Hersant investiert 1,5 Millionen in TV Plus

Programmhefte Die neue Fernsehbeilage der Westschweizer Tageszeitungen La Côte, L'Express und L'Impartial verfügt im ersten Jahr über ein Budget von 1,5 Millionen Franken.

Programmhefte Die neue Fernsehbeilage der Westschweizer Tageszeitungen La Côte, L’Express und L’Impartial verfügt im ersten Jahr über ein Budget von 1,5 Millionen Franken.Das erklärte der Schweizer Verwaltungsratsdelegierte der Hersant-Gruppe, Jacques Richard, gegenüber der SDA. Das neue TV Plus wird den drei Hersant-Blättern ab Anfang 2005 beigelegt. Die Redaktion mit Sitz in Nyon soll nach Informationen der Tribune de Genève fünf Personen umfassen. Chefredaktor wird Thierry Peitrequin.

Dialog Lucky Lack macht Appetit auf Läckerli

Confiserie Die Basler Werbeagentur Dialog Lucky Lack hat den Gesamtetat des Läckerli-Huus gewonnen.

Confiserie Die Basler Werbeagentur Dialog Lucky Lack hat den Gesamtetat des Läckerli-Huus gewonnen.Sie setzte sich in einer Konkurrenzpräsentation durch. Erste Arbeiten für die Basler Traditionsconfiserie werden bereits im November im Rahmen einer gesamtschweizerischen Weihnachtskampagne zu sehen sein. Das Läckerli-Huus unterhält neben Basel und Münchenstein auch Filialen in Bern, Luzern, Zürich, St. Gallen und Lausanne.

Bosshard Kommunikation poliert in Englisch

Maschinenindustrie Für die Niederberger Schleif- und Polierautomaten AG bewirbt Bossard Kommunikation eine neue Schleifmaschine im angelsächsischen Raum.

Maschinenindustrie Für die Niederberger Schleif- und Polierautomaten AG bewirbt Bossard Kommunikation eine neue Schleifmaschine im angelsächsischen Raum.Das Industrieunternehmen in Kriens entschied sich auf Empfehlung für die Luzerner Werbeagentur. Als Erstes realisiert Bossard eine Produktanzeige für ein englisches Fachmagazin. In der Pipeline stecken zudem die Überarbeitung von Corporate Identity und Design sowie des Internetauftritts.

Einladung zum Umsatteln

Werbung Die derzeitige Raserdebatte hat AD Simon Staub und Texter Martin Stulz von Matter & Partner zu einem sarkastischen Inserat für die Rennbikes von Backyard inspiriert.

Werbung Die derzeitige Raserdebatte hat AD Simon Staub und Texter Martin Stulz von Matter & Partner zu einem sarkastischen Inserat für die Rennbikes von Backyard inspiriert.Vor allem das Schicksal des schnellen Amir B. scheint die Werber betroffen gemacht zu haben. Nur wegen seiner Paraderolle in der Rundschau wurde ihm sein getuntes Automobil einfach konfisziert. Ein Glück, dass Backyard, der kleine, feine Veloshop aus Zürich, Abhilfe weiss: Mit seinen neuen Rennbikes lässt es sich genauso gut rasen – mit oder ohne Führerschein. Und im Härtefall sogar im Innenhof der lokalen Strafanstalt.

Metro schlägt zurück

Oliver Classen über den Vorbildcharakter von Schwedens Tabloidisierung.

