Events ohne Ende

Golf ist ja mittlerweile ein klassischer Werbersport geworden. Und die Verbände der Kommunikationswirtschaft stehen da nicht hintenan.

Golf ist ja mittlerweile ein klassischer Werbersport geworden. Und die Verbände der Kommunikationswirtschaft stehen da nicht hintenan.So hatten die Mitglieder des Kommunikationsvereins Idée-VfW und deren Gäste bereits zum zweiten Mal die Möglichkeit, einen Golf-Schnupperkurs zu besuchen. Getroffen hat man sich dafür auf der Anlage des M-Golfparks Otelfingen, wo unter fachkundiger Anleitung der Golfpros die ersten Schritte auf dem Grün getan werden konnten.Die erlernten Fähigkeiten liessen sich denn auch gleich prüfen. Für die Einsteiger gab es einen von der Publimedia gesponserten Putting-Contest, an dem es galt, die Bälle mit möglichst viel Gefühl ins Loch rollen zu lassen. Den Spitzenplatz belegte dabei Andreas Baur. Wegen einer Verwechslung freute sich Nicole Zubler während der Preisverteilung noch über den zweiten Platz,
leider musste das Resultat aber korrigiert werden. Neue Zweitplatzierte war Vivianne Rauch-Lyoth von der NZZ. Nicole durfte ihren Preis aber trotzdem behalten. Ex
aequo auf Rang drei landeten Ueli Hofstetter und Reto Rüedi.
Mit dabei war auch Publimedia-Marketingleiter Markus Ehrle, der am Contest allerdings leer ausging, obwohl die Publimedia Sponsor des Wettbewerbs war – was beweist, dass alles mit rechten Dingen zuging.
Die versierteren Golfspieler massen ihr Geschick in der Idée-Golf-Trophy, welches dieses Jahr vom Touring-Magazin unterstützt wurde. Auf den zwei Runden auf dem recht anspruchsvollen 6-Loch-Platz erreichte der Shortlistautor die höchste Punktzahl. Wegen eines Anmeldefehlers konnte allerdings Eschenmoser-Werbeleiter Markus Schärer nur eine Runde absolvieren. Dabei erreichte er ein so fulminantes Resultat, dass der erste Platz, verbunden mit einem Jahresabo des Golf-
magazins Drive, an ihn abgetreten wurde. Platz drei ging an Leos Gerteis, ihm folgten Ueli Weber und Heinz Egli.
Zu einer Veranstaltung für marketinginteressierte Geniesser lud die Basler Tanner Communications ins Einkaufszentrum Glatt ein. Im Rahmen der Ausstellung «The World of Pleasure» wurde die zweite Innovation-Party organisiert. Interessante Referate gingen dabei Hand in Hand mit dem Genuss von Zigarren und Cognac der Labels Davidoff und Zino.
Dr. Ernst Schneider, VR-Präsident der Oettinger-Davidoff-Group, erklärte Philosophie und Verkaufsstrategie, welche zum Erfolg von Davidoff beigetragen haben.
Dr. Olaf Marks, CEO von Cosmotech zeigte die Funktionsweise der innovativen Marketinginstrumente auf, welche seinem Unternehmen, einem Rohstofflieferanten der Kosmetikindustrie, zum Erfolg verhalfen, und Jan Tanner referierte über die
Arbeit an «The World of Pleasure» sowie die Messbarkeit der Erfolge von Events. Bevor man sich dann definitiv dem Genuss hingab, hörte man einige das Thema abrundende Gedanken von Prof. Manfred Bruhn, Ordinarius für Marketing und Unternehmensführung an der Uni Basel.
Ein etwas gewagteres Spiel trieben am selben Abend die Verantwortlichen der Mediaagenturen Bemberg Gedenk Media, Optimedia und ZenithMoremedia. Für die jährliche Apéro-Party hatte man sich statt eines Einkaufszentrums als Durchführungsort das Strandbad Tiefenbrunnen ausgesucht, was ja im Prinzip keine schlechte Idee wäre. Ausser bei strömendem Regen und Windstärken von 6 und mehr. Dennoch tat das üble Wetter der guten Stimmung keinen Abbruch. Die Gäste blieben zwar etwas weniger lang, liessen sich aber die Partylaune nicht verderben. Und diejenigen, die noch weiterfeiern wollten, als es draussen definitiv zu kalt wurde, setzten sich spät nachts ins Purpur ab.
Zum Say-Cheese-Event anlässlich des Agenturjubiläums luden Diego Bally und seine Kompagnons Christoph Fuchs und Rafael Masera. Das Motto «Say Cheese» machte gleich mehrfach Sinn. Einerseits konnte man sich am Buffet an auserlesenen Käsesorten aus der Region Zürich gütlich tun und andererseits stand als Gadget im Eingangsbereich eine überdimensionierte Käseglocke namens «Say-Cheese-O-Mat», unter welcher sich die Gäste mit gültigem «Say-Cheese-Pass» ablichten liessen. Das Resultat konnte dann gleich in der Whisky- und Zigarren-Lounge im Brainstormingzimmer der Agentur begutachtet werden.
Den Abschluss der langen Event-Woche machte schliesslich der Beobachter mit der Verleihung des Prix Courage in der Giessereihalle des Puls-5 im Zürcher Westend. Kein typischer Werberanlass, aber für viele aus der Kommunikationsbranche eine willkommene Gelegenheit, mal mit Partnerin oder Partner einen Event zu besuchen. Das Publikum ist gut durchmischt, denn neben einem Teil der Werber- und Verlagsprominenz lassen sich auch viele Politiker den Anlass nicht entgehen. Auch Stars aus dem Showbiz sind reihenweise vertreten – neben diversen Komikern wie Schlatter oder Giacobbo zeigt sich jeweils auch fast die ganze Wirtschafts- und Nachrichtenmoderatoren-Crew von SF DRS in corpore am Prix Courage.
Beat Fritschals bekennender Zigarrenraucher setzt sich vermeintlich ganz frech über geltende Verbote hinweg. Aber keine Angst, der Shortlistautor ist kein Tabak-Anarchist, das Rauchverbot im Glatt-Zentrum wurde für die Innovation-Party von Tanner Communications und der Oettinger Davidoff Group temporär aufgehoben, sonst hätte die Zigarren-Lounge wohl wenig Sinn gemacht. Ebenfalls auf dem Programm der ereignisreichen letzten Woche: Der Golfplausch der Idée-Vereinigung für Werbekommunikation, die verregnete Strandbad-Party von BG Media, der Agentur-Geburtstag von Diego Bally und last but not least der Prix Courage der Zeitschrift Beobachter.

