Autor: admin
Radio-Löwen aus der Schweiz
Events Radiopower.ch hat sich für seinen geplanten Spot Award die Schweizer Rechte für die Cannes-Lions-Kategorie Radio von Cinecom gesichert.
Drei Ohrfeigen für Martin Kall
Zeitungen Mit dem Einstieg beim Zürcher Oberländer gelang der NZZ ein Geniestreich: Denn Tamedia hat dort auch eine Beteiligung. Doch die NZZ hat mehr zu sagen.
Das Blatt wendete sich erst, als 1996 Tamedia ihre Regionalzeitung in andere, erfahrenere Hände legte, indem sie die ZOM mit ihrem regionalen Know-how ins Boot holte. Die ZOM hält seither beim AvU 76 Prozent und sämtliche Verlagsrechte, integrierte ihn als Kopfblatt in den ZO und übernahm auch die Führung, während sich Tamedia mit einem Anteil von 10 Prozent ins zweite Glied zurückzog. Die restlichen Aktien teilen sich etwa 40 Kleinaktionäre. Tamedias Einfluss reduzierte man damals auf ein Verwaltungsratsmitglied «ohne Zeichnungsberechtigung», wie es im Handelsregister heisst. Seit August 2003 ist dies Martin Kall selbst. Dass der Tamedia-CEO persönlich im AvU-VR Einsitz nahm, zeigt den hohen Stellenwert, den er der Kooperation mit dieser Landzeitung beimass. Michel Favre, Kalls Vorgänger als Tamedia-CEO, hatte sich noch von Patrick Eberle vertreten lassen.
Dass nun die NZZ-Tochter FPH fast 40 Prozent bei der AvU-Mutter ZOM übernimmt und damit auch beim AvU mehr zu sagen hat als Tamedia, ist als Ohrfeige für Kall zu werten. Immerhin bleibt ihm eine zusätzliche Demütigung erspart: Er wird im AvU-VR keinem NZZ-Vertreter begegnen, denn die FPH erhält gemäss ZOM-Geschäftsleiter Peter Edelmann zwar einen VR-Sitz bei ZOM, nicht aber beim AvU. Doch das dürfte für Kall bloss ein schwacher Trost sein.
Kommt dazu, dass man sich bei der ZOM nun keineswegs vor einem drohenden Tagi-Split fürchtet. «Wir zollen der möglichen Konkurrenz zwar Respekt und wappnen uns, indem wir am Produkt arbeiten, auf Herbst einen Relaunch planen und die regionale Berichterstattung noch ausdehnen», sagt Edelmann. Gleichzeitig aber verweist er selbstbewusst auf die AvU-Geschichte. «Tamedia war ja schon einmal ohne Erfolg in unserer Region tätig», sagt er – die zweite Ohrfeige.
Warum aber zieht ZOM die NZZ der langjährigen Partnerin Tamedia vor? Edelmann: «Den Zusagen der NZZ, die Regionalzeitungen selbstständig zu lassen, trauen wir mehr.» Kall habe man im AvU-VR zwar als «Freund des Hauses» kennen gelernt, «aber die unterschiedlichen politischen Ausrichtungen der ZO- und Tagi-Redaktionen verunmöglichten das Zusammengehen», sagt der ZOM-Geschäftsleiter.
Klatsch – auch die dritte Ohrfeige sitzt.
Beim Anzeiger von Uster reüssierte Tamedia nicht – heute ist er unter Oberländer Kontrolle.
Markus Knöpfli
Schweigen ist goldrichtig
Aufgefallen Informantenschutz gehört zu den heiligsten Journalistenpflichten, «Muckraking» ebenso. Auch wenn dies die Staatsmacht zu Fehlleistungen provoziert.
Anders als bei der Rechtschreibreform oder dem Paparazzi-Urteil des Europäischen Gerichthofs, wo landauf, landab viele Journalisten in eigener Sache die mediale Windmaschine betätigt haben, geht es beim Informantenschutz ans Eingemachte. Schicken die US-Gerichte Miller und Cooper in den Knast, so berührt das den Kernbereich journalistischer Aktivitäten, die in jeder Demokratie nötig sind und möglich sein müssen. Denn wenn Gerichte Reporter ins Gefängnis stecken, weil diese ihre Quellen nicht preisgeben, wird künftig niemand mehr Skandale aufdecken helfen. Und in völliger Eigenregie, also ohne Informanten, gelingt es Journalisten nur sehr selten, die dunklen Seiten von Politikbetrieb und Wirtschaftsleben auszuleuchten.
