Überblick im Tabloid-Format

Fahrzeugmarkt Car4you, der neue gedruckte Fahrzeugmarkt von Tamedia, stellt sich dem Verdrängungswettbewerb.

Fahrzeugmarkt Car4you, der neue gedruckte Fahrzeugmarkt von Tamedia, stellt sich dem Verdrängungswettbewerb.Eine Goldgrube ist der Fahrzeugmarkt derzeit beileibe nicht. Bereits im vierten aufeinander folgenden Jahr registriert der Handel sinkende Absatzzahlen bei Occasionen und Neuwagen. Besonders
unschön für die Printmedien: Die Krise verstärkt den ohnehin starken Trend der Inserenten ins viel preisgünstigere Internet zusätzlich.
Mit der am 14. Oktober erstmals erschienenen Car4you-Zeitung verschwistert Tamedia die Online-Plattform mit einer wöchentlichen Zeitung im Tabloid-Format. Partner ist Car4you.ch, mit rund 60000 Angeboten bei uns der zweitgrösste elektronische Occasionsmarkt. Die Zeitung im Tabloid-Format ist rund 100 Seiten dick. Der Inhalt be-
steht grösstenteils aus rund 8000 etwa gleich grossen Kleininseraten,
alphabetisch geordnet und teilweise mit Farbbildern versehen. Anders als gewohnt, ist es Car4you geglückt, einem zu Bleiwüsten neigenden Inseratestoff optisch eine attraktive Gestalt zu geben.
Publizieren direkt ab Internet
Der redaktionelle Teil ist mit vier Seiten knapp gehalten: Neben der Seite mit Editorial und Inhaltsverzeichnis werden auf zwei weiteren das «Auto der Woche» sowie weitere Neuwagen vorgestellt. Die vierte redaktionelle Seite ist eine Service-Seite mit Wissenswertem rund um das Automobil. Eine andere Besonderheit ist die vollautomatische Prozedur, mit der die Anzeigen vom Internet zum Papier gelangen. Dafür setzt Tamedia eine Technik ein, die das Publizieren ab dem Internet direkt und ohne
Medienbruch erlaubt. Jeweils am Montagabend werden die Text- und Bilddaten eingefügt. Das Verfahren wählt dabei genau so viele Anzeigen eines Inserenten aus, wie dieser für die Publikation im Printprodukt bestellt hat. Und es wählt immer diejenigen mit dem jüngs-
ten Datum aus. Aktuelle Angebote sind im Fahrzeugmarkt ein Muss.
Tagi gewärtigt Verluste
Car4you erscheint in einer Auflage von 35000 Exemplaren, die an rund 4000 Deutschschweizer Verkaufsstellen aufliegen. Duttwiler rechnet, 8000 Exemplare pro Ausgabe über den Kiosk abzusetzen. Einen Trumpf hat er in der Hand: Der Copy-Preis von 2.50 Franken ist der mit Abstand günstigste im Konkurrenzumfeld. Für andere Occasionsmärkte auf Papier muss man vier bis sechs Franken ausgeben.
Die gedruckte Auswahl aus dem Internet sei selbst im Zeitalter der bequemen Suchfunktionen eine attraktive Alternative, ist Werner Duttwiler überzeugt. Der Leiter Fahrzeugmarkt bei Tamedia, der auch für die Car4you-Zeitung verantwortlich ist, sieht die Zielgruppe bei Leuten, die «sich mit einer Zeitung in der Hand wohler fühlen als im Internet». Viele sind von der riesigen Angebotsmenge im Internet überfordert. «Diesen bietet Car4you eine Auswahl mit mehr Übersicht», so Duttwiler. Und last but not least: Die Zeitung erfordert kein Dial-up. Wer es trotzdem nicht lassen kann, findet bei jedem Inserat eine Online-ID-Nummer, die auf Car4you.ch direkt zu den ausführlichen Informationen des Angebots führt.
Auch im Inseratemarkt sieht Duttwiler attraktive Potenziale: «Es gibt viele Garagisten, die den Occasionshandel zu sich zurück- holen.» Mindestens so wichtig: «Sobald sich die Nachfrage im Fahrzeughandel wieder belebt, müssen die Verkäufer aktiver kommunizieren.» Davon dürften dann vor allem die Modulinserate in Car4you profitieren.
Nicht ganz so heiter ist der Ausblick zum grossen Fahrzeugmarkt des Tages-Anzeiger, bei dem Duttwiler ebenfalls der Chef ist. Dieser weist «mögliche Marktanteilsverluste» an die hausgemachte Konkurrenz nicht von der Hand. Relativiert aber, der Tages-Anzeiger konzentriere sich auf den Grossraum Zürich, die Car4you-Zeitung auf die Deutschschweiz. Neue Ideen, um allenfalls verloren gehendes Volumen anderswo zurück- zuholen, seien indes weit gediehen und würden 2005 umgesetzt.
Mit der Car4you-Zeitung verschmilzt Tamedia die erfolgreiche Online-Plattform mit einer wöchentlichen Publikation im Tabloid-Format.
Zwei InseratekategorienCar4you kennt zwei Anzeigentypen: Textinserate, die von der Online-Plattform übernommen werden und Modulinserate für gestaltete Anzeigen. Textinserate gibts zum Basispreis von 15 Franken.
Den Händlern wird ein Kontovertrag offeriert, der zwölf Monate läuft und mindestens fünf Inserate pro Woche vorschreibt. Der Vertrag bietet Gewähr für eine grosszügige Rabattierung:
Bereits ab fünf Anzeigen pro Woche gibt es 10 Prozent, ab 250 Anzeigen beträgt der Preis nur noch die Hälfte. Am meisten Freude dürften die privaten Inserenten haben: Für sie ist ein Textinserat in Car4you sogar gratis.
Für die gestalteten Anzeigen arbeitet die Zeitung mit dem Modulsystem. Dieses unterteilt die Seite in 36 gleich grosse Flächen, die praktisch beliebig kombiniert werden können. Pro Modul beträgt der Tarif 60 Franken plus 30 Franken Farbzuschlag. Zusätzlich zu den Mengenrabatten gilt bis Ende Jahr ein Einführungsrabatt von 30 Prozent für sämtliche Inserate. (dse)
Gegenseitige Beteiligung geplantCar4you Schweiz und Tamedia wollen ihre Zusammenarbeit in der Zukunft weiter vertiefen. Die beiden Unternehmen haben zu diesem Zweck eine Absichtserklärung unterzeichnet, die eine Beteiligung von jeweils einem Drittel von Car4you Schweiz, an der Car4you-Zeitung sowie von Tamedia an der Car4you Schweiz vorsieht. Ein Abschluss der Verhandlungen ist bis Ende 2004 vorgesehen. (dse)
Daniel Schifferle

