TR7 wird zum TV-Star

Zeitschriften TR7 hat ausgedient. Die Jean Frey AG verpasst ihrer Fernsehzeitschrift einen zeitgemässen Namen.

Zeitschriften TR7 hat ausgedient. Die Jean Frey AG verpasst ihrer Fernsehzeitschrift einen zeitgemässen Namen.Als TR7 vor über 30 Jahren lanciert wurde, war der Name Programm: Television und Radio für sieben Tage. Doch das Radio ist längst aus dem Heft verschwunden. Die Abkürzung blieb bedeutungslos zurück als Relikt vergangener Tage. Doch damit ist Schluss. Herausgeberin Jean Frey AG macht den Namen wieder zum Programm. Seit 19. Januar heisst die Zeitschrift TV-Star. Die neue Marke strahlt einen Glamour aus, welcher dem Buchstabenkürzel abging.
Dabei bestand für Jean Frey oberflächlich gar kein Grund zum Namenwechsel. TR7 entwickelte sich in jüngster Zeit sehr positiv. Die Auflage stieg in den vergangenen zwei Jahren um 5684 auf 173720 Exemplare, die Leserschaft um 55000 auf 441000. Auch im Anzeigenmarkt konnte TR7 laut Chefredaktor René Hildbrand gegen den Trend zulegen. «Man könnte also sagen: Die Marke ist zwar nicht sexy, aber der Erfolg ist vorhanden. TR7 ist bekannt, warum soll man da etwas verändern?», räumt er ein.
Aber Hildbrand ist keiner, der sich auf seinen Lorbeeren ausruht. In den rund zwei Jahren, in denen er die TR7-Redaktion führt, hat er das Heft kontinuierlich um- und ausgebaut. Der neue Name ist die Konsequenz dieser Entwicklung – «das i-Pünktchen», sagt Hildbrand. Daher bringt die Umbenennung keine grossen Veränderungen des optischen Aufritts. Nur das Cover wird neu gestaltet, um den angestrebten Glamour zu transportieren.
Abgeschlossen ist die Entwicklung von TR7 respektive TV-Star dennoch nicht. «Wir werden dranbleiben und laufend optimieren», verspricht Hildbrand. Dabei ist ihm wichtig, die Leser nicht zu verschrecken. Gefährlich sei vor allem, am Programmteil Änderungen vorzunehmen, warnt der Chefredaktor, denn dies sei das Herzstück einer Fernsehzeitschrift. «Wir haben auch da laufend optimiert, aber wir ändern nichts radikal», hält er fest.
Auch an der Schweizer Positionierung der Zeitschrift soll sich nichts ändern. Für Hildbrand ist sie mit ein Grund für den Erfolg im Lesermarkt. «Das macht Sinn, wenn man bedenkt, dass trotz 50 empfangbaren Sendern SF 1 und SF 2 in der Primetime über 40 Prozent Marktanteil erreichen», erklärt Hildbrand. Deshalb zeigt TV-Star so oft wie möglich Schweizerinnen und Schweizer auf dem Cover. Das beschränkt sich nicht auf Moderatorinnen und Moderatoren. «Wenn Roger Federer Tennis spielt, findet das am Fernsehen statt», erläutert Hildbrand das Konzept. Ausländische Stars schaffen es nur aus der ersten Reihe aufs Cover: «Das müssen Leute sein, die man kennt», betont Hildbrand, «Nicole Kidman zum Beispiel oder Brad Pitt, keine zweitklassige Prominenz.» Damit setzt sich TV-Star von den deutschen Konkurrenztiteln ab, die zwar ebenfalls auf Glamour setzen, diesen aber vorwiegend durch blonde Starlets auf dem Titelbild zu erzeugen versuchen.
Dass die erste Ausgabe von TV-Star ausgerechnet mit der blonden Michelle Hunziker daherkommt, will Hildbrand denn auch keinesfalls als Nachahmung deutscher Methoden verstanden wissen: «Wir wollten in der ersten Nummer einen Schweizer Star, der Glamour ausstrahlt. Da passt Michelle Hunziker, zumal sie neue Fernsehpläne hat, jetzt in Italien in einem Musical spielt und eine Sendung mit 10 Millionen Zuschauern moderiert.»
Das Publikum informiert TV-Star mit einer Werbekampagne über den Namenwechsel. Fernsehspots werden auf allen Deutschschweizer Regionalsendern ausgestrahlt. Um jüngere Zielgruppen anzusprechen, laufen die Spots auch im Kino. Die Tageszeitungen der Partnerverlage, welche Kombiabonnements mit TV-Star anbieten, werden Anzeigen schalten. Eine Inseratekampagne läuft auch in der Fachpresse. «Wir gehen haushälterisch mit den Mitteln um», fügt Hildbrand an. «Wir haben nicht das Geld, um in den Grossstädten die Plakatwände zu füllen, obwohl ich das natürlich auch gerne sehen würde.»
Neues Gesicht: Der Name und die Titelgestaltung von TR7 ändern, inhaltlich bleibt das erfolgreiche Konzept des TV-Magazins weitgehend unverändert.
Stefano Monachesi

