgeschlossen.
Zu IP Multimedia hat sie gelockt, dass sie «das Strukturierte», das sie bei Publisuisse gelernt hat, jetzt «mit dem Dynamischen und Innovativen der IP verbinden» kann. Die IP hat für sie attraktive Sender im Portefeuille. Spannend findet sie auch, dass sie ihre Arbeit mit dem Fernsehen gleichzeitig in Kombination mit Radio, adScreen und Online machen kann. «Da lerne ich sehr viel Neues.»
Die frisch ernannte Forschungsleiterin kann «auf ein gutes Team zählen» mit total drei Leuten in der Forschungsabteilung und hat intern «ein ambitioniertes Einführungsprogramm durchlaufen». Ausserdem gibt es der jungen Kaderfrau Sicherheit, dass sie mit gestandenen externen Marktforschungsunternehmen zusammenarbeiten und «vom Know-how profitieren kann, das im Markt schon da ist.»
Als kurzfristige Ziele im Daily Business will Siri Fischer intern schauen, dass das Know-how verteilt wird und nicht nur in den Papieren der Forschung stecken bleibt. Neben der Qualitätssicherung nennt Fischer auch «eine gewisse Schnelligkeit» als Ziel für ihre Arbeiten.
Langfristig soll die Forschungsstelle in Goldbach die Anlaufstelle für interne wie externe Anfragen werden. «Wer etwas über elektronische Medien in der Schweiz wissen will, soll als Erstes zu IP gehen, weil man dort kompetent Auskunft bekommt», erklärt sie.
Als aktuelles Forschungsprojekt will IP ein Marketing Tool für adScreen aufbauen, damit man auch hier mit gültigen Standards argumentieren kann, die dem neuen Medium gerecht werden.
Die Frau mit dem norwegischen Vornamen Siri hat in Skandinavien zwei Auslandsemester für ihr Studium verbracht und könnte sich gut vorstellen, eines Tages im hohen Norden wieder einmal eine Auszeit zu nehmen. Vorderhand gibt es zur Entspannung aber «viel Kino» und Reiten quer über Wald und Wiese mit einem Pflegepferd.
Liess für einen Job ihr Studium sausen: Siri Fischer, TV-3-Mitarbeiterin der ersten – und letzten – Stunde.
Andreas Panzeri

Drängeln um die besten Plätze

Kinomagazine Zwei von vier Gratistiteln weisen hohe, zwei klar tiefere Reichweiten aus. Die Gründe sind nebulös.

