Gygi wird gwundrig

Zustellorganisation Jetzt nimmt der Post-Chef die AZO ernst.

Zustellorganisation Jetzt nimmt der Post-Chef die AZO ernst.In der Vergangenheit hatte die Schweizerische Post trotz mehreren Einladungen kein Interesse an der Mitarbeit bei der Alternativen Zustellorganisation für Zeitschriften (AZO). Dass aber die Verlage Ringier, Tamedia, NZZ und Südostschweiz sowie der Handelsriese Valora dem Projekt am 21. Dezember grünes Licht gaben, scheint die Post aus dem Busch zu klopfen. Jedenfalls wird sich Post-Chef Ulrich Gygi noch diese Woche mit den Spitzen der vier Verlage treffen. Kein Wunder: Das vom Verlegerverband unabhängige Projekt würde der Post 180 Millionen der jährlich 700 Millionen verteilten Zeitschriften und einen Umsatz von 150 Millionen Franken aus der Hand nehmen.Am 11. Januar beschloss zudem der AZO-Ausschuss, dass nun mögliche Grosskunden wie die Schweizer Illustrierte, Touring, das Migros Magazin oder die Coop Zeitung verbindlich angefragt und nach Möglichkeit in das Projekt eingebunden werden. «In den nächsten Monaten wollen wir den Ausschuss stark erweitern», sagt Walter Lütolf, Vertriebsleiter Ringier und AZO-Sprecher. Weiter ist vorgesehen, dass Projektleiter Wolfgang Schickli seine Aufgabe weiterführt, obwohl er bei Valora neu den Bereich Presse & Buch Schweiz übernimmt.
(mk)

Complecta vermittelt die Regor-Übernahme

Lettershops Die St. Galler PR-Agentur Complecta ist von Künzler-Bachmann Direktmarketing mit der Kommunikation rund um die Übernahme des Lettershops Regor beauftragt worden.

Lettershops Die St. Galler PR-Agentur Complecta ist von Künzler-Bachmann Direktmarketing mit der Kommunikation rund um die Übernahme des Lettershops Regor beauftragt worden.Künzler-Bachmann hat Regor per Anfang Jahr von Tamedia gekauft. Complecta hat ein PR-Konzept erstellt und ist für die Realisierung der internen wie externen Kommunikation verantwortlich. Dazu gehören verschiedene Medieninformationen sowie die Kreation von Mailings an die Stakeholder von Künzler-Bachmann und Regor.

Anleitung zum Gesundwerden

Special Interest Mit einer neuen Formel sucht Ringiers Gesundheit Sprechstunde den Erfolg im Werbemarkt.

