Kein Kind von Traurigkeit

Geschickt und profiliert prägt er seit fünf Jahren das Image der populärsten Marke in der Schweiz: die Migros. Werbeleiter Beat Mühlemann ist nach vielen Jahren der erste Auftraggeber, der die begehrte Auszeichnung erhält.

Werber des Jahres Geschickt und profiliert prägt er seit fünf Jahren das Image der populärsten Marke in der Schweiz: die Migros. Werbeleiter Beat Mühlemann ist nach vielen Jahren der erste Auftraggeber, der die begehrte Auszeichnung erhält. Beat Mühlemann (55) empfängt uns in seinem funktionalen Büro im elften Stock des Migros-Hauptsitzes am Zürcher Limmatplatz. Von hier oben hat man die beste Sicht auf das pulsierende und aufstrebende Viertel der Stadt, Kreis fünf oder Züri West. Ein paar Gegenstände nur verleihen der modern nüchternen Einrichtung seines durch weisse Metallpaneele begrenzten Büros eine persönliche Note: ein Kleiderständer, eine Zimmerpflanze und ein Golf-Übungsset. Golfen, um die Natur zu geniessen«Ein neues Hobby von mir», sagt Beat Mühlemann. Von Handicap dürfe noch keine Rede sein, dafür betreibe er diesen Sport viel zu extensiv. «Letzten Sommer, als ich damit begonnen habe, stand ich samstags und sonntags um sieben Uhr früh am Abschlag auf dem menschenleeren Migros-Golfpark. Allein schon das Draussensein und die Ruhe tun mir sehr gut.»
Arbeitskollegen und Wegbegleiter beschreiben Beat Mühlemann als aufgeschlossenen und emotionalen Menschen. Ein sympathischer und unverkrampfter Kommunikator ohne Allüren, ein beseelter Werber mit einer gewinnenden Ausstrahlung, dem Langeweile ebenso ein Fremdwort ist wie Argwohn. Seine herzliche, spontane Wesensart und positive Einstellung scheint wie geschaffen für das Image des orangen Detailhandelsriesen, der besonders auch mit Mühlemanns Arbeit «für die Zukunft getrimmt wird». «Schlanker und schlagkräftiger» lautet das Ziel.
Dem harmoniebedürftigen Beat Mühlemann ist ein ausgeprägtes Zusammengehörigkeitsgefühl mindestens so wichtig wie der Abbau von Doppelspurigkeiten im 80000-Mann-Betrieb. Das Wichtigste bleibe jedoch die Pflege der vertrauensbildenden und sympathischen Marke Migros, gegen die aggressive Discountketten nicht viel anzubieten hätten ausser in einigen Fällen das Preisargument.
Erfrischende OffenheitSeit fünf Jahren verantwortet er als Marketingkommunikationsleiter beim Migros-Genossenschafts-Bund (MGB) sämtliche nationalen Werbeaktivitäten, bildet mühelos die Klammer für die Umsetzungen der acht Migros-Kreativagenturen und findet Zeit für seine Mitarbeiterinnen und Kollegen. Mit seiner erfrischenden Offenheit schenkt der gebürtige Berner dem Gegenüber seine ganze Aufmerksamkeit, sodass ein Gespräch mit ihm intensiv und – wie gute Werbung – effizient ist. Ist er nicht direkt in einer Dach- oder Sortimentskampagne involviert, dann nimmt er Einfluss, zum Beispiel bei Fachmärkten oder der Klubschule, oder er arbeitet zusammen mit den Fachgruppen der zehn Genossenschaften am Riesenprojekt des neuen Corporate Design.
Agenturen haben FreiheitenDamit nicht genug; nach den Plänen von Marketingchef Urs Riedener soll Mühlemann demnächst auch das Sponsoring und die Werbebuchhaltung leiten. Wie geht das? «Das kann man nur mit guten Partnern machen», sagt er, «und indem man sich aufs Wesentliche konzentriert». Sein kooperativer Führungsstil hilft ihm dabei: Viel Eigenverantwortung und Kompetenzen überlässt er den beauftragten Agenturen, die ihm diese Freiheit mit Originalität und Eigeninitiative danken. «Die Agenturen laufen hier rein und raus und erarbeiten die Umsetzungen ohne unser Dazutun», sagt er bescheiden.
Deshalb zeichne die «Egon»-Trophäe nicht nur seine Arbeit aus. Den Preis verdanke er seinem Team und den Werbeagenturen – Exxtra, Publicis, Weber Harbeke, Pucci Sulzer, Wirz, Inhalt & Form, Euro RSCG und die noch zu bestimmende Agentur für den Fachmarkt Do it + Garden. «Am meisten freut mich die Auszeichnung für die Migros, weil hier offensichtlich schon seit Jahren eine Haltung herrscht, die gute Werbung ermöglicht», sagt Werbeleiter Mühlemann.
Den Grundstein für den Erfolg der Marke hätten bereits seine Vorgänger Fredy Collioud und Paul Riesen gelegt. Sein eigenes Verdienst sei lediglich, dass er deren Arbeit fortführen konnte, indem er sich das Vertrauen von Urs Riedener und seiner Vorgängerin Gisèle Girgis verdient hat. «Unter solchen Umständen gelingt es, mehrheitlich gute Werbung zu machen», sagt er. Ob nicht auch das grösste Schweizer Werbebudget seinen Teil an der Anerkennung hat? «Nein», meint Mühlemann dezidiert. «Das ist ein Kurzschluss. Wir geben zwar rund 200 Millionen Franken für Werbung aus. Ein Drittel davon fliesst aber in die standardisierte Werbung – die Schweinebauchanzeigen. Einen weiteren grossen Budgetposten machen die strategischen Eigenmarken aus, für die uns im Durchschnitt geringere Budgets zur Verfügung stehen als für vergleichbare Markenprodukte.»
Bessere Werbung als diese zu machen, die kreativen und mediastrategischen Werbekonventionen zu durchbrechen, das sei die stärkste Antriebsfeder für ihn. Kritisches Hinterfragen tradierter Regeln ist für Beat Mühlemann, der sich als 80-prozentiger Bauchmensch versteht, das A und O in der kommerziellen Kommunikation. Die Erfahrung im Alter habe ihm die Sicherheit gegeben, weil man jede Situation in der gleichen oder ähnlichen Konstellation schon mal erlebt hat. «Während man in der hiesigen Agenturwelt mit zunehmendem Alter nicht mehr glaubwürdig wirkt, ist die Situation in den USA genau umgekehrt: Dort erhält man ab 50 langsam die anspruchsvolleren Budgets, was ich als die richtige Einstellung sehe.» Wegen des Jugendwahns gehe hier sehr viel Know-how