McCann wirbt für Das Magazin

Zeitschriften Der Tamedia-Titel Das Magazin hat sich nach einer Konkurrenzpräsentation für die Zusammenarbeit mit McCann Erickson Schweiz entschieden. Als erste Massnahme wird eine Inseratekampagne realisiert.

Zeitschriften Der Tamedia-Titel Das Magazin hat sich nach einer Konkurrenzpräsentation für die Zusammenarbeit mit McCann Erickson Schweiz entschieden. Als erste Massnahme wird eine Inseratekampagne realisiert.Sie läuft im November an.

So flach war die Schweiz noch nie

Automobile Die Verkaufszahlen von Volkswagen zeigen es: Nirgendwo ist das Interesse nach 4Motion so gross wie in der Alpenrepublik Schweiz.

Automobile Die Verkaufszahlen von Volkswagen zeigen es: Nirgendwo ist das Interesse nach 4Motion so gross wie in der Alpenrepublik Schweiz.Deshalb hat Lowe nun eine Kampagne für den neuen Golf 4Motion realisiert, in der die Schweiz im Mittelpunkt steht. Ungewohnt und überraschend – nämlich aus der Sicht des neuen Golf-Fahrers. Denn für ihn kann die Eidgenossenschaft noch so viele Berge haben, er erlebt sie dank Allradantrieb und einer optimalen Traktion ganz flach. Oder anders gesagt: Als eine weite Ebene, wie das Sujet von Lowe zeigt.

Zahl der Woche

Zeitschriften /Die deutsche Vogue kann im Herbst ein Jubiläum feiern. Seit 25 Jahren schreibt die Zeitschrift aus dem Condé Nast Verlag Modegeschichte.