Special Interest Mit einer neuen Formel sucht Ringiers Gesundheit Sprechstunde den Erfolg im Werbemarkt.Ab dieser Woche ist sie nicht einfach nur eine Zeitschrift: Die Gesundheit Sprechstunde (GeS) wird «zum Beipackzettel, zur Gebrauchsanleitung für die Gesundheit», ist Samuel Stutz überzeugt. Der Arzt und Moderator der «GeS»-Sendung auf SF 2 ist zwar offiziell nur freier Mitarbeiter, als solcher aber der Spiritus rector hinter dem GeS-Medienverbund von Ringier.Gemeinsam mit Redaktionsleiter Theo Uhlir hat Stutz das neue Konzept der Zeitschrift entwickelt, das am 14. Januar lanciert wird. Die Zeitschrift wird näher an die TV-Sendung geführt und befasst sich künftig mit den gleichen Themen. Damit konzentriert sie sich auf die Bereiche Medizin, Prävention und Therapie. Softere Themen wie Wellness und Schönheit werden nur noch dann behandelt, wenn sie einen direkten Bezug zum Thema Gesundheit haben.
«Wir bringen den Leuten die Gesundheit in den Alltag», umreisst Stutz das Ziel: Die Leser erhalten Anleitungen, um eigenverantwortlich mit ihrer Gesundheit umgehen zu können. «Wir drehen die Expertenrolle komplett um: Unsere Leser werden selbst zu den Experten für ihre Probleme.» Stutz sieht sich damit im Trend: Für immer mehr Menschen – auch junge – sei Gesundheit ein Thema, über das sie sich selbst informierten, statt sich an die klassischen Autoritäten zu wenden.
Nullnummer positiv beurteiltDass die neue Formel gut ankommt, hat schon eine qualitative Studie anhand der Nullnummer gezeigt. Mit mehr Platz für wichtige Themen, mehr Infografiken, besserer Leserführung und grösserem Format setzte sich das neue Heft in der Beurteilung der Befragten vom Vorgänger-Magazin ab und punktete laut Stutz besonders im Bereich Authentizität und Nutzwert.
Im ersten Jahr will man vor allem die Auflage festigen und «die Leser bei der Stange halten», so Martin Tamas, kommerzieller Leiter des GeS-Medienverbunds. Neuleser lassen sich vor allem innerhalb der bestehenden Hauptzielgruppe gewinnen, glaubt er: Frauen über 35 Jahre. «Jüngere Leute erreicht man mit dem Thema Gesundheit eher schwieriger», urteilt Tamas. Nur 22 Prozent der GeS-Leser sind laut Mach Basic 2004 unter 35 Jahre alt, 65 Prozent sind Frauen. «So gestaltet sich die Leserschaft schon seit fünf Jahren», bilanziert Tamas.
Grössere Erwartungen setzt Ringier in den Werbemarkt. Durch die klarere Positionierung im Bereich Gesundheit und neue Werbeformen soll die Zeitschrift aus der Verlustzone geführt werden. Einzelne Gefässe der Zeitschrift wie ein regelmässig erscheinendes medizinisches Poster können gesponsert werden. Die Redaktion verfasst für Kunden zudem Broschüren oder Advertorials, die allerdings deutlich als Werbung gekennzeichnet werden sollen.
Vom Medienverbund zum DienstleistungszentrumVergangenen Sommer hat Ringier die Gesundheit Sprechstunde (GeS) aus dem Bereich Zeitschriften ausgegliedert und aus TV-Sendung, Magazin und Website eine «Health Business Unit» gegründet. Dadurch sollen sowohl redaktionelle wie kommerzielle Synergien erzielt werden. Ein Werbekombi von Zeitschrift und TV-Sendung wird es laut dem kommerziellen Leiter Martin Tamas aber nicht geben. Dem stehen die Regeln bei SRG und Presse-TV entgegen. Ringier kann lediglich Sponsorenauftritte verkaufen, während Spots über die Publisuisse zu buchen sind.
Für den Moderator Samuel Stutz geht es bei der «Health Unit» um mehr als Werbeverkauf. «Der alte Traum eines Dienstleistungszentrums ist in Erfüllung gegangen», schwärmt der TV-Arzt. Unter dem Label GeS soll in Zukunft eine Vielzahl von Gesundheitsangeboten lanciert werden. Stutz will für die Leser und Zuschauer «intelligente Packages» schneidern.
Ein erstes zum Thema Abnehmen wird unter anderem ein Buch von Gesundheit Sprechstunde, ein Präparat, einen Schrittzähler sowie ein besonderes Messband umfassen und zusammen mit der Apothekenkette von Galenica lanciert. Weitere Ideen werden zurzeit geprüft. (sm)
Näher an der TV-Sendung: Gesundheit Sprechstunde.
Stefano Monachesi

RTVG im März kein Thema

Medienpolitik Die Vorberatung des revidierten Radio- und TV-Gesetzes (RTVG) ist abgeschlossen. Die Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen des Ständerats hat die Vorlage ohne Gegenstimme verabschiedet.

Medienpolitik Die Vorberatung des revidierten Radio- und TV-Gesetzes (RTVG) ist abgeschlossen. Die Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen des Ständerats hat die Vorlage ohne Gegenstimme verabschiedet.Auf Grund der zahlreichen Differenzen sei aber nicht damit zu rechnen, dass der Ständerat das RTVG schon in der kommenden Märzsession zu Ende beraten könne, sagt Kommissionspräsident Rolf Escher. Rund zwei Dutzend Minderheitsanträge stehen zur Diskussion.

BKW sponsert Berner Kulturagenda

Ausgehführer Am 13. Januar erscheint erstmals die neue Kulturagenda für Bern.