verloren, das sich die Jungen unnötig hart erarbeiten müssen.
Diversivität der Migros reizteGeprägt von drei abwechslungsreichen Jahrzehnten in Werbeagenturen, läutete der Frontenwechsel zum MGB aber nicht den Rückzug aus der Werbung ein und noch weniger ein gemässigteres Arbeitsleben. «Was mich immer an der Migros reizte, waren die Breite des Unternehmens und die Diversität der Aufgaben.»
Eigentlich wäre Beat Mühlemann gerne als Grafiker in die Fussstapfen seines Vaters getreten, der oft die Meinung der Kinder über einen Schriftzug oder einen Prospekt einholte. «Er stellte aber so hohe Anforderungen an uns, dass ich ihm nie hätte gerecht werden können», blickt er schmunzelnd zurück. Die Ästhetik war allgegenwärtig: Passte die Farbe der Socken nicht zur Hose, schickte der Vater die Kinder unverzüglich ins Zimmer zurück, damit sie sich andere anzögen. Den unvermeidlichen Wettlauf mit dem Vater wollte sich Beat Mühlemann nicht antun. Stattdessen erkannte er im Sawi die professionelle Verwandtschaft und seine Einstiegschancen. Der Agenturinhaber Max Hofer, bei dem er das KV abschloss, fragte ihn auf dem Arbeitsweg jeweils den Schulstoff ab.
Rascher Aufstieg bei TBWANach dem Abschluss lockte ihn das Werbeland Amerika. Doch der schnellste Weg zu den renommierten Agenturnetzwerken führte über Paris. Für den Genussmenschen ein geringfügiger Umweg. Mit der festen Absicht, von dort den Sprung über den Atlantik zu wagen, zog er zielstrebig in die europäische Werbemetropole, wo er bald schon Chef de Publicité bei TBWA war. Aus dem geplanten Zwischenhalt in der Stadt der Liebe wurden vier Jahre – und eine Hochzeit. Da ihm und der Ehefrau die Schweiz für die Familiengründung erschwinglicher erschien, kehrten sie in seine Heimat zurück.
In Zürich musste er wieder die erste Karrieresprosse nehmen. Unbeirrt erklomm er die Stufen und wechselte von einer Referenzagentur zur nächsten, wobei er seinen Rucksack berufsbegleitend hinter Schulbänken
weiter füllte. Auf der klassischen Beraterkarriere sammelte er vor allem bei Grossagenturen Erfahrungen, was ihm ermöglichte, gute Kampagnen – «die Botschaft mit einer überraschenden Dramatisierung umzusetzen» – zu betreuen. Im Berufs- wie im Privatleben motiviert ihn nicht das sture Chrampfen. «Wenn ich etwas mache, dann aus Lust und Freude.»
Die Meinung seiner Söhne war ihm, wie einst seinem Vater, auch bei beruflichen Angelegenheiten wichtig. «Nach dem Tod meiner Frau hat sich ein sehr enges Verhältnis entwickelt. Ich habe sie gefragt, wenn es etwa um einen Stellenwechsel ging, wie ich mich entscheiden sollte.» Jetzt steht ihm in solchen Fragen seine Lebenspartnerin zur Seite. Gerade wegen dieses regen Austausches, der die Söhne an den Höhen und Tiefen eines Werbers teilhaben liess, kristallisiert sich bei deren Berufswahl heraus, dass sie wenigstens vorläufig nicht in die Werbung einsteigen.
Beat MühlemannGeboren: 8. Januar 1950 in Bern
Wohnort: Künten AG
Zivilstand: verwitwet, zwei Söhne
Werdegang: Nach Handelsdiplom am Wirtschaftsgynmasium und Militär besucht er den Tageskurs am Sawi in Biel. Danach siedelt er nach Paris über, wo er kurz bei DP-Industries und darauf fast vier Jahre bei TBWA arbeitet. Mit der zukünftigen Frau kehrt er 1976 nach Zürich zurück. Bei Advico beginnt seine Karriere als Junior-Berater und führt ihn über McCann-Erickson (Berater) und Gebr. Schellenberg (Senior-Berater) als di-
plomierten Marketingplaner zu Wirz Werbeberatung, wo er als Gruppenleiter in die GL Einsitz nimmt. Nach dem Marketingleiter-Diplom sowie Führungs- und Fachkursen, einer Partnerschaft mit Walther + Leuenberger macht er sich mit den Gründern der Werbeagentur Facts vorübergehend selbstständig. Von 1993 bis 1999 ist er Mitglied der erweiterten GL und Gruppenleiter bei Publicis. 2000 übernimmt er die Leitung der Direktion Marketing-Kommunikation beim Migros-Genossenschafts-Bund.
Betreute Budgets: Prisunic (TBWA); Schweiz. Bankgesellschaft, Züri-Leu, Mobag (Advico); General-Motors, Messerli, Unilever (McCann-Erickson); Haldengut Bier, Helvetia Lebensversicherung, Bandfix, Fenjal, Singapore Tourist Promotion Board (Gebr. Schellenberg); Toyota, Verband Schweizer Kantonalbanken, Heliomalt, Remy Martin, Krug Champagner, Rivella (Wirz Werbeberatung); Renault, Swisscom Mobile und teilweise Fixnet, Schild, Bilanz, Winterthur Versicherungen, Lista Büromöbel, Publimedia, Publicitas und Frisco Findus (Publicis).
Professionelles Ziel:Einen Cannes-Lion erobern.
Zeit für Musse:Jeden Abend, wenn ich nach Hause komme. Es hat durchaus etwas Gutes, wenn man in genügend grosser Entfernung zum Geschäft wohnt.
Coop-Werbung:Da würde ich vieles anders machen.
Hat Grund zum Lachen: Beat Mühlemann erhält die «Egon»-Trophäe.
Mit einer Dachkampagne brachte Publicis die Ethik der Migros besser unters Konsumentenvolk.
Röntgenblicke auf die Reinheit für das M-eigene Premium-Wasser Nendaz (Exxtra).
Lifestyle-Ästhetik statt Humor für die Positionierung des M-Convenience-Labels Anna’s Best.
«Gibt es auch in der Migros»-Sujet: Link zwischen Haushaltgeräten und Babynahrung.
2002 liess Beat Mühlemann das Migros-M durch die Agentur Publicis an die Expo schicken.
Unkonventionelle Imagekampagne für die gesellschaftliche Verantwortung der Migros.
Luca Aloisi