Zeitschriften /Die deutsche Vogue kann im Herbst ein Jubiläum feiern. Seit 25 Jahren schreibt die Zeitschrift aus dem Condé Nast Verlag Modegeschichte.1625Zeitschriften Die deutsche Vogue kann im Herbst ein Jubiläum feiern. Seit 25 Jahren schreibt die Zeitschrift aus dem Condé Nast Verlag Modegeschichte. Das Jubiläumsheft im Oktober würdigt den Anlass mit 638 Seiten, was einem Gewicht von 1625 Gramm entspricht. An den Kiosken liegt das Magazin mit 25 verschiedenen Coverausgaben bereit. Die Mutterausgabe von Vogue war in den USA 1892 das erste Magazin, das sich den immer wieder neuen Laufsteg-sensationen angenommen hat.

«Neue Jury bringt Glaubwürdigkeit»

Othmar Casutt von der APG-Unternehmensleitung freut sich über die Neulancierung des Plakatwettbewerbs.

Othmar Casutt von der APG-Unternehmensleitung freut sich über die Neulancierung des Plakatwettbewerbs.WW Die führenden Werbeagenturen zeigten immer weniger Interesse am alten Wettbewerb. Die Auszeichnungen verloren an Bedeutung. Wieso war das so und mit welchen neuen Ideen will die APG dem Wettbewerb wieder seine Bedeutung geben?
Othmar Casutt Der bisherige Wettbewerb wurde 1942 zum ersten Mal durchgeführt. Seither haben sich die Voraussetzungen in der Kommunikation völlig verändert. Bei der Einführung des Wettbewerbes ging es darum, vor allem das künstlerische Schaffen zu fördern. Es gab damals auch nur ein Plakatformat, das Weltformat (heute das F4). Später kamen zusätzliche Formate dazu und veränderten die Plakatgestaltung gravierend. Je älter der Wettbewerb wurde, umso grösser wurde die Kritik der Gestalter von Plakaten. Das waren zunehmend die Kreativen in den Werbeagenturen und immer weniger die Künstler. Die Beurteilungskriterien aber verharrten und so kam der Wettbewerb in der Werbebranche in den Verruf, ein Kulturplakat-Wettbewerb zu sein, bei welchem das kommerzielle Plakat zu wenig Stellenwert hat.
Was wird jetzt neu beim Swiss Poster Award?Die Veränderung des jetzt von der APG lancierten Wettbewerbs liegt fast ausschliesslich bei der völlig neu besetzten Jury. Sie besteht aus anerkannten und aktiven Art Directors, wobei zum Beispiel mit Dominic Geissbühler ein ausgewiesener Kenner des kulturellen Plakates mit dabei ist und auch die Auftraggeberseite mit zwei Vertretern mitbestimmen kann. Diese Jury wird jene Glaubwürdigkeit des Wettbewerbs schaffen, die in den vergangenen Jahren verloren gegangen ist.
Im Jahr 2001 hat man es bereits ohne viel Erfolg mit einem neuen Reglement versucht. Nach welchem Prozedere wird nun beim neuen Wettbewerb juriert?
Das Prozedere der Jurierung ist nicht das Ausschlaggebende. Dies hat sich bei der 2001 gemachten Reglementsänderung gezeigt. Wohl wollte man damals mit dem Einbezug von verschiedenen Kategorien dem kommerziellen Plakat den Weg ebnen. Doch die Zusammensetzung der Jury konnte die Werbeszene nicht überzeugen und die Tatsache, dass im letzten Jahr trotz der Auszeichnung von vier Kategoriensiegern der Titel «Plakat des Jahres» mit einer nicht sehr überzeugenden Begründung nicht vergeben wurde, hat den Wettbewerb wohl endgültig ins Abseits gedrängt.
Ist es ein Makel, dass der Wettbewerb nicht mehr vom EDI abgesegnet wird?Ich denke nein. Die Interessen der APG als Marktführerin in der Aussenwerbung und des EDI sind immer mehr auseinander gedriftet.
Der neu geschaffene Swiss Poster Award soll auch für das Ranking der Werbeagenturen zählen. Wäre ein solches Ranking ohne Beurteilung der Plakate überhaupt noch repräsentativ?
Natürlich gehören Plakate in das Ranking. Es gab aber bis heute keinen Grund, die Resultate des bisherigen Wettbewerbs in das Ranking aufzunehmen. Dazu fehlte diesen Resultaten einfach die Kompetenz. Deshalb machte sich die APG Gedanken über eine Neuausrichtung des Plakatwettbewerbs und hat das Projekt in kürzester Zeit realisiert und umgesetzt.
Wieso glauben die Beteiligten an einen Erfolg des neuen Poster Awards?Die Überzeugung, dass sich dieser neue Wettbewerb in der Branche schnell und gut etabliert, begründet sich damit, dass die Werbeagenturen daran interessiert sind, dass ihre Plakatkampagnen von einer kompetenten Jury fachmännisch beurteilt werden. Die jetzige Zusammensetzung der Jury des Swiss Poster Award ist genau das, was bisher gefehlt hat. Zudem steht hinter dem Wettbewerb ein Unternehmen, das alles Interesse daran hat, etwas für die Erhaltung der hohen Schweizer Plakatkunst auch beim kommerziellen Plakat zu tun, ohne dabei zu vernachlässigen, dass auch im Bereich des kulturellen Plakates der hohe Standard erhalten und gefördert werden muss.
Top-Jury für Swiss Poster AwardPräsident: Fredy Collioud Publicis AG Werbeagentur, Zürich
Mitglieder: Daniel Comte, Advico Young & Rubicam; Remy Fabrikant, JWT+Hostettler + Fabrikant; Tobias Trevisan, Neue Zürcher Zeitung; K.
Domenic Geissbühler, Creativ Director; Markus Gut, Publicis Werbeagentur; Wendelin Hess, Atelier Müller-Hess; Danielle Lanz Ruf, Lanz Werbeagentur; Roger Möschler, Leiter Marketing APG Winterthur; Martin Spillmann, Spillmann/Felser/Leo Burnett; Dominique von Matt, Jung von Matt/Limmat; Beat Mühlemann, MGB.
Eingaben zum Plakat-Wettbewerb «Swiss Poster Award» ab 4. Oktober 2004 unter www.apg.ch/kultur. Eingabeschluss ist der 15. November.
Interview: Andreas Panzeri