Ausgehführer Am 13. Januar erscheint erstmals die neue Kulturagenda für Bern.Hinter dem zweiwöchentlichen Ausgehmagazin stehen der städtische Kultursekretär und ein in der Kulturszene abgestützter Trägerverein. Die Auflage beträgt 60000 Exemplare, die unter anderem der Berner Zeitung (BZ) und dem Bund im Bereich ihres Frühzustellgebiets beigelegt werden. Das Budget von 705000 Franken wird je zur Hälfte von Verein, Stadt und Kanton Bern getragen und aus Werbung und Sponsoring finanziert. Als Hauptsponsor wurden die Bernischen Kraftwerke (BKW) gewonnen, mit weiteren möglichen Geldgebern laufen Verhandlungen. Das Inserateaufkommen sei gut, sagte Kultursekretär Christoph Reichenau.

Push ’n’ Pull kleidet Baufachlehrer neu ein

Bildung Die Schweizerische Vereinigung der Baufachlehrer (SVB) erhält einen neuen Namen und ein überarbeitetes Erscheinungsbild.

Bildung Die Schweizerische Vereinigung der Baufachlehrer (SVB) erhält einen neuen Namen und ein überarbeitetes Erscheinungsbild.Mit der Entwicklung des neuen Corporate Designs wurde die Berner Agentur Push ’n’ Pull Communication beauftragt. Neben der Namensfindung sowie dem Logodesign und der Gestaltung von Briefschaften wird in einer zweiten Phase ein neuer Webauftritt erarbeitet. Die ersten Resultate sind voraussichtlich im Frühling 2005 zu sehen.

Baselland plant eine «Lex Davidoff»

Mit einer Sonderregelung im neuen Alkohol- und Tabakgesetz will der Regierungsrat des Kantons Baselland die Existenz des Tennisturniers Davidoff Swiss Indoors sichern.

Mit einer Sonderregelung im neuen Alkohol- und Tabakgesetz will der Regierungsrat des Kantons Baselland die Existenz des Tennisturniers Davidoff Swiss Indoors sichern.Werbeverbote Die Vorlage enthält zwar ein Werbeverbot für Alkohol und Tabak auf öffentlichem Grund und in öffentlichen Gebäuden. Ausgenommen werden aber «Veranstaltungen, welche in ihren Namenszügen einen Bezug zu Alkohol- oder Tabakprodukten aufweisen und seit mehreren Jahren vor In-Kraft-Treten dieses Gesetzes durchgeführt werden.»

Heuberger übernimmt Mehrheit bei Radio Top

Radio Geschäftsführer Günter Heuberger hält künftig eine Mehrheit am Ostschweizer Lokalsender Radio Top.

Radio Geschäftsführer Günter Heuberger hält künftig eine Mehrheit am Ostschweizer Lokalsender Radio Top.Das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation hat den Weg freigemacht für eine Umgestaltung des Aktionariats. Dabei übernimmt Heuberger zunächst 100 Prozent der Lokalradio Thurgau AG, die einen Viertel der Top-Aktien hält. Anschliessend sollen – noch im 1. Semester 2005 – die drei Betreiberfirmen Lokalradio Thurgau, Radio Wil und Radio Eulach zusammengeführt werden. Nach Abschluss aller Transaktionen wird Heuberger 52,5 Prozent der Top-Aktien halten. 8 Prozent liegen beim Thurgauer Unternehmer Martin U. Model. Weitere 100 Aktionäre halten Anteile von unter 5 Prozent. Zahlreiche Kleinaktionäre von Radio Eulach und Radio Wil treten ihre Anteile ab.

Der Werktagspool

Inseratekombi Mit Dreh-Anzeigen launcht Wirz Werbung das neue Anzeigen-Kombi Metropool.