Traumjob Medienmanager

Reality-TV Im Frühjahr 2005 zeigt SF DRS die neue Serie «Traumjob – nur einer schafft es».

Reality-TV Im Frühjahr 2005 zeigt SF DRS die neue Serie «Traumjob – nur einer schafft es».Am Dienstag zur Primetime kämpfen zwölf Kandidatinnen und Kandidaten auf SF 2 um eine einjährige Stelle als Projektmanager in der Marquard Media Gruppe. In elf Episoden müssen praxisbezogene Aufgaben gelöst werden. Verleger Jürg Marquard entscheidet am Ende jeder Episode, wer ausscheidet. Dem Sieger winkt ein garantiertes Jahresgehalt von 200000 Franken.

Plakatkunst aus dem Underground

Werbung Seit 1989 organisiert Guido Tön Auktionen von kunstvollen Plakaten.

Werbung Seit 1989 organisiert Guido Tön Auktionen von kunstvollen Plakaten.Erstmals gelangen am 2. Oktober 180 Sujets aus Werbekampagnen für die London Underground Transport zur Versteigerung. Für Liebhaber von Bahn- und Touristikplakaten «ist der Katalog ein Muss», meint Tön. Die Auktion von insgesamt 650 Plakaten findet im Swissôtel International in Zürich statt.

Redaktionelle Fruchtpressen

Aufgefallen Mehrfachverwertung als verlegerische Krisenbewältigung: Notdürftig kaschiert wird die Content-Rationalisierung durch Beschwörungen der «journalistischen Persönlichkeit».