TR7: A star is born

Zeitschriften Drei Jahrzehnte lang hörte das Fernsehprogrammheft aus dem Hause Jean Frey auf den Namen TR7.

Zeitschriften Drei Jahrzehnte lang hörte das Fernsehprogrammheft aus dem Hause Jean Frey auf den Namen TR7.Jetzt wurde dem Verlag der Name zu fad: Als TV-Star soll das Magazin künftig mehr Glamour ausstrahlen. «Der Name TV-Star ist Programm», sagt Chefredaktor René Hildbrand. Der frühere Fernsehredaktor des Blicks hat vor zwei Jahren People- und Partyseiten bei TR7 eingeführt. Davon gibt es künftig noch mehr – schon in der ersten Ausgabe unter neuem Namen, die am 19. Januar erschienen ist. Ziel: in jeder Nummer vier Seiten davon.Hildbrand ist überzeugt, dass die Umbenennung der Zeitschrift weiteren Schub gibt im Leser- und Anzeigenmarkt. Bereits unter dem alten Namen konnte sie seit 2002 die Auflage bis auf 173720 Exemplare steigern (siehe auch Seite 23). Erzrivale Tele ist nur noch 17704 Exemplare entfernt.
(sm)

DMC kann zulegen

Distribution Die Direct Mail Company (DMC) erhält von Distriforce das Zustellgebiet im Raum Wallisellen.