Kompliment an die Migros

Pierre C. Meier über die Wahl zum Werber und zur Kampagne des Jahres.

Pierre C. Meier über die Wahl zum Werber und zur Kampagne des Jahres.Seit 28 Jahren küren die Leserinnen und Leser der Werbewoche Anfang Januar den «Werber des Jahres». Eine Wahl, deren Ausgang jeweils mit grosser Spannung erwartet wird.
Dieses
Jahr war das Ergebnis so eindeutig wie schon lange nicht mehr. Mit
rekordverdächtigen 33 Prozent aller Stimmen wurde Beat Mühlemann,
Leiter Marketing-Kommunikation beim Migros-Genossenschafts-Bund (MGB)
zum Werber des Jahres 2005 gewählt. Den zweiten Platz erreichte Bene
Abegglen von der Werbeagentur Contexta mit 20 Prozent, Bronze geht mit
16 Prozent aller abgegebenen Stimmen an Markus Gut von Publicis. Mehr
über den Werber des Jahres 2005 lesen Sie im Porträt auf den Seiten 11
und 12.
Es war eine eindeutige, aber aussergewöhnliche Wahl. Seit
1977 trugen nämlich nur gerade drei Persönlichkeiten, die nicht in
Werbeagenturen oder grafischen Ateliers wirkten, die Auszeichnung
«Werber des Jahres». 1977 wurde André Hofer, der damalige Direktor der
AG für das Werbefernsehen (heute Publisuisse), gewählt und 1985 Fredy
Collioud. Collioud erhielt die begehrte Auszeichnung für eine damals
revolutionäre Werbestrategie: Als Werbeleiter der Migros profilierte er
den orangen Riesen als Marke. Zwanzig Jahre später wird Colliouds
Nach-Nachfolger Werber des Jahres. Zufall? Nein. Sondern vielmehr eine
Bestätigung dafür, dass die Migros mit immer wieder herausragenden
Kampagnen die Werbekultur in der Schweiz prägt. Und dies in einer sonst
nicht für berauschend kreative Werbung bekannten Branche.
Zum
sechsten Mal wird heuer die «Kampagne des Jahres» ausgezeichnet. Zur
Auswahl standen 17 Arbeiten. Neben den Leserinnen und Lesern der
Werbewoche haben sich dieses Jahr auch die Leserinnen und Leser der
Programmzeitschrift TV-Star (bis gestern noch TR7) an der Wahl
beteiligt. Mit 19 Prozent der Stimmen wurde hier die Kampagne von Pneu
Egger zum Sieger gewählt. Realisiert wurde sie durch Wirz Werbung. Mehr
dazu finden Sie auf Seite 9.
> Pierre C. Meier, Chefredaktor

Reverse Idea gewinnt Projektbudget von Honda

Auto Der Autoimporteur Honda Schweiz hat Reverse Idea mit dem Mandat für seine Promotionsevents «Happy Days» betraut. Die junge Genfer Kreativagentur setzte sich in einem Pitch durch.