Ich hege grosse Zweifel, ob sich das, worum es geht, über die in den Verfassungen garantierte Pressefreiheit hinaus gesetzlich regeln lässt. Wichtig wäre auf beiden Seiten eher mehr Folgenbewusstsein: Dort, wo sich die Justizbehörden nicht selbst als oberste Hüter der Meinungsfreiheit verstehen, ist es um dieses Grundrecht nicht gut bestellt. Wenn andererseits Journalisten ignorieren, dass auch Informantenschutz an Grenzen stossen kann, besteht die Gefahr, dass Journalisten ihr kostbarstes Recht missbrauchen und damit verspielen.
Informantenschutz ist eine zentrale Voraussetzung dafür, dass Journalisten ihre Rolle bei der wechselseitigen Machtkontrolle ausüben können. Soll das System der «checks and balances» funktionieren, bedürfen freilich auch die Medien – als nichtstaatliche «vierte» Gewalt – einer Kontrolle, die allerdings nicht so weit gehen darf, sie einzuschüchtern und zu bestrafen. Deshalb wünsche ich mir möglichst wenig Gängelung des Journalismus durch die Justiz, dafür umso mehr Selbstkontrolle des Journalismus durch (Medien-) Journalisten.
Da aber die Welt nicht so ist, wie sie sein sollte, wissen schlaue Informanten, dass es keinen absoluten Quellenschutz gibt. Und schon gar nicht geben wird, wie die aktuellen Diskussionen über Folter als «last resort» staatlicher Informationsbeschaffung zeigen. Am besten also, man macht es so wie jener Anonymus, der den CDU-Politiker Hermann-Josef Arentz an den Pranger lieferte, indem er die Medien über dessen lukrative Nebeneinkünfte informierte. Das Timing war dabei ebenso perfekt wie die Spurenbeseitigung: Fünf Tage vor dem Parteitag der CDU gab der Informant bei der Post vier Briefe ab, die an Redaktionen wichtiger Medien adressiert waren. Er hinterliess keinen Absender und auch sonst keinerlei Spuren. Und selbst das gewählte Postamt war, so Hans Leyendecker von der Süddeutschen Zeitung, «so gross, dass keinerlei Rückschluss auf den Absender» möglich war.
> Stephan Russ-Mohl ist Publizistikprofessor an der Universität Lugano.
Gratulationen von den Privaten
Jubiläen Früher gab es in der Schweiz nur eine Adresse für TV-Werbung – das heutige SF DRS.
ADC-Jury nicht nur voll des Lobes
Würfelrennen Der Art Directors Club Schweiz war dieses Jahr zurückhaltend beim Verteilen der begehrten Würfel: 5 Gold, 8 Silber, 40 Bronze.
Juriert wurde nach dem im letzten Jahr neu eingeführten härteren Modus. Als Messlatte diente das 10-Punkte-System von ADC-Ehrenmitglied Michael Conrad. Von 123 stimmberechtigten Mitgliedern haben sich 87 an der Jurierung beteiligt. «Bei allen Entscheiden für Gold und Silber waren wir uns einig, und die Bronzewürfelgewinner wurden fast einstimmig bestimmt», erklärte Andreas Prokesch, ADC-Vorstandsvorsitzender.
Die Würfel im SpiegelDie 5 Goldwürfelträger von 2005 sind: «Lebensstationen» von Jung von Matt für SBB in der Kategorie Anzeigen, «Schnelle medizinische Hilfe» für Médecins sans Frontières von Publicis in der Aussenwerbung, «Beck & Bondi» von Contexta für Swisscom Fixnet beim Film, die Radiospots «Bekloppte Songtexte» für das NZZ Folio von Ruf Lanz und in der Kategorie Design die Ausgabe 26 des Soda-Magazins mit dem Titel «Surface». Auffallend war, dass heuer kein Goldwürfel für die Kategorie Gesamtkampagnen vergeben wurde.
Einen silbernen ADC-Würfel erhielten: Die Anzeige «Etui» für McKinsey von Ruf Lanz. Die Anzeigen und die Plakatserie «Flache Schweiz» für den VW 4Motion von Lowe. Die drei nebeneinander hängenden Plakate für Candida Dental Tape der Migros von Advico Young & Rubicam. Die Filmserie «Kundenideen» für die Migros von Publicis. Die Radiospotserie «Taxi Turk» für die Swiss von Jung von Matt/ Limmat. In der Kategorie Verkaufsförderung die Schneeautos für die frühe Saisoneröffnung der Alpenarena von Spillmann Felser Leo Burnett und das T-Shirt und
die Unterschriftenaktion «Weniger Dräck» mit Chris von Rohr für Greenpeace von Advico Young & Rubicam.