Cinetrade-Deal ist meldepflichtig

Triple Play Die Swisscom muss ihre Beteiligung an der Teleclub-Mutter Cinetrade bei der Wettbewerbskommission (Weko) melden. Das bestätigt Weko-Sprecher Patrik Ducrey gegenüber der SonntagsZeitung.

Triple Play Die Swisscom muss ihre Beteiligung an der Teleclub-Mutter Cinetrade bei der Wettbewerbskommission (Weko) melden. Das bestätigt Weko-Sprecher Patrik Ducrey gegenüber der SonntagsZeitung.Nach einer maximal einmonatigen Vorprüfung müssen die Wettbewerbshüter entscheiden, ob der Kauf eine Marktmacht begründet oder verstärkt. Bejahen sie dies, wird eine vertiefte viermonatige Prüfung aufgenommen.

RTL-2-Fenster: Werbung ist Programm

Privatfernsehen Viel scheint nicht dran zu sein am Gerücht, dass RTL 2 in seinem geplanten Schweizer Fenster eine neue «Big Brother»-Staffel zeigen wird.

Privatfernsehen Viel scheint nicht dran zu sein am Gerücht, dass RTL 2 in seinem geplanten Schweizer Fenster eine neue «Big Brother»-Staffel zeigen wird.Das hat die TV-Zeitschrift Tele von der hessischen Landesmedienanstalt erfahren, wo RTL 2 ein Lizenzgesuch für das Programmfenster deponiert hat. Direktor Wolfgang Thaenert: «Es geht eigentlich mehr um die Erweiterung des bestehenden Werbefensters. RTL 2hat einen Antrag für mehr Werbung, Sonderwerbeformen und Call-in-Sendungen gestellt.»

SF DRS zeigt täglich People

Fernsehen Ab kommendem Frühling strahlt SF DRS täglich von 18.45 bis 18.55 Uhr ein People-Magazin aus.

Fernsehen Ab kommendem Frühling strahlt SF DRS täglich von 18.45 bis 18.55 Uhr ein People-Magazin aus.Es werde sich Personen und Veranstaltungen widmen, die in den Infosendungen zu wenig Platz finden, sagte Chefredaktor Ueli Haldimann. Rund zwei Drittel schweizerische Themen sind im neuen Sendegefäss vorgesehen. Es werde keine «platte Promisendung» wie bei den deutschen Privaten, verspricht Haldimann.