Auto Der Autoimporteur Honda Schweiz hat Reverse Idea mit dem Mandat für seine Promotionsevents «Happy Days» betraut. Die junge Genfer Kreativagentur setzte sich in einem Pitch durch.Zum dem ersten Auto-Etat, den Reverse Idea betreuen kann, gehören Media- und POS-Strategien.

Airports im Aufwind

Aussenwerbung Mehr Passagiere in den Flughäfen Zürich und Basel: Die Trendwende freut auch die Plakatierer.

Aussenwerbung Mehr Passagiere in den Flughäfen Zürich und Basel: Die Trendwende freut auch die Plakatierer.Die Betreiber der Plakatstellen an den Flughäfen Zürich und Basel atmen auf: Mit den Passagierfrequenzen an diesen Airports geht es nach verlustreichen Jahren erstmals wieder aufwärts. So kann der Flughafen Zürich für das Jahr 2004 insgesamt 17,3 Millionen Passagiere ausweisen, das sind 300000 Personen oder 1,3 Prozent mehr als noch im 2003. Und der EuroAirport Basel-Mulhouse verzeichnete im 2004 2,5 Millionen Passagiere, was ein Plus von 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutet.Keine Trendwende, sondern einen weiteren Rekord in Folge kann einzig der Flughafen Genf ausweisen. Er steigerte sich im letzten Jahr um 6,2 Prozent auf 8,6 Millionen Passagiere. Noch keine Zahlen sind von Lugano-Agno und Bern-Belp erhältlich, nach Auskunft der jeweiligen Airportbetreiber sind die Frequenzen aber an beiden Orten weiterhin rückläufig.
Der Flughafen Zürich wird vom Aussenwerber Clear Channel Plakanda (CCP) betreut, Genf und Lugano von der Allgemeinen Plakatgesellschaft (APG), Basel sowohl von CCP als auch von APG und JCDecaux und Bern-Belp von Publiscreen und Baracom.
(mk)

Jungfräulichkeit ade

Lokalpresse In ihrem fünften Lebensjahr ist die Jungfrau Zeitung bereits erwachsen geworden – zumindest im optischen Auftritt. Derweil hält der Erfolg im Leser- und Anzeigenmarkt an.