Kinomagazine Zwei von vier Gratistiteln weisen hohe, zwei klar tiefere Reichweiten aus. Die Gründe sind nebulös.Gemäss Mach Basic 2004 weist das Deutschschweizer Kinomagazin Close-up 177000 Leser auf – ein Novum, das Heft hat bisher keine Leserzahlen ausgewiesen. «Wir sind sehr zufrieden», sagte Jean-Claude Bruhin, Marketingleiter der Cinecom, die das Blatt im Auftrag von Herausgeber Teleclub vermarktet. Dank Close-up steht erstmals fest, dass die vier Schweizer Gratis-Kinotitel total 750000 monatliche Kontakte erzielen, wobei Close-up und Film demnächst (FD) in der Deutschschweiz zusammen 432000, Avant première (AP) und Live in der Romandie 318000 Kontakte ermöglichen.Enorme Nutzungsdifferenzen
Die Leistung der Hefte ist höchst unterschiedlich. So erreicht FD mit 255000 Lesern nicht nur rund 78000 mehr als Close-up, es schafft diesen Vorsprung auch mit einer wesentlich tieferen Auflage. Konkret kommt FD auf 2,5 Leser pro Exemplar (LpE), Close-up dagegen nur auf 1,1 LpE. Ein ähnliches Bild zeigt sich in der Westschweiz: AP hat 2,4 LpE, Live 1,1 LpE. Vor einem Jahr war dies noch frappanter: Der Wert von FD lag bei 3,2 LpE, jener von AP bei 2,8 LpE, während Live schon damals bei 1,1 LpE dümpelte.
Doch warum? Qualitative Unterschiede sind kaum der Grund dafür. Dass Close-up primär in den Kinos der Kitag-Kette und Live in jenen der Europlex-Gruppe aufliegen, während FD und AP die übrigen abdecken, erklärt die unterschiedlichen LpE-Werte ebenfalls nicht, denn Kinogänger richten sich kaum nach Besitzverhältnissen aus. Eher eine Rolle spielen könnte, dass 59 Prozent der Close-up-Auflage an die Inhaber der CS-Cinecard verschickt werden. Bei Live war dies bis vor wenigen Monaten ähnlich. AP und FD hingegen verfügen über keine solche Partnerschaft, eine frühere mit der Post hatte diese im Frühjahr 2003 beendet. «Ich war besorgt, dass unsere Reichweiten deswegen einbrechen könnten, doch dem war nicht so», sagt Jean-Pierre Grey, ProductManager bei FD und AP sowie Verlagsleiter von Live.
Kurzum: Die unterschiedlichen Leistungen der Magazine sind kaum auf die Vertriebswege zurückzuführen. Bruhin vermutet: «Film demnächst hat den einprägsameren Titel als Close-up. Das wirkt sich bei den Befragungen der Wemf vielleicht für unser Heft nachteilig aus.» Grey pflichtet ihm bei: «Qualitativ sind die Hefte ähnlich, aber Film demnächst ist wohl geläufiger als Close-up.»
Doch egal, ob die Titel nun einen oder zwei LpE aufweisen, die Leserzahlen haben generell abgenommen. Die Gesamtreichweite jener drei Titel, die schon im 2003 Leser auswiesen, sank um neun Prozent. Dies hat zum einen mit der Hauptzielgruppe des Mediums Kino zu tun – die 20- bis 29-Jährigen – die in den letzten zehn Jahren deutlich abgenommen haben (siehe WW 31/04). Einen weiteren Grund ortet Jean-Pierre Grey beim letztjährigen Sommer. «Schönes Wetter schadet dem Medium Kino – und wir setzen dann ebenfalls weniger Hefte ab.» Tatsächlich haben die Kinobesuche letztes Jahr abgenommen, doch weniger stark als die Reichweiten der Magazine. Ein Zusammenhang besteht wohl angesichts der vielen kinounabhängigen Vertriebskanäle nur bedingt.