Oliver Classen über den Vorbildcharakter von Schwedens Tabloidisierung.Schweden und die Schweiz haben mehr Ähnlichkeiten als ihre – zumal für angelsächsische Touristen – leicht verwechselbaren Namen. Beides sind traditionelle Zeitungsnationen, und hier wie dort feiert die metrosexuelle Pendlerpresse besonders nachhaltige Erfolge. Ohne Stockholmer Metro gäbe es keine Zürcher 20 Minuten. Was zeigt, dass in diesem Bereich nicht die kleine Alpenrepublik, sondern das grösste Land Skandinaviens als Testmarkt fungiert.Das könnte auch für die konzertierte Tabloidisierung führender Qualitätszeitungen gelten. Bislang waren Dagens Nyheter (Stockholm), Sydsvenska Dagbladet (Malmö) und
Göteborgs Posten «nur» durch ein Anzeigenkombi verbunden. Seit zehn Tagen erscheinen die Metro-Konkurrenten nun auch im gleichen Trendformat und vermarkten sich mit demselben modularen Buchungssystem.
Potenzielle «Early Adopter» des schwedischen Schulterschlusses sollten indes drei Dinge bedenken:
– Der formalen Nivellierung folgt die inhaltliche gemeinhin auf dem Fuss.
– Laut McKinsey schrumpft mit dem Format einer Zeitung auch deren Werbeerlös, in Europa durchschnittlich um 20 Prozent.
– Vife Wettbewerber wie Metro oder 20 Minuten schlafen nicht.
Im vorliegenden Fall will die Mutter aller Gratistageszeitungen die neue Allianz der Arrivierten durch erbarmungslose Expansion kontern. Mit der Beschränkung auf die drei Metropolen wird es ab 20. Oktober demnach ebenso vorbei sein wie mit jener auf die Nahverkehrsmittel. Das dann auflagenstärkste Blatt Schwedens soll künftig in 15 Städten verteilt werden – und zwar auch vor Schulen, Fabriken sowie in Fussgängerzonen.
Diese strategische Omnipräsenz dürfte die Horrorvorstellung jedes Kaufzeitungsmanagers sein. Auch in Zürichbaselbern. Weshalb vor einer Nachahmung des skandinavischen Beispiels gewarnt wird. Denn wer zu spät kommt, den bestraft erst der Leser- und dann der Anzeigenmarkt. Wie viel zu spät – Metro wurde bekanntlich 1995 gelauncht, 20 Minuten 1999 – spielt dabei wohl kaum eine Rolle.
> Oliver Classen, Redaktor

Das Beste verbessern

Roland Wahrenberger sieht in seiner Aufgabe als Business Manager von Reader’s Digest Schweiz viel Potenzial.