Zum ersten Mal vergab der ADC dieses Jahr einen Pressepreis in der Kategorie Anzeigen. Eine Chefredaktorin und vier Chefredaktoren wollten diesen Würfel vergeben an Jung von Matt/Limmat für die Anzeige «Ping Pong» der SBB. In der ADC-Pressepreis-Jury sassen neben Andreas Durisch (SonntagsZeitung), Werner De Schepper (Blick), Peter Rothenbühler (Le Temps) und Lisa Feldmann (Annabelle) auch Stefan Barmettler von Facts. Dieses Magazin hat die diesjährige ADC-Festzeitschrift Fakes produziert. «Boombranche Werbung. Das goldene Zeitalter ist zurück», lautet die verheissungsvolle Titelgeschichte des Sonderhefts.
Alle prämierten Arbeiten werden Ende Mai im ADC-Jahrbuch publiziert. «Ein Schmuddelwerk, für das man sich schämen musste, von dem aber trotzdem alle Exemplare verkauft worden sind», konterte Andreas Prokesch rückwirkend ein paar Kritiken zum letztjährigen Buch, das ebenfalls mit einem Bronzewürfel geehrt worden ist. Das neue Jahrbuch soll nun wiederum im Werd Verlag mit einer rund um ein Drittel erhöhten Auflage gedruckt werden. Zudem soll es quasi im Austausch mit dem dortigen ADC-Buch auch in Deutschland unter die Leute gebracht werden.
«Besser geht es immer. Aber wir können zufrieden sein. Besonders freut mich, dass wir den höchsten Preis sowie den Pressepreis für Kunden bekommen haben, die im Markt tatsächlich wahrgenommen werden. Das zeigt mir, wie wichtig neben der Kreation auch die Beratung und ein integriertes Denken sind.»Alexander Jaggy, CD Jung von Matt/Limmat
«Wenn wir auf etwas stolz sind, dann darauf, dass wir die meisten unserer Preise für relevante Kunden wie Suva, VBZ, NZZ Folio oder McKinsey & Company gewonnen haben. Und nicht für das Hanflädeli um die Ecke. Generell kann man beobachten, dass der Anteil an ‹Fun-Arbeiten› bei Gold, Silber und Bronze zurückgegangen ist. Dafür gabs plötzlich prägnante Kampagnen für Marken wie Dar-Vida, Maggi Quicklunch oder die gute alte WC-Ente. Davon wünscht man sich als Werber und Konsument, der man ja immer auch ist, mehr.» Markus Ruf, CD Ruf Lanz
«Ich bin sehr zufrieden. Es ist extrem streng beurteilt worden. Was früher Bronze bekam, findet sich heute höchstens noch auf der Shortlist. Der Qualitätslevel hat sich verschoben. International verglichen macht das aber Sinn und ist gerechtfertigt, weil es einen objektiveren Querschnitt ergibt. Echte Arbeiten sind ausgezeichnet worden und nicht nur Award-Shows. Das ist eine gute Entwicklung.»Daniel Comte,
CD Advico Young & Rubicam
«Vielleicht ist das Resultat ein bisschen ernüchternd ausgefallen. In der grossen Menge der Arbeiten hat die Jury nur wenig für einen Würfel würdig gehalten. Auf der anderen Seite hat das vielleicht seine Gründe, wieso in den letzten zwölf Monaten nicht so viel Umwerfendes auf dem Tisch war. Wenig Geld lässt auch den Mut schwinden.» Jean Etienne Aebi,
Brand Creative Director, Publicis
«Die Beurteilung war ‹gut› im Sinne von ‹strenger› als in früheren Jahren. Vom Resultat her kann man zufrieden sein. Wir hatten sicher keinen berauschenden Jahrgang zu bewerten. Aber das wusste man. Trotzdem hat es ein paar wirklich schöne und geglückte Arbeiten gegeben.» Martin Spillmann, CD Spillmann Felser Leo Burnett
Die KriterienAuch dieses Jahr wurde nach der Kriterienskala von Michael Conrad, dem ehemaligen weltweiten Kreativdirektor von Leo Burnett und Cannes-Präsidenten, juriert. Diese Kriterien werden von immer mehr Agenturen und auch Kunden weltweit zur Beurteilung von Werbung benutzt.