Jedem seine eigene Strategie
Wie geht es weiter? Für Bruhin ist klar: «Bei Close-up müssen wir am Titelimage arbeiten und mit dem Heft stärker präsent sein.» Dass das Magazin seit Mai einmal monatlich einen Split in 20 Minuten macht, bezeichnet er als «Schritt in diese Richtung», obwohl sich dieser Aufwand nicht in der Mach Basic 2005 niederschlagen wird (siehe Kasten).
Grey seinerseits arbeitet vor allem an Live. Er will versuchen, die von der CS aufgekündigte Partnerschaft zu revitalisieren. Zudem hat er einen weiteren Absatzkanal in Aussicht. Fest steht, dass Live ab
November zu einer People-Rubrik kommt – dank Zusammenarbeit mit Radio NRJ.
Keine wesentlichen Änderungen stehen hingegen bei FD und AP an. Grey hatte im letzten Jahr vor allem die Vertriebskanäle stark ausgebaut (Mediamarkt, Ticketvorverkaufsstellen, Videoläden und Videoclubs), so dass die verteilte Auflage von FD seit letztem Frühling bei noch unbeglaubigten 190000 und jene von AP bei 140000 Exemplaren liegt. Seit kurzem kooperiert FD zudem mit NRJ Zürich, allerdings auf einer Gegengeschäftsebene (Spot gegen Anzeige). «Auch mit Star TV sind wir derzeit am Diskutieren», so Grey.
Vier Magazine, die sehr unterschiedlich genutzt werden: Weshalb das so ist, bleibt Spekulation.
Close-up schafft den grössten Durchblick Verlag Reichweite Gratis- Reichweite Gratis-
2003* Auflage 2004* Auflage
in 1000 in % in 1000 in % Film demnächst Quorum 264 6,5 81232 255 6,2 99506
Close-up Teleclub – – 159840 177 4,3 160003
Avant première Quorum 222 17,1 78110 193 14,9 81230
Live Quorum 144 11,1 125836 125 9,6 117673
Total 630 750
* Die Reichweiten von 2003 und 2004 sind der Volkszählung 2000 angepasst. Quelle: Wemf
Wieder deutlich mehr KinoeintritteDie Zahl der Kinoeintritte ist wieder stark am Steigen. «Im ersten Halbjahr 2004 verzeichneten die Kinos 12 Prozent mehr Besuche als im ersten Semester 2003, in den Monaten Mai bis August gab es sogar ein (noch provisorisches) Plus von rund 25 Prozent», sagt René Gerber, Geschäftsleiter des Kino- und Filmverleiherverbandes Procinema.
Übers ganze Jahr gesehen rechnet Gerber mit einem Wachstum von gegen 12 Prozent. «Damit hätten wir den Rückgang vom letzten Jahr wieder etwas wettgemacht», sagt er. (mk)
Wemf erhebt Splits bei 20 Minuten nichtGemäss Mach Basic 2003 hatte die Veranstaltungszeitschrift Good News 114000 Leser, dieses Jahr sind es noch 79000. Ein Reichweitenverlust von 30 Prozent? «Nein», sagt Harald Amschler, Forschungsleiter der Wemf, «im 2003 war auch der Good-News-Split in 20 Minuten eingerechnet, dieses Jahr wurde aber nur noch das Good News Magazin erhoben.» Nächstes Jahr werde man es genauso machen, auch mit dem neuen Close-up-Split. «Wir müssen Reichweiten für belegbare Einheiten liefern, für den Split gibt es keinen separaten Tarif», begründet Amschler die Änderung. (mk)
Markus Knöpfli