Distribution Die Direct Mail Company (DMC) erhält von Distriforce das Zustellgebiet im Raum Wallisellen. Die Direct Mail Company (DMC), neben der Post die grösste Schweizer Zustellfirma für unadressiertes Werbematerial, gewinnt im Gebiet Wallisellen weitere Haushalte. Möglich wurde dies durch einen Asset Deal mit dem Handelsriesen Valora: Von dessen Tochter Distriforce, die ebenfalls in der Direktwerbung tätig war, konnte DMC per 1. Januar 2005 den Teilbereich Zustellservice und rund 300 Verträger mit Teilzeitstellen übernehmen, sagte DMC-CEO Markus F. Hof. Der Aktienmantel von Distriforce und der Geschäftsführer Wolfgang Schickli bleiben aber bei Valora. Insgesamt übernahm die DMC, an der die Post zu fünfzig Prozent beteiligt ist, 115000 Bruttohaushalte in 44 Zürcher Gemeinden um Wallisellen, davon rund 60000 ohne Stoppkleber am Briefkasten (Nettohaushalte).
Distriforce war wie DMC und ein Dutzend weiterer Zustellfirmen Mitglied beim Label Swiss Direct Mail (SDM, siehe WW 44/04). Vor zwei Jahren haben die SDM-Firmen ihre Zustellgebiete bereinigt, um Überschneidungen zu vermeiden. Mit den zusätzlichen Haushalten verstärkt DMC ihre Marktposition und auch ihre Stellung beim SDM.
(mk)

Publicitas-Index schliesst unter Vorjahr

Presse Der Publicitas-Index der Werbeausgaben in der Tagespresse ist im Dezember um 0,3 auf 94,3 Punkte gestiegen. Damit bleibt er um 0,3 Punkte hinter dem Stand von Dezember 2003 zurück.

Presse Der Publicitas-Index der Werbeausgaben in der Tagespresse ist im Dezember um 0,3 auf 94,3 Punkte gestiegen. Damit bleibt er um 0,3 Punkte hinter dem Stand von Dezember 2003 zurück.Presse Der Publicitas-Index der Werbeausgaben in der Tagespresse ist im Dezember um 0,3 auf 94,3 Punkte gestiegen. Damit bleibt er um 0,3 Punkte hinter dem Stand von Dezember 2003 zurück. Die Publicitas wertet dies als «Tendenz zur Stabiliät», die im Hinblick auf die erzielten Resultate der vergangenen Jahre und die immer leicht positiven Wirtschaftsprognosen als erfreulich erscheine. Anders als in den letzten Monaten hätten sich alle Inseratekategorien zufrieden stellend entwickelt.

Königlich gefeiert

Traditionell die erste Veranstaltung eines jeden neuen Jahrs ist die Dreikönigstagung des Verbands Schweizer Presse.