Stufe 1 bis 4 scheiden aus, was man vermeiden möchte: Klischees, keine konkurrenzfähige Aussage, destruktive Werbung.
Die Stufen 5 bis 7 beurteilen den Weg zum Ziel: eine innovative Strategie, eine frische Idee oder gar eine exzellente Ausführung.
Stufe 8 bis 10 wären das Ziel, nämlich einen neuen Standard zu setzen, damit sich die Marke von der Konkurrenz abheben kann.
Design: Ausgabe 26 mit dem Titel «Surface» des Magazins Soda.
Anzeige: «Lebensstationen» von Jung von Matt/Limmat für die SBB.
Aussenwerbung: «Schnelle medizinische Hilfe» von Publicis für Médecins sans Frontières.
Film: «Beck & Bondi» für Swisscom Fixnet von Contexta.
Verkaufsförderung: T-Shirt und Unterschriftenaktion mit Chris von Rohr für Greenpeace von Advico Young & Rubicam.
Anzeigen: «Ping Pong» der SBB von Jung von Matt/Limmat erhielt den Pressepreis, der zum ersten Mal dieses Jahr vergeben wurde.
Filmserie: «Kundenideen» für die Migros von Publicis.
Anzeige: «Etui» für McKinsey von der viel gekrönten Agentur Ruf Lanz.
Plakate: Candida Dental Tape der Migros von Advico Young & Rubicam.
Anzeige und Plakatserie: «Flache Schweiz» von Lowe für VW 4Motion.
Verkaufsförderung: Schneeautos für die Saisoneröffnung der Alpenarena von Spillmann Felser Leo Burnett.
Andreas Panzeri
Ringier-TV goes global
TV-Formate Ringier-TV, Ringiers Fernsehbereich, der für SF 1, Presse-TV und Sat 1 Schweiz TV-Sendungen produziert
(mk)
Durcheinander gewürfelt
Mitte Monat luden Filippo Leutenegger und René Hildbrand zum Tauf-Apéro.
Auch die Gäste fanden die Fete in der bisher kältesten Nacht eine coole Sache. Sicher wird man die meisten beim nächsten APG-Winterfest wiedersehen – allerdings eingemummt in Skijacken und mit Moonboots an den Füssen (weitere Bilder dazu gibts auf der APG-Homepage).
Sicher wärmer aufgehoben waren die Vernissage-Gäste unserer Shortlist-Fotografin Mara Truog. Die Absolventin der Hochschule für Gestaltung und Kunst mit Diplom in visueller Kommunikation zeigte unter dem Titel «Femmage» in der Galerie Artrepco ihre neuste Fotoserie – eine sehenswerte Ausstellung mit Kontrapunktierung der in der Werbung vorherrschenden Frauenbilder und Klischees.
Wochen-Highlight und krönender Abschluss war schliesslich die Würfelvergabe des ADC. Zwar hat man beim Kreativclub schon oppulenter getafelt, und der Würfel wurden früher ebenfalls mehr vergeben.
Das hat aber mit dem aktuellen Jurierungsmodus zu tun: Qualität vor Quantität. Und das galt heuer auch fürs Essen. Es war nicht der übliche Zehngänger à la Peter- oder Mosimann – gemundet hats trotzdem ausgezeichnet.
Beat Fritschmit Sozia Mara Truog, ihres Zeichens Hoffotografin des Werbekuchens, am ADC-Fest. Unter dem Motto «Italianità», mit Vespa und Antipasta, feierten die Kreativen ihre alljährliche Würfelvergabe. Schon länger her ist die Relancierung bzw. Neutaufe von TV-Star (ehemals TR7), welche einige handverlesene Gäste im Cheminée-beheizten Loft von Jean-Frey-CEO Filippo Leutenegger erlebten. Bitterkalt wars dann bei der APG, die ein winterliches Hoffest feierte. Und weil unsere Fotografin Mara Truog nicht nur Werber ablichtet, sei hier noch auf ihre Ausstellung bei Artrepco/Ankerstrasse hingewiesen.
Flotte ADC-Flitzer: Helen Müller, Mauro Michele Mulignaio und Andreas Prokesch.
Auf beinahe schon pastorale Art und Weise präsentierte Filippo Leutenegger den Täufling in seinem Loft: TR7 heisst neu TV-Star.