Inseratekombi Mit Dreh-Anzeigen launcht Wirz Werbung das neue Anzeigen-Kombi Metropool.«Der Swisspool ist für nationale Werbung kein marktgerechtes Angebot mehr», begründete Tamedia-Sprecherin Franziska Hügli Anfang Juli 2004 gegenüber der Werbewoche die Kündigung des Swisspool-Vertrages. Knapp einen Monat später wurde der Metropool angekündigt, welcher Anfang Januar 2005 offiziell gestartet ist. Mit Tages-Anzeiger (Tagi), Berner Zeitung (BZ) und Basler Zeitung (BaZ), sind allerdings nur noch drei der ursprünglichen Swisspool-Partner im neuen Kombi vertreten. Dadurch wartet der neue Grossstadt-Pool mit kleinerer Auflage und weniger Leser auf: Verfügte der Swisspool noch über eine Auflage von 966885, sind es bei Metropool 564741 Exemplare. Bei den erreichten Lesern ist die Zahl von 2 auf rund 1,2 Millionen gesunken.
Auch für kleinere BudgetsDagegen bietet die neue Anzeigenkombination den Inserenten eine Reduktion von 13 statt nur 10 Prozent im Vergleich zur Einzelbuchung und wird so auch für kleinere Budgets erschwinglich. Dadurch erhoffen sich die Verantwortlichen wieder mehr Beachtung im Werbemarkt als mit Swisspool.
Für eine breite Bekanntmachung soll jetzt die Launchkampagne von Wirz Werbung sorgen. Die Zürcher Agentur hat das Budget vergangenen Herbst im Rahmen einer Konkurrenzpräsentation gewonnen. In der kreativen Umsetzung setzt das Wirz-Team auf die Vorteile der Tagespresse
gegenüber den Sonntagsblättern. «Wer dann werben will, wenn die Geschäfte offen und der Handel aktiv ist, kann auf die abonnierte Tagespresse kaum verzichten», ist CD Matthias Freuler überzeugt. Diesen Vorteil des Werktags dramatisieren die Kreativen spielerisch: Durch Drehen des Inserates kann die Leserschaft den Unterschied vom Wochen- zum Sonntag gleich selbst erleben. «Am Sonntag ist Ruhetag», kommentiert die Inserate-Headline die liegenden Models und ergänzt nach einer 90-Grad-Drehung: «An allen anderen Tagen gibt’s Metropool.»
Knackpunkt SchwerkraftDie Sujets, welche sowohl quer- wie hochformatig funktionieren mussten, wurden vom schwedischen Topfotografen Jimmy Henson aufgenommen. Beim Shooting, so AD Chantal Heimo, habe man vor allem gegen die Schwerkraft kämpfen müssen, da die Models liegend fotografiert worden seien. Mit Zeitungen und Unterlagshölzern sei es dann allerdings gelungen, ein befriedigendes Ergebnis zu erzeugen.
Einleuchtend: Werktage sind Tage, an denen die Geschäfte offen sind und der Handel aktiv – Tage also für Anzeigen.

Wirz Werbung hat den Dreh heraus. Im Seitenumdrehen wird aus dem bequemer Liegen ein Stück beruflicher Alltag. Und an diesen Werktagen inseriert man natürlich im Metropool! >> Seite 9
Simone Keller

Einfach falsch verbunden

Aufgefallen Wieder mal Glück gehabt:

Telecom Wieder mal Glück gehabt:Kürzlich habe ich mich über eine Werbesendung von Swisscom Fixnet geärgert, weil ein Adressverwalter mich und alle anderen mit Vornamen Luca per Knopfdruck einer Geschlechtsumwandlung unterzog. Ich hätte die Wurfsendung beinahe ungeöffnet ins Altpapier geworfen. Doch setzte sich meine natürliche Neugier gegen die Gallensäure im Magen durch. Ich riss den Briefumschlag auf. Und da war sie, die frohe Botschaft, die just an dem Tag die Rückkehr von Hunderttausenden verkündete, an dem ein sichtlich bewegter Bundespräsident Samuel Schmid das Gegenteil von einigen hundert Eidgenossen behauptete. In allen Ländern Europas wehten an jenem Tag die Fahnen auf Halbmast, weil auch dort viele vergeblich auf Rückkehrer warteten. Ob dieser Koinzidenz stellt sich die Frage: Haben die Verantwortlichen des Direct Mails genauso gelassen lachen können wie das Sitcom-Ehepaar Beck? Eines ist sicher: Eine Welle der Begeisterung dürfte kaum über sie geschwappt sein.
(la)

Weitere Wall Streetisierung

Zeitungen Auch in den USA fordert die Konsolidierung Opfer: diejournalistische Qualität und Traditionsverlage.