Traditionell die erste Veranstaltung eines jeden neuen Jahrs ist die Dreikönigstagung des Verbands Schweizer Presse.Jeweils eine gute Gelegenheit, gleich der ganzen Branche «in toto» die besten Wünsche angedeihen zu lassen, Weihnachtsferienerlebnisse auszutauschen und die ersten Grundsteine für den Geschäftserfolg im neuen Jahr zu legen – sprich, ein bisschen Business anzureissen.Die Stimmung beim Mittagslunch war ausgezeichnet, obwohl Verbandspräsident Hanspeter Lebrument in seiner Begrüssungsrede ein düsteres Bild der Branchenbefindlichkeit zeichnete: Inseraterückgänge noch und noch, neues RTVG, erbitterte Konkurrenz durch elektronische Medien und blockierte GAV-Verhandlungen.
Wenn wir schon beim GAV sind: Auch die Mediengewerkschaft Comedia zeigte Präsenz, allerdings eher komödiantischer Natur. Vier Aktivistinnen versuchten sich, bewaffnet mit Megafon und verkleidet als die heiligen drei Könige, in Demonstrationskultur.
Die Gäste, mehrheitlich den Mehrwert-Abschöpfern zuzurechnen (auch der Shortlistautor hat seinen Marx gelesen), trugens mit Fassung und sahen mit demonstrati-vem Desinteresse über die verunglückte Manifestation hinweg. Allenfalls ernteten die Hobby-Klassenkämpferinnen die Art mitleidig-verständnisvoller Blicke, welche Eltern zuweilen ihren Zöglingen zuzuwerfen pflegen, wenn diese ins Fettnäpfchen getreten sind. Vielleicht sollte man bei der Comedia mal Schlingensief als Dramaturgieleiter für solcherlei Demonstratiönchen verpflichten.
Rein gar nichts anbrennen liess man dagegen bei der NZZ. Das Riesenzelt auf der Sechseläutenwiese beim Bellevue versprach ein Fest mit viel Pomp und Glamour. An erster Stelle ein fettes Lob fürs Catering von Gamma-Zögling Gianni Segantini – hammermässig und der NZZ absolut würdig.
Den heitersten (und hoffentlich nicht freudschen) Versprecher leistete sich übrigens Marco de Stoppani, der Chefredaktor Hugo Bütler durch Einfügen eines uncharmanten zusätzlichen «L» in dessen Namen in den Bereich der Freikörperkultur rückte. Bütler selbst glänzte mit einer scharfsinnigen und mehr als druckreifen Rede, in welcher er eloquent einen gedanklichen Bogen von heute zu den Ursprüngen der NZZ spannte.
Ansonsten wurde da und dort getratscht: An der Bar gab sich die Werbeprominenz ein Stelldichein und werweisste in Gegenwart einiger Kandidaten, namentlich Frank Bodin, Peter Brönnimann und Markus Gut, über die bevorstehende Wahl zum Werber des Jahres (der, wie mittlerweile bekannt ist, Beat Mühlemann heisst).
Apropos Gut – dieser scheint mit Göttergattin Claudia Gut ein recht intaktes Ehe- und Liebesleben zu führen – Claudia ist mit dem zweiten Kind schwanger. Und das ist gut, Herr Gut, denn so stirbt unsere schöne Branche sicher nicht aus.
Quasi mit einem neuen Job schwanger scheint Cornelia Harder zu gehen. Auf die Frage, was es Neues gibt, antwortete sie: «Ich habe noch nicht unterschrieben.» Und auch das ist gut, denn man beachte die Feinheit: Sie hat nicht «noch nichts» unterschrieben, sondern «noch nicht», was darauf schliessen lässt, dass man bald wieder mehr von der sympathischen Powerfrau hören wird.
Zigarren verschiedenster Provenienzen und edle Digestifs genoss man am späteren Abend an der Bar der beiden Kultmixer Seigi vom Soda und Bruno vom Partylabel B & G. Und am Tresen liessen die geladenen Kunden, Werber und weitere Freunde des Hauses denn auch genussvoll und naturaliter diesen gelungenen Abend bis spät in die Nacht hinein ausklingen.
Beat Fritschmit dem richtigen Rüstzeug für den Job eines Redaktors. Spitzer (NZZ-)Bleistift, Zigarre und ein Gläschen Cognac, erhalten am NZZ-Fest zur Feier des 225-Jahr-Jubiläums.