Kolumne Mehrfachverwertung als verlegerische Krisenbewältigung: Notdürftig kaschiert wird die Content-Rationalisierung durch Beschwörungen der «journalistischen Persönlichkeit».Der Theodor-Wolff-Preis ist eine der feinsten Auszeichnungen im deutschsprachigen Journalismus. Es versteht sich, dass die Festredner bei seiner Verleihung in hübscher Feiertagsprosa Schmeichelhaftes über die Zunft erzählen. So sprach denn auch vor ein paar Tagen, als die diesjährigen Preisträger in Berlin gewürdigt wurden, der Kuratoriumsvorsitzende davon, dass Zeitungen vor allem von den «Persönlichkeiten» ihrer Macher abhängen.Das tut der Journalistenseele wohl. Was für einen schönen Beruf wir doch ausüben, in dem Menschen mit ausgeprägter individueller Eigenart gefordert und gefördert werden. Glaubt man den Laudatoren, so gehört Subjektivität ebenso zu den Grundressourcen und -anforderungen in diesem Metier wie Neugier, eigene Interessen und unabhängiges Denken.
Das Hochgefühl nach solchen Festreden hat allerdings eine sehr begrenzte Halbwertzeit. Schon der Blick in die Zeitungen vom selben Tag, an dem über preiswürdigen Journalismus berichtet wurde, desillusionierte wieder, denn berichtet wurde da vom Start einer neuen Tageszeitung.
Die zum Holtzbrinck-Konzern gehörende Verlagsgruppe Handelsblatt will mit dem Tabloid-Blatt News die «iPod-Generation» für eine tägliche 10- bis 20-Minuten-Lektüre gewinnen. Die Entfaltungsmöglichkeiten, die den Persönlichkeiten der 20 Redaktoren dabei eingeräumt werden, sind begrenzt: News verarbeitet vor allem Texte aus anderen Konzernprodukten wie Handelsblatt und Tagesspiegel sowie aus den Titeln des Milchstrasse Verlags. Daneben plündern die News-Macher hemmungslos Weblogs, ohne die Blogger auch nur zu fragen. Sprich: Die Redaktion des neuen Blatts fungiert als Content-Abfüllmaschine in einer Mehrfachverwertungskette.
Holtzbrinck kopiert damit nur, was Springer vorgemacht hat und heute als innovatives Beispiel einer verlegerischen Krisenbewältigungsstrategie propagiert: Im Berliner Springer-Hochhaus «generiert» eine Redaktion den Stoff für drei Tageszeitungen: Die Welt, die Berliner Morgenpost und die Welt Kompakt. Die Langversion mit Hintergrund für die überregionale Qualitätszeitung, überschaubar gekürzt fürs Lokalblatt und aktionsbetont umgeschrieben für die Welt Kompakt, das Tabloid des Hauses.
Wie eine Limonade mit verschiedenen Geschmacksnuancen werden Inhalte auf diese Weise zielgruppengerecht für Produkte aufbereitet, die vor allem alle nur denkbaren Marktnischen besetzen sollen. Dieses Abfüllen desselben Stoffs in verschiedene Gefässe gibt es schon lange, doch war es bisher auf das Segment der Regenbogenpresse beschränkt. Jetzt setzt es sich auch im publizistischen Kernbereich durch.
Ökonomisch funktioniert dieses Vorgehen vermutlich. Denn solche Konzern-Schreibstuben sind nicht nur kleiner als selbstständige Redaktionen. Holtzbrincks News-Redaktoren werden auch durchwegs untertariflich bezahlt. Hinter dem Rauchvorhang der Beschwörung von Persönlichkeiten, welche die Zeitungslandschaft prägen, vollzieht sich also eine rasante Entwertung journalistischer Arbeit, die auch in der hohen Zahl von Arbeitslosen aus dem Gewerbe ihren Ausdruck findet. Inhalte sind längst nicht mehr unverwechselbare Erzeugnisse individueller Recherchier-, Denk- und Schreibarbeit, sondern synthetische Produkte eines industriellen Fertigungsprozesses.
Ganz neu ist dies gewiss nicht, nur fiel es zu Boom-Zeiten leichter, sich darüber hinwegzutäuschen. Abzuwarten bleibt, ob die Leser diesen schleichenden Wandel überhaupt wahrnehmen. Wenn nicht, bestätigt das wohl die These von der schwindenden gesellschaftlichen Bedeutung unserer Medienöffentlichkeit.
> Heribert Seifert ist Medien- und Kulturkorrespondent der Neuen Zürcher Zeitung in Deutschland.

