SRG dudelt leiser
Radiocontrol In der Schweiz wird etwas länger Radio gehört. Doch Marktanteile holen fast nur Private.
Radiocontrol In der Schweiz wird etwas länger Radio gehört. Doch Marktanteile holen fast nur Private.Weil das Radiocontrol-Panel per Anfang 2004 mit zusätzlichen Uhren aufgestockt wurde, waren die Zahlen des ersten Halbjahres 2004 nicht mehr wirklich mit den Vorjahren vergleichbar. Mit den nun veröffentlichten Radiocontrol-Daten des zweiten Semesters 2004 ist erstmals wieder ein (schwacher) Trend ablesbar. Die Hauptaussage: Das Medium Radio hat in der ganzen Schweiz leicht an Reichweite verloren, in allen Landesteilen wird aber etwas länger Radio gehört. Reichweitenverluste mussten primär die SRG- und die ausländischen Sender hinnehmen, die Privaten legten hingegen zu. Am klarsten kommt dieser Trend in der Deutschschweiz zum Ausdruck, wo er sogar signifikant ausfällt, während sich das Auf und Ab der Reichweiten sonst überall im Vertrauensbereich bewegt.Die allgemeine Hördauer hat in der Romandie um 2 auf 112,1 Minuten zugenommen, in der Deutschschweiz und im Tessin legte das Medium Radio lediglich um 1 Minute auf 115,8 und 114,3 Minuten zu. Diese Zunahme ist primär den SRG-Sendern zu verdanken, die Privaten blieben lediglich gleich lang oder leicht länger eingeschaltet als im ersten Semester, während die ausländischen Sender im besten Fall stagnierten.
Trotz des signifikanten Reichweitenverlustes der SRG-Sender in der Deutschschweiz hält sich deren Marktanteilseinbusse um 0,4 auf 61,5 Prozent in engen Grenzen. Der einzige Einzelsender, der signifikant Hörer verlor, ist DRS 2; sein Marktanteil (MA) ging um 0,7 auf 4,4 Prozent zurück. Demgegenüber konnte der Kabelsender MW 531 auf ähnlichem Reichweitenniveau seinen MA um 0,6 auf 3,8 Prozent steigern.
Bei den Privatradios ist es Energy Zürich gelungen, bei der Reichweite 14300 Hörer zuzulegen, die 200000er-Marke zu überspringen und so den Vorsprung von Radio 24, das seinerseits 12300 Hörer verlor, zu verkleinern. Zwei andere Sender, Top und Argovia, sind nun mit 196100 und 195000 Hörern ebenfalls kurz vor dem Sprung über die 200000er-Marke. Eine weitere psychologisch wichtige Veränderung schaffte BE1, das sich um 8700 auf 103200 Hörer steigern konnte, während Konkurrent
ExtraBern leicht an Reichweite verlor. Auch das deutschsprachige Programm des Bieler Senders Canal 3, der neuerdings wie ExtraBern zur Espace Media Groupe gehört, hat gelitten.
Basler Radios mit EinbussenUnklar ist, was genau in Basel geschehen ist, wo sämtliche Radios an Reichweiten einbüssten. Am meisten verlor der Tamedia-Sender Basilisk (minus 12400 Hörer), Basel 1 verlor fast halb so viel, und Regenbogen weist 4300 Hörer weniger aus.
Noch ein Wort zum Kabelsender Eviva: Es ist das Deutschschweizer Privatradio, das derzeit am längsten gehört wird, es bleibt 65 Minuten pro Tag eingeschaltet. Nur DRS 1 hat mit 96 Minuten pro Tag eine noch längere Hördauer.
Während in der Deutschschweiz wenigstens die SRG-Sender MW 531 und Virus leicht an Reichweite zulegen konnten, haben in der Westschweiz alle SRG-Sender Verluste zu beklagen. Immerhin bleiben diese im Vertrauensbereich.
Bei den Privaten hat neu Lausanne FM (bisher auf Platz 3) die Führung übernommen und den ausländischen Sender Nostalgie deutlich distanziert: Dieser fiel zudem unter die psychologisch wichtige 100000er-Marke. Interessant ist ferner, dass ausgerechnet das französischsprachige Programm von Canal 3 trotz letztjährigem Hickhack um den Bieler Sender und trotz der Entlassung des Chefredaktors recht deutlich zulegen konnte. Selbst Jura Bernois, das im Canal-3-Sendegebiet recht stark ist, vermochte von der schwierigen Situation nicht zu profitieren.