Comedia-Komödie kam ziemlich flach raus – desillusionierte Königin.
Eloquenter Podiumsmoderator Karl Lüönd mit Branchenverbandsgeschäftsführern Peter Grob (l.), ASW, und Walter Merz (r.), BSW.
Podiumsrunde: Hans Heinrich Coninx, Tamedia, Karl Lüönd, Hanspeter Rohner, PubliGroupe, und Beat Lauber, NZZ (v. l.).
Aufgeräumte Stimmung gabs beim Lunch: Hans Heinrich Coninx, Filippo Leutenegger und Peter Hartmeier (v. l.).
Verrieten René Hildbrand (l.) und Francine Bruni von TR7 Otto Meier, PubliGroupe, ein Geheimnis, das diese Woche gelüftet wurde?
Waren in eine vermutlich spannende Diskussion vertieft: Werbe-Doyen Urs Beer (l.) und Beat Lauber von der NZZ.
Rudolf Fischer von Cablecom sah man beim Mittagessen zusammen mit Urs Jaermann (l.) und David Honegger (r.) von McCann-Erickson.
Publimedia-Direktor Moreno Cavaliere (l.) trat mit Daniel Hofer vom Publimedia-Promotion-Network vor die Kamera.
Frisch-fröhliches Frauentrio: Caroline Nünlist, Zip-Media, Gabi Wettstein, Tamedia, und Viviane Rauch-Lyoth, NZZ (v. l.).
Lang Gysi Knoll Zürich-Bern an der Dreikönigstagung: Links Patrick Lienert (ZH), rechts Silvano Spezia (BE).
Hochkarätiges Publikum: Tagi-Verlagsleiterin Maili Wolf, PR-Fachmann Christoph Richterich von Richterich & Partner.
Steckten intensiv die Köpfe zusammen: Radiotele-Verkaufsleiter Felix Kilchsperger (l.) und Max Frei von Swisstext.
Crossmedia-Spezialistin Corinne Blaser von Publimedia parlierte während des Essens mit Kurt Blum von der NZZ.
Drei grosse Golffans: Michi Frank und Marcel Bosshard von IP Multimedia und Martin Denecke, Scholz & Friends Zürich (v. l.).
Ein Gläschen in Ehren und in der Mittagspause: Jürg Siegrist (l.), SWA-Geschäftsführer, und Jürg Engi, Sawi-Direktor.
Die Zeitungsjungs Stefan Hostettler, Berner Zeitung, und Daniel Truttmann, NZZ, mit PR-Filius Fidel Stöhlker (v. l.).
Quasi das NZZ-Zentralkomitee: Tobias Trevisan, Hugo Bütler, Marcel Kohler und Marco de Stoppani (v.l.).
Organisieren mit viel Elan erfolgreiche NZZ-Events: Marianne Läderach (l.) und Grazia Ganci, mit Kundenberater Stefan Bernet.
NZZ-Marketingleiter Christoph Bauer (l.) und Publimedia-Chef Daniel Strobel schätzen die gemeinsame Kooperation sehr.
Fusion 1: Lukas Tenger von Publicis wurde mit Martin Spillmann und Peter Felser von SFLB abgelichtet (v. l.).
Thomas Städeli mit seiner besseren Hälfte Katja Hübener, auf der Gästeliste profan als «Frau Städeli» aufgeführt.
Fusion 2: Urs Beer mit Peter Brönnimann, SFLB, und Geri Aebi, Wirz-Geschäftsführer (v. l.).
Daniel Meier, Unikat, Jasmine Miescher, Craniosacral-Therapeutin, und Cornelia Harder, anscheinend unterwegs zu neuen Ufern.
Das Konnex-Team genoss die gute Stimmung auf der Sechseläutenwiese: Peter Döbeli (l.), Monica Jäggi und Ronny Schmid.
Gut, ihn zu kennen: Heineken-Marketingleiter Fabian Rauber (l.) mit seiner Frau Rosa-Maria und Thomas Rüttimann, Zip-Media.
Carlo Schmid outete sich gegenüber Monica Glisenti als Cumulus-Fan, Beat Lauber schmunzelte darob sehr.
Fusion 3: Grosse Sympathie verbindet Stephan Küng (l.), Initiative Media, mit Peter Hofstetter und Cornelia Kristoffy.
Begeistert vom Segantini-Catering: Peter Kettiger (l.), ZKG, Monika Luck, SW-Geschäftsführerin, und Erich Baumgartner, Lowe.
Guido Studer (r.) von Studerpartners hörte, dass Fredy Weissert von GGK (l.) kürzlich Mark Stahel als neuen CD angeheuert hat.
Team des Bankhauses ABN-Amro: Marleen van Roermund, Oliver Dister, Anna-Maria Nigro und Begleiter Barbaros Oezdemir (v. l.).
Publicis-Crew: Jean-Marie Egger mit Claudia und Markus Gut, denen baldiger Nachwuchs ins Haus steht.