Lokalpresse In ihrem fünften Lebensjahr ist die Jungfrau Zeitung bereits erwachsen geworden – zumindest im optischen Auftritt. Derweil hält der Erfolg im Leser- und Anzeigenmarkt an.
«Gepflegt, gediegen und unaufdringlich» nennt Chefredaktor Stefan Regez den neuen Auftritt seiner Mikrozeitung im Editorial vom 4. Januar. In der Tat: Micha Krautwasser hat dem Blatt (verkaufte Auflage 10500 Exemplare) aus dem beschaulichen Berner Oberland ein geradezu mondänes Erscheinungsbild verpasst. Das liegt weniger an der Hamburger Herkunft des alpinen Art Director als an den Ambitionen des Verlegers von Jungfrau Zeitung, Der Oberhasler, Der Brienzer und dem Echo von Grindelwald. Laut Urs Gossweiler handelt es sich nämlich nicht um ein blosses Redesign, sondern «die Schaffung eines Modells, das richtungsweisend für andere Lokalzeitungen sein kann und soll» (siehe Interview).
Für den Durchschnittsleser der Vierbundzeitung könnte das etwas vermessen klingen, nimmt der neben der Umstellung vom bisher sechs- auf einen fünfspaltigen Umbruch doch allenfalls einige typografische Modifikationen wahr. Denn inhaltlich und dramaturgisch ist alles beim Alten geblieben. Bei 200 Neuabos allein im Dezember sehe er redaktionell «keinerlei Änderungsbedarf», so Gossweiler. Ausserdem werde in der ersten (und immer noch einzigen) Mikrozeitung ja nur die publizistische Spitze seiner Konzeptpyramide sichtbar.
Finanziert wurden Redesign wie auch die Optimierung der darunter liegenden Marketing- und Kommunikationsprozesse, welche letztlich ja den kopierbaren Kern des Konzepts bilden, «fast vollständig» durch die Gewinne aus dem Zeitungsgeschäft der Gossweiler Media AG. Und die sollen natürlich weiter steigen. Helfen dabei müsste die Angleichung des redaktionellen ans Anzeigenlayout, das schon beim Start im Herbst 2000 fünfspaltig angelegt worden ist. Davon verspricht man sich in Interlaken ausser einer ästhetischen Harmonisierung des weiter zweimal wöchentlich erscheinenden Kleinweltblattes auch eine Verschlankung des digitalen Workflow.
Key Partner für TabloidbeilageSeine optische und kommerzielle Unschuld verloren hat auch das jeweils am Freitag der Jungfrau Zeitung beiliegende Magazin für TV, Ra-dio, Events und Kirche(!) namens 7 Tage. Mit Rugenbräu hat die Agenda im Tabloidformat erstmals fürs gesamte Jahr einen Key Partner gewonnen, der mit seinen beiden Produkten Mountain Twister und Jungfrau Wasser im Print wie online zugleich als Sponsor und exklusiv platzierter Inserent präsent ist. Gossweiler ist stolz auf diese lokale Zweckgemeinschaft und negiert jeglichen Konflikt mit der journalistischen Unabhängigkeit seiner Titel. «Im Gegensatz zu unseren Stadtberner Kollegen (die Berner Zeitung druckt und distribuiert seit kurzem die Kulturagenda, Anm. der Red.) lassen wir unser Veranstaltungsblatt wenigstens nicht durch Steuergelder, sondern privatwirtschaftlich unterstützen.»
Neue Gediegenheit: Jungfrau Zeitung mit Beilage 7 Tage.
«Ende des Trainingslagers»Urs Gossweiler, Verleger der Jungfrau Zeitung, über deren neues Outfit und ihre Rolle als Prototyp der Mikrozeitung.
WW: Herr Gossweiler, auf der Frontseite der ersten Nummer unkt Ihr Hauskarikaturist, die Jungfrau Zeitung müsse in ihre neuen Kleider erst noch hineinwachsen. Sehen Sie das auch so?
Urs Gossweiler: Nein, mit ihrer journalistischen Kompetenz füllt unsere Redaktion auch das neue Layout perfekt aus. Ausserdem war dieser Relaunch extrem gut vorbereitet, weswegen bislang keine Kinderkrankheiten aufgetreten sind. Begonnen hat der ganze Prozess ja bereits vor zwei Jahren mit der Komplettrevision unseres Redaktionssystems.
Es handelt sich also um einen softwarebasierten Relaunch.
Richtig. Im Design sichtbar wurde die Weiterentwicklung unseres digitalen Workflow deshalb auch erst im vergangenen Spätsommer. Die Gründlichkeit dieses Vorgehens hängt natürlich mit der Funktion unseres Blattes als Prototyp der Mikrozeitung zusammen. So wurden parallel zum Zeitungs- und Website-Relaunch sehr detaillierte Handbücher für künftige Anwender unseres modularen Konzepts erstellt.
Bedeutet das, die länger schon angekündigten in- oder ausländischen Lizenznehmer der Mikrozeitung sind gefunden?Zunächst einmal sind nun die Duplizierbarkeit und damit die Attraktivität unseres Systems noch besser gewährleistet. Das wissen auch unsere Gesprächspartner sehr zu schätzen. Soll heissen, die Suche ist abgeschlossen, und die Verhandlungen laufen intensiv. Mehr kann ich Ihnen leider noch nicht sagen. Nur so viel: Das gesamte Relaunchprojekt versinnbildlicht, dass wir nach vier Jahren im Trainingslager jetzt das Spielfeld betreten haben.
Wie reagieren die Inserenten auf die neue Gediegenheit des Enfant terrible?Durchwegs positiv. Nicht umsonst können wir gegenüber letztem Januar ertragsmässig heuer nochmals zweistellig zulegen. Und dies, obwohl unser Hauptkunde Migros sein Auftragsvolumen dieses Jahr um sechzig Prozent reduziert hat. Interview: Oliver Classen
Oliver Classen

Pasta Premium setzt auf Matter & Partner

Food Die Zürcher Werbeagentur Matter & Partner hat den Gesamtetat von Pasta Premium gewonnen.