Complecta berät Ostschweizer Werkstätten

Soziale Institutionen Die St. Galler Kommunikationsagentur Complecta hat das Kommunikationsbudget der Virtuellen Werkstatt Ostschweiz (VWO) gewonnen.

Soziale Institutionen Die St. Galler Kommunikationsagentur Complecta hat das Kommunikationsbudget der Virtuellen Werkstatt Ostschweiz (VWO) gewonnen.Die VWO ist ein Zusammenschluss von 17 Behindertenwerkstätten mit dem Ziel, vermehrt Grossaufträge aus der Wirtschaft zu akquirieren. Complecta unterstützt die VWO bei der Planung der internen und externen Kommunikation. So wird Anfang Oktober erstmals ein Newsletter an Kunden, Mitglieder und Interessenten versandt. Zudem soll noch im Herbst mit einem mehrstufigen Mailing auf die Stärken der VWO im Wettbewerb aufmerksam gemacht werden.

Inseratevolumen der Tagespresse verharrt

Presse Im August verzeichnete die Schweizer Tagespresse wenig Veränderungen im Inseratevolumen.

Presse Im August verzeichnete die Schweizer Tagespresse wenig Veränderungen im Inseratevolumen.Der Rückgang um 1,0% gegenüber dem Vorjahresmonat führt die Wemf darauf zurück, dass der Bund neu in der Berner Zeitung Gesamtausgabe enthalten ist. Seine Anzeigenseiten werden nicht mehr separat gemessen. Ein deutliches Plus (7,2%) durften die Gratistageszeitungen verbuchen. Die regionale Wochenpresse legte um 1,7% zu, während die Sonntagszeitungen 5,4% einbüssten. Die Wirtschaftspresse verlor 11,6% in der Deutschschweiz und gewann 2,5% in der Romandie. Bei den Stellenanzeigen erzielte die Tagespresse ein Plus von 0,2%, die Sonntagspresse legte sogar um 9,5% zu. Weiter weist die Wemf auf das Wachstum bei den Beilagen in der Tagespresse (+45,1% gegenüber August 2003). Diese Entwicklung dauere schon das ganze Jahr 2004 an und sei unter anderem darauf zurückzuführen, dass eine gewisse Verlagerung zu den Inseratebeilagen auf Kosten von Anzeigen stattfinde.

Alles Häh, oder was?

Werbung Gute Teaser schaffen Publikum und machen das Leben der Werber leichter – das Budget aber schwerer.