Zahl der Woche

Fernsehwerbung Vor 40 Jahren flimmerten in der Schweiz erstmals TV-Spots über die Bildschirme.

Fernsehwerbung Vor 40 Jahren flimmerten in der Schweiz erstmals TV-Spots über die Bildschirme.1600 Inzwischen werden hier zu Lande laut einer Berechnung der Publisuisse pro Jahr total 600000 Fernsehspots auf
einheimischen Sendern ausgestrahlt, davon 240000 auf den Kanälen der SRG. Das entspricht total 1600 Spots pro Tag. Darin eingeschlossen sind natürlich auch die ausländischen Sender mit ihren Werbefenstern. Sie erzielen einen Grossteil der knapp 170 Millionen Franken Nettoumsätze, welche im letzten Jahr aufs Konto der Privatsender gingen. Marktführerin ist aber weiterhin die SRG mit 371 Millionen Franken Umsatz.

Siegreiches Gedränge im Treppenhaus

Kreativwettbewerbe Der Verband Schweizer Presse hat seine letztjährige Gattungsmarketingkampagne «Das kann nur ein Inserat» mit der Kür der Siegeragentur abgeschlossen.

Kreativwettbewerbe Der Verband Schweizer Presse hat seine letztjährige Gattungsmarketingkampagne «Das kann nur ein Inserat» mit der Kür der Siegeragentur abgeschlossen.Das Publikum wählte unter den zwölf Anzeigen sein Lieblingssujet. Von den 16653 Stimmen gingen 18,2 Prozent an die Berner Agentur Lang Gysi Knoll. Sie illustrierte den Claim «Schon ein kleines Inserat zeigt grosse Wirkung» mit dem Andrang, den ein Wohnungsinserat auslösen kann. Platz 2 erreichte Jung von Matt/Limmat, Platz 3 By Heart. Die gratis geschaltete Kampagne erschien laut Schweizer Presse in einer Gesamtauflage von 11 Millionen Exemplaren mit einem Nettowert von über 6 Millionen Franken. Im Frühling 2005 will der Verband einen neuen Durchgang der Kampagne mit weiteren Werbeagenturen starten.

Ringier setzt auf Zukunft der Business-DVD

Corporate Media Ringier-TV hat die DVD-Produktion von Mountain DV Solutions (MDV) übernommen. Authoring, Encoding und Replikation sind seit Anfang Jahr bei Ringier-TV integriert.

Corporate Media Ringier-TV hat die DVD-Produktion von Mountain DV Solutions (MDV) übernommen. Authoring, Encoding und Replikation sind seit Anfang Jahr bei Ringier-TV integriert.MDV-Geschäftsführer Markus Gwerder ist jetzt als Produktionsleiter für Ringier-TV Business Productions tätig. MDV hatte bereits im vergangenen Sommer die Zusammenarbeit mit Ringier verstärkt und war dazu an den Geschäftssitz von Ringier-TV im Zürcher Hagenholz gezogen.

JobChange

Die Geschäftsleitung von Springer Schweiz hat Urs Schnider (Foto) per Anfang 2005 vom leitenden Redaktor zum Chefredaktor des Media Trend Journals ernannt. Seit Anfang 2000 arbeitet der 40-Jährige als Redaktor bei der Medienfachzeitschrift. Im Mai 20

Die Geschäftsleitung von Springer Schweiz hat Urs Schnider (Foto) per Anfang 2005 vom leitenden Redaktor zum Chefredaktor des Media Trend Journals ernannt. Seit Anfang 2000 arbeitet der 40-Jährige als Redaktor bei der Medienfachzeitschrift. Im Mai 2004 wurde er in der Folge des Wechsels von Pierre C. Meier in die Chefredaktion der Werbewoche bereits zum leitenden Redaktor des Media Trend Journals befördert….
Ab Februar wird Tibère Adler neuer CEO der Edipresse Groupe.
Er übernimmt das Amt von Pierre Lamunière, der sich aus dem operativen Management zurückzieht. Neben seiner neuen Aufgabe bleibt Adler auch Generaldirektor von Edipresse Schweiz. Weiter tritt Chief Operating Officer Jean-Claude Marchand von seinem Amt zurück.
…
Ende Januar verlässt Geschäftsführer Beratung Thomas Löw (Bild) die Zürcher Agentur Krieg Schlupp Springer & Jacoby (KSSJ). Er übernimmt dieselbe Aufgabe bei Atletico International in Barcelona, wo er auch Partner wird. Bis auf weiteres leitet Tanya Barlogis die KSSJ-Beratung.
…
Urs Rueb und Urs Renner kehren der Mediaagentur Mediaedge CIA (MEC) den Rücken. Der bisherige Managing Director von MEC Bern, Renner, und der Managing Director von Zürich, Rueb, haben ihren Entscheid unabhängig voneinander gefällt.
…
Rima Badeen übernimmt Anfang März von Amos Winteler die Chefredaktion des Lokalsenders Radio Basel 1. Die bisherige stellvertretende Redaktionsleiterin Badeen wird von Benjamin Schmid – zurzeit Sportchef des Senders – als ihr Stellvertreter unterstützt.
…
Per 17. Januar tritt André Reichenbach (Bild) als Key Account Manager die Nachfolge von Tony Mandingorra im Verkauf der e-Advertising an. Er war zuvor im Verkaufsteam der Weltwoche tätig.

AY&R soll die Marke Swiss-Ski stärken

New Business Advico Young & Rubicam (AY&R) in Gockhausen unterstützt den Schweizerischen Skiverband Swiss-Ski bei der Markenführung.

New Business Advico Young & Rubicam (AY&R) in Gockhausen unterstützt den Schweizerischen Skiverband Swiss-Ski bei der Markenführung.Das Mandat umfasst Markenstrategie, Corporate Identity/Design und Kommunikationsmassnahmen. Swiss-Ski will im Rahmen eines neuen Vermarktungskonzeptes seinen Namen stärker als eigenständige Sport-Marke positionieren. Erste Arbeiten von AY&R werden auf die Saison 2005/06 hin eingesetzt.