Verleger im Luxus!

Was er alles tun würde, wär’ er König von Deutschland, sang Rio Reiser, genialer Poet und Sänger der Kultband Ton Steine Scherben, einer unruhigen Jugend in den 80er-Jahren vor:

Was er alles tun würde, wär’ er König von Deutschland, sang Rio Reiser, genialer Poet und Sänger der Kultband Ton Steine Scherben, einer unruhigen Jugend in den 80er-Jahren vor:Unter anderem hätte er zweihundert Schlösser! Und so müssen sich auch die Gäste des Jahreskongresses des Verbands Schweizer Presse (CHP) wenigstens als Könige der Schweiz gefühlt haben, als sie im Beau-Rivage Palace zu Lausanne empfangen wurden. Der Jugendstilbau steht in seiner Oppulenz den besungenen Schlössern in nichts nach. Genau dies macht das im Branchenjargon auch Verlegerkongress genannte Jahrestreffen des Schweizer Presseadels aus. Ein interessantes Programm im Umfeld von schulbuchmässigem Fünf-Sterne-Luxus.Neben den Sitzungen der Verbandsausschüsse und der Mitgliederversammlung stand am Donnerstag ein geselliger Abend auf dem Programm. Im Zehntenhaus des Château Vuillierens kam man zur Soirée Vaudoise zusammen, um sich den Bauch mit allerlei lokalen Köstlichkeiten vollzuschlagen. Für das Nachtprogramm schliesslich zeichneten Matthias Luchsinger von Cinecom, Schoscho Rufener, Rufener Events, und Thomas Sterchi von Jobs.ch verantwortlich. Der gemeinsam organisierte Suite-Cocktail, allerdings nur für handverlesene Gäste, dauerte für einige bis sehr tief in die Nacht hinein.
Der zweite Kongresstag gehört jeweils morgens den Fachreferaten, am Nachmittag standen die Kongressreden des CHP-Präsidenten Hanspeter Lebrument sowie der Ehrengäste an. Letzteren hätte man heuer den Titel «Der Polemiker und der Rhetoriker» verleihen können.
Christoph Blocher, begnadeter Polemiker im Bundesrat, sprach in gewohnt schwerfälligem Hochdeutsch und lachte des Öfteren über eigene Pointen. Ein gewisser Esprit darf dem Referat trotzdem nicht abgesprochen werden. Gerhard Schröder wiederum, Bundeskanzler und Rhetoriker, zeigte wahren «Professionalismus»; eine eklatant stilsicher vorgetragene Rede mit spontan eingeflochtenen Bonmots. Unbefriedigend dagegen der Inhalt – zur Verteidigung des politischen Programms hätte der deutsche Regierungschef nicht nach Lausanne zu reisen brauchen. Der Beigeschmack kam auf, die Rede sei Aufguss von schon Gehörtem und könne in gleicher Form auch vor einem anderen grosskantonal-gemeinschaftlichen Gremium gehalten werden. Den Worten haftete schlicht der Makel allgemeiner Beliebigkeit an.
Beschlossen wurde der Kongress traditionell mit der Publisher’s Night und einem kulinarischen Feuerwerk. Und natürlich mit der Kongressdisco, an der man sich die über zwei Tage zugelegten Pfunde wieder wegtanzen konnte.
Beat Fritschbei seinem Versuch, etwas zum Gelingen des Jahreskongresses des Verbands Schweizer Presse beizutragen: als «The Singing Editor» am Flügel des Beau-Rivage Palace. Die Show-Einlage war übrigens ein voller Erfolg. Relativ rasch luden diverse Gäste den Shortlistautor auf mehrere Drinks ein – allerdings nur, falls er sofort mit dem Malträtieren des edlen Instruments aufhöre.
Weitere Bilder des zweitägigen Kongresses in Lausanne finden sich auch unter: www.werbewoche.ch/shortlist
Bienvenue à l’ hôtel Beau-Rivage Palace in Lausanne.
Locker gewandetes Auftreten auf dem Gut des Château Vuillerens: Schoscho Rufener (l.) und Tobias Trevisan.
Argus-VR-Präsident Thomas Henne (l.) mit Verena-Nicole Giese, neu mit eigener Beratungsfirma, und Urs Wasserfallen von Pi.ar.
Ob sich Bernhard Weissberg (l.) bei Kurt W. Zimmermann wohl Gratistipps für den Umgang mit Gratiszeitungen holte?
Berner Zeitungsadel in den alten Untertanenlanden: Charles von Graffenried (l.), Franziska von Weissenfluh und Albert P. Stäheli.
Ein Prosit auf den Jahreskongress: Thomas Schenk, Toni Vetterli, Sari Simola und Pepi Burch am Apéro der Soirée Vaudoise (v. l.).
Touring-Marketingleiter Reto Kammermann (l.) mit Carine Lins von der Wemf und Publimedia-Marketingleiter Markus Ehrle.
Führten ihre Unterhaltung wie gewohnt in jovialem Ton: Bruno Oetterli (l.), Radiotele, und Ueli Eckstein, AZ-Medien-Gruppe.