Zeitungen Auch in den USA fordert die Konsolidierung Opfer: diejournalistische Qualität und Traditionsverlage.
Die Verlegerfamilie Pulitzer hat schon so manchen Sturm überstanden. Besonders eine Episode aus dem Jahr 1986 hat sich eingeprägt: Damals wehrte der Enkel des legendären Gründers, welcher ebenso auf den Namen Joseph Pulitzer hörte, einen Übernahmeversuch entschieden ab: «Ich werde meine Herkunft nie gegen einen Topf Gold eintauschen», so der Erbe damals.Doch genau das scheinen die Besitzer des Zeitungsunternehmens jetzt vorzuhaben, allen voran die Witwe des Enkels, Emily Rauh Pulitzer. Man wolle «strategische Alternativen» erkunden, hiess es jüngst aus der Führungsetage, sprich: Man ist zum Verkauf bereit. «Wie andere Verlegerfamilien vor ihnen haben die Pulitzers eingesehen, dass Zeitungen derzeit einen Wert haben, den sie wohl nie wieder haben werden», vermutet John Morton von der Consulting-Firma Morton Research. Fakt ist, dass das Unternehmen in den letzten Jahren ordentliche Gewinne abgeworfen hat und von Analysten heute auf etwa 1,5 Milliarden Dollar geschätzt wird.
Riesenrendite dank MonopolErnsthaftester Interessent ist dem Vernehmen nach das Zeitungskonglomerat Gannett, welches neben 101 lokalen und regionalen Tageszeitungen mit USA Today auch die grösste US-Zeitung (Auflage 2,3 Millionen) herausgibt. Pulitzer mit seinem Flaggschiff The St. Louis Post-Dispatch in Missouri und 94 kleineren Zeitungen passt gut in dessen Sortiment. Allerdings würde das bedeuten, dass ein weiterer unabhängiger Verleger in Konzernhände fallen würde. «Von den 1500 Tageszeitungen in den USA sind gerade noch 275 unter Kontrolle einer Familie, Tendenz rapide fallend», weiss Thomas Kunkel, Journalismusprofessor an der Universität Maryland und Herausgeber des American Journalism Review. Und Grossverlage haben bekanntlich vor allem eines im Auge: Profit.
Amerikanische Zeitungskonzerne haben in den vergangenen Jahrzehnten beispiellose Gewinne eingefahren. Für Branchenprimus Gannett etwa ist eine 25-prozentige Umsatzrendite nichts Ungewöhnliches. Der landesweite Durchschnitt liegt trotz anhaltender Anzeigenkrise und wachsender Internet-Konkurrenz noch immer bei 20 Prozent – doppelt so viel wie bei der durchschnittlichen Fortune-500-Firma. Möglich wurde dies durch Synergieeffekte, die Zeitungsfusionen mit sich bringen, aber auch der Tatsache, dass lokale Mitbewerber systematisch aufgekauft wurden und weiter werden. «Wer keine Konkurrenten hat», so Jim Naurekas von der New Yorker Organisation Fairness and Accuracy in Reporting, «der kann Anzeigenpreise fast beliebig erhöhen.»
Als Konsequenz daraus folgt für Medienkritiker wie Naurekas notwendig die Sorge um die journalistische Qualität. «Für jene Leute, die in den USA Nachrichtenorganisationen führen, ist die Rendite längst wichtiger als die Frage, wie unsere Berichterstattung aussieht.» Seiner Meinung nach sorgen die Investoren der an der Börse kotierten Medienunternehmen gezielt dafür, dass der publizistische Aufklärungsauftrag durch «cost cutting» und Kürzungen beispielsweise in der Auslandsberichterstattung der Wall-Street-Logik zum Opfer fällt. «Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Verlag sich auch um seine gesellschaftlich-demokratischen Pflichten kümmert, ist bei Familienbetrieben ungleich höher», urteilt Kunkel.
Familiäre Leidenschaft?Die grossen, nach wie vor von den Gründerfamilien kontrollierten US-Verlage wie New York Times, Washington Post, Dow Jones/Wall Street Journal oder die Seattle Times Company sind zugleich auch die publizistisch glaubwürdigsten und einflussreichsten des Landes. Obwohl auch sie unter dem zunehmenden Profitdruck ihre Unternehmen meist an die Börse brachten, schützen sie sich durch eine zweigleisige Eigentümerstruktur. Ein Teil der Aktien – so genannte A-Shares – wird nach diesem Modell an die Öffentlichkeit ausgegeben, was einen gewissen Zufluss an Investitionsgeldern gewährleistet. Der Mehrheitsanteil eines zweiten Aktientyps, genannt B-Shares, liegt jedoch in den Händen der Familie, die sich so die entscheidenden Stimmrechte sichert. So auch bislang die Pulitzers.
Wer sich als Familienerbe ins Zeitungsgeschäft begeben will, sollte sich dies gut überlegen, rät Arthur Sulzberger Jr., Verleger der New York Times. Denn der damit verbundene Aufwand an Zeit und Emotionen sei «schlicht grausam». «Man muss schon eine ausgeprägte publizistische Leidenschaft mitbringen», meint auch Kunkel. «Für jüngere Generationen ist es auch in dieser Branche irgendwann nur noch der Betrieb des Grossvaters. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine ganze Familie noch bereit ist, sich dieser Herausforderung zu stellen, wird mit den Jahren immer geringer.»
Vater des Journalismus-NobelpreisesJoseph Pulitzer Senior emigrierte 1864 aus Ungarn in die USA und gründete 1876 in St. Louis/Missouri, wo ein Teil der deutschsprachigen Community zu Hause war, sein Zeitungshaus, das zunächst die «Westliche Post» publizierte. Noch im selben Jahr kam The St. Louis Post-Dispatch hinzu und 1883 die New York World. Letztere wurde Ende des 19. Jahrhunderts eines der ersten amerikanischen Yellow-Press-Organe und lieferte sich mit der Konkurrenz vom Hearst-Verlag
legendäre Schlagzeilenschlachten.
Die skandalumwitterte Urmutter aller Boulevardblätter profilierte sich allerdings noch zu Lebzeiten Pulitzers, der 1911 starb, mit investigativem Journalismus. In seinem Testament hinterliess der Zeitungspionier zwei Millionen Dollar für die Gründung der heute weltberühmten New Yorker Columbia Journalism School und richtete – quasi als Wiedergutmachung für seine publizistischen «Jugendsünden» – den Pulitzer-Preis aus, der lange schon den Rang eines Nobelpreises für Journalisten hat. Heute befindet sich das Unternehmen (Umsatz 2003: 423 Mio. Dollar; Gewinn 2003: 87 Mio. Dollar!) in den Händen der Pulitzer-Erben und umfasst 12 Tageszeitungen sowie 82 Wochen- und Nischenpublikationen. (oc)
Webseiten: http://www.pulitzerinc.com/
http://www.pulitzer.org
Ausverkauf: Immer mehr Familien realisieren, dass der Wert ihrer Zeitungen derzeit auf dem Peak ist und ziehen die Konsequenzen.
Gerti Schön