Roland Wahrenberger sieht in seiner Aufgabe als Business Manager von Reader’s Digest Schweiz viel Potenzial.Der Schweizer Markt ist bedeutend für Reader’s Digest. Der helvetische Ableger des internationalen Magazins hat eine sehr gute Abdeckung und gilt immer noch als eine der grossen Zeitschriften in der Schweiz. Das Beste hat hier eine eigenständige Redaktion. Ein Teil der Geschichten wird aus Deutschland übernommen. Die Aktualität muss aber in der Schweiz abgedeckt werden. Ein dritter Teil kommt aus dem internationalen Pool. Die Auflage der welschen und deutschsprachigen Ausgaben zusammen erreicht 246000 Exemplare mit monatlich 590000 Lesern. «Das gibt Zugang zu sehr vielen Haushaltungen», freut sich DM-Spezialist Roland Wahrenberger. Ein grosser Teil des Geschäfts von Reader’s Digest wird nämlich nicht mit dem Magazin erwirtschaftet, sondern mit weiteren Verlagsprodukten wie Büchern, Videos, Hörbüchern, CD und DVD. Auf diese Vielfalt freut sich Wahrenberger besonders. «Für mich bedeutet das eine neue Dimension des Direktmarketings.» In einer Perfektion, wie er es vorher gar nicht gekannt habe, obwohl er für sich in Anspruch genommen hat, «einer der besseren DM- Spezialisten im Zeitschriftenbereich» zu sein.
Der neue Business Manager von Reader’s Digest Schweiz kann eine langjährige Erfahrung in der Verlagsbranche vorweisen. Angefangen hat Wahrenberger beim damaligen Badener Tagblatt. Als Quereinsteiger aus dem kaufmännischen Bereich hat er vor 15 Jahren das Marketing dort «klassisch aufgebaut», den Anzeigenmarkt unterstützt, Mediadaten aufbereitet oder Fachstudien erstellt.
Nach fünf Jahren wollte der Aargauer nach Zürich wechseln. Im Verlag Blick/SonntagsBlick übernahm er die Verantwortung für die so genannten dritten Bünde. Das waren unzählige redaktionelle Beilagen wie zum Beispiel über die Formel 1. Wahrenberger agierte hier in einer Schnittstellenfunktion zwischen Redaktion, Verlag und Anzeigenmarkt.
Danach führte der Weg zur damaligen Wochenzeitung Sport bei Jean Frey. «Ein schwieriger Titel», erinnert sich Wahrenberger an diese Zeit um 1995. Seine Aufgabe als Projektleiter war es, neue Distributionskanäle zu finden. Er hat das unter anderem mit Pflichtabos für Mitglieder verschiedener Sportverbände organisiert und bei diesem «Kampf über Jahre viel gelernt».
Als er schon ahnte, dass der Sport eingestellt werden könnte, kam das Angebot von Tamedia, Verlagsleiter der Schweizer Familie zu werden. Wahrenberger befand sich damals zwar mitten in der Ausbildung zum Verlagsfachmann, stufte die Chance dieses Jobs aber als «einmalig» ein und sagte zu. Es folgte deshalb eine strenge Zeit. Die Schweizer Familie war damals sehr schlecht positioniert. Umso mehr ist Wahrenberger stolz, dass er einen klassischen Turnaround geschafft hat. Innerhalb von fünf Jahren konnte er die Schweizer Familie zum heute profitabelsten Titel im Zeitschriften-Portefeuille der Tamedia machen. Dann kam die Strukturänderung. Die Position der Verlagsleiter wurde abgeschafft, Wahrenberger in der Folge freigestellt.
Nun sieht er bei Das Beste einen neuen Challenge. Seine Aufgaben für die Schweizer Niederlassung von Reader’s Digest seien «vielfältiger als alles, was ich bisher gemacht habe».
Zurzeit steckt er in einem internationalen Einschulungsprogramm. In zwei Wochen wird er an ein Marketing-Meeting nach Portugal reisen, wo sich die Verantwortlichen mehrerer Länder treffen. Vorher hat er viel Zeit in Stuttgart verbracht. Dort sind die deutschsprachigen Ausgaben zentral organisiert. Sein Chef in Stuttgart ist gleichzeitig Verwaltungsratspräsident der Schweizer Tochter. Wahrenberger leitet somit das operative Geschäft. Stark eigenständig soll in Zürich das Marketing organisiert werden.
In seinem neuen Markt sieht er viel Potenzial. «Ich glaube, dass es in einer breiten Öffentlichkeit zu wenig bekannt ist, auf welch hohem Qualitätsstandard unsere Produkte sind.» Wahrenberger selber ist zurzeit bei seinen vielen Reisen vor allem von den Hörbüchern angetan.
Eine andere Schiene sind die Serien. Drei bis vier aktuelle Bestseller werden in einem Buch kondensiert und im Abonnement verkauft. Aber nicht im Klubsystem. «Liberale Angebote sind das Grundprinzip des Unternehmens.» Direktmarketing könne nämlich nur funktionieren, wenn mit den Kunden ehrlich umgegangen werde.
Reader’s Digest wurde 1922 in den USA gegründet als Magazin im Taschenformat, das Artikel von bleibendem Wert aus anderen internationalen Zeitschriften in Kurzfassung abdruckt. Heute ist Reader’s Digest die meistgelesene Zeitschrift der Welt. Sie erscheint mit 48 Ausgaben in 19 Sprachen und hat eine Auflage von 23 Millionen Exemplaren weltweit. Im Jahr 2003 erreichte das Unternehmen einen Konzernumsatz von 2,47 Milliarden Dollar.
Roland Wahrenberger will die Cross-Selling-Möglichkeiten im Leserkreis von Reader’s Digest noch besser nutzen.
Andreas Panzeri

Graubünden plant ein Tabakwerbeverbot

Politik Die Regierung des Kantons Graubünden hat eine Teilrevision des Gesundheitsgesetzes in die Vernehmlassung geschickt.

Politik Die Regierung des Kantons Graubünden hat eine Teilrevision des Gesundheitsgesetzes in die Vernehmlassung geschickt.Darin ist auch ein Verbot von Tabakwerbung vorgesehen, wie es das Parlament Anfang 2002 mit einem Postulat gefordert hatte. Die Bündner Regierung schreibt dazu, sie habe eine Formulierung ähnlich jener des Kantons Genf gewählt, die vom Bundesgericht bereits als verfassungskonform beurteilt worden sei.

Evolution 471

So lautet nicht etwa der Name einer neuen Teletext-Seite, sondern es handelt sich um den Inbegriff der neuesten Printtechnologie, die Druckerherzen höher schlagen lässt.