Otto Meier unterhielt sich angeregt mit Petra Kreussler über den neuen Auftritt des traditionellen TV-Magazins.
Interessiert studierte Cornelia Kristoffy in einer ruhigen Ecke den neuen Auftritt des Programmführers aus dem Jean-Frey-Verlag.
Stolz blickten Chefredaktor René Hildbrand (l.) und Filippo Leutenegger mit Gastredner Patrick Frey (r.) in die anwesende Runde.
Kritisch würdigten auch Andy Lehmann, Daniel Strobel und Beat Ruch (v. l.) den neuen Namen und das Layout von TV-Star.
Gepflegten Smalltalk führte man im Grüppchen von Claudia Mühlebach, Sandro Prezzi (l.) und Roger Knabenhans.
APG-Gastgeber Beat Holenstein mit Event-Organisatorin Marlise Schneider (r.) und ZKB-Werbeleiterin Bernadette Grossenbacher.
Gut eingepackt: Hugo Mauchle vom Hallenstadion mit Elisabeth Andres, Rent-a-Show, und Marcel Baumann von der APG (v. l.).
Werber Victor Rosser von Wacker und Rosser (l.) und Martin Zollinger von den VBZ mit einer der charmanten Catering-Angestellten.
Brigitte Bantli (l.) und Patricia Tschumi von Mediacom posierten freudig vor einem Plakat ihres Kunden Lucky Strike.
Robert Seitz (l.) von Jaguar Land Rover Schweiz und Pascal Thorens von der Nordea Bank bei einem Glas heissen Glühwein.
Schnell die Hände in die warmen Taschen: Hélène Sonderegger von Aegis Media Group und Florian Walz von e-advertising.
Kunst- und Fotofans: Regisseur Bela Batthyany (r.) mit Bruder Sacha Batthyany, Journalist, und Schauspielerin Sibilla Semadeni.
Vernissagegäste: Matthias Städeli, Marketing Manager bei der UBS, mit Freelance-Werbeberaterin Katja Ehrensperger.
Roy Grosser (l.) und Angela Bollag arbeiten als Grafiker und kamen mit Yves Bollag an die «Femmage»-Ausstellung von Mara Truog.
Publicis-Big-Boss Fredy Collioud mit Uli Rubner und Patrick Lienert (v. l.) beim italienischen Apéro vor dem ADC-Gelage.
Drei Damen von JWT+H+F: AD Sabine Ries, Lehrling Martina Maurer und Beratungsassistentin Kathy Bickel (v. l.).
Gewappnet gegen die anfängliche Kälte: Creative Consultant Cem Capanoglu mit Christina van der Schaar und Markus Gyhr (v. l.).
Delegation von der Werdstrasse: Sandro Rüegger (l.), Tamedia, mit Kathrin und Andreas Durisch, SonntagsZeitung.
Locker drauf: Beat Mühlemann, Werber des Jahres 2005 und somit Ehrengast, mit Partnerin Vera Lüchinger von La Prairie.
Getroffen an der Apéro-Bar bei Prosecco und Crodino: Werber Matthew Katumba mit Super-Nanny Regula Dudler.
Philipp Skrabal (l.), mit Thomas Kurmann, würfelte sowohl für Ex-Arbeitgeber Matter als auch Neu-Brötchengeber Publicis.
Tausche Sunrise gegen Städerli (r.) – die wohl unüblichste Rochade der Branche gabs von Wirz zu Advico zu Wirz, meinte Markus Gut.
Definitiv kein Fake: Petra Weber-Gut-Spillmann-Bodin-Bottignole (l.) mit Pierre Rebetez und Nadine Geissbühler.
Rauchende Köpfe bei Advico-CD Daniel Comte mit Advico-Neuzuzug Christian Bobst und Co-CD Urs Schrepfer (v. l.).
Lowe-Chef Kurt Schmid war stolz auf seine kreativen Nachwuchsstars Sebastian Hugelshofer (l.) und Daniel Roznovjak (r.).
Direkt aus der WEF-Anflugschneise Küsnacht: Von TBWA Norbert Brunner (l.) und Alex Fürer (r.) mit Freelance Benny Goldstein.
Als Ivan Schultheiss mit Andrea Walzer vom Facts parlierte, wurde bereits das Fakes verteilt.
Wie immer stürzten sich die Gäste auf die ADC-Publikation und nahmen sofort einen ersten Augenschein, so IPM-CEO Michi Frank.