JobChange

Das Schweizerische Public Relations Institut (SPRI) sucht einen neuen Direktor. Cyril Meier (Bild) ist per Ende 2004 zurückgetreten. Den Vorsitz der SPRI-Geschäftsleitung übernimmt ad interim Eric Herzog, bisher stellvertretender Direktor und Studien

Das Schweizerische Public Relations Institut (SPRI) sucht einen neuen Direktor. Cyril Meier (Bild) ist per Ende 2004 zurückgetreten. Den Vorsitz der SPRI-Geschäftsleitung übernimmt ad interim Eric Herzog, bisher stellvertretender Direktor und Studienleiter des Nachdiplomkurses Corporate Communications. Die definitive Regelung der Nachfolge soll noch im 1. Quartal 2005 erfolgen….
Béatrice Wertli verlässt ihr Amt als Kommunikationschefin der CVP Schweiz. Anfang April übernimmt sie die Leitung der internen Kommunikation bei der Schweizerischen Post.
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Seit Anfang Dezember ist Gabriella Zinke neue Leiterin Kommunikation der Umweltschutzorganisation WWF Schweiz. Sie nimmt Einsitz in die Geschäftsleitung. Zinke war zuletzt in derselben Funktion bei der Migros-Tochter Limmatdruck tätig.
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Fisch Meier Direkt verstärkt ihre Kreation durch Texterin/Konzepterin Simone Paulzen und AD Michael Gallmann. Zum Beratungsteam stossen Denise Vonlanthen, zuvor Grey Worldwide, sowie Christian Staub von Scotti.
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Zur Badener Kommunikationsagentur Mach AG stösst im Februar Rolf Kälin (Bild) als CD und GL-Mitglied. Kälin war bisher AD bei Wirz Werbung. Zugleich verlässt AD und Mitinhaber Roman Hofer die Mach AG.
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Nach fünfeinhalb Jahren im Amt verlässt Programmleiter Peter Brun den Zürcher Lokalsender Radio 24. Die Trennung erfolgt auf Grund unterschiedlicher Auffassungen über die strategische Ausrichtung.
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