So lautet nicht etwa der Name einer neuen Teletext-Seite, sondern es handelt sich um den Inbegriff der neuesten Printtechnologie, die Druckerherzen höher schlagen lässt.Doch dazu später. Erst galt es nämlich, Swiss Txt, vulgo Teletext genannt, einen Besuch abzustatten.Präsentiert wurde neben den crossmedialen Einsatzmöglichkeiten des TV-Zusatzmediums ein von Katja Stauber geführtes Interview mit TV-Direktorin Ingrid Deltenre.
Übrigens handelte es sich auch gleich um das 20-Jahr-Jubiläum, denn mit rund dreissig Seiten Inhalt nahm der Teletext Anfang 1984 seinen Betrieb auf. Je ein Jahr später folgten die französisch- und die italienischsprachige Version. Mit Hochgenuss schnitt deshalb Deltenre, auch VR-Präsidentin der Teletext AG, die mehrstöckige Geburtstagstorte an. Das absolute Event-Highlight, das Duo Ohne Rolf, lässt sich in Worten leider nur schwer beschreiben, obwohl die beiden Kabarettisten lautlos mit ebensolchen operierten. Nur eins – wer die Möglichkeit hat, Ohne Rolf live zu erleben: sofort hingehen!
Eine besondere Ehre kam letzte Woche der Idée-VfW zu. Nur eine Woche nach der offiziellen Einweihung durfte man in einer exklusiven Führung die neueste Maschine der NZZ begutachten. Mit der Evolution 471 stellt nämlich die letzte noch im Hochdruck produzierte Tageszeitung auf Offset um und verwirklicht konsequent den digitalen Workflow. Denn anders als bei herkömmlichen Computer-to-plate-Verfahren mit separaten Belichtungseinheiten wird hier (momentan aber erst bei einem Piloten) die Druckplatte direkt in der Maschine belichtet. Das heisst, und hier spielt Zukunftsmusik: In absehbarer Zeit wird es möglich sein, die Platten für die gesamte Zeitung in weniger als 5 Minuten zu belichten und die Maschine anlaufen zu lassen.
Beim Apéroplausch: Markus Hollenstein (r.) und Thomas Koller (l.) von Publisuisse mit Gregor Meier, SF DRS.
Gesprächskultur: Rolf Koller (l.) von der
Mediaagentur Koller Della Piana diskutierte mit Swiss-Txt-Direktor Max Frei.
Sonnige Gemüter: Cécile Wolfsteiner (l.) von Ringier-TV und Liliane Borer von Starcom Adplus mit Christoph Meier, Carat.
Alte Bekannte: Bruno Oetterli (l.), Radiotele, und Ueli Siegenthaler, Publisuisse, steckten beim Lunch die Köpfe zusammen.
Warten auf die Präsentation: Kuoni-Marketingdirektor Gianni Moccetti, Karl Lüönd, Medieninstitut, und Arthur Deiss, SBB (v. l.).
Schöne Seiten ihres Jobs: Swiss-Txt-VR-Präsidentin Ingrid Deltenre schneidet zusammen mit Max Frei den Geburtstagskuchen an.
Heinz Egli (l.) von der Idée-VfW und Daniel Truttmann, NZZ, vor den gigantischen Papierrollen in der NZZ-Print-Lounge.
Prosit – denn zur Begrüssung gabs erstmals ein Cüpli, was sich auch Elisabeth Hug und Peter Grob nicht entgehen liessen.
Während des Apéros richteten sich Marco Stettler und Jacqueline Zygmont bequem in der gemütlichen Sofaecke ein.
Urs Steudler, Steudler Grafik + Werbung, mit Elisabeth Hug, Hug-Annoncen, und Idée-Geschäftsführerin Ursi Grob (r.).
Hahn im Korb: Waser-Werbeleiter Lukas Gschwind mit Natalie Schneider (l.), und Verlagsberaterin Yvonne Philipp.
Extrem begeistert von der neuen Druckmaschine: Ruth Mumenthaler mit Rolf Ruch (l.) und Hans-Heini Wirz.
Beat Fritschzwischen Dadaisten. Viel besser liesse sich das Kabarettduo Ohne Rolf, welches den Shortlistautor zwecks Mithilfe auf die Bühne bat, nämlich nicht umschreiben. Extrem stilvoll gehobenen Nonsens zeigten die beiden Künstler am Event von Swiss Txt. Ab an die Druckmaschine hiess es dann für die Idée – Vereinigung für Werbekommunikation bei der Begutachtung der neuesten Errungenschaft der NZZ.

Jetzt gehts rund

Pneuhandel Mit einem neuen TV-Spot und einer Prise schwarzem Humor startet Pneu Egger in die Wintersaison.