Sonja Hürlimann und Jürg Aemmer von Euro RSCG machten sich ebenfalls gleich hinter die Facts-Fakes-Sonderausgabe.
Und auch KSSJ-Mitinhaber Dani Krieg und Begleiterin Isabelle Truttmann amüsierten sich königlich über den neuesten ADC-Wurf.
Vertieft in diverse Tischgespräche: Art Buyer Lilo Killer und Werbe-Doyen Gebi Schregenberger.
Waren spät nach dem Essen noch an der gut bestückten ADC-Bar anzutreffen: Katja Puccio und Peter Schilde.
Spezialisten für visuelle Kommunikation: Danielle Stutz von DS Photographer und Roger Schneider, Fotograf.
Immobranche fürchtet steigende Tarife
Rubriken Immobilieninserate in Zeitungen und auf Onlineplattformen könnten spürbar teurer werden.
Der Erneuerer
Rolf Suter will als Geschäftsführer bei der m&m media agentur in Zürich den Generationswechsel sichern.
Profiliert für den neuen Job hat sich Rolf Suter mit dem Erfolg seines Goldbach-Ablegers in Wien. Eigentlich sollte er dort nur während drei Monaten eine dahindümpelnde Firma wieder in die Gewinnzone bringen. Daraus sind schliesslich drei Jahre und eine prosperierende «Swiss Miniature» der Goldbach Media geworden.
Als Suter nach Wien gekommen ist, hat sein «Problemfall» nur als Onlinevermarkter funktioniert. Inzwischen vermarktet Goldbach in Wien mit MTV auch einen Fernsehsender. «Den Schwung dieses Brands haben wir genutzt und sind auch in die Radiobranche eingestiegen», erkärt Suter, wie es zum Szenenkombi mit zwei Stadtradios gekommen ist. Schliesslich hat ihm Telecom Austria auch noch die Vermarktung von bald 1500 neuen Multimediazellen anvertraut. So hatte er alles: TV, Radio, Online- und Screen-Markt. «Das Gleiche wie Goldbach in der Schweiz», erzählt er stolz.
Suter hat es in Wien gut gefallen. «Eine sehr junge Medienlandschaft. Das verstaubte Image stimmt überhaupt nicht. Zudem machte es Spass, als MTV-Vermarkter an alle trendigen Partys eingeladen zu werden.»
Weniger Freude bereitete Suter allerdings, dass er seine zwei Kinder nur noch als pendelnder Vater sehen konnte. «Meiner Frau gefiel es nicht, nach Wien zu ziehen, und ich wollte wieder ein richtiges Familienleben.» Diese Umstände sind eines Tages auch Mecklenburg zu Ohren gekommen, worauf die Entwicklung ihren Lauf genommen hat.
Bei m&m hat Suter «sehr gut ausgebildete Mitarbeiter» vorgefunden. Was ihm fehlte, ist das New Business. «Wir wollen jetzt ein Lebenszeichen in den Markt senden.» Etwas für das Image zu tun, sei notwendig, denn «eine Werbung platzieren kann jeder». Früher hat die Sekretärin ein paar Anzeigen gebucht, dann haben sich die Mediaabteilungen entwickelt, sind selbstständig geworden und verdienen inzwischen Geld. «Heute läuft viel mehr Mediageld zusammen, als für die Umsetzung in der Kreation ausgegeben wird», rechnet Suter. Und wo die Schaltung einer Kampagne rund zehnmal teurer als die Produktion ist, kommt unweigerlich auch die Frage auf: Ist derjenige, der die Media plant, weiterhin nur noch der Ausführende, oder darf er auch eigene Ideen einbringen? Für Suter ist klar: Die Mediaagenturen denken immer mehr strategisch und bieten in Zukunft die Gefässe und Kanäle an, die von den Kreativen gefüllt werden müssen.
Mit seinem Wechsel vom Vermarkter zum Einkäufer hat er keine Probleme. «Das reizt mich sehr. Ich weiss, was die Käufer wollen.» Zudem werde er weiterhin verkaufen, nämlich «die Dienstleistungen unserer Firma».
Rolf Suter hat seinen Einstieg in die Werbung als Stift bei der ehemaligen Mosse Annoncen gefunden. Dort hat er das Printhandwerk von der Pike auf gelernt. Später hat er bei der Central Film vier Jahre lang Kinowerbung verkauft. Das TV-Business lernte er bei Eden TV kennen. In der Gründerphase des Schweizer Privatfernsehens hat Suter lustige Filmchen zusammen mit dem Trio Eden realisiert. Diese mögliche Karriere als Komiker hat er nicht weiterverfolgt. Aber: «Wer verkauft, macht zwar keine Show, aber er muss ähnlich Gewinn bringend vor die Leute treten, um etwas zu präsentieren.»