Food Die Zürcher Werbeagentur Matter & Partner hat den Gesamtetat von Pasta Premium gewonnen.Zu der Teigwarenfirma gehören die Schweizer Qualitätsmarken Ami, Bschüssig, La Chinoise, Trattoria und Ernst-Teigwaren. Sie ist Mitte 2004 durch ein Management Buyout aus dem Teigwarenbereich des Lebensmittelkonzerns Hero entstanden. Nun will sich Pasta Premium im Schweizer Markt stärker etablieren. Die Resultate der strategischen und konzeptionellen Arbeit von Matter & Partner werden ab Frühjahr 2005 zu sehen sein.

«Alle sagten: Das ist sexy»

WW Herr Hildbrand, warum braucht TR7 einen neuen Namen?René Hildbrand Der Namenwechsel rundet eine zweijährige Entwicklung ab. Seit 2002 ist viel passiert bei TR7.

WW Herr Hildbrand, warum braucht TR7 einen neuen Namen?René Hildbrand Der Namenwechsel rundet eine zweijährige Entwicklung ab. Seit 2002 ist viel passiert bei TR7.WW Herr Hildbrand, warum braucht TR7 einen neuen Namen?René Hildbrand Der Namenwechsel rundet eine zweijährige Entwicklung ab. Seit 2002 ist viel passiert bei TR7. Das Heft wurde inhaltlich und optisch von A bis Z weiterentwickelt und optimiert. Die Bezeichnung TR7 (Tele Radio 7 Tage) war nie sexy und ausserdem veraltet. Das Radioprogramm gibts in dem Heft seit Jahren nicht mehr. Zu unseren beliebtesten Inhalten gehören inzwischen die People- und Partyseiten. TV-Star bringt neu zwei zusätzliche Seiten mit Bildern und Storys aus der Welt der Stars und Sternchen. Auch darum TV-Star. Der Name ist Programm.
Wie wurde der neue Name ausgewählt?
Ich habe mich an einem regnerischen Sonntagnachmittag hingesetzt und mögliche Marken aufgeschrieben. TV-Star war die vierte, die mir einfiel. Wahrscheinlich darum, weil ich in den Jahrzehnten, in denen ich übers Fernsehen schrieb und schreibe, diese Bezeichnung schon so oft benutzt
habe: «TV-Star Gottschalk», «TV-Star Thurnheer» und so weiter.
Haben Sie abgetestet, ob der Name TV-Star beim Publikum ankommt?
Wir haben den Titel einigen Vertrauenspersonen vorgelegt, darunter auch Markenspezialisten und Fachleuten aus dem Werbemarkt. Ich war gefasst auf kritische Stimmen und Warnungen vor einem Rebranding. Doch keine einzige Stimme war skeptisch. Alle sagten: Das ist sexy, das klingt besser als TR7.
Welche Ziele haben Sie sich für TV-Star gesteckt?
Wir sind heute die Nummer zwei hinter Tele. Das ist wie im Sport: Wenn Sie die Nummer zwei sind, müssen Sie den Ehrgeiz haben, die Nummer eins zu werden. Wir sind noch ein Stück davon entfernt, aber bei weitem nicht mehr so viel wie auch schon.
Interview: Stefano Monachesi

Swisscontent jubelt

Publishing Der Inhalteanbieter Swisscontent feierte am 18. Januar seinen 5. Geburtstag.

Publishing Der Inhalteanbieter Swisscontent feierte am 18. Januar seinen 5. Geburtstag.Die schwierigen Zeiten nach dem Platzen des Internethype scheinen überwunden: Nachdem sich Swisscontent auf den Bereich Wirtschafts- und Finanzpublizistik konzentriert hat, weist es für 2004 bei einem Umsatz von 2,6 Millionen Franken einen Reingewinn in sechsstelliger Höhe aus.

Top 20 der TV-Spots

Fernsehwerbung Der Psychometer überprüft Werbeblöcke aus dem Schweizer Fernsehen. Die Resultate 2003/04.