Werbung Gute Teaser schaffen Publikum und machen das Leben der Werber leichter – das Budget aber schwerer.«Euro-Millionen fürs Schweizervolk», versprechen seit Anfang Woche Plakate in leuchtendem EU-Blau und -Gelb. Der oder die Urheber sind genauso wenig bekannt wie die Botschaft und Absicht des Aushangs. Wer könnte uns denn so wohl gesinnt sein, dass er das Geschenk sogar mit einem teuren, mediastarken Auftritt ankündigt?Wer verbirgt sich hinter den Plakaten und TV-Spots mit Wildtiermotiven, die uns an den alarmierenden Rückgang der Artenvielfalt erinnern sollen? Immerhin liefert hier der Absender zwei Hinweise: die Website und die Tatsache, dass er seit über dreissig Jahren das Artensterben buchhalterisch aufzeichnet. Ungewohnt an dieser Werbeaktion ist, dass offensichtlich nicht mehr nur Konsumgüter vor der Lancierung auf diesen Hardselling-Mechanismus setzen. Auch Organisationen und Verbände aus dem Non-Profit-Bereich, die Werbung vor allem im Fundraising einsetzen, bedienen sich des Teasers, um die immer höhere Wahrnehmungsschwelle der Medienkonsumenten zu überwinden. Frank Bodin, CEO der Euro RSCG, bringt den Mechanismus mit einfachen Worten auf den Punkt: «Wenn Werbung die unaufgeforderte Antwort auf ein Bedürfnis ist, dann stellt der Teaser die gescheite Frage dazu.» Guten Teasern gelingt es, «Häh-Fragezeichen» beim Publikum auszulösen.
Solche Reaktionen peilen derzeit gleich zwei Schweizer Agenturen an. Für ihre französischen Auftraggeber – zwei Automarken – wollen sie mit dem teasenden Pull-Mechanismus das Involvement der Betrachter steigern. Sei es nun mit dem Aufruf, nicht so erwachsen zu tun (Publicis für den Renault Modus), sei es mit der gegenteiligen Feststellung, dass es an der Zeit ist, erwachsen zu werden (Euro RSCG für den Peugeot 407 SW).
Auch nach den kürzlich aufgelösten Rätselkampagnen wie jene für Parisienne, PartnerWinner.ch oder die Basler Zeitung scheint im Einsatz von Neugier provozierenden Umsetzungen noch viel Potenzial zu stecken. «Grundsätzlich kann man den Teaser-Mechanismus für alles einsetzen», sagt Jean Etienne Aebi, geistiger Taufpate des Masterpiece «Angie Becker» für den Poster Performance Index der APG und anderer witziger Aktionen. Die Zeiten, als der Teaser ausschliesslich für die Ankündigung von Produktneuheiten zum Zug kam, sind längst vorbei.
Die momentane Häufung sei wohl eher Zufall, einen saisonalen Trend könne er nicht erkennen, so Aebi. Nur die technisch-medialen Anwendungsarten seien mittlerweile auf alle ulkigen Weisen durchdekliniert worden: von der U-Boot-Anzeige (für Amnesty International), über Guerilla-Aktionen (für das Zürcher Theater Spektakel) und SMS-Aufrufe wie im Falle von Kaninchen Bugsy (Swisscom) bis hin zu den crossmedialen Auflösungs-Links wie im Falle der Wildtier-Kampagne, für die Spinas Gemperle verantwortlich zeichnet.
Allein schon das Rätselspiel mit dem Anonymen und Unerwarteten lenkt die Aufmerksamkeit der Betrachter und fasziniert sie praktisch alle. Für Gesprächsstoff auf dem Arbeitsweg sorgen bei weitem nicht nur die Werbemittel. Bereitwillig und vor allem unentgeltlich unterstützen die Publikumsmedien den Suspense-Hype und ersparen so den Auftraggebern oft die PR-Kosten. Das heisst aber bei weitem nicht, dass Teaser-Kampagnen günstig sind. Im Gegenteil: «Ohne Sponsor, sprich: finanzielle Unterstützung wäre die Teaser-Kampagne für unseren Auftraggeber nicht möglich gewesen», deutet CD Lorenz Spinas das nötige Media-Budget an.
Der Big Bang hat seinen Preis
Je nach Mediengattung, Schaltfrequenz und Einsatzgebiet kann das Mediabudget zwar variieren – unter 800000 bis eine Million Franken dürfte die breite Öffentlichkeit für eine nationale Kampagne aber mitnichten zu erreichen sein. Ohne hohen Werbedruck geht dem Teaser schnell die Luft aus. Die Geldfrage spielt jedoch nicht die zentrale Rolle. «Der Erfolg eines Teasers hängt stark von der engen Zusammenarbeit zwischen der Media und der Kreation ab», erläutert Monica Jäggi, Mitinhaberin der Mediaagentur Konnex.
Denn die Sicherstellung, dass die Auflösung als solche erkennbar ist und das gleiche Publikum erreicht wie der Teaser, sei sehr anspruchsvoll. Die Praxis zeigt, dass für Teaser-Kampagnen das Plakat, trotz hohen Preisen, allen anderen Mediengattungen vorgezogen wird. Monica Jäggi: «Abhängig von der strategischen Standortwahl, dem entsprechenden Budget und der klar definierten Zielgruppe kann ein Impact-starkes Plakat meistens mehr Öffentlichkeit generieren als andere Medien.» Versucht man die gleiche Spannung in anderen Medien über mehrere Tage aufzubauen, stösst man schnell an Grenzen. Da behilft sich der Werber oft mit dem Trick der Auflösung im nahen Umfeld, ein paar Seiten weiter. Mit dem unausweichlichen Effekt, dass die Auflösung zu schnell folgt und damit die Überraschung verpufft.
Martina Schörghofer, Beraterin bei der Kreativagentur Ruf Lanz, gibt zu bedenken, dass die Bereitschaft des Kunden oft eine Frage des Preises sei. «Auch wenn tatsächlich eine Hammeridee für einen Teaser vorhanden ist, muss der Auftraggeber aus Produktions- und Logistikgründen oft von doppelten Aufwandskosten ausgehen. Vielfach wird dann gegen die Teaser-Kampagne entschieden und eine andere Idee gewählt, die zeitlich breiter gestreut werden kann», fasst sie das Problem zusammen. Nicht selten sehe man Auflösungen, die das Niveau des Teasers nicht halten können, falsche Assoziationen wecken oder einfach lasch ausfallen. «Teaser, die wirklich einschlagen, sieht man nur einmal alle zwei Jahre», urteilt sie.
Grössere Chance ohne Absender
Auf eine ähnliche Geduldsperiode stellt sich Markus Gut, Geschäftsführer Kreation von Publicis, ein. Unter seiner Ägide ist der Prinz-Knüller entstanden, der nicht nur grosses Medienecho erhielt. Auch der Response und die Akzeptanz hätten alle Erwartungen übertroffen. Nach diesem Exploit «scheint mir der Teaser etwas ausgereizt», sagt er schmunzelnd.
Trotzdem: Einen wichtigen Vorteil behalte der Teaser immer, sagt Lorenz Spinas, Spezialist für Polit- und NGO-Kommunikation. Gerade diese Bereiche profitierten davon, wenn sie ihre Botschaften ohne Absender platzieren können. So würden die Statements vom Publikum neutraler wahrgenommen, statt wegen des Absenders gleich schubladisiert zu werden. «Die Zielgruppen reagieren bei Teaser viel offener und wertneutraler», erklärt Spinas. Ob dies den Absender nach der Auflösung beim Publikum glaubwürdiger und sympathischer erscheinen lässt, darüber darf dieser in der Zwischenzeit rätseln.
Fundraising und Bewusstseinsschaffung stehen bei der anlaufenden Kampagne des geheimen Auftraggebers im Fokus. Für die schwierige Finanzierung fanden sich mehrere Sponsoren.
Riposa-Betten: Zwar auffällig, die Auflösung war aber für viele missverständlich.
Parisienne: Die Kampagne als Rätsel, nicht aber das neue Produkt.
PartnerWinner.ch: Angelo Prinz suchte eine und fand Tausende.
Auffallen als Ziel: Teaser-Plakat.
Auf dass die Welt endlich aufgerüttelt werde: in Kürze anlaufende Teaser-Kampagne von einem unbekannten Auftraggeber. >> Seite 7
Das Jahr der TeaserGeheimnisse haben für die Neugier der Menschen eine ungeheure Anziehungskraft. Auf Rätselspiele lassen sich auch Segmente ein, die sonst für das beworbene Produkt gar nicht erreichbar wären. Der Erfolg eines Teasers bleibt auch 2004 eine Frage des Budgets und der verblüffenden Auflösung.
Luca Aloisi