Alte Bekannte aus der Zürcher Szene: Hans-Jürg Klöti, Inge Willmann, Tagi-Verkaufsleiter Fridolin Holdener und Peter Leutenegger (v. l.).
Die Händchenhalterei hat nichts zu bedeuten! Brigitte Schatzmann sass neben dem TR7-Verlagsleiter Roger Knabenhans.
Trieb Spässe: Riccarda Mecklenburg mit Werner Neunzig, Geschäftsführer von Reader’s Digest für den gesamten deutschsprachigen Raum.
Spezialisiert im Austeilen: Alexander Pytloun, Prevag Basel, Roger Spycher, Bevo Bern, und René Brahier, Direct Mail Biel (v. l.).
Roselien Huisman, Leiterin Fachmedien Mobil bei Espace Media, mit Lorenz Brügger, Leiter Vertriebsmarketing der BZ.
Zum Suite-Cocktail begrüsste Matthias Luchsinger (l.), CEO von Cinecom , neben vielen anderen auch Ringier-TV-Chef Fibo Deutsch.
Auf der Terrasse der Party-Suite: Starfotograf Alberto Venzago mit Verena Stauffacher und SW-Pressemann Piero Schäfer (r.).
War fürs leibliche Wohl der Suite-Gäste verantwortlich: Jana Nyvltova (r.) mit Eleonore Droux, Geschäftsleiterin von MMV.
Nur wenige Werber finden jeweils den Weg an den Verlegerkongress: Mike Krüll (l.) und Frank Bodin gehörten dazu.
Warten auf die grossen Festreden: Michael Ringier mit seinem Majordomus Frank A. Meyer und Verleger Egon Ammann (v. l.).
Warten auf Schröder: Urs Rellstab (l.), Economiesuisse-Kommunikationsleiter, und Roman Geiser, CEO der PR-Agentur Burson-Marsteller.
Jovial-magistral wie immer: Christoph Blocher entlockte dem Publikum den einen oder anderen Lacher.
Erwartungsvoller Seitenblick: Silvia Blocher beobachtet Gerhard Schröder und Hanspeter Lebrument nach einer Pointe ihres Mannes.
Bis auf den hinterletzten Platz besetzt: Der Salon Sandoz war während der Reden von Schröder und Blocher rappelvoll.
Feinste Friandises versüssten im Kaffeesaal das Warten auf die Gastreferate.
Hans Heinrich Coninx und Christine Gerber mit Verlegerkollege Peter Wanner (r.) und Roy Oppenheim (l.).
Freuten sich auf die Publisher’s Night: Isabel Kaiser, Tamedia-Stellenmarkt, Verlagsberater Urs Zeier (l.) und Reto Kammermann.
Sind die PR-Spezialisten unter sich, haben sie immer was zu lachen: Barbla C. Schaerer (l.) mit Klaus J. und Paola Stöhlker.
Vorfreude auf die Ballnacht: Sylvia Lepiarczyk, Ringier Europa, mit Ruth Deutsch, Markus Gisler und Eva Keller (v. l.).
Noblesse oblige: Einmal mehr das schönste Styling trug Franziska von Weissenfluh (mit Gatte Polo Stäheli) zur Schau.
Unterhielten sich prächtig bei Cüpli und Häppchen: Kuoni-Pressesprecherin Andrea Hemmi und Frank Bodin, CEO von Euro RSCG.
Wo die Schönen und Reichen der Medienszene sind, ist auch der Chefredaktor der Bilanz, René Lüchinger (l.), mit Andreas Meili, nicht weit.
Adrian Bauder, VR-Präsident der Zuger-Media AG, sah man vor dem Diner in Begleitung der charmanten Regula Laux.
Marcel Siegenthaler (l.), Editeur délégué bei Edipresse, mit Publisuisse-Verkaufsleiterin Beatrice Kniel und Blick-Verlagsleiter Bruno Blaser.
Auch sie begaben sich voller Vorfreude in den wunderschönen Salon Sandoz: René Schmutz und Maja Steudler.
Schwärmten vom luxuriösen Ambiente des Beau-Rivage: Eleonore Droux, MMV AG, und Werbewoche-Chefredaktor Pierre C. Meier.
Unternehmensberater Michel Favre (l.) unterhielt sich mit Marius Hagger, Leiter Migros-Presse, und dessen Ehefrau Dagmar Steinemann.
Date mit dem Überraschungsgast: Verleger Ralph Büchi, Bernhard Weissberg, Beat Lauber mit Sänger Michael von der Heide (v. l.).
Feierte an der Publisher’s Night ab Mitternacht seinen Geburtstag: Tagi-Chefredaktor Peter Hartmeier (r.) mit Leoluca Orlando.
«Und dann musst du einfach Gas geben, etwa so», rät Ständerat Filippo Lombardi (r.) dem PubliGroupe-CEO Hans-Peter Rohner.
Gelungener Coup: Hans Heinrich Coninx gratulierte Schwiegersohn Daniel Kaczynski mit einer herzlichen Umarmung zum Geburtstag.
Martin Kall (l.) und Anne Gorgerat Kall mit Fritz Schuhmacher, dem Vizepräsidenten des Verwaltungsrates der PubliGroupe.
Auf dem Weg zur Zigarren-Lounge: Emil Bisig (r.), Archithema-Verleger, und Daniel Dunkel, Chefredaktor der Schweizer Familie.
Rauchiges Vergnügen: Urs Lüthi (l.), Verlagsleiter bei Vogt-Schild/Habegger, und Andreas Mohler, Verleger von Jagd & Natur.
Auch hier dampfte es gewaltig: Hendrik Wiermer, Markus Jörin und Stefan Poth (v. l.) rauchen die offerierten Puros.