Fernsehwerbung Der Psychometer überprüft Werbeblöcke aus dem Schweizer Fernsehen. Die Resultate 2003/04.«Marketing ohne Erfolgskontrolle entspricht Rennsport ohne Stoppuhr», heisst eine altbekannte Regel im Mediabusiness. In diesen Tagen präsentiert das Forschungsinstitut Interdata in Luzern einmal mehr die beliebtesten und besten TV-Spots der Schweiz. Gemessen wird eine solche Qualität mit einem so genannten Psychometer. Das System aus dem Interdata-Forschungsinstitut ist ein standardisiertes Messinstrument für TV-Spots und überprüft regelmässig Werbeblöcke aus dem Schweizer TV. Das Interdata-Forschungsinstitut in Luzern hat in Kooperation mit IMAS International, Linz, seit 1992 jährlich 400 bis 500 Spots getestet, im ganzen bisher rund 6500. Diese Tests erfolgen unter 120 Testpersonen, jeweils zur Hälfte Männer und Frauen im Alter von 16 bis 50 Jahre.Der Test misst nach einmaligem Vorspielen des Blocks den Spontanrecall, die gestützte Erinnerung, den Bekanntheitsgrad des Spots vor dem Test, vier Resonanzwerte (gefallen, sehenswert, Meinung besser geworden, Kaufmotivation) und schliesslich die Detailhandlung anhand einer Listenvorgabe (sympathisch, unterhaltend, interessant, gute Produktdarstellung, überzeugend, durchschnittlich, langweilig, übertrieben).
Die aktuell vorliegende Analyse für die 20 besten Spots untersuchte 840 Spots aus den Jahren 2003 und 2004 und zeigt auf, welche Spots die besten Resonanzen erzielten und vor allem warum. Abgefragt wurden 19 Dimensionen, um Antworten zu finden auf die Frage: Was machte wer besser als die Produzenten weniger erfolgreicher Werbefilme?
Herausgekommen ist dabei, dass die Spots mit der stärksten Aufmerksamkeit als ein wichtiges Kriterium «unterhaltend» sind. Zudem sind die besten Spots auch jene, die die Meinung über ein Produkt am meisten verbessern. Sie sind also «interessant», weil etwas Neues oder Differenzierendes über das Produkt erzählt wird. Beim Kaufanreizcharakter haben diejenigen Spots am besten abgeschnitten, in denen das Produkt «gut gezeigt» und verständlich erklärt wird. Hier gilt also nach wie vor «the product is the hero».
«Es mag überraschen», meint Interdata, dass die Spots mit dem höchsten Kaufreizcharakter gleichzeitig als durchschnittlich bezeichnet werden. Das liege daran, dass der Bevölkerung nicht bewusst ist, dass gerade diese eher intensive Produktdarstellung zum Kauf führt. Die Zuschauer erwarten demnach von einem gern gesehenen Spot nach wie vor Unterhaltung. Daraus resultiert die schwierige Aufgabe für die Kreativen, die Spots so zu gestalten, dass die – mehrmalig gezeigte – Produktdarstellung einerseits unterhaltsam verpackt ist und gleichzeitig etwas Interessantes vermittelt.
Hier können mit Hilfe von Interdata und ihrem Storyboard-Test die Kunden durch technische Optimierung wie zum Beispiel Schnitt oder Einblendungen die Schwachstellen bei einem Spot schnell ausmerzen. Die Normwerte, basierend auf 300000 bis anhin international getesteten Spots, berücksichtigen unter anderem die Spot-Länge, Position im Block, Bekanntheit des Films respektive die bisherige Schalthäufigkeit sowie die Branche. Als eine brauchbare Regel hat sich auch gezeigt, dass das Branding sehr wichtig ist. Die Marke muss früh und oft auftreten – am besten in den ersten fünf Sekunden und dann mindestens noch dreimal. «Der Konsument muss sofort wissen, worum es geht, sonst denkt er nicht mit und lernt zu wenig aus dem Spot», sind die Wirkungsforscher überzeugt.
Andreas Panzeri

Der Musenalp-Express fährt wieder

Zeitschriften Ab Anfang März erscheint nach 15 Jahren Unterbruch der Original-Musenalp-Express wieder. Othmar Beerli, Gründer der Jugendzeitschrift, hat die Markenrechte des Titels zurückerhalten.