Nach der Eingliederung von Eden TV in Star TV hat Suter für Paul Grau im Hintergrund die Wettbewerbe und Promotionssendungen organisiert. Auch für die IP von Klaus Kappeler hat er vier Jahre lang die Einführung von ProSieben betreut und «viel dazu beigetragen, dass man angefangen hat, bei der TV-Werbung nicht mehr nur in Kästchen zu denken». Das war die Zeit, als mit dem Aufkommen der Werbefenster die Fernsehmacht immer mehr gebündelt wurde.
Eine wichtige Erfahrung für Suter war auch seine Zeit als Geschäftsführer der Firma Suchtreffer. Dieses Unternehmen im Bereich Suchmaschinenmarketing ist später mit dem Onlinebereich bei IP Multimedia zusammengelegt worden. Suter hat den neuen Geschäftszweig geleitet, bevor er die Herausforderung in Wien angenommen hat.
Immer wieder was Neues, sagt sich der neue Geschäftsführer bei m&m media auch in seiner Freizeit. Seit kurzem fordert er sich beim Training im Schwimmen, Laufen und Velofahren. Suter will seine Leistungsfähigkeit auch bei einem Triathlon testen.
Rolf Suter, Geschäftsführer der m&m media agentur,braucht immer wieder was Neues.
Andreas Panzeri
Im Lesesaal ist jede Zeitung gratis
Entwicklungshilfe In Bangladesch machen Informationszentren aktuelles Wissen auch den Armen zugänglich.
Mit Schweizer Unterstützung Gegründet 1980, neun Jahre nach der Unabhängigkeit des Landes von Pakistan, setzte sich die Organisation zum Ziel, Informationen in Büchern und Zeitungen allen Schichten des Landes zur Verfügung zu stellen. Es begann mit einer Bibliothek mitten im Stadtmoloch Dhaka, der Keimzelle dieser zukunftweisenden Idee. Schon von Anfang an unterstützte das Hilfswerk der Evangelischen Kirchen (Heks) das Projekt, überliess jedoch die Planung den Menschen in Bangladesch, welche die Bedürfnisse des Landes am besten kennen.
27 CDL-Zentren im ganzen Land sind seither entstanden, wo Kinder aus Slums, Arbeiter aus allen Schichten, Studenten, aber auch Lehrer und Geschäftsleute Bücher und Zeitungen lesen können und sich auch mit Videos oder am Internet informieren, wo dieser Luxus angeboten wird.
Aktuelle Dokumentationen Im CDL-Zentrum von Dhaka zeigt uns die Mitarbeiterin Oleda Sultana, eine selbstbewusste, heitere Frau, die kargen, praktisch eingerichteten Räume. Im Lesesaal sind Dutzende Besucher in abgegriffene Zeitungen vertieft, in der Bibliothek liest eine Gruppe junger Frauen konzentriert in Büchern in Bengali. «Unsere Bibliothek umfasst 26000 Bücher», sagt die Chefin, «da Bücher verglichen mit dem durchschnittlichen Einkommen sehr teuer sind, leihen wir sie nur an Mitglieder aus.» Das CDL-Zentrum in Dhaka zählt 2000 Mitglieder, die 200 Taka Jahresbeitrag für das Ausleihen der Bücher zahlen. Das sind umgerechnet knapp vier Franken. In einem Land, wo das Bruttosozialprodukt je Einwohner ganze 360 Dollar beträgt, ist der Beitrag nur für eine Minderheit erschwinglich. Alle andern lesen die Bücher an Ort und Stelle.
Junge Frauen im Sari schneiden an einem langen Tisch aus aufgestapelten Tageszeitungen und Magazinen Berichte heraus und integrieren sie in Dossiers zu verschiedensten Themen wie Frauenfragen, Ernährung, Hygiene, Umweltprobleme oder Aids. Diese Dokumentationen werden kopiert und sind sehr gefragt, da sie vertiefte Informationen zu aktuellen Themen bieten.