Pneuhandel Mit einem neuen TV-Spot und einer Prise schwarzem Humor startet Pneu Egger in die Wintersaison.Die Zeit, die Reifen zu wechseln, kommt bei Pneu Egger wie das Amen in der Kirche immer im Frühjahr und im Herbst. Damit verbunden sind seit Jahren humorvolle TV-Spots, die dem Auto fahrenden Publikum die Wichtigkeit von saisongerechter Bereifung vor Augen führen sollen. Im vergangenen Frühjahr kreierte erstmals die Zürcher Agentur Wirz eine Reifenepisode für das Aarauer Handelsunternehmen, nachdem sie das Budget von Advico Young & Rubicam übernommen hatte. Im Film verspürte eine sympathische alte Dame beim Packen ihres Ferienkoffers «Frühlingsgefühle», worauf sie ihren XL-Schlüpfer zum Tanga umschneiderte.
Für den Herbstspot, der seit dem 10. Oktober über die Bildschirme flimmert, haben die Wirz-Kreativen gröberes Geschütz aufgefahren. Nach dem Motto «Lieber von Pneu Egger überrascht werden als vom Winter», zeigt der Werbefilm eine graziöse Sportlerin der Disziplin rhythmische Gymnastik, die während der Demonstration ihres Könnens von einem Pneu erschlagen wird. Die Zeit, die Reifen zu wechseln, kommt für die junge Frau, übrigens eine Vertreterin des Schweizer Nationalkaders, ganz offensichtlich im falschen Moment. Nämlich dann, als sie ihren leichten Gymnastikreifen nach einem Wurf in die Luft wieder auffangen sollte.
Mit der schwarz angehauchten Komik des Plots führt das Team
um CD Hanspeter Schweizer die Pneu-Egger-Tradition fort, wonach Werbung nicht nur verkaufen, sondern auch unterhalten soll.
Ob der Entertainment-Faktor dem einen oder der anderen zu makaber ist – wie seinerzeit der überfahrene Frosch – wird sich sicherlich noch vor dem ersten Schneefall zeigen.
Unverhoffter Reifenwechsel: Wirz pfuscht der Turnerin ins Handwerk.
Simone Keller

Familie Colombo wählt TBS Identity

Innendesign Iwan Colombo lanciert im Spätherbst zusammen mit Karin Bollinger, Peter Kern und Pablo Pabst das neue Geschäft Colombo la Famiglia.

Innendesign Iwan Colombo lanciert im Spätherbst zusammen mit Karin Bollinger, Peter Kern und Pablo Pabst das neue Geschäft Colombo la Famiglia.Mit der Kreation des visuellen Auftritts hat Colombo La Famiglia nach einer Konkurrenzpräsentation die Zürcher Agentur TBS Identity betraut. Ausschlaggebend war die unkonventionelle grafische Umsetzung, bei derTBS Identity bewusst auf eine Bild- und Wortmarke verzichtet.

Gemeinsam in Richtung Nummer eins

Agenturen Advico Young & Rubicam verstärkt die Kreation: Urs Schrepfer stösst als CD zur Geschäftsleitung.