Neue Zürcher Zeitung steht bereit

Verlage Die NZZ will sich für die künftige Eigenständigkeit des Zürcher Oberländer stark machen.

Verlage Die NZZ will sich für die künftige Eigenständigkeit des Zürcher Oberländer stark machen.Anfang Woche hatte der Tages-Anzeiger berichtet, die freisinnige Ausrichtung des Zürcher Oberländer (ZO) sei womöglich in Gefahr. Der Grund: Die Zürcher Vermögensberatungsfirma Albin Kistler, Partner (AKP) sei nach einem öffentlich publizierten Angebot mittlerweile im Besitz von einem Drittel der Aktien an der Zürcher Oberland Medien und wolle das Paket nun gegen den Willen des Zeitungsverlags weiterverkaufen.Gegenüber der Werbewoche präzisiert Peter Edelmann, Direktor des ZO, das Vorgehen: «Wir sind mit AKP im Gespräch, wie wir aus der Situation herauskommen, denn für uns steht eine einvernehmliche Lösung im Vordergrund.» Die Aktienkäufe der AKP seien nicht rechtsgültig, weil sie ohne Einwilligung des Verwaltungsrates erfolgt seien. «Da es sich um Namensaktien handelt, muss der VR aber zustimmen», so Edelmann. Und er ergänzt: «Am liebsten wäre uns, dass das Paket gar nicht verkauft würde.»
Hellhörig geworden ist auch die NZZ, die mit der in Bedrängnis geratenen Zeitung die freisinnige Ausrichtung teilt. «Wir wollen mithelfen, dass der ZO weiterhin eine eigenständige Zeitung herausgeben kann», erklärt Beat Lauber, Chef Regionalzeitungen bei der NZZ-Gruppe. Dies werde aber nur ein Thema, falls die angekündigte Handänderung des Aktienpakets so erfolge, dass der ZO in eine andere Richtung gehen würde. Im Moment ist Lauber aber «nicht besorgt», nachdem AKP im Tages-Anzeiger versichert hat, man wolle eine gute Lösung und verkaufe nicht einfach an den Meistbietenden.
Daniel Schifferle

«Geberit transferiert sein Wissen»

Heidi Bucher, Leiterin Marketing Communication und Fred Veron, Leiter Marketing über ihre Strategie.