In Bangladesch stehen der Regierung nur sehr beschränkte Mittel zur Verfügung, um die Bildung der wachsenden Bevölkerung sicherzustellen. Ungezählte, oft vom Ausland unterstützte private Hilfs- und Selbsthilfeorganisationen springen hier ein, betreiben Dorfschulen, ermöglichen die Herausgabe von spezifischen Printmedien oder machen – wie die vollständig private Organisation CDL – Informationen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich. Das Zentrum in Dhaka erfasst die gesamten Bestände der Organisation laufend elektronisch und ergänzt die Dokumentationen neuerdings mit Hilfe des Internets.
Die entsprechend ausgerüsteten CDL-Aussenstationen haben elektronischen Zugriff zum Datenmaterial der Zentrale. Doch die dafür erforderliche Hardware ist nicht nur für Einzelpersonen oft unerschwinglich, sondern auch für Institutionen. «Wir benötigen Computer und Kopierer», erklärt ein Mitarbeiter, «doch dafür fehlt uns das Geld. Wir sind auch für gebrauchte Geräte sehr dankbar.» Das Heks ist auch heute noch mit 80000 Franken jährlich einer der wichtigsten Geber, weitere Donatoren sind die deutsche Miserior und Unicef.
Brennpunkte des sozialen Lebens Das CDL-Zentrum in der Millionenstadt Faridpur, einige Fahrstunden westlich von Dhaka, platzt am Tag unseres Besuches aus allen Nähten. Eine Jugendgruppe hört sich im grössten Raum, flankiert von hohen Bücherregalen, einen Vortrag an und singt anschliessend. Später belegt eine Frauengruppe den Versammlungsraum und diskutiert, immer wieder auch durch erfrischendes Gelächter unterbrochen, das Thema Geburtenplanung.
«Für uns ist dieses Zentrum extrem wichtig», erklärt Kamul Hasan Jewel, Field Koordinator im CDL-Zentrum in Faridpur. Im
Lesesaal sitzen junge Menschen vertieft in Zeitungen und Bücher. Momi, knapp zwanzig, will Ärztin werden, Taher, 18, kommt in der Freizeit hierher; sein Berufsziel ist Ingenieur. «Wer sagt denn, die Jugend von Bangladesch sei desorientiert und habe keine Möglichkeiten?», fragt Asma Akter Mukta rhetorisch. Sie ist die aufmüpfige Direktorin von Racine, einer weiteren mit CDL verbundenen Organisation. Tatsächlich hat die
Bewegung der Community Development Library überall im Land Kristallisationspunkte geschaffen, die den Jungen manche Chance zur Weiterbildung und für Kontakte bieten.
Die CDL-Zentren haben sich durch Vernetzung in alle Richtungen zu Brennpunkten des sozialen Lebens entwickelt. So hat das dem Zentrum von Dhaka angeschlossene Urban Information Ressource Center eine Schule für Slumkinder eröffnet. Pieder Casura, beim Hilfswerk der Evangelischen Kirchen der Schweiz zuständig für Bangladesch: «In einem Land, wo die grosse Mehrheit der Bürger über eine hundertmal kleinere Kaufkraft als die Schweizer verfügen, kann man mit ein paar Zehntausend Franken jährlich sehr viel in Gang setzen.»
Neue PerspektivenFaridpur, hundert Kilometer westlich von Dhaka gelegen, ist eine ärmliche Provinzstadt mit mehr als einer Million Einwohner. Wirtschaftlich ist Faridpur das Zentrum der im Niedergang befindlichen Juteindustrie. Touristen und westliche Geschäftsleute verirren sich nur sehr selten hierher.
Das CDL-Zentrum ist mit seiner Bibliothek und den Zeitungen ein wichtiger Informationsvermittler und bringt Hoffnung für viele intelligente junge Menschen, die kaum berufliche Perspektiven haben. Das Zentrum ist zudem für Ungezählte ein Brennpunkt des sozialen Lebens; denn hier treffen sich Nichtregierungsorganisationen (NGOs), Frauengruppen, politische Aktivisten und Künstler. Muslime, Hindus und Christen mischen sich in allen CDL-Zentren Bangladeschs zwanglos.
In den CDL-Zentren werden aus aktuellen Zeitungen Dokumentationen zu aktuellen Themen erstellt.
Hunderttausende lesen in den 26 CDL-Zentren in Bangladesch Zeitungen und Bücher.
Slumschule in Dhaka, eine weitere Aktivität der CDL-Organisation.
Stolz stellt sich die Leitung vor die Pforte ihres CDL-Zentrums.
Werner Catrina