Agenturen Advico Young & Rubicam verstärkt die Kreation: Urs Schrepfer stösst als CD zur Geschäftsleitung. Ende 2004 ist es so weit: Die Werbeagenturen Guye Benker und Advico Young & Rubicam werden zusammengeführt. Bereits heute kannEdgar C. Britschgi als Vorsitzender eine neue Besetzung seiner Geschäftsleitung vorstellen. AY&R, eine der führenden Kreativagenturen der Schweiz, verstärkt ihre Kreation. Ab Oktober 2004 wird Urs Schrepfer als CD und Mitglied der Geschäftsleitung gemeinsam mit Daniel Comte die Kreativteams in Zürich Gockhausen leiten. Beide CDs haben ihre Kunden, wollen aber gegenseitig beim gemeinsamen Diskutieren der Ideen profitieren. Daniel Comte ist seit Juni 2002 bei AY&R und seit Juli 2004 interimistisch alleine als CD verantwortlich. Er ist ADC-Mitglied und in der Jury von «The Best of Best» des Y&R- Netzwerkes. Urs Schrepfer ist seit 1995 ADC-Mitglied und war bereits von 1992 bis Mitte 2002 bei Y&R
tätig, zuerst als Konzepter/Texter, danach als CD. Die letzten Jahre war er als geschäftsleitender CD bei Jung von Matt/Limmat für den kreativen Turnaround verantwortlich.
Wieso jetzt das Comeback? Urs Schrepfer: «Nach zehn Jahren Advico kam ich in Kontakt mit Dominik von Matt, das war zur gleichen Zeit, als Spillmann Felser sich formiert haben.» Es sei extrem wertvoll gewesen, wieder einmal zu sehen, wie andere Agenturen arbeiten und diese Erfahrungen jetzt bei AY&R einfliessen zu lassen. Jetzt ist sich Urs Schrepfer sicher, dass sich in Gockhausen «etwas wahnsinnig Spannendes formiert». Also: «Keine Rückkehr, sondern ein Einstieg in eine neue Art von Agentur.» Denn: Mit der neuen Besetzung der Geschäftsleitung bei AY&R kommt ein wichtiger Strukturwandel in seine Abschlussphase.
Chancen für neue Talente
Was hat sich verändert gegenüber Advico früher? Damals hatte man einen grossen Stamm von sehr guten Leuten. Alle haben sehr lange miteinander zusammengearbeitet und dabei immer wieder «sehr gute Geschichten entwickelt». Dadurch ist AY&R die Nummer 1 geworden. «Das hat aber auch den Nachteil gehabt, dass eine gewisse Behäbigkeit eingetreten ist», meint Schrepfer. «Jetzt sollen neue Talente Chancen bekommen und am richtigen Ort eingesetzt werden», verrät Comte.
Für beide neu ist auch die Zusammenarbeit mit David Allemann, Leiter Strategie, und Thomas Städeli, Leiter Beratung. Beide seien jung und sehr talentiert. «Wir merken in der Geschäftsleitung, dass wir alle am selben Strick ziehen. Wir haben uns verschiedene Veränderungen für die Zukunft auf die Fahne geschrieben.» Zudem ist geplant, dass demnächst neue Leute für die Kreation aufgenommen werden.
Das Ziel für eine gute Agentur muss immer die Nummer 1 sein. Als Zwischenziel kann man vielleicht noch die Nummer 3 angeben im Kreativ-Ranking. Derzeit sei es auch so, dass die Kreativen in der Branche nicht mehr nur eine oder zwei Agenturen als die besten einstufen. «Das hat sich extrem ausgeweitet gegenüber noch vor drei Jahren», meint Comte. Heute kann sich ein Topkreativer vorstellen, in fünf oder sechs Agenturen zu arbeiten. «Es gibt keinen klaren Leader und es gibt eine neue Generation von Leuten, die sich auf die Agenturen verteilen», meint Schrepfer. «Die Spitze ist breiter, das Niveau aber tiefer geworden», bestätigt auch Comte. «Dieses Niveau wieder zu heben, das ist die grosse Herausforderung.»
Starkes Kreativduo: Daniel Comte (links) und Urs Schrepfer.
Zeit für NeuesDer Verkauf von Guye Benker an das internationale Agenturnetzwerk von Young & Rubicam erfolgte bereits im Februar 2003. Auch damit schliesst sich ein Kreis. Bevor Christophe Guye 1990 Guye & Partner gegründet hat, war er leitender Berater bei AY&R. Nun findet seine Neugründung quasi wieder ins Mutterhaus zurück. Guye Benker entwickelte sich in den rund 15 Jahren dazwischen gut und wuchs auf über 20 Mitarbeiter mit Honorareinnahmen von 4,5 Millionen Franken an. Christophe Guye kündigte seinen Abschied als Geschäftsführer von Guye Benker an mit: «Nun ist es Zeit für neue Herausforderungen». Er wird den Zusammenschluss nur kurz begleiten und sich dann als «Business Incubator» beim Auf- und Ausbau anderer Firmen engagieren. Erste Mandate in den Bereichen Bekleidung, Food und Kosmetik habe erbereits angenommen, erklärt Guye.
Andreas Panzeri

Die Basler am Ball

Presse-TV Die BaZ lanciert den «Fussballtalk». Die Crossmedia-Sponsoringplattform konkurriert direkt mit SF 1.