Heidi Bucher, Leiterin Marketing Communication und Fred Veron, Leiter Marketing über ihre Strategie.WW Wie wird Geberit in Werbung und Marketing positioniert?Veron: Wir sind die Nummer 1 in der Sanitärtechnik und wollen auch so auftreten. Aber Übertreibungen passen nicht zu uns.
Geberit ist zwar an fast jedem stillen Örtchen präsent, wieso sieht man das Logo kaum in Inseraten, auf Plakaten oder in Werbespots?Veron: Geberit wirbt vor allem in Fachmedien, denn unser Kunde ist in der Regel der Handwerker, Planer oder der Architekt, weniger der Endverbraucher.
Bucher: Wir haben unsere Position auf Grund interner und externer Umfragen definiert. Wir befragten namentlich die Sanitärinstallateure, was für Werte sie mit Geberit assoziieren. Qualität, Innovation, Partnerschaft und Zuverlässigkeit standen an erster Stelle. Darauf haben wir diese Begriffe für Geberit differenziert und auf Innovation, Wissen und Integration eingegrenzt.
Wie nutzen Sie das Umfrageergebnis für das Marketing und die Werbung?Bucher: Wir suchten eine Umsetzung, welche diese Kernwerte spezifisch für Geberit darstellt. So kamen wir durch einen langen internen Prozess auf den Begriff: «Know -How Installed.»
Veron: Geberit bietet «intelligente» Installationen in der Sanitärtechnik. 32000 Produkte vom perfekten Spülkasten bis zur schallgedämmten Abwasserleitung. In einer internen Broschüre erklären wir den Mitarbeitern das neue Marketing-Konzept. Im Brevier für unsere Kunden zeigen wir in Bild und Wort, was wir unter «Know-How Installed» verstehen.
Was bedeutet der neue Auftritt für Geberit?Veron: Wir wollen unser Know-how bei den Kunden installieren, aber der Begriff heisst für uns ganz wesentlich auch «Ausbildung». Geberit transferiert das Wissen und Können in kostenlosen Schulungskursen Jahr für Jahr zu rund 20000 Sanitärinstallateuren und anderen Fachleuten in aller Welt. Das ist aufwändiges, aber gezieltes Marketing.
Und wie erfährt das Zielpublikum von der neuen Kampagne?Veron: In der Werbung in Fachzeitschriften und auf den Produkten wird der Ikon «Know-How Installed» appliziert. Das blaue Quadrat nimmt das ebenfalls blaue Quadrat des Geberit-Logos auf. In der Werbung wird «Know-How Installed» konsequent mit einem Produkt und gemeinsam mit dem Geberit-Logo gezeigt.
Bucher: Geberit arbeitete früher je nach Produkt mit unterschiedlichen Slogans, jetzt haben wir einen alles übergreifenden USP kreiert. Wir führten das Ikon bereits in 18 Ländern ein; die prägnante Botschaft wird in allen Sprachen verstanden. Die Werbung wird zentral realisiert und in den einzelnen Ländern noch individuell adaptiert.
Was hat den Ausschlag für die Agentur Kunde & Co gegeben?Veron: Die in Kopenhagen und Zürich arbeitende Agentur hat einen hervorragenden Leistungsausweis im Bereich Branding. Unser Konzept geht dahin, dass wir auch die neu erworbenen Firmen in das Werbe- und Brandingkonzept integrieren und so einen einheitlichen Auftritt schaffen.
Wie viel gibt Geberit für Werbung und Marketing Kommunikation aus?Veron: Einen Prozentsatz des Umsatzes (2004 rund 1,9 Milliarden) zu nennen, ist schwierig, da die Schulung ein wichtiges Marketinginstrument ist. Die Gesamtkosten für Werbung und Marketing liegen wohl unter zwei Prozent des Umsatzes. Wenn man die Werbekosten jedoch auf den einzelnen Installateur umrechnet, sind sie respektabel.

Down the drain

Aufgefallen Es war hart, nur mit einem Höschen bekleidet bei frostigen fünf Grad in unzähligen Stellungen zu posieren. Und dabei auch noch sexy zu lächeln, obwohl der Fotograf ständig herumbrüllte.

Gebäudetechnik Es war hart, nur mit einem Höschen bekleidet bei frostigen fünf Grad in unzähligen Stellungen zu posieren. Und dabei auch noch sexy zu lächeln, obwohl der Fotograf ständig herumbrüllte.So anstrengend hatte sich Heidi das Shooting nicht vorgestellt. Aber schliesslich posierte sie hier nicht einfach für den Playboy, sondern für die Rohre der Strub + Blaser AG. Nomen est Omen, das wissen wir, aber bei dieser Anzeige wurde der Firmenname doch etwas zu wörtlich genommen. Kleiner Trost: Der Slogan «Grip – für Spengler mit Grips» scheint die Verantwortlichen selbst nicht so recht zu befriedigen. Werden die Besucher der Homepage doch aufgefordert, einen «pfannenfertigen Grip-Slogan» zu texten. Zu gewinnen gibts dann trotzdem nur einen Tagesausflug aufs Rothorn, den Pilatus oder die St. Petersinsel. Ein Swingerclub-Besuch mit Heidi war dem Familienunternehmen in Lyss dann wohl doch politisch zu unkorrekt. Aber auch steinige Hügel, so wird erzählt, geizen nicht mit Reizen. (sk)

Internet erste Adresse für Wohnungssuche

Rubriken Die wichtigste Informationsquelle für Schweizer auf Wohnungssuche ist das Internet.

Rubriken Die wichtigste Informationsquelle für Schweizer auf Wohnungssuche ist das Internet.Das hat eine Umfrage des IHA-GfK unter 500 Personen ergeben, die in den letzten zwölf Monaten umgezogen sind oder demnächst umziehen wollen. Auf die Frage «Wo haben Sie sich hauptsächlich informiert?» nannten 31% das Internet, 25% regionale Zeitungen und Zeitschriften und 20% den Bekanntenkreis. Insgesamt nutzten 53% der Befragten die Presse, 52% das Internet und 48% persönliche Kontakte.
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