Aufwachen, Messieurs!

Gastkommentar Frankreichs Industriekapitäne mögen Presse-flaggschiffe und ruinieren sie deshalb über kurz oder lang, warnt Stefan Brändle.

Gastkommentar Frankreichs Industriekapitäne mögen Presse-flaggschiffe und ruinieren sie deshalb über kurz oder lang, warnt Stefan Brändle.
Mao ist tot, Trotzki ist tot, und die Pariser Gazetten kämpfen ums Überleben. Le Monde und Libération, die zwei selbst verwalteten linksliberalen Tageszeitungen, müssen einen Rüstungskonzern (Lagardère) beziehungsweise einen Oberkapitalisten (Rothschild) ins Kapital holen, um überhaupt den nächsten Frühling zu erleben. Und das konservative Traditionsblatt Le Figaro gerät zusammen mit 70 anderen Pressetiteln unter die Kontrolle des Flugzeug- und Kanonenbauers Serge Dassault, der sich seit Ende letzten Jahres als Medienzar Frankreichs fühlen darf.Bad News auch aus den Redaktionen. Beim Mittagsblatt Le Monde wurde der ex-trotzkistische Chefredaktor Edwy Plenel durch den pflegeleichteren Gérard Courtois ersetzt. Bei der Libé sollte zuerst der Investor Vincent Bolloré Hauptaktionär werden, obwohl zwei Redakteure ein kritisches Buch über dessen Finanzimperium veröffentlicht hatten. Nun muss die Redaktion darüber abstimmen, ob sie dem (Pferdewett-)Investor Edouard de Rothschild, einem Sprössling der bekannten Bankerfamilie, mehr als ein Drittel des Zeitungskapitals übertragen will. Das von Jean-Paul Sartre mitbegründete und vom Ex-Maoisten Serge July geleitete Blatt sieht seine Ideale täglich die Seine hinunterschwimmen. Und mit ihnen (ver)schwinden jene Feuilletonschlachten, welche die Pariser Blätter für Intellektuelle einst zur Pflichtlektüre machten.
Für die französischen Blätter hat die Ökonomisierung noch dramatischere Folgen als im übrigen Europa. Der allgemeine Anzeigenverlust und Auflagenschwund infolge von Gratis-, TV- und Internetkonkurrenz trifft die «presse parisienne» existenziell. Denn finanziell stand sie schon immer auf schwachen Beinen. Jetzt übernehmen Kanonenhändler und Industriekapitäne das Ruder bei den einst dezidiert unabhängigen Pariser Presseflaggschiffen. Mit ihrer redaktionellen Autonomie verlieren diese wohl auch jene Frech- und Freiheit, die das Publikum weit über die Hauptstadt und sogar die Landesgrenzen hinaus geschätzt hat.
Verkommen sie also zu blossen Papierdrachen? Müssen die französischen Intellektuellen auf andere Kanäle ausweichen, etwa Internet oder die hier nach wie vor sehr
beliebten Special-Interest-Titel? Schon länger macht sich der Eindruck breit, dass Libé am Morgen, Le Monde am Nachmittag und das Figaro-Magazin am Wochenende nicht mehr zur Pflichtlektüre der Pariser Citoyens gehören. Den meisten genügt heute ein auch in der Schweiz reüssierendes Schnellleseblatt. Zeichen der Zeit: Die Existenzkrise ihrer einstigen Leibblätter illustriert auch den Niedergang der revolutionären Pariser Debattierlust und Salonkultur, welche dem Rest der zivilisierten Menschheit 200 Jahre lang als Massstab und Inspirationsquelle dienten. Deshalb: Wacht auf, Mesdames et Messieurs les Maoistes – das kapitalistische Pressesystem in Paris ist in Gefahr!
> Stefan Brändle ist Korrespondent für verschiedene deutschsprachige
Tageszeitungen in Paris.

MTV wird in Basel aufgeschaltet

Fernsehen Ab Anfang Februar ist der Jugendsender MTV auch im Raum Basel-Stadt zu sehen.

Fernsehen Ab Anfang Februar ist der Jugendsender MTV auch im Raum Basel-Stadt zu sehen.Fernsehen Ab Anfang Februar ist der Jugendsender MTV auch im Raum Basel-Stadt zu sehen. Seine Verbreitung werde sich somit um etwa 83000 Haushalte erweitern und im deutschsprachigen Raum 1,27 Millionen Haushalte erreichen, schreibt IP Multimedia in einer Mitteilung. Der Schweizer MTV-Vermarkter hatte sich für die Aufschaltung im Raum Basel stark gemacht.
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