Presse-TV Die BaZ lanciert den «Fussballtalk». Die Crossmedia-Sponsoringplattform konkurriert direkt mit SF 1. «Ich hätte nicht gedacht, dass das Schweizer Fernsehen so etwas zu Stande bringt», staunt ein Fan des FC Basel auf FCBForum.ch. Nicht zu Unrecht, denn die neue Sportsendung «Fussballtalk» ist in Wirklichkeit ein Produkt der Basler Zeitung Medien und läuft nicht nur auf SF 2.«Fussballtalk» hat Anfang Oktober die bisherige Gesprächsrunde «BaZ-Standpunkte» im Presse-TV abgelöst. Statt über politische und kulturelle Themen wird nun jeden dritten Samstagabend über die schönste Nebensache der Welt diskutiert. Der zündende Gedanke kam von Ivo Bachmann, Chefredaktor der Basler Zeitung (BaZ). Bachmann habe die Kernkompetenz Fussball der BaZ ins Presse-TV einbringen wollen, sagt Mike Helmy, Geschäftsführer von Allcomm Productions und Produzent des «Fussballtalks». Bei Allcomm stiess Bachmann auf offene Ohren: «Wir fanden schon lange, dass man den Sendeplatz spannender und mit besseren Quoten nutzen könnte.» Die «Standpunkte» sahen durchschnittlich 20000 bis 30000 Personen. Mit dem «Fussballtalk» strebt die Basler Zeitung 200000 bis 250000 Zuschauer an.
Strategie Multikanal
Um dieses Ziel zu erreichen, wurde die Sendung crossmedial konzipiert. Zuschauerfragen werden am Dienstag nach der Erstausstrahlung in der BaZ weiterbearbeitet. Eine Zweitausstrahlung auf dem Ostschweizer Regionalsender TeleTop erhöht die Verbreitung. Zudem kann der «Fussballtalk» während drei Wochen rund um die Uhr auf Sportradio.ch betrachtet werden.
Diese zusätzlichen Kanäle hat die Sendung auch nötig. Denn der Sendeplatz ist alles andere als ideal. Das Presse-TV-Format konkurriert direkt mit SF 1: Am Samstagabend überschneidet es sich mit «Sport Aktuell», bei der Zweitausstrahlung am Sonntagnachmittag mit dem «Sport-
panorama». Die erste Ausgabe blieb klar unter dem Ziel. Laut Helmy erreichte sie in der Spitze 83000 Zuschauer. Die Wiederholung brachte etwa 30000 Personen, mit TeleTop und Sportradio.ch dürften rund 150000 Zuschauer erreicht werden.
Testversuch Web-TV
Wie viel die junge Online-Plattform Sportradio.ch zum Erfolg beitragen kann, muss sich erst zeigen. Nutzungszahlen werde man nach Ablauf der ersten drei Wochen präsentieren, sagt Initiant Adrian Fetscherin. Er rechnet mit 30000 bis 40000 Abrufen. Für Sportradio.ch ist «Fussballtalk» ein Testversuch. Man prüfe zurzeit grundsätzlich Bildübertragungen, allerdings in anderen Sportarten, so Fetscherin. Auch wenn die Qualität zurzeit noch nicht optimal ist, hält er Fernsehen via Web für unaufhaltbar.
«Fussballtalk» ist deutlich teurer als «BaZ-Standpunkte». Branchenkenner schätzen den Aufwand auf rund 45000 Franken pro Sendung. Der Beitrag aus dem Presse-TV-Topf reicht dazu bei weitem nicht aus. «Wir sind stolz darauf, dass wir mit einem klugen Sponsoringkonzept die Finanzierung zu 100 Prozent sichern konnten», strahlt Helmy. Als Hauptsponsor ist der Bierbrauer Carlsberg mit seiner alkoholfreien Marke dabei. In der ersten Ausgabe wurde eifrig Bier getrunken. Die Gäs-te verschwanden manchmal hinter den Bierflaschen im Vordergrund. «Wir haben in der Sendekritik festgestellt, dass die Regie beim Product Placement übers Ziel hinausgeschossen ist», gibt Helmy zu. Statt auf Flaschen solle künftig mehr auf die Studiogäste gezoomt werden. Rechtlich ist der Sponsoringauftritt von Carlsberg wasserdicht: Das hat Allcomm im Voraus beim Bundesamt für Kommunikation abgeklärt.
Der neue «Fussballtalk» ist der Nachfolger von «BaZ-Standpunkte».
Als Hauptsponsor fungiert der dänische Bierbrauer Carlsberg.
Stefano Monachesi
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