Die Crossmedia-Jury steht

Vermarkter Die Gewinner des 1. Crossmedia Awards werden von einer hochkarätigen Jury bestimmt.

Vermarkter Die Gewinner des 1. Crossmedia Awards werden von einer hochkarätigen Jury bestimmt.Die Werbeagenturen vertreten Jurypräsident Dominique von Matt (JvM/Limmat), Frank Bodin (Euro RSCG), Markus Gut (Publicis) und Martin Spillmann (SFLB). Für die Medien nehmen Thomas Brenzikofer (Netzwoche), Beat Lauber (NZZ), Oliver Prange (Persönlich) und Franziska von Weissenfluh (BZ) Einsitz. Mit Dietmar Gedenk (BG Media) und Urs Schneider (Mediaschneider) sind die Mediaagenturen präsent, mit Claudio Dionisio (Namics) und Pascal Urscheler (Nemos) die Webdienstleister. Weitere Juroren sind Rolf Müller (Publica Data), Stefan Nünlist (Swisscom) und Joachim Kernstock von der Universität St. Gallen.Der Crossmedia Award 2005 wird im kommenden Januar ausgeschrieben und am 25. Mai verliehen.
(sm)

Die Online-Werbung rappelt sich auf

Internet Nach der leichten Sommerflaute ist der PWA-Index im August um 1,9 Punkte auf 124,0 Punkte gestiegen.