Im Tessin gehören ebenfalls alle SRG-Sender zu Reichweitenverlierern, während auch hier bei den wenigen Privaten mit 3iii ein Einheimischer die Führung übernehmen konnte, dies auf Kosten des italienischen RTO.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Die City-Pool-Radios verlieren Reichweite. Entsprechend hinkt auch der Swissradio-Pool auf seinem Deutschschweizer Standbein, jenes in der Westschweiz wurde hingegen gestärkt. Der Pool 2000 leckt in Basel und auch ein wenig im Berner Oberland, der One Pool jedoch konnte insgesamt zulegen.
Hörer drehen nach dem Lustprinzip am Knopf: Die SRG- und die ausländischen Sender mussten Reichweitenverluste hinnehmen.
Trotz des signifikanten Reichweitenverlustes der SRG-Sender in der Deutschschweiz hält sich deren Marktanteilseinbusse um 0,4 auf 61,5 Prozent in engen Grenzen. Der einzige Einzelsender, der signifikant Hörer verlor, ist DRS 2; sein Marktanteil (MA) ging um 0,7 auf 4,4 Prozent zurück. Demgegenüber konnte der Kabelsender MW 531 auf ähnlichem Reichweitenniveau seinen MA um 0,6 auf 3,8 Prozent steigern.
Bei den Privatradios ist es Energy Zürich gelungen, bei der Reichweite 14300 Hörer zuzulegen, die 200000er-Marke zu überspringen und so den Vorsprung von Radio 24, das seinerseits 12300 Hörer verlor, zu verkleinern. Zwei andere Sender, Top und Argovia, sind nun mit 196100 und 195000 Hörern ebenfalls kurz vor dem Sprung über die 200000er-Marke. Eine weitere psychologisch wichtige Veränderung schaffte BE1, das sich um 8700 auf 103200 Hörer steigern konnte, während Konkurrent
ExtraBern leicht an Reichweite verlor. Auch das deutschsprachige Programm des Bieler Senders Canal 3, der neuerdings wie ExtraBern zur Espace Media Groupe gehört, hat gelitten.
Basler Radios mit EinbussenUnklar ist, was genau in Basel geschehen ist, wo sämtliche Radios an Reichweiten einbüssten. Am meisten verlor der Tamedia-Sender Basilisk (minus 12400 Hörer), Basel 1 verlor fast halb so viel, und Regenbogen weist 4300 Hörer weniger aus.
Noch ein Wort zum Kabelsender Eviva: Es ist das Deutschschweizer Privatradio, das derzeit am längsten gehört wird, es bleibt 65 Minuten pro Tag eingeschaltet. Nur DRS 1 hat mit 96 Minuten pro Tag eine noch längere Hördauer.
Während in der Deutschschweiz wenigstens die SRG-Sender MW 531 und Virus leicht an Reichweite zulegen konnten, haben in der Westschweiz alle SRG-Sender Verluste zu beklagen. Immerhin bleiben diese im Vertrauensbereich.
Bei den Privaten hat neu Lausanne FM (bisher auf Platz 3) die Führung übernommen und den ausländischen Sender Nostalgie deutlich distanziert: Dieser fiel zudem unter die psychologisch wichtige 100000er-Marke. Interessant ist ferner, dass ausgerechnet das französischsprachige Programm von Canal 3 trotz letztjährigem Hickhack um den Bieler Sender und trotz der Entlassung des Chefredaktors recht deutlich zulegen konnte. Selbst Jura Bernois, das im Canal-3-Sendegebiet recht stark ist, vermochte von der schwierigen Situation nicht zu profitieren.
Im Tessin gehören ebenfalls alle SRG-Sender zu Reichweitenverlierern, während auch hier bei den wenigen Privaten mit 3iii ein Einheimischer die Führung übernehmen konnte, dies auf Kosten des italienischen RTO.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Die City-Pool-Radios verlieren Reichweite. Entsprechend hinkt auch der Swissradio-Pool auf seinem Deutschschweizer Standbein, jenes in der Westschweiz wurde hingegen gestärkt. Der Pool 2000 leckt in Basel und auch ein wenig im Berner Oberland, der One Pool jedoch konnte insgesamt zulegen.
Hörer drehen nach dem Lustprinzip am Knopf: Die SRG- und die ausländischen Sender mussten Reichweitenverluste hinnehmen.
Markus Knöpfli