«Nichts ist tabu»

Mathis Felsche, Mitgründer von Projekt GmbH, hält das Spital für ein durchaus geeignetes Werbeumfeld – und hat weitere Ideen im Köcher.

Mathis Felsche, Mitgründer von Projekt GmbH, hält das Spital für ein durchaus geeignetes Werbeumfeld – und hat weitere Ideen im Köcher.WW Spitäler assoziiert man mit Krankheit, Einsamkeit und Angst. Eignen sie sich überhaupt als Werbeumfeld?Mathis Felsche Wir arbeiten seit über drei Jahren daran, das Image des Spitals zu verbessern. Muffelige Gänge voll alter und kranker Leute – das ist Vergangenheit. Viele Spitäler haben sich verändert, im Aussehen und im Betrieb. 77 Prozent aller Patienten sind heute ambulant. In Spitälern werden Kinder geboren und Leute gesund. Somit ist es eher ein positives Umfeld mit Ruhe und Zeit. Ausserdem wollen wir nicht nur Patienten, sondern auch die Besucher ansprechen.
Wie stark ist die Nachfrage nach Spitalwerbung?
Angesichts des beschränkten Angebots an Werbeflächen sind wir sehr zufrieden. Es gibt Perioden, in denen wir ausgebucht sind. Viele Kunden buchen ein ganzes Jahr und wechseln dann die Sujets nach Jahreszeit: im Frühling die Allergiemittel, im Winter die Vitaminprodukte. Unsere Kunden kommen aus dem ganzen Gesundheitsbereich, von Versicherungen über Medikamente bis zu Hustenbonbons. Fast alle namhaften Kunden setzen auf das Medium. Sei es Generali oder Visana, Novartis oder Johnson & Johnson bis hin zu Ricola.
Welchen Platz haben Ambient Media wie die Spitalwerbung im Marketingmix?
Spitalwerbung ist ein Zusatzmedium, das die Leute an bereits gesehene Sujets erinnert, in einem Moment, in dem sie mit dem Thema Gesundheit konfrontiert sind und Zeit haben, die Werbebotschaft aufzunehmen.
Ambient Media erobern immer mehr Bereiche des Alltags. Haben Sie bereits neue Projekte im Blick, und gibt es dabei Tabus?
Tabu ist bei uns eigentlich nichts. Dazu sind wir zu innovativ. Es gibt Bereiche – Alkohol, Tabak oder auch Sex – von denen wir uns distanzieren möchten. Aber sonst sind wir für alle Ideen offen.
Mathis Felsche.
Interview: Stefano Monachesi

Zwei Silber-Awards für die Schweiz

Awards Das International Forum Design im deutschen Hannover – seit 1954 Veranstalter des iF Design Awards – hat erstmals den iF Communication Design Award verliehen.