Internet Nach der leichten Sommerflaute ist der PWA-Index im August um 1,9 Punkte auf 124,0 Punkte gestiegen.Von Mai bis Juli war er um insgesamt 2,8 Punkte gesunken. Der neuerliche Anstieg stimme optimistisch für die Entwicklung der Online-Werbebudgets in den nächsten Monaten, so Publimedia Webadvertising.

Verführung ist das halbe Lieben

Aufgefallen Das brave, fromme Volk im benachbarten Ländle hat nicht nur einen guten Monarchen, fette Bankkonten und einen charakterfesten Exil-Bischof.

Schmuck Das brave, fromme Volk im benachbarten Ländle hat nicht nur einen guten Monarchen, fette Bankkonten und einen charakterfesten Exil-Bischof.Nein, dort haust auch ein gewisser Juwelier Huber, der mit dem erzkonservativen Image seiner Heimat offenbar im Clinch steht. Er bevorzugt nämlich die Gangart des hart gesottenen Meisters, wenn er auch gewisse Konzessionen an seine Herkunft macht. So lässt er Dienerin Maria S. selbst während hochkarätiger Fesselspiele die Heiligenfigur in Gebetsstellung mimen, was sie auch ganz unverkrampft kann.Die Empfehlung des Schmuckhändlers ist klar: Nichts weckt das Tier im Mann so reflexartig wie klirrende Ketten auf nackter Haut. Schon mit wenigen Pfund Gold und etwas Raffinesse schaltet jede wehrlose Sklavin den Macho-Verstand aus und sein Turbo-Aggregat ein. Ausgestattet mit dem reizvollen Accessoire, dürften endlich auch jene Frauen beim Liebesspiel zum Höhepunkt kommen, die sonst den gemeinsamen Gipfel nur selten stürmen. Eine Erfolgsgarantie für eine leidenschaftliche Liebesnacht können allerdings selbst die scharfen Fesseln nicht geben. Vieles hängt immer noch von der richtigen Hingabe und Technik ab. Auch im schön verruchten Liechtenstein.
(la)

Horror für Filmheld

Kampagnen Zur Einführung von Anti Mosquito, dem Insektenspray mit dem hochwirksamen Wirkstoff Menthanedio, machen IPC und Euro RSCG Zürich dem wohl berühmtesten Insekt der Welt den Garaus.

Kampagnen Zur Einführung von Anti Mosquito, dem Insektenspray mit dem hochwirksamen Wirkstoff Menthanedio, machen IPC und Euro RSCG Zürich dem wohl berühmtesten Insekt der Welt den Garaus.In einem leicht morbiden Printmotiv «beweist» die Agentur mit viel schwarzem Humor, dass sogar der Filmheld Spiderman gegen das neue Anti Mosquito keine Chance hat. Der Hollywood-Film «Spiderman 2» hat sich entgegen den Erwartungen der Verleiher lediglich kurz im Kino halten können. Jetzt wissen wir endlich auch, welches perfide Mittel den Streifen aus den Charts vertrieben hat.

Der Aufschwung beginnt im Swing

Showbizz Die Singing Waiters gibt es schon lange. Jetzt kommen auch noch die Singing Bankers.

Showbizz Die Singing Waiters gibt es schon lange. Jetzt kommen auch noch die Singing Bankers.«Money, Girls & Swing» heisst die CD, die Dave Hertig mit seiner «Upswing Band» aufgenommen hat und als Give-away für Kunden, Angestellte und Shareholders empfiehlt. Den Aufschwung beschwört der frühere Banker und Wirtschaftsjournalist von Cash und der SonntagsZeitung mit Titeln wie «Madame Upswing», «Diamonds are a Girl’s Best Friend» oder «A Millionaire Someday». Fehlen also nur noch die Singing Advertisers.
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