Zeitschriften Ab Anfang März erscheint nach 15 Jahren Unterbruch der Original-Musenalp-Express wieder. Othmar Beerli, Gründer der Jugendzeitschrift, hat die Markenrechte des Titels zurückerhalten.Sie lagen bisher bei der St. Galler Kommunikationsfirma Mediax, welche sie nach einer Odyssee durch mehrere Verlage übernommen hatte. Da die Zeitschrift sich mittlerweile zum Trendmagazin gewandelt hat und nur noch unter der Bezeichnung Mex auftritt, gab Herausgeber Jorge Chaves den alten Namen jetzt an Beerli zurück. Es wurde vereinbart, dass Chaves weiterhin Mex für Erwachsene und Beerli wieder den Original-Musenalp-Express für die junge Generation herausgibt.

Ein L für alle Lebens- und Liebeslagen

Zeitschriften In jede Handtasche passt das Lesbenmagazin L-Mag, das seit Anfang Jahr am Kiosk erhältlich ist.

Zeitschriften In jede Handtasche passt das Lesbenmagazin L-Mag, das seit Anfang Jahr am Kiosk erhältlich ist.Dass Handtaschen für viele Lesben ein verhasstes Frauenklischee sind, passt ins Konzept: L-Mag ist kein Kampfblatt. Alles hat Platz: Lifestyle, Sex, Politik. Das L stehe für lesbische Lebenslust, für Lockerheit im Umgang mit Lesbischsein, heisst es im Editorial. Dass lesbische Frauen heute locker sind, möchte Chefredaktorin Manuela Kay auch Werbekunden nahe bringen: «Manche glauben, wir seien Ausserirdische. Man muss erklären, dass Lesben arbeiten gehen, Zigaretten rauchen, Kaffee trinken.» L-Mag erscheint zweimonatlich in einer Auflage von 30000 Exemplaren im Berliner Jackwerth-Verlag.

«In Basel platzen wir aus den Nähten»

Lokal-TV TeleBasel-Geschäftsführer Willy Surbeck über die wundersame Vermehrung seiner Werbeeinnahmen, die Konkurrenz und Expansionspläne.