Awards Das International Forum Design im deutschen Hannover – seit 1954 Veranstalter des iF Design Awards – hat erstmals den iF Communication Design Award verliehen.Unter den 1003 Eingaben aus 34 Ländern wurden 15-mal Gold, 15-mal Silber und zwei Spezialpreise verteilt. Zwei Beiträge aus der Schweiz erhielten Silber: in der Kategorie Digital Media die Website der Basler Versicherungen für ihre Nutzerfreundlichkeit (T-Systems Media Solutions, Stuttgart) und in der Kategorie Print media/Publishing media der Verlag Ava Publishing im waadtländischen Crans-près-Céligny für das Lehrbuch «Digital Layout». Die Gestaltung stammt wiederum aus Deutschland, von der Berliner Agentur Kognito.

Aus dem Blauen getroffen

Internet Jung von Matt/Limmat hat Bluewin eine aggressive Werbung für ein Gratis-Modem verpasst.

Internet Jung von Matt/Limmat hat Bluewin eine aggressive Werbung für ein Gratis-Modem verpasst.Tagtäglich werden Dinge gratis oder günstiger angeboten. Hier ein paar Prozente, da etwas geschenkt – das stumpft ab. Jung von Matt/Limmat hat deshalb ein Konzept entwickelt, das mit der Aktionsbotschaft für einmal humorvoll statt marktschreierisch umgeht. Unter dem Kampagnen-Motto «Bluewin wirft Ihnen das Modem nach» zeigt die Werbeagentur, was passiert, wenn man diese Redewendung wörtlich nimmt. Seit dem 1. September wirbt Bluewin mit dieser Aktionskampagne: Jeder Neuabonnent erhält ein Modem gratis «nachgeworfen». Auf Anzeigen, Plakaten und natürlich im Internet sind Sujets zu sehen, in denen ein potenzieller Bluewin-Kunde von dieser Werbeidee buchstäblich erschlagen worden ist. Eine Frau und zwei Männer liegen regungslos in der Gosse, auf einem Holzsteg oder im Rasen.
Erschlagende Werbung
Der Betrachter kann dabei hoffnungsvoll mitfiebern, dass die drei Erschlagenen beim Wiederfinden ihrer geistigen Fähigkeiten das vor ihnen liegende Modem als Werbegeschenk von Bluewin zu erkennen vermögen und dem Spender nicht gram sind. Aber einem nachgeworfenen Modem gehts etwa gleich wie dem geschenkten Gaul: Man schaut ihm bekanntlich nicht ins Maul. Wenn die Sonne dann wieder aufgegangen und das Kopfweh ganz abgeklungen ist, darf angenommen werden, dass die Beschenkten nicht mehr alles orange sehen und in der heimischen Stube das Bluewin-Modem, wieder im Vollbesitz ihrer Kräfte, installieren können.
Beat Schlatter als Modem-Werfer
Die unkonventionell auffallende Idee mit dem nachgeworfenen Kundennutzen ist auch in einer direkten Umsetzung in Radiospots zu
hören. Beat Schlatter, bekannt als «Katzendieb» und erfolgloser «Komiker», ist der geeignete Mann für einen neuen Job als Modem-Werfer. Zusammen mit Reto von Gunten bewirft er neben zwei unschuldigen Passanten auch einen Drehorgelmann und einen Stadtpräsidenten. Dem soll gemäss Text der Schlag auf den Kopf mit dem Gratis-Modem willkommen sein, denn der Politiker hat soeben ein neues Sparprogramm angekündigt. Beat Schlatter allerdings bekommt mit dieser Art Werbung zum Schluss seine Probleme. Im letzten der insgesamt fünf Radiospots muss der Spassvogel aber aufgeben, weil er sich einen «Wurfarm» eingefangen hat. Die in ihrer derb-direkten Art unüberhörbaren Werbespots sind von Jingle Jungle realisiert worden. Die Creative Direction für die kopflastige Werbung mit erschlagender Wirkung liegt bei Tom Seinige und Alexander Jaggy.
Humorvoll: Jung von Matt/Limmat lässt potenziellen Bluewin-Kunden Gratis-Modems nachwerfen – mit erschlagender Wirkung.
Andreas Panzeri
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