Lokal-TV TeleBasel-Geschäftsführer Willy Surbeck über die wundersame Vermehrung seiner Werbeeinnahmen, die Konkurrenz und Expansionspläne.WW 2004 hat TeleBasel die Werbeeinnahmen gegenüber 2003 fast verdoppelt (siehe Kasten). Wie war das möglich?Willy Surbeck Zum einen brachte das TeleNewsCombi (TNC) wie bei den anderen TNC-Sendern die doppelten Umsätze. Zweitens profitierten wir vom wachsenden Interesse am Medium Lokal-TV. Drittens holte TeleBasel wesentlich mehr aus dem lokalen Markt heraus, seit wir diesen selbst bearbeiten. Bis vor einem Jahr war TeleBasel an eine externe exklusive Buchungsstelle gebunden.
… an die zur Tamedia gehörende Medag, die auch Radio Basilisk vermarktet. Den Vertrag haben Sie per Ende 2003 gekündigt, weil die Medag mit ihrer Leistung klar unter Budget lag.
Woher wissen Sie das? Die Medag arbeitet für TeleBasel hervorragend, bloss ist sie nicht mehr exklusive Buchungsstelle. Immerhin lag ihr Anteil an unserem Umsatzerfolg im 2004 deutlich über unseren Erwartungen.
Hat sie sich aufgerafft?
Sie musste sich nicht aufraffen, nur das Sortiment bereinigen. Der Erfolg bestätigt die alte Regel, dass Radio und TV oftmals nicht von denselben Leuten verkauft werden können. Das liegt in der Natur des Geschäftes. In Bern und Zürich weiss man das schon lange.
Wie gross ist jetzt das eigene Verkaufsteam von TeleBasel?
Inhouse managen Verkaufsprofi Walter Liechti und eine Disponentin das Geschäft. Extern bewegen sich drei unabhängige Spotproduzenten an der Verkaufsfront.
Ändert sich der Preis?
Es könnte sein, dass wir ihn im Frühjahr leicht nach oben anpassen. Entschieden ist noch nichts. Es kommt auch darauf an, wie es mit unserem neuen Marktpartner NW1 weitergeht.
Welchen Anteil hat denn NW1 (ehemals Nordwest 5) an Ihrem Erfolg? Die Expansion dieses Senders nach Basel und der Einstieg von Basilisk-Mitbegründer Christian Heeb hat Sie sicher zusätzlich angespornt.
Wir haben schon vorher alles gegeben. Aber die Attacken des neuen Senders haben uns so oft in die Medien gebracht, dass TeleBasel ständig an Bedeutung gewonnen hat. Wir konnten sogar eine geplante Werbekampagne streichen.
NW1 brachte Sie aber auch dazu, in Liestal ein Aussenstudio zu eröffnen.
Ja, schon. Aber in Basel platzen wir sowieso aus den Nähten, können aber nicht genügend Raum in der Nachbarschaft zumieten. Zudem haben wir die Glasfaserleitung von Basel nach Liestal schon im Jahr 2003 bauen lassen.
Nun will auch Tele M1 in die Nordwestschweiz …
Schon heute kommt Tele M1 bis Pratteln, in die Mitte unseres Sendegebiets, weil sich Kabelnetze nicht splitten lassen. Deshalb haben wir uns gegen den Ausweitungsplan ausgesprochen, sonst hat es für TeleBasel plötzlich keinen Platz mehr.
Wann kommt die Expansion nach Deutschland?Die Lörracher Oberbürgermeisterin wünscht die Verbreitung von TeleBasel, obwohl wir nie mit ihr gesprochen haben. Sie will, dass die 50000 täglichen Grenzgänger aus dem Elsass und Südbaden sehen können, was in Basel, ihrem Wirtschaftszentrum, passiert. Auch Kabel Baden-Württemberg möchte uns in Grenznähe aufschalten. Wann das sein wird, wissen wir aber noch nicht.
Pläne über die Grenzen hinweg hegt TeleBasel aber schon lange.
Pläne? Nein. Wir haben uns vor Jahren nach der Rechtslage und dem Interesse eines Kabelnetzbetreibers erkundigt. Das ist alles.
Was haben Sie dort nun vor?Journalistisch können wir unseren Aktionsradius kaum weiter als zu den grenznahen Orten Weil am Rhein und Lörrach ausdehnen.
Rechnen Sie mit zusätzlichem Werbepotenzial?Wieso zusätzlich? Der süddeutsche Detailhandel wirbt doch schon heute grossflächig und mit grossem Erfolg auf TeleBasel.
Die Schweizer Werbekunden werden ein Supplement erhalten, das mittels Publica-Data-Zahlen gar nicht auszuweisen ist.
Ja schon. Aber wir vertrauen den Werbern. Die können das gut abstrahieren.
Ansehnliches BudgetTeleBasel hat gemäss Communiqué sein «bisher erfolgreichstes Jahr» hinter sich. Es konnte im 2004 durchschnittlich 110500 Zuschauer pro Tag ausweisen, was einer Reichweite von 21,7 Prozent entspricht.
Seine Werbeeinnahmen konnte der Sender von 700000 Franken auf 1,3 Millionen Franken steigern, das sind 300000 Franken mehr als budgetiert. Dabei hat sich der Umsatz aus der lokalen Werbung verdoppelt.
Das Sponsoring brachte noch einmal 1,3 Millionen Franken. Die zusätzlichen Einnahmen werden in modernes IMX-Kamera- und Schnittequipment investiert, um die Bildqualität zu verbessern.
Für 2005 rechnet TeleBasel wieder mit je 1,3 Millionen Franken Werbe- und Sponsoringeinnahmen. Dazu erhält der Sender von der Cablecom-Tochter Balcab 1,5 Millionen Franken, sodass er auf ein Jahresbudget von 4,1 Millionen Franken kommt. (mk)
2004 brachte TeleBasel Rekordumsätze in Werbung und Sponsoring. Willy Surbeck will 2005 zumindest die Vorjahreszahlen wieder erreichen.
Interview: Markus Knöpfli
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